Phänomenologie des Geistes
Phänomenologie+++des Geistes
Phenomenology+++of Spirit
Zeno.org
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Georg Wilhelm Friedrich Hegel
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2015-06-28T22:00:00+00:00
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Georg Wilhelm Friedrich Hegel
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Phänomenologie
Phenomenology
des Geistes
of Spirit
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Impressum
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Vorrede
Preface
Eine Erklärung, wie sie einer Schrift in einer Vorrede nach der Gewohnheit vorausgeschickt wird – über den Zweck, den der Verfasser sich in ihr vorgesetzt, sowie über die Veranlassungen und das Verhältnis, worin er sie zu anderen früheren oder gleichzeitigen Behandlungen desselben Gegenstandes zu stehen glaubt –, scheint bei einer philosophischen Schrift nicht nur überflüssig, sondern um der Natur der Sache willen sogar unpassend und zweckwidrig zu sein. Denn wie und was von Philosophie in einer Vorrede zu sagen schicklich wäre – etwa eine historische Angabe der Tendenz und des Standpunkts, des allgemeinen Inhalts und der Resultate, eine Verbindung von hin und her sprechenden Behauptungen und Versicherungen über das Wahre –, kann nicht für die Art und Weise gelten, in der die philosophische Wahrheit darzustellen sei. Auch weil die Philosophie wesentlich im Elemente der Allgemeinheit ist, die das Besondere in sich schließt, so findet bei ihr mehr als bei anderen Wissenschaften der Schein statt, als ob in dem Zwecke oder den letzten Resultaten die Sache selbst und sogar in ihrem vollkommenen Wesen ausgedrückt wäre, gegen welches die Ausführung eigentlich das Unwesentliche sei. In der allgemeinen Vorstellung hingegen, was z.B. Anatomie sei, etwa die Kenntnis der Teile des Körpers nach ihrem unlebendigen Dasein betrachtet, ist man überzeugt, die Sache selbst, den Inhalt dieser Wissenschaft, noch nicht zu besitzen, sondern außerdem um das Besondere sich bemühen zu müssen. – Ferner pflegt bei einem solchen Aggregate von Kenntnissen, das den Namen Wissenschaft nicht mit Recht führt, eine Konversation über Zweck und dergleichen Allgemeinheiten nicht von der historischen und begrifflosen Weise verschieden zu sein, in der auch[11] von dem Inhalte selbst, diesen Nerven, Muskeln usf., gesprochen wird. Bei der Philosophie hingegen würde die Ungleichheit entstehen, daß von einer solchen Weise Gebrauch gemacht und diese doch von ihr selbst als unfähig, die Wahrheit zu fassen, aufgezeigt würde.
An explanation, as customarily prefixed to a work in a preface — concerning the purpose the author has set for it, as well as the occasions and relations in which he believes it stands to other earlier or contemporaneous treatments of the same subject — seems not only superfluous in a philosophical work but, given the nature of the matter itself, even inappropriate and counterproductive. For whatever might appropriately be said about philosophy in a preface — such as a historical account of its tendency and standpoint, its general content and results, a conjunction of assertions and assurances about the True that speak to and fro — cannot be accepted as the manner in which philosophical truth ought to be presented. Moreover, since philosophy essentially resides in the element of universality, which encompasses the particular within itself, the semblance arises here more than in other sciences that the purpose or final results express the actuality of the matter itself, even in its perfected essence, as if the execution were in truth something unessential. By contrast, in the general conception of what anatomy is, for example — the knowledge of bodily parts considered in their lifeless existence — one is convinced of not yet possessing the matter itself, the content of this science, and that one must strive beyond this to grasp the particular. — Furthermore, in such an aggregate of knowledge, which does not rightfully bear the name of science, a conversation about purpose and similar generalities tends not to differ from the historical and conceptless manner in which one also speaks of the content itself — these nerves, muscles, etc. In philosophy, however, an incongruity would emerge if such a manner were employed while philosophy itself demonstrates this manner's incapacity to grasp truth.
So wird auch durch die Bestimmung des Verhältnisses, das ein philosophisches Werk zu anderen Bestrebungen über denselben Gegenstand zu haben glaubt, ein fremdartiges Interesse hereingezogen und das, worauf es bei der Erkenntnis der Wahrheit ankommt, verdunkelt. So fest der Meinung der Gegensatz des Wahren und des Falschen wird, so pflegt sie auch entweder Beistimmung oder Widerspruch gegen ein vorhandenes philosophisches System zu erwarten und in einer Erklärung über ein solches nur entweder das eine oder das andere zu sehen. Sie begreift die Verschiedenheit philosophischer Systeme nicht so sehr als die fortschreitende Entwicklung der Wahrheit, als sie in der Verschiedenheit nur den Widerspruch sieht. Die Knospe verschwindet in dem Hervorbrechen der Blüte, und man könnte sagen, daß Jene von dieser widerlegt wird; ebenso wird durch die Frucht die Blüte für ein falsches Dasein der Pflanze erklärt, und als ihre Wahrheit tritt jene an die Stelle von dieser. Diese Formen unterscheiden sich nicht nur, sondern verdrängen sich auch als unverträglich miteinander. Aber ihre flüssige Natur macht sie zugleich zu Momenten der organischen Einheit, worin sie sich nicht nur nicht widerstreiten, sondern eins so notwendig als das andere ist, und diese gleiche Notwendigkeit macht erst das Leben des Ganzen aus. Aber der Widerspruch gegen ein philosophisches System pflegt teils sich selbst nicht auf diese Weise zu begreifen, teils auch weiß das auffassende Bewußtsein gemeinhin nicht, ihn von seiner Einseitigkeit zu befreien oder frei zu erhalten und in der Gestalt des streitend und sich zuwider Scheinenden gegenseitig notwendige Momente zu erkennen.
Similarly, by defining the relation that a philosophical work presumes to hold with other endeavors addressing the same subject, an alien interest is introduced, and what is crucial for the cognition of truth becomes obscured. Just as the opposition between the True and the False is held as fixed, so too does opinion customarily expect either assent or contradiction toward an existing philosophical system, seeing in an explanation about it only one or the other. It comprehends the diversity of philosophical systems not so much as the progressive development of truth, but rather sees in their diversity only contradiction. The bud disappears in the bursting forth of the blossom, and one might say that the former is refuted by the latter; similarly, the fruit declares the blossom to be a false existence of the plant, and the former steps forth as the truth of the latter instead. These forms not only distinguish themselves but also supplant one another as mutually incompatible. Yet their fluid nature makes them simultaneously moments of an organic unity in which they not only do not conflict but are each as necessary as the other — and this equal necessity alone constitutes the life of the whole. However, contradiction against a philosophical system tends, on the one hand, not to comprehend itself in this manner, and on the other, the comprehending consciousness generally does not know how to free or preserve contradiction from its one-sidedness or to recognize in what appears conflicting and antagonistic the mutually necessary moments.
Die Forderung von dergleichen Erklärungen sowie die Befriedigungen[12] derselben gelten leicht dafür, das Wesentliche zu betreiben. Worin könnte mehr das Innere einer philosophischen Schrift ausgesprochen sein als in den Zwecken und Resultaten derselben, und wodurch diese bestimmter erkannt werden als durch ihre Verschiedenheit von dem, was das Zeitalter sonst in derselben Sphäre hervorbringt? Wenn aber ein solches Tun für mehr als für den Anfang des Erkennens, wenn es für das wirkliche Erkennen gelten soll, ist es in der Tat zu den Erfindungen zu rechnen, die Sache selbst zu umgehen und dieses beides zu verbinden, den Anschein des Ernstes und Bemühens um sie und die wirkliche Ersparung desselben, – Denn die Sache Ist nicht in ihrem Zwecke erschöpft, sondern in ihrer Ausführung, noch ist das Resultat das wirkliche Ganze, sondern es zusammen mit seinem Werden; der Zweck für sich ist das unlebendige Allgemeine, wie die Tendenz das bloße Treiben, das seiner Wirklichkeit noch entbehrt, und das nackte Resultat ist der Leichnam, der die Tendenz hinter sich gelassen. – Ebenso ist die Verschiedenheit vielmehr die Grenze der Sache; sie ist da, wo die Sache aufhört, oder sie ist das, was diese nicht ist. Solche Bemühungen mit dem Zwecke oder den Resultaten sowie mit den Verschiedenheiten und Beurteilungen des einen und des anderen sind daher eine leichtere Arbeit, als sie vielleicht scheinen. Denn statt mit der Sache sich zu befassen, ist solches Tun immer über sie hinaus; statt in ihr zu verweilen und sich in ihr zu vergessen, greift solches Wissen immer nach einem Anderen und bleibt vielmehr bei sich selbst, als daß es bei der Sache ist und sich ihr hingibt. – Das leichteste ist, was Gehalt und Gediegenheit hat, zu beurteilen, schwerer, es zu fassen, das schwerste, was beides vereinigt, seine Darstellung hervorzubringen.
The demand for such explanations and their satisfaction is easily mistaken for what is essential. Where could the inner core of a philosophical work be more expressed than in its purposes and results? And how could these be more distinctly recognized than through their divergence from what else the age produces in the same sphere? Yet if such activity is to count as more than the beginning of cognition — if it is to pass for actual cognition — it must in truth be reckoned among the artifices for circumventing the matter itself while combining the appearance of seriousness and effort toward it with the actual sparing of such effort. For the matter is not exhausted in its purpose but in its execution, nor is the result the actual whole, but rather the result together with its becoming. The purpose by itself is the lifeless universal, just as the tendency is a mere drive still lacking actuality, and the naked result is the corpse that has left the tendency behind. — Similarly, difference is rather the limit of the matter; it is where the matter ceases, or it is what the matter is not. Such preoccupations with purpose or results, as with differences and judgments of one and the other, are therefore an easier labor than they might seem. For instead of engaging with the matter itself, such activity is always beyond it; instead of tarrying with it and becoming absorbed in it, such knowing always reaches after something else and remains self-occupied rather than being with the matter and surrendering to it. — Judging what has substance and solidity is the easiest task; comprehending it is harder; and hardest of all is the union of both: to produce its exposition.
Der Anfang der Bildung und des Herausarbeitens aus der Unmittelbarkeit des substantiellen Lebens wird immer damit[13] gemacht werden müssen, Kenntnisse allgemeiner Grundsätze und Gesichtspunkte zu erwerben, sich nur erst zu dem Gedanken der Sache überhaupt heraufzuarbeiten, nicht weniger sie mit Gründen zu unterstützen oder zu widerlegen, die konkrete und reiche Fülle nach Bestimmtheiten aufzufassen und ordentlichen Bescheid und ernsthaftes Urteil über sie zu erteilen zu wissen. Dieser Anfang der Bildung wird aber zunächst dem Ernste des erfüllten Lebens Platz machen, der in die Erfahrung der Sache selbst hineinführt; und wenn auch dies noch hinzukommt, daß der Ernst des Begriffs in ihre Tiefe steigt, so wird eine solche Kenntnis und Beurteilung In der Konversation ihre schickliche Stelle behalten.
The commencement of Bildung and of working oneself out of the immediacy of substantial life will always[13] begin by acquiring knowledge of universal principles and viewpoints, striving merely to ascend to the thought of the matter as such, no less than by supporting or refuting it with reasons, apprehending the concrete and rich fullness according to determinacies, and knowing how to render proper account and serious judgment concerning them. Yet this initial Bildung must soon yield place to the earnestness of fulfilled life, which leads into the experience of the matter itself; and even should the earnestness of the Concept still penetrate into its depths, such knowledge and judgment will retain their appropriate place in conversation.
Die wahre Gestalt, in welcher die Wahrheit existiert, kann allein das wissenschaftliche System derselben sein. Daran mitzuarbeiten, daß die Philosophie der Form der Wissenschaft näherkomme – dem Ziele, ihren Namen der Liebe zum Wissen ablegen zu können und wirkliches Wissen zu sein –, ist es, was ich mir vorgesetzt. Die innere Notwendigkeit, daß das Wissen Wissenschaft sei, liegt in seiner Natur, und die befriedigende Erklärung hierüber ist allein die Darstellung der Philosophie selbst. Die äußere Notwendigkeit aber, insofern sie, abgesehen von der Zufälligkeit der Person und der individuellen Veranlassungen, auf eine allgemeine Weise gefaßt wird, ist dasselbe, was die innere [ist], in der Gestalt nämlich, wie die Zeit das Dasein ihrer Momente vorstellt. Daß die Erhebung der Philosophie zur Wissenschaft an der Zeit ist, dies aufzuzeigen würde daher die einzig wahre Rechtfertigung der Versuche sein, die diesen Zweck haben, weil sie dessen Notwendigkeit dartun, ja sie ihn zugleich ausführen würde.
The true form in which truth exists can only be the scientific system of it. To collaborate in bringing philosophy closer to the form of Science – the goal of being able to lay aside its name as the love of knowing and become actual knowing – is what I have set before me. The inner necessity that knowing be Science lies in its nature, and the satisfactory explanation of this is solely the exposition of philosophy itself. The external necessity, insofar as it is grasped universally, abstracting from the contingency of persons and individual occasions, is the same as the inner [necessity], namely in the form in which time presents the existence of its moments. To demonstrate that the elevation of philosophy to Science is timely – this alone would constitute the only true justification of efforts aiming at this goal, for it would establish their necessity; indeed, it would at once accomplish this.
Indem die wahre Gestalt der Wahrheit in diese Wissenschaftlichkeit[14] gesetzt wird – oder, was dasselbe ist, indem die Wahrheit behauptet wird, an dem Begriffe allein das Element ihrer Existenz zu haben –, so weiß ich, daß dies im Widerspruch mit einer Vorstellung und deren Folgen zu stehen scheint, welche eine so große Anmaßung als Ausbreitung in der Überzeugung des Zeitalters hat. Eine Erklärung über diesen Widerspruch scheint darum nicht überflüssig; wenn sie auch hier weiter nichts als gleichfalls eine Versicherung wie das, gegen was sie geht, sein kann. Wenn nämlich das Wahre nur in demjenigen oder vielmehr nur als dasjenige existiert, was bald Anschauung, bald unmittelbares Wissen des Absoluten, Religion, das Sein – nicht im Zentrum der göttlichen Liebe, sondern das Sein desselben selbst – genannt wird, so wird von da aus zugleich für die Darstellung der Philosophie vielmehr das Gegenteil der Form des Begriffs gefordert. Das Absolute soll nicht begriffen, sondern gefühlt und angeschaut [werden], nicht sein Begriff, sondern sein Gefühl und Anschauung sollen das Wort führen und ausgesprochen werden.
By positing the true form of truth within this scientific character[14] – or, what is the same, by asserting that truth has the Concept alone as the element of its existence – I am aware that this seems to contradict a notion and its consequences which hold such pretentious sway in the convictions of our age. An explanation of this contradiction thus does not seem superfluous, even if here it can amount to nothing more than an assertion, like what it opposes. For if truth exists only in what is variously called intuition, immediate knowledge of the Absolute, religion, or Being – not at the center of divine love but as Being itself – then from this standpoint, the very opposite of the form of the Concept is demanded for the exposition of philosophy. The Absolute is not to be comprehended but felt and intuited; not its Concept but its feeling and intuition should be given voice and expression.
Wird die Erscheinung einer solchen Forderung nach ihrem allgemeineren Zusammenhange aufgefaßt und auf die Stufe gesehen, worauf der selbstbewußte Geist gegenwärtig steht, so ist er über das substantielle Leben, das er sonst im Elemente des Gedankens führte, hinaus, – über diese Unmittelbarkeit seines Glaubens, über die Befriedigung und Sicherheit der Gewißheit, welche das Bewußtsein von seiner Versöhnung mit dem Wesen und dessen allgemeiner, der inneren und äußeren, Gegenwart besaß. Er ist nicht nur darüber hinausgegangen in das andere Extrem der substanzlosen Reflexion seiner in sich selbst, sondern auch über diese. Sein wesentliches Leben ist ihm nicht nur verloren; er ist sich auch dieses Verlustes und der Endlichkeit, die sein Inhalt ist, bewußt. Von den Trebern sich wegwendend, daß er im argen liegt bekennend und darauf schmähend, verlangt er nun von der Philosophie nicht sowohl das Wissen dessen, was er ist, als zur Herstellung jener Substantialität und[15] der Gediegenheit des Seins erst wieder durch sie zu gelangen. Diesem Bedürfnisse soll sie also nicht so sehr die Verschlossenheit der Substanz aufschließen und diese zum Selbstbewußtsein erheben, nicht so sehr das chaotische Bewußtsein zur gedachten Ordnung und zur Einfachheit des Begriffs zurückbringen, als vielmehr die Sonderungen des Gedankens zusammenschütten, den unterscheidenden Begriff unterdrücken und das Gefühl des Wesens herstellen, nicht sowohl Einsicht als Erbauung gewähren. Das Schöne, Heilige, Ewige, die Religion und Liebe sind der Köder, der gefordert wird, um die Lust zum Anbeißen zu erwecken; nicht der Begriff, sondern die Ekstase, nicht die kalt fortschreitende Notwendigkeit der Sache, sondern die gärende Begeisterung soll die Haltung und fortleitende Ausbreitung des Reichtums der Substanz sein.
When the appearance of such a demand is grasped in its more universal context and considered in terms of the stage which self-conscious Spirit has presently reached, Spirit has moved beyond the substantial life it formerly led in the element of thought – beyond this immediacy of its faith, beyond the satisfaction and security of the certainty that consciousness possessed of its reconciliation with the essence and the universal presence of this essence, both inner and outer. Not only has Spirit passed beyond this into the other extreme of substanceless reflection into itself, but beyond that as well. Not only has its essential life become lost to it, but it is also conscious of this loss and of the finitude that constitutes its content. Turning away from the chaff, confessing that it lies in wickedness and heaping scorn upon itself, it now demands from philosophy not so much knowledge of what it is as the restoration through philosophy of that substantiality and[15] solidity of Being. Philosophy is thus to satisfy this need not so much by unlocking the sealed nature of Substance and elevating it to self-consciousness, nor by leading chaotic consciousness back to the order of thought and the simplicity of the Concept, but rather by confounding the distinctions of thought, suppressing the differentiating Concept, and reinstating the feeling of essence – affording not so much insight as edification. The Beautiful, the Holy, the Eternal, Religion, and Love are the bait required to awaken the craving to partake; it is not the Concept but ecstasy, not the coldly progressing necessity of the matter but fermenting enthusiasm, that is to sustain and extend the wealth of Substance.
Dieser Forderung entspricht die angestrengte und fast eifernd und gereizt sich zeigende Bemühung, die Menschen aus der Versunkenheit ins Sinnliche, Gemeine und Einzelne herauszureißen und ihren Blick zu den Sternen aufzurichten; als ob sie, des Göttlichen ganz vergessend, mit Staub und Wasser, wie der Wurm, auf dem Punkte sich zu befriedigen stünden. Sonst hatten sie einen Himmel mit weitläufigem Reichtume von Gedanken und Bildern ausgestattet. Von allem, was ist, lag die Bedeutung in dem Lichtfaden, durch den es an den Himmel geknüpft war; an ihm, statt in dieser Gegenwart zu verweilen, glitt der Blick über sie hinaus, zum göttlichen Wesen, zu einer, wenn man so sagen kann, jenseitigen Gegenwart hinauf. Das Auge des Geistes mußte mit Zwang auf das Irdische gerichtet und bei ihm festgehalten werden; und es hat einer langen Zeit bedurft, jene Klarheit, die nur das Überirdische hatte, in die Dumpfheit und Verworrenheit, worin der Sinn des Diesseitigen lag, hineinzuarbeiten und die Aufmerksamkeit auf das Gegenwärtige als solches, welche Erfahrung genannt wurde, interessant[16] und geltend zu machen. – Jetzt scheint die Not des Gegenteils vorhanden, der Sinn so sehr in dem Irdischen festgewurzelt, daß es gleicher Gewalt bedarf, ihn darüber zu erheben. Der Geist zeigt sich so arm, daß er sich, wie in der Sandwüste der Wanderer nach einem einfachen Trunk Wassers, nur nach dem dürftigen Gefühle des Göttlichen überhaupt für seine Erquickung zu sehnen scheint. An diesem, woran dem Geiste genügt, ist die Größe seines Verlustes zu ermessen.
To this demand corresponds the strenuous, almost zealous and irritated effort to tear humanity away from its immersion in the sensuous, vulgar, and particular, and to direct its gaze to the stars – as if, wholly forgetful of the Divine, it were on the verge of finding satisfaction in the dust and water, like the worm. Formerly, they possessed a Heaven adorned with a vast wealth of thoughts and images. The significance of all that existed lay in the thread of light by which it was bound to Heaven; instead of dwelling in this presence, the gaze glided along that thread beyond to a divine essence, to a presentness, if one may so speak, of the Beyond. The mind's eye had to be directed by force to the earthly and held fast there; and it has required a long time to introduce into the crassness and confusion in which the sense of the worldly lay that clarity which only the super-sensuous possessed, and to make attention to the present as such – which is called Experience – interesting[16] and valid. – Now, the need seems to be the reverse: the sense is so rooted in the earthly that it requires equal violence to raise it above. Spirit shows itself so impoverished that, like the wanderer in the desert craving a simple drink of water, it seems to long only for the meager feeling of the Divine in general. In that by which Spirit is now satisfied, we can measure the magnitude of its loss.
Diese Genügsamkeit des Empfangens oder Sparsamkeit des Gebens ziemt der Wissenschaft nicht. Wer nur Erbauung sucht, wer die irdische Mannigfaltigkeit seines Daseins und des Gedankens in Nebel einzuhüllen und nach dem unbestimmten Genüsse dieser unbestimmten Göttlichkeit verlangt, mag zusehen, wo er dies findet; er wird leicht selbst sich etwas vorzuschwärmen und damit sich aufzuspreizen die Mittel finden. Die Philosophie aber muß sich hüten, erbaulich sein zu wollen.
Such parsimony in receiving or sparingness in giving is unworthy of science. Let those who seek mere edification—who wish to shroud the earthly multiplicity of their existence and thought in mist and yearn for the indeterminate enjoyment of this indeterminate divinity—look elsewhere; they will easily find means to delude themselves with self-invented raptures. Philosophy must guard against wanting to be edifying.
Noch weniger muß diese Genügsamkeit, die auf die Wissenschaft Verzicht tut, darauf Anspruch machen, daß solche Begeisterung und Trübheit etwas Höheres sei als die Wissenschaft. Dieses prophetische Reden meint recht im Mittelpunkte und der Tiefe zu bleiben, blickt verächtlich auf die Bestimmtheit (den Horos) und hält sich absichtlich von dem Begriffe und der Notwendigkeit entfernt als von der Reflexion, die nur in der Endlichkeit hause. Wie es aber eine leere Breite gibt, so auch eine leere Tiefe, wie eine Extension der Substanz, die sich in endliche Mannigfaltigkeit ergießt, ohne Kraft, sie zusammenzuhalten, so eine gehaltlose Intensität, welche, als lautere Kraft ohne Ausbreitung[17] sich haltend, dasselbe ist, was die Oberflächlichkeit. Die Kraft des Geistes ist nur so groß als ihre Äußerung, seine Tiefe nur so tief, als er in seiner Auslegung sich auszubreiten und sich zu verlieren getraut. Zugleich wenn dies begrifflose substantielle Wissen die Eigenheit des Selbsts in dem Wesen versenkt zu haben und wahr und heilig zu philosophieren vorgibt, so verbirgt es sich dies, daß es, statt dem Gotte ergeben zu sein, durch die Verschmähung des Maßes und der Bestimmung vielmehr nur bald in sich selbst die Zufälligkeit des Inhalts, bald in ihm die eigene Willkür gewähren läßt. – Indem sie sich dem ungebändigten Gären der Substanz überlassen, meinen sie, durch die Einhüllung des Selbstbewußtseins und Aufgeben des Verstandes die Seinen zu sein, denen Gott die Weisheit im Schlafe gibt; was sie so in der Tat im Schlafe empfangen und gebären, sind darum auch Träume.
Still less must this self-complacency, which renounces science, lay claim to such enthusiasm and obscurantism as something higher than science. Such prophetic discourse presumes to dwell at the very center and depth, looks contemptuously upon determinacy (the Horos), and deliberately holds itself aloof from the Concept and necessity as from reflection, which dwells only in finitude. Just as there is an empty breadth, so too there is an empty depth; as there is an extension of substance that pours itself into finite multiplicity without the power to hold it together, so there is an intensity without content—a sheer force remaining within itself—which is the same as superficiality. The strength of Spirit is only as great as its expression; its depth is only as profound as it dares to spread itself out and lose itself in its exposition. At the same time, when this non-conceptual substantial knowledge pretends to have immersed the particularity of the Self in the essence and to philosophize truthfully and devoutly, it conceals the fact that instead of surrendering to God, it spurns measure and determinacy, thereby indulging either the contingency of content within itself or its own arbitrariness. By abandoning itself to the untamed ferment of substance, such knowledge imagines itself to be among the elect to whom God grants wisdom in sleep; but what they thus receive and engender in sleep are, in truth, dreams.
Es ist übrigens nicht schwer zu sehen, daß unsere Zeit eine Zeit der Geburt und des Übergangs zu einer neuen Periode ist. Der Geist hat mit der bisherigen Welt seines Daseins und Vorstellens gebrochen und steht im Begriffe, es in die Vergangenheit hinab zu versenken, und in der Arbeit seiner Umgestaltung. Zwar ist er nie in Ruhe, sondern in immer fortschreitender Bewegung begriffen. Aber wie beim Kinde nach langer stiller Ernährung der erste Atemzug jene Allmählichkeit des nur vermehrenden Fortgangs abbricht – ein qualitativer Sprung – und Jetzt das Kind geboren ist, so reift der sich bildende Geist langsam und stille der neuen Gestalt entgegen, löst ein Teilchen des Baues seiner vorhergehenden Welt nach dem ändern auf, ihr Wanken wird nur durch einzelne Symptome angedeutet; der Leichtsinn wie die Langeweile, die im Bestehenden einreißen, die unbestimmte Ahnung eines Unbekannten sind Vorboten, daß etwas anderes im Anzuge ist. Dies allmähliche Zerbröckeln, das die Physiognomie des Ganzen nicht veränderte, wird durch den[18] Aufgang unterbrochen, der, ein Blitz, in einem Male das Gebilde der neuen Welt hinstellt.
Moreover, it is not difficult to see that our age is a time of birth and transition to a new period. Spirit has broken with the former world of its existence and imagination, and stands poised to consign it to the past, laboring at its own transformation. To be sure, Spirit is never at rest but always engaged in progressive motion. Yet, just as a child’s first breath after long silent nourishment breaks the gradualness of mere quantitative growth—a qualitative leap—and now the child is born, so too the Spirit that educates itself matures slowly and quietly toward its new shape, dissolving one fragment of the edifice of its previous world after another. Its disintegration is signaled only by sporadic symptoms; the frivolity and boredom invading the established order, the indeterminate presentiment of something unknown—these herald that a new reality is at hand. This gradual crumbling, which did not alter the physiognomy of the whole, is interrupted by the[18] dawn that, like lightning, all at once unveils the structure of the new world.
Allein eine vollkommene Wirklichkeit hat dies Neue so wenig als das eben geborene Kind; und dies ist wesentlich nicht außer acht zu lassen. Das erste Auftreten ist erst seine Unmittelbarkeit oder sein Begriff. Sowenig ein Gebäude fertig ist, wenn sein Grund gelegt worden, so wenig ist der erreichte Begriff des Ganzen das Ganze selbst. Wo wir eine Eiche in der Kraft ihres Stammes und in der Ausbreitung ihrer Äste und den Massen ihrer Belaubung zu sehen wünschen, sind wir nicht zufrieden, wenn uns an Stelle dieser eine Eichel gezeigt wird. So ist die Wissenschaft, die Krone einer Welt des Geistes, nicht in ihrem Anfange vollendet. Der Anfang des neuen Geistes ist das Produkt einer weitläufigen Umwälzung von mannigfaltigen Bildungsformen, der Preis eines vielfach verschlungenen Weges und ebenso vielfacher Anstrengung und Bemühung. Er ist das aus der Sukzession wie aus seiner Ausdehnung in sich zurückgegangene Ganze, der gewordene einfache Begriff desselben. Die Wirklichkeit dieses einfachen Ganzen aber besteht darin, daß jene zu Momenten gewordenen Gestaltungen sich wieder von neuem, aber in ihrem neuen Elemente, in dem gewordenen Sinne entwickeln und Gestaltung geben.
Yet this new reality is as little a perfected actuality as the newborn child; this essential point must not be overlooked. Its first appearance is merely its immediacy or its Concept. Just as little as a building is complete when its foundation is laid is the attained Concept of the whole the whole itself. Where we wish to see an oak in the strength of its trunk and the spread of its branches and the mass of its foliage, we are not satisfied if shown an acorn instead. Thus, science, the crown of a world of Spirit, is not completed in its beginning. The inception of the new Spirit is the product of a widespread upheaval of manifold cultural forms, the prize of a circuitous path no less than of strenuous effort. It is the whole that has returned into itself from the succession and extension of its moments—the simple Concept of this whole that has come to be. The actuality of this simple whole, however, consists in those shapes that have become moments now developing themselves anew in this new element, in their newly acquired meaning.
Indem einerseits die erste Erscheinung der neuen Welt nur erst das in seine Einfachheit verhüllte Ganze oder sein allgemeiner Grund ist, so ist dem Bewußtsein dagegen der Reichtum des vorhergehenden Daseins noch in der Erinnerung gegenwärtig. Es vermißt an der neu erscheinenden Gestalt die Ausbreitung und Besonderung des Inhalts; noch mehr aber vermißt es die Ausbildung der Form, wodurch die Unterschiede mit Sicherheit bestimmt und in ihre festen Verhältnisse geordnet werden. Ohne diese Ausbildung entbehrt die Wissenschaft der allgemeinen Verständlichkeit und hat den[19] Schein, ein esoterisches Besitztum einiger Einzelner zu sein; – ein esoterisches Besitztum: denn sie ist nur erst in ihrem Begriffe oder ihr Inneres vorhanden; einiger Einzelner: denn ihre unausgebreitete Erscheinung macht ihr Dasein zum Einzelnen. Erst was vollkommen bestimmt ist, ist zugleich exoterisch, begreiflich und fähig, gelernt und das Eigentum aller zu sein. Die verständige Form der Wissenschaft ist der allen dargebotene und für alle gleichgemachte Weg zu ihr, und durch den Verstand zum vernünftigen Wissen zu gelangen, ist die gerechte Forderung des Bewußtseins, das zur Wissenschaft hinzutritt; denn der Verstand ist das Denken, das reine Ich überhaupt; und das Verständige ist das schon Bekannte und das Gemeinschaftliche der Wissenschaft und des unwissenschaftlichen Bewußtseins, wodurch dieses unmittelbar in jene einzutreten vermag.
While on the one hand the new world’s first appearance is merely the whole shrouded in its simplicity, or the general foundation, consciousness, on the other hand, still retains the memory of the richness of the preceding existence. The newly emergent form lacks the expanse and specificity of content; still more does it lack the cultivation of form through which differences are securely determined and arranged in their fixed relations. Without such cultivation, science lacks universal intelligibility and assumes the semblance of being an esoteric possession of a few individuals—an esoteric possession: for it exists at first only in its Concept or its inwardness; of a few individuals: for its unexpanded appearance renders its existence singular. Only what is fully determinate is at once exoteric, comprehensible, and capable of being learned and appropriated by all. The intelligible form of science is the path offered to everyone and made equal for all; to attain rational knowledge through the understanding is the just demand of consciousness approaching science. For the understanding is thinking, the pure I in general; and the intelligible is what is already familiar and common to science and unscientific consciousness alike, enabling the latter to enter science immediately.
Die Wissenschaft, die erst beginnt und es also noch weder zur Vollständigkeit des Details noch zur Vollkommenheit der Form gebracht hat, ist dem Tadel darüber ausgesetzt. Aber wenn dieser ihr Wesen treffen soll, so würde er ebenso ungerecht sein, als es unstatthaft ist, die Forderung jener Ausbildung nicht anerkennen zu wollen. Dieser Gegensatz scheint der hauptsächlichste Knoten zu sein, an dem die wissenschaftliche Bildung sich gegenwärtig zerarbeitet und worüber sie sich noch nicht gehörig versteht. Der eine Teil pocht auf den Reichtum des Materials und die Verständlichkeit, der andere verschmäht wenigstens diese und pocht auf die unmittelbare Vernünftigkeit und Göttlichkeit. Wenn auch jener Teil, es sei durch die Kraft der Wahrheit allein oder auch durch das Ungestüm des ändern, zum Stillschweigen gebracht ist und wenn er in Ansehung des Grunds der Sache sich überwältigt fühlte, so ist er darum in Ansehung jener Forderungen nicht befriedigt; denn sie sind gerecht, aber nicht erfüllt. Sein Stillschweigen gehöre nur halb dem Siege, halb aber der Langeweile und Gleichgültigkeit, welche die Folge einer beständig erregten Erwartung und nicht erfolgten Erfüllung der Versprechungen zu sein pflegt.[20]
Science, which is only beginning and has thus neither attained completeness of detail nor perfection of form, is exposed to censure on this account. Yet if such censure is to strike at its essence, it would be as unjust as it is inadmissible to refuse recognition to the demand for such cultivation. This opposition appears to be the primary knot at which scientific culture is currently laboring and concerning which it has not yet properly clarified itself. One side insists on the richness of material and comprehensibility, while the other disdains at least the latter and insists on immediate rationality and divinity. Even if the former party – whether through the force of truth alone or through the vehemence of the other – is reduced to silence, and even if it feels itself overpowered regarding the substance of the matter, it is nevertheless unsatisfied with respect to these demands; for they are just, yet unfulfilled. Its silence belongs only half to the victory, and half to the boredom and indifference that commonly follow a perpetually aroused expectation and the non-fulfillment of promises.
In Ansehung des Inhalts machen die anderen sich es wohl zuweilen leicht genug, eine große Ausdehnung zu haben. Sie ziehen auf ihren Boden eine Menge Material, nämlich das schon Bekannte und Geordnete, herein, und indem sie sich vornehmlich mit den Sonderbarkeiten und Kuriositäten zu tun machen, scheinen sie um so mehr das übrige, womit das Wissen in seiner Art schon fertig war, zu besitzen, zugleich auch das noch Ungeregelte zu beherrschen und somit alles der absoluten Idee zu unterwerfen, welche hiermit in allem erkannt und zur ausgebreiteten Wissenschaft gediehen zu sein scheint. Näher aber diese Ausbreitung betrachtet, so zeigt sie sich nicht dadurch zustande gekommen, daß ein und dasselbe sich selbst verschieden gestaltet hätte, sondern sie ist die gestaltlose Wiederholung des einen und desselben, das nur an das verschiedene Material äußerlich angewendet ist und einen langweiligen Schein der Verschiedenheit erhält. Die für sich wohl wahre Idee bleibt in der Tat nur immer in ihrem Anfange stehen, wenn die Entwicklung in nichts als in einer solchen Wiederholung derselben Formel besteht. Die eine unbewegte Form vom wissenden Subjekte an dem Vorhandenen herumgeführt, das Material in dies ruhende Element von außenher eingetaucht, dies ist so wenig als willkürliche Einfälle über den Inhalt die Erfüllung dessen, was gefordert wird, nämlich der aus sich entspringende Reichtum und sich selbst bestimmende Unterschied der Gestalten. Es ist vielmehr ein einfarbiger Formalismus, der nur zum Unterschiede des Stoffes, und zwar dadurch kommt, weil dieser schon bereitet und bekannt ist.
Regarding content, the others occasionally make it quite easy for themselves to claim great breadth. They draw a mass of material – namely, what is already known and ordered – onto their terrain. By busying themselves chiefly with peculiarities and curiosities, they seem all the more to possess what knowledge had already completed in its own manner, and even to dominate what remains unregulated, thus subjugating everything to the Absolute Idea, which thereby appears to be recognized in all things and to have matured into an expansive science. Yet upon closer examination, this expansion reveals itself not as the self-differentiation of one and the same, but rather as the formless repetition of one and the same formula externally applied to diverse materials, thereby acquiring a tedious semblance of diversity. The Idea, which in itself may well be true, remains in fact perpetually at its beginning if the development consists in nothing more than such repetition of the same formula. To parade the one immobile form of the knowing Subject around the existent, to dip the material into this stagnant element from without – this is as far from fulfilling the demand (namely, the self-originating richness and self-determining differentiation of shapes) as are arbitrary notions about the content. It is rather a monochromatic formalism that arrives at distinctions of content only because the material is already prepared and familiar.
Dabei behauptet er diese Eintönigkeit und die abstrakte Allgemeinheit für das Absolute; er versichert, daß in ihr unbefriedigt zu sein eine Unfähigkeit sei, sich des absoluten Standpunktes zu bemächtigen und auf ihm festzuhalten. Wenn sonst die leere Möglichkeit, sich etwas auch[21] auf eine andere Weise vorzustellen, hinreichte, um eine Vorstellung zu widerlegen, und dieselbe bloße Möglichkeit, der allgemeine Gedanke, auch den ganzen positiven Wert des wirklichen Erkennens hatte, so sehen wir hier gleichfalls der allgemeinen Idee in dieser Form der Unwirklichkeit allen Wert zugeschrieben und die Auflösung des Unterschiedenen und Bestimmten oder vielmehr das weiter nicht entwickelte noch an ihm selbst sich rechtfertigende Hinunterwerfen desselben in den Abgrund des Leeren für spekulative Betrachtungsart gelten. Irgendein Dasein, wie es im Absoluten ist, betrachten, besteht hier in nichts anderem, als daß davon gesagt wird, es sei zwar Jetzt von ihm gesprochen worden als von einem Etwas: im Absoluten, dem A = A, jedoch gebe es dergleichen gar nicht, sondern darin sei alles eins. Dies eine Wissen, daß im Absoluten alles gleich ist, der unterscheidenden und erfüllten oder Erfüllung suchenden und fordernden Erkenntnis entgegenzusetzen oder sein Absolutes für die Nacht auszugeben, worin, wie man zu sagen pflegt, alle Kühe schwarz sind, ist die Naivität der Leere an Erkenntnis. – Der Formalismus, den die Philosophie neuerer Zeit verklagt und geschmäht [hat] und der sich in ihr selbst wieder erzeugte, wird, wenn auch seine Ungenügsamkeit bekannt und gefühlt ist, aus der Wissenschaft nicht verschwinden, bis das Erkennen der absoluten Wirklichkeit sich über seine Natur vollkommen klar geworden ist. – In der Rücksicht, daß die allgemeine Vorstellung, wenn sie dem, was ein Versuch ihrer Ausführung ist, vorangeht, das Auffassen der letzteren erleichtert, ist es dienlich, das Ungefähre derselben hier anzudeuten, in der Absicht zugleich, bei dieser Gelegenheit einige Formen zu entfernen, deren Gewohnheit ein Hindernis für das philosophische Erkennen ist.
At the same time, this formalism asserts monotony and abstract universality as the Absolute. It assures us that dissatisfaction with this is an incapacity to seize and hold fast to the absolute standpoint. Whereas formerly the empty possibility of conceiving something otherwise sufficed to refute a representation, and the mere possibility – the universal thought – likewise possessed the entire positive value of actual cognition, here we see the universal Idea in this form of unreality ascribed all value, while the dissolution of the differentiated and determinate – or rather the uncritical dismissal of it into the abyss of emptiness without further development or self-justification – passes for speculative thinking. To consider any existent as it is in the Absolute consists here in nothing but declaring that, though one has just spoken of it as a something, in the Absolute – the A = A – there is nothing of the kind, for there all is one. To counterpose this single insight – that in the Absolute all is equal – to differentiated, fulfilled cognition (or cognition demanding fulfillment), or to proclaim its Absolute as the night in which all cows are black, is the naïveté of vacuity in cognition. – The formalism that recent philosophy has denounced and scorned – and which has regenerated itself within philosophy – will not vanish from science until cognition of absolute actuality has become entirely transparent to its own nature. – Insofar as a general conception, when preceding the attempt at its execution, facilitates the comprehension of the latter, it is useful here to sketch its outline, while simultaneously removing certain habitual forms that obstruct philosophical cognition.
Es kommt nach meiner Einsicht, welche sich nur durch die Darstellung des Systems selbst rechtfertigen muß, alles darauf[22] an, das Wahre nicht als Substanz, sondern ebensosehr als Subjekt aufzufassen und auszudrücken. Zugleich ist zu bemerken, daß die Substantialität so sehr das Allgemeine oder die Unmittelbarkeit des Wissens selbst als auch diejenige, welche Sein oder Unmittelbarkeit für das Wissen ist, in sich schließt. – Wenn Gott als die eine Substanz zu fassen das Zeitalter empörte, worin diese Bestimmung ausgesprochen wurde, so lag teils der Grund hiervon in dem Instinkte, daß darin das Selbstbewußtsein nur untergegangen, nicht erhalten ist, teils aber ist das Gegenteil, welches das Denken als Denken festhält, die Allgemeinheit als solche, dieselbe Einfachheit oder ununterschiedene, unbewegte Substantialität; und wenn drittens das Denken das Sein der Substanz mit sich vereint und die Unmittelbarkeit oder das Anschauen als Denken erfaßt, so kommt es noch darauf an, ob dieses intellektuelle Anschauen nicht wieder in die träge Einfachheit zurückfällt und die Wirklichkeit selbst auf eine unwirkliche Weise darstellt.
In my view, which must be justified solely through the exposition of the system itself, everything hinges on grasping and expressing the True not only as Substance but equally as Subject. It must further be noted that substantiality embraces the universal – or the immediacy of knowledge itself – as well as that immediacy which is Being or immediacy for knowledge. – If the age was outraged by the conception of God as the one Substance, the reason lay partly in the instinct that self-consciousness here perishes rather than being preserved, and partly in the contrary standpoint that clings to thinking as thinking, to universality as such – the same simplicity or undifferentiated, immobile substantiality. Thirdly, when thought unites the Being of Substance with itself and apprehends immediacy or intuition as thinking, it remains to be seen whether this intellectual intuition does not relapse into inert simplicity and represent actuality itself in an unreal manner.
Die lebendige Substanz ist ferner das Sein, welches in Wahrheit Subjekt oder, was dasselbe heißt, welches in Wahrheit wirklich ist, nur insofern sie die Bewegung des Sichselbstsetzens oder die Vermittlung des Sichanderswerdens mit sich selbst ist. Sie ist als Subjekt die reine einfache Negativität, eben dadurch die Entzweiung des Einfachen; oder die entgegensetzende Verdopplung, welche wieder die Negation dieser gleichgültigen Verschiedenheit und ihres Gegensatzes ist: nur diese sich wiederherstellende Gleichheit oder die Reflexion im Anderssein in sich selbst – nicht eine ursprüngliche Einheit als solche oder unmittelbare als solche – ist das Wahre. Es ist das Werden seiner selbst, der Kreis, der sein Ende als seinen Zweck voraussetzt und zum Anfange hat und nur durch die Ausführung und sein Ende wirklich ist.[23]
The living substance is furthermore the Being which in truth is Subject or, what amounts to the same, which in truth is actual only insofar as it is the movement of self-positing or the mediation of becoming other than itself with itself. As Subject, it is pure simple negativity, and precisely thereby the bifurcation of the simple; or the opposing duplication, which again is the negation of this indifferent diversity and its antithesis: only this self-restoring equality or reflection in otherness within itself – not an original unity as such or the immediate as such – is the True. It is the becoming of itself, the circle that presupposes its end as its purpose and has its beginning, and is actual only through its execution and its end.[23]
Das Leben Gottes und das göttliche Erkennen mag also wohl als ein Spielen der Liebe mit sich selbst ausgesprochen werden; diese Idee sinkt zur Erbaulichkeit und selbst zur Fadheit herab, wenn der Ernst, der Schmerz, die Geduld und Arbeit des Negativen darin fehlt. An sich ist jenes Leben wohl die ungetrübte Gleichheit und Einheit mit sich selbst, der es kein Ernst mit dem Anderssein und der Entfremdung sowie mit dem Überwinden dieser Entfremdung ist. Aber dies Ansich ist die abstrakte Allgemeinheit, in welcher von seiner Natur, für sich zu sein, und damit überhaupt von der Selbstbewegung der Form abgesehen wird. Wenn die Form als dem Wesen gleich ausgesagt wird, so ist es eben darum ein Mißverstand, zu meinen, daß das Erkennen sich mit dem Ansich oder dem Wesen begnügen, die Form aber ersparen könne, – daß der absolute Grundsatz oder die absolute Anschauung die Ausführung des ersteren oder die Entwicklung der anderen entbehrlich mache. Gerade weil die Form dem Wesen so wesentlich ist als es sich selbst, ist es nicht bloß als Wesen, d.h. als unmittelbare Substanz oder als reine Selbstanschauung des Göttlichen zu fassen und auszudrücken, sondern ebensosehr als Form und im ganzen Reichtum der entwickelten Form; dadurch wird es erst als Wirkliches gefaßt und ausgedrückt.
The life of God and divine cognition may thus well be expressed as a play of love with itself; but this idea sinks into edification and even triviality if the seriousness, the pain, the patience, and labor of the Negative are lacking in it. In itself, that life is indeed undivided serenity and unity with itself, which takes no earnestness toward otherness and estrangement, nor toward the overcoming of this estrangement. But this in-itself is abstract universality, in which the nature of being-for-itself and thus the self-movement of Form are altogether disregarded. When Form is declared to be equivalent to Essence, it is precisely this misunderstanding to suppose that cognition can rest content with the in-itself or Essence, while dispensing with Form – that the absolute principle or intuition renders the development of the former or the unfolding of the latter superfluous. Precisely because Form is as essential to Essence as Essence is to itself, the latter must not be grasped and expressed merely as Essence, i.e., as immediate substance or as the pure self-intuition of the Divine, but equally as Form and in the entire wealth of developed Form; only thereby is it grasped and expressed as actual.
Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen. Es ist von dem Absoluten zu sagen, daß es wesentlich Resultat, daß es erst am Ende das ist, was es in Wahrheit ist; und hierin eben besteht seine Natur, Wirkliches, Subjekt oder Sichselbstwerden zu sein. So widersprechend es scheinen mag, daß das Absolute wesentlich als Resultat zu begreifen sei, so stellt doch eine geringe Überlegung diesen Schein von Widerspruch zurecht. Der Anfang, das Prinzip oder das Absolute, wie es zuerst und unmittelbar ausgesprochen wird, ist nur das Allgemeine. Sowenig, wenn ich sage: alle Tiere, dies Wort für eine Zoologie gelten kann, ebenso fällt es auf, daß die Worte des Göttlichen, Absoluten, Ewigen usw. das nicht aussprechen,[24] was darin enthalten ist; – und nur solche Worte drücken in der Tat die Anschauung als das Unmittelbare aus. Was mehr ist als ein solches Wort, der Übergang auch nur zu einem Satze, enthält ein Anderswerden, das zurückgenommen werden muß, ist eine Vermittlung. Diese aber ist das, was perhorresziert wird, als ob dadurch, daß mehr aus ihr gemacht wird denn nur dies, daß sie nichts Absolutes und im Absoluten gar nicht sei, die absolute Erkenntnis aufgegeben wäre.
The True is the Whole. The Whole, however, is only the Essence completing itself through its development. Of the Absolute, it must be said that it is essentially a Result, that it is only at the end what it is in truth; and herein lies its nature, to be actual, Subject, or self-becoming. However contradictory it may seem that the Absolute is to be conceived essentially as a result, a slight reflection will set this semblance of contradiction straight. The beginning, the principle, or the Absolute, as first and immediately expressed, is merely the universal. Just as little as when I say "all animals" can this term count as zoology, so little does it strike us that words like the Divine, Absolute, Eternal, etc. express what is contained within them[24] – for only such words in fact express intuition as the immediate. What is more than such a word, even the transition to a mere proposition, contains a becoming-other that must be taken back, a mediation. But this is what is met with revulsion, as if by making more of mediation than this – that it has nothing absolute about it and is altogether absent in the Absolute – absolute cognition were thereby relinquished.
Dies Perhorreszieren stammt aber in der Tat aus der Unbekanntschaft mit der Natur der Vermittlung und des absoluten Erkennens selbst. Denn die Vermittlung ist nichts anderes als die sich bewegende Sichselbstgleichheit, oder sie ist die Reflexion in sich selbst, das Moment des fürsichseienden Ich, die reine Negativität oder, auf ihre reine Abstraktion herabgesetzt, das einfache Werden. Das Ich oder das Werden überhaupt, dieses Vermitteln ist um seiner Einfachheit willen eben die werdende Unmittelbarkeit und das Unmittelbare selbst. – Es ist daher ein Verkennen der Vernunft, wenn die Reflexion aus dem Wahren ausgeschlossen und nicht als positives Moment des Absoluten erfaßt wird. Sie ist es, die das Wahre zum Resultate macht, aber diesen Gegensatz gegen sein Werden ebenso aufhebt, denn dies Werden ist ebenso einfach und daher von der Form des Wahren, im Resultate sich als einfach zu zeigen, nicht verschieden; es ist vielmehr eben dies Zurückgegangensein in die Einfachheit. – Wenn der Embryo wohl an sich Mensch ist, so ist er es aber nicht für sich; für sich ist er es nur als gebildete Vernunft, die sich zu dem gemacht hat, was sie an sich ist. Dies erst ist ihre Wirklichkeit. Aber dies Resultat ist selbst einfache Unmittelbarkeit, denn es ist die selbstbewußte Freiheit, die in sich ruht und den Gegensatz nicht auf die Seite[25] gebracht hat und ihn da liegen läßt, sondern mit ihm versöhnt ist.
This revulsion, however, in fact stems from unfamiliarity with the nature of mediation and of absolute cognition itself. For mediation is nothing other than self-moving self-equivalence, or it is reflection into itself, the moment of the self-existing I, pure negativity or, reduced to its pure abstraction, simple becoming. The I or becoming in general, this mediating, is precisely because of its simplicity the becoming immediacy and the immediate itself. – It is therefore a misunderstanding of Reason to exclude reflection from the True and not to grasp it as a positive moment of the Absolute. Reflection is what makes the True a result, but it equally sublates this antithesis to its becoming, for this becoming is equally simple and therefore not distinct from the form of the True, which shows itself as simple in the result; it is rather precisely this having returned into simplicity. – While the embryo is indeed in itself a human being, it is not so for itself; for itself, it becomes so only as cultivated Reason, which has made itself into what it is in itself. This alone is its actuality. But this result is itself simple immediacy, for it is self-conscious freedom that rests within itself and has not set the antithesis aside[25] and left it lying there, but has reconciled itself with it.
Das Gesagte kann auch so ausgedrückt werden, daß die Vernunft das zweckmäßige Tun ist. Die Erhebung der vermeinten Natur über das mißkannte Denken und zunächst die Verbannung der äußeren Zweckmäßigkeit hat die Form des Zwecks überhaupt in Mißkredit gebracht. Allein, wie auch Aristoteles die Natur als das zweckmäßige Tun bestimmt, der Zweck ist das Unmittelbare, Ruhende, das Unbewegte, welches selbst bewegend ist; so ist es Subjekt. Seine Kraft, zu bewegen, abstrakt genommen, ist das Fürsichsein oder die reine Negativität. Das Resultat ist nur darum dasselbe, was der Anfang, weil der Anfang Zweck ist; – oder das Wirkliche ist nur darum dasselbe, was sein Begriff, weil das Unmittelbare als Zweck das Selbst oder die reine Wirklichkeit in ihm selbst hat. Der ausgeführte Zweck oder das daseiende Wirkliche ist Bewegung und entfaltetes Werden; eben diese Unruhe aber ist das Selbst; und jener Unmittelbarkeit und Einfachheit des Anfangs ist es darum gleich, weil es das Resultat, das in sich Zurückgekehrte, – das in sich Zurückgekehrte aber eben das Selbst und das Selbst die sich auf sich beziehende Gleichheit und Einfachheit ist.
What has been said may also be expressed by stating that Reason is purposive activity. The elevation of presumed Nature above misconceived thinking and, first of all, the banishment of external purposiveness has brought the form of purpose altogether into disrepute. Yet, as even Aristotle determines Nature as purposive activity, the purpose is the immediate, the quiescent, the unmoved, which is self-moving; thus, it is Subject. Its power to move, abstractly considered, is being-for-itself or pure negativity. The result is the same as the beginning only because the beginning is purpose; – or the actual is the same as its Concept only because the immediate as purpose contains the Self or pure actuality within itself. The executed purpose or the existent actuality is movement and unfolded becoming; yet precisely this restlessness is the Self; and it is equal to the immediacy and simplicity of the beginning because it is the result, that which has returned into itself – but the self-returned is precisely the Self, and the Self is self-referential equality and simplicity.
Das Bedürfnis, das Absolute als Subjekt vorzustellen, bediente sich der Sätze: Gott ist das Ewige, oder die moralische Weltordnung, oder die Liebe usf. In solchen Sätzen ist das Wahre nur geradezu als Subjekt gesetzt, nicht aber als die Bewegung des sich in sich selbst Reflektierens dargestellt. Es wird in einem Satze der Art mit dem Worte »Gott« angefangen. Dies für sich ist ein sinnloser Laut, ein bloßer Name; erst das Prädikat sagt, was er ist, ist seine Erfüllung und[26] Bedeutung; der leere Anfang wird nur in diesem Ende ein wirkliches Wissen. Insofern ist nicht abzusehen, warum nicht vom Ewigen, der moralischen Weltordnung usf. oder, wie die Alten taten, von reinen Begriffen, dem Sein, dem Einen usf., von dem, was die Bedeutung ist, allein gesprochen wird, ohne den sinnlosen Laut noch hinzuzufügen. Aber durch dies Wort wird eben bezeichnet, daß nicht ein Sein oder Wesen oder Allgemeines überhaupt, sondern ein in sich Reflektiertes, ein Subjekt gesetzt ist. Allein zugleich ist dies nur antizipiert. Das Subjekt ist als fester Punkt angenommen, an den als ihren Halt die Prädikate geheftet sind, durch eine Bewegung, die dem von ihm Wissenden angehört und die auch nicht dafür angesehen wird, dem Punkte selbst anzugehören; durch sie aber wäre allein der Inhalt als Subjekt dargestellt. In der Art, wie diese Bewegung beschaffen ist, kann sie ihm nicht angehören; aber nach Voraussetzung jenes Punkts kann sie auch nicht anders beschaffen, kann sie nur äußerlich sein. Jene Antizipation, daß das Absolute Subjekt ist, ist daher nicht nur nicht die Wirklichkeit dieses Begriffs, sondern macht sie sogar unmöglich; denn jene setzt ihn als ruhenden Punkt, diese aber ist die Selbstbewegung.
The need to present the Absolute as Subject has employed propositions such as: God is the eternal, or the moral world-order, or love, etc. In such propositions, the True is posited immediately as Subject, but not as the movement of self-reflecting within itself. In a proposition of this kind, one begins with the word "God." By itself, this is a meaningless sound, a mere name; only the predicate states what God is, fulfilling and [26] signifying it. The empty beginning becomes actual knowledge only in this end. In this respect, there is no reason not to speak solely of the eternal, the moral world-order, etc., or as the ancients did, of pure concepts like Being, the One, etc.—of what constitutes the meaning—without adding the meaningless sound. Yet through this word, it is precisely indicated that what is posited is not a being or essence or universal in general, but a self-reflected entity, a Subject. However, this is merely anticipated. The Subject is assumed as a fixed point to which predicates are attached through a movement belonging to the knower, a movement not considered to belong to the point itself. Yet only through such movement would the content be presented as Subject. Given the nature of this movement, it cannot belong to the Subject; but by positing that point, the movement cannot be otherwise than external. Thus, that anticipation—that the Absolute is Subject—is not only not the actuality of this Concept but even makes it impossible, for such anticipation posits the Subject as a static point, whereas actuality is self-movement.
Unter mancherlei Folgerungen, die aus dem Gesagten fließen, kann diese herausgehoben werden, daß das Wissen nur als Wissenschaft oder als System wirklich ist und dargestellt werden kann; daß ferner ein sogenannter Grundsatz oder Prinzip der Philosophie, wenn er wahr ist, schon darum auch falsch ist, insofern er nur als Grundsatz oder Prinzip ist. – Es ist deswegen leicht, ihn zu widerlegen. Die Widerlegung besteht darin, daß sein Mangel aufgezeigt wird; mangelhaft aber ist er, weil er nur das Allgemeine oder Prinzip, der Anfang ist. Ist die Widerlegung gründlich, so ist sie aus ihm selbst genommen und entwickelt, – nicht durch entgegengesetzte Versicherungen und Einfälle von außen her bewerkstelligt. Sie würde also eigentlich seine Entwicklung[27] und somit die Ergänzung seiner Mangelhaftigkeit sein, wenn sie sich nicht darin verkennte, daß sie ihr negatives Tun allein beachtet und sich ihres Fortgangs und Resultates nicht auch nach seiner positiven Seite bewußt wird. – Die eigentliche positive Ausführung des Anfangs ist zugleich umgekehrt ebensosehr ein negatives Verhalten gegen ihn, nämlich gegen seine einseitige Form, erst unmittelbar oder Zweck zu sein. Sie kann somit gleichfalls als Widerlegung desjenigen genommen werden, was den Grund des Systems ausmacht; richtiger aber ist sie als ein Aufzeigen anzusehen, daß der Grund oder das Prinzip des Systems in der Tat nur sein Anfang ist.
Among the various consequences flowing from what has been said, this may be emphasized: knowledge is actual and can be expounded only as Science or as System; further, a so-called fundamental proposition or principle of philosophy, if true, is also for that very reason false insofar as it is merely a principle or proposition. —It is thus easily refuted. The refutation consists in showing its deficiency, which lies in its being only the universal or principle, the beginning. If the refutation is thorough, it is derived from and developed out of the principle itself—not accomplished by counter-assertions and random notions from without. The refutation would thus properly be the development of the principle [27] and the correction of its deficiency, were it not that it misunderstands its own activity as merely negative and fails to recognize the positive aspect of its progress and result. —The genuinely positive exposition of the beginning is at the same time just as much a negative stance toward it, namely toward its one-sided form of being merely immediate or merely a purpose. Hence, this exposition may also be taken as a refutation of what constitutes the foundation of the System. More accurately, however, it should be seen as a demonstration that the foundation or principle of the System is in truth merely its beginning.
Daß das Wahre nur als System wirklich oder daß die Substanz wesentlich Subjekt ist, ist in der Vorstellung ausgedrückt, welche das Absolute als Geist ausspricht, – der erhabenste Begriff und der der neueren Zeit und ihrer Religion angehört. Das Geistige allein ist das Wirkliche; es ist das Wesen oder Ansichseiende, – das sich Verhaltende und Bestimmte, das Anderssein und Fürsichsein – und [das] in dieser Bestimmtheit oder seinem Außersichsein in sich selbst Bleibende; – oder es ist an und für sich. – Dies Anundfürsichsein aber ist es erst für uns oder an sich, es ist die geistige Substanz. Es muß dies auch für sich selbst, muß das Wissen von dem Geistigen und das Wissen von sich als dem Geiste sein, d.h. es muß sich als Gegenstand sein, aber ebenso unmittelbar als aufgehobener, in sich reflektierter Gegenstand. Er ist für sich nur für uns, insofern sein geistiger Inhalt durch ihn selbst erzeugt ist; insofern er aber auch für sich selbst für sich ist, so ist dieses Selbsterzeugen, der reine Begriff, ihm zugleich das gegenständliche Element, worin er sein Dasein hat, und er ist auf diese Weise in seinem[28] Dasein für sich selbst in sich reflektierter Gegenstand. – Der Geist, der sich so entwickelt als Geist weiß, ist die Wissenschaft. Sie ist seine Wirklichkeit und das Reich, das er sich in seinem eigenen Elemente erbaut.
That the True is actual only as System, or that Substance is essentially Subject, is expressed in the representation that articulates the Absolute as Spirit—the most sublime Concept and one that belongs to modernity and its religion. The Spiritual alone is the Actual; it is essence or being-in-itself—that which relates itself and is determinate, otherness and being-for-itself—and [that which] remains in its determinateness or its externality within itself; —or it is in and for itself. —This being-in-and-for-itself is, however, first for us or in-itself; it is the spiritual Substance. It must also be for itself, must be the knowledge of the Spiritual and the knowledge of itself as Spirit, i.e., it must be an object to itself, but just as immediately a sublated, inwardly reflected object. It is for itself only for us insofar as its spiritual content is generated by itself; but insofar as it is also for itself for itself, this self-generation, the pure Concept, is at the same time the objective element in which it has its existence, and in this way, it is in its [28] existence a self-reflected object. —Spirit that develops itself and knows itself as Spirit is Science. Science is Spirit’s actuality and the realm it builds for itself in its own element.
Das reine Selbsterkennen im absoluten Anderssein, dieser Äther als solcher, ist der Grund und Boden der Wissenschaft oder das Wissen im allgemeinen. Der Anfang der Philosophie macht die Voraussetzung oder Forderung, daß das Bewußtsein sich in diesem Elemente befinde. Aber dieses Element erhält seine Vollendung und Durchsichtigkeit selbst nur durch die Bewegung seines Werdens. Es ist die reine Geistigkeit als das Allgemeine, das die Weise der einfachen Unmittelbarkeit hat; – dies Einfache, wie es als solches Existenz hat, ist der Boden, der Denken, der nur im Geist ist. Weil dieses Element, diese Unmittelbarkeit des Geistes das Substantielle überhaupt des Geistes ist, ist sie die verklärte Wesenheit, die Reflexion, die selbst einfach, die Unmittelbarkeit als solche für sich ist, das Sein, das die Reflexion in sich selbst ist. Die Wissenschaft verlangt von ihrer Seite an das Selbstbewußtsein, daß es in diesen Äther sich erhoben habe, um mit ihr und in ihr leben zu können und zu leben. Umgekehrt hat das Individuum das Recht zu fordern, daß die Wissenschaft ihm die Leiter wenigstens zu diesem Standpunkte reiche, ihm in ihm selbst denselben aufzeige. Sein Recht gründet sich auf seine absolute Selbständigkeit, die es in jeder Gestalt seines Wissens zu besitzen weiß; denn[29] in jeder – sei sie von der Wissenschaft anerkannt oder nicht, und der Inhalt sei welcher er wolle – ist es die absolute Form, d.h. es ist die unmittelbare Gewißheit seiner selbst und, wenn dieser Ausdruck vorgezogen würde, damit unbedingtes Sein. Wenn der Standpunkt des Bewußtseins, von gegenständlichen Dingen im Gegensatze gegen sich selbst und von sich selbst im Gegensatze gegen sie zu wissen, der Wissenschaft als das Andere – das, worin es sich bei sich selbst weiß, vielmehr als der Verlust des Geistes – gilt, so ist ihm dagegen das Element der Wissenschaft eine jenseitige Ferne, worin es nicht mehr sich selbst besitzt. Jeder von diesen beiden Teilen scheint für den anderen das Verkehrte der Wahrheit zu sein. Daß das natürliche Bewußtsein sich der Wissenschaft unmittelbar anvertraut, ist ein Versuch, den es, es weiß nicht von was angezogen, macht, auch einmal auf dem Kopfe zu gehen; der Zwang, diese ungewohnte Stellung anzunehmen und sich in ihr zu bewegen, ist eine so unvorbereitete als unnötig scheinende Gewalt, die ihm angemutet wird, sich anzutun. – Die Wissenschaft sei an ihr selbst, was sie will; im Verhältnisse zum unmittelbaren Selbstbewußtsein stellt sie sich als ein Verkehrtes gegen dieses dar; oder weil dasselbe in der Gewißheit seiner selbst das Prinzip seiner Wirklichkeit hat, trägt sie, indem es für sich außer ihr ist, die Form der Unwirklichkeit. Sie hat darum solches Element mit ihr zu vereinigen oder vielmehr zu zeigen, daß und wie es ihr selbst angehört. Als solcher Wirklichkeit entbehrend ist sie nur der Inhalt als das Ansich, der Zweck, der erst noch ein Inneres, nicht als[30] Geist, nur erst geistige Substanz ist. Dies Ansich hat sich zu äußern und für sich selbst zu werden; dies heißt nichts anderes als: dasselbe hat das Selbstbewußtsein als eins mit sich zu setzen.
The pure self-recognition in absolute otherness, this ether as such, is the ground and soil of Science or knowledge in general. The beginning of philosophy makes the presupposition or demand that consciousness situates itself within this element. Yet this element attains its consummation and transparency solely through the movement of its becoming. It is pure spirituality as the universal, which has the mode of simple immediacy; – this simplicity, as it exists qua such, is the terrain of thinking that dwells solely within spirit. Because this element, this immediacy of spirit, constitutes spirit’s substantiality as such, it is the transfigured essence – the reflection that is itself simple, immediacy as such for itself, the being that is reflection into itself. From its side, Science demands that self-consciousness elevate itself into this ether in order to live – and to be capable of living – with and within Science. Conversely, the individual has the right to demand that Science at least provide the ladder to this standpoint and exhibit this standpoint within the individual itself. This right is grounded in its absolute self-sufficiency, which it knows itself to possess in every form of its knowledge; for[29] in every form – whether recognized by Science or not, and whatever the content may be – it is the absolute form, i.e., it is the immediate certainty of itself and, were this expression preferred, thereby unconditional being. If the standpoint of consciousness – knowing objective things in opposition to itself and itself in opposition to them – counts for Science as the Other (that in which spirit is rather at home with itself as in its loss), then for consciousness, conversely, the element of Science is a beyond in which it no longer possesses itself. Each of these parts appears to the other as the inversion of truth. That natural consciousness immediately entrusts itself to Science is an attempt it makes, drawn by it knows not what, to traverse headfirst; the compulsion to assume this unfamiliar posture and move within it seems an unwarranted violence imposed upon it, which it could neither prepare for nor avoid. – Let Science be in itself what it may; in relation to immediate self-consciousness, it presents itself as inverted; or because this self-consciousness has the certainty of itself as the principle of its actuality, Science – since it exists for self-consciousness outside of it – takes on the form of unreality. Science must therefore unite this element with itself, or rather demonstrate that and how this element belongs to it. Lacking such actualization, Science remains only the content as the in-itself, the purpose that is at first still an inner – not yet as spirit, but only spiritual substance. This in-itself must express itself and become for itself; this signifies nothing other than that it must posit self-consciousness as one with itself.
Dies Werden der Wissenschaft überhaupt oder des Wissens ist es, was diese Phänomenologie des Geistes darstellt. Das Wissen, wie es zuerst ist, oder der unmittelbare Geist ist das Geistlose, das sinnliche Bewußtsein. Um zum eigentlichen Wissen zu werden oder das Element der Wissenschaft, das ihr reiner Begriff selbst ist, zu erzeugen, hat es sich durch einen langen Weg hindurchzuarbeiten. – Dieses Werden, wie es in seinem Inhalte und den Gestalten, die sich in ihm zeigen, sich aufstellen wird, wird nicht das sein, was man zunächst unter einer Anleitung des unwissenschaftlichen Bewußtseins zur Wissenschaft sich vorstellt, auch etwas anderes als die Begründung der Wissenschaft, – so ohnehin als die Begeisterung, die wie aus der Pistole mit dem absoluten Wissen unmittelbar anfängt und mit anderen Standpunkten dadurch schon fertig ist, daß sie keine Notiz davon zu nehmen erklärt.
This becoming of Science in general or of knowledge is what this Phenomenology of Spirit presents. Knowledge as it first appears – or the immediate Spirit – is spiritless, the sense-consciousness. To become genuine knowledge or generate the element of Science (which is its pure concept itself), it must laboriously traverse a lengthy path. – This becoming, as it will configure itself in terms of its content and the shapes emerging within it, will not resemble what one initially imagines as the guidance of unscientific consciousness to Science, nor will it be the same as the grounding of Science – let alone the kind of enthusiasm that, like a shot from a pistol, begins immediately with absolute knowledge and declares itself finished with other standpoints by simply ignoring them.
Die Aufgabe, das Individuum von seinem ungebildeten Standpunkte aus zum Wissen zu führen, war in ihrem allgemeinen Sinn zu fassen und das allgemeine Individuum, der selbstbewußte Geist, in seiner Bildung zu betrachten. – Was das Verhältnis beider betrifft, so zeigt sich in dem allgemeinen Individuum jedes Moment, wie es die konkrete[31] Form und eigene Gestaltung gewinnt. Das besondere Individuum ist der unvollständige Geist, eine konkrete Gestalt, in deren ganzem Dasein eine Bestimmtheit herrschend ist und worin die anderen nur in verwischten Zügen vorhanden sind. In dem Geiste, der höher steht als ein anderer, ist das niedrigere konkrete Dasein zu einem unscheinbaren Momente herabgesunken; was vorher die Sache selbst war, ist nur noch eine Spur; ihre Gestalt ist eingehüllt und eine einfache Schattierung geworden. Diese Vergangenheit durchläuft das Individuum, dessen Substanz der höherstehende Geist ist, in der Weise, wie der, welcher eine höhere Wissenschaft vornimmt, die Vorbereitungskenntnisse, die er längst innehat, um sich ihren Inhalt gegenwärtig zu machen, durchgeht; er ruft die Erinnerung derselben zurück, ohne darin sein Interesse und Verweilen zu haben. Der Einzelne muß auch dem Inhalte nach die Bildungsstufen des allgemeinen Geistes durchlaufen, aber als vom Geiste schon abgelegte Gestalten, als Stufen eines Wegs, der ausgearbeitet und geebnet ist; so sehen wir in Ansehung der Kenntnisse das, was in früheren Zeitaltern den reifen Geist der Männer beschäftigte, zu Kenntnissen, Übungen und selbst Spielen des Knabenalters herabgesunken und werden in dem pädagogischen Fortschreiten die wie im Schattenrisse nachgezeichnete Geschichte der Bildung der Welt erkennen. Dies vergangene Dasein ist bereits erworbenes Eigentum des allgemeinen Geistes, der die Substanz des Individuums und so ihm äußerlich erscheinend seine unorganische Natur[32] ausmacht. – Die Bildung in dieser Rücksicht besteht, von der Seite des Individuums aus betrachtet, darin, daß es dies Vorhandene erwerbe, seine unorganische Natur in sich zehre und für sich in Besitz nehme. Dies ist aber von der Seite des allgemeinen Geistes als der Substanz nichts anderes, als daß diese sich ihr Selbstbewußtsein gibt, ihr Werden und ihre Reflexion in sich hervorbringt.
The task of leading the individual from its uneducated standpoint to knowledge had to be grasped in its universal sense: the universal individual – self-conscious Spirit – was to be considered in its formation. – Regarding their relation, each moment in the universal individual manifests itself as it acquires concrete[31] form and distinctive configuration. The particular individual is incomplete Spirit, a concrete shape whose entire existence is governed by one determinacy, while others are present only in blurred outlines. In the Spirit that stands higher than another, the lower concrete existence has been reduced to an inconspicuous moment; what was formerly the matter itself is now but a trace; its shape has been shrouded and rendered a mere shade. The individual whose substance is the higher Spirit traverses this past in the same way that one who takes up an advanced science revisits preparatory knowledge long since internalized to recall its content – summoning its memory without lingering over it or taking interest. The individual must also traverse the formative stages of universal Spirit in terms of content, but as shapes already cast off by Spirit – as stages on a path that has been worked out and leveled. Thus, concerning knowledge, we see what once preoccupied the mature minds of men in past ages sink to the level of knowledge, exercises, and even games of boyhood. In pedagogical progress, we recognize the shadowy outline of world history’s formation. This past existence is the already-acquired property of universal Spirit, which constitutes the substance of the individual and thus appears externally to it as its inorganic nature[32]. – From the individual’s perspective, education consists in acquiring this extant material, digesting its inorganic nature within itself, and taking possession of it. But from the perspective of universal Spirit as substance, this is nothing other than that Spirit gives itself self-consciousness, produces its becoming and its reflection into itself.
Die Wissenschaft stellt sowohl diese bildende Bewegung in ihrer Ausführlichkeit und Notwendigkeit als [auch] das, was schon zum Momente und Eigentum des Geistes herabgesunken ist, in seiner Gestaltung dar. Das Ziel ist die Einsicht des Geistes in das, was das Wissen ist. Die Ungeduld verlangt das Unmögliche, nämlich die Erreichung des Ziels ohne die Mittel. Einesteils ist die Länge dieses Wegs zu ertragen, denn jedes Moment ist notwendig; – andernteils ist bei jedem sich zu verweilen, denn jedes ist selbst eine individuelle ganze Gestalt und wird nur absolut betrachtet, insofern seine Bestimmtheit als Ganzes oder Konkretes oder das Ganze in der Eigentümlichkeit dieser Bestimmung betrachtet wird. – Weil die Substanz des Individuums, weil sogar der Weltgeist die Geduld gehabt, diese Formen in der langen Ausdehnung der Zeit zu durchgehen und die ungeheure[33] Arbeit der Weltgeschichte, in welcher er in jeder den ganzen Gehalt seiner, dessen sie fähig ist, herausgestaltete, zu übernehmen, und weil er durch keine geringere das Bewußtsein über sich erreichen konnte, so kann zwar der Sache nach das Individuum nicht mit weniger seine Substanz begreifen; inzwischen hat es zugleich geringere Mühe, weil an sich dies vollbracht, der Inhalt schon die zur Möglichkeit getilgte Wirklichkeit, die bezwungene Unmittelbarkeit, die Gestaltung bereits auf ihre Abbreviatur, auf die einfache Gedankenbestimmung, herabgebracht ist. Schon ein Gedachtes, ist der Inhalt Eigentum der Substanz; es ist nicht mehr das Dasein in die Form des Ansichseins, sondern nur das weder mehr bloß ursprüngliche noch in das Dasein versenkte, vielmehr bereits erinnerte Ansich in die Form des Fürsichseins umzukehren. Die Art dieses Tuns ist näher anzugeben.
Science presents both this formative movement in its full elaboration and necessity, as well as that which has already subsided into a moment and property of Spirit, in its configuration. The goal is Spirit's insight into what knowledge truly is. Impatience demands the impossible – to attain the goal without the means. On one hand, the length of this path must be endured, for each moment is necessary; on the other, one must linger at each stage, for each is itself a complete individual shape and is considered absolutely only insofar as its determinacy is viewed as a whole or concrete entity, or the whole is considered in the specificity of this determination. – Since the substance of the individual, indeed even the World-Spirit, has had the patience to traverse these forms through the vast expanse of time and to undertake the immense[33] labor of world-history – in which it articulated the entire content of which each form was capable – and since it could attain consciousness of itself through nothing less arduous, the individual cannot grasp its substance with lesser effort in terms of the matter itself. Nevertheless, its labor is now diminished because this content has in itself already been accomplished: reality has been reduced to possibility, immediacy has been subdued, and the configuration has been condensed into its abbreviated form as a simple thought-determination. As something already thought, the content is the property of substance; it is no longer existence in the form of being-in-itself, but rather the recollected in-itself – no longer merely primordial nor submerged in existence – that must be inverted into the form of being-for-itself. The nature of this activity must be further specified.
Was auf dem Standpunkte, auf dem wir diese Bewegung hier aufnehmen, am Ganzen erspart ist, ist das Aufheben des Daseins; was aber noch übrig ist und der höheren Umbildung bedarf, ist die Vorstellung und die Bekanntschaft mit den Formen. Das in die Substanz zurückgenommene Dasein ist durch jene erste Negation nur erst unmittelbar in das Element des Selbsts versetzt; dieses ihm erworbene Eigentum hat also noch denselben Charakter unbegriffener[34] Unmittelbarkeit, unbewegter Gleichgültigkeit wie das Dasein selbst; dieses ist so nur in die Vorstellung übergegangen. – Zugleich ist es damit ein Bekanntes, ein solches, mit dem der daseiende Geist fertig geworden, worin daher seine Tätigkeit und somit sein Interesse nicht mehr ist. Wenn die Tätigkeit, die mit dem Dasein fertig wird, selbst nur die Bewegung des besonderen, sich nicht begreifenden Geistes ist, so ist dagegen das Wissen gegen die hierdurch zustande gekommene Vorstellung, gegen dies Bekanntsein gerichtet; es ist Tun des allgemeinen Selbsts und das Interesse des Denkens.
What is spared in this whole from the standpoint where we now apprehend this movement is the sublation of existence; what remains and requires higher transformation is representation and acquaintance with the forms. Existence, having been taken back into substance, is through that first negation only immediately transposed into the element of the Self. This acquired property thus still bears the same character of uncomprehended[34] immediacy and inert indifference as existence itself; it has merely transitioned into representation. – Simultaneously, it becomes something familiar, something with which existing Spirit has already finished, and thus no longer holds its activity or interest. If the activity that finishes with existence is itself merely the movement of particular, uncomprehending Spirit, then knowledge is directed against this resultant representation, against this familiarity; it is the act of the universal Self and the interest of thinking.
Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt. Es ist die gewöhnlichste Selbsttäuschung wie Täuschung anderer, beim Erkennen etwas als bekannt vorauszusetzen und es sich ebenso gefallen zu lassen; mit allem Hin- und Herreden kommt solches Wissen, ohne zu wissen wie ihm geschieht, nicht von der Stelle. Das Subjekt und Objekt usf., Gott, Natur, der Verstand, die Sinnlichkeit usf. werden unbesehen als bekannt und als etwas Gültiges zugrunde gelegt und machen feste Punkte sowohl des Ausgangs als der Rückkehr aus. Die Bewegung geht zwischen ihnen, die unbewegt bleiben, hin und her und somit nur auf ihrer Oberfläche vor. So besteht auch das Auffassen und Prüfen darin, zu sehen, ob Jeder das von ihnen Gesagte auch in seiner Vorstellung findet, ob es ihm so scheint und bekannt ist oder nicht.
The familiar as such is not recognized precisely because it is familiar. It is the most common self-deception – and deception of others – to presuppose something as familiar and complacently accept it as such. With all its back-and-forth discourse, such knowing remains stagnant without understanding how this occurs. Subject and object, God, nature, Understanding, sensibility, etc., are uncritically assumed as familiar and valid foundations, becoming fixed points of departure and return. The movement merely oscillates between these motionless poles, skimming their surfaces. Thus, comprehension and examination consist in verifying whether everyone finds what is said about them in their own representation, whether it seems and is familiar to them or not.
Das Analysieren einer Vorstellung, wie es sonst getrieben worden, war schon nichts anderes als das Aufheben der Form ihres Bekanntseins. Eine Vorstellung in ihre ursprünglichen Elemente auseinanderlegen, ist das Zurückgehen zu ihren Momenten, die wenigstens nicht die Form der vorgefundenen Vorstellung haben, sondern das unmittelbare Eigentum des Selbsts ausmachen. Diese Analyse kommt zwar nur zu Gedanken, welche selbst bekannte, feste und ruhende Bestimmungen sind. Aber ein wesentliches Moment ist dies Geschiedene, Unwirkliche selbst; denn nur darum,[35] daß das Konkrete sich scheidet und zum Unwirklichen macht, ist es das sich Bewegende. Die Tätigkeit des Scheidens ist die Kraft und Arbeit des Verstandes, der verwundersamsten und größten oder vielmehr der absoluten Macht. Der Kreis, der in sich geschlossen ruht und als Substanz seine Momente hält, ist das unmittelbare und darum nicht verwundersame Verhältnis. Aber daß das von seinem Umfange getrennte Akzidentelle als solches, das Gebundene und nur in seinem Zusammenhange mit anderem Wirkliche ein eigenes Dasein und abgesonderte Freiheit gewinnt, ist die ungeheure Macht des Negativen; es ist die Energie des Denkens, des reinen Ichs. Der Tod, wenn wir Jene Unwirklichkeit so nennen wollen, ist das Furchtbarste, und das Tote festzuhalten das, was die größte Kraft erfordert. Die kraftlose Schönheit haßt den Verstand, weil er ihr dies zumutet, was sie nicht vermag. Aber nicht das Leben, das sich vor dem Tode scheut und von der Verwüstung rein bewahrt, sondern das ihn erträgt und in ihm sich erhält, ist das Leben des Geistes, Er gewinnt seine Wahrheit nur, indem er in der absoluten Zerrissenheit sich selbst findet. Diese Macht ist er nicht als das Positive, welches von dem Negativen wegsieht, wie wenn wir von etwas sagen, dies ist nichts oder falsch, und nun, damit fertig, davon weg zu irgend etwas anderem übergehen; sondern er ist diese Macht nur, indem er dem Negativen ins Angesicht schaut, bei ihm verweilt, Dieses Verweilen ist die Zauberkraft, die es in das Sein umkehrt. – Sie ist dasselbe, was oben das Subjekt genannt worden, welches darin, daß es der Bestimmtheit in seinem Elemente Dasein gibt, die abstrakte, d.h. nur überhaupt seiende Unmittelbarkeit aufhebt und dadurch die wahrhafte Substanz ist, das Sein oder die Unmittelbarkeit, welche nicht die Vermittlung außer ihr hat, sondern diese selbst ist.
The analysis of a representation, as practiced before, was already nothing other than the sublation of its form of familiarity. To dissect a representation into its primordial elements is to regress to its moments, which at least no longer bear the form of the given representation but constitute the immediate property of the Self. While this analysis arrives only at thoughts that are themselves familiar, fixed, and static determinations, the divided, unreal itself is an essential moment. For it is precisely because the concrete divides itself and renders itself unreal that it becomes self-moving. The activity of dividing is the power and labor of the Understanding, the most astonishing and mightiest – or rather absolute – power. The circle that rests closed within itself and holds its moments as substance is an immediate and thus unremarkable relation. But that the contingent, torn from its circumference, and the bound – which is real only in connection with others – attains an independent existence and isolated freedom: this is the tremendous power of the Negative, the energy of thinking, of the pure I. Death, if we may so name this unreality, is the most dreadful, and to hold fast to the dead requires the greatest strength. Beauty, impotent, hates the Understanding for demanding of it what it cannot achieve. But it is not life that shuns death and preserves itself untouched by devastation; rather, life that endures death and maintains itself in it is the life of Spirit. Spirit attains its truth only by finding itself in absolute dismemberment. This power is not its positivity, which turns away from the Negative – as when we say of something that it is nothing or false and, having finished with it, pass on to something else. Rather, Spirit is this power only by looking the Negative in the face, lingering with it. This lingering is the magical power that converts it into being. – It is the same as what was earlier called the Subject, which, by giving determinate existence to determinacy within its own element, sublates abstract immediacy – i.e., immediacy that merely is – and thereby becomes true substance: being or immediacy that does not have mediation outside itself but is mediation itself.
Daß das Vorgestellte Eigentum des reinen Selbstbewußtseins wird, diese Erhebung zur Allgemeinheit überhaupt ist nur die eine Seite, noch nicht die vollendete Bildung. – Die Art des Studiums der alten Zeit hat diese Verschiedenheit von[36] dem der neueren, daß jenes die eigentliche Durchbildung des natürlichen Bewußtseins war. An jedem Teile seines Daseins sich besonders versuchend und über alles Vorkommende philosophierend, erzeugte es sich zu einer durch und durch betätigten Allgemeinheit. In der neueren Zeit hingegen findet das Individuum die abstrakte Form vorbereitet; die Anstrengung, sie zu ergreifen und sich zu eigen zu machen, ist mehr das unvermittelte Hervortreiben des Innern und abgeschnittene Erzeugen des Allgemeinen als ein Hervorgehen desselben aus dem Konkreten und der Mannigfaltigkeit des Daseins. Jetzt besteht darum die Arbeit nicht so sehr darin, das Individuum aus der unmittelbaren sinnlichen Weise zu reinigen und es zur gedachten und denkenden Substanz zu machen, als vielmehr in dem Entgegengesetzten, durch das Aufheben der festen, bestimmten Gedanken das Allgemeine zu verwirklichen und zu begeisten. Es ist aber weit schwerer, die festen Gedanken in Flüssigkeit zu bringen, als das sinnliche Dasein. Der Grund ist das vorhin Angegebene; jene Bestimmungen haben das Ich, die Macht des Negativen oder die reine Wirklichkeit zur Substanz und zum Element ihres Daseins; die sinnlichen Bestimmungen dagegen nur die unmächtige abstrakte Unmittelbarkeit oder das Sein als solches. Die Gedanken werden flüssig, indem das reine Denken, diese innere Unmittelbarkeit, sich als Moment erkennt, oder indem die reine Gewißheit seiner selbst von sich abstrahiert, – nicht sich wegläßt, auf die Seite setzt, sondern das Fixe ihres Sichselbstsetzens aufgibt, sowohl das Fixe des reinen Konkreten, welches Ich selbst im Gegensatze gegen unterschiedenen Inhalt ist, als das Fixe von Unterschiedenen, die, im Elemente des reinen Denkens gesetzt, an jener Unbedingtheit des Ich Anteil haben. Durch diese Bewegung werden die reinen Gedanken Begriffe und sind erst, was sie in Wahrheit sind, Selbstbewegungen, Kreise, das, was ihre Substanz ist, geistige Wesenheiten.
That the represented becomes the property of pure self-consciousness — this elevation to universality in general — is only one aspect, not yet the completed formation. — The mode of study in ancient times differs from that of the modern era in that the former constituted the genuine cultivation of natural consciousness. Testing itself in every part of its existence and philosophizing about all that occurred, it generated itself into a thoroughly activated universality. In the modern era, by contrast, the individual finds the abstract form already prepared; the effort to grasp and appropriate it is more an unmediated emergence of the inward and a truncated production of the universal than its emergence from the concrete and the manifold of existence. Hence, the labor now consists not so much in purifying the individual of the immediate sensory mode and elevating it to a thought and thinking substance, but rather in the opposite: actualizing and inspiriting the universal through the sublation of fixed, determinate thoughts. However, liquefying fixed thoughts is far more difficult than liquefying sensory existence. The reason lies in what was stated earlier: those determinations have the I — the power of the Negative or pure actuality — as their substance and element of existence, whereas sensory determinations possess only powerless abstract immediacy, or being as such. Thoughts become fluid when pure thinking — this inner immediacy — recognizes itself as a moment, or when the pure certainty of itself abstracts from itself — not by discarding or setting itself aside, but by relinquishing the fixedness of its self-positing, both the fixedness of the pure concrete (which is the I itself in opposition to differentiated content) and the fixedness of differences that, posited in the element of pure thinking, share in the unconditionedness of the I. Through this movement, pure thoughts become Concepts and are at last what they truly are: self-movements, circles, spiritual essences that constitute their substance.
Diese Bewegung der reinen Wesenheiten macht die Natur der Wissenschaftlichkeit überhaupt aus. Als der Zusammenhang[37] ihres Inhalts betrachtet, ist sie die Notwendigkeit und Ausbreitung desselben zum organischen Ganzen. Der Weg, wodurch der Begriff des Wissens erreicht wird, wird durch sie gleichfalls ein notwendiges und vollständiges Werden, so daß diese Vorbereitung aufhört, ein zufälliges Philosophieren zu sein, das sich an diese und jene Gegenstände, Verhältnisse und Gedanken des unvollkommenen Bewußtseins, wie die Zufälligkeit es mit sich bringt, anknüpft oder durch ein hin und hergehendes Räsonnement, Schließen und Folgern aus bestimmten Gedanken das Wahre zu begründen sucht; sondern dieser Weg wird durch die Bewegung des Begriffs die vollständige Weltlichkeit des Bewußtseins in ihrer Notwendigkeit umfassen.
This movement of pure essences constitutes the nature of scientificity as such. Considered as the interconnectedness of its content, it is the necessity and expansion of that content into an organic whole. The path by which the Concept of knowledge is attained thereby becomes equally a necessary and complete becoming, such that this preparation ceases to be a contingent philosophizing that latches onto these or those objects, relations, and thoughts of incomplete consciousness (as chance dictates) or seeks to ground truth through a hither-and-thither ratiocination, inferring and deducing from determinate thoughts. Instead, this path, through the movement of the Concept, encompasses the complete worldliness of consciousness in its necessity.
Eine solche Darstellung macht ferner den ersten Teil der Wissenschaft darum aus, weil das Dasein des Geistes als Erstes nichts anderes als das Unmittelbare oder der Anfang, der Anfang aber noch nicht seine Rückkehr in sich ist. Das Element des unmittelbaren Daseins ist daher die Bestimmtheit, wodurch sich dieser Teil der Wissenschaft von den anderen unterscheidet. – Die Angabe dieses Unterschiedes führt zur Erörterung einiger fester Gedanken, die hierbei vorzukommen pflegen.
Furthermore, such a presentation constitutes the first part of science because the existence of Spirit as the first is nothing other than the immediate or the beginning — a beginning that is not yet its return into itself. The element of immediate existence is thus the determinacy through which this part of science distinguishes itself from the others. — Elucidating this distinction leads to a discussion of several fixed thoughts that commonly arise here.
Das unmittelbare Dasein des Geistes, das Bewußtsein, hat die zwei Momente des Wissens und der dem Wissen negativen Gegenständlichkeit. Indem in diesem Elemente sich der Geist entwickelt und seine Momente auslegt, so kommt ihnen dieser Gegensatz zu, und sie treten alle als Gestalten des Bewußtseins auf. Die Wissenschaft dieses Wegs ist Wissenschaft der Erfahrung, die das Bewußtsein macht; die Substanz wird betrachtet, wie sie und ihre Bewegung sein Gegenstand ist. Das Bewußtsein weiß und begreift nichts, als was in seiner Erfahrung ist; denn was in dieser ist, ist nur die geistige Substanz, und zwar als Gegenstand ihres Selbsts. Der Geist wird aber Gegenstand, denn er ist diese Bewegung, sich ein Anderes, d.h. Gegenstand seines Selbsts zu werden und dieses Anderssein aufzuheben. Und die Erfahrung[38] wird eben diese Bewegung genannt, worin das Unmittelbare, das Unerfahrene, d.h. das Abstrakte, es sei des sinnlichen Seins oder des nur gedachten Einfachen, sich entfremdet und dann aus dieser Entfremdung zu sich zurückgeht und hiermit jetzt erst in seiner Wirklichkeit und Wahrheit dargestellt wie auch Eigentum des Bewußtseins ist.
The immediate existence of Spirit — consciousness — contains the two moments of knowing and the objectivity that is negative to knowing. As Spirit develops and explicates its moments within this element, this opposition accrues to them, and they all emerge as shapes of consciousness. The science of this path is the science of the experience that consciousness undergoes; substance is considered as it is, and its movement, as its own object. Consciousness knows and comprehends nothing but what lies within its experience, for what is therein is solely the spiritual substance — specifically, as the object of its Self. Spirit becomes object, however, because it is this movement of becoming an Other to itself — i.e., object of its Self — and of sublating this otherness. And experience[38] is precisely this movement wherein the immediate — the unexperienced, whether the abstractness of sensory being or the simplicity of mere thought — alienates itself and then returns to itself from this alienation, thereby being presented at last in its actuality and truth, as well as becoming the property of consciousness.
Die Ungleichheit, die im Bewußtsein zwischen dem Ich und der Substanz, die sein Gegenstand ist, stattfindet, ist ihr Unterschied, das Negative überhaupt. Es kann als der Mangel beider angesehen werden, ist aber ihre Seele oder das Bewegende derselben; weswegen einige Alte das Leere als das Bewegende begriffen, indem sie das Bewegende zwar als das Negative, aber dieses noch nicht als das Selbst erfaßten. – Wenn nun dies Negative zunächst als Ungleichheit des Ichs zum Gegenstande erscheint, so ist es ebensosehr die Ungleichheit der Substanz zu sich selbst. Was außer ihr vorzugehen, eine Tätigkeit gegen sie zu sein scheint, ist ihr eigenes Tun, und sie zeigt sich wesentlich Subjekt zu sein. Indem sie dies vollkommen gezeigt, hat der Geist sein Dasein seinem Wesen gleichgemacht; er ist sich Gegenstand, wie er ist, und das abstrakte Element der Unmittelbarkeit und der Trennung des Wissens und der Wahrheit ist überwunden. Das Sein ist absolut vermittelt; – es ist substantieller Inhalt, der ebenso unmittelbar Eigentum des Ichs, selbstisch oder der Begriff ist. Hiermit beschließt sich die Phänomenologie des Geistes. Was er in ihr sich bereitet, ist das Element des Wissens. In diesem breiten sich nun die Momente des Geistes in der Form der Einfachheit aus, die ihren Gegenstand als sich selbst weiß. Sie fallen nicht mehr in den Gegensatz des Seins und Wissens auseinander, sondern bleiben in der Einfachheit des Wissens, sind das Wahre in der Form des Wahren, und ihre Verschiedenheit ist nur Verschiedenheit des Inhalts. Ihre Bewegung, die sich in diesem Elemente zum Ganzen organisiert, ist die Logik oder spekulative Philosophie.
The inequality that occurs in consciousness between the I and the substance that is its object is their difference — the Negative as such. It may be regarded as the defect of both, yet it is their soul or moving principle — hence some ancients conceived the void as the moving principle, grasping movement as the Negative but not yet recognizing this Negative as the Self. — Now, if this Negative initially appears as the inequality of the I to the object, it is equally the inequality of substance to itself. What seems to occur outside it — an activity directed against it — is its own doing, and substance shows itself essentially to be Subject. When substance has fully demonstrated this, Spirit has rendered its existence equal to its essence; it is its own object as it is, and the abstract element of immediacy and the separation of knowledge and truth are overcome. Being is absolutely mediated — it is substantial content that is equally immediate property of the I, self-like, or the Concept. With this, the Phenomenology of Spirit concludes. What Spirit has prepared for itself therein is the element of knowledge. Within this element, the moments of Spirit now unfold in the form of simplicity, which knows its object as itself. They no longer disintegrate into the opposition of being and knowing but remain in the simplicity of knowing; they are the True in the form of the True, and their difference is solely a difference of content. Their movement, organizing itself into a whole within this element, is Logic or speculative philosophy.
Weil nun jenes System der Erfahrung des Geistes nur die [39] Erscheinung desselben befaßt, so scheint der Fortgang von ihm zur Wissenschaft des Wahren, das in der Gestalt des Wahren ist, bloß negativ zu sein, und man könnte mit dem Negativen als dem Falschen verschont bleiben wollen und verlangen, ohne weiteres zur Wahrheit geführt zu werden; wozu sich mit dem Falschen abgeben? – Wovon schon oben die Rede war, daß sogleich mit der Wissenschaft sollte angefangen werden, darauf ist hier nach der Seite zu antworten, welche Beschaffenheit es mit dem Negativen als Falschem überhaupt hat. Die Vorstellungen hierüber hindern vornehmlich den Eingang zur Wahrheit. Dies wird Veranlassung geben, vorn mathematischen Erkennen zu sprechen, welches das unphilosophische Wissen als das Ideal ansieht, das zu erreichen die Philosophie streben müßte, bisher aber vergeblich gestrebt habe.
Since that system of the experience of Spirit encompasses only its [39] appearance [Erscheinung], the progression from it to the science of the True [Wahren], which exists in the form of the True [Gestalt des Wahren], appears purely negative. One might wish to be spared the negative as the False [Falschen] and demand to be led immediately to the truth: why engage with the false? – To what was already addressed earlier, that science should begin immediately, we must here respond by considering the nature of the negative as False in general. The preconceptions about this chiefly obstruct access to the truth. This will occasion a discussion of mathematical cognition, which unphilosophical knowledge regards as the ideal that philosophy ought to strive to attain, though thus far it has striven in vain.
Das Wahre und Falsche gehört zu den bestimmten Gedanken, die bewegungslos für eigene Wesen gelten, deren eines drüben, das andere hüben ohne Gemeinschaft mit dem ändern isoliert und fest steht. Dagegen muß behauptet werden, daß die Wahrheit nicht eine ausgeprägte Münze ist, die fertig gegeben und so eingestrichen werden kann. Noch gibt es ein Falsches, sowenig es ein Böses gibt. So schlimm zwar als der Teufel ist das Böse und Falsche nicht, denn als dieser sind sie sogar zum besonderen Subjekte gemacht; als Falsches und Böses sind sie nur Allgemeine, haben aber doch eigene Wesenheit gegeneinander. – Das Falsche (denn nur von ihm ist hier die Rede) wäre das Andere, das Negative der Substanz, die als Inhalt des Wissens das Wahre ist. Aber die Substanz ist selbst wesentlich das Negative, teils als Unterscheidung und Bestimmung des Inhalts, teils als ein einfaches Unterscheiden, d.h. als Selbst und Wissen überhaupt. Man kann wohl falsch wissen. Es wird etwas falsch gewußt, heißt, das Wissen ist in Ungleichheit mit seiner Substanz. Allein eben diese Ungleichheit ist das Unterscheiden überhaupt, das wesentliches Moment ist. Es wird aus dieser Unterscheidung wohl ihre Gleichheit, und diese gewordene[40] Gleichheit ist die Wahrheit. Aber sie ist nicht so Wahrheit, als ob die Ungleichheit weggeworfen worden wäre wie die Schlacke vom reinen Metall, auch nicht einmal so, wie das Werkzeug von dem fertigen Gefäße wegbleibt, sondern die Ungleichheit ist als das Negative, als das Selbst im Wahren als solchem selbst noch unmittelbar vorhanden. Es kann jedoch darum nicht gesagt werden, daß das Falsche ein Moment oder gar einen Bestandteil des Wahren ausmache. Daß an jedem Falschen etwas Wahres sei, – in diesem Ausdrucke gelten beide, wie Öl und Wasser, die unmischbar nur äußerlich verbunden sind. Gerade um der Bedeutung willen, das Moment des vollkommenen Andersseins zu bezeichnen, müssen ihre Ausdrücke da, wo ihr Anderssein aufgehoben ist, nicht mehr gebraucht werden. So wie der Ausdruck der Einheit des Subjekts und Objekts, des Endlichen und Unendlichen, des Seins und Denkens usf. das Ungeschickte hat, daß Objekt und Subjekt usf. das bedeuten, was sie außer ihrer Einheit sind, in der Einheit also nicht als das gemeint sind, was ihr Ausdruck sagt, ebenso ist das Falsche nicht mehr als Falsches ein Moment der Wahrheit.
The True [Wahre] and the False [Falsche] belong to those determinate thoughts that are immovably taken as self-subsistent essences, one isolated and fixed on one side, the other on the opposite side, with no community between them. Against this, it must be asserted that truth is not a minted coin that can be given ready-made and pocketed as such. Nor is there a False, any more than there is an Evil. However wicked the devil may be, evil and falsity are not so bad, for as the devil they are even posited as particular subjects [Subjekte]; as False and Evil, they are merely universals [Allgemeine], yet they have their own essence in opposition to one another. – The False (for it is only the False that is at issue here) would be the Other, the negative of the substance that, as the content of knowledge, is the True. But substance is itself essentially the negative, partly as the distinction and determination of content, partly as a simple distinguishing – that is, as the Self and knowledge as such. One can certainly know falsely. To know something falsely means that knowledge is in inequality with its substance. Yet precisely this inequality is the act of distinguishing as such, which is an essential moment. From this distinguishing, their equality will indeed emerge, and this achieved [40] equality is the truth. But this truth is not such as if the inequality had been discarded like dross from pure metal, nor even as if it remained external to the finished vessel like the tool. Rather, the inequality is still immediately present within the True itself as the negative, as the Self. Nevertheless, it cannot be said on this account that the False [Falsche] constitutes a moment or even a component of the True. The claim that "there is some truth in every falsehood" treats both like oil and water – immiscible and merely externally conjoined. Precisely to signify the moment of complete Otherness [vollkommenen Andersseins], their terms must no longer be used where their otherness has been sublated. Just as the expression "the unity [Einheit] of subject and object," "the finite and infinite," "being and thought," etc., has the awkwardness that subject and object, etc., signify what they are outside their unity, and thus within the unity they are not meant as what their expression states, so too the False, as False, is no longer a moment of truth.
Der Dogmatismus der Denkungsart im Wissen und im Studium der Philosophie ist nichts anderes als die Meinung, daß das Wahre in einem Satze, der ein festes Resultat ist oder auch der unmittelbar gewußt wird, bestehe. Auf solche Fragen: wann Cäsar geboren worden, wie viele Toisen ein Stadium betrug usf., soll eine nette Antwort gegeben werden, ebenso wie es bestimmt wahr ist, daß das Quadrat der Hypotenuse gleich der Summe der Quadrate der beiden übrigen Seiten des rechtwinkligen Dreiecks ist. Aber die Natur einer solchen sogenannten Wahrheit ist verschieden von der Natur philosophischer Wahrheiten.
The dogmatism of the mode of thought in knowing and in the study of philosophy is nothing other than the opinion that truth consists in a proposition that is a fixed result or is immediately known. To questions such as: when was Caesar born, how many toises comprised a stadium, etc., a neat answer should be given, just as it is definitively true that the square of the hypotenuse equals the sum of the squares of the other two sides of a right-angled triangle. But the nature of such so-called truth differs from that of philosophical truths.
In Ansehung der historischen Wahrheiten, um ihrer kurz zu erwähnen, insofern nämlich das rein Historische derselben betrachtet wird, wird leicht zugegeben, daß sie das einzelne Dasein, einen Inhalt nach der Seite seiner Zufälligkeit und Willkür, Bestimmungen desselben, die nicht notwendig sind,[41] betreffen. – Selbst aber solche nackte Wahrheiten, wie die als Beispiel angeführten, sind nicht ohne die Bewegung des Selbstbewußtseins. Um eine derselben zu kennen, muß viel verglichen, auch in Büchern nachgeschlagen oder, auf welche Weise es sei, untersucht werden; auch bei einer unmittelbaren Anschauung wird erst die Kenntnis derselben mit ihren Gründen für etwas gehalten, das wahren Wert habe, obgleich eigentlich nur das nackte Resultat das sein soll, um das es zu tun sei.
Regarding historical truths – to mention them briefly insofar as their purely historical aspect is considered – it is readily admitted that they concern singular existence, a content in terms of its contingency and arbitrariness, determinations that are not necessary.[41] – Yet even such bare truths as the examples cited are not without the movement of self-consciousness. To know one of them, much must be compared, researched in books, or investigated in some manner; even with an immediate intuition, the knowledge of them along with their grounds is still considered something of true worth, although strictly speaking only the bare result is supposed to be what matters.
Was die mathematischen Wahrheiten betrifft, so würde noch weniger der für einen Geometer gehalten werden, der die Theoreme Euklids auswendig wüßte, ohne ihre Beweise, ohne sie, wie man im Gegensatze sich ausdrücken könn[t]e, inwendig zu wissen. Ebenso würde die Kenntnis, die einer durch Messung vieler rechtwinkliger Dreiecke sich erwürbe, daß ihre Seiten das bekannte Verhältnis zueinander haben, für unbefriedigend gehalten werden. Die Wesentlichkeit des Beweises hat jedoch auch beim mathematischen Erkennen noch nicht die Bedeutung und Natur, Moment des Resultates selbst zu sein, sondern in diesem ist er vielmehr vorbei und verschwunden. Als Resultat ist zwar das Theorem ein als wahr eingesehenes. Aber dieser hinzugekommene Umstand betrifft nicht seinen Inhalt, sondern nur das Verhältnis zum Subjekt; die Bewegung des mathematischen Beweises gehört nicht dem an, was Gegenstand ist, sondern ist ein der Sache äußerliches Tun. So zerlegt sich die Natur des rechtwinkligen Dreiecks nicht selbst so, wie es in der Konstruktion dargestellt wird, die für den Beweis des Satzes, der sein Verhältnis ausdrückt, nötig ist; das ganze Hervorbringen des Resultats ist ein Gang und Mittel des Erkennens. – Auch im philosophischen Erkennen ist das Werden des Daseins als Daseins verschieden von dem Werden des Wesens oder der inneren Natur der Sache. Aber das philosophische Erkennen enthält erstens beides, da hingegen das mathematische nur das Werden des Daseins, d.h. des Seins der Natur der Sache im Erkennen als solchem darstellt. Fürs andere vereinigt jenes[42] auch diese beiden besonderen Bewegungen. Das innere Entstehen oder das Werden der Substanz ist ungetrennt Übergehen in das Äußere oder in das Dasein, Sein für Anderes, und umgekehrt ist das Werden des Daseins das sich Zurücknehmen ins Wesen. Die Bewegung ist so der gedoppelte Prozeß und Werden des Ganzen, daß zugleich ein jedes das andere setzt und jedes darum auch beide als zwei Ansichten an ihm hat; sie zusammen machen dadurch das Ganze, daß sie sich selbst auflösen und zu seinen Momenten machen.
As for mathematical truths, one would hardly be deemed a geometer who knew Euclid’s theorems by rote without their proofs, without, as one might express it in contrast, inwardly knowing them. Similarly, knowledge acquired through measuring many right-angled triangles – that their sides have the well-known relation to each other – would be deemed unsatisfactory. However, the essentiality of the proof in mathematical cognition still does not have the significance and nature of being a moment of the result itself; rather, in the result, the proof has passed away and vanished. As a result, the theorem is indeed acknowledged as true. But this added circumstance does not concern its content, only its relation to the subject; the movement of mathematical proof does not belong to the object but is an external activity to the matter. Thus, the nature of the right-angled triangle does not decompose itself as represented in the construction necessary for proving the theorem that expresses its relation; the entire production of the result is a path and means of cognition. – In philosophical cognition, too, the becoming of existence as existence differs from the becoming of the essence or the inner nature of the matter. But philosophical cognition contains both from the outset, whereas mathematical cognition only presents the becoming of existence, i.e., the being of the nature of the matter in cognition as such. Furthermore, the former[42] unites these two distinct movements. The inner genesis or becoming of substance is inseparable from its transition into externality or into existence, being-for-other; conversely, the becoming of existence is its withdrawal into essence. The movement is thus the twofold process and becoming of the whole, wherein each simultaneously posits the other, and each thereby carries both as two aspects within itself. Together, they constitute the whole by dissolving themselves and becoming its moments.
Im mathematischen Erkennen ist die Einsicht ein für die Sache äußerliches Tun; es folgt daraus, daß die wahre Sache dadurch verändert wird. Das Mittel, Konstruktion und Beweis, enthält daher wohl wahre Sätze; aber ebensosehr muß gesagt werden, daß der Inhalt falsch ist. Das Dreieck wird in dem obigen Beispiele zerrissen und seine Teile zu anderen Figuren, die die Konstruktion an ihm entstehen läßt, geschlagen. Erst am Ende wird das Dreieck wiederhergestellt, um das es eigentlich zu tun ist, das im Fortgange aus den Augen verloren wurde und nur in Stücken, die anderen Ganzen angehörten, vorkam. – Hier sehen wir also auch die Negativität des Inhalts eintreten, welche eine Falschheit desselben ebensogut genannt werden müßte als in der Bewegung des Begriffs das Verschwinden der festgemeinten Gedanken.
In mathematical cognition, insight is an external activity with respect to the matter; it follows that the true matter is thereby altered. The means – construction and proof – do indeed contain true propositions, but it must equally be said that the content is false. The triangle in the above example is torn apart, and its parts are assigned to other figures engendered by the construction. Only at the end is the triangle restored – the actual object of concern – which was lost sight of in the progression and appeared only in fragments belonging to other wholes. – Here, then, we also see the negativity of the content emerge, which might just as well be called its falsity as, in the movement of the concept, the vanishing of firmly held thoughts.
Die eigentliche Mangelhaftigkeit dieses Erkennens aber betrifft sowohl das Erkennen selbst als seinen Stoff überhaupt. – Was das Erkennen betrifft, so wird fürs erste die Notwendigkeit der Konstruktion nicht eingesehen. Sie geht nicht aus dem Begriffe des Theorems hervor, sondern wird geboten, und man hat dieser Vorschrift, gerade diese Linien, deren unendlich andere gezogen werden könnten, zu ziehen, blindlings zu gehorchen, ohne etwas weiter zu wissen, als den guten Glauben zu haben, daß dies zur Führung des[43] Beweises zweckmäßig sein werde. Hintennach zeigt sich denn auch diese Zweckmäßigkeit, die deswegen nur eine äußerliche ist, weil sie sich erst hintennach beim Beweise zeigt. – Ebenso geht dieser einen Weg, der irgendwo anfängt, man weiß noch nicht in welcher Beziehung auf das Resultat, das herauskommen soll. Sein Fortgang nimmt diese Bestimmungen und Beziehungen auf und läßt andere liegen, ohne daß man unmittelbar einsähe, nach welcher Notwendigkeit; ein äußerer Zweck regiert diese Bewegung.
The actual deficiency of this cognition, however, concerns both the cognition itself and its material as such. – Regarding cognition, first, the necessity of the construction is not comprehended. It does not arise from the concept of the theorem but is prescribed, and one must blindly obey the injunction to draw precisely these lines – of which infinitely many others could be drawn – without knowing anything beyond trusting that this will expediently serve the[43] proof. Subsequently, this expediency reveals itself, which is therefore merely external because it only becomes apparent afterward in the proof. – Similarly, the proof follows a path that begins somewhere, one does not yet know in what relation to the result to be obtained. Its progression takes up these determinations and relations while leaving others aside, without any immediate insight into the necessity governing this; an external purpose directs this movement.
Die Evidenz dieses mangelhaften Erkennens, auf welche die Mathematik stolz ist und womit sie sich auch gegen die Philosophie brüstet, beruht allein auf der Armut ihres Zwecks und der Mangelhaftigkeit ihres Stoffs und ist darum von einer Art, die die Philosophie verschmähen muß. – Ihr Zweck oder Begriff ist die Größe. Dies ist gerade das unwesentliche, begrifflose Verhältnis. Die Bewegung des Wissens geht darum auf der Oberfläche vor, berührt nicht die Sache selbst, nicht das Wesen oder den Begriff und ist deswegen kein Begreifen. – Der Stoff, über den die Mathematik den erfreulichen Schatz von Wahrheiten gewährt, ist der Raum und das Eins. Der Raum ist das Dasein, worein der Begriff seine Unterschiede einschreibt als in ein leeres, totes Element, worin sie ebenso unbewegt und leblos sind. Das Wirkliche ist nicht ein Räumliches, wie es in der Mathematik betrachtet wird; mit solcher Unwirklichkeit, als die Dinge der Mathematik sind, gibt sich weder das konkrete sinnliche Anschauen noch die Philosophie ab. In solchem unwirklichen Elemente gibt es denn auch nur unwirkliches Wahres, d.h. fixierte, tote Sätze; bei jedem derselben kann aufgehört werden; der folgende fängt für sich von neuem an, ohne daß der erste sich selbst zum ändern fortbewegte und ohne daß auf diese Weise ein notwendiger Zusammenhang durch die Natur der Sache selbst entstünde. – Auch läuft um jenes Prinzips und Elements willen – und hierin besteht das Formelle der mathematischen Evidenz – das[44] Wissen an der Linie der Gleichheit fort. Denn das Tote, weil es sich nicht selbst bewegt, kommt nicht zu Unterschieden des Wesens, nicht zur wesentlichen Entgegensetzung oder Ungleichheit, daher nicht zum Übergange des Entgegengesetzten in das Entgegengesetzte, nicht zur qualitativen, immanenten, nicht zur Selbstbewegung. Denn es ist die Größe, der unwesentliche Unterschied, den die Mathematik allein betrachtet. Daß es der Begriff ist, der den Raum in seine Dimensionen entzweit und die Verbindungen derselben und in denselben bestimmt, davon abstrahiert sie; sie betrachtet z.B. nicht das Verhältnis der Linie zur Fläche; und wo sie den Durchmesser des Kreises mit der Peripherie vergleicht, stößt sie auf die Inkommensurabilität derselben, d.h. ein Verhältnis des Begriffs, ein Unendliches, das ihrer Bestimmung entflieht.
The self-evidence of this deficient cognition, of which mathematics is proud and with which it even vaunts itself against philosophy, rests solely on the poverty of its purpose and the defectiveness of its material – a nature that philosophy must disdain. – Its purpose or concept is magnitude. This is precisely the inessential, conceptless relation. The movement of cognition thus glides over the surface without touching the matter itself, the essence or the Concept, and is therefore not a comprehending. – The material through which mathematics furnishes its pleasant treasure of truths is space and the One. Space is the existence into which the Concept inscribes its differences as into a vacuous, dead element in which they are equally motionless and lifeless. The Actual is not spatial as considered in mathematics; neither concrete sensuous intuition nor philosophy concerns itself with such unreality as mathematical entities. In such an unreal element there is only unreal truth – fixed, dead propositions. Each can be broken off; the next begins anew without the first moving itself onward to the second, and without there arising through this progression any necessary connection from the nature of the matter itself. – Furthermore, on account of this principle and element – and herein lies the formalism of mathematical self-evidence – cognition proceeds along the line of equality. For what is dead, since it does not move itself, does not attain to differences of essence, to essential oppositions or inequalities, hence not to transitions between opposites, nor to qualitative, immanent self-movement. Mathematics considers only quantity, the inessential difference. That it is the Concept which divides space into its dimensions and determines their connections within them – this abstraction mathematics ignores. For instance, it does not examine the relation of line to surface; when it compares the diameter of a circle to the circumference, it encounters their incommensurability – a relation of the Concept, an infinite that escapes mathematical determination.
Die immanente, sogenannte reine Mathematik stellt auch nicht die Zeit als Zeit dem Räume gegenüber, als den zweiten Stoff ihrer Betrachtung. Die angewandte handelt wohl von ihr, wie von der Bewegung, auch sonst anderen wirklichen Dingen; sie nimmt aber die synthetischen, d.h. Sätze ihrer Verhältnisse, die durch ihren Begriff bestimmt sind, aus der Erfahrung auf und wendet nur auf diese Voraussetzungen ihre Formeln an. Daß die sogenannten Beweise solcher Sätze, als der vom Gleichgewichte des Hebels, dem Verhältnisse des Raums und der Zeit in der Bewegung des Fallens usf., welche sie häufig gibt, für Beweise gegeben und angenommen werden, ist selbst nur ein Beweis, wie groß das Bedürfnis des Beweisens für das Erkennen ist, weil es, wo es nicht mehr hat, auch den leeren Schein desselben achtet und eine Zufriedenheit dadurch gewinnt. Eine Kritik jener Beweise würde ebenso merkwürdig als belehrend sein, um die Mathematik teils von diesem falschen Putze zu reinigen, teils ihre Grenze zu zeigen und daraus die Notwendigkeit eines anderen Wissens. – Was die Zeit betrifft, von der man meinen sollte, daß sie, zum Gegenstücke gegen den Raum, den Stoff des ändern Teils der reinen Mathematik[45] ausmachen würde, so ist sie der daseiende Begriff selbst. Das Prinzip der Größe, des begrifflosen Unterschiedes, und das Prinzip der Gleichheit, der abstrakten unlebendigen Einheit, vermag es nicht, sich mit jener reinen Unruhe des Lebens und absoluten Unterscheidung zu befassen. Diese Negativität wird daher nur als paralysiert, nämlich als das Eins, zum zweiten Stoffe dieses Erkennens, das, ein äußerliches Tun, das Sichselbstbewegende zum Stoffe herabsetzt, um nun an ihm einen gleichgültigen, äußerlichen, unlebendigen Inhalt zu haben.
Even immanent or so-called pure mathematics does not oppose time as time to space as the second material of its inquiry. Applied mathematics does address time, as well as motion and other actual things, but it takes the synthetic propositions about their relations – determined by their Concept – from experience and merely applies its formulas to these presuppositions. That the so-called proofs of such propositions – such as those concerning the equilibrium of the lever, the relation of space and time in the motion of falling bodies, etc. – are given and accepted as proofs is itself proof of how great the need for demonstration is in cognition. Where no true proof exists, even the mere semblance of one is esteemed, providing a semblance of satisfaction. A critique of these proofs would be as noteworthy as it is instructive, both to purge mathematics of this false finery and to demarcate its limits, thereby revealing the necessity of another mode of knowing. – As for time, which one might expect to constitute the material of the other part of pure mathematics as counterpart to space, it is the existent Concept itself. The principle of magnitude – the conceptless difference – and the principle of equality – abstract lifeless unity – cannot grapple with that pure restlessness of life and absolute differentiation. This negativity is thus paralyzed into the One, becoming the second material of this cognition, which, as an external activity, degrades the self-moving to inert material, thereby having in it an indifferent, external, lifeless content.
Die Philosophie dagegen betrachtet nicht [die] unwesentliche Bestimmung, sondern sie. Insofern sie wesentliche ist; nicht das Abstrakte oder Unwirkliche ist ihr Element und Inhalt, sondern das Wirkliche, sich selbst Setzende und in sich Lebende, das Dasein in seinem Begriffe. Es ist der Prozeß, der sich seine Momente erzeugt und durchläuft, und diese ganze Bewegung macht das Positive und seine Wahrheit aus. Diese schließt also ebensosehr das Negative in sich, dasjenige, was das Falsche genannt werden würde, wenn es als ein solches betrachtet werden könnte, von dem zu abstrahieren sei. Das Verschwindende ist vielmehr selbst als wesentlich zu betrachten, nicht in der Bestimmung eines Festen, das vom Wahren abgeschnitten, außer ihm, man weiß nicht wo, liegen zu lassen sei, so wie auch das Wahre nicht als das auf der ändern Seite ruhende, tote Positive. Die Erscheinung ist das Entstehen und Vergehen, das selbst nicht entsteht und vergeht, sondern an sich ist und die Wirklichkeit und Bewegung des Lebens der Wahrheit ausmacht. Das Wahre ist so der bacchantische Taumel, an dem kein Glied nicht trunken ist; und weil jedes, indem es sich absondert, ebenso unmittelbar [sich] auflöst, ist er ebenso die durchsichtige und einfache Ruhe. In dem Gerichte jener Bewegung bestehen zwar die einzelnen Gestalten des Geistes wie die bestimmten Gedanken nicht, aber sie sind so sehr auch positive notwendige Momente, als sie negativ und verschwindend sind. – In dem Ganzen der Bewegung, es als Ruhe[46] aufgefaßt, ist dasjenige, was sich in ihr unterscheidet und besonderes Dasein gibt, als ein solches, das sich erinnert, aufbewahrt, dessen Dasein das Wissen von sich selbst ist, wie dieses ebenso unmittelbar Dasein ist.
Philosophy, by contrast, does not consider inessential determinations but essential ones. Its element and content is not the abstract or unreal but the Actual, the self-positing and self-sustaining, existence in its Concept. It is the process that generates and traverses its own moments, and this entire movement constitutes the positive and its truth. This truth thus equally contains the negative – that which would be called the false if it could be considered something from which abstraction should be made. The vanishing must rather itself be regarded as essential – not as fixed, to be severed from the true and left lying who-knows-where, just as the true is not a dead positive resting on the other side. Appearance is the arising and passing away that itself does not arise and pass away but is in itself, constituting the actuality and movement of the life of truth. The true is thus the bacchanalian whirl where no member is not drunken; and because each, in parting from itself, equally dissolves immediately, it is also transparent and simple repose. In the tribunal of this movement, the singular shapes of Spirit and determinate thoughts indeed do not persist, but they are just as much positive necessary moments as they are negative and vanishing. – In the whole of the movement, grasped as repose, what distinguishes itself within it and gives itself determinate existence is preserved as something that recollects itself, whose existence is self-knowing, just as this knowing is immediately existence.
Von der Methode dieser Bewegung oder der Wissenschaft könnte es nötig scheinen, voraus das Mehrere anzugeben. Ihr Begriff liegt aber schon in dem Gesagten, und ihre eigentliche Darstellung gehört der Logik an oder ist vielmehr diese selbst. Denn die Methode ist nichts anderes als der Bau des Ganzen, in seiner reinen Wesenheit aufgestellt. Von dem hierüber bisher Gangbaren aber müssen wir das Bewußtsein haben, daß auch das System der sich auf das, was philosophische Methode ist, beziehenden Vorstellungen einer verschollenen Bildung angehört. – Wenn dies etwa renommistisch oder revolutionär lauten sollte, von welchem Tone ich mich entfernt weiß, so ist zu bedenken, daß der wissenschaftliche Staat, den die Mathematik herlieh – von Erklärungen, Einteilungen, Axiomen, Reihen von Theoremen, ihren Beweisen, Grundsätzen und dem Folgern und Schließen aus ihnen –, schon in der Meinung selbst wenigstens veraltet ist. Wenn auch seine Untauglichkeit nicht deutlich eingesehen wird, so wird doch kein oder wenig Gebrauch mehr davon gemacht, und wenn er nicht an sich mißbilligt wird, [so wird er] doch nicht geliebt. Und wir müssen das Vorurteil für das Vortreffliche haben, daß es sich in den Gebrauch setze und beliebt mache. Es ist aber nicht schwer einzusehen, daß die Manier, einen Satz aufzustellen, Gründe für ihn anzuführen und den entgegengesetzten durch Gründe ebenso zu widerlegen, nicht die Form ist, in der die Wahrheit auftreten kann. Die Wahrheit ist die Bewegung ihrer an ihr selbst; jene Methode aber ist das Erkennen, das dem Stoffe äußerlich ist. Darum ist sie der Mathematik, die, wie bemerkt, das begrifflose Verhältnis der Größe zu ihrem Prinzip und den toten Raum wie das ebenso tote Eins zu ihrem Stoffe hat, eigentümlich und muß ihr gelassen werden. Auch mag sie in freierer Manier, d.h. mehr mit Willkür und Zufälligkeit[47] gemischt, im gemeinen Leben, in einer Konversation oder historischen Belehrung mehr der Neugierde als der Erkenntnis, wie ungefähr auch eine Vorrede ist, bleiben. Im gemeinen Leben hat das Bewußtsein Kenntnisse, Erfahrungen, sinnliche Konkretionen, auch Gedanken, Grundsätze, überhaupt solches zu seinem Inhalte, das als ein Vorhandenes oder als ein festes, ruhendes Sein oder Wesen gilt, Es läuft teils daran fort, teils unterbricht es den Zusammenhang durch die freie Willkür über solchen Inhalt und verhält sich als ein äußerliches Bestimmen und Handhaben desselben. Es führt ihn auf irgend etwas Gewisses, sei es auch nur die Empfindung des Augenblicks, zurück, und die Überzeugung ist befriedigt, wenn sie auf einem ihr bekannten Ruhepunkte angelangt ist.
Concerning the method of this movement or of science, it might seem necessary to preliminarily elaborate further. Yet its Concept already lies in what has been stated, and its proper exposition belongs to Logic or is rather Logic itself. For method is nothing other than the structure of the whole erected in its pure essentiality. However, we must be conscious that the system of representations pertaining to what philosophical method is belongs to a bygone Bildung. – Should this sound boastful or revolutionary – a tone from which I distance myself – we must consider that the scientific apparatus borrowed from mathematics – explanations, divisions, axioms, series of theorems, their proofs, principles, and inferences drawn from them – is already outdated even in common opinion. Even if its inadequacy is not clearly recognized, it is either no longer used or scarcely so; if not disapproved in itself, it is at least unloved. And we must hold the prejudice that excellence should enter into usage and make itself beloved. Yet it is not difficult to see that the manner of positing a proposition, adducing reasons for it and refuting its opposite with counter-reasons, is not the form in which truth can emerge. Truth is the movement of itself within itself, but that method is cognition external to its content. Hence it is proper to mathematics, which, as noted, takes the Concept-less relation of magnitude as its principle and dead space and equally dead unity as its material. Let it remain there. It may also persist in a freer manner – mixed with more arbitrariness and contingency – in everyday life, in conversation or historical instruction, serving curiosity rather than cognition, much like a preface. In ordinary life, consciousness contains knowledge, experiences, sensory concretions, as well as thoughts, principles – in short, whatever is taken as given, fixed, or resting being or essence. It proceeds partly by moving along such content, partly interrupting the connection through free arbitrariness, behaving as an external determination and manipulation thereof. It reduces content to some certainty, even if only the sensation of the moment, and conviction is satisfied upon reaching a familiar resting point.
Wenn aber die Notwendigkeit des Begriffs den loseren Gang der räsonierenden Konversation wie den steiferen des wissenschaftlichen Gepränges verbannt, so ist schon oben erinnert worden, daß seine Stelle nicht durch die Unmethode des Ahnens und der Begeisterung und die Willkür des prophetischen Redens ersetzt werden soll, welches nicht jene Wissenschaftlichkeit nur, sondern die Wissenschaftlichkeit überhaupt verachtet.
But if the necessity of the Concept banishes the looser progression of ratiocinative conversation as well as the stiffer protocol of scientific formalism, it has already been remarked above that its place must not be usurped by the non-method of presentiment and inspiration or by the arbitrariness of prophetic discourse – which disdains not only that scientificity but scientificity as such.
Ebensowenig ist – nachdem die Kantische, erst durch den Instinkt wiedergefundene, noch tote, noch unbegriffene Triplizität zu ihrer absoluten Bedeutung erhoben, damit die wahrhafte Form in ihrem wahrhaften Inhalte zugleich aufgestellt und der Begriff der Wissenschaft hervorgegangen ist – derjenige Gebrauch dieser Form für etwas Wissenschaftliches zu halten, durch den wir sie zum leblosen Schema, zu einem eigentlichen Schemen, und die wissenschaftliche Organisation zur Tabelle herabgebracht sehen. – Dieser Formalismus, von dem oben schon im allgemeinen gesprochen [wurde] und dessen Manier wir hier näher angeben wollen, meint die Natur und das Leben einer Gestalt begriffen[48] und ausgesprochen zu haben, wenn er von ihr eine Bestimmung des Schemas als Prädikat ausgesagt, – es sei die Subjektivität oder Objektivität oder auch der Magnetismus, die Elektrizität usf., die Kontraktion oder Expansion, der Osten oder Westen u. dgl., was sich ins Unendliche vervielfältigen läßt, weil nach dieser Weise jede Bestimmung oder Gestalt bei der ändern wieder als Form oder Moment des Schemas gebraucht werden und jede dankbar der ändern denselben Dienst leisten kann, – ein Zirkel von Gegenseitigkeit, wodurch man nicht erfährt, was die Sache selbst, weder was die eine noch die andere ist. Es werden dabei teils sinnliche Bestimmungen aus der gemeinen Anschauung aufgenommen, die freilich etwas anderes bedeuten sollen, als sie sagen, teils wird das an sich Bedeutende, die reinen Bestimmungen des Gedankens, wie Subjekt, Objekt, Substanz, Ursache, das Allgemeine usf., geradeso unbesehen und unkritisch gebraucht wie im gemeinen Leben und wie Stärken und Schwächen, Expansion und Kontraktion, so daß jene Metaphysik so unwissenschaftlich ist als diese sinnlichen Vorstellungen.
Nor – now that the Kantian triplicity, initially rediscovered through instinct but still dead and uncomprehended, has been elevated to its absolute significance, thereby establishing the true form in its true content and engendering the Concept of science – should we regard the employment of this form as scientific when we see it degraded into a lifeless schema, a mere Schemen, and scientific organization reduced to a table. – This formalism, of which we have already spoken generally and whose manner we shall now specify more closely, fancies it has comprehended and expressed the nature and life of a shape when it has affixed a determination of the schema as a predicate – be it subjectivity or objectivity, magnetism, electricity, contraction or expansion, East or West, and the like – ad infinitum. For in this way, each determination or shape can serve again as the form or moment of the schema for another, each gratefully performing the same service for its counterpart – a circle of reciprocity whereby one learns nothing of the matter itself, neither what the one nor the other is. Here, on the one hand, sensory determinations drawn from ordinary intuition are employed, which of course are meant to signify something other than what they say; on the other hand, inherently significant determinations – pure thought-categories like subject, object, substance, cause, the universal, etc. – are used just as uncritically and unreflectively as in everyday life, like strength and weakness, expansion and contraction, so that such metaphysics is as unscientific as these sensory representations.
Statt des inneren Lebens und der Selbstbewegung seines Daseins wird nun eine solche einfache Bestimmtheit von der Anschauung, d.h. hier dem sinnlichen Wissen, nach einer oberflächlichen Analogie ausgesprochen und diese äußerliche und leere Anwendung der Formel die Konstruktion genannt. – Es ist mit solchem Formalismus derselbe Fall als mit jedem. Wie stumpf müßte der Kopf sein, dem nicht in einer Viertelstunde die Theorie, daß es asthenische, sthenische und indirekt asthenische Krankheiten und ebenso viele Heilpläne gebe, beigebracht und der nicht, da ein solcher Unterricht noch vor kurzem dazu hinreichte, aus einem Routinier in dieser kleinen Zeit in einen theoretischen Arzt verwandelt werden könnte? Wenn der naturphilosophische Formalismus etwa lehrt, der Verstand sei die Elektrizität oder das[49] Tier sei der Stickstoff, oder auch gleich dem Süd oder Nord usf., oder repräsentiere ihn, so nackt, wie es hier ausgedrückt ist, oder auch mit mehr Terminologie zusammengebraut, so mag über solche Kraft, die das weit entlegen Scheinende zusammengreift, und über die Gewalt, die das ruhende Sinnliche durch diese Verbindung erleidet und die ihm dadurch den Schein eines Begriffs erteilt, die Hauptsache aber, den Begriff selbst oder die Bedeutung der sinnlichen Vorstellung auszusprechen, erspart, – es mag hierüber die Unerfahrenheit in ein bewunderndes Staunen geraten, darin eine tiefe Genialität verehren sowie an der Heiterkeit solcher Bestimmungen, da sie den abstrakten Begriff durch Anschauliches ersetzen und erfreulicher machen, sich ergötzen und sich selbst zu der geahnten Seelenverwandtschaft mit solchem herrlichen Tun Glück wünschen. Der Pfiff einer solchen Weisheit ist so bald erlernt, als es leicht ist, ihn auszuüben; seine Wiederholung wird, wenn er bekannt ist, so unerträglich als die Wiederholung einer eingesehenen Taschenspielerkunst. Das Instrument dieses gleichtönigen Formalismus ist nicht schwerer zu handhaben als die Palette eines Malers, auf der sich nur zwei Farben befinden würden, etwa Rot und Grün, um mit jener eine Fläche anzufärben, wenn ein historisches Stück, mit dieser, wenn eine Landschaft verlangt wäre. – Es würde schwer zu entscheiden sein, was dabei größer ist, die Behaglichkeit, mit der alles, was im Himmel, auf Erden und unter der Erden ist, mit solcher Farbenbrühe angetüncht wird, oder die Einbildung auf die Vortrefflichkeit dieses Universalmittels; die eine unterstützt die andere. Was diese Methode, allem Himmlischen und Irdischen, allen natürlichen und geistigen Gestalten die paar Bestimmungen des allgemeinen Schemas aufzukleben und auf diese Weise alles einzurangieren, hervorbringt, ist nichts Geringeres als ein sonnenklarer Bericht über den Organismus des Universums, nämlich eine Tabelle, die einem Skelette mit angeklebten Zettelchen oder den Reihen verschlossener Büchsen mit ihren aufgehefteten Etiketten in[50] einer Gewürzkrämerbude gleicht, die so deutlich als das eine und das andere ist und die, wie dort von den Knochen Fleisch und Blut weggenommen, hier aber die eben auch nicht lebendige Sache in den Büchsen verborgen ist, auch das lebendige Wesen der Sache weggelassen oder verborgen hat. – Daß sich diese Manier zugleich zur einfarbigen absoluten Malerei vollendet, indem sie auch, der Unterschiede des Schemas sich schämend, sie als der Reflexion angehörig in der Leerheit des Absoluten versenkt, auf daß die reine Identität, das formlose Weiße, hergestellt werde, ist oben schon bemerkt worden. Jene Gleichfarbigkeit des Schemas und seiner leblosen Bestimmungen und diese absolute Identität, und das Übergehen von einem zum ändern, ist eines gleich toter Verstand als das andere und gleich äußerliches Erkennen.
Instead of the inner life and self-movement of existence, such a simple determinacy is now proclaimed by intuition — that is, here by sensory knowledge — through superficial analogy, and this external and empty application of the formula is called construction. – This formalism is in the same condition as any other. How dull must a mind be to whom one could not teach in a quarter-hour the theory that there are asthenic, sthenic, and indirectly asthenic diseases along with corresponding treatment plans — and who could not, since such instruction was until recently sufficient, be transformed from a routine practitioner into a theoretical physician within this brief time? If the natural-philosophical formalism teaches, say, that the understanding is electricity or that the animal is nitrogen — or is equal to South or North, etc., or represents it — presented as nakedly as here expressed, or even brewed with more terminology, one might marvel at such power to grasp the most disparate appearances and at the violence inflicted upon inert sensuality through this linkage, which thereby grants it the semblance of a Concept. Yet the main task — to express the Concept itself or the meaning of the sensory representation — is evaded. The uninitiated may here fall into awestruck admiration, revere such profundity, delight in the cheerfulness of these determinations (for they replace the abstract Concept with the intuitive and render it more pleasing), and congratulate themselves on their soul’s affinity with such splendid activity. The trick of such wisdom is as quickly learned as it is easily executed; once exposed, its repetition becomes as insufferable as that of a decoded sleight-of-hand. The instrument of this monotonous formalism is no harder to wield than a painter’s palette holding two colors, say red and green — the former for coloring a surface when a historical scene is demanded, the latter for a landscape. – It would be difficult to decide what is greater here: the complacency with which everything in heaven and earth is daubed with such pigment, or the delusion of excellence regarding this universal remedy — each sustains the other. What this method produces by pasting the few determinations of the universal schema onto all celestial and earthly things, all natural and spiritual forms, and thereby cataloguing them, is nothing less than a sun-clear account of the organism of the universe — namely, a table resembling a skeleton with tags pasted on it or rows of sealed boxes in a spice shop bearing affixed labels. Such a scheme is as transparent as the former and latter: just as flesh and blood are stripped from the bones there, while here the equally lifeless matter lies hidden in the boxes, so too the living essence of the matter is omitted or concealed. – That this method simultaneously perfects itself as monochromatic absolute painting by submerging the schema’s distinctions (as belonging to reflection) into the void of the Absolute, thereby producing pure identity — the formless white — has already been noted above. The uniform coloring of the schema and its lifeless determinations, and this absolute identity, along with the transition from one to the other, are both equally dead understanding and equally external cognition.
Das Vortreffliche kann aber dem Schicksale nicht nur nicht entgehen, so entlebt und entgeistet zu werden und, so geschunden, seine Haut vom leblosen Wissen und dessen Eitelkeit umgenommen zu sehen. Vielmehr ist noch in diesem Schicksale selbst die Gewalt, welche es auf die Gemüter, wenn nicht auf Geister ausübt, zu erkennen, sowie die Herausbildung zur Allgemeinheit und Bestimmtheit der Form, in der seine Vollendung besteht und die es allein möglich macht, daß diese Allgemeinheit zur Oberflächlichkeit gebraucht wird.
Yet even the excellent cannot escape the fate of being thus desouled and despiritualized, skinned, and seeing its hide wrapped around the vanity of lifeless knowing. Rather, in this very fate, we must recognize the power it exerts over minds (if not spirits), as well as the cultivation into the universality and determinacy of form in which its perfection consists — the sole condition enabling this universality to be misused for superficiality.
Die Wissenschaft darf sich nur durch das eigene Leben des Begriffs organisieren; in ihr ist die Bestimmtheit, welche aus dem Schema äußerlich dem Dasein aufgeklebt wird, die sich selbst bewegende Seele des erfüllten Inhalts. Die Bewegung des Seienden ist, sich einesteils ein Anderes und so zu seinem immanenten Inhalte zu werden; andernteils nimmt es diese Entfaltung oder dies sein Dasein in sich zurück, d.h. macht sich selbst zu einem Momente und vereinfacht sich zur Bestimmtheit. In jener Bewegung ist die Negativität das Unterscheiden und das Setzen des Daseins; in diesem Zurückgehen in sich ist sie das Werden der bestimmten Einfachheit.[51] Auf diese Weise ist es, daß der Inhalt seine Bestimmtheit nicht von einem anderen empfangen und aufgeheftet zeigt, sondern er gibt sie sich selbst und rangiert sich aus sich zum Momente und zu einer Stelle des Ganzen. Der tabellarische Verstand behält für sich die Notwendigkeit und den Begriff des Inhalts, das, was das Konkrete, die Wirklichkeit und lebendige Bewegung der Sache ausmacht, die er rangiert, oder vielmehr behält er dies nicht für sich, sondern kennt es nicht; denn wenn er diese Einsicht hätte, würde er sie wohl zeigen. Er kennt nicht einmal das Bedürfnis derselben; sonst würde er sein Schematisieren unterlassen oder wenigstens sich nicht mehr damit wissen als mit einer Inhaltsanzeige; er gibt nur die Inhaltsanzeige, den Inhalt selbst aber liefert er nicht. – Wenn die Bestimmtheit, auch eine solche wie z. B, Magnetismus, eine an sich konkrete oder wirkliche ist, so ist sie doch zu etwas Totem herabgesunken, da sie von einem anderen Dasein nur prädiziert und nicht als immanentes Leben dieses Daseins, oder wie sie in diesem ihre einheimische und eigentümliche Selbsterzeugung und Darstellung hat, erkannt ist. Diese Hauptsache hinzuzufügen, überläßt der formelle Verstand den anderen. – Statt in den immanenten Inhalt der Sache einzugehen, übersieht er immer das Ganze und steht über dem einzelnen Dasein, von dem er spricht, d.h. er sieht es gar nicht. Das wissenschaftliche Erkennen erfordert aber vielmehr, sich dem Leben des Gegenstandes zu übergeben oder, was dasselbe ist, die innere Notwendigkeit desselben vor sich zu haben und auszusprechen. Sich so in seinen Gegenstand vertiefend, vergißt es jener Übersicht, welche nur die Reflexion des Wissens aus dem Inhalte in sich selbst ist. Aber in die Materie versenkt und in deren Bewegung fortgehend, kommt es in sich selbst zurück, aber nicht eher als darin, daß die Erfüllung oder der Inhalt sich in sich zurücknimmt, zur Bestimmtheit vereinfacht, sich selbst zu einer Seite eines Daseins herabsetzt und in seine[52] höhere Wahrheit übergeht. Dadurch emergiert das einfache sich übersehende Ganze selbst aus dem Reichtume, worin seine Reflexion verloren schien.
Science must organize itself solely through the Concept’s own life. Within it, the determinacy externally glued onto existence by the schema becomes the self-moving soul of the fulfilled content. The movement of being consists, on the one hand, in becoming an other and thus developing into its immanent content; on the other hand, it takes back this unfolding, or its existence, into itself — i.e., makes itself a moment and simplifies into determinacy. In the former movement, negativity is differentiation and the positing of existence; in this return into itself, it is the becoming of determinate simplicity. Thus, the content does not receive its determinacy from another or wear it as an appendage; rather, it bestows determinacy upon itself, ranking itself as a moment and position within the whole. The tabular understanding reserves for itself the necessity and Concept of the content — what constitutes the concretion, actuality, and living movement of the matter it catalogues — or rather, it does not reserve this but simply does not know it. For if it possessed such insight, it would surely display it. It does not even recognize the need for such insight; otherwise, it would abandon its schematizing or at least know itself to be no more than a table of contents. It provides the table of contents but does not deliver the content itself. – Even if a determinacy such as magnetism is in itself concrete or actual, it is reduced to something dead when merely predicated of another existence rather than recognized as the immanent life of that existence — or as having its native and peculiar self-generation and manifestation within it. The formal understanding leaves it to others to supply this main point. – Instead of penetrating the immanent content of the matter, it always surveys the whole and stands above the individual existence of which it speaks — i.e., it does not see it at all. Scientific cognition, however, demands surrendering to the life of the object or, equivalently, having and expressing its inner necessity. Immersing itself thus into its object, it forgets that overview which is merely the reflection of knowledge out of the content back into itself. But by sinking into the material and advancing with its movement, science returns to itself only when the fulfillment or content withdraws into itself, simplifies into determinacy, lowers itself to one side of existence, and transitions into its higher truth. Through this process, the simple self-surveying whole emerges from the wealth wherein its reflection seemed lost.
Dadurch überhaupt, daß, wie es oben ausgedrückt wurde, die Substanz an ihr selbst Subjekt ist, ist aller Inhalt seine eigene Reflexion in sich. Das Bestehen oder die Substanz eines Daseins ist die Sichselbstgleichheit; denn seine Ungleichheit mit sich wäre seine Auflösung. Die Sichselbstgleichheit aber ist die reine Abstraktion; diese aber ist das Denken. Wenn ich sage Qualität, sage ich die einfache Bestimmtheit; durch die Qualität ist ein Dasein von einem anderen unterschieden oder Ist ein Dasein; es Ist für sich selbst, oder es besteht durch diese Einfachheit mit sich. Aber dadurch ist es wesentlich der Gedanke. – Hierin ist es begriffen, daß das Sein Denken ist; hierein fällt die Einsicht, die dem gewöhnlichen begrifflosen Sprechen von der Identität des Denkens und Seins abzugehen pflegt. – Dadurch nun, daß das Bestehen des Daseins die Sichselbstgleichheit oder die reine Abstraktion ist, ist es die Abstraktion seiner von sich selbst, oder es ist selbst seine Ungleichheit mit sich und seine Auflösung, – seine eigene Innerlichkeit und Zurücknahme in sich, – sein Werden. – Durch diese Natur des Seienden, und insofern das Seiende diese Natur für das Wissen hat, ist dieses nicht die Tätigkeit, die den Inhalt als ein Fremdes handhabt, nicht die Reflexion-in-sich aus dem Inhalte heraus; die Wissenschaft ist nicht jener Idealismus, der an die Stelle des behauptenden Dogmatismus als ein versichernder Dogmatismus oder der Dogmatismus der Gewißheit seiner selbst trat; sondern indem das Wissen den Inhalt in seine eigene Innerlichkeit zurückgehen sieht, ist seine Tätigkeit vielmehr sowohl versenkt in ihn, denn sie ist das immanente Selbst des Inhalts, als zugleich in sich zurückgekehrt, denn sie ist die reine Sichselbstgleichheit im Anderssein; so ist sie die List, die, der Tätigkeit sich zu enthalten scheinend, zusieht, wie die Bestimmtheit und ihr konkretes Leben darin eben, daß es seine Selbsterhaltung und besonderes[53] Interesse zu treiben vermeint, das Verkehrte, sich selbst auflösendes und zum Momente des Ganzen machendes Tun ist.
In general, by the fact that, as expressed above, Substance is in itself Subject, all content is its own reflection into itself. The subsistence or substance of an existence is its self-equality; for its inequality with itself would be its dissolution. Yet self-equality is pure abstraction; and this abstraction is thinking. When I say quality, I posit simple determinacy; through quality, an existence is distinguished from another or is an existence; it exists for itself, or subsists through this simplicity with itself. But thereby it is essentially the thought. Herein lies the comprehension that Being is Thought — an insight that ordinary conceptless talk about the identity of thinking and being usually lacks. Now since the subsistence of existence is self-equality or pure abstraction, it is the abstraction from itself, or its own inequality with itself and its dissolution — its own inwardness and withdrawal into itself — its becoming. Through this nature of what is, and insofar as what is has this nature for knowing, knowing is not the activity that handles content as something alien, nor the reflection-into-self that withdraws from the content. Science is not that idealism which replaced assertive dogmatism with an assuring dogmatism or the dogmatism of self-certainty; rather, as knowledge sees the content retreat into its own inwardness, its activity is at once both immersed in that content — for it is the immanent Self of the content — and returned into itself, for it is pure self-equality in otherness. Thus it is the cunning that, while seeming to refrain from activity, observes how determinacy and its concrete life, precisely in their pretension to pursue self-preservation and particular interests, enact their own inversion — dissolving themselves and becoming moments of the whole.
Wenn oben die Bedeutung des Verstandes nach der Seite des Selbstbewußtseins der Substanz angegeben wurde, so erhellt aus dem hier Gesagten seine Bedeutung nach der Bestimmung derselben als seiender. – Das Dasein ist Qualität, sichselbstgleiche Bestimmtheit oder bestimmte Einfachheit, bestimmter Gedanke; dies ist der Verstand des Daseins. Dadurch ist es nous, als für welchen Anaxagoras zuerst das Wesen erkannte. Die nach ihm begriffen bestimmter die Natur des Daseins als eidos oder idea, d.h. bestimmte Allgemeinheit, Art. Der Ausdruck Art scheint etwa zu gemein und zu wenig für die Ideen, für das Schöne und Heilige und Ewige zu sein, die zu dieser Zeit grassieren. Aber in der Tat drückt die Idee nicht mehr noch weniger aus als Art. Allein wir sehen Jetzt oft einen Ausdruck, der einen Begriff bestimmt bezeichnet, verschmäht und einen anderen vorgezogen, der, wenn es auch nur darum ist, weil er einer fremden Sprache angehört, den Begriff in Nebel einhüllt und damit erbaulicher lautet. – Eben darin, daß das Dasein als Art bestimmt ist, ist es einfacher Gedanke; der nous, die Einfachheit, ist die Substanz. Um ihrer Einfachheit oder Sichselbstgleichheit willen erscheint sie als fest und bleibend, Aber diese Sichselbstgleichheit ist ebenso Negativität; dadurch geht jenes feste Dasein in seine Auflösung über. Die Bestimmtheit scheint zuerst es nur dadurch zu sein, daß sie sich auf Anderes bezieht, und ihre Bewegung [scheint] ihr durch eine fremde Gewalt angetan zu werden; aber daß sie ihr Anderssein selbst an ihr hat und Selbstbewegung ist, dies ist eben in Jener Einfachheit des Denkens selbst enthalten; denn diese ist der sich selbst bewegende und unterscheidende Gedanke und die eigene Innerlichkeit, der reine Begriff. So ist also die Verständigkeit ein Werden, und als dies Werden ist sie die Vernünftigkeit.
If earlier the significance of the Understanding was indicated from the perspective of Substance’s self-consciousness, what has now been said clarifies its significance regarding the determination of Substance as being. Existence is quality, self-equivalent determinacy, or determinate simplicity — determinate thought: this is the Understanding of existence. Thereby it is nous, which Anaxagoras first recognized as essence. Those who came after him grasped the nature of existence more concretely as eidos or idea — that is, as determinate universality, species. The term "species" may seem too common and inadequate for ideas like the Beautiful, the Holy, or the Eternal, which currently proliferate. Yet in truth, "idea" expresses neither more nor less than "species." Today we often see a term that precisely designates a concept dismissed in favor of another that, merely by belonging to a foreign tongue, shrouds the concept in mist and sounds more edifying. Precisely in being determined as species, existence is simple thought; the nous, this simplicity, is Substance. Due to its simplicity or self-equivalence, it appears as fixed and enduring. But this self-equivalence is equally negativity; thereby that fixed existence transitions into its dissolution. Determinacy initially seems to exist only through its relation to otherness, and its movement [appears] imposed by an alien force. Yet that it carries its otherness within itself and is self-movement — this lies precisely in that simplicity of thought itself, for simplicity is the self-moving, self-distinguishing thought, the inherent inwardness, the pure Concept. Thus, Understanding is a becoming, and as this becoming, it is rationality.
In dieser Natur dessen, was ist, in seinem Sein sein Begriff[54] zu sein, ist es, daß überhaupt die logische Notwendigkeit besteht; sie allein ist das Vernünftige und der Rhythmus des organischen Ganzen, sie ist ebensosehr Wissen des Inhalts, als der Inhalt Begriff und Wesen ist, – oder sie allein ist das Spekulative. – Die konkrete Gestalt, sich selbst bewegend, macht sich zur einfachen Bestimmtheit; damit erhebt sie sich zur logischen Form und ist in ihrer Wesentlichkeit; ihr konkretes Dasein ist nur diese Bewegung und ist unmittelbar logisches Dasein. Es ist darum unnötig, dem konkreten Inhalt den Formalismus äußerlich anzutun; Jener ist an ihm selbst das Übergehen in diesen, der aber aufhört, dieser äußerliche Formalismus zu sein, weil die Form das einheimische Werden des konkreten Inhalts selbst ist.
In this nature of what is — that in its being, it is its own Concept — lies the logical necessity as such. This alone is the rational and the rhythm of the organic whole; it is as much the knowing of the content as the content is Concept and essence — or it alone is the Speculative. The concrete shape, moving itself, renders itself into simple determinacy; thereby it ascends to logical form and exists in its essentiality. Its concrete existence is only this movement and is immediately logical existence. Hence it is unnecessary to externally impose formalism upon the concrete content; the latter itself transitions into the former, which ceases to be external formalism because the form is the immanent becoming of the concrete content itself.
Diese Natur der wissenschaftlichen Methode, teils von dem Inhalte ungetrennt zu sein, teils sich durch sich selbst ihren Rhythmus zu bestimmen, hat, wie schon erinnert, in der spekulativen Philosophie ihre eigentliche Darstellung. – Das hier Gesagte drückt zwar den Begriff aus, kann aber für nicht mehr als für eine antizipierte Versicherung gelten. Ihre Wahrheit liegt nicht in dieser zum Teil erzählenden Exposition und ist darum auch ebensowenig widerlegt, wenn dagegen versichert wird, dem sei nicht so, sondern es verhalte sich damit so und so, wenn gewohnte Vorstellungen als ausgemachte und bekannte Wahrheiten in Erinnerung gebracht und hererzählt [werden] oder auch aus dem Schreine des inneren göttlichen Anschauens Neues aufgetischt und versichert wird. – Eine solche Aufnahme pflegt die erste Reaktion des Wissens, dem etwas unbekannt war, dagegen zu sein, um die Freiheit und eigene Einsicht, die eigene Autorität gegen die fremde (denn unter dieser Gestalt erscheint das jetzt zuerst Aufgenommene) zu retten, – auch um den Schein und die Art von Schande, die darin liegen soll, daß etwas gelernt worden sei, wegzuschaffen; so wie bei der Beifall gebenden Annahme des Unbekannten die Reaktion derselben Art in dem besteht, was in einer anderen Sphäre das ultrarevolutionäre Reden und Handeln war.[55]
This nature of the scientific method – partly to be inseparable from the content and partly to determine its own rhythm through itself – has, as already noted, its proper exposition in speculative philosophy. – What is said here does indeed express the Concept, yet it can be taken as no more than an anticipatory assurance. Its truth does not lie in this partly narrative exposition and is therefore equally little refuted when counter-assertions are made – whether by invoking customary representations as settled and familiar truths or by serving up novelties drawn from the inner sanctum of divine intuition. – Such a reception typically constitutes the first reaction of knowledge confronted with the unfamiliar: to preserve its freedom and self-insight against foreign authority (for the newly encountered appears in this guise) and to dispel the semblance of ignobility in having learned something. Conversely, the enthusiastic embrace of the unknown belongs to the same category as ultra-revolutionary rhetoric and action in another sphere.
Worauf es deswegen bei dem Studium der Wissenschaft ankommt, ist, die Anstrengung des Begriffs auf sich zu nehmen. Sie erfordert die Aufmerksamkeit auf ihn als solchen, auf die einfachen Bestimmungen, z.B. des Ansichseins, des Fürsichseins, der Sichselbstgleichheit usf.; denn diese sind solche reine Selbstbewegungen, die man Seelen nennen könnte, wenn nicht ihr Begriff etwas Höheres bezeichnete als diese. Der Gewohnheit, an Vorstellungen fortzulaufen, ist die Unterbrechung derselben durch den Begriff ebenso lästig als dem formalen Denken, das in unwirklichen Gedanken hin und her räsoniert. Jene Gewohnheit ist ein materielles Denken zu nennen, ein zufälliges Bewußtsein, das in den Stoff nur versenkt ist, welchem es daher sauer ankommt, aus der Materie zugleich sein Selbst rein herauszuheben und bei sich zu sein. Das andere, das Räsonieren hingegen ist die Freiheit von dem Inhalt und die Eitelkeit über ihn; ihr wird die Anstrengung zugemutet, diese Freiheit aufzugeben und, statt das willkürlich bewegende Prinzip des Inhalts zu sein, diese Freiheit in ihn zu versenken, ihn durch seine eigene Natur, d.h. durch das Selbst als das seinige, sich bewegen zu lassen und diese Bewegung zu betrachten. Sich des eigenen Einfallens in den immanenten Rhythmus der Begriffe entschlagen, in ihn nicht durch die Willkür und sonst erworbene Weisheit eingreifen, diese Enthaltsamkeit ist selbst ein wesentliches Moment der Aufmerksamkeit auf den Begriff.
What matters in the study of Science is that one submit to the exertion of the Concept. This requires attentiveness to the Concept as such, to its simple determinations – e.g., being-in-itself, being-for-itself, self-equality, etc. – for these are pure self-movements one might call souls, were their Concept not to designate something higher. To the habit of running on in representations, the interruption of this flow by the Concept is as irksome as formal thinking finds its restless ratiocination in unreal thoughts. The former habit may be termed material thinking – a contingent consciousness immersed in material content, which thus struggles to elevate its Self from this matter and remain self-present. The latter ratiocination, by contrast, is freedom from content and vanity over it; it must be urged to relinquish this freedom and, instead of being the arbitrarily moving principle of content, to immerse itself therein, letting content move through its own nature – i.e., through the Self as its own – and observing this movement. To refrain from inserting one’s caprices into the immanent rhythm of Concepts, not to interfere with it through arbitrariness or borrowed wisdom – this abstention is itself an essential moment of attentiveness to the Concept.
Es sind an dem räsonierenden Verhalten die beiden Seiten bemerklicher zu machen, nach welchen das begreifende Denken ihm entgegengesetzt ist. – Teils verhält sich jenes negativ gegen den aufgefaßten Inhalt, weiß ihn zu widerlegen und zunichte zu machen. Daß dem nicht so sei, diese Einsicht ist das bloß Negative; es ist das Letzte, das nicht selbst über sich hinaus zu einem neuen Inhalt geht; sondern um wieder einen Inhalt zu haben, muß etwas anderes irgendwoher vorgenommen werden. Es ist die Reflexion in das leere Ich, die Eitelkeit seines Wissens. – Diese Eitelkeit drückt aber nicht nur dies aus, daß dieser Inhalt eitel, sondern auch, daß diese[56] Einsicht selbst es ist; denn sie ist das Negative, das nicht das Positive in sich erblickt. Dadurch, daß diese Reflexion ihre Negativität selbst nicht zum Inhalte gewinnt, ist sie überhaupt nicht in der Sache, sondern immer darüber hinaus; sie bildet sich deswegen ein, mit der Behauptung der Leere immer weiter zu sein als eine inhaltsreiche Einsicht, Dagegen, wie vorhin gezeigt, gehört im begreifenden Denken das Negative dem Inhalte selbst an und ist sowohl als seine immanente Bewegung und Bestimmung wie als Ganzes derselben das Positive. Als Resultat aufgefaßt, ist es das aus dieser Bewegung herkommende, das bestimmte Negative und hiermit ebenso ein positiver Inhalt.
Two aspects of ratiocinative behavior deserve emphasis in their opposition to comprehending thought. – On one side, such behavior relates negatively to the apprehended content, knowing how to refute and annihilate it. That such is not the case – this insight is the merely Negative; it is a finality that does not transcend itself toward new content. To regain content, something else must be seized upon from elsewhere. This is reflection into the empty I, the vanity of its knowledge. – Yet this vanity expresses not only that the content is vain but also that this very insight is vain; for it is the Negative that fails to perceive the Positive within itself. Insofar as this reflection does not grasp its own negativity as content, it remains external to the matter, always beyond it. It therefore fancies itself further advanced than any content-rich insight through its assertion of emptiness. Conversely, as shown earlier, in comprehending thought the Negative belongs to the content itself, serving both as its immanent movement and determination and, as the whole thereof, as the Positive. Apprehended as result, it is the determinate Negative emerging from this movement – and thus equally a positive content.
In Ansehung dessen aber, daß solches Denken einen Inhalt hat, es sei der Vorstellungen oder Gedanken oder der Vermischung beider, hat es eine andere Seite, die ihm das Begreifen erschwert. Die merkwürdige Natur derselben hängt mit dem oben angegebenen Wesen der Idee selbst enge zusammen oder drückt sie vielmehr aus, wie sie als die Bewegung erscheint, die denkendes Auffassen ist. – Wie nämlich in seinem negativen Verhalten, wovon soeben die Rede war, das räsonierende Denken selber das Selbst ist, in das der Inhalt zurückgeht, so ist dagegen in seinem positiven Erkennen das Selbst ein vorgestelltes Subjekt, worauf sich der Inhalt als Akzidens und Prädikat bezieht. Dies Subjekt macht die Basis aus, an die er geknüpft wird und auf der die Bewegung hin und wider läuft. Anders verhält es sich im begreifenden Denken. Indem der Begriff das eigene Selbst des Gegenstandes ist, das sich als sein Werden darstellt, ist es nicht ein ruhendes Subjekt, das unbewegt die Akzidenzen trägt, sondern der sich bewegende und seine Bestimmungen in sich zurücknehmende Begriff. In dieser Bewegung geht jenes ruhende Subjekt selbst zugrunde; es geht in die Unterschiede und den Inhalt ein und macht vielmehr die Bestimmtheit, d.h. den unterschiedenen Inhalt wie die Bewegung desselben aus, statt ihr gegenüber stehenzubleiben. Der feste Boden, den das Räsonieren an dem ruhenden Subjekte[57] hat, schwankt also, und nur diese Bewegung selbst wird der Gegenstand. Das Subjekt, das seinen Inhalt erfüllt, hört auf, über diesen hinauszugehen, und kann nicht noch andere Prädikate oder Akzidenzen haben. Die Zerstreutheit des Inhalts ist umgekehrt dadurch unter das Selbst gebunden; er ist nicht das Allgemeine, das frei vom Subjekte mehreren zukäme. Der Inhalt ist somit in der Tat nicht mehr Prädikat des Subjekts, sondern ist die Substanz, ist das Wesen und der Begriff dessen, wovon die Rede ist. Das vorstellende Denken, da seine Natur ist, an den Akzidenzen oder Prädikaten fortzulaufen, und mit Recht, weil sie nicht mehr als Prädikate und Akzidenzen sind, über sie hinauszugehen, wird, indem das, was im Satze die Form eines Prädikats hat, die Substanz selbst ist, in seinem Fortlaufen gehemmt. Es erleidet, [um] es so vorzustellen, einen Gegenstoß. Vom Subjekte anfangend, als ob dieses zum Grunde liegen bliebe, findet es, indem das Prädikat vielmehr die Substanz ist, das Subjekt zum Prädikat übergegangen und hiermit aufgehoben; und indem so das, was Prädikat zu sein scheint, zur ganzen und selbständigen Masse geworden, kann das Denken nicht frei herumirren, sondern ist durch diese Schwere aufgehalten. – Sonst ist zuerst das Subjekt als das gegenständliche fixe Selbst zugrunde gelegt; von hier aus geht die notwendige Bewegung zur Mannigfaltigkeit der Bestimmungen oder der Prädikate fort; hier tritt an die Stelle jenes Subjekts das wissende Ich selbst ein und ist das Verknüpfen der Prädikate und das sie haltende Subjekt. Indem aber jenes erste Subjekt in die Bestimmungen selbst eingeht und ihre Seele ist, findet das zweite Subjekt, nämlich das wissende, jenes, mit dem es schon fertig sein und worüber hinaus es in sich zurückgehen will, noch im Prädikate vor, und statt in dem Bewegen des Prädikats das Tuende – als Räsonieren, ob jenem dies oder jenes Prädikat beizulegen wäre – sein zu können, hat es vielmehr mit dem[58] Selbst des Inhalts noch zu tun, soll nicht für sich, sondern mit diesem zusammen sein.
Regarding the fact that such thinking has a content—whether of representations, thoughts, or a mixture of both—there is another aspect that complicates comprehension. The remarkable nature of this aspect is closely tied to the aforementioned essence of the Idea itself, or rather expresses how it appears as the movement that is the act of thinking apprehension. — For just as, in its negative behavior (discussed earlier), ratiocinative thinking itself is the Self into which the content returns, so conversely, in its positive cognition, the Self is a represented Subject to which the content relates as accident and predicate. This Subject constitutes the foundation to which the content is tethered and upon which the movement oscillates back and forth. The case is different in comprehending thinking. Since the Concept is the object's own Self, manifesting itself as its becoming, it is not an inert Subject that immovably bears accidents but rather the self-moving Concept that withdraws its determinations into itself. In this movement, that inert Subject itself perishes; it enters into the differences and the content, and instead constitutes the determinateness—i.e., the differentiated content and its movement—rather than remaining opposed to them. The stable ground that ratiocination finds in the inert Subject[57] thus falters, and only this movement itself becomes the object. The Subject that fulfills its content ceases to go beyond it and cannot have further predicates or accidents. The dispersal of the content is conversely bound under the Self; it is not the Universal that could belong freely to several Subjects. The content is thus in truth no longer a predicate of the Subject but the Substance, the essence, and the Concept of what is being discussed. Representational thinking, whose nature is to proceed through accidents or predicates—and rightly so, since they are nothing more than predicates and accidents—is hindered in its progress when what assumes the form of a predicate in the proposition is Substance itself. To put it figuratively, it suffers a counter-thrust. Starting from the Subject, as if it remained the underlying foundation, thinking finds that the predicate has instead become Substance, that the Subject has transitioned into the predicate and is thereby sublated. And since what seemed to be the predicate has now become the entire and independent mass, thinking cannot wander freely but is arrested by this weight. — Ordinarily, the Subject is first posited as the objective fixed Self, serving as the foundation; from here, the necessary movement proceeds toward the multiplicity of determinations or predicates. Here, the knowing I itself steps into the place of that Subject and becomes the agent that links and sustains the predicates. However, since that first Subject merges into the determinations themselves and becomes their soul, the second Subject (namely, the knowing Subject) encounters the first—with which it had already finished and beyond which it sought to return into itself—still present in the predicate. Instead of being able to act as the agent in the movement of the predicate (i.e., as ratiocination about whether this or that predicate should be ascribed to the Subject), it must now engage with the[58] Self of the content and should not exist for itself but in unity with it.
Formell kann das Gesagte so ausgedrückt werden, daß die Natur des Urteils oder Satzes überhaupt, die den Unterschied des Subjekts und Prädikats in sich schließt, durch den spekulativen Satz zerstört wird und der identische Satz, zu dem der erstere wird, den Gegenstoß zu jenem Verhältnisse enthält. – Dieser Konflikt der Form eines Satzes überhaupt und der sie zerstörenden Einheit des Begriffs ist dem ähnlich, der im Rhythmus zwischen dem Metrum und dem Akzente stattfindet. Der Rhythmus resultiert aus der schwebenden Mitte und Vereinigung beider. So soll auch Im philosophischen Satze die Identität des Subjekts und Prädikats den Unterschied derselben, den die Form des Satzes ausdrückt, nicht vernichten, sondern ihre Einheit [soll] als eine Harmonie hervorgehen. Die Form des Satzes ist die Erscheinung des bestimmten Sinnes oder der Akzent, der seine Erfüllung unterscheidet; daß aber das Prädikat die Substanz ausdrückt und das Subjekt selbst ins Allgemeine fällt, ist die Einheit, worin jener Akzent verklingt.
Formally, what has been said can be expressed as follows: the nature of the judgment or proposition in general, which contains the distinction between Subject and predicate, is destroyed by the speculative proposition. The identical proposition into which the former is transformed contains a counteraction to that relationship. — This conflict between the form of a proposition in general and the unity of the Concept that destroys it resembles the tension in rhythm between meter and accent. Rhythm arises from the hovering midpoint and union of the two. Similarly, in the philosophical proposition, the identity of Subject and predicate should not annihilate their distinction (which the form of the proposition expresses) but allow their unity to emerge as a harmony. The form of the proposition is the appearance of determinate meaning or the accent that distinguishes its fulfillment. But since the predicate expresses Substance and the Subject itself collapses into the Universal, this is the unity in which that accent fades away.
Um das Gesagte durch Beispiele zu erläutern, so ist in dem Satz: Gott ist das Sein, das Prädikat das Sein; es hat substantielle Bedeutung, in der das Subjekt zerfließt. Sein soll hier nicht Prädikat, sondern das Wesen sein; dadurch scheint Gott aufzuhören, das zu sein, was er durch die Stellung des Satzes ist, nämlich das feste Subjekt. – Das Denken, statt im Übergänge vom Subjekte zum Prädikate weiterzukommen, fühlt sich, da das Subjekt verlorengeht, vielmehr gehemmt und zu dem Gedanken des Subjekts, weil es dasselbe vermißt, zurückgeworfen; oder es findet, da das Prädikat selbst als ein Subjekt, als das Sein, als das Wesen ausgesprochen ist, welches die Natur des Subjekts erschöpft, das Subjekt unmittelbar auch im Prädikate; und nun, statt daß es im Prädikate in sich gegangen die freie Stellung des Räsonierens erhielte, ist es in den Inhalt noch vertieft, oder wenigstens ist die Forderung vorhanden, in ihn vertieft zu sein. – So[59] auch wenn gesagt wird: das Wirkliche ist das Allgemeine, so vergeht das Wirkliche als Subjekt in seinem Prädikate. Das Allgemeine soll nicht nur die Bedeutung des Prädikats haben, so daß der Satz dies aussagte, das Wirkliche sei allgemein; sondern das Allgemeine soll das Wesen des Wirklichen ausdrücken. – Das Denken verliert daher so sehr seinen festen gegenständlichen Boden, den es am Subjekte hatte, als es im Prädikate darauf zurückgeworfen wird und in diesem nicht in sich, sondern in das Subjekt des Inhalts zurückgeht.
To clarify the above with examples: In the proposition "God is Being," the predicate is Being—a term with substantive significance in which the Subject dissolves. Being here is not meant as a predicate but as the essence. Consequently, God seems to cease being what His position in the proposition designates, namely the fixed Subject. — Instead of advancing through the transition from Subject to predicate, thinking, feeling the loss of the Subject, is halted and thrown back into the thought of the Subject it now misses. Alternatively, since the predicate itself is articulated as a Subject—as Being, as essence, which exhausts the nature of the Subject—the Subject is immediately present in the predicate. Now, instead of attaining the free stance of ratiocination by withdrawing into itself through the predicate, thinking remains absorbed in the content or at least feels compelled to be so absorbed. — Similarly, when it is said, "the Actual is the Universal," the Actual as Subject vanishes into its predicate. The Universal is not meant to have merely the significance of a predicate (as if the proposition stated that the Actual is universal) but is to express the essence of the Actual. — Thus, thinking loses both the stable objective ground it had in the Subject and, being thrown back into the predicate, does not return into itself but into the Subject of the content.
Auf diesem ungewohnten Hemmen beruhen großenteils die Klagen über die Unverständlichkeit philosophischer Schriften, wenn anders im Individuum die sonstigen Bedingungen der Bildung, sie zu verstehen, vorhanden sind. Wir sehen in dem Gesagten den Grund des ganz bestimmten Vorwurfs, der ihnen oft gemacht wird, daß mehreres erst wiederholt gelesen werden müsse, ehe es verstanden werden könne, – ein Vorwurf, der etwas Ungebührliches und Letztes enthalten soll, so daß er, wenn er gegründet, weiter keine Gegenrede zulasse. – Es erhellt aus dem Obigen, welche Bewandtnis es damit hat. Der philosophische Satz, weil er Satz ist, erweckt die Meinung des gewöhnlichen Verhältnisses des Subjekts und Prädikats und des gewohnten Verhaltens des Wissens. Dies Verhalten und die Meinung desselben zerstört sein philosophischer Inhalt; die Meinung erfährt, daß es anders gemeint ist, als sie meinte, und diese Korrektion seiner Meinung nötigt das Wissen, auf den Satz zurückzukommen und ihn nun anders zu fassen.
This unfamiliar inhibition largely underlies the complaints about the incomprehensibility of philosophical writings, assuming the individual otherwise possesses the requisite cultural prerequisites for understanding them. In what has been stated, we discern the basis of the highly specific reproach often leveled against such works—that they must be read multiple times before being comprehended—a reproach presumed to contain something impertinent and conclusive, as if allowing no rebuttal if justified. The matter’s nature is evident from the foregoing. The philosophical proposition, because it is a proposition, evokes the assumption of the ordinary relation between subject and predicate and the customary comportment of knowing. This comportment and its attendant assumption are annihilated by the proposition’s philosophical content; the assumption discovers that its meaning diverges from what it had presumed, and this correction of its presumption compels knowing to return to the proposition and grasp it differently.
Eine Schwierigkeit, die vermieden werden sollte, macht die Vermischung der spekulativen und der räsonierenden Weise aus, wenn einmal das vom Subjekte Gesagte die Bedeutung seines Begriffs hat, das andere Mal aber auch nur die Bedeutung seines Prädikats oder Akzidens. – Die eine Weise stört die ändere, und erst diejenige philosophische Exposition würde es erreichen, plastisch zu sein, welche streng die Art des gewöhnlichen Verhältnisses der Teile eines Satzes ausschlösse.[60]
A difficulty to be avoided arises from the mixing of speculative and ratiocinative modes, wherein what is said of the subject at one moment bears the significance of its Concept, while at another moment it signifies merely its predicate or accident. Each mode disrupts the other, and only that philosophical exposition which rigorously excludes the ordinary relational form of a proposition’s parts would achieve plasticity. [60]
In der Tat hat auch das nicht spekulative Denken sein Recht, das gültig, aber in der Weise des spekulativen Satzes nicht beachtet ist. Daß die Form des Satzes aufgehoben wird, muß nicht nur auf unmittelbare Weise geschehen, nicht durch den bloßen Inhalt des Satzes. Sondern diese entgegengesetzte Bewegung muß ausgesprochen werden; sie muß nicht nur jene innerliche Hemmung, sondern dies Zurückgehen des Begriffs in sich muß dargestellt sein. Diese Bewegung, welche das ausmacht, was sonst der Beweis leisten sollte, ist die dialektische Bewegung des Satzes selbst. Sie allein ist das wirkliche Spekulative, und nur das Aussprechen derselben ist spekulative Darstellung. Als Satz ist das Spekulative nur die innerliche Hemmung und die nicht daseiende Rückkehr des Wesens in sich. Wir sehen uns daher oft von philosophischen Expositionen an dieses innere Anschauen verwiesen und dadurch die Darstellung der dialektischen Bewegung des Satzes erspart, die wir verlangten. – Der Satz soll ausdrücken, was das Wahre ist, aber wesentlich ist es Subjekt; als dieses ist es nur die dialektische Bewegung, dieser sich selbst erzeugende, fortleitende und in sich zurückgehende Gang. – Bei dem sonstigen Erkennen macht der Beweis diese Seite der ausgesprochenen Innerlichkeit aus. Nachdem aber die Dialektik vom Beweise getrennt worden, ist in der Tat der Begriff des philosophischen Beweisens verlorengegangen.
In truth, non-speculative thinking also possesses its own validity, which remains unacknowledged within the speculative proposition’s mode. The sublation of the propositional form must not occur merely in an immediate manner, through the proposition’s content alone. Rather, this counter-movement must be explicitly articulated; the return of the Concept into itself must not remain an implicit inhibition but must be presented. This movement, which constitutes what proof was traditionally meant to accomplish, is the dialectical movement of the proposition itself. It alone is the actual speculative, and only its articulation constitutes speculative presentation. As a proposition, the speculative is merely the inner inhibition and the non-existent return of essence into itself. Hence, philosophical expositions often refer us to this inner intuition, thereby sparing us the presentation of the proposition’s dialectical movement that we demand. The proposition is meant to express what the True is, but essentially, the True is Subject; as such, it is solely the dialectical movement—this self-generating, self-propelling, and self-returning progression. In ordinary cognition, proof constitutes this aspect of expressed inwardness. Yet once dialectic is severed from proof, the very Concept of philosophical demonstration has been lost.
Es kann hierüber erinnert werden, daß die dialektische Bewegung gleichfalls Sätze zu ihren Teilen oder Elementen habe; die aufgezeigte Schwierigkeit scheint daher immer zurückzukehren und eine Schwierigkeit der Sache selbst zu sein. – Es ist dies dem ähnlich, was beim gewöhnlichen Beweise so vorkommt, daß die Gründe, die er gebraucht, selbst wieder einer Begründung bedürfen, und so fort ins Unendliche. Diese Form des Begründens und Bedingens gehört aber jenem Beweisen, von dem die dialektische Bewegung verschieden ist, und somit dem äußerlichen Erkennen an. Was diese selbst betrifft, so ist ihr Element der reine Begriff;[61] hiermit hat sie einen Inhalt, der durch und durch Subjekt an ihm selbst ist. Es kommt also kein solcher Inhalt vor, der als zum Grunde liegendes Subjekt sich verhielte und dem seine Bedeutung als ein Prädikat zukäme; der Satz ist unmittelbar eine nur leere Form. – Außer dem sinnlich angeschauten oder vorgestellten Selbst ist es vornehmlich der Name als Name, der das reine Subjekt, das leere begrifflose Eins bezeichnet. Aus diesem Grunde kann es z.B. dienlich sein, den Namen Gott zu vermeiden, weil dies Wort nicht unmittelbar zugleich Begriff, sondern der eigentliche Name, die feste Ruhe des zum Grunde liegenden Subjekts ist; da hingegen z.B. das Sein oder das Eine, die Einzelheit, das Subjekt usf. selbst auch unmittelbar Begriffe andeuten. – Wenn auch von jenem Subjekte spekulative Wahrheiten gesagt werden, so entbehrt doch ihr Inhalt des immanenten Begriffs, weil er nur als ruhendes Subjekt vorhanden ist, und sie bekommen durch diesen Umstand leicht die Form der bloßen Erbaulichkeit. – Von dieser Seite wird also auch das Hindernis, das in der Gewohnheit liegt, das spekulative Prädikat nach der Form des Satzes, nicht als Begriff und Wesen zu fassen, durch die Schuld des philosophischen Vertrags selbst vermehrt und verringert werden können. Die Darstellung muß, der Einsicht in die Natur des Spekulativen getreu, die dialektische Form behalten und nichts hereinnehmen, als insofern es begriffen wird und der Begriff ist.
Here, one might recall that the dialectical movement likewise has propositions as its parts or elements; the difficulty indicated thus seems perpetually to recur, becoming a difficulty inherent to the matter itself. This resembles what occurs in ordinary proof, where the grounds employed themselves require further grounding, ad infinitum. However, this form of grounding and conditioning belongs to that mode of proof from which the dialectical movement is distinct, and thus to external cognition. As for the dialectic itself, its element is the pure Concept; [61] hence, its content is thoroughly Subject in itself. No content occurs here as an underlying subject to which meaning attaches as a predicate; the proposition is immediately an empty form. Beyond the sensuously intuited or imagined self, it is primarily the name as name that designates the pure subject—the empty, conceptless One. For this reason, it may prove expedient to avoid the name God, since this word does not simultaneously signify Concept but rather functions as the proper name—the fixed repose of the underlying subject. By contrast, terms such as Being, the One, singularity, the subject, etc., immediately intimate concepts. Even when speculative truths are predicated of such a subject, their content lacks immanent Concept, since it exists merely as a static subject, thereby easily assuming the form of mere edification. From this perspective, the obstacle rooted in the habit of grasping the speculative predicate according to the propositional form—not as Concept and essence—can be exacerbated or mitigated by the philosophical exposition itself. Faithful to insight into the nature of the speculative, the presentation must retain the dialectical form and admit nothing except insofar as it is comprehended and is the Concept.
Sosehr als das räsonierende Verhalten ist dem Studium der Philosophie die nicht räsonierende Einbildung auf ausgemachte Wahrheiten hinderlich, auf welche der Besitzer es nicht nötig zu haben meint zurückzukommen, sondern sie zugrunde legt und sie aussprechen sowie durch sie richten und absprechen zu können glaubt. Von dieser Seite tut es besonders not, daß wieder ein ernsthaftes Geschäft aus dem Philosophieren gemacht werde. Von allen Wissenschaften, Künsten, Geschicklichkeiten, Handwerken gilt die Überzeugung,[62] daß, um sie zu besitzen, eine vielfache Bemühung des Erlernens und Übens derselben nötig ist. In Ansehung der Philosophie dagegen scheint jetzt das Vorurteil zu herrschen, daß, wenn zwar jeder Augen und Finger hat, und wenn er Leder und Werkzeug bekommt, er darum nicht imstande sei, Schuhe zu machen, jeder doch unmittelbar zu philosophieren und die Philosophie zu beurteilen verstehe, weil er den Maßstab an seiner natürlichen Vernunft dazu besitze, – als ob er den Maßstab eines Schuhes nicht an seinem Fuße ebenfalls besäße. – Es scheint gerade in den Mangel von Kenntnissen und von Studium der Besitz der Philosophie gesetzt zu werden und diese da aufzuhören, wo Jene anfangen. Sie wird häufig für ein formelles inhaltleeres Wissen gehalten, und es fehlt sehr an der Einsicht, daß, was auch dem Inhalte nach in irgendeiner Kenntnis und Wissenschaft Wahrheit ist, diesen Namen allein dann verdienen kann, wenn es von der Philosophie erzeugt worden; daß die anderen Wissenschaften, sie mögen es mit Räsonieren ohne die Philosophie versuchen, soviel sie wollen, ohne sie nicht Leben, Geist, Wahrheit in ihnen zu haben vermögen.
Just as much as ratiocination, the non-ratiocinative presumption of settled truths is detrimental to the study of philosophy – those truths which their possessor deems unnecessary to revisit, but rather takes as given, believing himself capable of pronouncing them as well as judging and deciding through them. From this perspective, it is particularly imperative that philosophizing once again become a serious undertaking. For all sciences, arts, skills, and crafts, it is held self-evident that to master them, one must undergo extensive learning and practice. Regarding philosophy, however, the current prejudice prevails that while not everyone with eyes and fingers can make shoes even if given leather and tools, everyone is immediately capable of philosophizing and judging philosophy because they possess the standard of natural reason for it – as if they did not also carry the standard for a shoe on their own foot. – It seems that the possession of philosophy is precisely located in the absence of knowledge and study, and that philosophy ends where these begin. It is often dismissed as a formal, contentless knowing, with little recognition that whatever truth exists in any field of knowledge or science can only merit that name if it has been engendered by philosophy; that other sciences, however much they may attempt to reason without philosophy, cannot attain life, spirit, or truth within themselves without it.
In Ansehung der eigentlichen Philosophie sehen wir für den langen Weg der Bildung, für die ebenso reiche als tiefe Bewegung, durch die der Geist zum Wissen gelangt, die unmittelbare Offenbarung des Göttlichen und den gesunden Menschenverstand, der sich weder mit anderem Wissen noch mit dem eigentlichen Philosophieren bemüht und gebildet hat, sich unmittelbar als ein vollkommenes Äquivalent und so gutes Surrogat ansehen, als etwa die Zichorie ein Surrogat des Kaffees zu sein gerühmt wird. Es ist nicht erfreulich zu bemerken, daß die Unwissenheit und die form- wie geschmacklose Roheit selbst, die unfähig ist, ihr Denken auf einen abstrakten Satz, noch weniger auf den Zusammenhang mehrerer festzuhalten, bald die Freiheit und Toleranz des Denkens, bald aber Genialität zu sein versichert. Die letztere, wie jetzt in der Philosophie, grassierte bekanntlich einst ebenso in der Poesie; statt Poesie aber, wenn das Produzieren[63] dieser Genialität einen Sinn hatte, erzeugte es triviale Prosa oder, wenn es über diese hinausging, verrückte Reden. So jetzt ein natürliches Philosophieren, das sich zu gut für den Begriff und durch dessen Mangel für ein anschauendes und poetisches Denken hält, bringt willkürliche Kombinationen einer durch den Gedanken nur desorganisierten Einbildungskraft zu Markte – Gebilde, die weder Fisch noch Fleisch, weder Poesie noch Philosophie sind.
Concerning genuine philosophy, we observe that the immediate revelation of the Divine and healthy common sense – which has troubled itself neither with other knowledge nor with proper philosophizing – considers itself a fully adequate equivalent and as fitting a surrogate as chicory is praised to be a substitute for coffee. It is not gratifying to observe how ignorance and formless, tasteless crudity – incapable of fixing its thought on an abstract proposition, let alone grasping the connection between several – now proclaims itself the freedom and tolerance of thought, now declares itself genius. The latter, as formerly in poetry (where the productions of such genius, when meaningful, yielded trivial prose or, when surpassing this, deranged speech), now runs rampant in philosophy. Similarly, a natural philosophy that considers itself too elevated for the Concept and consequently substitutes conceptual lack with intuitive and poetic thinking peddles arbitrary combinations of an imagination disorganized by thought – formations that are neither fish nor fowl, neither poetry nor philosophy.
Dagegen im ruhigeren Bette des gesunden Menschenverstandes fortfließend, gibt das natürliche Philosophieren eine Rhetorik trivialer Wahrheiten zum besten. Wird ihm die Unbedeutendheit derselben vorgehalten, so versichert es dagegen, daß der Sinn und die Erfüllung in seinem Herzen vorhanden sei, und auch so bei anderen vorhanden sein müsse, indem es überhaupt mit der Unschuld des Herzens und der Reinheit des Gewissens und dgl. letzte Dinge gesagt zu haben meint, wogegen weder Einrede stattfinde noch etwas weiteres gefordert werden könne. Es war aber darum zu tun, daß das Beste nicht im Innern zurückbleibe, sondern aus diesem Schachte zutage gefördert werde. Letzte Wahrheiten jener Art vorzubringen, diese Mühe konnte längst erspart werden, denn sie sind längst etwa im Katechismus, in den Sprichwörtern des Volks usf. zu finden. – Es ist nicht schwer, solche Wahrheiten an ihrer Unbestimmtheit oder Schiefheit zu fassen, oft die gerade entgegengesetzte ihrem Bewußtsein in ihm selbst aufzuzeigen. Es wird, indem es sich aus der Verwirrung, die in ihm angerichtet wird, zu ziehen bemüht, in neue verfallen und wohl zu dem Ausbruche kommen, daß ausgemachtermaßen dem so und so, jenes aber Sophistereien seien, – ein Schlagwort des gemeinen Menschenverstandes gegen die gebildete Vernunft, wie den Ausdruck: Träumereien die Unwissenheit der Philosophie sich für diese ein für allemal gemerkt hat. – Indem jener sich auf das Gefühl, sein inwendiges Orakel, beruft, ist er gegen den, der nicht übereinstimmt, fertig; er muß erklären, daß er dem weiter nichts zu sagen habe, der nicht dasselbe in sich finde[64] und fühle; – mit anderen Worten, er tritt die Wurzel der Humanität mit Füßen. Denn die Natur dieser ist, auf die Übereinkunft mit anderen zu dringen, und ihre Existenz nur in der zustande gebrachten Gemeinsamkeit der Bewußtsein[e]. Das Widermenschliche, das Tierische besteht darin, im Gefühle stehenzubleiben und nur durch dieses sich mitteilen zu können.
In contrast, flowing along the calmer channel of healthy common sense, natural philosophy serves up a rhetoric of trivial truths. When reproached for their insignificance, it retorts that the meaning and fulfillment lie within its heart – and must reside in others' hearts too – since it presumes to have uttered ultimate truths concerning the innocence of the heart, purity of conscience, and the like, against which no objection can stand nor further demand be made. Yet the task was precisely to bring forth the best from within, not leave it buried in that mine. To present such ultimate truths has long been unnecessary, for they have long been found in catechisms, popular proverbs, etc. – It is not difficult to expose their indeterminacy or distortion, often revealing within them the very opposite of what they profess. Struggling to extricate itself from the confusion thus provoked, it falls into new entanglements and may erupt in the claim that such-and-such is "settled," while objections are mere "sophistries" – a catchphrase of common sense against cultivated reason, just as "raving" is the term ignorance has memorized to dismiss philosophy. – By appealing to feeling, its internal oracle, it dispenses with dissenters: it must declare it has nothing more to say to those who do not find and feel the same within themselves – which is to say, it tramples the root of humanity underfoot. For humanity's nature is to strive for accord with others, existing only in the achieved community of consciousness. The inhuman, the bestial, lies in remaining mired in feeling and being able to communicate only through it.
Wenn nach einem königlichen Wege zur Wissenschaft gefragt würde, so kann kein bequemerer angegeben werden als der, sich auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen und, um übrigens auch mit der Zeit und mit der Philosophie fortzuschreiten, Rezensionen von philosophischen Schriften, etwa gar die Vorreden und ersten Paragraphen derselben zu lesen; denn diese geben die allgemeinen Grundsätze, worauf alles ankommt, und jene neben der historischen Notiz noch die Beurteilung, die sogar, weil sie Beurteilung ist, über das Beurteilte hinaus ist. Dieser gemeine Weg macht sich im Hausrocke; aber im hohenpriesterlichen Gewände schreitet das Hochgefühl des Ewigen, Heiligen, Unendlichen einher – einen Weg, der vielmehr schon selbst das unmittelbare Sein im Zentrum, die Genialität tiefer origineller Ideen und hoher Gedankenblitze ist. Wie Jedoch solche Tiefe noch nicht den Quell des Wesens offenbart, so sind diese Raketen noch nicht das Empyreum. Wahre Gedanken und wissenschaftliche Einsicht ist nur in der Arbeit des Begriffs zu gewinnen. Er allein kann die Allgemeinheit des Wissens hervorbringen, welche weder die gemeine Unbestimmtheit und Dürftigkeit des gemeinen Menschenverstandes, sondern gebildete und vollständige Erkenntnis, noch die ungemeine Allgemeinheit der durch Trägheit und Eigendünkel von Genie sich verderbenden Anlage der Vernunft, sondern die zu ihrer einheimischen Form gediehene Wahrheit [ist], – welche fähig ist, das Eigentum aller selbstbewußten Vernunft zu sein.
If asked to name the royal road to science, none more convenient can be indicated than to rely on healthy common sense and, to keep pace with the times and philosophy, to read reviews of philosophical works – perhaps even their prefaces and opening paragraphs. For these supply the universal principles governing all, while reviews offer historical notices alongside judgments that, being judgments, necessarily rise above what is judged. This vulgar path saunters in dressing gowns; but in high-priestly vestments strides the sublime feeling of the Eternal, the Holy, the Infinite – a path that is itself already immediate presence at the center, the genius of profound original ideas and lofty flashes of thought. Yet as such depths have not yet unveiled the wellspring of essence, these fireworks are not the Empyrean. True thoughts and scientific insight are attainable only through the labor of the Concept. It alone can produce the universality of knowing – a universality neither the indeterminate poverty of common sense nor the unbridled generality of reason corrupted by the indolence and conceit of genius, but truth matured into its native form, capable of becoming the rightful possession of all self-conscious reason.
Indem ich das, wodurch die Wissenschaft existiert, in die Selbstbewegung des Begriffs setze, so scheint die Betrachtung,[65] daß die angeführten und noch andere äußere Seiten der Vorstellungen unserer Zeit über die Natur und Gestalt der Wahrheit hiervon abweichen, ja ganz entgegen sind, einem Versuche, das System der Wissenschaft in jener Bestimmung darzustellen, keine günstige Aufnahme zu versprechen. Inzwischen kann ich bedenken, daß, wenn z.B. zuweilen das Vortreffliche der Philosophie Platons in seine wissenschaftlich wertlosen Mythen gesetzt wird, es auch Zeiten gegeben, welche sogar Zeiten der Schwärmerei genannt werden, worin die Aristotelische Philosophie um ihrer spekulativen Tiefe willen geachtet und der Parmenides des Platon, wohl das größte Kunstwerk der alten Dialektik, für die wahre Enthüllung und den positiven Ausdruck des göttlichen Lebens gehalten wurde und sogar bei vieler Trübheit dessen, was die Ekstase erzeugte, diese mißverstandene Ekstase in der Tat nichts anderes als der reine Begriff sein sollte, – daß ferner das Vortreffliche der Philosophie unserer Zeit seinen Wert selbst in die Wissenschaftlichkeit setzt und, wenn auch die anderen es anders nehmen, nur durch sie in der Tat sich geltend macht. Somit kann ich auch hoffen, daß dieser Versuch, die Wissenschaft dem Begriffe zu vindizieren und sie in diesem ihrem eigentümlichen Elemente darzustellen, sich durch die innere Wahrheit der Sache Eingang zu verschaffen wissen werde. Wir müssen überzeugt sein, daß das Wahre die Natur hat, durchzudringen, wenn seine Zeit gekommen, und daß es nur erscheint, wenn diese gekommen, und deswegen nie zu früh erscheint noch ein unreifes Publikum findet; auch daß das Individuum dieses Effekts bedarf, um das, was noch seine einsame Sache ist, daran sich zu bewähren und die Überzeugung, die nur erst der Besonderheit angehört, als etwas Allgemeines zu erfahren. Hierbei aber ist häufig das Publikum von denen zu unterscheiden, welche sich als seine Repräsentanten und Sprecher betragen. Jenes verhält sich in manchen Rücksichten anders als diese, ja selbst entgegengesetzt. Wenn es gutmütigerweise die Schuld, daß ihm eine philosophische Schrift nicht zusagt, eher auf[66] sich nimmt, so schieben hingegen diese, ihrer Kompetenz gewiß, alle Schuld auf den Schriftsteller. Die Wirkung ist in jenem stiller als das Tun dieser Toten, wenn sie ihre Toten begraben. Wenn jetzt die allgemeine Einsicht überhaupt gebildeter, ihre Neugierde wachsamer und ihr Urteil schneller bestimmt ist, so daß die Füße derer, die dich hinaustragen werden, schon vor der Tür stehen, so ist hiervon oft die langsamere Wirkung zu unterscheiden, welche die Aufmerksamkeit, die durch imponierende Versicherungen erzwungen wurde, sowie den wegwerfenden Tadel berichtigt und einem Teile eine Mitwelt erst in einiger Zeit gibt, während ein anderer nach dieser keine Nachwelt mehr hat.
Insofar as I ground the existence of science in the self-movement of the Concept, the observation that the aforementioned—and other external aspects—of contemporary conceptions regarding the nature and form of truth diverge from this principle, indeed stand in direct opposition to it, seems to promise no favorable reception for an attempt to present the system of science under this determination. Nevertheless, I may consider that, for example, while the excellence of Plato’s philosophy is sometimes attributed to his scientifically worthless myths, there have also been epochs—even called epochs of enthusiasm—in which the Aristotelian philosophy was esteemed for its speculative depth, and Plato’s Parmenides, perhaps the greatest masterpiece of ancient dialectic, was regarded as the true revelation and positive expression of divine life. Indeed, even amidst much obscurity in what generated ecstasy, this misunderstood ecstasy was in fact meant to be nothing other than the pure Concept. Furthermore, the excellence of our own era’s philosophy locates its value precisely in scientificity and, even if others take it differently, asserts itself in truth only through science. Thus, I may also hope that this attempt to vindicate science for the Concept and to present it in its proper element will secure entry through the inner truth of the matter. We must be convinced that the True has the nature of breaking through when its time has come, and that it appears only when this time has come, hence never prematurely nor finding an immature public. The individual, too, requires this effect to validate what remains its solitary concern and to experience its conviction—still belonging to particularity—as something universal. Here, however, the public must often be distinguished from those who pose as its representatives and spokesmen. The former behaves differently from the latter in many respects, even oppositely. If the public good-naturedly assumes the blame when a philosophical work does not appeal to it, the latter, secure in their competence, lay all blame on the author. The effect on the former is quieter than the activity of these dead burying their dead. While general insight is now more cultivated, its curiosity more alert, and its judgment more swiftly decisive—so much so that the feet of those who will carry you out already stand at the door—this must often be distinguished from the slower effect that corrects the attention compelled by imposing assurances and dismissive censure, granting one portion a contemporaneity only after some time, while another portion has no posterity thereafter.
Weil übrigens in einer Zeit, worin die Allgemeinheit des Geistes so sehr erstarkt und die Einzelheit, wie sich gebührt, um soviel gleichgültiger geworden ist, auch jene an ihrem vollen Umfang und gebildeten Reichtum hält und ihn fordert, der Anteil, der an dem gesamten Werke des Geistes auf die Tätigkeit des Individuums fällt, nur gering sein kann, so muß dieses, wie die Natur der Wissenschaft schon es mit sich bringt, sich um so mehr vergessen, und zwar werden und tun, was es kann, aber es muß ebenso weniger von ihm gefordert werden, wie es selbst weniger von sich erwarten und für sich fordern darf.[67]
Moreover, in an age where the universality of Spirit has so greatly strengthened and individuality—as is fitting—has become proportionally more indifferent, and where universality both retains and demands its full scope and cultivated wealth, the share allotted to the individual in the total work of Spirit must necessarily be small. Thus, the individual—as the nature of science already entails—must forget itself all the more, becoming and doing what it can. Yet just as it may expect less of itself, so too must less be demanded of it, and it may claim less for itself.
Einleitung
Introduction
Es ist eine natürliche Vorstellung, daß, ehe in der Philosophie an die Sache selbst, nämlich an das wirkliche Erkennen dessen, was in Wahrheit ist, gegangen wird, es notwendig sei, vorher über das Erkennen sich zu verständigen, das als das Werkzeug, wodurch man des Absoluten sich bemächtige, oder als das Mittel, durch welches hindurch man es erblicke, betrachtet wird. Die Besorgnis scheint gerecht, teils, daß es verschiedene Arten der Erkenntnis geben und darunter eine geschickter als eine andere zur Erreichung dieses Endzwecks sein möchte, hiermit auch falsche Wahl unter ihnen, – teils auch daß, indem das Erkennen ein Vermögen von bestimmter Art und Umfange ist, ohne die genauere Bestimmung seiner Natur und Grenze Wolken des Irrtums statt des Himmels der Wahrheit erfaßt werden. Diese Besorgnis muß sich wohl sogar in die Überzeugung verwandeln, daß das ganze Beginnen, dasjenige, was an sich ist, durch das Erkennen dem Bewußtsein zu erwerben, in seinem Begriffe widersinnig sei, und zwischen das Erkennen und das Absolute eine sie schlechthin scheidende Grenze falle. Denn ist das Erkennen das Werkzeug, sich des absoluten Wesens zu bemächtigen, so fällt sogleich auf, daß die Anwendung eines Werkzeugs auf eine Sache sie vielmehr nicht läßt, wie sie für sich ist, sondern eine Formierung und Veränderung mit ihr vornimmt. Oder ist das Erkennen nicht Werkzeug unserer Tätigkeit, sondern gewissermaßen ein passives Medium, durch welches hindurch das Licht der Wahrheit an uns gelangt, so erhalten wir auch so sie nicht, wie sie an sich, sondern wie sie durch und in diesem Medium ist. Wir gebrauchen in beiden Fällen ein Mittel, welches unmittelbar[68] das Gegenteil seines Zwecks hervorbringt; oder das Widersinnige ist vielmehr, daß wir uns überhaupt eines Mittels bedienen. Es scheint zwar, daß diesem Übelstande durch die Kenntnis der Wirkungsweise des Werkzeugs abzuhelfen steht, denn sie macht es möglich, den Teil, welcher in der Vorstellung, die wir durch es vom Absoluten erhalten, dem Werkzeuge angehört, im Resultate abzuziehen und so das Wahre rein zu erhalten. Allein diese Verbesserung würde uns in der Tat nur dahin zurückbringen, wo wir vorher waren. Wenn wir von einem formierten Dinge das wieder wegnehmen, was das Werkzeug daran getan hat, so ist uns das Ding – hier das Absolute – gerade wieder soviel als vor dieser somit überflüssigen Bemühung. Sollte das Absolute durch das Werkzeug uns nur überhaupt nähergebracht werden, ohne etwas an ihm zu verändern, wie etwa durch die Leimrute der Vogel, so würde es wohl, wenn es nicht an und für sich schon bei uns wäre und sein wollte, dieser List spotten; denn eine List wäre in diesem Falle das Erkennen, da es durch sein vielfaches Bemühen ganz etwas anderes zu treiben sich die Miene gibt, als nur die unmittelbare und somit mühelose Beziehung hervorzubringen. Oder wenn die Prüfung des Erkennens, das wir als ein Medium uns vorstellen, uns das Gesetz seiner Strahlenbrechung kennen lehrt, so nützt es ebenso nichts, sie im Resultate abzuziehen; denn nicht das Brechen des Strahls, sondern der Strahl selbst, wodurch die Wahrheit uns berührt, ist das Erkennen, und dieses abgezogen, wäre uns nur die reine Richtung oder der leere Ort bezeichnet worden.
It is a natural assumption that, before proceeding in philosophy to the matter itself—namely, the actual cognition of what truly is—it is necessary first to reach an understanding about cognition, which is regarded either as the instrument by which one seizes hold of the Absolute or as the medium through which one beholds it. This anxiety seems justified: partly because there may be various kinds of cognition, some better suited than others to attain this ultimate goal, hence a possible false choice among them; partly because cognition, being a faculty of determinate kind and scope, might, without a precise determination of its nature and limits, grasp clouds of error instead of the heaven of truth. This anxiety must even transform into the conviction that the entire enterprise of acquiring through cognition what is in itself for consciousness is inherently absurd, and that an absolute dividing line falls between cognition and the Absolute. For if cognition is the instrument to seize the absolute essence, it is immediately evident that applying an instrument to a thing does not leave it as it is in itself but rather imposes a formation and alteration upon it. Or if cognition is not an instrument of our activity but a passive medium through which the light of truth reaches us, we still receive the truth not as it is in itself but as modified by this medium. In both cases, we employ a means that immediately produces the opposite of its purpose—or rather, the absurdity lies in using a means at all. It might seem that this defect could be remedied by knowledge of the instrument’s mode of operation, for such knowledge would allow us to subtract from the representation of the Absolute—mediated through the instrument—the portion belonging to the instrument, thereby obtaining the pure True. Yet this correction would in fact return us to where we were before. If we remove from a transformed thing what the instrument has done to it, the thing—here the Absolute—is precisely as much as before this superfluous effort. If the Absolute were merely brought closer to us through the instrument without being altered—like a bird caught by a lime-twig—it would surely mock this ruse, were it not already by and for itself near us and willing to be so. For cognition, in such a case, would be a ruse, feigning through its manifold exertions to do something quite other than merely establishing an immediate and effortless relation. Or if the examination of cognition, conceived as a medium, teaches us the law of its refraction, this knowledge is equally useless; for it is not the refraction of the ray but the ray itself—through which truth touches us—that is cognition. To subtract this would leave us indicating only a pure direction or empty place.
Inzwischen, wenn die Besorgnis, in Irrtum zu geraten, ein Mißtrauen in die Wissenschaft setzt, welche ohne dergleichen Bedenklichkeiten ans Werk selbst geht und wirklich erkennt, so ist nicht abzusehen, warum nicht umgekehrt ein Mißtrauen in dies Mißtrauen gesetzt und besorgt werden soll, daß diese Furcht zu irren schon der Irrtum selbst ist. In der Tat setzt sie etwas, und zwar manches, als Wahrheit voraus und stützt darauf ihre Bedenklichkeiten und Konsequenzen,[69] was selbst vorher zu prüfen ist, ob es Wahrheit sei. Sie setzt nämlich Vorstellungen von dem Erkennen als einem Werkzeuge und Medium, auch einen Unterschied unserer selbst von diesem Erkennen voraus; vorzüglich aber dies, daß das Absolute auf einer Seite stehe und das Erkennen auf der andern Seite für sich und getrennt von dem Absoluten doch etwas Reelles [sei], oder hiermit, daß das Erkennen, welches, indem es außer dem Absoluten, wohl auch außer der Wahrheit ist, doch wahrhaft sei, – eine Annahme, wodurch das, was sich Furcht vor dem Irrtume nennt, sich eher als Furcht vor der Wahrheit zu erkennen gibt.
Meanwhile, if the anxiety of falling into error introduces a distrust of Science, which proceeds without such scruples to the work itself and actually cognizes, it is hard to see why we should not conversely distrust this very distrust and be concerned that this fear of error is itself the error. Indeed, this anxiety presupposes something – indeed, multiple things – as truth, basing its misgivings and consequences upon them, which must first be examined as to their truth. For it presupposes representations of cognition as an instrument and medium, as well as a distinction between ourselves and this cognition; above all, it assumes that the Absolute stands on one side and that cognition on the other side, existing for itself and separated from the Absolute, is nevertheless something real – or that cognition, which, being outside the Absolute, is surely also outside truth, is nevertheless true – an assumption through which what calls itself fear of error reveals itself rather as fear of truth.
Diese Konsequenz ergibt sich daraus, daß das Absolute allem wahr oder das Wahre allein absolut ist. Sie kann abgelehnt werden durch den Unterschied, daß ein Erkennen, welches zwar nicht, wie die Wissenschaft will, das Absolute erkennt, doch auch wahr und das Erkennen überhaupt, wenn es dasselbe zu fassen zwar unfähig sei, doch anderer Wahrheit fähig sein könne. Aber wir sehen nachgerade, daß solches Hin- und Herreden auf einen trüben Unterschied zwischen einem absoluten Wahren und einem sonstigen Wahren hinausläuft und das Absolute, das Erkennen usf. Worte sind, welche eine Bedeutung voraussetzen, um die zu erlangen es erst zu tun ist.
This consequence follows from the fact that the Absolute alone is true or that the True alone is absolute. It may be rejected by appealing to the distinction that a cognition which indeed does not, as Science intends, cognize the Absolute, may still be true, and that cognition in general, even if incapable of grasping the Absolute, might still be capable of truth of another sort. But we soon see that such talk back and forth leads to an obscure distinction between an absolute truth and a truth of another sort, and that terms like "the Absolute," "cognition," etc., presuppose a meaning which it is first our task to acquire.
Statt mit dergleichen unnützen Vorstellungen und Redensarten von dem Erkennen als einem Werkzeuge, des Absoluten habhaft zu werden, oder als einem Medium, durch das hindurch wir die Wahrheit erblicken usf. – Verhältnisse, worauf wohl alle diese Vorstellungen von einem Erkennen, das vom Absoluten, und einem Absoluten, das von dem Erkennen getrennt ist, hinauslaufen –, statt mit den Ausreden, welche das Unvermögen der Wissenschaft aus der Voraussetzung solcher Verhältnisse schöpft, um von der Mühe der Wissenschaft zugleich sich zu befreien und zugleich sich das Ansehen eines ernsthaften und eifrigen Bemühens zu geben, sowie statt mit Antworten auf alles dieses sich herumzuplacken, könnten sie als zufällige und willkürliche[70] Vorstellungen geradezu verworfen und der damit verbundene Gebrauch von Worten wie dem Absoluten, dem Erkennen, auch dem Objektiven und Subjektiven und unzähligen anderen, deren Bedeutung als allgemein bekannt vorausgesetzt wird, sogar als Betrug angesehen werden. Denn das Vorgeben, teils daß ihre Bedeutung allgemein bekannt ist, teils auch daß man selbst ihren Begriff hat, scheint eher nur die Hauptsache ersparen zu sollen, nämlich diesen Begriff zu geben. Mit mehr Recht dagegen könnte die Mühe gespart werden, von solchen Vorstellungen und Redensarten, wodurch die Wissenschaft selbst abgewehrt werden soll, überhaupt Notiz zu nehmen, denn sie machen nur eine leere Erscheinung des Wissens aus, welche vor der auftretenden Wissenschaft unmittelbar verschwindet. Aber die Wissenschaft darin, daß sie auftritt, ist sie selbst eine Erscheinung; ihr Auftreten ist noch nicht sie in ihrer Wahrheit ausgeführt und ausgebreitet. Es ist hierbei gleichgültig, sich vorzustellen, daß sie die Erscheinung ist, weil sie neben anderem auftritt, oder jenes andere unwahre Wissen ihr Erscheinen zu nennen. Die Wissenschaft muß sich aber von diesem Scheine befreien, und sie kann dies nur dadurch, daß sie sich gegen ihn wendet. Denn sie kann ein Wissen, welches nicht wahrhaft ist, weder als eine gemeine Ansicht der Dinge nur verwerfen und versichern, daß sie eine ganz andere Erkenntnis und jenes Wissen für sie gar nichts ist, noch sich auf die Ahnung eines besseren in ihm selbst berufen. Durch jene Versicherung erklärte sie ihr Sein für ihre Kraft; aber das unwahre Wissen beruft sich ebenso darauf, daß es ist, und versichert, daß ihm die Wissenschaft nichts ist; ein trockenes Versichern gilt aber gerade soviel als ein anderes. Noch weniger kann sie sich auf die bessere Ahnung berufen, welche in dem nicht wahrhaften Erkennen vorhanden und in ihm selbst die Hinweisung auf sie sei; denn einesteils beriefe sie sich ebenso wieder auf ein Sein, andernteils aber auf sich[71] als auf die Weise, wie sie im nicht wahrhaften Erkennen ist, d.h. auf eine schlechte Weise ihres Seins und auf ihre Erscheinung vielmehr als darauf, wie sie an und für sich ist. Aus diesem Grunde soll hier die Darstellung des erscheinenden Wissens vorgenommen werden.
Instead of troubling ourselves with such useless representations and discursive phrases about cognition as an instrument to seize the Absolute or as a medium through which we glimpse truth – relations to which all these notions of a cognition separate from the Absolute and an Absolute separate from cognition ultimately reduce – instead of excusing the incapacity of Science through the presupposition of such relations, thereby contriving both to evade the labor of Science and to assume the semblance of serious and zealous effort, instead of wasting energy on responses to all this, such random and arbitrary representations might simply be dismissed, and the use of words like "the Absolute," "cognition," as well as "objective" and "subjective," and countless others whose meanings are presumed to be universally known, might even be regarded as deception. For the pretense, partly that their signification is universally familiar, and partly that one even possesses their concept, seems calculated to spare us the main task: namely, to provide this very concept. More justly, however, one might spare the effort of taking notice of such representations and phrases by which Science is to be warded off, for they constitute only an empty semblance of knowledge, vanishing immediately before the emergence of Science. But Science, in emerging, is itself an appearance; its emergence is not yet Science unfolded and realized in its truth. Here it is irrelevant whether we imagine that Science is the appearance because it emerges alongside another kind of knowledge, or whether we label that other untrue knowledge as Science's appearing. Science must liberate itself from this semblance, and it can do so only by turning against it. For Science cannot reject as a mere common view of things a knowledge that is untrue, nor can it appeal to some vague presentiment of a better state within such knowledge. By the former assurance, Science would declare its being to be its power; but the untrue knowledge likewise appeals to the fact that it is, and assures that Science is nothing to it; one bare assurance, however, counts for precisely as much as another. Still less can Science appeal to the inchoate presentiment within untrue cognition pointing toward it; for on the one hand, Science would again be appealing to a mere being, and on the other, to itself as it exists within untrue cognition – i.e., to a defective mode of its being and to its semblance rather than to what it is in and for itself. It is for this reason that the exposition of appearing knowledge must here be undertaken.
Weil nun diese Darstellung nur das erscheinende Wissen zum Gegenstande hat, so scheint sie selbst nicht die freie, in ihrer eigentümlichen Gestalt sich bewegende Wissenschaft zu sein, sondern sie kann von diesem Standpunkte aus als der Weg des natürlichen Bewußtseins, das zum wahren Wissen dringt, genommen werden, oder als der Weg der Seele, welche die Reihe ihrer Gestaltungen, als durch ihre Natur ihr vorgesteckter Stationen, durchwandert, daß sie sich zum Geiste läutere, indem sie durch die vollständige Erfahrung ihrer selbst zur Kenntnis desjenigen gelangt, was sie an sich selbst ist.
Since this exposition has only appearing knowledge as its object, it itself seems not to be the free Science moving in its own proper shape. Rather, from this standpoint, it may be taken as the path of natural consciousness pressing forward to true knowledge, or as the way of the Soul traversing the series of its own configurations as stations appointed by its own nature, so that it may purify itself into Spirit by achieving, through the complete experience of itself, the knowledge of what it is in itself.
Das natürliche Bewußtsein wird sich erweisen, nur Begriff des Wissens oder nicht reales Wissen zu sein. Indem es aber unmittelbar sich vielmehr für das reale Wissen hält, so hat dieser Weg für es negative Bedeutung, und ihm gilt das vielmehr für Verlust seiner selbst, was die Realisierung des Begriffs ist; denn es verliert auf diesem Wege seine Wahrheit. Er kann deswegen als der Weg des Zweifels angesehen werden oder eigentlicher als der Weg der Verzweiflung; auf ihm geschieht nämlich nicht das, was unter Zweifeln verstanden zu werden pflegt, ein Rütteln an dieser oder jener vermeinten Wahrheit, auf welches ein gehöriges Wiederverschwinden des Zweifels und eine Rückkehr zu jener Wahrheit erfolgt, so daß am Ende die Sache genommen wird wie vorher. Sondern er ist die bewußte Einsicht in die Unwahrheit des erscheinenden Wissens, dem dasjenige das Reellste ist, was in Wahrheit vielmehr nur der nicht realisierte Begriff ist. Dieser sich vollbringende Skeptizismus ist darum auch nicht dasjenige, womit wohl der ernsthafte Eifer um Wahrheit und Wissenschaft sich für diese fertig gemacht und ausgerüstet zu haben wähnt; nämlich mit dem Vorsatze, in der Wissenschaft[72] auf die Autorität [hin] sich den Gedanken anderer nicht zu ergeben, sondern alles selbst zu prüfen und nur der eigenen Überzeugung zu folgen oder, besser noch, alles selbst zu produzieren und nur die eigene Tat für das Wahre zu halten. Die Reihe seiner Gestaltungen, welche das Bewußtsein auf diesem Wege durchläuft, ist vielmehr die ausführliche Geschichte der Bildung des Bewußtseins selbst zur Wissenschaft. Jener Vorsatz stellt die Bildung in der einfachen Weise des Vorsatzes als unmittelbar abgetan und geschehen vor; dieser Weg aber ist gegen diese Unwahrheit die wirkliche Ausführung. Der eigenen Überzeugung folgen ist allerdings mehr, als sich der Autorität ergeben; aber durch die Verkehrung des Dafürhaltens aus Autorität in Dafürhalten aus eigener Überzeugung ist nicht notwendig der Inhalt desselben geändert und an die Stelle des Irrtums Wahrheit getreten. Auf die Autorität anderer oder aus eigener Überzeugung im Systeme des Meinens und des Vorurteils zu stecken, unterscheidet sich voneinander allein durch die Eitelkeit, welche der letzteren Weise beiwohnt. Der sich auf den ganzen Umfang des erscheinenden Bewußtseins richtende Skeptizismus macht dagegen den Geist erst geschickt zu prüfen, was Wahrheit ist, indem er eine Verzweiflung an den sogenannten natürlichen Vorstellungen, Gedanken und Meinungen zustande bringt, welche es gleichgültig ist, eigene oder fremde zu nennen, und mit welchen das Bewußtsein, das geradezu ans Prüfen geht, noch erfüllt und behaftet, dadurch aber in der Tat dessen unfähig ist, was es unternehmen will.
Natural consciousness will prove to be only the Concept of knowledge or not real knowledge. Yet since it immediately takes itself to be real knowledge, this path has a negative significance for it, and what constitutes the realization of the Concept counts rather as the loss of its own self; for on this path, it loses its truth. This path may thus be regarded as the path of doubt, or more properly as the path of despair; for here what occurs is not merely the conventional form of doubt—a shaking of this or that supposed truth, followed by the disappearance of the doubt and a return to the former truth, so that in the end the matter is taken as it was before. Rather, this path is the conscious insight into the untruth of phenomenal knowledge, for which the most real is in truth only the unrealized Concept. This self-consummating skepticism is thus not what the earnest zeal for truth and science fancies itself prepared to employ in their service—the resolve not to submit to the thoughts of others on the authority of Science but to examine everything for oneself and follow only one’s own conviction, or better still, to produce everything oneself and hold only one’s own deed to be true. The series of configurations traversed by consciousness on this path is rather the detailed history of the formation of consciousness itself into Science. That resolve presents this formation in the simple form of a resolve as immediately accomplished and settled, but this path is the actual execution of it in opposition to such untruth. To follow one’s own conviction is certainly more than to submit to authority; but by the inversion of taking what is accepted on authority to be a conviction of one’s own, the content of such conviction is not necessarily altered, and truth does not replace error. To remain within the system of opinion and prejudice while relying on the authority of others or on one’s own conviction distinguishes itself only by the vanity inherent in the latter mode. The skepticism that is directed against the whole range of phenomenal consciousness, by contrast, renders the Spirit for the first time competent to examine what truth is, for it brings about a despair over so-called natural ideas, thoughts, and opinions—whether one’s own or others’—and it is indifferent to designate them as such. Consciousness, which directly sets about examining matters, is still filled and encumbered with them, thus being in reality incapable of what it undertakes.
Die Vollständigkeit der Formen des nichtrealen Bewußtseins wird sich durch die Notwendigkeit des Fortganges und Zusammenhanges selbst ergeben. Um dies begreiflich zu machen, kann im allgemeinen zum voraus bemerkt werden, daß die Darstellung des nicht wahrhaften Bewußtseins in seiner Unwahrheit nicht eine bloß negative Bewegung ist. Eine solche einseitige Ansicht hat das natürliche Bewußtsein überhaupt von ihr; und ein Wissen, welches diese Einseitigkeit[73] zu seinem Wesen macht, ist eine der Gestalten des unvollendeten Bewußtseins, welche in den Verlauf des Weges selbst fällt und darin sich darbieten wird. Sie ist nämlich der Skeptizismus, der in dem Resultate nur immer das reine Nichts sieht und davon abstrahiert, daß dies Nichts bestimmt das Nichts dessen ist, woraus es resultiert. Das Nichts ist aber nur, genommen als das Nichts dessen, woraus es herkommt, in der Tat das wahrhafte Resultat; es ist hiermit selbst ein bestimmtes und hat einen Inhalt. Der Skeptizismus, der mit der Abstraktion des Nichts oder der Leerheit endigt, kann von dieser nicht weiter fortgehen, sondern muß es erwarten, ob und was Ihm etwa Neues sich darbietet, um es in denselben leeren Abgrund zu werfen. Indem dagegen das Resultat, wie es in Wahrheit ist, aufgefaßt wird, als bestimmte Negation, so ist damit unmittelbar eine neue Form entsprungen und in der Negation der Übergang gemacht, wodurch sich der Fortgang durch die vollständige Reihe der Gestalten von selbst ergibt.
The completeness of the forms of non-real consciousness will emerge through the necessity of the progression and interconnection. To make this comprehensible, it may be remarked in advance that the exposition of untrue consciousness in its untruth is not a merely negative movement. Such a one-sided view is generally held by natural consciousness itself, and a knowledge that makes this one-sidedness its essence is one of the shapes of incomplete consciousness that falls within the course of the path and will present itself there. This is skepticism, which sees in every result only pure nothingness and abstracts from the fact that this nothingness is determinately the nothingness of that from which it results. When the nothingness is taken as the nothingness of that from which it comes, it is in fact the true result: it is thereby a determinate nothingness and has a content. The skepticism that ends with the abstraction of nothingness or emptiness can advance no further but must wait to see whether something new presents itself to be cast into the same empty abyss. When, by contrast, the result is apprehended as it truly is—as determinate negation—a new form has thereby immediately arisen, and the transition is made through which the progression spontaneously unfolds through the complete series of configurations.
Das Ziel aber ist dem Wissen ebenso notwendig als die Reihe des Fortganges gesteckt; es ist da, wo es nicht mehr über sich selbst hinauszugehen nötig hat, wo es sich selbst findet und der Begriff dem Gegenstande, der Gegenstand dem Begriffe entspricht. Der Fortgang zu diesem Ziele ist daher auch unaufhaltsam, und auf keiner früheren Station ist Befriedigung zu finden. Was auf ein natürliches Leben beschränkt ist, vermag durch sich selbst nicht über sein unmittelbares Dasein hinauszugehen; aber es wird durch ein Anderes darüber hinausgetrieben, und dies Hinausgerissenwerden ist sein Tod. Das Bewußtsein aber ist für sich selbst sein Begriff, dadurch unmittelbar das Hinausgehen über das Beschränkte und, da ihm dies Beschränkte angehört, über sich selbst; mit dem Einzelnen ist ihm zugleich das Jenseits gesetzt, wäre es auch nur, wie im räumlichen Anschauen, neben dem Beschränkten. Das Bewußtsein leidet also diese Gewalt, sich die beschränkte Befriedigung zu verderben, von ihm selbst. Bei dem Gefühle dieser Gewalt mag die Angst vor der Wahrheit wohl[74] zurücktreten und sich dasjenige, dessen Verlust droht, zu erhalten streben. Sie kann aber keine Ruhe finden, es sei, daß sie in gedankenloser Trägheit stehen bleiben will – der Gedanke verkümmert die Gedankenlosigkeit, und seine Unruhe stört die Trägheit – oder daß sie als Empfindsamkeit sich befestigt, welche alles in seiner Art gut zu finden versichert; diese Versicherung leidet ebenso Gewalt von der Vernunft, welche gerade darum etwas nicht gut findet, insofern es eine Art ist. Oder die Furcht der Wahrheit mag sich vor sich und anderen hinter dem Scheine verbergen, als ob gerade der heiße Eifer für die Wahrheit selbst es ihr so schwer, ja unmöglich mache, eine andere Wahrheit zu finden als die einzige der Eitelkeit, immer noch gescheiter zu sein als jede Gedanken, welche man aus sich selbst oder von anderen hat; diese Eitelkeit, welche sich jede Wahrheit zu vereiteln, daraus in sich zurückzukehren versteht und an diesem eigenen Verstande sich weidet, der alle Gedanken immer aufzulösen und statt alles Inhalts nur das trockene Ich zu finden weiß, ist eine Befriedigung, welche sich selbst überlassen werden muß; denn sie flieht das Allgemeine und sucht nur das Fürsichsein.
The goal is as necessarily fixed for knowledge as the sequence of its progression. It lies where knowledge no longer needs to go beyond itself, where it finds itself and where the Concept corresponds to the object, the object to the Concept. The progression toward this goal is thus relentless and cannot find satisfaction at any prior stage. What is confined to natural life cannot by itself transcend its immediate existence; yet it is driven beyond it by another, and this being-torn-outside-itself is its death. Consciousness, however, is for itself its own Concept, thereby immediately transcending the limited and – since this limitation belongs to it – transcending itself. With the singular, the beyond is simultaneously posited for it, even if only adjacent to the limited, as in spatial intuition. Consciousness thus suffers this violence at its own hands: the ruination of its limited satisfaction. When sensing this violence, the fear of truth may retreat[74] and struggle to preserve what is threatened with loss. Yet it can find no rest: whether it wills to stagnate in thoughtless inertia – thought atrophies thoughtlessness, and its restlessness disrupts inertia – or whether it entrenches itself as sentimentality, professing to find everything good in its kind. This assurance likewise suffers violence from Reason, which finds something not good precisely insofar as it is a kind. Or the fear of truth may conceal itself from itself and others behind the pretense that precisely the fervent zeal for truth itself makes it so difficult, indeed impossible, to find any truth other than the singular truth of vanity – that of always being cleverer than any thought arising from oneself or others. This vanity, which understands how to thwart every truth and thereby retreat into itself, relishing its own cleverness that dissolves all thoughts only to find the barren I instead of any content, is a satisfaction that must be left to itself. For it flees the universal and seeks only being-for-itself.
Wie dieses vorläufig und im allgemeinen über die Weise und Notwendigkeit des Fortgangs gesagt worden ist, so kann noch über die Methode der Ausführung etwas zu erinnern dienlich sein. Diese Darstellung, als ein Verhalten der Wissenschaft zu dem erscheinenden Wissen und als Untersuchung und Prüfung der Realität des Erkennen: vorgestellt, scheint nicht ohne irgendeine Voraussetzung, die als Maßstab zugrunde gelegt wird, stattfinden zu können. Denn die Prüfung besteht in dem Anlegen eines angenommenen Maßstabes, und in der sich ergebenden Gleichheit oder Ungleichheit dessen, was geprüft wird, mit ihm [liegt] die Entscheidung, ob es richtig oder unrichtig ist; und der Maßstab überhaupt und ebenso die Wissenschaft, wenn sie der Maßstab wäre, ist dabei als das Wesen oder als das Ansich angenommen. Aber hier, wo die Wissenschaft erst auftritt, hat weder[75] sie selbst noch was es sei sich als das Wesen oder als das Ansich gerechtfertigt; und ohne ein solches scheint keine Prüfung stattfinden zu können.
Just as this has been preliminarily and generally stated regarding the mode and necessity of the progression, some remarks on the method of execution may still prove useful. When this exposition is conceived as a relation of Science to phenomenal knowledge and as an investigation and testing of the reality of cognition, it appears impossible to proceed without some presupposition adopted as the foundational standard. For testing involves applying an assumed standard, and the decision concerning correctness or incorrectness lies in the resulting equivalence or inequivalence between what is tested and this standard. The standard as such – and likewise Science itself, were it the standard – is here presupposed as the essence or the in-itself. But here, where Science first emerges, neither Science itself[75] nor anything else has yet justified itself as the essence or the in-itself. Without such justification, no testing seems possible.
Dieser Widerspruch und seine Wegräumung wird sich bestimmter ergeben, wenn zuerst an die abstrakten Bestimmungen des Wissens und der Wahrheit erinnert wird, wie sie an dem Bewußtsein vorkommen. Dieses unterscheidet nämlich etwas von sich, worauf es sich zugleich bezieht; oder wie dies ausgedrückt wird: es ist etwas für dasselbe; und die bestimmte Seite dieses Beziehens oder des Seins von etwas für ein Bewußtsein ist das Wissen. Von diesem Sein für ein Anderes unterscheiden wir aber das Ansichsein, (las auf das Wissen Bezogene wird ebenso von ihm unterschieden und gesetzt als seiend auch außer dieser Beziehung; die Seite dieses Ansich heißt Wahrheit. Was eigentlich an diesen Bestimmungen sei, geht uns weiter hier nichts an; denn indem das erscheinende Wissen unser Gegenstand ist, so werden auch zunächst seine Bestimmungen aufgenommen, wie sie sich unmittelbar darbieten; und so, wie sie gefaßt worden sind, ist es wohl, daß sie sich darbieten.
This contradiction and its removal will become more determinate if we first recall the abstract determinations of knowledge and truth as they occur within consciousness. For consciousness distinguishes something from itself, to which it simultaneously relates; or, as expressed otherwise: there is something for it; and the determinate aspect of this relating or the being of something for a consciousness is knowledge. From this being-for-an-other, however, we distinguish being-in-itself; that to which knowledge relates is likewise distinguished from it and posited as existing even outside this relation; the aspect of this in-itself is called truth. What precisely these determinations signify is not our immediate concern here; for since our object is appearing knowledge, its determinations are initially taken up as they immediately present themselves. And as they have been grasped, so they present themselves.
Untersuchen wir nun die Wahrheit des Wissens, so scheint es, wir untersuchen, was es an sich ist. Allein in dieser Untersuchung ist es unser Gegenstand, es ist für uns; und das Ansich desselben, welches sich ergäbe, [wäre] so vielmehr sein Sein für uns; was wir als sein Wesen behaupten würden, wäre vielmehr nicht seine Wahrheit, sondern nur unser Wissen von ihm. Das Wesen oder der Maßstab fiele in uns, und dasjenige, was mit ihm verglichen und über welches durch diese Vergleichung entschieden werden sollte, hätte ihn nicht notwendig anzuerkennen.
If we now investigate the truth of knowledge, it appears that we are investigating what knowledge is in itself. Yet in this investigation, knowledge is our object, it is for us; and the in-itself of knowledge, which would emerge, would rather be its being for us. What we would assert as its essence would not be its truth but only our knowledge of it. The essence or standard would lie within us, and that which is to be compared with it and decided through this comparison would not necessarily acknowledge it.
Aber die Natur des Gegenstandes, den wir untersuchen, überhebt dieser Trennung oder dieses Scheins von Trennung und Voraussetzung. Das Bewußtsein gibt seinen Maßstab an ihm selbst, und die Untersuchung wird dadurch eine Vergleichung seiner mit sich selbst sein; denn die Unterscheidung, welche soeben gemacht worden ist, fällt in es. Es ist[76] in ihm eines für ein Anderes, oder es hat überhaupt die Bestimmtheit des Moments des Wissens an ihm; zugleich ist ihm dies Andere nicht nur für es, sondern auch außer dieser Beziehung oder an sich, das Moment der Wahrheit. An dem also, was das Bewußtsein innerhalb seiner für das Ansich oder das Wahre erklärt, haben wir den Maßstab, den es selbst aufstellt, sein Wissen daran zu messen. Nennen wir das Wissen den Begriff, das Wesen oder das Wahre aber das Seiende oder den Gegenstand, so besteht die Prüfung darin, zuzusehen, ob der Begriff dem Gegenstande entspricht. Nennen wir aber das Wesen oder das Ansich des Gegenstandes den Begriff und verstehen dagegen unter dem Gegenstande ihn als Gegenstand, nämlich wie er für ein Anderes ist, so besteht die Prüfung darin, daß wir zusehen, ob der Gegenstand seinem Begriffe entspricht. Man sieht wohl, daß beides dasselbe ist; das Wesentliche aber ist, dies für die ganze Untersuchung festzuhalten, daß diese beiden Momente, Begriff und Gegenstand, Für-ein-Anderes– und An-sich-selbst-Sein, in das Wissen, das wir untersuchen, selbst fallen und hiermit wir nicht nötig haben, Maßstäbe mitzubringen und unsere Einfälle und Gedanken bei der Untersuchung zu applizieren; dadurch, daß wir diese weglassen, erreichen wir es, die Sache, wie sie an und für sich selbst ist, zu betrachten.
But the nature of the object we investigate overcomes this separation or semblance of separation and presupposition. Consciousness provides its own standard within itself, and the investigation thereby becomes a comparison of consciousness with itself. For the distinction just made falls within consciousness itself. In consciousness, one moment is for an other—that is, it generally contains the determinacy of the moment of knowledge. At the same time, this other is not merely for it but also exists outside this relation as in itself—the moment of truth. Thus, in what consciousness declares within itself as the in-itself or the true, we have the standard it itself establishes to measure its knowledge. If we call knowledge the Concept, and the essence or the true being or the object, then the examination consists in observing whether the Concept corresponds to the object. But if we call the essence or the in-itself of the object the Concept, and understand by object the object as object—i.e., as it is for an other—then the examination consists in seeing whether the object corresponds to its Concept. It is evident that these are the same. What is essential, however, is to hold fast throughout the entire investigation that these two moments—Concept and object, being-for-an-other and being-in-and-for-itself—fall within the knowledge we are examining. Consequently, we need not import standards or apply our own ideas and thoughts during the investigation. By setting these aside, we succeed in considering the matter as it is in and for itself.
Aber nicht nur nach dieser Seite, daß Begriff und Gegenstand, der Maßstab und das zu Prüfende, in dem Bewußtsein selbst vorhanden sind, wird eine Zutat von uns überflüssig, sondern wir werden auch der Mühe der Vergleichung beider und der eigentlichen Prüfung überhoben, so daß, indem das Bewußtsein sich selbst prüft, uns auch von dieser Seite nur das reine Zusehen bleibt. Denn das Bewußtsein ist einerseits Bewußtsein des Gegenstandes, andererseits Bewußtsein seiner selbst; Bewußtsein dessen, was ihm das Wahre ist, und Bewußtsein seines Wissens davon. Indem[77] beide für dasselbe sind, ist es selbst ihre Vergleichung; es wird für dasselbe, ob sein Wissen von dem Gegenstande diesem entspricht oder nicht. Der Gegenstand scheint zwar für dasselbe nur so zu sein, wie es ihn weiß; es scheint gleichsam nicht dahinterkommen zu können, wie er nicht für dasselbe, sondern wie er an sich ist, und also auch sein Wissen nicht an ihm prüfen zu können. Allein gerade darin, daß es überhaupt von einem Gegenstande weiß, ist schon der Unterschied vorhanden, daß ihm etwas das Ansich, ein anderes Moment aber das Wissen oder das Sein des Gegenstandes für das Bewußtsein ist. Auf dieser Unterscheidung, welche vorhanden ist, beruht die Prüfung. Entspricht sich in dieser Vergleichung beides nicht, so scheint das Bewußtsein sein Wissen ändern zu müssen, um es dem Gegenstande gemäß zu machen; aber in der Veränderung des Wissens ändert sich ihm in der Tat auch der Gegenstand selbst, denn das vorhandene Wissen war wesentlich ein Wissen von dem Gegenstande; mit dem Wissen wird auch er ein anderer, denn er gehörte wesentlich diesem Wissen an. Es wird hiermit dem Bewußtsein, daß dasjenige, was ihm vorher das Ansich war, nicht an sich ist oder daß es nur für es an sich war. Indem es also an seinem Gegenstande sein Wissen diesem nicht entsprechend findet, hält auch der Gegenstand selbst nicht aus; oder der Maßstab der Prüfung ändert sich, wenn dasjenige, dessen Maßstab er sein sollte, in der Prüfung nicht besteht; und die Prüfung ist nicht nur eine Prüfung des Wissens, sondern auch ihres Maßstabes.
But not only does this aspect – that the Concept and object, the standard and what is to be examined, are present within consciousness itself – render any addition by us superfluous, but we are also relieved of the effort of comparing both and conducting the actual examination, such that since consciousness examines itself, we are left with mere observation on this side as well. For consciousness is, on the one hand, consciousness of the object, and on the other hand, consciousness of itself; consciousness of what for it is the True, and consciousness of its knowledge thereof. Insofar as both are for the same consciousness, it is itself their comparison; it becomes for consciousness a question of whether its knowledge of the object corresponds to it or not. The object, to be sure, seems to be for consciousness only as it knows it; it seems, as it were, unable to get behind the object as it is not for consciousness but as it is in-itself, and thus cannot test its knowledge against it. Yet precisely in that consciousness knows an object at all, the distinction is already present: something is the in-itself for it, while another moment is the knowledge or the being of the object for consciousness. This existing distinction forms the basis of the examination. If in this comparison the two do not correspond, consciousness must seemingly alter its knowledge to conform to the object. But in altering its knowledge, the object itself also becomes altered for it, for the existing knowledge was essentially knowledge of the object; with the knowledge, the object becomes another, since it essentially belonged to this knowledge. Thereby, consciousness becomes aware that what was previously the in-itself is not in-itself, or that it was only in-itself for consciousness. Thus, when consciousness finds its knowledge not corresponding to its object, the object itself likewise cannot endure; or the standard of examination alters when what was to be measured by it fails in the examination; and the examination is not merely an examination of knowledge but also of its standard.
Diese dialektische Bewegung, welche das Bewußtsein an ihm selbst, sowohl an seinem Wissen als an seinem Gegenstande ausübt, insofern ihm der neue wahre Gegenstand daraus entspringt, ist eigentlich dasjenige, was Erfahrung genannt wird. Es ist in dieser Beziehung an dem soeben erwähnten Verlaufe ein Moment noch näher herauszuheben, wodurch sich über die wissenschaftliche Seite der folgenden Darstellung ein neues Licht verbreiten wird. Das Bewußtsein weiß etwas, dieser Gegenstand ist das Wesen oder das Ansich; er[78] ist aber auch für das Bewußtsein das Ansich, damit tritt die Zweideutigkeit dieses Wahren ein. Wir sehen, daß das Bewußtsein jetzt zwei Gegenstände hat, den einen das erste Ansich, den zweiten das Für-es-Sein dieses Ansich. Der letztere scheint zunächst nur die Reflexion des Bewußtseins in sich selbst zu sein, ein Vorstellen nicht eines Gegenstandes, sondern nur seines Wissens von Jenem ersten. Allein wie vorhin gezeigt worden, ändert sich ihm dabei der erste Gegenstand; er hört auf, das Ansich zu sein, und wird ihm zu einem solchen, der nur für es das Ansich ist; somit aber ist dann dies: das Für-es-Sein dieses Ansich, das Wahre, das heißt aber, dies ist das Wesen oder sein Gegenstand. Dieser neue Gegenstand enthält die Nichtigkeit des ersten, er ist die über ihn gemachte Erfahrung.
This dialectical movement which consciousness exercises upon itself – both upon its knowledge and its object – insofar as the new true object thereby emerges, is properly what is called experience. In this context, a moment in the aforementioned process must be more precisely emphasized, which will shed new light on the scientific aspect of the subsequent exposition. Consciousness knows something; this object is the essence or the in-itself; but it is also for consciousness the in-itself, thereby introducing the ambiguity of this Truth. We see that consciousness now has two objects: the first in-itself, and the second the being-for-consciousness of this in-itself. The latter initially appears as merely consciousness's reflection into itself – a representing not of an object, but only of its knowledge of the former. However, as previously shown, the first object thereby becomes altered for consciousness; it ceases to be the in-itself and becomes a being that is in-itself only for consciousness. But this being-for-consciousness of the in-itself is then the True, which means, this is the essence or its object. This new object contains the nothingness of the first; it is the experience constituted through it.
An dieser Darstellung des Verlaufs der Erfahrung ist ein Moment, wodurch sie mit demjenigen nicht übereinzustimmen scheint, was unter der Erfahrung verstanden zu werden pflegt. Der Übergang nämlich vom ersten Gegenstande und dem Wissen desselben zu dem anderen Gegenstande, an dem man sagt, daß die Erfahrung gemacht worden sei, wurde so angegeben, daß das Wissen vom ersten Gegenstande, oder das Für-das-Bewußtsein des ersten Ansich, der zweite Gegenstand selbst werden soll. Dagegen es sonst scheint, daß wir die Erfahrung von der Unwahrheit unseres ersten Begriffs an einem anderen Gegenstande machen, den wir zufälligerweise und äußerlich etwa finden, so daß überhaupt nur das reine Auffassen dessen, was an und für sich ist, in uns falle. In jener Ansicht aber zeigt sich der neue Gegenstand als geworden, durch eine Umkehrung des Bewußtseins selbst. Diese Betrachtung der Sache ist unsere Zutat, wodurch sich die Reihe der Erfahrungen des Bewußtseins zum wissenschaftlichen Gange erhebt und welche nicht für das Bewußtsein ist, das wir betrachten. Es ist aber dies in der Tat auch derselbe Umstand, von welchem oben schon in Ansehung des Verhältnisses dieser Darstellung zum Skeptizismus die Rede war, daß nämlich das jedesmalige Resultat,[79] welches sich an einem nicht wahrhaften Wissen ergibt, nicht in ein leeres Nichts zusammenlaufen dürfe, sondern notwendig als Nichts desjenigen, dessen Resultat es ist, aufgefaßt werden müsse; ein Resultat, welches das enthält, was das vorhergehende Wissen Wahres an ihm hat. Dies bietet sich hier so dar, daß, indem das, was zuerst als der Gegenstand erschien, dem Bewußtsein zu einem Wissen von ihm herabsinkt und das Ansich zu einem Für-das-Bewußtsein-Sein des Ansich wird, dies der neue Gegenstand ist, womit auch eine neue Gestalt des Bewußtseins auftritt, welcher etwas anderes das Wesen ist als der vorhergehenden. Dieser Umstand ist es, welcher die ganze Folge der Gestalten des Bewußtseins in ihrer Notwendigkeit leitet. Nur diese Notwendigkeit selbst oder die Entstehung des neuen Gegenstandes, der dem Bewußtsein, ohne zu wissen, wie ihm geschieht, sich darbietet, ist es, was für uns gleichsam hinter seinem Rücken vorgeht. Es kommt dadurch in seine Bewegung ein Moment des Ansich– oder Fürunsseins, welches nicht für das Bewußtsein, das in der Erfahrung selbst begriffen ist, sich darstellt; der Inhalt aber dessen, was uns entsteht, ist für es, und wir begreifen nur das Formelle desselben oder sein reines Entstehen; für es ist dies Entstandene nur als Gegenstand, für uns zugleich als Bewegung und Werden.
In this exposition of the progression of experience, there is a moment through which it seems discordant with what is ordinarily understood by experience. The transition from the first object and knowledge of it to the other object about which one says the experience has been made, was presented such that the knowledge of the first object – or the being-for-consciousness of the first in-itself – itself becomes the second object. By contrast, it usually appears that we make the experience of the untruth of our first concept through another object, which we encounter contingently and externally, so that only the pure apprehension of what is in-and-for-itself falls within our purview. But in the former view, the new object emerges as having come to be through an inversion of consciousness itself. This way of considering the matter is our contribution, through which the series of experiences of consciousness elevates itself into a scientific progression – a contribution not present for the consciousness we observe. Yet this is indeed the same circumstance discussed earlier regarding the relation of this exposition to skepticism: namely, that each result emerging from non-veridical knowledge must not dissolve into empty nothingness but must necessarily be apprehended as the nothingness of that from which it results – a result containing whatever truth the preceding knowledge had within it. Here, this presents itself as follows: when what initially appeared as the object sinks for consciousness into being a knowledge of it, and the in-itself becomes a being-for-consciousness of the in-itself, this is the new object, with which a new shape of consciousness also emerges, having a different essence than the preceding one. This circumstance guides the entire sequence of the shapes of consciousness in their necessity. Only this necessity itself – or the emergence of the new object that presents itself to consciousness without its knowing how – is what occurs, as it were, behind its back. Thereby, a moment of in-itself– or being-for-us – enters into its movement, which does not present itself for the consciousness immersed in the experience itself. However, the substance of what emerges is for consciousness, and we comprehend only the formal aspect of it or its pure emergence; for consciousness, what has emerged exists merely as object, while for us it is simultaneously movement and becoming.
Durch diese Notwendigkeit ist dieser Weg zur Wissenschaft selbst schon Wissenschaft und nach ihrem Inhalte hiermit Wissenschaft der Erfahrung des Bewußtseins.
Through this necessity, this path to science is itself already science, and in terms of its content, is thereby the science of the experience of consciousness.
Die Erfahrung, welche das Bewußtsein über sich macht, kann ihrem Begriffe nach nichts weniger in sich begreifen als das ganze System desselben oder das ganze Reich der Wahrheit des Geistes, so daß die Momente derselben in dieser eigentümlichen Bestimmtheit sich darstellen, nicht abstrakte, reine Momente zu sein, sondern so, wie sie für das Bewußtsein sind oder wie dieses selbst in seiner Beziehung auf sie auftritt, wodurch die Momente des Ganzen Gestalten des Bewußtseins sind. Indem es zu seiner wahren Existenz[80] sich forttreibt, wird es einen Punkt erreichen, auf welchem es seinen Schein ablegt, mit Fremdartigem, das nur für es und als ein Anderes ist, behaftet zu sein, oder wo die Erscheinung dem Wesen gleich wird, seine Darstellung hiermit mit eben diesem Punkte der eigentlichen Wissenschaft des Geistes zusammenfällt; und endlich, indem es selbst dies sein Wesen erfaßt, wird es die Natur des absoluten Wissens selbst bezeichnen.[81]
The experience which consciousness undergoes concerning itself can, according to its concept, comprehend nothing less than the entire system of consciousness or the whole realm of the truth of Spirit. Consequently, the moments of this truth present themselves not as abstract, pure moments but in the specific determinacy with which they exist for consciousness – that is, as shapes of consciousness. As consciousness presses forward toward its true existence[80], it will reach a point where it sheds its semblance of being burdened with something alien that is merely for it and as an other. At this juncture, appearance becomes equal to essence, and thus its exposition coincides precisely with the authentic science of Spirit. Finally, when consciousness itself grasps this essence, it will signify the nature of absolute knowledge itself.[81]
A. Bewußtsein
A. Consciousness
I. Die sinnliche Gewißheit oder das Diese und das Meinen
I. Sense-Certainty, or the This and Meaning
Das Wissen, welches zuerst oder unmittelbar unser Gegenstand ist, kann kein anderes sein als dasjenige, welches selbst unmittelbares Wissen, Wissen des Unmittelbaren oder Seienden ist. Wir haben uns ebenso unmittelbar oder aufnehmend zu verhalten, also nichts an ihm, wie es sich darbietet, zu verändern und von dem Auffassen das Begreifen abzuhalten.
The knowledge that is our initial and immediate object can be none other than that which is itself immediate knowledge – knowledge of the immediate or of being. We must likewise comport ourselves immediately or receptively, altering nothing in the object as it presents itself and refraining from comprehension in the act of apprehension.
Der konkrete Inhalt der sinnlichen Gewißheit läßt sie unmittelbar als die reichste Erkenntnis, ja als eine Erkenntnis von unendlichem Reichtum erscheinen, für welchen ebensowohl, wenn wir im Räume und in der Zeit, als worin er sich ausbreitet, hinaus-, als wenn wir uns ein Stück aus dieser Fülle nehmen und durch Teilung in dasselbe hineingehen, keine Grenze zu finden ist. Sie erscheint außerdem als die wahrhafteste; denn sie hat von dem Gegenstande noch nichts weggelassen, sondern ihn in seiner ganzen Vollständigkeit vor sich. Diese Gewißheit aber gibt in der Tat sich selbst für die abstrakteste und ärmste Wahrheit aus. Sie sagt von dem, was sie weiß, nur dies aus: es ist; und ihre Wahrheit enthält allein das Sein der Sache; das Bewußtsein seinerseits ist in dieser Gewißheit nur als reines Ich; oder Ich bin darin nur als reiner Dieser und der Gegenstand ebenso nur als reines Dieses. Ich, dieser, bin dieser Sache nicht darum gewiß, weil Ich als Bewußtsein hierbei mich entwickelte und mannigfaltig den Gedanken bewegte. Auch nicht darum, weil die Sache, deren ich gewiß bin, nach einer Menge unterschiedener[82] Beschaffenheiten eine reiche Beziehung an ihr selbst oder ein vielfaches Verhalten zu anderen wäre. Beides geht die Wahrheit der sinnlichen Gewißheit nichts an; weder Ich noch die Sache hat darin die Bedeutung einer mannigfaltigen Vermittlung, Ich nicht die Bedeutung eines mannigfaltigen Vorstellens oder Denkens, noch die Sache die Bedeutung mannigfaltiger Beschaffenheiten, sondern die Sache ist; und sie ist, nur weil sie ist; sie ist, dies ist dem sinnlichen Wissen das Wesentliche, und dieses reine Sein oder diese einfache Unmittelbarkeit macht ihre Wahrheit aus. Ebenso ist die Gewißheit als Beziehung unmittelbare reine Beziehung; das Bewußtsein ist Ich, weiter nichts, ein reiner Dieser; der Einzelne weiß reines Dieses oder das Einzelne.
The concrete content of sense-certainty immediately appears as the richest kind of knowledge, indeed as a knowledge of infinite wealth for which no limit can be found, whether we traverse the space and time in which it unfolds or take a portion from this plenitude and dissect it through division. Moreover, it presents itself as the truest knowledge, for it has omitted nothing from the object but has the object before itself in its complete integrity. Yet this certainty in fact confesses itself to be the most abstract and impoverished truth. It says of what it knows only this: it is; and its truth contains solely the being of the matter. For its part, consciousness in this certainty is only as pure I; or I am therein merely as pure This, and the object likewise only as pure This. I, this particular I, am certain of this matter not because I, as consciousness, have here developed myself through manifold thoughts. Nor is it because the matter of which I am certain, in virtue of a multiplicity of distinct[82] properties, is inherently rich in relations or stands in manifold connections to others. Neither of these pertains to the truth of sense-certainty. Here, neither I nor the matter has the significance of a complex mediation: I am not the locus of manifold representations or thoughts, nor does the matter possess manifold qualities. Rather, the matter is, and it is only because it is. That it is – this is the essential point for sense-knowledge, and this pure being or simple immediacy constitutes its truth. Similarly, certainty as an immediate relation is pure relation: consciousness is I, nothing more – a pure This; the singular knows the pure This or the singular.
An dem reinen Sein aber, welches das Wesen dieser Gewißheit ausmacht und welches sie als ihre Wahrheit aussagt, spielt, wenn wir zusehen, noch vieles andere beiher. Eine wirkliche sinnliche Gewißheit ist nicht nur diese reine Unmittelbarkeit, sondern ein Beispiel derselben. Unter den unzähligen dabei vorkommenden Unterschieden finden wir allenthalben die Hauptverschiedenheit, daß nämlich in ihr sogleich aus dem reinen Sein die beiden schon genannten Diesen, ein Dieser als Ich und ein Dieses als Gegenstand, herausfallen. Reflektieren wir über diesen Unterschied, so ergibt sich, daß weder das eine noch das andere nur unmittelbar, in der sinnlichen Gewißheit ist, sondern zugleich als vermittelt; Ich habe die Gewißheit durch ein Anderes, nämlich die Sache; und diese ist ebenso in der Gewißheit durch ein Anderes, nämlich durch Ich.
But in pure Being, which constitutes the essence of this certainty and which it proclaims as its truth, much else still implicitly intervenes when we observe it. An actual sensory certainty is not merely this pure immediacy but an example of it. Among the innumerable distinctions occurring here, we everywhere find the principal difference that in sensory certainty, there immediately emerge from pure Being the two Thises already mentioned: a This as I and a This as object. When we reflect upon this distinction, it becomes evident that neither the one nor the other is merely immediate within sensory certainty but is at the same time mediated: I have certainty through an Other, namely the thing; and this thing is likewise in certainty through an Other, namely through the I.
Diesen Unterschied des Wesens und des Beispiels, der Unmittelbarkeit und der Vermittlung, machen nicht nur wir, sondern wir finden ihn an der sinnlichen Gewißheit selbst, und in der Form, wie er an ihr ist, nicht wie wir ihn soeben bestimmten, ist er aufzunehmen. Es ist in ihr eines als das einfache unmittelbar Seiende oder als das Wesen gesetzt, der Gegenstand, das andere aber als das Unwesentliche und Vermittelte, welches darin nicht an sich, sondern durch ein[83] Anderes ist, Ich, ein Wissen, das den Gegenstand nur darum weiß, weil er ist, und das sein oder auch nicht sein kann. Der Gegenstand aber ist, das Wahre und das Wesen; er ist, gleichgültig dagegen, ob er gewußt wird oder nicht; er bleibt, wenn er auch nicht gewußt wird; das Wissen aber ist nicht, wenn nicht der Gegenstand ist.
This distinction between essence and example, immediacy and mediation, is made not only by us but is found within sensory certainty itself; and in the form in which it exists there—not as we have just determined it—it must be apprehended. In sensory certainty, one moment is posited as the simple immediate being, or as the essence: the object; the other, however, as the non-essential and mediated, which therein does not exist in itself but through an[83] Other: the I, a knowing that knows the object only because it is, and which may either be or not be. The object, however, is, the true and the essence; it is, indifferent to whether it is known or not; it remains even if it is not known; but the knowing does not exist if the object is not.
Der Gegenstand ist also zu betrachten, ob er in der Tat, in der sinnlichen Gewißheit selbst, als solches Wesen ist, für welches er von ihr ausgegeben wird; ob dieser sein Begriff, Wesen zu sein, dem entspricht, wie er in ihr vorhanden ist. Wir haben zu dem Ende nicht über ihn zu reflektieren und nachzudenken, was er in Wahrheit sein mochte, sondern Ihn nur zu betrachten, wie ihn die sinnliche Gewißheit an ihr hat.
The object must therefore be examined to see whether in actuality, within sensory certainty itself, it is as such an essence as it is claimed to be by sensory certainty; whether this its concept of being the essence corresponds to how it is present within it. To this end, we must not reflect upon or speculate about what the object might be in truth but simply consider it as sensory certainty has it within itself.
Sie ist also selbst zu fragen: Was ist das Diese? Nehmen wir es in der gedoppelten Gestalt seines Seins, als das Jetzt und als das Hier, so wird die Dialektik, die es an ihm hat, eine so verständliche Form erhalten, als es selbst ist. Auf die Frage: was ist das Jetzt antworten wir also zum Beispiel: das Jetzt ist die Nacht. Um die Wahrheit dieser sinnlichen Gewißheit zu prüfen, ist ein einfacher Versuch hinreichend. Wir schreiben diese Wahrheit auf; eine Wahrheit kann durch Aufschreiben nicht verlieren; ebensowenig dadurch, daß wir sie aufbewahren. Sehen wir jetzt, diesen Mittag, die aufgeschriebene Wahrheit wieder an, so werden wir sagen müssen, daß sie schal geworden ist.
It must therefore be asked: What is the This? If we take it in the twofold form of its being, as Now and as Here, the dialectic it contains will assume a form as intelligible as the This itself. To the question: What is the Now? we answer, for example: The Now is Night. To test the truth of this sensory certainty, a simple experiment suffices. We write down this truth; a truth cannot lose anything by being written down, nor by being preserved. If we look again at this written truth now, at this noon, we must say that it has become stale.
Das Jetzt, welches Nacht ist, wird aufbewahrt, d.h. es wird behandelt als das, für was es ausgegeben wird, als ein Seiendes; es erweist sich aber vielmehr als ein Nichtseiendes. Das Jetzt selbst erhält sich wohl, aber als ein solches, das nicht Nacht ist; ebenso erhält es sich gegen den Tag, der es jetzt ist, als ein solches, das auch nicht Tag ist, oder als ein Negatives überhaupt. Dieses sich erhaltende Jetzt ist daher nicht ein unmittelbares, sondern ein vermitteltes; denn es ist als ein bleibendes und sich erhaltendes dadurch bestimmt, daß anderes, nämlich der Tag und die Nacht, nicht ist. Dabei ist es eben noch so einfach als zuvor, Jetzt, und in dieser Einfachheit[84] gleichgültig gegen das, was noch bei ihm herspielt; sowenig die Nacht und der Tag sein Sein ist, ebensowohl ist es auch Tag und Nacht; es ist durch dies sein Anderssein gar nicht affiziert. Ein solches Einfaches, das durch Negation ist, weder Dieses noch Jenes, ein Nichtdieses, und ebenso gleichgültig, auch Dieses wie Jenes zu sein, nennen wir ein Allgemeines; das Allgemeine ist also in der Tat das Wahre der sinnlichen Gewißheit.
The Now that is Night is preserved, i.e., it is treated as what it is claimed to be: as a being. But it proves itself to be rather a non-being. The Now itself indeed endures, but as one that is not Night; similarly, it endures against the Day, which it now is, as one that is also not Day, or as a Negative in general. This enduring Now is thus not an immediate but a mediated one, for it is determined as a permanent and self-preserving Now through the fact that something else, namely Day and Night, is not. Yet in this, it remains as simple as before: Now, and in this simplicity[84] indifferent to what else occurs alongside it. Just as little as Night and Day are its being, it is equally Day and Night; it is not at all affected by this its otherness. Such a simple entity, which is through negation—neither This nor That, a non-This—and is equally indifferent to being also This as well as That, we call a Universal. The Universal is thus in truth the truth of sensory certainty.
Als ein Allgemeines sprechen wir auch das Sinnliche aus, was wir sagen, ist: Dieses, d.h. das allgemeine Diese, oder: es ist; d.h. das Sein überhaupt. Wir stellen uns dabei freilich nicht das allgemeine Diese oder das Sein überhaupt vor, aber wir sprechen das Allgemeine aus; oder wir sprechen schlechthin nicht, wie wir es in dieser sinnlichen Gewißheit meinen. Die Sprache aber ist, wie wir sehen, das Wahrhaftere; in ihr widerlegen wir selbst unmittelbar unsere Meinung; und da das Allgemeine das Wahre der sinnlichen Gewißheit ist und die Sprache nur dieses Wahre ausdrückt, so ist es gar nicht möglich, daß wir ein sinnliches Sein, das wir meinen, je sagen können.
We also express the sensory as a Universal when we say: This, i.e., the universal This, or: it is, i.e., Being in general. To be sure, we do not envisage the universal This or Being in general, but we express the Universal. Or we do not strictly speak as we mean in this sensory certainty. Language, however, as we see, is the more truthful; in it, we refute our own opinion directly. And since the Universal is the truth of sensory certainty, and language expresses only this truth, it is entirely impossible for us ever to say a sensory being that we mean.
Es wird derselbe Fall sein mit der anderen Form des Dieses, mit dem Hier. Das Hier ist z.B. der Baum. Ich wende mich um, so ist diese Wahrheit verschwunden und hat sich in die entgegengesetzte verkehrt: Das Hier ist nicht ein Baum, sondern vielmehr ein Haus. Das Hier selbst verschwindet nicht; sondern es ist bleibend im Verschwinden des Hauses, Baumes usf. und gleichgültig, Haus, Baum zu sein. Das Dieses zeigt sich also wieder als vermittelte Einfachheit oder als Allgemeinheit.
The same will be the case with the other form of the This, the Here. The Here is, for example, the Tree. I turn around, and this truth has vanished and inverted itself into the opposite: The Here is not a Tree but rather a House. The Here itself does not vanish; rather, it endures in the vanishing of the House, Tree, etc., and is indifferent to being House or Tree. The This thus shows itself again as mediated simplicity or as Universality.
Dieser sinnlichen Gewißheit, indem sie an ihr selbst das Allgemeine als die Wahrheit ihres Gegenstandes erweist, bleibt also das reine Sein als ihr Wesen, aber nicht als Unmittelbares, sondern [als] ein solches, dem die Negation und Vermittlung wesentlich ist, hiermit nicht als das, was wir unter dem Sein meinen, sondern das Sein mit der Bestimmung, daß es die Abstraktion oder das rein Allgemeine[85] ist; und unsere Meinung, für welche das Wahre der sinnlichen Gewißheit nicht das Allgemeine ist, bleibt allein diesem leeren oder gleichgültigen Jetzt und Hier gegenüber noch übrig.
For this sensory certainty, since the Universal demonstrates itself as the truth of its object, pure Being remains its essence—not as an Immediate, but [as] one for which negation and mediation are essential. Thus, it is not what we mean by Being, but Being with the determination that it is the abstraction or the purely Universal[85]. And our opinion—for which the truth of sensory certainty is not the Universal—alone remains opposed to this empty or indifferent Now and Here.
Vergleichen wir das Verhältnis, in welchem das Wissen und der Gegenstand zuerst auftrat, mit dem Verhältnisse derselben, wie sie in diesem Resultate zu stehen kommen, so hat es sich umgekehrt. Der Gegenstand, der das Wesentliche sein sollte, ist nun das Unwesentliche der sinnlichen Gewißheit; denn das Allgemeine, zu dem er geworden ist, ist nicht mehr ein solches, wie er für sie wesentlich sein sollte, sondern sie ist jetzt in dem Entgegengesetzten, nämlich in dem Wissen, das vorher das Unwesentliche war, vorhanden. Ihre Wahrheit ist in dem Gegenstande als meinem Gegenstande oder im Meinen; er ist, weil Ich von ihm weiß. Die sinnliche Gewißheit ist also zwar aus dem Gegenstande vertrieben, aber dadurch noch nicht aufgehoben, sondern nur in das Ich zurückgedrängt; es ist zu sehen, was uns die Erfahrung über diese ihre Realität zeigt.
Comparing the relation in which knowledge and the object first appeared with how they stand in this result, their relation has inverted itself. The object, which was supposed to be essential, has now become the inessential moment of sense-certainty; for the universal it has become is no longer what was to be essential for sense-certainty. Rather, sense-certainty now exists in its opposite — namely, in the knowledge that was previously the inessential moment. Its truth lies in the object as my object or in my meaning; it is because I know of it. Sense-certainty is thus indeed expelled from the object, but not yet sublated; it is merely driven back into the I. We must now observe what experience reveals about this its actuality.
Die Kraft ihrer Wahrheit liegt also nun im Ich, in der Unmittelbarkeit meines Sehens, Hörens usf.; das Verschwinden des einzelnen Jetzt und Hier, das wir meinen, wird dadurch abgehalten, daß Ich sie festhalte. Das Jetzt ist Tag, weil Ich ihn sehe; das Hier ein Baum, eben darum. Die sinnliche Gewißheit erfährt aber in diesem Verhältnisse dieselbe Dialektik an ihr als in dem vorigen, ich, dieser, sehe den Baum und behaupte den Baum als das Hier; ein anderer Ich sieht aber das Haus und behauptet, das Hier sei nicht ein Baum, sondern vielmehr ein Haus. Beide Wahrheiten haben dieselbe Beglaubigung, nämlich die Unmittelbarkeit des Sehens und die Sicherheit und Versicherung beider über ihr Wissen; die eine verschwindet aber in der anderen.
The force of its truth thus now resides in the I, in the immediacy of my seeing, hearing, etc. The vanishing of the singular Now and Here that we mean is prevented by my holding them fast. The Now is daytime because I see it; the Here is a tree for the same reason. But in this relationship, sense-certainty undergoes the same dialectic as in the previous case. I, this, see the tree and assert the tree as the Here; yet another I sees the house and asserts that the Here is not a tree but a house. Both truths have the same certification — the immediacy of seeing and the certainty and assurance both have about their knowing — but one truth vanishes in the other.
Was darin nicht verschwindet, ist ich, als Allgemeines, dessen Sehen weder ein Sehen des Baums noch dieses Hauses, sondern ein einfaches Sehen ist, das, durch die Negation dieses Hauses usf. vermittelt, darin ebenso einfach und gleichgültig[86] gegen das, was noch beiherspielt, gegen das Haus, den Baum ist. Ich ist nur allgemeines, wie Jetzt, Hier oder Dieses überhaupt; ich meine wohl einen einzelnen Ich, aber sowenig ich das, was ich bei Jetzt, Hier meine, sagen kann, sowenig bei Ich. Indem ich sage: dieses Hier, Jetzt oder ein Einzelnes, sage ich: alle Diese, alle Hier, Jetzt. Einzelne, ebenso, indem ich sage: Ich, dieser einzelne Ich, sage ich überhaupt: alle Ich, jeder ist das, was ich sage: Ich, dieser einzelne Ich. Wenn der Wissenschaft diese Forderung als ihr Probierstein, auf dem sie schlechthin nicht aushaken könnte, vorgelegt wird, ein sogenanntes dieses Ding oder einen diesen Menschen zu deduzieren, konstruieren, a priori zu finden, oder wie man dies ausdrücken will, so ist billig, daß die Forderung sage, welches dieses Ding oder welchen diesen Ich sie meine; aber dies zu sagen ist unmöglich.
What does not vanish here is I as universal, whose seeing is neither a seeing of the tree nor of this house but a simple seeing that, mediated through the negation of this house, etc., is equally simple and indifferent to what else is at play — to the house or tree. The I is merely universal, like Now, Here, or This as such. I certainly mean a singular I, but just as little as I can say what I mean by Now or Here can I do so by the I. When I say: this Here, Now, or a singular, I say: all These, all Heres, Nows. Similarly, when I say: I, this singular I, I say in general: all Is; each is what I say: I, this singular I. If science were challenged as its touchstone — a challenge it absolutely could not withstand — to deduce, construct, find a priori, or however one might phrase it, a so-called this thing or this human, it would be reasonable to demand that the challenge specify which this thing or which this I it means. But to say this is impossible.
Die sinnliche Gewißheit erfährt also, daß ihr Wesen weder in dem Gegenstande noch in dem Ich und die Unmittelbarkeit weder eine Unmittelbarkeit des einen noch des anderen ist; denn an beiden ist das, was Ich meine, vielmehr ein Unwesentliches, und der Gegenstand und Ich sind Allgemeine, in welchen dasjenige Jetzt und Hier und Ich, das ich meine, nicht bestehen bleibt oder ist. Wir kommen hierdurch dahin, das Ganze der sinnlichen Gewißheit selbst als ihr Wesen zu setzen, nicht mehr nur ein Moment derselben, wie in den beiden Fällen geschehen ist, worin zuerst der dem Ich entgegengesetzte Gegenstand, dann Ich ihre Realität sein sollte. Es ist also nur die ganze sinnliche Gewißheit selbst, welche an ihr als Unmittelbarkeit festhält und hierdurch alle Entgegensetzung, die im vorherigen stattfand, aus sich ausschließt.
Sense-certainty thus learns that its essence lies neither in the object nor in the I, and that immediacy is neither an immediacy of the one nor of the other; for in both, what I mean becomes rather inessential, and the object and I are universals in which that Now and Here and I which I mean do not endure or are. We thereby arrive at positing the whole of sense-certainty itself as its essence, no longer merely a moment of it, as occurred in the two previous cases where first the object opposed to the I and then the I was supposed to be its actuality. Thus, it is only the entire sense-certainty itself that persists in its immediacy and thereby excludes all opposition that arose earlier.
Diese reine Unmittelbarkeit geht also das Anderssein des Hier als Baums, welches in ein Hier, das Nichtbaum ist, das Anderssein des Jetzt als Tages, das in ein Jetzt, das Nacht ist, übergeht, oder ein anderes Ich, dem etwas anderes Gegenstand ist, nichts mehr an. Ihre Wahrheit erhält sich als sich selbst gleichbleibende Beziehung, die zwischen dem Ich[87] und dem Gegenstande keinen Unterschied der Wesentlichkeit und Unwesentlichkeit macht und in die daher auch überhaupt kein Unterschied eindringen kann. Ich, dieser, behaupte also das Hier als Baum und wende mich nicht um, so daß mir das Hier zu einem Nichtbaum würde; ich nehme auch keine Notiz davon, daß ein anderer Ich das Hier als Nichtbaum sieht oder daß Ich selbst ein anderes Mal das Hier als Nichtbaum, das Jetzt als Nichttag nehme, sondern Ich bin reines Anschauen; Ich für mich bleibe dabei: das Jetzt ist Tag, oder auch dabei: das Hier ist Baum, vergleiche auch nicht das Hier und Jetzt selbst miteinander, sondern Ich halte an einer unmittelbaren Beziehung fest: das Jetzt ist Tag.
This pure immediacy therefore no longer concerns the otherness of the Here as tree, which passes into a Here that is not-tree; nor the otherness of the Now as daytime, which becomes a Now that is night; nor another I for whom something else is the object. Its truth preserves itself as a self-identical relation that makes no distinction between the I[87] and the object as essential or inessential, and into which therefore no distinction can penetrate at all. Thus, I, this, assert the Here as tree and do not turn around so that the Here becomes a not-tree for me; nor do I take note that another I sees the Here as not-tree or that I myself at another time take the Here as not-tree, the Now as not-daytime. Rather, I am pure intuition; for myself, I hold fast: the Now is daytime, or also: the Here is tree. Nor do I compare the Here and Now themselves with each other, but I adhere to one immediate relation: the Now is daytime.
Da hiermit diese Gewißheit nicht mehr herzutreten will, wenn wir sie auf ein Jetzt, das Nacht ist, oder auf einen Ich, dem es Nacht ist, aufmerksam machen, so treten wir zu ihr hinzu und lassen uns das Jetzt zeigen, das behauptet wird. Zeigen müssen wir es uns lassen, denn die Wahrheit dieser unmittelbaren Beziehung ist die Wahrheit dieses Ich, der sich auf ein Jetzt oder ein Hier einschränkt. Würden wir nachher diese Wahrheit vornehmen oder entfernt davon stehen, so hätte sie gar keine Bedeutung; denn wir höben die Unmittelbarkeit auf, die ihr wesentlich ist. Wir müssen daher in denselben Punkt der Zeit oder des Raums eintreten, sie uns zeigen, d.h. uns zu demselben diesen Ich, welches das gewiß Wissende ist, machen lassen. Sehen wir also, wie das Unmittelbare beschaffen ist, das uns aufgezeigt wird.
Since, however, this certainty will no longer come forth when we direct its attention to a Now that is night or to an I for whom it is night, we approach it and let it point out to us the Now that is asserted. We must let it show us the Now, for the truth of this immediate relation is the truth of this I who restricts itself to a Now or a Here. If we were to examine this truth afterward or stand at a distance from it, it would lose all significance, for we would nullify the immediacy essential to it. We must therefore enter the same point of time or space, let it show itself to us — that is, let ourselves become the same singular I that is the certain knower. Let us see, then, how the immediate that is shown to us is constituted.
Es wird das Jetzt gezeigt, dieses Jetzt. Jetzt; es hat schon aufgehört zu sein, indem es gezeigt wird; das Jetzt, das ist, ist ein anderes als das gezeigte, und wir sehen, daß das Jetzt eben dieses ist, indem es ist, schon nicht mehr zu sein. Das Jetzt, wie es uns gezeigt wird, ist es ein gewesenes, und dies ist seine Wahrheit; es hat nicht die Wahrheit des Seins. Es ist also doch dies wahr, daß es gewesen ist. Aber was gewesen ist, ist in der Tat kein Wesen; es ist nicht, und um das Sein war es zu tun.[88]
The Now is pointed out, this Now. Now; it has already ceased to be in the very act of being pointed out. The Now that is, is another Now than the one pointed out, and we see that the Now is precisely this: to be no longer the moment it is. The Now as it is shown to us is a having-been, and this is its truth; it does not have the truth of Being. Thus, it is indeed true that it has been. But what has been is in fact no essence; it is not, and the concern was with Being.[88]
Wir sehen also in diesem Aufzeigen nur eine Bewegung und folgenden Verlauf derselben: 1. Ich zeige das Jetzt auf, es ist als das Wahre behauptet; ich zeige es aber als Gewesenes oder als ein Aufgehobenes, hebe die erste Wahrheit auf, und 2. Jetzt behaupte ich als die zweite Wahrheit, daß es gewesen, aufgehoben ist. 3. Aber das Gewesene ist nicht; ich hebe das Gewesen- oder Aufgehobensein, die zweite Wahrheit auf, negiere damit die Negation des Jetzt und kehre so zur ersten Behauptung zurück, daß Jetzt ist. Das Jetzt und das Aufzeigen des Jetzt ist also so beschaffen, daß weder das Jetzt noch das Aufzeigen des Jetzt ein unmittelbares Einfaches Ist, sondern eine Bewegung, welche verschiedene Momente an ihr hat; es wird Dieses gesetzt, es wird aber vielmehr ein Anderes gesetzt, oder das Diese wird aufgehoben: und dieses Anderssein oder Aufheben des ersten wird selbst wieder aufgehoben und so zu dem ersten zurückgekehrt. Aber dieses in sich reflektierte erste ist nicht ganz genau dasselbe, was es zuerst, nämlich ein Unmittelbares, war; sondern es ist eben ein in sich Reflektiertes oder Einfaches, welches im Anderssein bleibt, was es ist: ein Jetzt, welches absolut viele Jetzt ist; und dies ist das wahrhafte Jetzt, das Jetzt als einfacher Tag, das viele Jetzt in sich hat. Stunden; ein solches Jetzt, eine Stunde, ist ebenso viele Minuten und diese Jetzt gleichfalls viele Jetzt usf. – Das Aufzeigen ist also selbst die Bewegung, welche es ausspricht, was das Jetzt in Wahrheit ist, nämlich ein Resultat oder eine Vielheit von Jetzt zusammengefaßt; und das Aufzeigen ist das Erfahren, daß Jetzt Allgemeines ist.
In this act of demonstrating, we observe only a movement and its subsequent progression: 1. I posit the Now, asserting it as the true; but in demonstrating it, I reveal it as having been, as sublated, thereby negating the first truth. 2. I then assert as the second truth that it has been, that it is sublated. 3. Yet what has been is not; I negate the having-been or sublatedness, the second truth, thereby negating the negation of the Now and returning to the first assertion: that the Now is. The Now and the demonstration of the Now thus exhibit this nature: neither the Now nor its demonstration is an immediate simple being, but rather a movement containing multiple moments. This is posited, but instead an Other is posited – or the This is sublated. Yet this Otherness or sublation of the first is itself again sublated, thereby returning to the first. However, this first, now reflected into itself, is not precisely the same as it was initially – an immediate – but is rather a reflected simplicity that remains itself in Otherness: a Now that is absolutely many Nows. This is the true Now: the Now as a simple day, containing many Nows (hours), each of which is in turn many Nows (minutes), and so ad infinitum. The act of demonstrating is thus itself the movement that articulates what the Now truly is: a result, a multiplicity of Nows gathered together. Through demonstration, we experience that the Now is universal.
Das aufgezeigte Hier, das ich festhalte, ist ebenso ein dieses Hier, das in der Tat nicht dieses Hier, sondern ein Vorn und Hinten, ein Oben und Unten, ein Rechts und Links ist. Das Oben ist selbst ebenso dieses vielfache Anderssein in oben, unten usf. Das Hier, welches aufgezeigt werden sollte, verschwindet in anderen Hier, aber diese verschwinden ebenso;[89] das Aufgezeigte, Festgehaltene und Bleibende ist ein negatives Dieses, das nur so ist, indem die Hier, wie sie sollen, genommen werden, aber darin sich aufheben; es ist eine einfache Komplexion vieler Hier. Das Hier, das gemeint wird, wäre der Punkt; er ist aber nicht; sondern indem er als seiend aufgezeigt wird, zeigt sich das Aufzeigen, nicht unmittelbares Wissen, sondern eine Bewegung von dem gemeinten Hier aus durch viele Hier in das allgemeine Hier zu sein, welches, wie der Tag eine einfache Vielheit der Jetzt, so eine einfache Vielheit der Hier ist.
The demonstrated Here that I hold fast is equally a This Here that in truth is not this Here but rather a Before and Behind, an Above and Below, a Right and Left. The Above itself dissolves into this manifold Otherness (Above, Below, etc.). The Here intended to be demonstrated vanishes into other Heres, which likewise vanish. What remains demonstrated, held fast, and enduring is a negative This, which only exists insofar as the Heres are taken as they ought to be, yet in doing so sublate themselves. It is a simple complex of many Heres. The Here meant would be the point, but it is not; for when posited as being, the demonstration reveals itself not as immediate knowing but as a movement from the intended Here through many Heres to the universal Here – which, like the day (a simple multiplicity of Nows), is a simple multiplicity of Heres.
Es erhellt, daß die Dialektik der sinnlichen Gewißheit nichts anderes als die einfache Geschichte ihrer Bewegung oder ihrer Erfahrung und die sinnliche Gewißheit selbst nichts anderes als nur diese Geschichte ist. Das natürliche Bewußtsein geht deswegen auch zu diesem Resultate, was an ihr das Wahre ist, immer selbst fort und macht die Erfahrung darüber, aber vergißt es nur ebenso immer wieder und fängt die Bewegung von vorne an. Es ist daher zu verwundern, wenn gegen diese Erfahrung als allgemeine Erfahrung, auch als philosophische Behauptung und gar als Resultat des Skeptizismus aufgestellt wird, die Realität oder das Sein von äußeren Dingen als diesen oder sinnlichen habe absolute Wahrheit für das Bewußtsein; eine solche Behauptung weiß zugleich nicht, was sie spricht, weiß nicht, daß sie das Gegenteil von dem sagt, was sie sagen will. Die Wahrheit des sinnlichen Diesen für das Bewußtsein soll allgemeine Erfahrung sein; vielmehr ist das Gegenteil allgemeine Erfahrung; jedes Bewußtsein hebt eine solche Wahrheit, wie z.B. das Hier ist ein Baum oder das Jetzt ist Mittag, selbst wieder auf und spricht das Gegenteil aus: das Hier ist nicht ein Baum, sondern ein Haus; und was in dieser die erste aufhebenden Behauptung wieder eine ebensolche Behauptung eines sinnlichen Diesen ist, hebt es sofort ebenso auf; und [es] wird in aller sinnlichen Gewißheit in Wahrheit nur dies erfahren, was wir gesehen haben, das Dieses nämlich als ein Allgemeines, das Gegenteil dessen, was jene Behauptung[90] allgemeine Erfahrung zu sein versichert. – Bei dieser Berufung auf die allgemeine Erfahrung kann es erlaubt sein, die Rücksicht auf das Praktische zu antizipieren. In dieser Rücksicht kann denjenigen, welche jene Wahrheit und Gewißheit der Realität der sinnlichen Gegenstände behaupten, gesagt werden, daß sie in die unterste Schule der Weisheit, nämlich in die alten Eleusinischen Mysterien der Ceres und des Bacchus zurückzuweisen sind und das Geheimnis des Essens des Brotes und des Trinkens des Weines erst zu lernen haben; denn der in diese Geheimnisse Eingeweihte gelangt nicht nur zum Zweifel an dem Sein der sinnlichen Dinge, sondern zur Verzweiflung an ihm und vollbringt in ihnen teils selbst ihre Nichtigkeit, teils sieht er sie vollbringen. Auch die Tiere sind nicht von dieser Weisheit ausgeschlossen, sondern erweisen sich vielmehr, am tiefsten in sie eingeweiht zu sein; denn sie bleiben nicht vor den sinnlichen Dingen als an sich seienden stehen, sondern verzweifelnd an dieser Realität und in der völligen Gewißheit ihrer Nichtigkeit langen sie ohne weiteres zu und zehren sie auf; und die ganze Natur feiert wie sie diese offenbaren Mysterien, welche es lehren, was die Wahrheit der sinnlichen Dinge ist.
It becomes evident that the dialectic of sense-certainty is nothing but the simple narrative of its movement or experience, and sense-certainty itself nothing but this very narrative. Natural consciousness perpetually advances to this result – what is true in it – yet constantly forgets it and recommences the movement anew. Thus, it is astonishing when, against this experience (which is universal and even philosophical), it is asserted – particularly as a result of skepticism – that the reality or being of external things as These or sensibles possesses absolute truth for consciousness. Such an assertion betrays ignorance of its own meaning, for it declares the opposite of what it intends. The truth of the sensuous This for consciousness is claimed to be universal experience; yet the contrary is universal experience. Every consciousness sublates such truths (e.g., "Here is a tree" or "Now is noon") and asserts their opposites: "Here is not a tree but a house." And what in this first negation becomes another assertion of a sensuous This is immediately negated again. In all sense-certainty, what is truly experienced is precisely this: the This as a universal – the opposite of what such assertions proclaim as universal experience. – In light of this appeal to universal experience, we may briefly anticipate the practical dimension. To those who assert the truth and certainty of the reality of sensuous objects, we may reply that they ought to be sent back to the most elementary school of wisdom – the ancient Eleusinian Mysteries of Ceres and Bacchus – to learn the secret of eating bread and drinking wine. For the initiate into these mysteries attains not merely doubt about the being of sensuous things but despair over it, partly effecting their nullity himself and partly beholding it enacted. Even animals are not excluded from this wisdom; indeed, they demonstrate the deepest initiation, for they do not halt before sensuous things as beings-in-themselves. Despairing of this reality and in the absolute certainty of its nothingness, they seize and devour them without hesitation. All of nature, like these creatures, celebrates these open mysteries that teach the truth of sensuous things.
Die, welche solche Behauptung aufstellen, sagen aber, gemäß vorhergehenden Bemerkungen, auch selbst unmittelbar das Gegenteil dessen, was sie meinen, – eine Erscheinung, die vielleicht am fähigsten ist, zum Nachdenken über die Natur der sinnlichen Gewißheit zu bringen. Sie sprechen von dem Dasein äußerer Gegenstände, welche, noch genauer, als wirkliche, absolut einzelne, ganz persönliche, individuelle Dinge, deren jedes seines absolut gleichen nicht mehr hat, bestimmt werden können; dies Dasein habe absolute Gewißheit und Wahrheit. Sie meinen dieses Stück Papier, worauf ich dies schreibe oder vielmehr geschrieben habe; aber was sie meinen, sagen sie nicht. Wenn sie wirklich dieses Stück Papier, das sie meinen, sagen wollten, und sie wollten sagen, so ist dies unmöglich, weil das sinnliche Diese, das gemeint wird, der Sprache, die dem Bewußtsein, dem an[91] sich Allgemeinen angehört, unerreichbar ist. Unter dem wirklichen Versuche, es zu sagen, würde es daher vermodern; die seine Beschreibung angefangen, könnten sie nicht vollenden, sondern müßten sie anderen überlassen, welche von einem Dinge zu sprechen, das nicht ist, zuletzt selbst eingestehen würden. Sie meinen also wohl dieses Stück Papier, das hier ein ganz anderes als das obige ist; aber sie sprechen wirkliche Dinge, äußere oder sinnliche Gegenstände, absolut einzelne Wesen usf., d.h. sie sagen von ihnen nur das Allgemeine, daher, was das Unaussprechliche genannt wird, nichts anderes ist als das Unwahre, Unvernünftige, bloß Gemeinte. – Wird von etwas weiter nichts gesagt, als daß es ein wirkliches Ding, ein äußerer Gegenstand ist, so ist es nur als das Allerallgemeinste und damit vielmehr seine Gleichheit mit allem als die Unterschiedenheit ausgesprochen. Sage ich: ein einzelnes Ding, so sage ich es vielmehr ebenso als ganz Allgemeines, denn alle sind ein einzelnes Ding; und gleichfalls dieses Ding ist alles, was man will. Genauer bezeichnet, als dieses Stück Papier, so ist alles und jedes Papier ein dieses Stück Papier, und ich habe nur immer das Allgemeine gesagt. Will ich aber dem Sprechen, welches die göttliche Natur hat, die Meinung unmittelbar zu verkehren, zu etwas anderem zu machen und so sie gar nicht zum Worte kommen zu lassen, dadurch nachhelfen, daß ich dies Stück Papier aufzeige, so mache ich die Erfahrung, was die Wahrheit der sinnlichen Gewißheit in der Tat ist: ich zeige es auf als ein Hier, das ein Hier anderer Hier oder an ihm selbst ein einfaches Zusammen vieler Hier, d.h. ein Allgemeines ist; ich nehme so es auf, wie es in Wahrheit ist, und statt ein Unmittelbares zu wissen, nehme ich wahr.[92]
Yet those who advance such assertions themselves immediately utter the opposite of what they intend – a phenomenon most apt to provoke reflection on the nature of sensory certainty. They speak of the existence of external objects, which, more precisely, can be defined as actual, absolutely singular, wholly personal, individual things, each of which has no absolute equal; this existence, they claim, possesses absolute certainty and truth. They mean this piece of paper on which I write this, or rather have written; yet what they mean, they do not say. If they truly wished to say this piece of paper they mean, and wanted to say it, this would be impossible, for the sensory This they intend lies inaccessible to language, which belongs to consciousness as the inherently universal. In the actual attempt to say it, it would thus crumble away; those who began to describe it could not complete the task but would have to leave it to others, who would themselves finally admit, when speaking of a thing that is not, that they are speaking of nothing. They therefore mean this piece of paper, which here is entirely distinct from the one above; but they speak of actual things, external or sensory objects, absolutely singular beings, etc. – that is, they say of them only the universal. Hence, what is called the ineffable is nothing but the untrue, the irrational, the merely intended. – If nothing more is said of something than that it is an actual thing, an external object, then it is expressed only as the most universal of all, and thus rather its equivalence with everything than its distinctness. If I say: a singular thing, I say it just as much as entirely universal, for everything is a singular thing; and likewise, this thing is whatever one wishes. More precisely defined as this piece of paper, every and any paper is a this piece of paper, and I have only ever uttered the universal. If, seeking to remedy this, I attempt – since language, divine in nature, immediately inverts the meaning, transforms it into something else, and thereby prevents it from being spoken – to point out this piece of paper, I then experience what the truth of sensory certainty in fact is: I point it out as a Here that is a Here of other Heres or in itself a simple togetherness of many Heres, i.e., a universal. Thus, I take it up as it is in truth, and instead of knowing an immediate, I perceive.
II. Die Wahrnehmung oder das Ding und die Täuschung
II. Perception or the Thing and Deception
Die unmittelbare Gewißheit nimmt sich nicht das Wahre, denn ihre Wahrheit ist das Allgemeine; sie aber will das Diese nehmen. Die Wahrnehmung nimmt hingegen das, was ihr das Seiende ist, als Allgemeines. Wie die Allgemeinheit ihr Prinzip überhaupt, so sind auch ihre in ihr unmittelbar sich unterscheidenden Momente, Ich ein allgemeines und der Gegenstand ein allgemeiner. Jenes Prinzip ist uns entstanden und unser Aufnehmen der Wahrnehmung daher nicht mehr ein erscheinendes Aufnehmen, wie [das] der sinnlichen Gewißheit, sondern ein notwendiges. In dem Entstehen des Prinzips sind zugleich die beiden Momente, die an ihrer Erscheinung nur herausfallen, geworden; das eine nämlich die Bewegung des Aufzeigens, das andere dieselbe Bewegung, aber als Einfaches; jenes das Wahrnehmen, dies der Gegenstand. Der Gegenstand ist dem Wesen nach dasselbe, was die Bewegung ist, sie die Entfaltung und Unterscheidung der Momente, er das Zusammengefaßtsein derselben. Für uns oder an sich ist das Allgemeine als Prinzip das Wesen der Wahrnehmung, und gegen diese Abstraktion [sind] die beiden unterschiedenen, das Wahrnehmende und das Wahrgenommene, das Unwesentliche. Aber in der Tat, weil beide selbst das Allgemeine oder das Wesen sind, sind sie beide wesentlich; indem sie aber sich als entgegengesetzte aufeinander beziehen, so kann in der Beziehung nur das eine das Wesentliche sein, und der Unterschied des Wesentlichen und Unwesentlichen muß sich an sie verteilen. Das eine als das Einfache bestimmt, der Gegenstand, ist das Wesen, gleichgültig dagegen, ob er wahrgenommen wird oder nicht; das Wahrnehmen aber als die Bewegung ist das Unbeständige, das sein kann oder auch nicht, und das Unwesentliche.
Immediate certainty does not apprehend the True, for its truth is the universal; yet it wants to apprehend This. Perception, by contrast, apprehends what is for it the being as universal. Just as universality is its principle in general, so too its immediately self-distinguishing moments – the I as universal and the object as universal – are universals. This principle has emerged for us, and our reception of perception is thus no longer an appearing reception, as in sensory certainty, but a necessary one. In the emergence of the principle, the two moments that in their appearance merely fall apart have also come into being: one is the movement of pointing-out, the other the same movement as simple; the former is perceiving, the latter the object. The object is in essence the same as the movement; the movement is the unfolding and differentiation of moments, the object their gatheredness. For us or in itself, the universal as principle is the essence of perception, and against this abstraction [stand] the two distinguished moments, the perceiving and the perceived, as the inessential. But in truth, since both are themselves the universal or the essence, both are essential. However, as they relate to each other as opposed, only one can be essential in the relation, and the distinction between essential and inessential must distribute itself between them. The one, determined as simple – the object – is the essence, indifferent to whether it is perceived or not; perceiving, however, as movement, is the unstable element, which may or may not occur, and is thus inessential.
Dieser Gegenstand ist nun näher zu bestimmen und diese Bestimmung aus dem Resultate, das sich ergeben, kurz zu[93] entwickeln; die ausgeführtere Entwicklung gehört nicht hierher. Da sein Prinzip, das Allgemeine, in seiner Einfachheit ein vermitteltes ist, so muß er dies als seine Natur an ihm ausdrücken; er zeigt sich dadurch als das Ding von vielen Eigenschaften. Der Reichtum des sinnlichen Wissens gehört der Wahrnehmung, nicht der unmittelbaren Gewißheit an, an der er nur das Beiherspielende war; denn nur jene hat die Negation, den Unterschied oder die Mannigfaltigkeit an ihrem Wesen.
This object must now be further determined, and this determination is to be briefly developed from the result that has emerged; a more detailed exposition does not belong here. Since its principle – the universal – is in its simplicity a mediated one, it must express this as its inherent nature; it thereby shows itself as the thing with many properties. The richness of sensory knowledge belongs to perception, not to immediate certainty, for which it was only incidental; for only perception has negation, difference or multiplicity, within its essence.
Das Dieses ist also gesetzt als nicht dieses oder als aufgehoben, und damit nicht Nichts, sondern ein bestimmtes Nichts oder ein Nichts von einem Inhalte, nämlich dem Diesen. Das Sinnliche ist hierdurch selbst noch vorhanden, aber nicht, wie es in der unmittelbaren Gewißheit sein sollte, als das gemeinte Einzelne, sondern als Allgemeines oder als das, was sich als Eigenschaft bestimmen wird. Das Aufheben stellt seine wahrhafte gedoppelte Bedeutung dar, welche wir an dem Negativen gesehen haben; es ist ein Negieren und ein Aufbewahren zugleich; das Nichts, als Nichts des Diesen, bewahrt die Unmittelbarkeit auf und ist selbst sinnlich, aber eine allgemeine Unmittelbarkeit. – Das Sein aber ist ein Allgemeines dadurch, daß es die Vermittlung oder das Negative an ihm hat; indem es dies an seiner Unmittelbarkeit ausdrückt, ist es eine unterschiedene, bestimmte Eigenschaft. Damit sind zugleich viele solche Eigenschaften, eine die negative der ändern, gesetzt. Indem sie in der Einfachheit des Allgemeinen ausgedrückt sind, beziehen sich diese Bestimmtheiten, die eigentlich erst durch eine ferner hinzukommende Bestimmung Eigenschaften sind, auf sich selbst, sind gleichgültig gegeneinander, jede für sich, frei von der anderen. Die einfache sich selbst gleiche Allgemeinheit selbst aber ist wieder von diesen ihren Bestimmtheiten unterschieden und frei; sie ist das reine Sichaufsichbeziehen oder das Medium, worin diese Bestimmtheiten alle sind, sich also in ihr als in einer einfachen Einheit durchdringen, ohne sich aber zu berühren; denn eben durch die Teilnahme an dieser Allgemeinheit sind[94] sie gleichgültig für sich. – Dies abstrakte allgemeine Medium, das die Dingheit überhaupt oder das reine Wesen genannt werden kann, ist nichts anderes als das Hier und Jetzt, wie es sich erwiesen hat, nämlich als ein einfaches Zusammen von vielen; aber die vielen sind in ihrer Bestimmtheit selbst einfach Allgemeine. Dies Salz ist einfaches Hier und zugleich vielfach; es ist weiß und auch scharf, auch kubisch gestaltet, auch von bestimmter Schwere usw. Alle diese vielen Eigenschaften sind in einem einfachen Hier, worin sie sich also durchdringen; keine hat ein anderes Hier als die andere, sondern jede ist allenthalten in demselben, worin die andere ist; und zugleich, ohne durch verschiedene Hier geschieden zu sein, affizieren sie sich in dieser Durchdringung nicht; das Weiße affiziert oder verändert das Kubische nicht, beide nicht das Scharfe usw., sondern da jede selbst einfaches Sichaufsichbeziehen ist, läßt sie die anderen ruhig und bezieht sich nur durch das gleichgültige Auch auf sie. Dieses Auch ist also das reine Allgemeine selbst oder das Medium, die sie so zusammenfassende Dingheit.
The This is thus posited as not-This or as sublated, and thereby not as Nothing but as a determinate Nothing or a Nothing with a substance [Nichts von einem Inhalte], namely the This [Diesen]. The sensuous is thereby still present, but not as it was supposed to be in immediate certainty—as the meant singular—but rather as universal, or as what will determine itself as property [Eigenschaft]. Sublation [Aufheben] here manifests its true twofold significance, which we have seen in the Negative: it is at once a negating [Negieren] and a preserving [Aufbewahren]. The Nothing, as the Nothing of the This [Nichts des Diesen], preserves immediacy and is itself sensuous, yet a universal immediacy. Being, however, becomes universal through having mediation or the Negative within it; when it expresses this in its immediacy, it becomes a distinct, determinate property. Thereby, many such properties are posited, each the negative of others. Since they are expressed in the simplicity of universality, these determinacies [Bestimmtheiten]—which properly become properties only through further determination—relate to themselves, remaining indifferent [gleichgültig] to one another, each existing for itself, free from the others. Yet the simple self-identical universality itself is again distinct from and free of these its determinacies; it is the pure self-relation or the medium [Medium] in which all these determinacies are present. Thus, within this medium, they interpenetrate [durchdringen] as a simple togetherness [einfaches Zusammen] without touching one another [zu berühren]; for precisely through their participation in this universality, they remain[94] indifferent to themselves. This abstract universal medium—which may be called thinghood [Dingheit] or pure essence [reine Wesen]—is nothing other than the Here [Hier] and Now [Jetzt] as they have proven themselves: namely, as a simple togetherness of many. Yet the many, in their determinacy, are themselves simply universal. This salt is a simple Here and at the same time manifold: it is white and also [auch] pungent, also cubical in shape, also of a specific gravity, etc. All these many properties exist in a single simple Here, where they interpenetrate. None has a different Here from the others; each is everywhere within the same Here where the others are. Yet in this interpenetration, they do not affect one another; the whiteness does not affect or alter the cubical shape, nor do either affect the pungency, etc. Since each is a simple self-relation [Sichaufsichbeziehen], they leave the others undisturbed and relate to them only through the indifferent Also [Auch]. This Also is thus the pure universal itself or the medium—the thinghood that gathers them together.
In diesem Verhältnisse, das sich ergeben hat, ist nur erst der Charakter der positiven Allgemeinheit beobachtet und entwickelt; es bietet sich aber noch eine Seite dar, welche auch hereingenommen werden muß. Nämlich wenn die vielen bestimmten Eigenschaften schlechterdings gleichgültig wären und sich durchaus nur auf sich selbst bezögen, so wären sie keine bestimmten, denn sie sind dies nur, insofern sie sich unterscheiden und sich auf andere als entgegengesetzte beziehen. Nach dieser Entgegensetzung aber können sie nicht in der einfachen Einheit ihres Mediums zusammen sein, die ihnen ebenso wesentlich ist als die Negation; die Unterscheidung derselben, insofern sie nicht eine gleichgültige, sondern ausschließende, Anderes negierende ist, fällt also außer diesem einfachen Medium; und dieses ist daher nicht nur ein Auch, gleichgültige Einheit, sondern auch Eins, ausschließende Einheit. – Das Eins ist das Moment der Negation, wie es selbst auf eine einfache Weise sich auf sich[95] bezieht und Anderes ausschließt und wodurch die Dingheit als Ding bestimmt ist. An der Eigenschaft ist die Negation als Bestimmtheit, die unmittelbar eins ist mit der Unmittelbarkeit des Seins, welche durch diese Einheit mit der Negation Allgemeinheit ist; als Eins aber ist sie, wie sie von dieser Einheit mit dem Gegenteil befreit und an und für sich selbst ist.
In this relationship that has emerged, only the character of positive universality has thus far been observed and developed. Yet another aspect now presents itself and must be incorporated. Namely, if the many determinate properties were absolutely indifferent and related solely to themselves, they would not be determinate, for they are such only insofar as they distinguish themselves and relate to others as opposites. According to this opposition, however, they cannot coexist within the simple unity of their medium—a unity that is as essential to them as negation. The differentiation of the properties, insofar as it is not an indifferent but an exclusive, other-negating differentiation, thus falls outside this simple medium. Consequently, this medium is not merely an Also, an indifferent unity, but also One [Eins], an exclusive unity. The One is the moment of negation [Moment der Negation]—as it relates simply to itself and excludes others—through which thinghood is determined as a thing [Ding]. In the property, negation appears as determinacy, which is immediately one with the immediacy of Being. Through this unity with negation, Being becomes universality. As One, however, negation is liberated from this unity with its opposite and exists in and for itself.
In diesen Momenten zusammen ist das Ding als das Wahre der Wahrnehmung vollendet, soweit es nötig ist, es hier zu entwickeln. Es ist α) die gleichgültige passive Allgemeinheit, das Auch der vielen Eigenschaften oder vielmehr Materien, β) die Negation ebenso als einfach, oder das Eins, das Ausschließen entgegengesetzter Eigenschaften, und γ) die vielen Eigenschaften selbst, die Beziehung der zwei ersten Momente, die Negation, wie sie sich auf das gleichgültige Element bezieht und sich darin als eine Menge von Unterschieden ausbreitet; der Punkt der Einzelheit in dem Medium des Bestehens in die Vielheit ausstrahlend. Nach der Seite, daß diese Unterschiede dem gleichgültigen Medium angehören, sind sie selbst allgemein, beziehen sich nur auf sich und affizieren sich nicht; nach der Seite aber, daß sie der negativen Einheit angehören, sind sie zugleich ausschließend, haben aber diese entgegengesetzte Beziehung notwendig an Eigenschaften, die aus ihrem Auch entfernt sind. Die sinnliche Allgemeinheit oder die unmittelbare Einheit des Seins und des Negativen ist erst so Eigenschaft, insofern das Eins und die reine Allgemeinheit aus ihr entwickelt und voneinander unterschieden sind und sie diese miteinander zusammenschließt; diese Beziehung derselben auf die reinen wesentlichen Momente vollendet erst das Ding.
Through these moments combined, the thing is completed as the truth of perception—as far as it is necessary to develop it here. The thing is: α) the indifferent, passive universality, the Also of many properties or rather matters [Materien]; β) negation as simplicity, or the One, the exclusion of opposed properties; and γ) the many properties themselves—the relation of the first two moments. This negation, as it relates to the indifferent element and spreads itself out within it as a multiplicity of differences, is the point of singularity radiating into plurality within the medium of subsistence. Insofar as these differences belong to the indifferent medium, they are themselves universal, relate only to themselves, and do not affect one another. Yet insofar as they belong to the negative unity, they are simultaneously exclusive. However, this opposed relation necessarily pertains to properties that are removed from their Also [ihrem Auch]. Sensuous universality—or the immediate unity of Being and the Negative—first becomes a property when the One and pure universality are developed from it and distinguished from one another, and when it binds them together. This relation of the sensuous to the pure essential moments completes the thing [Ding].
So ist nun das Ding der Wahrnehmung beschaffen; und das Bewußtsein ist als Wahrnehmendes bestimmt, insofern dies Ding sein Gegenstand ist; es hat ihn nur zu nehmen und sich als reines Auffassen zu verhalten; was sich ihm dadurch ergibt, ist das Wahre. Wenn es selbst bei diesem Nehmen etwas[96] täte, würde es durch solches Hinzusetzen oder Weg lassen die Wahrheit verändern. Indem der Gegenstand das Wahre und Allgemeine, sich selbst Gleiche, das Bewußtsein sich aber das Veränderliche und Unwesentliche ist, kann es ihm geschehen, daß es den Gegenstand unrichtig auffaßt und sich täuscht. Das Wahrnehmende hat das Bewußtsein der Möglichkeit der Täuschung; denn in der Allgemeinheit, welche das Prinzip ist, ist das Anderssein selbst unmittelbar für es, aber als das Nichtige, Aufgehobene. Sein Kriterium der Wahrheit ist daher die Sichselbstgleichheit, und sein Verhalten als sich selbst gleiches aufzufassen. Indem zugleich das Verschiedene für es ist, ist es ein Beziehen der verschiedenen Momente seines Auffassens aufeinander; wenn sich aber in dieser Vergleichung eine Ungleichheit hervortut, so ist dies nicht eine Unwahrheit des Gegenstandes, denn er ist das sich selbst Gleiche, sondern des Wahrnehmens.
Thus the thing of perception is constituted; and consciousness is determined as perceiving insofar as this thing is its object. It has merely to receive the object and comport itself as pure apprehension; what thereby emerges for it is the True. Should consciousness itself act in this reception through addition or omission, it would thereby distort the truth. Since the object is the True and Universal – self-identical – while consciousness is the variable and inessential, it may happen that consciousness apprehends the object incorrectly and deceives itself. The perceiver is conscious of the possibility of deception; for in universality, which is the principle here, otherness is immediately present to it – yet as the null, as the sublated. Its criterion of truth is therefore self-equality, and its comportment consists in apprehending the object as self-identical. Yet since difference is also present for it, consciousness involves relating the diverse moments of its apprehension to one another. But if inequality emerges in this comparison, this is not an untruth of the object (for it is self-identical) but of perception itself.
Sehen wir nun zu, welche Erfahrung das Bewußtsein in seinem wirklichen Wahrnehmen macht. Sie ist für uns in der soeben gegebenen Entwicklung des Gegenstandes und des Verhaltens des Bewußtseins zu ihm schon enthalten und wird nur die Entwicklung der darin vorhandenen Widersprüche sein. – Der Gegenstand, den ich aufnehme, bietet sich als rein Einer dar; auch werde ich die Eigenschaft an ihm gewahr, die allgemein ist, dadurch aber über die Einzelheit hinausgeht. Das erste Sein des gegenständlichen Wesens als eines Einen war also nicht sein wahres Sein; da er das Wahre ist, fällt die Unwahrheit in mich, und das Auffassen war nicht richtig. Ich muß um der Allgemeinheit der Eigenschaft willen das gegenständliche Wesen vielmehr als eine Gemeinschaft überhaupt nehmen. Ich nehme nun ferner die Eigenschaft wahr als bestimmte. Anderem entgegengesetzte und es ausschließende. Ich faßte das gegenständliche Wesen also in der Tat nicht richtig auf, als ich es als eine Gemeinschaft mit anderen oder als die Kontinuität bestimmte, und muß vielmehr um der Bestimmtheit der Eigenschaft willen die Kontinuität trennen und es als ausschließendes Eins setzen.[97]
Let us now observe what experience consciousness undergoes in its actual perceiving. This experience is already contained for us in the preceding development of the object and consciousness's relation to it, and will merely unfold the contradictions implicit therein. – The object I apprehend presents itself as purely One; yet I also notice in it a property that is universal, thereby transcending singularity. The initial being of the objective essence as a One was thus not its true being. Since the object is the True, the untruth falls within me, and my apprehension was incorrect. On account of the universality of the property, I must rather take the objective essence as a continuity in general. Further, I perceive the property as determinate – opposed to and excluding others. Thus I did not truly apprehend the object correctly when I took it as a continuity with others; rather, on account of the determinacy of the property, I must sunder the continuity and posit it as an exclusive One.
An dem getrennten Eins finde ich viele solche Eigenschaften, die einander nicht affizieren, sondern gleichgültig gegeneinander sind; ich nahm den Gegenstand also nicht richtig wahr, als ich ihn als ein Ausschließendes auffaßte, sondern er ist, wie vorhin nur Kontinuität überhaupt, so jetzt ein allgemeines gemeinschaftliches Medium, worin viele Eigenschaften als sinnliche Allgemeinheiten, jede für sich ist und als bestimmte die anderen ausschließt. Das Einfache und Wahre, das ich wahrnehme, ist aber hiermit auch nicht ein allgemeines Medium, sondern die einzelne Eigenschaft für sich, die aber so weder Eigenschaft noch ein bestimmtes Sein ist; denn sie ist nun weder an einem Eins noch in Beziehung auf andere. Eigenschaft ist sie aber nur am Eins und bestimmt nur in Beziehung auf andere. Sie bleibt als dies reine Sichaufsichselbstbeziehen nur sinnliches Sein überhaupt, da sie den Charakter der Negativität nicht mehr an ihr hat; und das Bewußtsein, für welches jetzt ein sinnliches Sein ist, ist nur ein Meinen, d.h. es ist aus dem Wahrnehmen ganz heraus und in sich zurückgegangen. Allein das sinnliche Sein und Meinen geht selbst in das Wahrnehmen über; ich bin zu dem Anfang zurückgeworfen und wieder in denselben, sich in jedem Momente und als Ganzes aufhebenden Kreislauf hineingerissen.
In the separated One, I find many such properties that do not affect one another but are indifferent to each other. Thus I did not perceive the object correctly when I took it as an exclusive entity. Rather, just as it was previously mere continuity, it is now a universal common medium in which many properties subsist as sensory universalities, each for itself and as determinate excluding others. Yet the simple and True that I perceive is herewith no longer a universal medium but the singular property for itself – which, however, is neither property nor determinate being, for it is now neither in a One nor in relation to others. A property exists only in a One and is determinate only in relation to others. As this pure self-relation, it remains merely sensory being as such, since it no longer bears the character of negativity. And consciousness, for which there is now a sensory being, is merely opinion – that is, it has entirely withdrawn from perception into itself. Yet sensory being and opinion themselves relapse into perception. I am cast back to the beginning and again caught in the same cycle that sublates itself in each moment and as a whole.
Das Bewußtsein durchläuft ihn also notwendig wieder, aber zugleich nicht auf dieselbe Weise wie das erstemal. Es hat nämlich die Erfahrung über das Wahrnehmen gemacht, daß das Resultat und das Wahre desselben seine Auflösung oder die Reflexion in sich selbst aus dem Wahren ist. Es hat sich hiermit für das Bewußtsein bestimmt, wie sein Wahrnehmen wesentlich beschaffen ist, nämlich nicht ein einfaches reines Auffassen, sondern in seinem Auffassen zugleich aus dem Wahren heraus in sich reflektiert zu sein. Diese Rückkehr des Bewußtseins in sich selbst, die sich in das reine Auffassen unmittelbar – denn sie hat sich als dem Wahrnehmen wesentlich gezeigt – einmischt, verändert das Wahre. Das Bewußtsein erkennt diese Seite zugleich als die seinige und[98] nimmt sie auf sich, wodurch es also den wahren Gegenstand rein erhalten wird. – Es ist hiermit jetzt, wie es bei der sinnlichen Gewißheit geschah, an dem Wahrnehmen die Seite vorhanden, daß das Bewußtsein in sich zurückgedrängt wird, aber zunächst nicht in dem Sinne, in welchem dies bei jener der Fall war, als ob in es die Wahrheit des Wahrnehmens fiele; sondern vielmehr erkennt es, daß die Unwahrheit, die darin vorkommt, in es fällt. Durch diese Erkenntnis aber ist es zugleich fähig, sie aufzuheben; es unterscheidet sein Auffassen des Wahren von der Unwahrheit seines Wahrnehmens, korrigiert diese, und insofern es diese Berichtigung selbst vornimmt, fällt allerdings die Wahrheit, als Wahrheit des Wahrnehmens, in dasselbe. Das Verhalten des Bewußtseins, das nunmehr zu betrachten ist, ist also so beschaffen, daß es nicht mehr bloß wahrnimmt, sondern auch seiner Reflexion-in-sich bewußt ist und diese von der einfachen Auffassung selbst abtrennt.
Consciousness thus necessarily traverses this cycle anew, yet not in the same manner as before. For it has undergone the experience that the result and the truth of perception is its dissolution – the reflection out of the True into itself. Thereby consciousness is determined regarding how its perceiving is essentially constituted: not as a simple pure apprehension, but as in its apprehension already reflected out of the True into itself. This return of consciousness into itself – which immediately infiltrates pure apprehension (for reflection has shown itself essential to perception) – alters the truth. Consciousness recognizes this moment as its own and takes it upon itself, thereby preserving the true object in purity. – Here, as occurred in sense-certainty, the moment arises in perception where consciousness is driven back into itself. Yet this is not in the same sense as before, where the truth of perception fell into consciousness; rather, consciousness now recognizes that the untruth occurring here falls within itself. Through this recognition, it becomes capable of sublating the untruth. It distinguishes its apprehension of the True from the untruth of its perceiving, corrects the latter, and insofar as it performs this correction, the truth – as truth of perception – indeed falls within consciousness. The comportment of consciousness now to be considered is thus no longer merely perceiving but also conscious of its reflection-into-self, which it separates from simple apprehension itself.
Ich werde also zuerst des Dings als Eines gewahr und habe es in dieser wahren Bestimmung festzuhalten; wenn in der Bewegung des Wahrnehmens etwas dem Widersprechendes vorkommt, so ist dies als meine Reflexion zu erkennen. Es kommen nun in der Wahrnehmung auch verschiedene Eigenschaften vor, welche Eigenschaften des Dings zu sein scheinen; allein das Ding ist Eins, und von dieser Verschiedenheit, wodurch es aufhörte, Eins zu sein, sind wir uns bewußt, daß sie in uns fällt. Dies Ding ist also in der Tat nur weiß, an unser Auge gebracht, scharf auch, an unsere Zunge, auch kubisch, an unser Gefühl usf. Die gänzliche Verschiedenheit dieser Seiten nehmen wir nicht aus dem Dinge, sondern aus uns; sie fallen uns an unserem von der Zunge ganz unterschiedenen Auge usf. so auseinander. Wir sind somit das allgemeine Medium, worin solche Momente sich absondern und für sich sind. Hierdurch also, daß wir die Bestimmtheit, allgemeines Medium zu sein, als unsere Reflexion betrachten,[99] erhalten wir die Sichselbstgleichheit und Wahrheit des Dinges, Eins zu sein.
I thus first become aware of the thing as One and must hold it firmly in this its true determination. If in the movement of perception something contradictory arises, this contradiction must be recognized as my own reflection. Now, various properties also appear in perception, which seem to belong to the thing; but since the thing is One, we are conscious that this diversity – through which it would cease to be One – falls within us. The thing is in truth white only when brought into contact with our eye, tart when brought into contact with our tongue, cubic when brought into contact with our touch, and so forth. We do not derive this complete diversity from the thing but from ourselves; these aspects fall apart in us, such as between the eye and the tongue. We are thus the universal medium in which such moments separate and subsist for themselves. By regarding the determinacy of being the universal medium as our own reflection, we preserve the self-identity and truth of the thing as One.
Diese verschiedenen Seiten, welche das Bewußtsein auf sich nimmt, sind aber, jede so für sich, als in dem allgemeinen Medium sich befindend betrachtet, bestimmt; das Weiße ist nur in Entgegensetzung gegen das Schwarze usf., und das Ding Eins gerade dadurch, daß es anderen sich entgegensetzt. Es schließt aber andere nicht, insofern es Eins ist, von sich aus – denn Eins zu sein ist das allgemeine Aufsichselbstbeziehen, und dadurch, daß es Eins ist, ist es vielmehr allen gleich –, sondern durch die Bestimmtheit. Die Dinge selbst also sind an und für sich bestimmte; sie haben Eigenschaften, wodurch sie sich von anderen unterscheiden. Indem die Eigenschaft die eigene Eigenschaft des Dinges oder eine Bestimmtheit an ihm selbst ist, hat es mehrere Eigenschaften. Denn fürs erste ist das Ding das wahre, es ist an sich selbst; und was an ihm ist, ist an ihm als sein eigenes Wesen, nicht um anderer willen; also sind zweitens die bestimmten Eigenschaften nicht nur um anderer Dinge willen und für andere Dinge, sondern an ihm selbst; sie sind aber bestimmte Eigenschaften an ihm nur, indem sie mehrere sich voneinander unterscheidende sind; und drittens, indem sie so in der Dingheit sind, sind sie an und für sich und gleichgültig gegeneinander. Es ist also in Wahrheit das Ding selbst, welches weiß und auch kubisch, auch scharf usf. ist, oder das Ding ist das Auch oder das allgemeine Medium, worin die vielen Eigenschaften außereinander bestehen, ohne sich zu berühren und aufzuheben; und so genommen wird es als das Wahre genommen.
These diverse aspects, which consciousness takes upon itself, are each considered as subsisting within the universal medium and are thereby determinate. Whiteness exists only in opposition to blackness, etc., and the thing is One precisely by opposing itself to others. However, the thing excludes others not insofar as it is One – for to be One is a universal self-relation, and as One it is rather equal to all – but through its determinacy. The things themselves are therefore in and for themselves determinate; they possess properties through which they distinguish themselves from others. Since the property is the proper property of the thing or a determinacy within it, the thing has multiple properties. For first, the thing is the true; it is in itself, and what is in it belongs to it as its own essence, not for the sake of others. Second, the determinate properties are not merely for other things or in relation to others but exist in the thing itself. However, these properties are determinate in the thing only insofar as they are distinct from one another. Third, existing thus within the thinghood, they are in and for themselves and indifferent to one another. In truth, therefore, the thing itself is white and also cubic, and also tart, etc. – or the thing is the Also or the universal medium wherein the many properties subsist externally without touching or sublating one another. Taken thus, the thing is apprehended as the True.
Bei diesem Wahrnehmen nun ist das Bewußtsein zugleich sich bewußt, daß es sich auch in sich selbst reflektiert und in dem Wahrnehmen das dem Auch entgegengesetzte Moment vorkommt. Dies Moment aber ist Einheit des Dings mit sich selbst, welche den Unterschied aus sich ausschließt. Sie ist es demnach, welche das Bewußtsein auf sich zu nehmen hat; denn das Ding selbst ist das Bestehen der vielen verschiedenen[100] und unabhängigen Eigenschaften. Es wird also von dem Dinge gesagt: es ist weiß, auch kubisch und auch scharf usf. Aber insofern es weiß ist, ist es nicht kubisch, und insofern es kubisch und auch weiß ist, ist es nicht scharf usf. Das Ineinssetzen dieser Eigenschaften kommt nur dem Bewußtsein zu, welches sie daher an dem Ding nicht in Eins fallen zu lassen hat. Zu dem Ende bringt es das Insofern herbei, wodurch es sie auseinander und das Ding als das Auch erhält. Recht eigentlich wird das Einssein von dem Bewußtsein erst so auf sich genommen, daß dasjenige, was Eigenschaft genannt wurde, als freie Materie vorgestellt wird. Das Ding ist auf diese Weise zum wahrhaften Auch erhoben, indem es eine Sammlung von Materien und, statt Eins zu sein, zu einer bloß umschließenden Oberfläche wird.
In this act of perception, consciousness is simultaneously aware that it also reflects into itself and that the moment opposed to the Also emerges within perception. This opposing moment is the unity of the thing with itself, which excludes difference. Consciousness must therefore take this unity upon itself, for the thing itself is the subsistence of the many diverse and independent properties. Thus, it is said of the thing: it is white, and also cubic, and also tart, etc. But insofar as it is white, it is not cubic; insofar as it is cubic and also white, it is not tart, etc. The collapsing into one of these properties belongs solely to consciousness, which must therefore not let them coincide in the thing. To this end, consciousness introduces the insofar as, thereby holding them apart and preserving the thing as the Also. Properly speaking, consciousness first takes unity upon itself by representing what was called the property as free matter. The thing is thereby elevated to a true Also, becoming a collection of matters and, instead of being One, a mere encompassing surface.
Sehen wir zurück auf dasjenige, was das Bewußtsein vorhin auf sich genommen und jetzt auf sich nimmt, was es vorhin dem Dinge zuschrieb und jetzt ihm zuschreibt, so ergibt sich, daß es abwechslungsweise ebensowohl sich selbst als auch das Ding zu beidem macht, zum reinen, vielheitslosen Eins wie zu einem in selbständige Materien aufgelösten Auch. Das Bewußtsein findet also durch diese Vergleichung, daß nicht nur sein Nehmen des Wahren die Verschiedenheit des Auffassens und des in sich Zurückgehens an ihm hat, sondern daß vielmehr das Wahre selbst, das Ding, sich auf diese gedoppelte Weise zeigt. Es ist hiermit die Erfahrung vorhanden, daß das Ding sich für das auffassende Bewußtsein auf eine bestimmte Weise darstellt, aber zugleich aus der Weise, in der es sich darbietet, heraus und in sich reflektiert ist oder an ihm selbst eine entgegengesetzte Wahrheit hat.
Looking back at what consciousness previously took upon itself and now takes upon itself, what it previously attributed to the thing and now attributes to it, we find that consciousness alternately makes both itself and the thing into the pure, non-manifold One and into a dissolved Also of independent matters. Through this comparison, consciousness discovers that not only does its apprehension of the True involve the diversity of apprehension and the inwardization into itself, but rather the True itself, the thing, manifests in this twofold manner. There thus emerges the experience that the thing for the apprehending consciousness presents itself in a determinate way, but simultaneously reflects out of this mode of presentation into itself – or possesses an opposed truth within itself.
Das Bewußtsein ist also auch aus dieser zweiten Art, sich im Wahrnehmen zu verhalten, nämlich das Ding als das wahre Sichselbstgleiche, sich aber für das Ungleiche, für das aus der Gleichheit heraus in sich Zurückgehende zu nehmen, selbst heraus, und der Gegenstand ist ihm jetzt diese ganze Bewegung, welche vorher an den Gegenstand und an das Bewußtsein verteilt war. Das Ding ist Eins, in sich reflektiert;[101] es ist für sich, aber es ist auch für ein Anderes, und zwar ist es ein anderes für sich, als es für [ein] Anderes ist. Das Ding ist hiernach für sich und auch für ein Anderes, ein gedoppeltes verschiedenes Sein, aber es ist auch Eins, das Einssein aber widerspricht dieser seiner Verschiedenheit; das Bewußtsein hätte hiernach dies Ineinssetzen wieder auf sich zu nehmen und von dem Dinge abzuhalten. Es müßte also sagen, daß das Ding, insofern es für sich ist, nicht für Anderes ist. Allein dem Dinge selbst kommt auch das Einssein zu, wie das Bewußtsein erfahren hat; das Ding ist wesentlich in sich reflektiert. Das Auch oder der gleichgültige Unterschied fällt also wohl ebenso in das Ding als das Einssein, aber, da beides verschieden, nicht in dasselbe, sondern in verschiedene Dinge; der Widerspruch, der an dem gegenständlichen Wesen überhaupt ist, verteilt sich an zwei Gegenstände. Das Ding ist also wohl an und für sich, sich selbst gleich, aber diese Einheit mit sich selbst wird durch andere Dinge gestört; so ist die Einheit des Dings erhalten und zugleich das Anderssein außer ihm sowie außer dem Bewußtsein.
Consciousness thus emerges from this second mode of conduct in perception – namely, taking the thing as the truly self-identical while regarding itself as the unequal, as what withdraws into itself from out of equality – and the object now becomes for it this entire movement, which was previously distributed between the object and consciousness. The thing is One, reflected into itself; it is for itself, but it is also for an Other, and indeed, it is an other for itself than it is for [an] Other. The thing is therefore for itself and also for an Other – a doubled, differentiated being – but it is also One. However, this oneness contradicts its own differentiatedness. Consciousness would thus have to take upon itself this collapsing into oneness once more and prevent it from being attributed to the thing. It would therefore have to declare that the thing, insofar as it is for itself, is not for Others. Yet the thing itself also possesses oneness, as consciousness has learned through experience; the thing is essentially reflected into itself. The Also or the indifferent difference thus indeed falls into the thing just as much as oneness, but since both are distinct, they do not fall into the same thing but into different things. The contradiction inherent in the objective essence as such is distributed across two objects. The thing is thus indeed in and for itself, self-identical, but this unity with itself is disrupted by other things. In this way, the unity of the thing is preserved, while its otherness is located outside it – and outside consciousness.
Ob nun zwar so der Widerspruch des gegenständlichen Wesens an verschiedene Dinge verteilt ist, so wird darum doch an das abgesonderte einzelne Ding selbst der Unterschied kommen. Die verschiedenen Dinge sind also für sich gesetzt; und der Widerstreit fällt in sie so gegenseitig, daß jedes nicht von sich selbst, sondern nur von dem anderen verschieden ist. Jedes ist aber hiermit selbst als ein Unterschiedenes bestimmt und hat den wesentlichen Unterschied von den anderen an ihm, aber zugleich nicht so, daß dies eine Entgegensetzung an ihm selbst wäre, sondern es für sich ist einfache Bestimmtheit, welche seinen wesentlichen, es von anderen unterscheidenden Charakter ausmacht. In der Tat ist zwar, da die Verschiedenheit an ihm ist, dieselbe notwendig als wirklicher Unterschied mannigfaltiger Beschaffenheit an ihm. Allein weil die Bestimmtheit das Wesen des Dings ausmacht, wodurch es von anderen sich unterscheidet[102] und für sich ist, so ist diese sonstige mannigfaltige Beschaffenheit das Unwesentliche. Das Ding hat hiermit zwar in seiner Einheit das gedoppelte Insofern an ihm, aber mit ungleichem Werte, wodurch dies Entgegengesetztsein also nicht zur wirklichen Entgegensetzung des Dings selbst wird; sondern insofern dies durch seinen absoluten Unterschied in Entgegensetzung kommt, hat es sie gegen ein anderes Ding außer ihm. Die sonstige Mannigfaltigkeit ist zwar auch notwendig an dem Dinge, so daß sie nicht von ihm wegbleiben kann, aber sie ist ihm unwesentlich.
Although the contradiction of the objective essence is thereby distributed across different things, the difference must still come to bear upon the isolated individual thing itself. The different things are thus posited as being-for-themselves, and the conflict falls upon them reciprocally, such that each is differentiated not from itself but only from the others. Each, however, is thereby determined as itself a differentiated being, bearing the essential difference from others within itself – though not in such a way that this opposition would reside within itself. Rather, for itself, it is a simple determinateness that constitutes its essential, distinguishing character. In truth, however, since difference resides within it, this difference necessarily exists as an actual diversity of qualities within it. But because determinateness constitutes the essence of the thing – through which it differentiates itself from others and exists for itself – this other diversity of qualities is inessential. The thing thus indeed has within its unity a twofold Insofar, but with unequal value, so that this opposition does not become an actual opposition within the thing itself. Rather, insofar as it enters into opposition through its absolute difference, it does so against another thing outside it. Though this other diversity is indeed necessary to the thing – so that it cannot be separated from it – it remains inessential to it.
Diese Bestimmtheit, welche den wesentlichen Charakter des Dings ausmacht und es von allen anderen unterscheidet, ist nun so bestimmt, daß das Ding dadurch im Gegensatze mit anderen ist, aber sich darin für sich erhalten soll. Ding aber oder für sich seiendes Eins ist es nur, insofern es nicht in dieser Beziehung auf andere steht; denn in dieser Beziehung ist vielmehr der Zusammenhang mit Anderem gesetzt; und Zusammenhang mit Anderem ist das Aufhören des Fürsichseins. Durch den absoluten Charakter gerade und seine Entgegensetzung verhält es sich zu anderen und ist wesentlich nur dies Verhalten; das Verhältnis aber ist die Negation seiner Selbständigkeit, und das Ding geht vielmehr durch seine wesentliche Eigenschaft zugrunde.
This determinateness, which constitutes the essential character of the thing and distinguishes it from all others, is now so defined that the thing thereby stands in opposition to others yet is supposed to preserve itself therein as being-for-itself. But the thing, or the self-subsistent One, is such only insofar as it does not stand in this relation to others; for in this relation, the connection with Others is posited instead – and connection with Others is the cessation of being-for-itself. Precisely through its absolute character and its opposition, it stands in relation to Others and is essentially nothing but this relation. However, the relation is the negation of its independence, and the thing rather perishes through its essential property.
Die Notwendigkeit der Erfahrung für das Bewußsein, daß das Ding eben durch die Bestimmtheit, welche sein Wesen und sein Fürsichsein ausmacht, zugrunde geht, kann kurz dem einfachen Begriffe nach so betrachtet werden. Das Ding ist gesetzt als Fürsichsein oder als absolute Negation alles Andersseins, daher absolute, nur sich auf sich beziehende Negation; aber die sich auf sich beziehende Negation ist Aufheben seiner selbst oder [dies,] sein Wesen in einem Anderen zu haben.
The necessity for consciousness that the thing perishes precisely through the determinacy constituting its essence and being-for-itself can briefly be considered according to the simple concept. The thing is posited as being-for-itself or as the absolute negation of all otherness, hence as absolute negation relating solely to itself; but self-relating negation is the sublation of itself or [this:] having its essence in an Other.
In der Tat enthält die Bestimmung des Gegenstandes, wie er sich ergeben hat, nichts anderes; er soll eine wesentliche Eigenschaft, welche sein einfaches Fürsichsein ausmacht, bei dieser Einfachheit aber auch die Verschiedenheit an ihm[103] selbst haben, welche zwar notwendig sein, aber nicht die wesentliche Bestimmtheit ausmachen soll. Aber dies ist eine Unterscheidung, welche nur noch in den Worten liegt; das Unwesentliche, welches doch zugleich notwendig sein soll, hebt sich selbst auf oder ist dasjenige, was soeben die Negation seiner selbst genannt wurde.
In truth, the determination of the object as it has emerged contains nothing else; it is supposed to have an essential property constituting its simple being-for-itself, yet in this simplicity also to bear difference within itself[103]—a difference that must indeed be necessary but not constitute the essential determinacy. Yet this is a distinction that remains merely verbal; the inessential, which is nevertheless supposed to be necessary, sublates itself or is what has just been called the negation of itself.
Es fällt hiermit das letzte Insofern hinweg, welches das Fürsichsein und das Sein-für-Anderes trennte; der Gegenstand ist vielmehr in einer und derselben Rücksicht das Gegenteil seiner selbst: für sich, insofern er für Anderes, und für Anderes, insofern er für sich ist. Er ist für sich, in sich reflektiert, Eins; aber dies für sich, in sich reflektiert, Eins-Sein ist mit seinem Gegenteile, dem Sein für ein Anderes, in einer Einheit und darum nur als Aufgehobenes gesetzt; oder dies Fürsichsein ist ebenso unwesentlich als dasjenige, was allein das Unwesentliche sein sollte, nämlich das Verhältnis zu Anderem.
With this, the last insofar as—which separated being-for-itself and being-for-an-other—disappears; the object is rather in one and the same respect the opposite of itself: for itself insofar as it is for an Other, and for an Other insofar as it is for itself. It is for itself, reflected into itself, One; but this being-for-itself, reflected-into-itself, being-One is united with its opposite, being-for-an-Other, and is thus posited only as sublated; or this being-for-itself is just as inessential as that which was supposed to be solely inessential, namely the relation to an Other.
Der Gegenstand ist hierdurch in seinen reinen Bestimmtheiten oder in den Bestimmtheiten, welche seine Wesenheit ausmachen sollten, ebenso aufgehoben, als er in seinem sinnlichen Sein zu einem Aufgehobenen wurde. Aus dem sinnlichen Sein wird er ein Allgemeines; aber dies Allgemeine ist, da es aus dem Sinnlichen herkommt, wesentlich durch dasselbe bedingt und daher überhaupt nicht wahrhaft sichselbstgleiche, sondern mit einem Gegensatze affizierte Allgemeinheit, welche sich darum in die Extreme der Einzelheit und Allgemeinheit, des Eins der Eigenschaften und des Auchs der freien Materien trennt. Diese reinen Bestimmtheiten scheinen die Wesenheit selbst auszudrücken, aber sie sind nur ein Fürsichsein, welches mit dem Sein für ein Anderes behaftet ist; indem aber beide wesentlich in einer Einheit sind, so ist jetzt die unbedingte absolute Allgemeinheit vorhanden, und das Bewußtsein tritt hier erst wahrhaft in das Reich des Verstandes ein.
Through this, the object is sublated in its pure determinacies—those that were supposed to constitute its essentiality—just as it became sublated in its sensuous being. From sensuous being, it becomes universal; but this universal, since it stems from the sensuous, is essentially conditioned by it and thus not truly self-identical but a universality infected with opposition, which therefore splits into the extremes of singularity and universality, the One of properties and the Also of free matters. These pure determinacies appear to express essentiality itself, but they are merely a being-for-itself afflicted with being-for-an-Other. Yet since both are essentially in a unity, the unconditioned absolute universality is now present, and consciousness here truly enters the realm of the understanding.
Die sinnliche Einzelheit also verschwindet zwar in der dialektischen Bewegung der unmittelbaren Gewißheit und wird[104] Allgemeinheit, aber nur sinnliche Allgemeinheit. Das Meinen ist verschwunden, und das Wahrnehmen nimmt den Gegenstand, wie er an sich ist, oder als Allgemeines überhaupt; die Einzelheit tritt daher an ihm als wahre Einzelheit, als Ansichsein des Eins hervor oder als Reflektiertsem in sich selbst. Es ist aber noch ein bedingtes Fürsichsein, neben welchem ein anderes Fürsichsein, die der Einzelheit entgegengesetzte und durch sie bedingte Allgemeinheit vorkommt; aber diese beiden widersprechenden Extreme sind nicht nur nebeneinander, sondern in einer Einheit; oder, was dasselbe ist, das Gemeinschaftliche beider, das Fürsichsein ist mit dem Gegensatze überhaupt behaftet, d. h. es ist zugleich nicht ein Fürsichsein. Diese Momente sucht die Sophisterei des Wahrnehmens von ihrem Widerspruche zu retten und durch die Unterscheidung der Rücksichten, durch das Auch und Insofern festzuhalten sowie endlich durch die Unterscheidung des Unwesentlichen und eines ihm entgegengesetzten Wesens das Wahre zu ergreifen. Allein diese Auskunftsmittel, statt die Täuschung in dem Auffassen abzuhalten, erweisen sich vielmehr selbst als nichtig, und das Wahre, das durch diese Logik des Wahrnehmens gewonnen werden soll, erweist sich in einer und derselben Rücksicht das Gegenteil zu sein und hiermit zu seinem Wesen die unterscheidungs- und bestimmungslose Allgemeinheit zu haben.
Thus, sensuous singularity does disappear in the dialectical movement of immediate certainty and becomes[104] universality, but only sensuous universality. Meinen [Immediate Meaning] vanishes, and perception apprehends the object as it is in itself, or as universality as such; singularity thus emerges in it as true singularity, as the being-in-itself of the One, or as reflectedness into itself. Yet this remains a conditioned being-for-itself, alongside which appears another being-for-itself—the universality opposed to singularity and conditioned by it. However, these two contradictory extremes exist not merely side by side but in one unity; or, what is the same, the commonality of both—being-for-itself—is afflicted with opposition as such, meaning it is simultaneously not a being-for-itself. The sophistry of perception seeks to rescue these moments from their contradiction by distinguishing respects, fixating them through the Also and insofar as, and finally grasping the True through the distinction of the inessential and a counterposed essence. Yet these expedients, rather than averting deception in apprehension, prove themselves void, and the Truth sought through this logic of perception reveals itself to be, in one and the same respect, its own opposite—thereby having as its essence the universal devoid of distinction and determination.
Diese leeren Abstraktionen der Einzelheit und der ihr entgegengesetzten Allgemeinheit sowie des Wesens, das mit einem Unwesentlichen verknüpft, eines Unwesentlichen, das doch zugleich notwendig ist, sind die Mächte, deren Spiel der wahrnehmende, oft so genannte gesunde Menschenverstand ist; er, der sich für das gediegene reale Bewußtsein nimmt, ist im Wahrnehmen nur das Spiel dieser Abstraktionen; er ist überhaupt immer da am ärmsten, wo er am reichsten zu sein meint. Indem er von diesen nichtigen Wesen herumgetrieben, von dem einen dem anderen in die Arme geworfen wird und, durch seine Sophisterei abwechslungsweise jetzt das eine, dann das gerade Entgegengesetzte festzuhalten[105] und zu behaupten bemüht, sich der Wahrheit widersetzt, meint er von der Philosophie, sie habe es nur mit Gedankendingen zu tun. Sie hat in der Tat auch damit zu tun und erkennt sie für die reinen Wesen, für die absoluten Elemente und Mächte; aber damit erkennt sie dieselben zugleich in ihrer Bestimmtheit und ist darum Meister über sie, während jener wahrnehmende Verstand sie für das Wahre nimmt und von ihnen aus einer Irre in die andere geschickt wird. Er selbst kommt nicht zu dem Bewußtsein, daß es solche einfache Wesenheiten sind, die in ihm walten, sondern er meint es immer mit ganz gediegenem Stoffe und Inhalte zu tun zu haben, so wie die sinnliche Gewißheit nicht weiß, daß die leere Abstraktion des reinen Seins ihr Wesen ist; aber in der Tat sind sie es, an welchen er durch allen Stoff und Inhalt hindurch und hin und her läuft; sie sind der Zusammenhalt und die Herrschaft desselben und allein dasjenige, was das Sinnliche als Wesen für das Bewußtsein ist, was seine Verhältnisse zu ihm bestimmt und woran die Bewegung des Wahrnehmens und seines Wahren abläuft. Dieser Verlauf, ein beständig abwechselndes Bestimmen des Wahren und Aufheben dieses Bestimmens, macht eigentlich das tägliche und beständige Leben und Treiben des Wahrnehmenden und in der Wahrheit sich zu bewegen meinenden Bewußtseins aus. Es geht darin unaufhaltsam zu dem Resultate des gleichen Aufhebens aller dieser wesentlichen Wesenheiten oder Bestimmungen fort, ist aber in jedem einzelnen Momente nur dieser einen Bestimmtheit als des Wahren sich bewußt und dann wieder der entgegengesetzten. Es wittert wohl ihre Unwesenheit; sie gegen die drohende Gefahr zu retten, geht es zur Sophisterei über, das, was es selbst soeben als das Nichtwahre behauptete, jetzt als das Wahre zu behaupten. Wozu diesen Verstand eigentlich die Natur dieser unwahren Wesen treiben will, die Gedanken von jener Allgemeinheit und Einzelheit, vom Auch und Eins, von jener Wesentlichkeit, die mit einer Unwesentlichkeit notwendig verknüpft ist, und von einem Unwesentlichen,[106] das doch notwendig ist, – die Gedanken von diesen Unwesen zusammenzubringen und sie dadurch aufzuheben, dagegen sträubt er sich durch die Stützen des Insofern und der verschiedenen Rücksichten oder dadurch, den einen Gedanken auf sich zu nehmen, um den anderen getrennt und als den wahren zu erhalten. Aber die Natur dieser Abstraktionen bringt sie an und für sich zusammen; der gesunde Verstand ist der Raub derselben, die ihn in ihrem wirbelnden Kreise umhertreiben. Indem er ihnen die Wahrheit dadurch geben will, daß er bald die Unwahrheit derselben auf sich nimmt, bald aber auch die Täuschung einen Schein der unzuverlässigen Dinge nennt und das Wesentliche von einem ihnen Notwendigen und doch Unwesentlichseinsollenden abtrennt und jenes als ihre Wahrheit gegen dieses festhält, erhält er ihnen nicht ihre Wahrheit, sich aber gibt er die Unwahrheit.[107]
These empty abstractions of singularity and the opposed universality, as well as of the essence bound to an unessential element and of the unessential that is nonetheless necessary, are the powers whose play constitutes the perceiving so-called sound common sense. This consciousness, which takes itself to be the solid, real consciousness, is in perception merely the play of these abstractions; it is always at its poorest precisely where it fancies itself to be richest. Driven about by these insubstantial essences, cast from one into the arms of the other, and through its sophistry alternately striving to grasp and assert first one and then the directly opposed determination as the truth, it resists philosophy, which it claims deals only with thought-entities. In truth, philosophy does engage with them, recognizing them as the pure essences, the absolute elements and powers; but in so doing, it also recognizes them in their determinacy and thus becomes master over them, whereas the perceiving understanding takes them for the True and is dispatched from one error to another. This understanding itself remains unaware that such simple essentialities govern it, believing instead that it deals with wholly solid material and content—just as sense-certainty does not know that the empty abstraction of pure being is its essence. Yet these very abstractions are the cohesive force and dominion over its material; they alone are what the sensible is as essence for consciousness, determining its relations to it, and through them the movement of perception and its truth unfolds. This process—the perpetual alternation between positing the True and sublating this determination—constitutes the daily, ceaseless activity of the perceiving consciousness that presumes to move within truth. It advances inexorably toward the result of equally sublating all these essential essences or determinations, yet in each singular moment it is conscious only of this one determinacy as the True, and then again of its opposite. It vaguely senses their untruth; to rescue them from impending peril, it resorts to sophistry, now asserting as true what it had just declared untrue. What this understanding is truly driven to do by the nature of these false essences—namely, to unite the thoughts of universality and singularity, of the Also and the One, of an essentiality necessarily bound to unessentiality, and of an unessential that is nonetheless necessary—and thereby to sublate them, it resists through the props of insofar as and various perspectives, or by taking up one thought to preserve the other as separate and true. But the nature of these abstractions inherently compels their unity; sound common sense becomes their prey, whirled about in their vortex. While attempting to bestow truth upon them by alternately accepting their untruth and dismissing deception as an appearance of unreliable things—separating the essential from a necessity that is yet deemed unessential, and holding fast to the former as their truth against the latter—it fails to preserve their truth and instead delivers itself to untruth.
III. Kraft und Verstand, Erscheinung und übersinnliche Welt
III. Force and the Understanding, Appearance and the Supersensible World
Dem Bewußtsein ist in der Dialektik der sinnlichen Gewißheit das Hören und Sehen usw. vergangen, und als Wahrnehmen ist es zu Gedanken gekommen, welche es aber erst im Unbedingt-Allgemeinen zusammenbringt. Dies Unbedingte wäre nun selbst wieder nichts anderes als das auf eine Seite tretende Extrem des Fürsichseins, wenn es als ruhiges einfaches Wesen genommen würde, denn so träte ihm das Unwesen gegenüber; aber auf dieses bezogen wäre es selbst unwesentlich und das Bewußtsein nicht aus der Täuschung des Wahrnehmens herausgekommen; allein es hat sich als ein solches ergeben, welches aus einem solchen bedingten Fürsichsein in sich zurückgegangen ist. – Dies unbedingte Allgemeine, das nunmehr der wahre Gegenstand des Bewußtseins[107] ist, ist noch als Gegenstand desselben; es hat seinen Begriff als Begriff noch nicht erfaßt. Beides ist wesentlich zu unterscheiden; dem Bewußtsein ist der Gegenstand aus dem Verhältnisse zu einem anderen in sich zurückgegangen und hiermit an sich Begriff geworden; aber das Bewußtsein ist noch nicht für sich selbst der Begriff, und deswegen erkennt es in jenem reflektierten Gegenstande nicht sich. Für uns ist dieser Gegenstand durch die Bewegung des Bewußtseins so geworden, daß dieses in das Werden desselben verflochten und die Reflexion auf beiden Seiten dieselbe oder nur eine ist. Weil aber das Bewußtsein in dieser Bewegung nur das gegenständliche Miesen, nicht das Bewußtsein als solches zu seinem Inhalte hatte, so ist für es das Resultat in gegenständlicher Bedeutung zu setzen und das Bewußtsein noch von dem Gewordenen zurücktretend, so daß ihm dasselbe als Gegenständliches das Wesen ist.
Through the dialectic of sense-certainty, consciousness has transcended hearing, seeing, etc., and as perception it has arrived at thoughts, which it now gathers into the unconditioned universal. This unconditioned would itself again be nothing but the one-sided extremity of being-for-itself if taken as a tranquil, simple essence, for then it would face the unessential. But related to the latter, it would itself become unessential, and consciousness would not have escaped the deception of perception. However, it has proven to be that which withdraws into itself from such conditioned being-for-itself. This unconditioned universal, now the true object of consciousness, remains an object for it; it has not yet grasped its Concept as Concept. These two aspects must be fundamentally distinguished: for consciousness, the object has withdrawn into itself from its relation to another and thus become in itself the Concept; but consciousness itself is not yet the Concept for itself, and therefore it does not recognize itself in that reflected object. For us, this object has become through the movement of consciousness such that consciousness is entangled in its becoming, and the reflection is the same on both sides or only one. Yet because consciousness in this movement had only the objective essence, not consciousness as such, as its content, the result must be posited in objective significance, and consciousness still stands apart from what has come to be, so that the latter appears to it as the objective essence.
Der Verstand hat damit zwar seine eigene Unwahrheit und die Unwahrheit des Gegenstandes aufgehoben; und was ihm dadurch geworden, ist der Begriff des Wahren, als an sich seiendes Wahres, das noch nicht Begriff ist oder das des Fürsichseins des Bewußtseins entbehrt und das der Verstand, ohne sich darin zu wissen, gewähren läßt. Dieses treibt sein Wesen für sich selbst, so daß das Bewußtsein keinen Anteil an seiner freien Realisierung hat, sondern ihr nur zusieht und sie rein auffaßt. Wir haben hiermit noch fürs erste an seine Stelle zu treten und der Begriff zu sein, welcher das ausbildet, was in dem Resultate enthalten ist; an diesem ausgebildeten Gegenstande, der dem Bewußtsein als ein Seiendes sich darbietet, wird es sich erst zum begreifenden Bewußtsein.
The Understanding has thus sublated its own untruth and that of the object, and what has thereby emerged for it is the concept of the True as the True in itself, which is not yet the Concept—or a truth lacking the being-for-itself of consciousness—and which the Understanding allows to subsist without recognizing itself within it. This essence drives itself onward independently, so that consciousness has no share in its free actualization but merely observes and purely apprehends it. We must initially take its place and be the Concept that develops what is contained in the result. It is through this developed object, which presents itself to consciousness as a being, that consciousness will first become comprehending consciousness.
Das Resultat war das Unbedingt-Allgemeine, zunächst in dem negativen und abstrakten Sinne, daß das Bewußtsein seine einseitigen Begriffe negierte und sie abstrahierte, nämlich sie aufgab. Das Resultat hat aber an sich die positive Bedeutung, daß darin die Einheit des Fürsichseins und des Für-ein-Anderes-Seins oder der absolute Gegensatz unmittelbar als dasselbe Wesen gesetzt ist. Es scheint zunächst nur[108] die Form der Momente zueinander zu betreffen; aber das Fürsichsein und das Für-Anderes-Sein ist ebensowohl der Inhalt selbst, weil der Gegensatz in seiner Wahrheit keine andere Natur haben kann, als die sich im Resultate ergeben hat, daß nämlich der in der Wahrnehmung für wahr gehaltene Inhalt in der Tat nur der Form angehört und in ihre Einheit sich auflöst. Dieser Inhalt ist zugleich allgemein; es kann keinen anderen Inhalt geben, der durch seine besondere Beschaffenheit sich dem entzöge, in diese unbedingte Allgemeinheit zurückzugehen. Ein solcher Inhalt wäre irgendeine bestimmte Weise, für sich zu sein und zu Anderem sich zu verhalten. Allein für sich zu sein und zu Anderem sich zu verhalten überhaupt, macht seine Natur und Wesen aus, deren Wahrheit ist, Unbedingt-Allgemeines zu sein; und das Resultat ist schlechthin allgemein.
The result was the Unconditioned Universal [Unbedingt-Allgemeine], initially in the negative and abstract sense that consciousness negated and abstracted its one-sided concepts — that is, relinquished them. Yet this result inherently possesses the positive significance that the unity of being-for-itself [Fürsichsein] and being-for-another [Für-ein-Anderes-Sein] — or the absolute antithesis — is immediately posited as the same essence. At first, this seems to concern only the form of the moments in relation to each other; but being-for-itself and being-for-another equally constitute the content itself, for the antithesis in its truth cannot have any other nature than that which emerged in the result: namely, that the content held as true in perception in fact belongs solely to form and dissolves into its unity. This content is simultaneously universal; no other content could, through its particular constitution, evade returning into this unconditioned universality. Such a content would be a specific mode of existing for itself and relating to another. However, existing for itself and relating to another in general constitute its nature and essence, whose truth lies in being the Unconditioned Universal; and the result is absolutely universal.
Weil aber dies Unbedingt-Allgemeine Gegenstand für das Bewußtsein ist, so tritt an ihm der Unterschied der Form und des Inhalts hervor, und in der Gestalt des Inhalts haben die Momente das Aussehen, in welchem sie sich zuerst darboten, einerseits allgemeines Medium vieler bestehender Materien und andererseits in sich reflektiertes Eins, worin ihre Selbständigkeit vertilgt ist, zu sein. Jenes ist die Auflösung der Selbständigkeit des Dinges oder die Passivität, die ein Sein für ein Anderes ist, dies aber das Fürsichsein. Es ist zu sehen, wie diese Momente in der unbedingten Allgemeinheit, die ihr Wesen ist, sich darstellen. Es erhellt zunächst, daß sie dadurch, daß sie nur in dieser sind, überhaupt nicht mehr auseinanderliegen, sondern wesentlich an ihnen selbst sich aufhebende Seiten sind und nur das Übergehen derselben ineinander gesetzt ist.
But because this Unconditioned Universal is an object for consciousness, the distinction between form and content arises within it. In the guise of content, the moments appear in their initial presentation: on one side as the universal medium of many existing matters [Materien], and on the other as the self-reflected One in which their independence is annihilated. The former is the dissolution of the thing’s independence — its passivity as being-for-another — while the latter is being-for-itself. We must observe how these moments manifest themselves within the unconditioned universality that is their essence. It becomes evident that since they exist solely within this universality, they no longer lie apart but are inherently self-sublating sides — their transition into one another is what is posited.
Das eine Moment erscheint also als das auf die Seite getretene Wesen, als allgemeines Medium oder als das Bestehen selbständiger Materien. Die Selbständigkeit dieser Materien aber ist nichts anderes als dies Medium; oder dies Allgemeine ist durchaus die Vielheit solcher verschiedenen Allgemeinen. Das Allgemeine ist an ihm selbst in ungetrennter[109] Einheit mit dieser Vielheit, heißt aber: diese Materien sind, jede wo die andere ist; sie durchdringen sich gegenseitig, – ohne aber sich zu berühren, weil umgekehrt das viele Unterschiedene ebenso selbständig ist. Damit ist zugleich auch ihre reine Porosität oder ihr Aufgehobensein gesetzt. Dies Aufgehobensein wieder oder die Reduktion dieser Verschiedenheit zum reinen Fürsichsein ist nichts anderes als das Medium selbst und dies die Selbständigkeit der Unterschiede. Oder die selbständig gesetzten gehen unmittelbar in ihre Einheit und ihre Einheit unmittelbar in die Entfaltung über und diese wieder zurück in die Reduktion. Diese Bewegung ist aber dasjenige, was Kraft genannt wird: das eine Moment derselben, nämlich sie als Ausbreitung der selbständigen Materien in ihrem Sein, ist ihre Äußerung, sie aber als das Verschwundensein derselben ist die in sich aus ihrer Äußerung zurückgedrängte oder die eigentliche Kraft. Aber erstens die in sich zurückgedrängte Kraft muß sich äußern; und zweitens in der Äußerung ist sie ebenso in sich selbst seiende Kraft, als sie in diesem Insichselbstsein Äußerung ist. – Indem wir so beide Momente in ihrer unmittelbaren Einheit erhalten, so ist eigentlich der Verstand, dem der Begriff der Kraft angehört, der Begriff, welcher die unterschiedenen Momente als unterschiedene trägt; denn an ihr selbst sollen sie nicht unterschieden sein; der Unterschied ist hiermit nur im Gedanken. – Oder es ist im Obigen nur erst der Begriff der Kraft, nicht ihre Realität gesetzt worden. In der Tat aber ist die Kraft das Unbedingt-Allgemeine, welches, was es für ein Anderes, ebenso an sich selbst ist; oder welches den Unterschied – denn er ist nichts anderes als das Für-ein-Anderes-Sein – an ihm selbst hat. Daß also die Kraft in ihrer Wahrheit sei, muß sie ganz vom Gedanken frei gelassen und als die Substanz dieser Unterschiede gesetzt werden, d.h. einmal: sie als diese ganze Kraft wesentlich an und für sich bleibend, und dann: ihre Unterschiede als substantiell oder als für sich bestehende Momente. Die Kraft als solche oder als in sich zurückgedrängte ist. hiermit für sich[110] als ein ausschließendes Eins, welchem die Entfaltung der Materien ein anderes bestehendes Wesen ist, und es sind so zwei unterschiedene selbständige Seiten gesetzt. Aber die Kraft ist auch das Ganze, oder sie bleibt, was sie ihrem Begriffe nach ist, nämlich diese Unterschiede bleiben reine Formen, oberflächliche verschwindende Momente. Die Unterschiede der in sich zurückgedrängten eigentlichen Kraft und der Entfaltung der selbständigen Materien wären zugleich gar nicht, wenn sie nicht ein Bestehen hätten, oder die Kraft wäre nicht, wenn sie nicht auf diese entgegengesetzte Weise existierte, aber, sie existiert auf diese entgegengesetzte Weise, heißt nichts anderes als: beide Momente sind selbst zugleich selbständig. – Diese Bewegung des sich beständig Verselbständigens der beiden Momente und ihres sich wieder Aufhebens ist es also, was zu betrachten ist. – Es erhellt im allgemeinen, daß diese Bewegung nichts anderes ist als die Bewegung des Wahrnehmens, worin die beiden Seiten, das Wahrnehmende und das Wahrgenommene zugleich, einmal als das Auffassen des Wahren eins und Ununterschieden, dabei aber ebensowohl jede Seite in sich reflektiert oder für sich ist. Hier sind diese beiden Seiten Momente der Kraft; sie sind ebensowohl in einer Einheit, als diese Einheit, welche gegen die für sich seienden Extreme als die Mitte erscheint, sich immer in eben diese Extreme zersetzt, die erst dadurch sind. – Die Bewegung, welche sich vorhin als das Sichselbstvernichten widersprechender Begriffe darstellte, hat also hier die gegenständliche Form und ist Bewegung der Kraft, als deren Resultat das Unbedingt-Allgemeine als Ungegenständliches oder als Inneres der Dinge hervorgeht.
One moment thus appears as the essence that has withdrawn into itself — the universal medium or the subsistence of independent matters. Yet the independence [Selbständigkeit] of these matters is nothing other than this medium; or this universal is through and through the multiplicity [Vielheit] of such distinct universals. The universal is in undivided unity with this multiplicity, which means: these matters coexist, each where the others are; they interpenetrate without touching, for conversely, the manifold differences are equally independent. Simultaneously, their pure porosity or sublatedness [Aufgehobensein] is posited. This sublatedness — the reduction of this diversity to pure being-for-itself [reines Fürsichsein] — is nothing other than the medium itself, and this medium is the independence of the differences. That is, the independently posited differences immediately transition into their unity, and this unity immediately unfolds into dispersion, which in turn reverts to reduction. This movement is what is called force [Kraft]: one moment of it — its expansion as the being of independent matters — is its expression [Äußerung]; the other — the vanishing of those matters — is force repressed back into itself from its expression, or force proper [eigentliche Kraft]. First, the force repressed into itself must express itself; second, in this expression, it is equally force existing within itself, just as in this being-within-itself, it is expression. — Since we thus retain both moments in their immediate unity, it is actually the understanding — to which the concept of force belongs — that is the Concept [Begriff] sustaining the distinct moments as distinct. For in themselves, they are not distinct; the distinction thus exists only in thought. — Or, in what preceded, only the concept of force — not its reality — was posited. In truth, however, force is the Unconditioned Universal, which is for an other precisely what it is in itself; or it contains the distinction — for this is nothing other than being-for-another — within itself. For force to exist in its truth, it must be entirely liberated from thought and posited as the substance of these distinctions: first, as this whole force, it remains essentially in and for itself; second, its distinctions are posited as substantial or as self-subsistent moments. Force as such — as repressed into itself — thus exists for itself[110] as an exclusive One [ausschließendes Eins], to which the unfolding [Entfaltung] of matters appears as another subsistent essence. Here, two distinct independent sides are posited. Yet force is also the whole; it remains what it is according to its concept — these distinctions persist as pure forms, superficial vanishing moments. The distinctions between the repressed proper force and the unfolding of independent matters would not exist at all if they lacked subsistence, or force would not exist if it did not exist in these opposed ways. But to exist in these opposed ways means nothing other than that both moments are themselves independent. — It is this movement of the constant self-subsistence of the two moments and their reciprocal sublation that must now be examined. — In general, it is clear that this movement is none other than the movement of perception, where the two sides — the perceiving and the perceived — are at once one and indistinct as the apprehension of the true, yet each side is equally reflected into itself or exists for itself. Here, these two sides are moments of force; they are in unity just as this unity — which appears as the middle term against the extremes existing for themselves — perpetually disintegrates into these very extremes, which first thereby attain being. — The movement that earlier presented itself as the self-annihilation of contradictory concepts now assumes objective form as the movement of force, whose result is the Unconditioned Universal emerging as the non-objective or as the inner [Inneres] of things.
Die Kraft ist, wie sie bestimmt worden, indem sie als solche oder als in sich reflektiert vorgestellt wird, die eine Seite ihres Begriffs; aber als ein substantiiertes Extrem, und zwar das unter der Bestimmtheit des Eins gesetzte. Hiermit ist das Bestehen der entfalteten Materien aus ihr ausgeschlossen und ein Anderes als sie. Indem es notwendig ist, daß sie selbst dieses Bestehen sei oder daß sie sich äußere, so stellt sich ihre[111] Äußerung so vor, daß jenes Andere zu ihr hinzutritt und sie sollizitiert. Aber in der Tat, indem sie notwendig sich äußert, hat sie dies, was als ein anderes Wesen gesetzt war, an ihr selbst. Es muß zurückgenommen werden, daß sie als ein Eins und ihr Wesen, sich zu äußern, als ein Anderes, zu ihr von außen Hinzutretendes gesetzt wurde; sie ist vielmehr selbst dies allgemeine Medium des Bestehens der Momente als Materien; oder sie hat sich geäußert, und was das andere Sollizitierende sein sollte, ist sie vielmehr. Sie existiert also jetzt als das Medium der entfalteten Materien. Aber sie hat gleich wesentlich die Form des Aufgehobenseins der bestehenden Materien oder ist wesentlich Eins; dies Einssein ist hiermit jetzt, da sie gesetzt ist als das Medium von Materien, ein Anderes als sie, und sie hat dies ihr Wesen außer ihr. Indem sie aber notwendig dies sein muß, als was sie noch nicht gesetzt ist, so tritt dies Andere hinzu und sollizitiert sie zur Reflexion in sich selbst oder hebt ihre Äußerung auf. In der Tat aber ist sie selbst dieses Insichreflektiertsein oder dies Aufgehobensein der Äußerung; das Einssein verschwindet, wie es erschien, nämlich als ein Anderes, sie ist es selbst, sie ist in sich zurückgedrängte Kraft.
Force, as it has been determined when represented as such or as reflected into itself, constitutes one side of its concept. But as a substantiated extreme posited under the determinacy of the One, the subsistence of the unfolded matters is thereby excluded from it, and an Other than it. Since it is necessary that force itself be this subsistence or that it externalize itself, its externalization presents itself such that this Other approaches it and solicits it. But in truth, since force necessarily externalizes itself, it already carries within itself what was posited as another essence. It must be retracted that force was posited as a One and that its essence – to externalize itself – was posited as an Other externally approaching it; rather, force is itself this universal medium of the subsistence of moments as matters. Or it has externalized itself, and what was supposed to be the other soliciting force is rather force itself. Thus, force now exists as the medium of the unfolded matters. But it equally essentially has the form of the sublatedness of subsisting matters or is essentially One. This being-One, now that force is posited as the medium of matters, is an Other than it, and force has this its essence outside itself. However, since force must necessarily be what it is not yet posited as, this Other approaches and solicits it to reflect into itself or sublate its externalization. But in truth, force itself is this being-reflected-into-itself or this sublatedness of externalization; the being-One vanishes as it appeared – namely, as an Other – for it is itself, it is force driven back into itself.
Das, was als Anderes auftritt und sie sowohl zur Äußerung als zur Rückkehr in sich selbst sollizitiert, ist, wie sich unmittelbar ergibt, selbst Kraft; denn das Andere zeigt sich ebensowohl als allgemeines Medium wie als Eins und so, daß jede dieser Gestalten zugleich nur als verschwindendes Moment auftritt. Die Kraft ist hiermit dadurch, daß ein Anderes für sie und sie für ein Anderes ist, überhaupt noch nicht aus ihrem Begriffe herausgetreten. Es sind aber zugleich zwei Kräfte vorhanden, der Begriff beider zwar derselbe, aber aus seiner Einheit in die Zweiheit herausgegangen. Statt daß der Gegensatz durchaus wesentlich nur Moment bliebe, scheint er sich durch die Entzweiung in ganz selbständige Kräfte der Herrschaft der Einheit entzogen zu haben. Was es mit dieser Selbständigkeit für eine Bewandtnis hat, ist näher zu sehen. Zunächst tritt die zweite Kraft als das Sollizitierende,[112] und zwar als allgemeines Medium seinem Inhalte nach gegen die auf, welche als sollizitierte bestimmt ist; indem aber jene wesentlich Abwechslung dieser beiden Momente und selbst Kraft ist, so ist sie in der Tat gleichfalls nur erst allgemeines Medium, indem sie dazu sollizitiert wird, und ebenso auch nur negative Einheit, oder zum Zurückgehen der Kraft Sollizitierendes, dadurch, daß sie sollizitiert wird. Es verwandelt sich hiermit auch dieser Unterschied, der zwischen beiden stattfand, daß das eine das Sollizitierende, das andere das Sollizitierte sein sollte, in dieselbe Austauschung der Bestimmtheiten gegeneinander.
What appears as the Other and solicits force both to externalize and to return into itself is, as immediately evident, itself force. For the Other shows itself equally as universal medium and as One, such that each of these forms appears only as a vanishing moment. Thus, force has not yet stepped out of its concept by having an Other for it and being for an Other. Yet there are simultaneously two forces present; though their concept is the same, it has emerged from its unity into duality. Instead of the opposition remaining essentially only a moment, it seems to have withdrawn from the dominion of unity through its bifurcation into wholly self-subsistent forces. The nature of this self-subsistence must be more closely examined. Initially, the second force appears as the soliciting force, and as universal medium in content, against that which is determined as solicited. But since the former is essentially the alternation of these two moments and is itself force, it is in truth likewise only first a universal medium when solicited to be such, and equally a negative unity or soliciting force for the return of force by being solicited itself. Thus, this difference – that one was supposed to be the soliciting and the other the solicited – transforms into the same interchange of determinacies reciprocally.
Das Spiel der beiden Kräfte besteht hiermit in diesem entgegengesetzten Bestimmtsein beider, ihrem Füreinandersein in dieser Bestimmung und der absoluten unmittelbaren Verwechslung der Bestimmungen, – einem Übergange, wodurch allein diese Bestimmungen sind, in denen die Kräfte selbständig aufzutreten scheinen. Das Sollizitierende ist z.B. als allgemeines Medium und dagegen das Sollizitierte als zurückgedrängte Kraft gesetzt; aber jenes ist allgemeines Medium selbst nur dadurch, daß das andere zurückgedrängte Kraft ist; oder diese ist vielmehr das Sollizitierende für jenes und macht dasselbe erst zum Medium. Jenes hat nur durch das andere seine Bestimmtheit und ist sollizitierend nur, insofern es vom anderen dazu sollizitiert wird, sollizitierend zu sein; und es verliert ebenso unmittelbar diese ihm gegebene Bestimmtheit; denn diese geht an das andere über oder vielmehr ist schon an dasselbe übergegangen; das fremde die Kraft Sollizitierende tritt als allgemeines Medium auf, aber nur dadurch, daß es von ihr dazu sollizitiert worden ist; d.h. aber, sie setzt es so und ist vielmehr selbst wesentlich allgemeines Medium; sie setzt das Sollizitierende so, darum weil diese andere Bestimmung ihr wesentlich, d.h. weil sie vielmehr sie selbst ist.
The play of the two forces thereby consists in this opposed determinacy of both, their being-for-one-another in this determination, and the absolute immediate interchange of determinations – a transition through which alone these determinations exist, in which the forces appear to be self-subsistent. For example, the soliciting force is posited as universal medium, while the solicited force is posited as force driven back. But the former is universal medium only because the latter is force driven back; or rather, the latter is the soliciting force for the former and first constitutes it as medium. The former has its determinacy only through the other and is soliciting only insofar as it is solicited by the other to be soliciting. And it loses this given determinacy just as immediately, for this determinacy passes over to the other – or rather, has already passed over to it. The foreign soliciting force that approaches acts as universal medium, but only because it has been solicited to do so by force. This means, however, that force posits it as such and is itself essentially the universal medium. Force posits the soliciting force in this way because this other determinacy is essential to it – that is, because force is rather this determinacy itself.
Zur Vervollständigung der Einsicht in den Begriff dieser Bewegung kann noch darauf aufmerksam gemacht werden, daß sich die Unterschiede selbst in einem gedoppelten Unterschiede[113] zeigen, einmal als Unterschiede des Inhalts, indem das eine Extrem in sich reflektierte Kraft, das andere aber Medium der Materien ist; das andere Mal als Unterschiede der Form, indem das eine Sollizitierendes, das andere Sollizitiertes, Jenes tätig, dies passiv ist. Nach dem Unterschiede des Inhalts sind sie überhaupt oder für uns unterschieden; nach dem Unterschiede der Form aber sind sie selbständig, in ihrer Beziehung sich voneinander selbst abscheidend und entgegengesetzt. Daß so die Extreme nach diesen beiden Seiten nichts an sich, sondern diese Seiten, worin ihr unterschiedenes Wesen bestehen sollte, nur verschwindende Momente, ein unmittelbares Übergehen Jeder in die entgegengesetzte sind, dies wird für das Bewußtsein in der Wahrnehmung der Bewegung der Kraft. Für uns aber war, wie oben erinnert, auch noch dies, daß an sich die Unterschiede als Unterschiede des Inhalts und der Form verschwanden und auf der Seite der Form dem Wesen nach das Tätige, Sollizitierende oder Fürsichseiende dasselbe [war], was auf der Seite des Inhalts als in sich zurückgedrängte Kraft; das Passive, Sollizitierte oder für ein Anderes Seiende auf der Seite der Form dasselbe, was auf der Seite des Inhalts als allgemeines Medium der vielen Materien sich darstellte.
To complete the insight into the concept of this movement, attention may be drawn to the fact that the differences themselves manifest in a twofold difference: first as differences of content, where one extreme is force reflected into itself and the other is the medium of matters; second as differences of form, where one is soliciting and the other solicited, the former active, the latter passive. According to the difference of content, they are distinct in themselves or for us; according to the difference of form, they are self-subsistent, opposing and separating themselves from one another in their relation. That the extremes are not in themselves according to these two aspects, but rather these aspects – in which their differentiated essence was supposed to consist – are only vanishing moments, an immediate transition of each into its opposite, becomes evident to consciousness in the perception of the movement of force. For us, however – as noted earlier – it was also the case that the differences as differences of content and form vanished in themselves. On the side of form, the active, soliciting or being-for-itself was essentially the same as what, on the side of content, presented itself as force driven back into itself; the passive, solicited or being-for-an-other on the side of form was the same as what, on the side of content, appeared as the universal medium of the many matters.
Es ergibt sich hieraus, daß der Begriff der Kraft durch die Verdopplung in zwei Kräfte wirklich wird und wie er dies wird. Diese zwei Kräfte existieren als für sich seiende Wesen; aber ihre Existenz ist eine solche Bewegung gegeneinander, daß ihr Sein viel mehr ein reines Gesetztsein durch ein Anderes ist, d.h. daß ihr Sein vielmehr die reine Bedeutung des Verschwindens hat. Sie sind nicht als Extreme, die etwas Festes für sich behielten und nur eine äußere Eigenschaft gegeneinander in die Mitte und in ihre Berührung schickten; sondern was sie sind, sind sie nur in dieser Mitte und Berührung. Es ist darin unmittelbar ebensowohl das in sich Zurückgedrängt- oder das Fürsichsein der Kraft wie die Äußerung, das Sollizitieren wie das Sollizitiertsein; diese Momente hiermit nicht an zwei selbständige Extreme verteilt,[114] welche sich nur eine entgegengesetzte Spitze böten, sondern ihr Wesen ist dies schlechthin, jede nur durchs andere und [das], was jede so durchs andere ist, unmittelbar nicht mehr zu sein, indem sie es ist. Sie haben hiermit in der Tat keine eigenen Substanzen, welche sie trügen und erhielten. Der Begriff der Kraft erhält sich vielmehr als das Wesen in seiner Wirklichkeit selbst; die Kraft als wirkliche ist schlechthin nur in der Äußerung, welche zugleich nichts anderes als ein Sichselbstaufheben ist. Diese wirkliche Kraft, vorgestellt als frei von ihrer Äußerung und für sich seiend, ist sie die in sich zurückgedrängte Kraft; aber diese Bestimmtheit ist In der Tat, wie sich ergeben hat, selbst nur ein Moment der Äußerung. Die Wahrheit der Kraft bleibt also nur der Gedanke derselben; und haltungslos stürzen die Momente ihrer Wirklichkeit, ihre Substanzen und ihre Bewegung in eine ununterschiedene Einheit zusammen, welche nicht die in sich zurückgedrängte Kraft ist (denn diese ist selbst nur ein solches Moment), sondern diese Einheit ist ihr Begriff als Begriff. Die Realisierung der Kraft ist also zugleich Verlust der Realität; sie ist darin vielmehr ein ganz Anderes geworden, nämlich diese Allgemeinheit, welche der Verstand zuerst oder unmittelbar als ihr Wesen erkennt und welche sich auch als ihr Wesen an ihrer seinsollenden Realität [,] an den wirklichen Substanzen erweist.
It emerges here that the Concept of Force becomes actual through its duplication into two forces and how it becomes so. These two forces exist as self-subsistent beings; yet their existence is such a movement against each other that their being is rather a pure positedness through an Other – that is, their being has rather the pure significance of vanishing. They are not as extremes that retain something fixed for themselves and merely dispatch an external property into the middle and into their contact; rather, what they are, they are only in this middle and contact. Therein lies immediately both the inwardly repressed – or the being-for-itself – of Force and its expression, the soliciting as well as the being-solicited; these moments are thus not distributed between two self-subsistent extremes[114] that would only present opposing poles, but their essence is this absolute: each is only through the other, and what each thus is through the other, it immediately ceases to be precisely by being it. Hence, they in fact have no proper substances that would bear and sustain them. Rather, the Concept of Force sustains itself as the Essence within its actuality itself; Force as actual exists absolutely only in expression, which is simultaneously nothing other than a self-sublation. This actual Force, when represented as free from its expression and as being-for-itself, is Force repressed into itself; but this determinacy is in truth, as has emerged, itself only a moment of expression. The truth of Force thus remains merely the thought of it; and unsupported, the moments of its actuality – its substances and their movement – collapse into an undifferentiated unity, which is not Force repressed into itself (for this itself is only such a moment), but this unity is its Concept as Concept. The actualization of Force is thus simultaneously the loss of actuality; therein it has rather become something entirely different, namely this universality, which the understanding first or immediately recognizes as its essence and which also proves itself as its essence in its supposed actuality – in the actual substances.
Insofern wir das erste Allgemeine als den Begriff des Verstandes betrachten, worin die Kraft noch nicht für sich ist, so ist das zweite Jetzt ihr Wesen, wie es sich an und für sich darstellt. Oder umgekehrt, betrachten wir das erste Allgemeine als das Unmittelbare, das ein wirklicher Gegenstand für das Bewußtsein sein sollte, so ist dies zweite als das Negative der sinnlich gegenständlichen Kraft bestimmt; es ist sie, wie sie in ihrem wahren Wesen nur als Gegenstand des Verstandes ist; jenes erste wäre die in sich zurückgedrängte Kraft oder sie als Substanz; dies zweite aber ist das Innere[115] der Dinge, als Inneres, welches mit dem Begriffe als Begriff dasselbe ist.
Insofar as we consider the first universal as the Concept of the understanding, wherein Force is not yet for itself, the second is now its Essence as it presents itself in and for itself. Conversely, if we consider the first universal as the immediate, which was to be an actual object for consciousness, then this second is determined as the Negative of the sensuously objective Force; it is Force as it is in its true essence only as object of the understanding. The former would be Force repressed into itself or as substance; this latter, however, is the Inner[115] of things, as Inner, which is identical with the Concept as Concept.
Dieses wahrhafte Wesen der Dinge hat sich Jetzt so bestimmt, daß es nicht unmittelbar für das Bewußtsein ist, sondern daß dieses ein mittelbares Verhältnis zu dem Innern hat und als Verstand durch diese Mitte des Spiels der Kräfte in den wahren Hintergrund der Dinge blickt. Die Mitte, welche die beiden Extreme, den Verstand und das Innere, zusammenschließt, ist das entwickelte Sein der Kraft, das für den Verstand selbst nunmehr ein Verschwinden ist. Es heißt darum Erscheinung, denn Schein nennen wir das Sein, das unmittelbar an ihm selbst ein Nichtsein ist. Es ist aber nicht nur ein Schein, sondern Erscheinung, ein Ganzes des Scheins. Dies Ganze als Ganzes oder Allgemeines ist es, was das Innere ausmacht, das Spiel der Kräfte, als Reflexion desselben in sich selbst. In ihm sind für das Bewußtsein auf gegenständliche Weise die Wesen der Wahrnehmung so gesetzt, wie sie an sich sind, nämlich als unmittelbar in das Gegenteil ohne Ruhe und Sein sich verwandelnde Momente, das Eins unmittelbar in das Allgemeine, das Wesentliche unmittelbar in das Unwesentliche und umgekehrt. Dies Spiel der Kräfte ist daher das entwickelte Negative; aber die Wahrheit desselben ist das Positive, nämlich das Allgemeine, der ansichseiende Gegenstand. – Das Sein desselben für das Bewußtsein ist vermittelt durch die Bewegung der Erscheinung, worin das Sein der Wahrnehmung und das Sinnlichgegenständliche überhaupt nur negative Bedeutung hat, das Bewußtsein also daraus sich in sich als in das Wahre reflektiert, aber als Bewußtsein wieder dies Wahre zum gegenständlichen Innern macht und diese Reflexion der Dinge von seiner Reflexion in sich selbst unterscheidet; wie ihm die vermittelnde Bewegung ebenso noch eine gegenständliche ist. Dies Innere ist ihm daher ein Extrem gegen es; aber es ist ihm darum das Wahre, weil es darin als in dem Ansich zugleich die Gewißheit seiner selbst oder das Moment seines Fürsichseins hat; aber dieses Grundes ist es sich noch nicht[116] bewußt, denn das Fürsichsein, welches das Innere an ihm selbst haben sollte, wäre nichts anderes als die negative Bewegung; aber diese ist dem Bewußtsein noch die gegenständliche verschwindende Erscheinung, noch nicht sein eigenes Fürsichsein; das Innere ist ihm daher wohl Begriff, aber es kennt die Natur des Begriffes noch nicht.
This true essence of things has now determined itself such that it is not immediate for consciousness, but rather consciousness has a mediated relation to the Inner. As Understanding, it gazes through this middle term of the play of forces into the true background of things. The middle term that binds the two extremes – Understanding and the Inner – is the developed Being of force, which now for Understanding itself becomes a vanishing. It is thus called Appearance, for we name "semblance" a Being that is immediately in itself a non-being. Yet it is not merely semblance but Appearance – a Whole of semblance. This Whole as a whole or as the Universal constitutes the Inner, the play of forces as reflection into itself. Within it, the essences of perception are posited in an objective manner for consciousness as they are in-themselves: namely, as moments that immediately transform themselves into their opposite without rest or Being – the One immediately into the Universal, the essential immediately into the inessential, and vice versa. This play of forces is therefore the developed Negative; but its truth is the Positive, namely the Universal, the object that is in-itself. – The Being of this object for consciousness is mediated through the movement of Appearance, wherein the Being of perception and the sensuous-objective in general have only negative significance. Consciousness thus reflects out of this into itself as into the True, yet as consciousness, it again makes this Truth into an objective Inner, distinguishing this reflection of things from its own reflection into itself – just as the mediating movement remains for it something objective. This Inner is thus an extreme opposed to consciousness; yet it is for consciousness the True because within it, as within the In-itself, it simultaneously has the certainty of itself or the moment of its being-for-itself. However, consciousness is not yet[116] aware of this ground, for the being-for-itself that the Inner should have in itself would be nothing other than the negative movement. But this movement remains for consciousness the objective vanishing Appearance – not yet its own being-for-itself. The Inner is thus indeed the Concept for consciousness, but it does not yet know the nature of the Concept.
In diesem inneren Wahren, als dem Absolut-Allgemeinen, welches vom Gegensatze des Allgemeinen und Einzelnen gereinigt und für den Verstand geworden ist, schließt sich erst über der sinnlichen als der erscheinenden Welt nunmehr eine übersinnliche als die wahre Welt auf, über dem verschwindenden Diesseits das bleibende Jenseits, ein Ansich, welches die erste und darum selbst unvollkommene Erscheinung der Vernunft oder nur das reine Element ist, worin die Wahrheit ihr Wesen hat.
In this inner True, as the Absolute Universal purified from the opposition of Universal and Singular and having become for the Understanding, there now opens above the sensuous as the phenomenal world a supersensible world as the true world – beyond the vanishing This-World, an abiding Beyond, an In-itself which is the first and therefore itself incomplete appearance of Reason, or merely the pure element wherein Truth has its essence.
Unser Gegenstand ist hiermit nunmehr der Schluß, welcher zu seinen Extremen das Innere der Dinge und den Verstand und zu seiner Mitte die Erscheinung hat; die Bewegung dieses Schlusses aber gibt die weitere Bestimmung dessen, was der Verstand durch die Mitte hindurch im Innern erblickt, und die Erfahrung, welche er über dieses Verhältnis des Zusammengeschlossenseins macht.
Our object is now the syllogism whose extremes are the Inner of things and the Understanding, and whose middle term is Appearance. The movement of this syllogism gives the further determination of what the Understanding beholds in the Inner through the middle term, and the experience it undergoes regarding this relation of being-interconnected.
Noch ist das Innere reines Jenseits für das Bewußtsein, denn es findet sich selbst in ihm noch nicht; es ist leer, denn es ist nur das Nichts der Erscheinung und positiv das einfache Allgemeine. Diese Weise des Innern, zu sein, stimmt unmittelbar denjenigen bei, welche sagen, daß das Innere der Dinge nicht zu erkennen sei; aber der Grund würde anders gefaßt werden müssen. Von diesem Innern, wie es hier unmittelbar ist, ist allerdings keine Kenntnis vorhanden, aber nicht deswegen, weil die Vernunft zu kurzsichtig oder beschränkt, oder wie man es sonst nennen will, wäre (worüber hier noch nichts bekannt ist, denn so tief sind wir noch nicht eingedrungen), sondern um der einfachen Natur der Sache selbst willen, weil nämlich im Leeren nichts erkannt wird oder, von der ändern Seite ausgesprochen, weil es eben als das [117] Jenseits des Bewußtseins bestimmt ist. – Das Resultat ist freilich dasselbe, wenn ein Blinder in den Reichtum der übersinnlichen Welt – wenn sie einen hat, er sei nun eigentümlicher Inhalt derselben, oder das Bewußtsein selbst sei dieser Inhalt – und wenn ein Sehender in die reine Finsternis oder, wenn man will, in das reine Licht, wenn sie nur dieses ist, gestellt wird; der Sehende sieht in seinem reinen Lichte sowenig als in seiner reinen Finsternis und gerade soviel als der Blinde in der Fülle des Reichtums, der vor ihm läge. Wenn es mit dem Innern und dem Zusammengeschlossensein mit ihm durch die Erscheinung weiter nichts wäre, so bliebe nichts übrig, als sich an die Erscheinung zu halten, d.h. etwas als wahr zu nehmen, von dem wir wissen, daß es nicht wahr ist, oder, damit doch in dem Leeren, welches zwar erst als Leerheit von gegenständlichen Dingen geworden, aber, als Leerheit an sich, auch für die Leerheit aller geistigen Verhältnisse und der Unterschiede des Bewußtseins als Bewußtseins genommen werden muß, – damit also in diesem so ganz Leeren, welches auch das Heilige genannt wird, doch etwas sei, es mit Träumereien, Erscheinungen, die das Bewußtsein sich selbst erzeugt, zu erfüllen; es müßte sich gefallen lassen, daß so schlecht mit ihm umgegangen wird, denn es wäre keines besseren würdig, indem Träumereien selbst noch besser sind als seine Leerheit.
The inner is still pure Beyond for consciousness, for it does not yet find itself within it; it is empty, for it is merely the nothingness of appearance and, positively, the simple universal. This mode of being of the inner immediately resonates with those who assert that the inner of things cannot be known; yet the ground for this would have to be differently conceived. Of this inner as it immediately is here, there is indeed no cognition, but not because reason is shortsighted or limited, or however one might name it (about which we know nothing here yet, for we have not penetrated so deeply), but rather because of the simple nature of the matter itself — namely, because in the void nothing is cognized or, expressed from the other side, because it is precisely determined as the [117] Beyond of consciousness. — The result is certainly the same if a blind person is placed into the wealth of the supersensible world — whether it has a content proper to itself, or consciousness itself is this content — and if a sighted person is placed into pure darkness or, if one prefers, into pure light, provided it is only this; the sighted person sees just as little in their pure light as in their pure darkness, and exactly as much as the blind person in the abundance of wealth lying before them. If there were nothing more to the inner and its being bound together through appearance, then nothing would remain but to cling to appearance — that is, to take as true something of which we know that it is not true — or, so that in this void, which has indeed first become the void of objective things but, as void in itself, must also be taken as the void of all spiritual relations and distinctions of consciousness as consciousness — thus, so that in this utterly void space, which is also called the Sacred, there might yet be something, to fill it with phantasms, appearances that consciousness generates for itself; consciousness would have to accept being treated so poorly, for it would deserve nothing better, since phantasms are still better than its void.
Das Innere oder das übersinnliche Jenseits ist aber entstanden, es kommt aus der Erscheinung her, und sie ist seine Vermittlung; oder die Erscheinung ist sein Wesen und in der Tat seine Erfüllung. Das Übersinnliche ist das Sinnliche und Wahrgenommene, gesetzt, wie es in Wahrheit ist; die Wahrheit des Sinnlichen und Wahrgenommenen aber ist, Erscheinung zu sein. Das Übersinnliche ist also die Erscheinung als Erscheinung. – Wenn dabei gedacht wird, das Übersinnliche sei also die sinnliche Welt oder die Welt, wie sie für die unmittelbare sinnliche Gewißheit und Wahrnehmung ist, so ist dies ein verkehrtes Verstehen; denn die Erscheinung ist vielmehr nicht die Welt des sinnlichen Wissens und Wahrnehmens[118] als seiende, sondern sie als aufgehobene oder in Wahrheit als innere gesetzt. Es pflegt gesagt zu werden, das Übersinnliche sei nicht die Erscheinung; dabei wird aber unter der Erscheinung nicht die Erscheinung verstanden, sondern vielmehr die sinnliche Welt als selbst reelle Wirklichkeit.
The inner or the supersensible Beyond, however, has emerged; it comes from appearance, and appearance is its mediation; or appearance is its essence and indeed its fulfillment. The supersensible is the sensible and perceived, posited as it is in truth; but the truth of the sensible and perceived is to be appearance. The supersensible is therefore appearance as appearance. — If one thinks here that the supersensible is thus the sensible world or the world as it is for immediate sensible certainty and perception, this is an inverted understanding; for appearance is rather not the world of sensible knowing and perceiving[118] as being, but rather the latter as sublated or in truth posited as inner. It is often said that the supersensible is not appearance; but by appearance here, appearance is not meant, but rather the sensible world taken as real actuality itself.
Der Verstand, welcher unser Gegenstand ist, befindet sich auf eben dieser Stelle, daß ihm das Innere nur erst als das allgemeine, noch unerfüllte Ansich geworden; das Spiel der Kräfte hat nur eben diese negative Bedeutung, nicht an sich, und nur diese positive, das Vermittelnde, aber außer ihm zu sein. Seine Beziehung auf das Innere durch die Vermittlung aber ist seine Bewegung, durch welche es sich ihm erfüllen wird. – Unmittelbar für ihn ist das Spiel der Kräfte; das Wahre aber ist ihm das einfache Innere; die Bewegung der Kraft ist daher ebenso nur als Einfaches überhaupt das Wahre. Von diesem Spiele der Kräfte haben wir aber gesehen, daß es diese Beschaffenheit hat, daß die Kraft, welche sollizitiert wird von einer anderen Kraft, ebenso das Sollizitierende für diese andere ist, welche selbst erst hierdurch sollizitierende wird. Es ist hierin ebenso nur der unmittelbare Wechsel oder das absolute Austauschen der Bestimmtheit vorhanden, welche den einzigen Inhalt des Auftretenden ausmacht, entweder allgemeines Medium oder negative Einheit zu sein. Es hört in seinem bestimmten Auftreten selbst unmittelbar auf, das zu sein, als was es auftritt; es sollizitiert durch sein bestimmtes Auftreten die andere Seite, die sich hierdurch äußert; d. h. diese ist unmittelbar jetzt das, was die erste sein sollte. Diese beiden Seiten, das Verhältnis des Sollizitierens und das Verhältnis des bestimmten entgegengesetzten Inhalts ist jedes für sich die absolute Verkehrung und Verwechslung. Aber diese beiden Verhältnisse sind selbst wieder dasselbe; und der Unterschied der Form, das Sollizitierte und das Sollizitierende zu sein, ist dasselbe, was der Unterschied des Inhalts ist, das Sollizitierte als solches, nämlich das passive Medium; das Sollizitierende hingegen[119] das tätige, die negative Einheit oder das Eins. Hierdurch verschwindet aller Unterschied besonderer Kräfte, die in dieser Bewegung vorhanden sein sollten, gegeneinander überhaupt, denn sie beruhten allein auf jenen Unterschieden; und der Unterschied der Kräfte fällt ebenso mit jenen beiden nur in einen zusammen. Es ist also weder die Kraft noch das Sollizitieren und Sollizitiertwerden, noch die Bestimmtheit, bestehendes Medium und in sich reftektierte Einheit zu sein, weder einzeln für sich etwas, noch sind es verschiedene Gegensätze, sondern was in diesem absoluten Wechsel ist, ist nur der Unterschied als allgemeiner oder als ein solcher, in welchen sich die vielen Gegensätze reduziert haben. Dieser Unterschied als allgemeiner ist daher das Einfache an dem Spiele der Kraft selbst und das Wahre desselben; er ist das Gesetz der Kraft.
The Understanding, which is our object here, finds itself at this precise point where the inner has only just become for it the universal, still unfulfilled in-itself [Ansich]; the play of forces has merely this negative significance of not being in-itself, and this positive significance of being the mediating term [Vermittelnde], but existing outside it. However, its relation to the inner through mediation constitutes its movement, through which the inner will be fulfilled for it. – Immediately for the Understanding lies the play of forces; the True [Wahre], however, is for it the simple inner; the movement of force is thus equally, as simple as such, the True. Yet we have observed that this play of forces has the peculiarity that the force solicited [sollizitiert] by another force is itself the soliciting [Sollizitierende] for that other force, which thereby first becomes a soliciting force. Here, there is only the immediate alternation or the absolute exchange of determinacy [Bestimmtheit], which constitutes the sole substance [Inhalt] of what appears – whether as universal medium or as negative unity. In its determinate manifestation, it immediately ceases to be what it manifests itself as; through its determinate manifestation, it solicits the other side, which thereby manifests [äußert] itself; that is, the latter is now immediately what the former was supposed to be. These two sides – the relation [Verhältnis] of soliciting and the relation of determinate opposed content – are each for themselves the absolute inversion and confusion. Yet these two relations are themselves the same; and the difference of form [Form] – being the solicited or the soliciting – is identical to the difference of substance [Inhalts]: the solicited as such (the passive medium), and the soliciting as the active negative unity or the One. Through this, all difference of particular forces [besonderer Kräfte] that were supposed to exist in this movement vanishes entirely, for they were grounded solely in those distinctions; and the difference of forces collapses into these two, which are themselves one. Thus, neither force, nor soliciting and being solicited, nor the determinacy of being a subsistent medium or a self-reflected unity, is anything in itself; nor are they diverse opposites. What exists in this absolute flux is only the difference as universal [Unterschied als allgemeiner] – the difference into which the manifold opposites have been reduced. This difference as universal is therefore the simple within the play of force itself and the True of that play; it is the law of force [Gesetz der Kraft].
Zu dem einfachen Unterschiede wird die absolut wechselnde Erscheinung durch ihre Beziehung auf die Einfachheit des Innern oder des Verstandes, Das Innere ist zunächst nur das an sich Allgemeine; dies an sich einfache Allgemeine ist aber wesentlich ebenso absolut der allgemeine Unterschied, denn es ist das Resultat des Wechsels selbst, oder der Wechsel ist sein Wesen, aber der Wechsel als im Innern gesetzt, wie er in Wahrheit ist, in dasselbe hiermit als ebenso absolut allgemeiner, beruhigter, sich gleichbleibender Unterschied aufgenommen. Oder die Negation ist wesentliches Moment des Allgemeinen, und sie oder die Vermittlung also im Allgemeinen ist allgemeiner Unterschied. Er ist im Gesetze ausgedrückt als dem beständigen Bilde der unsteten Erscheinung, Die übersinnliche Welt ist hiermit ein ruhiges Reich von Gesetzen, zwar jenseits der wahrgenommenen Welt, denn diese stellt das Gesetz nur durch beständige Veränderung dar, aber in ihr ebenso gegenwärtig und ihr unmittelbares stilles Abbild.
Through its relation to the simplicity of the inner or of the Understanding, the absolutely fluctuating appearance becomes the simple difference [einfachen Unterschiede]. The inner is initially only the universal in-itself [Allgemeine]; but this simple universal is essentially equally the absolutely universal difference [allgemeiner Unterschied], for it is the result of the flux itself – or the flux is its essence. However, the flux, as posited within the inner [Innern] and as it truly is, is thereby received into the inner as an equally absolute universal, tranquil, self-identical difference. In other words, negation is an essential moment of the universal, and thus negation or mediation within the universal is universal difference. This is expressed in the law [Gesetze] as the abiding image of unstable appearance. The supersensible [übersinnliche] world is thereby a calm realm of laws, beyond the perceived world – for the latter presents the law only through constant alteration – yet it is equally present [gegenwärtig] within it as its immediate silent semblance.
Dies Reich der Gesetze ist zwar die Wahrheit des Verstandes, welche an dem Unterschiede, der in dem Gesetze ist, den Inhalt hat; es ist aber zugleich nur seine erste Wahrheit und[120] füllt die Erscheinung nicht aus. Das Gesetz ist in ihr gegenwärtig, aber es ist nicht ihre ganze Gegenwart; es hat unter immer anderen Umständen eine immer andere Wirklichkeit. Es bleibt dadurch der Erscheinung für sich eine Seite, welche nicht im Innern ist; oder sie ist in Wahrheit noch nicht als Erscheinung, als aufgehobenes Fürsichsein gesetzt. Dieser Mangel des Gesetzes muß sich an ihm selbst ebenso hervortun. Was ihm zu mangeln scheint, ist, daß es zwar den Unterschied selbst an ihm hat, aber als allgemeinen, unbestimmten. Insofern es aber nicht das Gesetz überhaupt, sondern ein Gesetz ist, hat es die Bestimmtheit an ihm; und es sind damit unbestimmt viele Gesetze vorhanden. Allein diese Vielheit ist vielmehr selbst ein Mangel; sie widerspricht nämlich dem Prinzip des Verstandes, welchem als Bewußtsein des einfachen Innern die an sich allgemeine Einheit das Wahre ist. Die vielen Gesetze muß er darum vielmehr in ein Gesetz zusammenfallen lassen, wie z.B. das Gesetz, nach welchem der Stein fällt, und das Gesetz, nach welchem die himmlischen Sphären sich bewegen, als ein Gesetz begriffen worden ist. Mit diesem Ineinanderfallen aber verlieren die Gesetze ihre Bestimmtheit; das Gesetz wird immer oberflächlicher, und es ist damit in der Tat nicht die Einheit dieser bestimmten Gesetze, sondern ein ihre Bestimmtheit weglassendes Gesetz gefunden; wie das eine Gesetz, welches die Gesetze des Falles der Körper an der Erde und der himmlischen Bewegung in sich vereint, sie beide in der Tat nicht ausdrückt. Die Vereinigung aller Gesetze in der allgemeinen Attraktion drückt keinen Inhalt weiter aus als eben den bloßen Begriff des Gesetzes selbst, der darin als seiend gesetzt ist. Die allgemeine Attraktion sagt nur dies, daß alles einen beständigen Unterschied zu Anderem hat. Der Verstand meint dabei ein allgemeines Gesetz gefunden zu haben, welches die allgemeine Wirklichkeit als solche ausdrücke; aber [er] hat in der Tat nur den Begriff des Gesetzes selbst gefunden, jedoch so, daß er zugleich dies damit aussagt: alle Wirklichkeit ist an ihr selbst gesetzmäßig.[121] Der Ausdruck der allgemeinen Attraktion hat darum insofern große Wichtigkeit, als er gegen das gedankenlose Vorstellen gerichtet ist, welchem alles in der Gestalt der Zufälligkeit sich darbietet und welchem die Bestimmtheit die Form der sinnlichen Selbständigkeit hat.
Although this realm of laws is the truth [Wahrheit] of the Understanding – a truth that has the substance [Inhalt] in the difference inherent in the law – it is simultaneously only the first truth [erste Wahrheit] and[120] does not fully encompass appearance. The law is present within appearance, but it is not the entirety of its presence; under ever-changing circumstances, the law assumes ever-changing actuality. Thus, a side of appearance remains for itself that is not within the inner; or, in truth, appearance is not yet posited as appearance [Erscheinung] – as sublated [aufgehobenes] being-for-self. This deficiency of the law must likewise manifest itself within the law. What appears lacking in the law is that while it contains difference within itself, this difference is universal and indeterminate. However, insofar as it is not law in general but a law, it contains determinacy within itself; and thus there exist indeterminately many laws. Yet this very multiplicity is itself a deficiency, for it contradicts the principle of the Understanding, for which the unity [Einheit] of the inherently universal is the True. The Understanding must therefore collapse the many laws into one law – just as, for instance, the law governing a stone’s fall and the law governing celestial motion have been comprehended as one law. Yet in this collapse, the laws lose their determinacy; the law becomes increasingly superficial, and what is found is not the unity of these determinate laws but a law that omits their determinacy – just as the single law unifying the laws of terrestrial falling and celestial motion fails to express both. The unification of all laws in universal attraction [allgemeinen Attraktion] expresses no further content than the mere concept of law itself, posited here as being. Universal attraction states only that everything has a constant difference from the Other. The Understanding believes it has discovered a universal law expressing actuality as such; but [it] has in truth only discovered the concept of law itself, albeit in such a way that it simultaneously asserts that all actuality is in itself lawful.[121] The expression universal attraction is thus of great importance insofar as it opposes the thoughtless representation [Vorstellen] for which everything presents itself as contingency and for which determinacy has the form of sensuous self-subsistence.
Es steht somit den bestimmten Gesetzen die allgemeine Attraktion oder der reine Begriff des Gesetzes gegenüber. Insofern dieser reine Begriff als das Wesen oder als das wahre Innere betrachtet wird, gehört die Bestimmtheit des bestimmten Gesetzes selbst noch der Erscheinung oder vielmehr dem sinnlichen Sein an. Allein der reine Begriff des Gesetzes geht nicht nur über das Gesetz, welches, selbst ein bestimmtes, anderen bestimmten Gesetzen gegenübersteht, sondern er geht auch über das Gesetz als solches hinaus. Die Bestimmtheit, von welcher die Rede war, ist eigentlich selbst nur verschwindendes Moment, welches hier nicht mehr als Wesenheit vorkommen kann; denn es ist nur das Gesetz als das Wahre vorhanden; aber der Begriff des Gesetzes ist gegen das Gesetz selbst gekehrt. An dem Gesetze nämlich ist der Unterschied selbst unmittelbar aufgefaßt und in das Allgemeine aufgenommen, damit aber ein Bestehen der Momente, deren Beziehung es ausdrückt, als gleichgültiger und ansichseiender Wesenheiten. Diese Teile des Unterschieds am Gesetze sind aber zugleich selbst bestimmte Seiten; der reine Begriff des Gesetzes, als allgemeine Attraktion, muß in seiner wahren Bedeutung so aufgefaßt werden, daß in ihm als Absolut-Einfachem die Unterschiede, die an dem Gesetze als solchem vorhanden sind, selbst wieder in das Innere als einfache Einheit zurückgehen-, sie ist die innere Notwendigkeit des Gesetzes.
Thus, the universal attraction or the pure Concept of law stands opposed to the determinate laws. Insofar as this pure Concept is considered as the essence or the true inner, the determinacy of the determinate law itself still belongs to appearance or rather to sensuous being. However, the pure Concept of law not only transcends the law—which, as a determinate law, stands opposed to other determinate laws—but it also goes beyond law as such. The determinacy of which we spoke is actually only a vanishing moment, which here can no longer appear as essentiality; for only the law is present as the true; but the Concept of law is turned against the law itself. For in the law, the difference is itself immediately apprehended and taken up into the universal, thereby positing a subsistence of the moments whose relation it expresses as indifferent and in-itself-existing essences. Yet these parts of the difference in the law are themselves determinate sides; the pure Concept of law, as universal attraction, must be understood in its true significance such that within it, as the absolutely simple, the differences present in the law as such themselves return back into the inner as simple unity—this is the inner necessity of the law.
Das Gesetz ist dadurch auf eine gedoppelte Weise vorhanden, das eine Mal als Gesetz, an dem die Unterschiede als selbständige Momente ausgedrückt sind, das andere Mal in der Form des einfachen Insichzurückgegangenseins, welche wieder Kraft genannt werden kann, aber so, daß sie nicht die zurückgedrängte, sondern die Kraft überhaupt oder als[122] der Begriff der Kraft ist, eine Abstraktion, welche die Unterschiede dessen, was attrahiert und [was] attrahiert wird, selbst in sich zieht. So ist z. B. die einfache Elektrizität die Kraft, der Ausdruck des Unterschieds aber fällt in das Gesetz, dieser Unterschied ist positive und negative Elektrizität. Bei der Bewegung des Falles ist die Kraft das Einfache, die Schwere, welche das Gesetz hat, daß die Größen der unterschiedenen Momente der Bewegung, der verflossenen Zeit und des durchlaufenen Raumes, sich wie Wurzel und Quadrat zueinander verhalten. Die Elektrizität selbst ist nicht der Unterschied an sich oder in ihrem Wesen das Doppelwesen von positiver und negativer Elektrizität; daher man zu sagen pflegt, sie habe das Gesetz, auf diese Weise zu sein, auch wohl, sie habe die Eigenschaft, so sich zu äußern. Diese Eigenschaft ist zwar wesentliche und einzige Eigenschaft dieser Kraft, oder sie ist ihr notwendig. Aber die Notwendigkeit ist hier ein leeres Wort; die Kraft muß eben, weil sie muß, so sich verdoppeln. Wenn freilich positive Elektrizität gesetzt ist, ist auch negative an sich notwendig; denn das Positive ist nur als Beziehung auf ein Negatives, oder das Positive ist an ihm selbst der Unterschied von sich selbst, wie ebenso das Negative. Aber daß die Elektrizität als solche sich so teile, dies ist nicht an sich das Notwendige; sie als einfache Kraft ist gleichgültig gegen ihr Gesetz, als positive und negative zu sein, und wenn wir jenes ihren Begriff, dies aber ihr Sein nennen, so ist ihr Begriff gleichgültig gegen ihr Sein; sie hat nur diese Eigenschaft; das heißt eben, es ist ihr nicht an sich notwendig. – Diese Gleichgültigkeit erhält eine andere Gestalt, wenn gesagt wird, daß es zur Definition der Elektrizität gehört, als positive und negative zu sein, oder daß dies schlechthin ihr Begriff und Wesen ist. Alsdann hieße ihr Sein ihre Existenz überhaupt; in jener Definition liegt aber nicht die Notwendigkeit ihrer Existenz; sie ist entweder, weil man sie findet, d.h. sie ist gar nicht notwendig; oder ihre Existenz ist durch andere Kräfte, d.h. ihre Notwendigkeit ist eine äußere. Damit aber, daß die[123] Notwendigkeit in die Bestimmtheit des Seins durch Anderes gelegt wird, fallen wir wieder in die Vielheit der bestimmten Gesetze zurück, die wir soeben verließen, um das Gesetz als Gesetz zu betrachten; nur mit diesem ist sein Begriff als Begriff oder seine Notwendigkeit zu vergleichen, die sich aber in allen diesen Formen nur noch als ein leeres Wort gezeigt hat.
The law is thereby present in a twofold manner: once as law in which the differences are expressed as self-subsistent moments, and again in the form of simple inward return, which may once more be called force, but in such a way that it is not the repressed force but force as such or as[122] the Concept of force—an abstraction that draws into itself the differences between what attracts and what is attracted. For example, simple electricity is the force, while the expression of its difference falls into the law; this difference is positive and negative electricity. In the motion of falling, the force is the simple gravity, whose law states that the magnitudes of the differentiated moments of motion—elapsed time and traversed space—relate to each other as root and square. Electricity itself is not the difference in itself, nor is its essence the dual nature of positive and negative electricity; hence it is customary to say that it has the law of being in this way, or even that it has the property of manifesting itself thus. This property is indeed the essential and sole property of this force, or it is necessary to it. But necessity here is an empty word; the force must duplicate itself precisely because it must. To be sure, if positive electricity is posited, negative electricity is in itself necessary; for the Positive exists only in relation to a Negative, or the Positive is in itself the difference from itself, just as the Negative is. But that electricity as such divides itself in this way is not in itself necessary; as simple force, it is indifferent to its law of being positive and negative, and if we call the former its Concept and the latter its being, then its Concept is indifferent to its being; it has only this property—which means precisely that it is not in itself necessary. This indifference assumes another form when it is said that it belongs to the definition of electricity to be positive and negative, or that this is absolutely its Concept and essence. In this case, its being would mean its existence in general; but that definition does not include the necessity of its existence. It exists either because one finds it—i.e., it is not necessary at all—or its existence is mediated by other forces, meaning its necessity is external. However, by locating necessity in the determinacy of being through another, we fall back into the multiplicity of determinate laws from which we had just departed to consider the law as law; only with the latter can its Concept as Concept or its necessity be compared—a necessity that, in all these forms, has revealed itself as merely an empty word.
Noch auf andere als die angezeigte Weise ist die Gleichgültigkeit des Gesetzes und der Kraft oder des Begriffs und des Seins vorhanden. In dem Gesetze der Bewegung z.B. ist es notwendig, daß die Bewegung in Zeit und Raum sich teile, oder dann auch in Entfernung und Geschwindigkeit. Indem die Bewegung nur das Verhältnis jener Momente ist, so ist sie, das Allgemeine, hier wohl an sich selbst geteilt; aber nun drücken diese Teile, Zeit und Raum oder Entfernung und Geschwindigkeit, nicht an ihnen diesen Ursprung aus einem aus; sie sind gleichgültig gegeneinander; der Raum wird vorgestellt ohne die Zeit, die Zeit ohne den Raum und die Entfernung wenigstens ohne die Geschwindigkeit sein zu können, – so wie ihre Größen gleichgültig gegeneinander sind, indem sie sich nicht wie Positives und Negatives verhalten, hiermit nicht durch ihr Wesen aufeinander beziehen. Die Notwendigkeit der Teilung ist also hier wohl vorhanden, aber nicht der Teile als solcher füreinander. Darum ist aber auch Jene erste selbst nur eine vorgespiegelte, falsche Notwendigkeit; die Bewegung ist nämlich nicht selbst als Einfaches oder als reines Wesen vorgestellt, sondern schon als geteilt; Zeit und Raum sind ihre selbständigen Teile oder Wesen an ihnen selbst, oder Entfernung und Geschwindigkeit Weisen des Seins oder Vorstellens, deren eine wohl ohne die andere sein kann, und die Bewegung [ist] daher nur ihre oberflächliche Beziehung, nicht ihr Wesen. Als einfaches Wesen oder als Kraft vorgestellt, ist sie wohl die Schwere, welche aber diese Unterschiede überhaupt nicht in ihr enthält.
The indifference between law and force, or between Concept and being, is present in yet another way than the one indicated. In the law of motion, for instance, it is necessary that motion divides itself into time and space, or again into distance and velocity. Since motion is only the relation of these moments, as the universal, it is here indeed in itself divided; but now these parts—time and space, or distance and velocity—do not express in themselves an origin from one; they are indifferent to each other. Space can be represented without time, time without space, and distance at least without velocity—just as their magnitudes are indifferent to each other, since they do not behave like Positives and Negatives and thus are not related through their essence. The necessity of division is indeed present here, but not the necessity of the parts as such for one another. Hence, even that first necessity is only an illusory, false necessity; for motion is not represented as simple or as pure essence but already as divided; time and space are its self-subsistent parts or essences in themselves, or distance and velocity are modes of being or representation, each of which can exist without the other. Motion [is] therefore only their superficial relation, not their essence. Represented as simple essence or as force, it is indeed gravity, which, however, contains none of these differences within itself.
Der Unterschied also ist in beiden Fällen kein Unterschied an sich selbst, entweder ist das Allgemeine, die Kraft, gleichgültig[124] gegen die Teilung, welche im Gesetze ist, oder die Unterschiede, Teile des Gesetzes, sind es gegeneinander. Der Verstand hat aber den Begriff dieses Unterschiedes an sich, eben darin, daß das Gesetz einesteils das Innere, Ansichseiende, aber in ihm zugleich Unterschiedene ist; daß dieser Unterschied hiermit innerer Unterschied sei, ist darin vorhanden, daß das Gesetz einfache Kraft oder als Begriff desselben ist, also ein Unterschied des Begriffes. Aber dieser innere Unterschied fällt nur erst noch in den Verstand und ist noch nicht an der Sache selbst gesetzt. Es ist also nur die eigene Notwendigkeit, was der Verstand ausspricht; einen Unterschied, den er also nur so macht, daß er es zugleich ausdrückt, daß der Unterschied kein Unterschied der Sache selbst sei. Diese Notwendigkeit, die nur im Worte liegt, ist hiermit die Hererzählung der Momente, die den Kreis derselben ausmachen; sie werden zwar unterschieden, ihr Unterschied aber [wird] zugleich, kein Unterschied der Sache selbst zu sein, ausgedrückt und daher selbst sogleich wieder aufgehoben; diese Bewegung heißt Erklären. Es wird also ein Gesetz ausgesprochen, von diesem wird sein an sich Allgemeines, oder der Grund, als die Kraft unterschieden; aber von diesem Unterschiede wird gesagt, daß er keiner, sondern vielmehr der Grund ganz so beschaffen sei wie das Gesetz. Die einzelne Begebenheit des Blitzes z.B. wird als Allgemeines aufgefaßt und dies Allgemeine als das Gesetz der Elektrizität ausgesprochen: die Erklärung faßt alsdann das Gesetz in die Kraft zusammen, als das Wesen des Gesetzes. Diese Kraft ist dann 50 beschaffen, daß, wenn sie sich äußert, entgegengesetzte Elektrizitäten hervortreten, die wieder ineinander verschwinden, d.h. die Kraft ist gerade so beschaffen wie das Gesetz; es wird gesagt, daß beide gar nicht unterschieden seien. Die Unterschiede sind die reine allgemeine Äußerung oder das Gesetz und die reine Kraft; beide haben aber denselben Inhalt, dieselbe Beschaffenheit; der Unterschied als Unterschied des Inhalts, d.h. der Sache, wird also auch wieder zurückgenommen.[125]
Thus, in both cases, the difference is not a difference in itself: either the universal, the force, is indifferent[124] to the division present in the law, or the differences, the parts of the law, are indifferent to one another. However, the understanding possesses the concept of this difference in itself precisely because the law is on the one hand the inner, the in-itself, but within it is also differentiated; that this difference is thereby an inner difference is present in the fact that the law is simple force or as the Concept of force, and thus a difference of the Concept. But this inner difference initially falls only within the understanding and is not yet posited in the matter itself. What the understanding expresses is thus only its own necessity; a difference it thereby creates only by simultaneously declaring that this difference is not a difference of the matter itself. This necessity, which resides merely in words, is thus a recitation of the moments constituting the circle of these moments; though they are distinguished, their difference is [also] declared to be no difference of the matter itself and is therefore immediately canceled again. This movement is called explanation. A law is posited, then its universal in-itself, or its ground, is distinguished as force; but of this distinction it is said that it is none, and that the ground is in fact identical to the law. For example, the singular event of lightning is grasped as universal, and this universal is declared the law of electricity; the explanation then subsumes the law into force as the essence of the law. This force is then 50 constituted such that when it manifests, opposing electricities emerge and dissolve back into each other—i.e., the force is precisely constituted like the law; it is said that the two are not distinct at all. The differences are the pure universal manifestation or the law and the pure force; yet both have the same content, the same constitution; the difference as a difference of content, i.e., of the matter, is thus again withdrawn.[125]
In dieser tautologischen Bewegung beharrt, wie sich ergibt, der Verstand bei der ruhigen Einheit seines Gegenstandes, und die Bewegung fällt nur in ihn selbst, nicht in den Gegenstand; sie ist ein Erklären, das nicht nur nichts erklärt, sondern so klar ist, daß es, indem es Anstalten macht, etwas Unterschiedenes von dem schon Gesagten zu sagen, vielmehr nichts sagt, sondern nur dasselbe wiederholt. An der Sache selbst entsteht durch diese Bewegung nichts Neues, sondern sie kommt [nur] als Bewegung des Verstandes in Betracht. In ihr aber erkennen wir nun eben dasjenige, was an dem Gesetze vermißt wurde, nämlich den absoluten Wechsel selbst; denn diese Bewegung, wenn wir sie näher betrachten, ist unmittelbar das Gegenteil ihrer selbst. Sie setzt nämlich einen Unterschied, welcher nicht nur für uns kein Unterschied ist, sondern welchen sie selbst als Unterschied aufhebt. Es ist dies derselbe Wechsel, der sich als das Spiel der Kräfte darstellte; es war in ihm der Unterschied des Sollizitierenden und Sollizitierten, der sich äußernden und der in sich zurückgedrängten Kraft; aber es waren Unterschiede, die in Wahrheit keine waren und sich darum auch unmittelbar wieder aufhoben. Es ist nicht nur die bloße Einheit vorhanden, so daß kein Unterschied gesetzt wäre, sondern es ist diese Bewegung, daß allerdings ein Unterschied gemacht, aber, weil er keiner ist, wieder aufgehoben wird. – Mit dem Erklären also ist der Wandel und Wechsel, der vorhin außer dem Innern nur an der Erscheinung war, in das Übersinnliche selbst eingedrungen; unser Bewußtsein ist aber aus dem Innern als Gegenstande auf die andere Seite in den Verstand herübergegangen und hat in ihm den Wechsel.
As becomes evident, in this tautological movement, the understanding persists in the tranquil unity of its object, and the movement belongs solely to the understanding itself, not to the object; it is an explanation that not only explains nothing but is so transparent that, while pretending to say something distinct from what has already been stated, it in fact says nothing and merely repeats the same. Through this movement, nothing new arises in the matter itself; the movement is considered only as a movement of the understanding. But within it, we now recognize precisely what was missing in the law—namely, absolute alternation itself. For this movement, if examined closely, is immediately the opposite of itself. It posits a difference that is not only no difference for us but one that it itself cancels as a difference. This is the same alternation that presented itself as the play of forces: in it, there was the difference between the soliciting and the solicited, the manifesting and the repressed force; but these were differences that in truth were none and thus immediately canceled themselves again. There is not merely a simple unity in which no difference is posited, but rather this movement in which a difference is indeed made yet, since it is none, is canceled again. – Thus, with explanation, the change and alternation that previously lay outside the inner realm as mere appearance have penetrated into the supersensible itself; yet our consciousness has shifted from the inner as object to the other side, into the understanding, and within it encounters the alternation.
Dieser Wechsel ist so noch nicht ein Wechsel der Sache selbst, sondern stellt sich vielmehr eben dadurch als reiner Wechsel dar, daß der Inhalt der Momente des Wechsels derselbe bleibt. Indem aber der Begriff als Begriff des Verstandes dasselbe ist, was das Innere der Dinge, so wird dieser Wechsel als Gesetz des Innern für ihn. Er erfährt also, daß es Gesetz der Erscheinung selbst ist, daß Unterschiede werden, die[126] keine Unterschiede sind, oder daß das Gleichnamige sich von sich selbst abstößt; und ebenso, daß die Unterschiede nur solche sind, die in Wahrheit keine sind und sich aufheben; oder daß das Ungleichnamige sich anzieht. – Ein zweites Gesetz, dessen Inhalt demjenigen, was vorher Gesetz genannt wurde, nämlich dem beständigen sich gleichbleibenden Unterschiede entgegengesetzt ist; denn dies neue drückt vielmehr das Ungleichwerden des Gleichen und das Gleichwerden des Ungleichen aus. Der Begriff mutet der Gedankenlosigkeit zu, beide Gesetze zusammenzubringen und ihrer Entgegensetzung bewußt zu werden, – Gesetz ist das zweite freilich auch oder ein inneres sichselbstgleiches Sein, aber eine Sichselbstgleichheit vielmehr der Ungleichheit, eine Beständigkeit der Unbeständigkeit. – An dem Spiele der Kräfte ergab sich dieses Gesetz als eben dieses absolute Übergehen und als reiner Wechsel; das Gleichnamige, die Kraft, zersetzt sich in einen Gegensatz, der zunächst als ein selbständiger Unterschied erscheint, aber welcher sich in der Tat keiner zu sein erweist; denn es ist das Gleichnamige, was sich von sich selbst abstößt, und dies Abgestoßene zieht sich daher wesentlich an, denn es ist dasselbe; der gemachte Unterschied, da er keiner ist, hebt sich also wieder auf. Er stellt sich hiermit als Unterschied der Sache selbst oder als absoluter Unterschied dar, und dieser Unterschied der Sache ist also nichts anderes als das Gleichnamige, das sich von sich abgestoßen hat und daher nur einen Gegensatz setzt, der keiner ist.
This alteration is thus not yet an alteration of the matter itself but rather presents itself precisely thereby as pure alteration, in that the content of the moments of alteration remains the same. However, since the Concept as the Concept of the understanding is the same as the inner of things, this alteration becomes for it the law of the inner. It thus experiences that it is the law of appearance itself that differences arise which[126] are no differences, or that the self-same repels itself from itself; and likewise, that differences are only such as in truth are none and sublate themselves; or that the non-self-same attracts itself. – A second law, whose content is opposed to what was previously called law – namely, the constant self-persisting difference; for this new law expresses rather the becoming unequal of the Equal and the becoming equal of the unequal. The Concept challenges thoughtlessness to bring both laws together and become conscious of their opposition – certainly, the second law is also a law or an inner self-same being, but rather a self-sameness of inequality, a constancy of inconstancy. – In the play of forces, this law showed itself as precisely this absolute transition and as pure alteration; the self-same, force, divides itself into an opposition that initially appears as an independent difference but which proves to be not one; for it is the self-same that repels itself from itself, and this repelled thus essentially attracts itself, for it is the same; the posited difference, since it is none, sublates itself. It thereby presents itself as difference of the matter itself or as absolute difference, and this difference of the matter is thus nothing other than the self-same that has repelled itself from itself and therefore posits only an opposition that is none.
Durch dies Prinzip wird das erste Übersinnliche, das ruhige Reich der Gesetze, das unmittelbare Abbild der wahrgenommenen Welt in sein Gegenteil umgekehrt; das Gesetz war überhaupt das sich Gleichbleibende, wie seine Unterschiede; jetzt aber ist gesetzt, daß beides vielmehr das Gegenteil seiner selbst ist; das sich Gleiche stößt sich vielmehr von sich ab, und das sich Ungleiche setzt sich vielmehr als das sich[127] Gleiche, In der Tat ist nur mit dieser Bestimmung der Unterschied der innere oder Unterschied an sich selbst, indem das Gleiche sich ungleich, das Ungleiche sich gleich ist. – Diese zweite übersinnliche Welt ist auf diese Weise die verkehrte Welt, und zwar, indem eine Seite schon an der ersten übersinnlichen Welt vorhanden ist, die verkehrte dieser ersten. Das Innere ist damit als Erscheinung vollendet. Denn die erste übersinnliche Welt war nur die unmittelbare Erhebung der wahrgenommenen Welt in das allgemeine Element; sie hatte ihr notwendiges Gegenbild an dieser, welche noch für sich das Prinzip des Wechsels und der Veränderung behielt; das erste Reich der Gesetze entbehrte dessen, erhält es aber als verkehrte Welt.
Through this principle, the first supersensible – the tranquil realm of laws, the immediate counterpart of the perceived world – is inverted into its opposite; the law was in general the self-persisting, as were its differences; but now it is posited that both are rather the opposite of themselves; the self-equal rather repels itself from itself, and the unequal rather posits itself as the self-[127]equal. In truth, only with this determination is the difference the inner difference or difference in itself, for the equal becomes unequal, the unequal becomes equal. – This second supersensible world is thereby the inverted world, and indeed, since one side is already present in the first supersensible world, it is the inversion of this first. The inner is thereby completed as appearance. For the first supersensible world was only the immediate elevation of the perceived world into the universal element; it had its necessary counterpart in this perceived world, which still retained for itself the principle of alteration and change; the first realm of laws lacked this but now receives it as the inverted world.
Nach dem Gesetze dieser verkehrten Welt ist also das Gleichnamige der ersten das Ungleiche seiner selbst, und das Ungleiche derselben ist ebenso ihm selbst ungleich, oder es wird sich gleich. An bestimmten Momenten wird dies sich so ergeben, daß, was im Gesetze der ersten süß, in diesem verkehrten Ansich sauer, was in jenem schwarz, in diesem weiß ist. Was im Gesetze der ersteren am Magnete Nordpol, ist in seinem anderen übersinnlichen Ansich (in der Erde nämlich) Südpol; was aber dort Südpol, ist hier Nordpol. Ebenso was im ersten Gesetze der Elektrizität Sauerstoffpol ist, wird in seinem anderen übersinnlichen Wesen Wasserstoffpol; und umgekehrt, was dort der Wasserstoffpol ist, wird hier der Sauerstoffpol. In einer anderen Sphäre ist nach dem unmittelbaren Gesetze Rache an dem Feinde die höchste Befriedigung der verletzten Individualität. Dieses Gesetz aber, dem, der mich nicht als Selbstwesen behandelt, mich als Wesen gegen ihn zu zeigen und ihn vielmehr als Wesen aufzuheben, verkehrt sich durch das Prinzip der anderen Welt in das entgegengesetzte, die Wiederherstellung meiner als des Wesens durch das Aufheben des fremden Wesens in Selbstzerstörung. Wenn nun diese Verkehrung, welche in der Strafe des Verbrechens dargestellt wird, zum Gesetze gemacht ist, so ist auch sie wieder nur das Gesetz der einen[128] Welt, welche eine verkehrte übersinnliche Welt sich gegenüberstehen hat, in welcher das, was in Jener verachtet ist, zu Ehren, was in jener in Ehren steht, in Verachtung kommt. Die nach dem Gesetze der ersten den Menschen schändende und vertilgende Strafe verwandelt sich in ihrer verkehrten Welt in die sein Wesen erhaltende und ihn zu Ehren bringende Begnadigung.
According to the law of this inverted world, the self-same of the first is the unequal to itself, and the unequal of the same is likewise unequal to itself, or it becomes equal. In specific moments, this will manifest such that what is sweet in the law of the first is sour in this inverted in-itself; what is black there is white here. What in the law of the first is the north pole of the magnet is in its other supersensible in-itself (namely, in the earth) the south pole; and what is there the south pole is here the north pole. Similarly, what in the first law is the oxygen pole of electricity becomes the hydrogen pole in its other supersensible essence; and conversely, what is there the hydrogen pole becomes here the oxygen pole. In another sphere, according to the immediate law, revenge against the enemy is the highest satisfaction of the injured individuality. This law, however, which commands showing oneself as essence against him who does not treat me as essential being and rather sublating him as essence, is inverted through the principle of the other world into its opposite: the restoration of myself as essence through the destruction of the alien essence in self-destruction. Now, when this inversion, which is presented in the punishment of crime, is made into a law, it is again only the law of one[128] world that has an inverted supersensible world opposed to it, in which what is despised in the former is honored, and what is honored in the former is despised. The punishment that disgraces and annihilates humanity according to the law of the first is transformed in its inverted world into the pardon that preserves his essence and brings him honor.
Oberflächlich angesehen ist diese verkehrte Welt so das Gegenteil der ersten, daß sie dieselbe außer ihr hat und jene erste als eine verkehrte Wirklichkeit von sich abstößt, daß die eine die Erscheinung, die andere aber das Ansich, die eine sie ist, wie sie für ein Anderes, die andere dagegen, wie sie für sich ist; so daß, um die vorigen Beispiele zu gebrauchen, was süß schmeckt, eigentlich oder innerlich am Dinge sauer, oder was am wirklichen Magnete der Erscheinung Nordpol ist, am inneren oder wesentlichen Sein Südpol wäre; was an der erscheinenden Elektrizität als Sauerstoffpol sich darstellt, an der nichterscheinenden Wasserstoffpol wäre. Oder eine Handlung, die in der Erscheinung Verbrechen ist, sollte im Innern eigentlich gut sein (eine schlechte Handlung eine gute Absicht haben) können, die Strafe nur in der Erscheinung Strafe, an sich oder in einer anderen Welt aber Wohltat für den Verbrecher sein. Allein solche Gegensätze von Innerem und Äußerem, von Erscheinung und Übersinnlichem, als von zweierlei Wirklichkeiten, sind hier nicht mehr vorhanden. Die abgestoßenen Unterschiede verteilen sich nicht von neuem an zwei solche Substanzen, welche sie trügen und ihnen ein getrenntes Bestehen verliehen, wodurch der Verstand aus dem Innern heraus wieder auf seine vorige Stelle zurückfiele. Die eine Seite oder Substanz wäre wieder die Welt der Wahrnehmung, worin das eine der beiden Gesetze sein Wesen triebe, und ihr gegenüber eine innere Welt, gerade eine solche sinnliche Welt wie die erste, aber in der Vorstellung, sie könnte nicht als sinnliche Welt aufgezeigt, nicht gesehen, gehört, geschmeckt werden, und doch würde sie vorgestellt als eine solche sinnliche Welt.[129] Aber in der Tat, wenn das eine Gesetzte ein Wahrgenommenes ist und sein Ansich als das Verkehrte desselben, ebenso ein sinnlich Vorgestelltes, so ist das Saure, was das Ansich des süßen Dinges wäre, ein so wirkliches Ding wie es, ein saures Ding; das Schwarze, welches das Ansich des Weißen wäre, ist das wirkliche Schwarze; der Nordpol, welcher das Ansich des Südpols ist, ist der an demselben Magnete vorhandene Nordpol; der Sauerstoffpol, der das Ansich des Wasserstoffpols ist, der vorhandene Sauerstoffpol derselben Säule. Das wirkliche Verbrechen aber hat seine Verkehrung und sein Ansich als Möglichkeit in der Absicht als solcher, aber nicht in einer guten; denn die Wahrheit der Absicht Ist nur die Tat selbst. Das Verbrechen seinem Inhalte nach aber hat seine Reflexion-in-sich oder seine Verkehrung an der wirklichen Strafe; diese ist die Aussöhnung des Gesetzes mit der ihm im Verbrechen entgegengesetzten Wirklichkeit. Die wirkliche Strafe endlich hat so ihre verkehrte Wirklichkeit an ihr, daß sie eine solche Verwirklichung des Gesetzes ist, wodurch die Tätigkeit, die es als Strafe hat, sich selbst aufhebt, es aus tätigem wieder ruhiges und geltendes Gesetz wird und die Bewegung der Individualität gegen es und seiner gegen sie erloschen ist.
Superficially considered, this inverted world is the opposite of the first, such that it expels the latter as an inverted actuality from itself, with the one being appearance and the other the in-itself, the one existing for another and the other existing for itself. Thus, to use the earlier examples, what tastes sweet is in truth or inwardly sour in the thing, or what appears as the North Pole in the actual magnet would be the South Pole in its inner or essential being; what presents itself as the oxygen pole in appearing electricity would be the hydrogen pole in non-appearing electricity. Or an action that is a crime in appearance could inwardly be good (a bad action having a good intention), punishment being only in appearance punishment but in itself or in another world a benefit to the criminal. However, such oppositions between inner and outer, appearance and supersensible, as two kinds of actuality are no longer present here. The expelled differences are not redistributed to two such substances that would bear them and grant them separate existence—a move that would return the understanding to its prior standpoint by projecting the inner outward. One side or substance would again be the world of perception, in which one of the two laws would operate as its essence, and opposed to it would be an inner world, precisely such a sensible world as the first, but existing in representation—a world that could not be pointed to as a sensible world, seen, heard, or tasted, yet would still be imagined as such. [129] In truth, however, if the posited one is something perceived and its in-itself as its inverted counterpart is equally a sensibly imagined entity, then the sourness that would be the in-itself of the sweet thing is as much an actual thing as the sweet—a sour thing; the black that would be the in-itself of white is actual black; the North Pole that is the in-itself of the South Pole is the North Pole present on the same magnet; the oxygen pole that is the in-itself of the hydrogen pole is the existing oxygen pole of the same column. The actual crime, however, has its inversion and its in-itself as possibility in intention as such—but not in a good intention, for the truth of intention is the deed itself. As for the crime’s content, its reflection-into-self or inversion lies in the actual punishment; this is the reconciliation of the law with the actuality opposed to it in crime. Finally, actual punishment contains its inverted actuality in that it is a realization of the law through which the law’s activity as punishment sublates itself, reverting from active to quiescent and valid law, and the movement of individuality against it, and it against individuality, is extinguished.
Aus der Vorstellung also der Verkehrung, die das Wesen der einen Seite der übersinnlichen Welt ausmacht, ist die sinnliche Vorstellung von der Befestigung der Unterschiede in einem verschiedenen Elemente des Bestehens zu entfernen, und dieser absolute Begriff des Unterschiedes [ist] als innerer Unterschied, Abstoßen des Gleichnamigen als Gleichnamigen von sich selbst und Gleichsein des Ungleichen als Ungleichen rein darzustellen und aufzufassen. Es ist der reine Wechsel oder die Entgegensetzung in sich selbst, der Widerspruch zu denken. Denn in dem Unterschiede, der ein innerer ist, ist das Entgegengesetzte nicht nur Eines von Zweien – sonst wäre es ein Seiendes und nicht ein Entgegengesetztes –, sondern es ist das Entgegengesetzte eines Entgegengesetzten, oder das Andere ist in ihm unmittelbar[130] selbst vorhanden. Ich stelle wohl das Gegenteil hierher und dorthin das Andere, wovon es das Gegenteil ist; also das Gegenteil auf eine Seite, an und für sich ohne das Andere. Eben darum aber. indem ich hier das Gegenteil an und für sich habe, ist es das Gegenteil seiner selbst, oder es hat in der Tat das Andere unmittelbar an ihm selbst. – So hat die übersinnliche Welt, welche die verkehrte ist, über die andere zugleich übergegriffen und [hat] sie an sich selbst; sie ist für sich die verkehrte, d.h. die verkehrte ihrer selbst; sie ist sie selbst und ihre entgegengesetzte in einer Einheit. Nur so ist sie der Unterschied als innerer oder Unterschied an sich selbst oder ist als Unendlichkeit.
From the representation of inversion constituting the essence of one side of the supersensible world, we must strip away the sensible conception of differences fixed in a distinct element of subsistence. This absolute concept of difference [is to be] purely exhibited and grasped as inner difference—the self-repulsion of the selfsame from itself and the self-equating of the unequal as unequal. We must think pure change or opposition within itself, contradiction. For in the difference that is inner, the opposed is not merely one of two—otherwise it would be a being, not an opposite—but is the opposite of an opposite, or the other is immediately present within it. [130] To be sure, I posit the opposite here and the other of which it is the opposite there; thus, the opposite stands on one side, existing in-itself without the other. Precisely for this reason, however, since I have the opposite here as in-itself, it is the opposite of itself; the other is immediately within it. Thus, the supersensible world, which is the inverted one, has at the same time encroached upon the other and incorporated it within itself. It is for itself the inverted, i.e., the inversion of itself; it is itself and its opposite in one unity. Only in this way is difference as inner or difference in-itself, or as infinity.
Durch die Unendlichkeit sehen wir das Gesetz zur Notwendigkeit an ihm selbst vollendet und alle Momente der Erscheinung in das Innere aufgenommen. Das Einfache des Gesetzes ist die Unendlichkeit, heißt nach dem, was sich ergeben hat, α) es ist ein Sichselbstgleiches, welches aber der Unterschied an sich ist; oder es ist Gleichnamiges, welches sich von sich selbst abstößt oder sich entzweit. Dasjenige, was die einfache Kraft genannt wurde, verdoppelt sich selbst und ist durch ihre Unendlichkeit das Gesetz. β) Das Entzweite, welches die in dem Gesetze vorgestellten Teile ausmacht, stellt sich als Bestehendes dar; und [werden] sie ohne den Begriff des inneren Unterschiedes betrachtet, [so] ist der Raum und die Zeit oder die Entfernung und die Geschwindigkeit, welche als Momente der Schwere auftreten, sowohl gleichgültig und ohne Notwendigkeit füreinander als für die Schwere selbst, so wie diese einfache Schwere gegen sie oder die einfache Elektrizität gegen das Positive und Negative [gleichgültig] ist. γ) Durch den Begriff des inneren Unterschiedes aber ist dies Ungleiche und Gleichgültige, Raum und Zeit usf. ein Unterschied, welcher kein Unterschied ist oder nur ein Unterschied des Gleichnamigen, und sein Wesen die Einheit; sie sind als Positives und Negatives gegeneinander begeistet, und ihr Sein ist dieses vielmehr, sich als Nichtsein zu setzen und in der Einheit aufzuheben.[131] Es bestehen beide Unterschiedene, sie sind an sich, sie sind an sich als Entgegengesetzte, d.h. das Entgegengesetzte ihrer selbst, sie haben ihr Anderes an ihnen und sind nur eine Einheit.
Through infinity, we see the law consummated as necessity within itself, with all moments of appearance absorbed into the inner. The simplicity of the law is infinity. As has emerged, this means: α) It is a self-identical that is difference in-itself; or it is the selfsame that repels itself from itself or splits apart. What is called simple force duplicates itself and, through its infinity, becomes the law. β) The bifurcated, which constitutes the parts presented in the law, appears as subsistent. Considered apart from the concept of inner difference, space and time, or distance and velocity—which emerge as moments of gravity—are as indifferent and lacking necessity for one another as they are for gravity itself, just as simple gravity is indifferent to them, or simple electricity to the positive and negative. γ) Through the concept of inner difference, however, this unequal and indifferent—space, time, etc.—is a difference that is no difference, or only a difference of the selfsame, whose essence is unity. As positive and negative, they are spiritually animated against each other, and their being consists rather in positing themselves as non-being and sublating into unity. [131] Both differentiated moments subsist; they are in-themselves, they are in-themselves as opposites—i.e., opposites of themselves. They bear their other within them and are only one unity.
Diese einfache Unendlichkeit oder der absolute Begriff ist das einfache Wesen des Lebens, die Seele der Welt, das allgemeine Blut zu nennen, welches allgegenwärtig durch keinen Unterschied getrübt noch unterbrochen wird, das vielmehr selbst alle Unterschiede ist, so wie ihr Aufgehobensein, also in sich pulsiert, ohne sich zu bewegen, in sich erzittert, ohne unruhig zu sein. Sie ist sichselbstgleich, denn die Unterschiede sind tautologisch; es sind Unterschiede, die keine sind. Dieses sichselbstgleiche Wesen bezieht sich daher nur auf sich selbst; auf sich selbst: so ist dies ein Anderes, worauf die Beziehung geht, und das Beziehen auf sich selbst ist vielmehr das Entzweien, oder eben Jene Sichselbstgleichheit ist innerer Unterschied. Diese Entzweiten sind somit an und für sich selbst, jedes ein Gegenteil – eines Anderen; so ist darin schon das Andere mit ihm zugleich ausgesprochen. Oder es ist nicht das Gegenteil eines Anderen, sondern nur das reine Gegenteil, so ist es also an ihm selbst das Gegenteil seiner. Oder es ist überhaupt nicht ein Gegenteil, sondern rein für sich, ein reines sichselbstgleiches Wesen, das keinen Unterschied an ihm hat: so brauchen wir nicht zu fragen, noch weniger das Gequäle mit solcher Frage für die Philosophie anzusehen oder gar sie ihr für unbeantwortlich zu halten, – wie aus diesem reinen Wesen, wie aus ihm heraus der Unterschied oder das Anderssein komme; denn es ist schon die Entzweiung geschehen, der Unterschied ist aus dem Sichselbstgleichen ausgeschlossen und ihm zur Seite gestellt worden; was das Sichselbstgleiche sein sollte, ist also schon eins der Entzweiten viel mehr, als daß es das absolute Wesen wäre. Das Sichselbstgleiche entzweit sich, heißt darum ebensosehr: es hebt sich als schon Entzweites, es hebt sich als Anderssein auf. Die Einheit, von welcher gesagt zu werden pflegt, daß der Unterschied nicht aus ihr herauskommen könne, ist in[132] der Tat selbst nur das eine Moment der Entzweiung; sie ist die Abstraktion der Einfachheit, welche dem Unterschiede gegenüber ist. Aber indem sie die Abstraktion, nur das eine der Entgegengesetzten ist, so ist es schon gesagt, daß sie das Entzweien ist; denn ist die Einheit ein Negatives, ein Entgegengesetztes, so ist sie eben gesetzt als das, welches die Entgegensetzung an ihm hat. Die Unterschiede von Entzweiung und Sichselbstgleichwerden sind darum ebenso nur diese Bewegung des Sich-Aufhebens-, denn indem das Sichselbstgleiche, welches sich erst entzweien oder zu seinem Gegenteile werden soll, eine Abstraktion oder schon selbst ein Entzweites ist, so Ist sein Entzweien hiermit ein Aufheben dessen, was es ist, und also das Aufheben seines Entzweitseins. Das Sichselbstgleichwerden ist ebenso ein Entzweien; was sich selbst gleich wird, tritt damit der Entzweiung gegenüber; d.h. es stellt selbst sich damit auf die Seite, oder es wird vielmehr ein Entzweites.
This simple infinity or the absolute Concept may be called the simple essence of life, the soul of the world, the universal blood, omnipresent yet untroubled by any distinction, which is itself all distinctions as well as their sublation—pulsating within itself without movement, trembling within itself yet unperturbed. It is selfsame, for the differences are tautological; they are differences that are none. This selfsame essence thus relates only to itself; to itself—which is thereby an other to which the relation is directed, and the self-relation is rather the sundering, or precisely that selfsameness is inner difference. These sundered moments are thus in and for themselves, each an opposite—of an other; hence the other is already expressed within it. Or it is not the opposite of an other but merely the pure opposite, thus being inherently the opposite of itself. Or it is not an opposite at all but purely for itself, a pure selfsame essence with no difference within it: here we need not inquire, still less regard such tormenting questions as philosophy’s concern or even as unanswerable—how difference or otherness emerges from this pure essence, how it proceeds from it. For the sundering has already occurred; difference is excluded from the selfsame and set alongside it. What was supposed to be the selfsame is already one of the sundered moments far more than it is the absolute essence. That the selfsame sunders itself thus equally means: it sublates itself as already sundered, it sublates itself as otherness. The unity often said to preclude the emergence of difference is in[132] truth itself merely one moment of the sundering; it is the abstraction of simplicity opposed to difference. But in being an abstraction, merely one of the opposites, it is already stated to be a sundering; for as a negative, an opposite, it is precisely posited as that which contains opposition within itself. The differences of sundering and becoming selfsame are thus equally only this movement of self-sublation—for since the selfsame, which is to sunder itself or become its opposite, is an abstraction or already itself a sundered moment, its sundering is thereby the sublation of what it is, and hence the sublation of its being-sundered. Becoming selfsame is likewise a sundering; what becomes selfsame thereby opposes itself to the sundering; i.e., it thereby places itself on one side, or rather becomes a sundered moment.
Die Unendlichkeit oder diese absolute Unruhe des reinen Sichselbstbewegens, daß, was auf irgendeine Weise, z.B. als Sein, bestimmt ist, vielmehr das Gegenteil dieser Bestimmtheit ist, ist zwar schon die Seele alles Bisherigen gewesen, aber im Innern erst ist sie selbst frei hervorgetreten. Die Erscheinung oder das Spiel der Kräfte stellt sie selbst schon dar, aber als Erklären tritt sie zunächst frei hervor; und indem sie endlich für das Bewußtsein Gegenstand ist, als das, was sie ist, so ist das Bewußtsein Selbstbewußtsein. Das Erklären des Verstandes macht zunächst nur die Beschreibung dessen, was das Selbstbewußtsein ist. Er hebt die im Gesetze vorhandenen, schon rein gewordenen, aber noch gleichgültigen Unterschiede auf und setzt sie in einer Einheit, der Kraft. Dies Gleichwerden ist aber ebenso unmittelbar ein Entzweien, denn er hebt die Unterschiede nur dadurch auf und setzt dadurch das Eins der Kraft, daß er einen neuen Unterschied macht, von Gesetz und Kraft, der aber zugleich kein Unterschied ist; und hierzu, daß dieser Unterschied ebenso kein Unterschied ist, geht er selbst darin fort,[133] daß er diesen Unterschied wieder aufhebt, indem er die Kraft ebenso beschaffen sein läßt als das Gesetz. – Diese Bewegung oder Notwendigkeit ist aber so noch Notwendigkeit und Bewegung des Verstandes, oder sie als solche ist nicht sein Gegenstand, sondern er hat in ihr positive und negative Elektrizität, Entfernung, Geschwindigkeit, Anziehungskraft und tausend andere Dinge zu Gegenständen, welche den Inhalt der Momente der Bewegung ausmachen. In dem Erklären ist eben darum so viele Selbstbefriedigung, weil das Bewußtsein dabei, [um] es so auszudrücken, in unmittelbarem Selbstgespräche mit sich, nur sich selbst genießt, dabei zwar etwas anderes zu treiben scheint, aber in der Tat sich nur mit sich selbst herumtreibt.
Infinity, or this absolute restlessness of pure self-movement—whereby what is determined in any way, e.g., as being, is rather the opposite of this determinacy—has already been the soul of all that preceded, but only in the inner does it emerge freely. Appearance or the play of forces already exhibits it, but as Explanation it first emerges freely; and when it finally becomes an object for consciousness as what it is, consciousness is self-consciousness. The Explanation by the understanding initially amounts only to a description of what self-consciousness is. It sublates the distinctions present in the law—already purified but still indifferent—and posits them in one unity, force. Yet this equalizing is immediately a sundering, for the understanding sublates the distinctions only by positing a new distinction between law and force, which is at once no distinction; and to show that this distinction is equally no distinction, it proceeds by sublating this distinction again, making force identical in constitution to law.[133]—But this movement or necessity is still the necessity and movement of the understanding, or as such it is not its object; instead, the understanding has positive and negative electricity, distance, velocity, attractive force, and a thousand other things as objects, constituting the content of the moments of movement. In explanation, therefore, there is so much self-satisfaction because consciousness here, as it were, communes directly with itself in a monologue, enjoying only itself, though seeming to concern itself with something else while in truth merely toying with itself.
In dem entgegengesetzten Gesetze als der Verkehrung des ersten Gesetzes oder in dem inneren Unterschiede wird zwar die Unendlichkeit selbst Gegenstand des Verstandes, aber er verfehlt sie als solche wieder, indem er den Unterschied an sich, das Sichselbstabstoßen des Gleichnamigen und die Ungleichen, die sich anziehen, wieder an zwei Welten oder an zwei substantielle Elemente verteilt; die Bewegung, wie sie in der Erfahrung ist, ist ihm hier ein Geschehen, und das Gleichnamige und das Ungleiche [sind] Prädikate, deren Wesen ein seiendes Substrat ist. Dasselbe, was ihm in sinnlicher Hülle Gegenstand ist, ist es uns in seiner wesentlichen Gestalt, als reiner Begriff. Dies Auffassen des Unterschiedes, wie er in Wahrheit ist, oder das Auffassen der Unendlichkeit als solcher ist für uns oder an sich. Die Exposition ihres Begriffs gehört der Wissenschaft an; das Bewußtsein aber, wie es ihn unmittelbar hat, tritt wieder als eigene Form oder neue Gestalt des Bewußtseins auf, welche in dem Vorhergehenden ihr Wesen nicht erkennt, sondern es für etwas ganz anderes ansieht. – Indem ihm dieser Begriff der Unendlichkeit Gegenstand ist, ist es also Bewußtsein des Unterschiedes als eines unmittelbar ebensosehr Aufgehobenen; es ist für sich selbst, es ist Unterscheidendes Ununterschiedenen oder Selbstbewußtsein. Ich unterscheide mich von mir selbst, und [134] es ist darin unmittelbar für mich, daß dies Unterschiedene nicht unterschieden ist. Ich, das Gleichnamige, stoße mich von mir selbst ab; aber dies Unterschiedene, Ungleich-Gesetzte ist unmittelbar, indem es unterschieden ist, kein Unterschied für mich. Das Bewußtsein eines Anderen, eines Gegenstandes überhaupt, ist zwar selbst notwendig Selbstbewußtsein, Reflektiertsein in sich, Bewußtsein seiner selbst in seinem Anderssein. Der notwendige Fortgang von den bisherigen Gestalten des Bewußtseins, welchen ihr Wahres ein Ding, ein Anderes war als sie selbst, drückt eben dies aus, daß nicht allein das Bewußtsein vom Dinge nur für ein Selbstbewußtsein möglich ist, sondern daß dies allein die Wahrheit jener Gestalten ist. Aber für uns nur ist diese Wahrheit vorhanden, noch nicht für das Bewußtsein. Das Selbstbewußtsein ist erst für sich geworden, noch nicht als Einheit mit dem Bewußtsein überhaupt.
In the opposed law as the inversion of the first law or in the inner difference, infinity itself does become the object of the Understanding, yet the Understanding again fails to grasp it as such. For it redistributes the difference-in-itself, the self-repulsion of the selfsame, and the attraction of the unlike, into two worlds or two substantial elements. The movement as it is in experience becomes for it a mere happening, while the selfsame and the unlike are predicates whose essence is a being substrate. What is an object for the Understanding in sensuous guise is for us in its essential form as pure Concept. This apprehension of difference as it truly is, or the apprehension of infinity as such, exists for us or in itself. The exposition of its Concept belongs to Science; but consciousness, as it has this Concept immediately, emerges again as a distinct form or new shape of consciousness, which does not recognize its essence in what preceded but regards it as something entirely other. — Since this Concept of infinity becomes its object, consciousness is thus aware of difference as something immediately sublated. It is for itself, it is the distinguishing of the undifferentiated or self-consciousness. "I distinguish myself from myself, and [134] therein it is immediately for me that this differentiated is not differentiated." I, the selfsame, repel myself from myself; but this differentiated, posited as unlike, is immediately, in being differentiated, no difference for me. The consciousness of an other, of an object in general, is indeed necessarily self-consciousness, a reflection into self, consciousness of itself in its otherness. The necessary progression from the previous shapes of consciousness — for which their truth was a thing, an other than themselves — expresses precisely this: that not only is consciousness of the thing possible only for a self-consciousness, but that this alone is the truth of those shapes. However, this truth exists for us alone, not yet for consciousness. Self-consciousness has become for itself but not yet as unity with consciousness as such.
Wir sehen, daß im Innern der Erscheinung der Verstand in Wahrheit nicht etwas anderes als die Erscheinung selbst, aber nicht wie sie als Spiel der Kräfte ist, sondern dasselbe in seinen absolut-allgemeinen Momenten und deren Bewegung, und in der Tat nur sich selbst erfährt. Erhoben über die Wahrnehmung stellt sich das Bewußtsein mit dem Übersinnlichen durch die Mitte der Erscheinung zusammengeschlossen dar, durch welche es in diesen Hintergrund schaut. Die beiden Extreme, das eine des reinen Innern, das andere des in dies reine Innere schauenden Innern, sind nun zusammengefallen, und wie sie als Extreme, so ist auch die Mitte, als etwas anderes als sie, verschwunden. Dieser Vorhang ist also vor dem Innern weggezogen und das Schauen des Innern in das Innere vorhanden; das Schauen des ununterschiedenen Gleichnamigen, welches sich selbst abstößt, als unterschiedenes Inneres setzt, aber für welches ebenso unmittelbar die Ununterschiedenheit beider ist, das Selbstbewußtsein. Es zeigt sich, daß hinter dem sogenannten Vorhange, welcher das Innere verdecken soll, nichts zu sehen ist, wenn wir nicht selbst dahintergehen, ebensosehr damit[135] gesehen werde, als daß etwas dahinter sei, das gesehen werden kann. Aber es ergibt sich zugleich, daß nicht ohne alle Umstände geradezu dahintergegangen werden könne; denn dies Wissen, was die Wahrheit der Vorstellung der Erscheinung und ihres Innern ist, ist selbst nur Resultat einer umständlichen Bewegung, wodurch die Weisen des Bewußtseins, [das] Meinen, Wahrnehmen und der Verstand verschwinden; und es wird sich ebenso ergeben, daß das Erkennen dessen, was das Bewußtsein weiß, indem es sich selbst weiß, noch weiterer Umstände bedarf, deren Auseinanderlegung das Folgende ist.[136]
We see that in the inner being of appearance, the Understanding in truth experiences nothing other than appearance itself — not as a play of forces, but as this same [appearance] in its absolutely universal moments and their movement — and indeed experiences only itself. Elevated above perception, consciousness presents itself as united with the supersensible through the mediation of appearance, through which it peers into this background. The two extremes — the pure inner and the inner that gazes into this pure inner — have now collapsed into one. As they were extremes, so too the middle term, being something other than them, has vanished. This curtain is thus drawn from the inner, and the gazing into the inner is itself present: the gazing at the undifferentiated selfsame, which repels itself as differentiated inner but for which the undifferentiatedness of both is equally immediate — self-consciousness. It turns out that behind the so-called curtain which is supposed to conceal the inner, there is nothing to be seen unless we ourselves go behind it — not only so that there may be something to see, but also so that there may be someone to see it. But it also becomes clear that one cannot simply go behind without further ado; for this knowledge — the truth of the representation of appearance and its inner — is itself only the result of a laborious movement through which the modes of consciousness (sense-certainty, perception, and Understanding) vanish. It will likewise become clear that comprehending what consciousness knows when it knows itself requires further developments, the unfolding of which constitutes what follows.[136]
B. Selbstbewußtsein
B. Self-Consciousness
IV. Die Wahrheit der Gewißheit seiner selbst
IV. The Truth of Self-Certainty
In den bisherigen Weisen der Gewißheit ist dem Bewußtsein das Wahre etwas anderes als es selbst. Der Begriff dieses Wahren verschwindet aber in der Erfahrung von ihm; wie der Gegenstand unmittelbar an sich war, das Seiende der sinnlichen Gewißheit, das konkrete Ding der Wahrnehmung, die Kraft des Verstandes, so erweist er sich vielmehr, nicht in Wahrheit zu sein, sondern dies Ansich ergibt sich als eine Weise, wie er nur für ein Anderes ist; der Begriff von ihm hebt sich an dem wirklichen Gegenstande auf oder die erste unmittelbare Vorstellung in der Erfahrung, und die Gewißheit ging in der Wahrheit verloren. Nunmehr aber ist dies entstanden, was in diesen früheren Verhältnissen nicht zustande kam, nämlich eine Gewißheit, welche ihrer Wahrheit gleich ist; denn die Gewißheit ist sich selbst ihr Gegenstand, und das Bewußtsein ist sich selbst das Wahre. Es ist darin zwar auch ein Anderssein; das Bewußtsein unterscheidet nämlich, aber ein solches, das für es zugleich ein nicht Unterschiedenes ist. Nennen wir Begriff die Bewegung des Wissens, den Gegenstand aber das Wissen als ruhige Einheit oder als Ich, so sehen wir, daß nicht nur für uns, sondern für das Wissen selbst der Gegenstand dem Begriffe entspricht. – Oder auf die andere Weise, den Begriff das genannt, was der Gegenstand an sich ist, den Gegenstand aber das, was er als Gegenstand oder für ein Anderes ist, so erhellt, daß das Ansichsein und das Für-ein-Anderes-Sein dasselbe ist; denn das Ansich ist das Bewußtsein; es ist aber ebenso dasjenige, für welches ein Anderes (das Ansich) ist; und es ist für es, daß das Ansich des Gegenstandes und das Sein desselben für ein Anderes dasselbe ist; Ich ist der Inhalt der Beziehung[137] und das Beziehen selbst; es ist es selbst gegen ein Anderes, und greift zugleich über dies Andere über, das für es ebenso nur es selbst ist.
In the previous modes of certainty, the truth for consciousness was something other than itself. However, the Concept of this truth vanishes in the experience of it. Just as the object was initially in itself — the being of sense-certainty, the concrete thing of perception, the force of the Understanding — so it proves rather not to be in truth. Instead, this in-itself turns out to be a mode in which it exists only for an other. The Concept of it sublates itself in the actual object, or the first immediate representation is negated in experience, and certainty is lost in truth. Now, however, what has emerged is what did not come to pass in those earlier relationships: a certainty that is equal to its truth, for certainty is itself its object, and consciousness is itself the truth. There is indeed an otherness here too, for consciousness distinguishes; but this distinction is at the same time for it a non-distinction. If we call the Concept the movement of knowing, and the object knowing as quiescent unity or as the I, we see that not only for us but for knowing itself, the object corresponds to the Concept. — Alternatively, if we term the Concept what the object is in itself, and the object what it is as object or for an other, it becomes evident that being-in-itself and being-for-another are the same. For the in-itself is consciousness, but it is equally that for which an other (the in-itself) exists. For consciousness, the in-itself of the object and the being of the object for another are one and the same. The I is the content of the relation[137] and the relating itself. It is itself opposed to an other and at the same time overreaches this other, which for it is equally only itself.
Mit dem Selbstbewußtsein sind wir also nun in das einheimische Reich der Wahrheit eingetreten. Es ist zu sehen, wie die Gestalt des Selbstbewußtseins zunächst auftritt. Betrachten wir diese neue Gestalt des Wissens, das Wissen von sich selbst, im Verhältnisse zu dem Vorhergehenden, dem Wissen von einem Anderen, so ist dies zwar verschwunden; aber seine Momente haben sich zugleich ebenso aufbewahrt, und der Verlust besteht darin, daß sie hier vorhanden sind, wie sie an sich sind. Das Sein der Meinung, die Einzelheit und die ihr entgegengesetzte Allgemeinheit der Wahrnehmung sowie das leere Innere des Verstandes sind nicht mehr als Wesen, sondern als Momente des Selbstbewußtseins, d.h. als Abstraktionen oder Unterschiede, welche für das Bewußtsein selbst zugleich nichtig oder keine Unterschiede und rein verschwindende Wesen sind. Es scheint also nur das Hauptmoment selbst verlorengegangen zu sein, nämlich das einfache selbständige Bestehen für das Bewußtsein. Aber in der Tat ist das Selbstbewußtsein die Reflexion aus dem Sein der sinnlichen und wahrgenommenen Welt und wesentlich die Rückkehr aus dem Anderssein. Es ist als Selbstbewußtsein Bewegung; aber indem es nur sich selbst als sich selbst von sich unterscheidet, so ist ihm der Unterschied unmittelbar als ein Anderssein aufgehoben; der Unterschied ist nicht, und es nur die bewegungslose Tautologie des: Ich bin Ich; indem ihm der Unterschied nicht auch die Gestalt des Seins hat, ist es nicht Selbstbewußtsein, Es ist hiermit für es das Anderssein als ein Sein oder als unterschiedenes Moment, aber es ist für es auch die Einheit seiner selbst mit diesem Unterschiede als zweites unterschiedenes Moment. Mit jenem ersten Momente ist das Selbstbewußtsein als Bewußtsein und für es die ganze Ausbreitung der sinnlichen Welt erhalten, aber zugleich nur als auf das zweite Moment, die Einheit des Selbstbewußtseins mit sich selbst, bezogen; und[138] sie ist hiermit für es ein Bestehen, welches aber nur Erscheinung oder Unterschied ist, der an sich kein Sein hat. Dieser Gegensatz seiner Erscheinung und seiner Wahrheit hat aber nur die Wahrheit, nämlich die Einheit des Selbstbewußtseins mit sich selbst, zu seinem Wesen; diese muß ihm wesentlich werden, d.h. es ist Begierde überhaupt. Das Bewußtsein hat als Selbstbewußtsein nunmehr einen gedoppelten Gegenstand, den einen, den unmittelbaren, den Gegenstand der sinnlichen Gewißheit und des Wahrnehmens, der aber für es mit dem Charakter des Negativen bezeichnet ist, und den zweiten, nämlich sich selbst, welcher das wahre Wesen und zunächst nur erst im Gegensatze des ersten vorhanden ist. Das Selbstbewußtsein stellt sich hierin als die Bewegung dar, worin dieser Gegensatz aufgehoben und ihm die Gleichheit seiner selbst mit sich wird.
With self-consciousness, we have now entered the native realm of truth. We must observe how the shape of self-consciousness first appears. If we consider this new form of knowledge – knowledge of itself – in relation to what preceded it, namely knowledge of an Other, we find that while the latter has vanished, its moments have simultaneously been preserved. Their loss consists precisely in their being present here as they are in themselves. The being of sense-certainty, the singularity and its opposed universality in perception, as well as the empty inner of the understanding, no longer subsist as essences but as moments of self-consciousness – that is, as abstractions or distinctions which for consciousness itself are at once nullities, non-distinctions, and purely vanishing essences. Thus, it appears that only the principal moment itself has been lost: the simple independent subsistence for consciousness. Yet in truth, self-consciousness is the reflection from the being of the sensible and perceived world, and essentially the return from otherness. As self-consciousness, it is movement; but since it distinguishes only itself as itself from itself, the distinction is immediately sublated as an otherness. The distinction is not, and self-consciousness is merely the motionless tautology of "I am I." However, if the distinction does not also take the shape of being, it is not self-consciousness. For self-consciousness, otherness exists as a being or as a distinct moment, but it also holds the unity of itself with this distinction as a second distinct moment. With the first moment, self-consciousness persists as consciousness, and the entire expanse of the sensible world is preserved for it – yet only in relation to the second moment, the unity of self-consciousness with itself. This world thereby exists for self-consciousness as a subsistence that is merely appearance or a distinction lacking being-in-itself. Yet the opposition between its appearance and its truth has as its essence only the truth itself – the unity of self-consciousness with itself. This unity must become essential to it, i.e., it is desire as such. Consciousness, as self-consciousness, now has a twofold object: the first is the immediate object of sense-certainty and perception, which is marked for it with the character of the negative; the second is itself, which is the true essence and initially exists only in opposition to the first. Self-consciousness hereby presents itself as the movement through which this opposition is sublated and its equality with itself is attained.
Der Gegenstand, welcher für das Selbstbewußtsein das Negative ist, ist aber seinerseits für uns oder an sich ebenso in sich zurückgegangen als das Bewußtsein andererseits. Er ist durch diese Reflexion-in-sich Leben geworden. Was das Selbstbewußtsein als seiend von sich unterscheidet, hat auch insofern, als es seiend gesetzt ist, nicht bloß die Weise der sinnlichen Gewißheit und der Wahrnehmung an ihm, sondern es ist in sich reflektiertes Sein, und der Gegenstand der unmittelbaren Begierde ist ein Lebendiges. Denn das Ansich oder das allgemeine Resultat des Verhältnisses des Verstandes zu dem Innern der Dinge ist das Unterscheidendes nicht zu Unterscheidenden oder die Einheit des Unterschiedenen. Diese Einheit aber ist ebensosehr, wie wir gesehen, ihr Abstoßen von sich selbst, und dieser Begriff entzweit sich in den Gegensatz des Selbstbewußtseins und des Lebens: Jenes die Einheit, für welche die unendliche Einheit der Unterschiede ist; dieses aber ist nur diese Einheit selbst, so daß sie nicht zugleich für sich selbst ist. So selbständig also das Bewußtsein, ebenso selbständig ist an sich sein Gegenstand. Das Selbstbewußtsein, welches schlechthin für sich ist und seinen Gegenstand unmittelbar mit dem Charakter des Negativen[139] bezeichnet oder zunächst Begierde ist, wird daher vielmehr die Erfahrung der Selbständigkeit desselben machen.
The object, which is the negative for self-consciousness, has on its side returned into itself for us or in-itself just as consciousness has on the other side. Through this reflection-into-itself, it has become Life. What self-consciousness distinguishes as existing from itself also has, insofar as it is posited as existing, not merely the modes of sense-certainty and perception within it, but is a being that has reflected into itself; the object of immediate desire is a living being. For the in-itself or the universal result of the understanding’s relation to the inner being of things is the distinguishing of what is indistinguishable, or the unity of what is distinguished. Yet this unity is, as we have seen, equally its repulsion from itself, and this Concept sunders itself into the opposition of self-consciousness and Life: the former is the unity for which the infinite unity of differences exists; the latter, however, is this unity itself, though not yet for itself. Thus, just as consciousness is independent, so too is its object in-itself independent. Self-consciousness, which is absolutely for itself and immediately marks its object with the character of the negative — or is initially desire — will therefore rather experience the object’s independence.
Die Bestimmung des Lebens, wie sie sich aus dem Begriffe oder dem allgemeinen Resultate ergibt, mit welchem wir in diese Sphäre eintreten, ist hinreichend, es zu bezeichnen, ohne daß seine Natur weiter daraus zu entwickeln wäre; ihr Kreis beschließt sich in folgenden Momenten. Das Wesen ist die Unendlichkeit als das Aufgehobensein aller Unterschiede, die reine achsendrehende Bewegung, die Ruhe ihrer selbst als absolut unruhiger Unendlichkeit; die Selbständigkeit selbst, in welcher die Unterschiede der Bewegung aufgelöst sind; das einfache Wesen der Zelt, das in dieser Sichselbstgleichheit die gediegene Gestalt des Raumes hat. Die Unterschiede sind aber an diesem einfachen allgemeinen Medium ebensosehr als Unterschiede; denn diese allgemeine Flüssigkeit hat ihre negative Natur nur, indem sie ein Aufheben derselben ist; aber sie kann die Unterschiedenen nicht aufheben, wenn sie nicht ein Bestehen haben. Eben diese Flüssigkeit ist als die sichselbstgleiche Selbständigkeit selbst das Bestehen oder die Substanz derselben, worin sie also als unterschiedene Glieder und fürsichseiende Teile sind. Das Sein hat nicht mehr die Bedeutung der Abstraktion des Seins noch ihre reine Wesenheit [die] der Abstraktion der Allgemeinheit; sondern ihr Sein ist eben jene einfache flüssige Substanz der reinen Bewegung In sich selbst. Der Unterschied dieser Glieder gegeneinander aber als Unterschied besteht überhaupt in keiner anderen Bestimmtheit als der Bestimmtheit der Momente der Unendlichkeit oder der reinen Bewegung selbst.
The determination of Life, as it emerges from the Concept or the universal result with which we enter this sphere, suffices to characterize it without further developing its nature here. Its cycle encompasses the following moments. The essence is infinity as the sublatedness of all differences, the pure axial rotation of movement, the self-repose of absolute restless infinity; independence itself, in which the differences of movement are dissolved; the simple essence of time, which in this self-equivalence has the solid shape of space. However, the differences are equally present in this simple universal medium as differences; for this universal fluidity has its negative nature only insofar as it is the sublation of them; but it cannot sublate the differentiated unless they subsist. Precisely this fluidity, as self-equal independence, is itself their subsistence or substance, in which they are thus distinct members and being-for-themselves parts. Being no longer has the significance of the abstraction of being, nor does its pure essentiality [have that] of the abstraction of universality; rather, their being is just that simple fluid substance of pure movement within itself. The difference of these members against one another, as difference, consists in no other determinacy than that of the moments of infinity or of pure movement itself.
Die selbständigen Glieder sind für sich; dieses Fürsichsein ist aber vielmehr ebenso unmittelbar ihre Reflexion in die Einheit, als diese Einheit die Entzweiung in die selbständigen Gestalten ist. Die Einheit ist entzweit, weil sie absolut negative oder unendliche Einheit ist; und weil sie das Bestehen ist, so hat auch der Unterschied Selbständigkeit nur an ihr. Diese Selbständigkeit der Gestalt erscheint als ein Bestimmtes,[140] für Anderes, denn sie ist ein Entzweites; und das Aufheben der Entzweiung geschieht insofern durch ein Anderes. Aber es ist ebensosehr an ihr selbst; denn eben jene Flüssigkeit ist die Substanz der selbständigen Gestalten; diese Substanz aber ist unendlich; die Gestalt ist darum in ihrem Bestehen selbst die Entzweiung oder das Aufheben ihres Fürsichseins.
The independent members are for themselves; yet this being-for-itself is rather equally their immediate reflection into unity, just as this unity is the sundering into independent shapes. The unity is sundered because it is absolutely negative or infinite unity; and because it is subsistence, the difference too has independence only within it. This independence of the shape appears as a determinate being, [140] for an other, for it is a sundered being; and the sublation of the sundering thus occurs through an other. But this is equally inherent in the shape itself, for precisely that fluidity is the substance of the independent shapes; this substance, however, is infinite; the shape is therefore, in its very subsistence, the sundering or the sublation of its being-for-itself.
Unterscheiden wir die hierin enthaltenen Momente näher, so sehen wir, daß wir zum ersten Momente das Bestehen der selbständigen Gestalten oder die Unterdrückung dessen haben, was das Unterscheiden an sich ist, nämlich nicht an sich zu sein und kein Bestehen zu haben. Das zweite Moment aber ist die Unterwerfung jenes Bestehens unter die Unendlichkeit des Unterschiedes. Im ersten Momente ist die bestehende Gestalt; als fürsichseiend oder in ihrer Bestimmtheit unendliche Substanz tritt sie gegen die allgemeine Substanz auf, verleugnet diese Flüssigkeit und Kontinuität mit ihr und behauptet sich als nicht in diesem Allgemeinen aufgelöst, sondern vielmehr als durch die Absonderung von dieser ihrer unorganischen Natur und durch das Aufzehren derselben sich erhaltend. Das Leben in dem allgemeinen flüssigen Medium, ein ruhiges Auseinanderlegen der Gestalten, wird eben dadurch zur Bewegung derselben oder zum Leben als Prozeß. Die einfache allgemeine Flüssigkeit ist das Ansich und der Unterschied der Gestalten das Andere. Aber diese Flüssigkeit wird selbst durch diesen Unterschied das Andere; denn sie ist jetzt für den Unterschied, welcher an und für sich selbst und daher die unendliche Bewegung ist, von welcher jenes ruhige Medium aufgezehrt wird, das Leben als Lebendiges. – Diese Verkehrung aber ist darum wieder die Verkehrtheit an sich selbst, was aufgezehrt wird, ist das Wesen; die auf Kosten des Allgemeinen sich erhaltende und das Gefühl ihrer Einheit mit sich selbst sich gebende Individualität hebt gerade damit ihren Gegensatz des Anderen, durch welchen sie für sich ist, auf; die Einheit mit[141] sich selbst, welche sie sich gibt, Ist gerade die Flüssigkeit der Unterschiede oder die allgemeine Auflösung. Aber umgekehrt ist das Aufheben des individuellen Bestehens ebenso das Erzeugen desselben. Denn da das Wesen der individuellen Gestalt, das allgemeine Leben, und das Fürsichseiende an sich einfache Substanz ist, so hebt es, indem es das Andere in sich setzt, diese seine Einfachheit oder sein Wesen auf, d.h. es entzweit sie, und dies Entzweien der unterschiedslosen Flüssigkeit ist eben das Setzen der Individualität. Die einfache Substanz des Lebens also ist die Entzweiung ihrer selbst in Gestalten und zugleich die Auflösung dieser bestehenden Unterschiede; und die Auflösung der Entzweiung ist ebensosehr Entzweien oder ein Gliedern. Es fallen damit die beiden Seiten der ganzen Bewegung, welche unterschieden wurden, nämlich die in dem allgemeinen Medium der Selbständigkeit ruhig auseinandergelegte Gestaltung und der Prozeß des Lebens ineinander; der letztere ist ebensosehr Gestaltung, als er das Aufheben der Gestalt ist; und das erste, die Gestaltung, ist ebensosehr ein Aufheben, als sie die Gliederung ist. Das flüssige Element ist selbst nur die Abstraktion des Wesens, oder es ist nur als Gestalt wirklich; und daß es sich gliedert, ist wieder ein Entzweiendes Gegliederten oder ein Auflösen desselben. Dieser ganze Kreislauf macht das Leben aus, – weder das, was zuerst ausgesprochen wird, die unmittelbare Kontinuität und Gediegenheit seines Wesens, noch die bestehende Gestalt und das für sich seiende Diskrete, noch der reine Prozeß derselben, noch auch das einfache Zusammenfassen dieser Momente, sondern das sich entwickelnde und seine Entwicklung auflösende und in dieser Bewegung sich einfach erhaltende Ganze.
If we more closely distinguish the moments contained herein, we see that the first moment is the persistence of independent shapes or the suppression of what distinguishing inherently is — namely, not to be in itself and to have no persistence. The second moment, however, is the subjugation of this persistence under the infinity of difference. In the first moment, the persistent shape, as being-for-itself or as infinite substance in its determinacy, stands opposed to the universal Substance; it denies this fluidity and continuity with the universal and asserts itself as not dissolved in this universal but rather as sustaining itself through the separation from its inorganic nature and through the consumption of the same. Life in the universal fluid medium — a tranquil unfolding of shapes — thereby becomes the movement of these shapes or life as process. The simple universal fluidity is the in-itself, and the difference of shapes is the Other. But this fluidity itself becomes the Other through this difference; for it is now for the difference, which is in and for itself and thus the infinite movement by which that tranquil medium is consumed — life as living. – Yet this inversion is thereby again inherent invertedness: what is consumed is the essence; the individuality that sustains itself at the expense of the universal and gives itself the feeling of unity with itself thereby precisely cancels its opposition to the Other, through which it is for itself; the unity with[141] itself that it gives itself is precisely the fluidity of differences or the universal dissolution. Conversely, however, the sublation of individual persistence is equally the generation of the same. For since the essence of the individual shape — universal life — and the being-for-itself is in itself simple substance, by positing the Other within itself, it cancels its own simplicity or its essence — that is, it divides itself, and this division of the undifferentiated fluidity is precisely the positing of individuality. The simple substance of life, therefore, is the self-division into shapes and simultaneously the dissolution of these persistent differences; and the dissolution of division is equally division or articulation. Thereby, the two sides of the entire movement that were distinguished — namely, the tranquil unfolding of shapes in the universal medium of independence and the process of life — collapse into one another; the latter is as much shaping as it is the sublation of shape; and the former, the shaping, is as much a sublation as it is articulation. The fluid element itself is only the abstraction of essence or is actual only as shape; and that it articulates itself is again a dividing of what is articulated or a dissolving of the same. This entire cycle constitutes life — neither what is first expressed, the immediate continuity and solidity of its essence, nor the persistent shape and the self-subsistent discrete, nor the pure process of the same, nor even the simple synthesis of these moments, but the whole that develops itself, dissolves its development, and in this movement simply preserves itself.
Indem von der ersten unmittelbaren Einheit ausgegangen und durch die Momente der Gestaltung und des Prozesses hindurch zur Einheit dieser beiden Momente und damit wieder zur ersten einfachen Substanz zurückgekehrt wird, so ist diese reflektierte Einheit eine andere als die erste. Gegen Jene unmittelbare oder als ein Sein ausgesprochene ist diese[142] zweite die allgemeine, welche alle diese Momente als aufgehobene in ihr hat. Sie ist die einfache Gattung, welche in der Bewegung des Lebens selbst nicht für sich als dies Einfache existiert; sondern in diesem Resultate verweist das Leben auf ein Anderes, als es ist, nämlich auf das Bewußtsein, für welches es als diese Einheit oder als Gattung ist.
In proceeding from the first immediate unity and passing through the moments of configuration and process to return to the unity of these two moments — thereby reverting to the first simple substance — this reflected unity proves distinct from the initial one. Contrasted with that immediate unity, expressed as Being, this second unity is the universal, which contains all these moments as sublated within itself. It is the simple genus that does not exist for itself as this simplicity in the movement of life itself; rather, through this result, life points to something other than itself — namely, to consciousness, for which life exists as this unity or as genus.
Dies andere Leben aber, für welches die Gattung als solche und welches für sich selbst Gattung ist, das Selbstbewußtsein, ist sich zunächst nur als dieses einfache Wesen und hat sich als reines Ich zum Gegenstande; in seiner Erfahrung, die nun zu betrachten ist, wird sich ihm dieser abstrakte Gegenstand bereichern und die Entfaltung erhalten, welche wir an dem Leben gesehen haben.
This other life, however, for which the genus as such exists and which is genus for itself, is self-consciousness. Initially, it is only this simple essence and has the pure I as its object. In the experience now to be examined, this abstract object will become enriched and attain the unfolding we have already observed in life.
Das einfache Ich ist diese Gattung oder das einfache Allgemeine, für welches die Unterschiede keine sind, nur, indem es negatives Wesen der gestalteten selbständigen Momente ist; und das Selbstbewußtsein [ist] hiermit seiner selbst nur gewiß durch das Aufheben dieses Anderen, das sich ihm als selbständiges Leben darstellt; es ist Begierde. Der Nichtigkeit dieses Anderen gewiß, setzt es für sich dieselbe als seine Wahrheit, vernichtet den selbständigen Gegenstand und gibt sich dadurch die Gewißheit seiner selbst als wahre Gewißheit, als solche, welche ihm selbst auf gegenständliche Weise geworden ist.
The simple I is this genus or simple universal, for which differences are not differences except insofar as it is the negative essence of the configured independent moments. Self-consciousness thus becomes certain of itself only through the sublation of this other, which presents itself as independent life; it is desire. Certain of the nullity of this other, self-consciousness posits this nullity for itself as its truth, annihilates the independent object, and thereby gives itself the certainty of itself as true certainty — a certainty that has become objectively present to it.
In dieser Befriedigung aber macht es die Erfahrung von der Selbständigkeit seines Gegenstandes. Die Begierde und die in ihrer Befriedigung erreichte Gewißheit seiner selbst ist bedingt durch ihn, denn sie ist durch Aufheben dieses Anderen; daß dies Aufheben sei, muß dies Andere sein. Das Selbstbewußtsein vermag also durch seine negative Beziehung ihn nicht aufzuheben; es erzeugt ihn darum vielmehr wieder, so wie die Begierde. Es ist in der Tat ein. Anderes als das Selbstbewußtsein, das Wesen der Begierde; und durch diese Erfahrung ist ihm selbst diese Wahrheit geworden. Zugleich aber ist es ebenso absolut für sich und ist dies nur durch Aufheben des Gegenstandes, und es muß ihm seine Befriedigung[143] werden, denn es ist die Wahrheit. Um der Selbständigkeit des Gegenstandes willen kann es daher zur Befriedigung nur gelangen, indem dieser selbst die Negation an ihm vollzieht; und er muß diese Negation seiner selbst an sich vollziehen, denn er ist an sich das Negative, und muß für das Andere sein, was er ist. Indem er die Negation an sich selbst ist und darin zugleich selbständig ist, ist er Bewußtsein. An dem Leben, welches der Gegenstand der Begierde ist, ist die Negation entweder an einem Anderen, nämlich an der Begierde, oder als Bestimmtheit gegen eine andere gleichgültige Gestalt oder als seine unorganische allgemeine Natur. Diese allgemeine selbständige Natur aber, an der die Negation als absolute ist, ist die Gattung als solche oder als Selbstbewußtsein. Das Selbstbewußtsein erreicht seine Befriedigung nur in einem anderen Selbstbewußtsein.
In this satisfaction, however, self-consciousness undergoes the experience of its object’s independence. Desire and the certainty attained through its satisfaction are conditioned by the object, for satisfaction arises through the sublation of this other; for such sublation to occur, this other must exist. Self-consciousness thus cannot abolish the object through its negative relation; instead, it regenerates the object just as desire itself does. What is truly distinct from self-consciousness is the essence of desire. Through this experience, self-consciousness has come to recognize this truth. Yet it is also absolutely for itself, and this only through the sublation of the object; its satisfaction must therefore be achieved, for it is the truth. On account of the object’s independence, self-consciousness can attain satisfaction only if the object itself carries out negation within itself. The object must enact this self-negation, for it is in itself the negative and must exist for the other as what it is. In being the negation within itself while simultaneously remaining independent, the object is consciousness. In the case of life — the object of desire — the negation resides either in an other, namely in desire itself, or as determinacy opposed to another indifferent form, or as the object’s inorganic universal nature. But this universal independent nature, in which negation exists as absolute, is the genus as such or self-consciousness. Self-consciousness attains its satisfaction only in another self-consciousness.
In diesen drei Momenten ist erst der Begriff des Selbstbewußtseins vollendet: a) reines ununterschiedenes Ich ist sein erster unmittelbarer Gegenstand, b) Diese Unmittelbarkeit ist aber selbst absolute Vermittlung, sie ist nur als Aufheben des selbständigen Gegenstandes, oder sie ist Begierde. Die Befriedigung der Begierde ist zwar die Reflexion des Selbstbewußtseins in sich selbst oder die zur Wahrheit gewordene Gewißheit, c) Aber die Wahrheit derselben ist vielmehr die gedoppelte Reflexion, die Verdopplung des Selbstbewußtseins. Es ist ein Gegenstand für das Bewußtsein, welcher an sich selbst sein Anderssein oder den Unterschied als einen nichtigen setzt und darin selbständig ist. Die unterschiedene, nur lebendige Gestalt hebt wohl im Prozesse des Lebens selbst auch ihre Selbständigkeit auf, aber sie hört mit ihrem Unterschiede auf, zu sein, was sie ist; der Gegenstand des Selbstbewußtseins ist aber ebenso selbständig in dieser Negativität seiner selbst; und damit ist er für sich selbst Gattung, allgemeine Flüssigkeit in der Eigenheit seiner Absonderung; er ist lebendiges Selbstbewußtsein.
In these three moments, the concept of self-consciousness is first completed: a) The pure undifferentiated I is its first immediate object; b) Yet this immediacy is itself absolute mediation, existing only as the sublation of the independent object — that is, as desire. The satisfaction of desire is indeed the reflection of self-consciousness into itself, or the certainty that has become truth; c) But the truth of this certainty is rather the doubled reflection, the doubling of self-consciousness. There is an object for consciousness that posits its own otherness or difference as null and thereby is independent. The differentiated, merely living form does sublate its independence in the process of life itself, but it ceases to be what it is with the cessation of its difference. The object of self-consciousness, however, is equally independent in this negativity of itself; thus, it is for itself genus — universal fluidity within the particularity of its separation. It is living self-consciousness.
Es ist ein Selbstbewußtsein für ein Selbstbewußtsein. Erst hierdurch ist es in der Tat; denn erst hierin wird für es die[144] Einheit seiner selbst in seinem Anderssein; ich, das der Gegenstand seines Begriffs ist, ist in der Tat nicht Gegenstand; der Gegenstand der Begierde aber ist nur selbständig, denn er ist die allgemeine unvertilgbare Substanz, das flüssige sichselbstgleiche Wesen. Indem ein Selbstbewußtsein der Gegenstand ist, ist er ebensowohl Ich wie Gegenstand. – Hiermit ist schon der Begriff des Geistes für uns vorhanden. Was für das Bewußtsein weiter wird, ist die Erfahrung, was der Geist ist, diese absolute Substanz, welche in der vollkommenen Freiheit und Selbständigkeit ihres Gegensatzes, nämlich verschiedener für sich seiender Selbstbewußtsein[e], die Einheit derselben ist; Ich, das Wir, und Wir, das Ich ist. Das Bewußtsein hat erst in dem Selbstbewußtsein, als dem Begriffe des Geistes, seinen Wendungspunkt, auf dem es aus dem farbigen Scheine des sinnlichen Diesseits und aus der leeren Nacht des übersinnlichen Jenseits in den geistigen Tag der Gegenwart einschreitet.[145]
There is a self-consciousness for a self-consciousness. Only hereby is it in truth; for only here does the unity of itself in its otherness become explicit for it. The I, which is the object of its concept, is in truth not an object. The object of desire, however, is merely independent, for it is the universal indestructible substance, the fluid self-identical essence. When a self-consciousness is the object, it is just as much I as object. — Herein, the concept of Spirit is already present for us. What further becomes explicit for consciousness is the experience of what Spirit is — this absolute substance, which in the perfect freedom and independence of its opposition (namely, of diverse self-consciousnesses existing for themselves) is the unity of these: I that is We, and We that is I. It is at the turning point of consciousness into self-consciousness (as the concept of Spirit) that consciousness steps out of the colorful semblance of the sensuous here-and-now and the empty night of the supersensible beyond into the spiritual daylight of the present.
A. Selbständigkeit und Unselbständigkeit des Selbstbewußtseins; Herrschaft und Knechtschaft
A. Independence and Dependence of Self-Consciousness: Lordship and Bondage
Das Selbstbewußtsein ist an und für sich, indem und dadurch, daß es für ein Anderes an und für sich ist; d.h. es ist nur als ein Anerkanntes. Der Begriff dieser seiner Einheit in seiner Verdopplung, der sich im Selbstbewußtsein realisierenden Unendlichkeit, ist eine vielseitige und vieldeutige Verschränkung, so daß die Momente derselben teils genau auseinandergehalten, teils in dieser Unterscheidung zugleich auch als nicht unterschieden oder immer in ihrer entgegengesetzten Bedeutung genommen und erkannt werden müssen. Die Doppelsinnigkeit des Unterschiedenen liegt in dem Wesen des Selbstbewußtseins, unendlich oder unmittelbar das Gegenteil der Bestimmtheit, in der es gesetzt ist, zu sein. Die Auseinanderlegung des Begriffs dieser geistigen Einheit[145] in ihrer Verdopplung stellt uns die Bewegung des Anerkennens dar.
Self-consciousness is in and for itself insofar as and because it is in and for itself for an other; that is, it exists only as recognized. The concept of this unity in its doubling — the infinity realizing itself in self-consciousness — is a multifaceted and ambiguous interlacing. Its moments must be sharply distinguished while simultaneously grasped as undifferentiated in their distinction, or always apprehended and recognized in their opposed signification. The ambiguity of the differentiated lies in the essence of self-consciousness, which is infinite or immediately the opposite of the determinacy in which it is posited. The unfolding of the concept of this spiritual unity in its doubling presents to us the movement of recognition.
Es ist für das Selbstbewußtsein ein anderes Selbstbewußtsein; es ist außer sich gekommen. Dies hat die gedoppelte Bedeutung: erstlich, es hat sich selbst verloren, denn es findet sich als ein anderes Wesen; zweitens, es hat damit das Andere aufgehoben, denn es sieht auch nicht das Andere als Wesen, sondern sich selbst im Anderen.
For self-consciousness, there is another self-consciousness; it has come out of itself. This has a twofold meaning: first, it has lost itself, for it finds itself as an other essence; second, it has thereby sublated the other, for it does not see the other as essence but rather itself in the other.
Es muß dies sein Anderssein aufheben; dies ist das Aufheben des ersten Doppelsinnes und darum selbst ein zweiter Doppelsinn; erstlich, es muß darauf gehen, das andere selbständige Wesen aufzuheben, um dadurch seiner als des Wesens gewiß zu werden; zweitens geht es hiermit darauf, sich selbst aufzuheben, denn dies Andere ist es selbst.
It must sublate its otherness; this is the sublation of the first twofold meaning and is therefore itself a second twofold meaning: firstly, it must set out to sublate the other independent being in order thereby to become certain of itself as the essence; secondly, in doing so, it sets out to sublate itself, for this other is itself.
Dies doppelsinnige Aufheben seines doppelsinnigen Andersseins ist ebenso eine doppelsinnige Rückkehr in sich selbst, denn erstlich erhält es durch das Aufheben sich selbst zurück, denn es wird sich wieder gleich durch das Aufheben seines Andersseins; zweitens aber gibt es das andere Selbstbewußtsein ihm wieder ebenso zurück, denn es war sich im Anderen, es hebt dies sein Sein im Anderen auf, entläßt also das Andere wieder frei.
This twofold sublation of its twofold otherness is equally a twofold return into itself: firstly, through the sublation, it regains itself, for it becomes equal to itself again by sublating its otherness; secondly, however, the other self-consciousness is likewise restored to it, for it was itself in the other; it sublates this its being in the other and thus releases the other again freely.
Diese Bewegung des Selbstbewußtseins in der Beziehung auf ein anderes Selbstbewußtsein ist aber auf diese Weise vorgestellt worden als das Tun des Einen; aber dieses Tun des Einen hat selbst die gedoppelte Bedeutung, ebensowohl sein Tun als das Tun des Anderen zu sein; denn das Andere ist ebenso selbständig, in sich beschlossen, und es ist nichts in ihm, was nicht durch es selbst ist. Das erste hat den Gegenstand nicht vor sich, wie er nur für die Begierde zunächst ist, sondern einen für sich seienden selbständigen, über welchen es darum nichts für sich vermag, wenn er nicht an sich selbst dies tut, was es an ihm tut. Die Bewegung ist also schlechthin die gedoppelte beider Selbstbewußtsein[e]. Jedes sieht das Andere dasselbe tun, was es tut; jedes tut selbst, was es an das Andere fordert, und tut darum, was es tut, auch nur[146] insofern, als das Andere dasselbe tut; das einseitige Tun wäre unnütz; weil, was geschehen soll, nur durch beide zustande kommen kann.
However, this movement of self-consciousness in relation to another self-consciousness has been presented here as the action of one. Yet this action of the one itself has a twofold meaning: it is as much its own action as the action of the other. For the other is likewise independent, self-contained, and there is nothing in it that is not through itself. The first does not have the object before it merely as it initially is for desire, but as an independent being-for-itself over which it therefore has no power unless the object itself does to itself what the first does to it. The movement is thus absolutely the twofold action of both self-consciousnesses. Each sees the other doing the same as it does; each does itself what it demands of the other, and therefore does what it does only insofar as the other does the same. A unilateral action would be futile, for what is to occur can only come about through both.
Das Tun ist also nicht nur insofern doppelsinnig, als es ein Tun ebensowohl gegen sich als gegen das Andere, sondern auch insofern, als es ungetrennt ebensowohl das Tun des Einen als des Anderen ist.
The action is therefore not only twofold in that it is an action both against itself and against the other, but also in that it is inseparably both the action of the one and of the other.
In dieser Bewegung sehen wir sich den Prozeß wiederholen, der sich als Spiel der Kräfte darstellte, aber im Bewußtsein. Was in jenem für uns war, ist hier für die Extreme selbst. Die Mitte ist das Selbstbewußtsein, welches sich in die Extreme zersetzt; und jedes Extrem ist diese Austauschung seiner Bestimmtheit und absoluter Übergang in das entgegengesetzte. Als Bewußtsein aber kommt es wohl außer sich, jedoch ist es in seinem Außersichsein zugleich in sich zurückgehalten, für sich, und sein Außersich ist für es. Es ist für es, daß es unmittelbar anderes Bewußtsein ist und nicht ist; und ebenso, daß dies Andere nur für sich ist, indem es sich als Fürsichseiendes aufhebt und nur im Fürsichsein des Anderen für sich ist. Jedes ist dem Anderen die Mitte, durch welche jedes sich mit sich selbst vermittelt und zusammenschließt, und jedes sich und dem Anderen unmittelbares für sich seiendes Wesen, welches zugleich nur durch diese Vermittlung so für sich ist. Sie anerkennen sich als gegenseitig sich anerkennend.
In this movement, we see repeated the process that presented itself as the play of forces, but now within consciousness. What in that play was for us is here for the extremes themselves. The middle term is self-consciousness, which decomposes itself into the extremes; and each extreme is this exchange of its determinacy and absolute transition into its opposite. As consciousness, however, it certainly comes outside itself, yet in this being-outside-itself, it is simultaneously held back within itself, for itself, and its being-outside is for it. It is for it that it immediately is and is not another consciousness; and likewise, this other is only for itself insofar as it sublates itself as being-for-itself and is for itself only in the being-for-itself of the other. Each is for the other the middle term through which each mediates itself with itself and coalesces, and each is for itself and the other an immediate being-for-itself that is at the same time such only through this mediation. They recognize themselves as mutually recognizing each other.
Dieser reine Begriff des Anerkennens, der Verdopplung des Selbstbewußtseins in seiner Einheit, ist nun zu betrachten, wie sein Prozeß für das Selbstbewußtsein erscheint. Er wird zuerst die Seite der Ungleichheit beider darstellen oder das Heraustreten der Mitte in die Extreme, welche als Extreme sich entgegengesetzt [sind] und [von welchen] das eine nur Anerkanntes, das andere nur Anerkennendes ist.
This pure concept of recognition, the doubling of self-consciousness in its unity, must now be considered as it appears in its process for self-consciousness. It will first present the side of inequality between the two—the emergence of the middle term into extremes that stand opposed [to each other] and [of which] one is only the recognized, the other only the recognizing.
Das Selbstbewußtsein ist zunächst einfaches Fürsichsein, sichselbstgleich durch das Ausschließen alles anderen aus sich,[147] sein Wesen und absoluter Gegenstand ist ihm Ich; und es ist in dieser Unmittelbarkeit oder in diesem Sein seines Fürsichseins Einzelnes. Was Anderes für es ist, ist als unwesentlicher, mit dem Charakter des Negativen bezeichneter Gegenstand. Aber das Andere ist auch ein Selbstbewußtsein; es tritt ein Individuum einem Individuum gegenüber auf. So unmittelbar auftretend, sind sie füreinander in der Weise gemeiner Gegenstände; selbständige Gestalten, in das Sein des Lebens – denn als Leben hat sich hier der seiende Gegenstand bestimmt – versenkte Bewußtsein[e], welche füreinander die Bewegung der absoluten Abstraktion, alles unmittelbare Sein zu vertilgen und nur das rein negative Sein des sichselbstgleichen Bewußtseins zu sein, noch nicht vollbracht oder sich einander noch nicht als reines Fürsichsein, d.h. als Selbstbewußtsein[e] dargestellt haben. Jedes ist wohl seiner selbst gewiß, aber nicht des anderen, und darum hat seine eigene Gewißheit von sich noch keine Wahrheit; denn seine Wahrheit wäre nur, daß sein eigenes Fürsichsein sich ihm als selbständiger Gegenstand oder, was dasselbe ist, der Gegenstand sich als diese reine Gewißheit seiner selbst dargestellt hätte. Dies aber ist nach dem Begriffe des Anerkennens nicht möglich, als daß wie der andere für ihn, so er für den anderen, jeder an sich selbst durch sein eigenes Tun und wieder durch das Tun des anderen diese reine Abstraktion des Fürsichseins vollbringt.
Self-consciousness is initially simple being-for-itself, self-identical through the exclusion of all otherness from itself; [147] its essence and absolute object is the I; and in this immediacy or in this being of its being-for-itself, it is singular. What is other for it is an object marked as inessential, bearing the character of the negative. Yet the other is also a self-consciousness; an individual confronts an individual. Appearing thus immediately, they are for each other in the mode of ordinary objects: self-subsistent shapes immersed in the being of life — for here the existent object has determined itself as life — consciousnesses which have not yet accomplished for each other the movement of absolute abstraction, the annihilation of all immediate being to become purely negative being as self-identical consciousness, nor have they yet presented themselves to each other as pure being-for-itself, i.e., as self-consciousnesses. Each is indeed certain of itself, but not of the other, and thus its own certainty of itself still lacks truth; for its truth would lie in this: that its own being-for-itself would present itself to it as an independent object, or, what is the same, that the object would present itself as this pure certainty of itself. But according to the concept of recognition, this is possible only insofar as each accomplishes this pure abstraction of being-for-itself both through its own action and through the action of the other, just as the other exists for it, so it exists for the other.
Die Darstellung seiner aber als der reinen Abstraktion des Selbstbewußtseins besteht darin, sich als reine Negation seiner gegenständlichen Weise zu zeigen, oder es zu zeigen, an kein bestimmtes Dasein geknüpft, an die allgemeine Einzelheit des Daseins überhaupt nicht, nicht an das Leben geknüpft zu sein. Diese Darstellung ist das gedoppelte Tun: Tun des Anderen und Tun durch sich selbst. Insofern es Tun des Anderen ist, geht also jeder auf den Tod des Anderen. Darin aber ist auch das zweite, das Tun durch sich selbst, vorhanden; denn jenes schließt das Daransetzen des eigenen Lebens in sich. Das Verhältnis beider Selbstbewußtsein[e][148] ist also so bestimmt, daß sie sich selbst und einander durch den Kampf auf Leben und Tod bewähren. – Sie müssen in diesen Kampf gehen, denn sie müssen die Gewißheit ihrer selbst, für sich zu sein, zur Wahrheit an dem Anderen und an ihnen selbst erheben. Und es ist allein das Daransetzen des Lebens, wodurch die Freiheit, wodurch es bewährt wird, daß dem Selbstbewußtsein nicht das Sein, nicht die unmittelbare Weise, wie es auftritt, nicht sein Versenktsein in die Ausbreitung des Lebens das Wesen, – sondern daß an ihm nichts vorhanden, was für es nicht verschwindendes Moment wäre, daß es nur reines Fürsichsein ist. Das Individuum, welches das Leben nicht gewagt hat, kann wohl als Person anerkannt werden; aber es hat die Wahrheit dieses Anerkanntseins als eines selbständigen Selbstbewußtseins nicht erreicht. Ebenso muß jedes auf den Tod des Anderen gehen, wie es sein Leben daransetzt; denn das Andere gilt ihm nicht mehr als es selbst; sein Wesen stellt sich ihm als ein Anderes dar, es ist außer sich, es muß sein Außersichsein aufheben; das Andere ist mannigfaltig befangenes und seiendes Bewußtsein; es muß sein Anderssein als reines Fürsichsein oder als absolute Negation anschauen.
The presentation of itself as the pure abstraction of self-consciousness consists in showing itself as the pure negation of its objective mode, or in showing that it is bound to no determinate existence, not to the universal singularity of existence in general, nor to life. This presentation is a twofold action: action of the other and action through itself. Insofar as it is the action of the other, each thus aims at the death of the other. Yet herein also lies the second moment, the action through itself, for the former entails the staking of one’s own life. The relation of the two self-consciousnesses [148] is thus determined such that they prove themselves and each other through the life-and-death struggle. — They must enter into this struggle, for they must elevate their certainty of themselves, of being-for-themselves, to truth in the other and in themselves. And it is solely by risking life that freedom — that is, the proof — is achieved that self-consciousness does not have being, nor the immediate mode in which it appears, nor its immersion in the expanse of life as its essence — but rather that there is nothing present within it which is not a vanishing moment, that it is pure being-for-itself. The individual who has not risked life may well be recognized as a person; but it has not attained the truth of this recognition as an independent self-consciousness. Equally, each must aim at the death of the other as it stakes its own life; for the other no longer counts as itself; its essence presents itself as an other, it is outside itself, it must sublate its being-outside-itself; the other is a manifoldly entangled and existent consciousness; it must intuit its otherness as pure being-for-itself or as absolute negation.
Diese Bewährung aber durch den Tod hebt ebenso die Wahrheit, welche daraus hervorgehen sollte, als damit auch die Gewißheit seiner selbst überhaupt auf; denn wie das Leben die natürliche Position des Bewußtseins, die Selbständigkeit ohne die absolute Negativität ist, so ist er die natürliche Negation desselben, die Negation ohne die Selbständigkeit, welche also ohne die geforderte Bedeutung des Anerkennens bleibt. Durch den Tod ist zwar die Gewißheit geworden, daß beide ihr Leben wagten und es an ihnen und an dem Anderen verachteten; aber nicht für die, welche diesen Kampf bestanden. Sie heben ihr in dieser fremden Wesenheit, welches das natürliche Dasein ist, gesetztes Bewußtsein oder sie heben sich [auf] und werden als die für sich sein wollenden Extreme aufgehoben. Es verschwindet aber damit aus dem Spiele des Wechsels das wesentliche Moment,[149] sich in Extreme entgegengesetzter Bestimmtheiten zu zersetzen; und die Mitte fällt in eine tote Einheit zusammen, welche in tote, bloß seiende, nicht entgegengesetzte Extreme zersetzt ist; und die beiden geben und empfangen sich nicht gegenseitig voneinander durch das Bewußtsein zurück, sondern lassen einander nur gleichgültig, als Dinge, frei. Ihre Tat ist die abstrakte Negation, nicht die Negation des Bewußtseins, welches so aufhebt, daß es das Aufgehobene aufbewahrt und erhält und hiermit sein Aufgehobenwerden überlebt.
This proof through death, however, sublates the truth that was meant to issue from it, and thereby sublates certainty itself in general; for just as life is the natural positing of consciousness, independence without absolute negativity, so death is the natural negation of consciousness, negation without independence, which thus remains devoid of the requisite significance of recognition. Through death, the certainty has indeed arisen that both risked their lives and disdained them in themselves and in the other; but not for those who underwent this struggle. They sublate their consciousness posited in this alien essence, which is natural existence, or they sublate themselves [and are sublated] as extremes that sought to be for themselves. Thereby, however, the essential moment [149] of decomposing into extremes of opposed determinacies vanishes from the play of change; and the middle collapses into a lifeless unity which is decomposed into lifeless, merely existent, non-opposed extremes; and the two do not reciprocally give and receive themselves back from each other through consciousness, but let each other go indifferently, as things, freely. Their act is abstract negation, not the negation of consciousness, which sublates in such a way that it preserves and retains what is sublated, and thereby survives its own sublation.
In dieser Erfahrung wird es dem Selbstbewußtsein, daß ihm das Leben so wesentlich als das reine Selbstbewußtsein ist. Im unmittelbaren Selbstbewußtsein ist das einfache Ich der absolute Gegenstand, welcher aber für uns oder an sich die absolute Vermittlung ist und die bestehende Selbständigkeit zum wesentlichen Momente hat. Die Auflösung jener einfachen Einheit ist das Resultat der ersten Erfahrung; es ist durch sie ein reines Selbstbewußtsein und ein Bewußtsein gesetzt, welches nicht rein für sich, sondern für ein anderes, d.h. als seiendes Bewußtsein oder Bewußtsein in der Gestalt der Dingheit ist. Beide Momente sind wesentlich; – da sie zunächst ungleich und entgegengesetzt sind und ihre Reflexion in die Einheit sich noch nicht ergeben hat, so sind sie als zwei entgegengesetzte Gestalten des Bewußtseins; die eine das selbständige, welchem das Fürsichsein, die andere das unselbständige, dem das Leben oder das Sein für ein Anderes das Wesen ist; jenes ist der Herr, dies der Knecht.
Through this experience, self-consciousness learns that life is as essential to it as pure self-consciousness. In immediate self-consciousness, the simple I is the absolute object, which, however, for us or in itself is absolute mediation and has subsisting independence as its essential moment. The dissolution of that simple unity is the result of the first experience; through it, a pure self-consciousness is posited, and a consciousness that is not purely for itself but for another — i.e., as existent consciousness or consciousness in the shape of thinghood. Both moments are essential; — since they are initially unequal and opposed and their reflection into unity has not yet resulted, they stand as two opposed shapes of consciousness: one is the independent consciousness for which being-for-itself is essence; the other is the dependent consciousness for which life or being-for-another is essence. The former is the Lord, the latter the servant.
Der Herr ist das für sich seiende Bewußtsein, aber nicht mehr nur der Begriff desselben, sondern für sich seiendes Bewußtsein, welches durch ein anderes Bewußtsein mit sich vermittelt ist, nämlich durch ein solches, zu dessen Wesen es gehört, daß es mit selbständigem Sein oder der Dingheit überhaupt synthesiert ist. Der Herr bezieht sich auf diese beiden Momente, auf ein Ding als solches, den Gegenstand der Begierde, und auf das Bewußtsein, dem die Dingheit[150] das Wesentliche ist; und indem er a) als Begriff des Selbstbewußtseins unmittelbare Beziehung des Fürsichseins ist, aber b) nunmehr zugleich als Vermittlung oder als ein Fürsichsein, welches nur durch ein Anderes für sich ist, so bezieht er sich a) unmittelbar auf beide und b) mittelbar auf jedes durch das andere. Der Herr bezieht sich auf den Knecht mittelbar durch das selbständige Sein; denn eben hieran ist der Knecht gehalten; es ist seine Kette, von der er im Kampfe nicht abstrahieren konnte und darum sich als unselbständig, seine Selbständigkeit in der Dingheit zu haben erwies. Der Herr aber ist die Macht über dies Sein, denn er erwies im Kampfe, daß es ihm nur als ein Negatives gilt; indem er die Macht darüber, dies Sein aber die Macht über den Anderen ist, so hat er in diesem Schlüsse diesen Anderen unter sich. Ebenso bezieht sich der Herr mittelbar durch den Knecht auf das Ding-, der Knecht bezieht sich als Selbstbewußtsein überhaupt auf das Ding auch negativ und hebt es auf; aber es ist zugleich selbständig für ihn, und er kann darum durch sein Negieren nicht bis zur Vernichtung mit ihm fertig werden, oder er bearbeitet es nur. Dem Herrn dagegen wird durch diese Vermittlung die unmittelbare Beziehung als die reine Negation desselben oder der Genuß; was der Begierde nicht gelang, gelingt ihm, damit fertig zu werden und im Genüsse sich zu befriedigen. Der Begierde gelang dies nicht wegen der Selbständigkeit des Dinges; der Herr aber, der den Knecht zwischen es und sich eingeschoben, schließt sich dadurch nur mit der Unselbständigkeit des Dinges zusammen und genießt es rein; die Seite der Selbständigkeit aber überläßt er dem Knechte, der es bearbeitet.
The Lord is consciousness existing for itself, yet no longer merely the concept of such, but rather self-sufficient consciousness mediated through an other consciousness – namely, one whose essence lies in being synthesized with independent being or thinghood as such. The Lord relates to these two moments: to the thing as such (the object of desire) and to the consciousness for which thinghood[150] is essential. Since he a) as the concept of self-consciousness is the immediate relation of being-for-itself, yet b) now simultaneously mediation – a being-for-itself that exists only through an other – he relates a) immediately to both and b) mediately to each through the other. The Lord relates to the servant mediately through independent being, for it is precisely to this that the servant is bound; it is his chain from which he could not abstract in the struggle, thereby proving himself unessential, his independence residing in thinghood. The Lord, however, is power over this being, having demonstrated in the struggle that it counts for him only as something negative. As he holds power over this being, which itself holds power over the other, he subjugates this other. Similarly, the Lord relates mediately through the servant to the thing; the servant, as self-consciousness in general, relates negatively to the thing and sublates it. Yet the thing remains independent for him; thus through his negating he cannot consummate its annihilation but merely works upon it. For the Lord, however, through this mediation, the immediate relation becomes the pure negation of the thing – enjoyment. What desire failed to accomplish, he achieves: mastering the thing and attaining satisfaction in enjoyment. Desire failed because of the thing’s independence; but the Lord, who has interposed the servant between himself and the thing, thereby joins only with the thing’s non-independence and enjoys it purely, leaving the aspect of independence to the servant who works upon it.
In diesen beiden Momenten wird für den Herrn sein Anerkanntsein durch ein anderes Bewußtsein; denn dieses setzt sich in ihnen als Unwesentliches, einmal in der Bearbeitung des Dinges, das andere Mal in der Abhängigkeit von einem bestimmten Dasein; in beiden kann es nicht über das Sein Meister werden und zur absoluten Negation gelangen. Es ist also hierin dies Moment des Anerkennens vorhanden, daß[151] das andere Bewußtsein sich als Fürsichsein aufhebt und hiermit selbst das tut, was das erste gegen es tut. Ebenso das andere Moment, daß dies Tun des zweiten das eigene Tun des ersten ist; denn was der Knecht tut, ist eigentlich Tun des Herrn; diesem ist nur das Fürsichsein, das Wesen; er ist die reine negative Macht, der das Ding nichts ist, und also das reine wesentliche Tun in diesem Verhältnisse; der Knecht aber ein nicht reines, sondern unwesentliches Tun. Aber zum eigentlichen Anerkennen fehlt das Moment, daß, was der Herr gegen den Anderen tut, er auch gegen sich selbst, und was der Knecht gegen sich, er auch gegen den Anderen tue. Es ist dadurch ein einseitiges und ungleiches Anerkennen entstanden.
In these two moments, the Lord’s being-recognized by another consciousness becomes actual. For this other consciousness posits itself as unessential in them: first in its working upon the thing, second in its dependence on determinate existence. In neither can it gain mastery over being nor attain absolute negation. Thus here lies the moment of recognition: that[151] the other consciousness sublates itself as being-for-itself, thereby doing what the first does to it. Likewise, the other moment is that this action of the second is the first’s own action. For what the servant does is essentially the Lord’s action; to the latter belongs pure being-for-itself, the essence. He is the pure negative power over which the thing is nothing, hence the pure essential action in this relation; the servant’s action, however, is impure and unessential. Yet true recognition lacks the moment that what the Lord does to the other, he also does to himself, and what the servant does to himself, he also does to the other. There thus arises a one-sided and unequal recognition.
Das unwesentliche Bewußtsein ist hierin für den Herrn der Gegenstand, welcher die Wahrheit der Gewißheit seiner selbst ausmacht. Aber es erhellt, daß dieser Gegenstand seinem Begriffe nicht entspricht, sondern daß darin, worin der Herr sich vollbracht hat, ihm vielmehr ganz etwas anderes geworden als ein selbständiges Bewußtsein. Nicht ein solches ist für ihn, sondern vielmehr ein unselbständiges; er ist also nicht des Fürsichseins als der Wahrheit gewiß, sondern seine Wahrheit ist vielmehr das unwesentliche Bewußtsein und das unwesentliche Tun desselben.
Here, the unessential consciousness becomes for the Lord the object that constitutes the truth of his certainty of himself. But it becomes evident that this object does not correspond to its concept. Rather, in what the Lord has accomplished, something entirely other than an independent consciousness has come about. Not such a consciousness exists for him, but rather a dependent one. Thus he is not certain of being-for-itself as the truth; his truth is instead the unessential consciousness and its unessential activity.
Die Wahrheit des selbständigen Bewußtseins ist demnach das knechtische Bewußtsein. Dieses erscheint zwar zunächst außer sich und nicht als die Wahrheit des Selbstbewußtseins. Aber wie die Herrschaft zeigte, daß ihr Wesen das Verkehrte dessen ist, was sie sein will, so wird auch wohl die Knechtschaft vielmehr in ihrer Vollbringung zum Gegenteile dessen werden, was sie unmittelbar ist; sie wird als in sich zurückgedrängtes Bewußtsein in sich gehen und zur wahren Selbständigkeit sich umkehren.
The truth of the independent consciousness is therefore the servile consciousness. This initially appears as external to itself and not as the truth of self-consciousness. But just as lordship showed its essence to be inverted from what it intends to be, so too servitude in its consummation will become the opposite of its immediate state. As consciousness repressed into itself, it will turn inward and revert to true independence.
Wir sahen nur, was die Knechtschaft im Verhältnisse der Herrschaft ist. Aber sie ist Selbstbewußtsein, und was sie hiernach an und für sich selbst ist, ist nun zu betrachten. Zunächst ist für die Knechtschaft der Herr das Wesen; also[152] das selbständige für sich seiende Bewußtsein ist ihr die Wahrheit, die Jedoch für sie noch nicht an ihr ist. Allein sie hat diese Wahrheit der reinen Negativität und des Fürsichseins in der Tat an ihr selbst, denn sie hat dieses Wesen an ihr erfahren. Dies Bewußtsein hat nämlich nicht um dieses oder jenes, noch für diesen oder jenen Augenblick Angst gehabt, sondern um sein ganzes Wesen; denn es hat die Furcht des Todes, des absoluten Herrn, empfunden. Es ist darin innerlich aufgelöst worden, hat durchaus in sich selbst erzittert, und alles Fixe hat in ihm gebebt. Diese reine allgemeine Bewegung, das absolute Flüssigwerden alles Bestehens, ist aber das einfache Wesen des Selbstbewußtseins, die absolute Negativität, das reine Fürsichsein, das hiermit an diesem Bewußtsein ist. Dies Moment des reinen Fürsichseins ist auch für es, denn im Herrn ist es ihm sein Gegenstand. Es ist ferner nicht nur diese allgemeine Auflösung überhaupt, sondern im Dienen vollbringt es sie wirklich; es hebt darin in allen einzelnen Momenten seine Anhänglichkeit an natürliches Dasein auf und arbeitet dasselbe hinweg.
We have seen what servitude is within the relation of lordship. But as self-consciousness, we must now consider what it is in and for itself. Initially, for servitude the Lord is the essence; thus[152] the independent being-for-itself is its truth, though this truth is not yet within it. Yet servitude has this truth of pure negativity and being-for-itself in actuality within itself, for it has experienced this essence. This consciousness has trembled not for this or that, nor at this or that moment, but for its entire being, having felt the fear of death, the absolute Lord. Therein it was inwardly dissolved, shaken utterly within itself, and all fixity has trembled in it. This pure universal movement – the absolute liquefaction of all subsistence – is however the simple essence of self-consciousness, absolute negativity, pure being-for-itself, which thereby exists in this consciousness. This moment of pure being-for-itself is also for it, since in the Lord it has this as its object. Moreover, servitude does not merely undergo this universal dissolution in general but actualizes it in service: therein it sublates its attachment to natural existence in all particular moments and works it away.
Das Gefühl der absoluten Macht aber überhaupt und im einzelnen des Dienstes ist nur die Auflösung an sich, und obzwar die Furcht des Herrn der Anfang der Weisheit ist, so ist das Bewußtsein darin für es selbst, nicht das Fürsichsein. Durch die Arbeit kommt es aber zu sich selbst. In dem Momente, welches der Begierde im Bewußtsein des Herrn entspricht, schien dem dienenden Bewußtsein zwar die Seite der unwesentlichen Beziehung auf das Ding zugefallen zu sein, indem das Ding darin seine Selbständigkeit behält. Die Begierde hat sich das reine Negieren des Gegenstandes und dadurch das unvermischte Selbstgefühl vorbehalten. Diese Befriedigung ist aber deswegen selbst nur ein Verschwinden, denn es fehlt ihr die gegenständliche Seite oder das Bestehen. Die Arbeit hingegen ist gehemmte Begierde, aufgehaltenes Verschwinden, oder sie bildet. Die negative Beziehung auf den Gegenstand wird zur Form desselben und zu einem [153] Bleibenden, weil eben dem Arbeitenden der Gegenstand Selbständigkeit hat. Diese negative Mitte oder das formierende Tun ist zugleich die Einzelheit oder das reine Fürsichsein des Bewußtseins, welches nun in der Arbeit außer es in das Element des Bleibens tritt; das arbeitende Bewußtsein kommt also hierdurch zur Anschauung des selbständigen Seins als seiner selbst.
The feeling of absolute power in general and specifically within servitude is merely dissolution in itself, and though the fear of the Lord is the beginning of wisdom, consciousness here exists for itself, not as being-for-itself. Through labor, however, it returns to itself. In the moment corresponding to desire in the consciousness of the Lord, the servile consciousness seemed to receive the aspect of an inessential relation to the thing, since the thing thereby retains its independence. Desire has reserved for itself the pure negation of the object and thus the unadulterated feeling of self. Yet this satisfaction itself is only a vanishing, for it lacks the objective aspect or subsistence. Labor, by contrast, is inhibited desire, arrested vanishing, or it forms. The negative relation to the object becomes the form of the object and something [153] enduring, precisely because the laborer recognizes the object’s independence. This negative mediation or formative activity is simultaneously singularity or the pure being-for-itself of consciousness, which now enters into the element of endurance through labor; the laboring consciousness thereby attains the intuition of independent being as itself.
Das Formieren hat aber nicht nur diese positive Bedeutung, daß das dienende Bewußtsein sich darin als reines Fürsichsein zum Seienden wird, sondern auch die negative gegen sein erstes Moment, die Furcht. Denn in dem Bilden des Dinges wird Ihm die eigene Negativität, sein Fürsichsein, nur dadurch zum Gegenstande, daß es die entgegengesetzte seiende Form aufhebt. Aber dies gegenständliche Negative ist gerade das fremde Wesen, vor welchem es gezittert hat. Nun aber zerstört es dies fremde Negative, setzt sich als ein solches in das Element des Bleibens und wird hierdurch für sich selbst ein Fürsichseiendes. Im Herrn ist ihm das Fürsichsein ein anderes oder nur für es, in der Furcht ist das Fürsichsein an ihm selbst, in dem Bilden wird das Fürsichsein als sein eigenes für es, und es kommt zum Bewußtsein, daß es selbst an und für sich ist. Die Form wird dadurch, daß sie hinausgesetzt wird, ihm nicht ein Anderes als es; denn eben sie ist sein reines Fürsichsein, das ihm darin zur Wahrheit wird. Es wird also durch dies Wiederfinden seiner durch sich selbst eigener Sinn, gerade in der Arbeit, worin es nur fremder Sinn zu sein schien. – Es sind zu dieser Reflexion die beiden Momente der Furcht und des Dienstes überhaupt sowie des Bildens notwendig, und zugleich beide auf eine allgemeine Weise. Ohne die Zucht des Dienstes und Gehorsams bleibt die Furcht beim Formellen stehen und verbreitet sich nicht über die bewußte Wirklichkeit des Daseins. Ohne das Bilden bleibt die Furcht innerlich und stumm, und das Bewußtsein wird nicht für es selbst. Formiert das Bewußtsein ohne die erste absolute Furcht, so ist es nur ein eitler eigener Sinn; denn seine Form oder Negativität ist nicht die Negativität [154] an sich; und sein Formieren kann ihm daher nicht das Bewußtsein seiner als des Wesens geben. Hat es nicht die absolute Furcht, sondern nur einige Angst ausgestanden, so ist das negative Wesen ihm ein Äußerliches geblieben, seine Substanz ist von ihm nicht durch und durch angesteckt. Indem nicht alle Erfüllungen seines natürlichen Bewußtseins wankend geworden, gehört es an sich noch bestimmtem Sein an; der eigene Sinn ist Eigensinn, eine Freiheit, welche noch innerhalb der Knechtschaft stehenbleibt. Sowenig ihm die reine Form zum Wesen werden kann, sowenig ist sie, als Ausbreitung über das Einzelne betrachtet, allgemeines Bilden, absoluter Begriff, sondern eine Geschicklichkeit, welche nur über einiges, nicht über die allgemeine Macht und das ganze gegenständliche Wesen mächtig ist.[155]
Formative activity, however, has not only this positive significance—that the servile consciousness becomes being-for-itself as existing being—but also a negative significance in relation to its first moment, fear. For in shaping the thing, its own negativity, its being-for-itself, becomes an object only by sublating the opposed form of being. Yet this objective negative is precisely the alien essence before which it trembled. Now, however, it destroys this alien negative, posits itself as such within the element of endurance, and thereby becomes for itself a being-for-itself. In the Lord, being-for-itself is an other or exists only for it; in fear, being-for-itself is within itself; in formative activity, being-for-itself becomes its own for it, and it arrives at the consciousness that it is in and for itself. The form, by being posited outwardly, becomes not something other than itself; for it is precisely its pure being-for-itself, which thereby becomes truth for it. Thus, through this self-recovery, it attains self-aware meaning precisely in labor, where it had seemed to be only alien meaning. – For this reflection, the two moments of fear and servitude in general, as well as formative activity, are necessary, and both must occur in a universal manner. Without the discipline of service and obedience, fear remains formal and does not permeate the conscious actuality of existence. Without formative activity, fear remains internal and mute, and consciousness does not become for itself. If consciousness forms without having endured the first absolute fear, it is merely vain self-will; for its form or negativity is not negativity [154] in itself, and its formative activity cannot grant it consciousness of itself as essence. If it has not suffered absolute fear but only some anxiety, the negative essence remains external to it, and its substance has not been thoroughly infected. Since not all fulfillments of its natural consciousness have been shaken, it still inherently belongs to determinate being; self-aware meaning is self-will—a freedom that remains confined within servitude. Just as the pure form cannot become its essence, so too, when considered as an extension over the singular, it is not universal formative activity, absolute concept, but a skillfulness that masters only some aspects, not the universal power and the entire objective essence.[155]
B. Freiheit des Selbstbewußtseins; Stoizismus, Skeptizismus und das unglückliche Bewußtsein
B. Freedom of Self-Consciousness: Stoicism, Skepticism, and the Unhappy Consciousness
Dem selbständigen Selbstbewußtsein ist einesteils nur die reine Abstraktion des Ich sein Wesen, und andernteils, indem sie sich ausbildet und sich Unterschiede gibt, wird dies Unterscheiden ihm nicht zum gegenständlichen ansichseienden Wesen; dies Selbstbewußtsein wird also nicht ein in seiner Einfachheit sich wahrhaft unterscheidendes oder in dieser absoluten Unterscheidung sich gleichbleibendes Ich. Das in sich zurückgedrängte Bewußtsein hingegen wird sich im Formieren als Form der gebildeten Dinge zum Gegenstande, und an dem Herrn schaut es das Fürsichsein zugleich als Bewußtsein an. Aber dem dienenden Bewußtsein als solchem fallen diese beiden Momente – seiner selbst als selbständigen Gegenstandes und dieses Gegenstandes als eines Bewußtseins und hiermit seines eigenen Wesens – auseinander. Indem aber für uns oder an sich die Form und das Fürsichsein dasselbe ist und im Begriffe des selbständigen Bewußtseins[155] das Ansichsein das Bewußtsein ist, so ist die Seite des Ansichseins oder der Dingheit, welche die Form in der Arbeit erhielt, keine andere Substanz als das Bewußtsein, und es ist uns eine neue Gestalt des Selbstbewußtseins geworden; ein Bewußtsein, welches sich als die Unendlichkeit oder reine Bewegung des Bewußtseins das Wesen ist; welches denkt oder freies Selbstbewußtsein ist. Denn nicht als abstraktes Ich, sondern als Ich, welches zugleich die Bedeutung des Ansichseins hat, sich Gegenstand sein oder zum gegenständlichen Wesen sich so verhalten, daß es die Bedeutung des Fürsichseins des Bewußtseins hat, für welches es ist, heißt denken. – Dem Denken bewegt sich der Gegenstand nicht in Vorstellungen oder Gestalten, sondern in Begriffen, d.h. in einem unterschiedenen Ansichsein, welches unmittelbar für das Bewußtsein kein unterschiedenes von ihm ist. Das Vorgestellte, Gestaltete, Seiende als solches hat die Form, etwas anderes zu sein als das Bewußtsein; ein Begriff aber ist zugleich ein Seiendes, und dieser Unterschied, insofern er an ihm selbst ist, ist sein bestimmter Inhalt, – aber darin, daß dieser Inhalt ein begriffener zugleich ist, bleibt es sich seiner Einheit mit diesem bestimmten und unterschiedenen Seienden unmittelbar bewußt, nicht wie bei der Vorstellung, worin es erst noch besonders sich zu erinnern hat, daß dies seine Vorstellung sei, sondern der Begriff ist mir unmittelbar mein Begriff. Im Denken bin Ich frei, weil ich nicht in einem Anderen bin, sondern schlechthin bei mir selbst bleibe und der Gegenstand, der mir das Wesen ist, in ungetrennter Einheit mein Fürmichsein ist; und meine Bewegung in Begriffen ist eine Bewegung in mir selbst. – Es ist aber in dieser Bestimmung dieser Gestalt des Selbstbewußtseins wesentlich dies festzuhalten, daß sie denkendes Bewußtsein überhaupt oder ihr Gegenstand unmittelbare Einheit des Ansichseins und des Fürsichseins ist. Das sich gleichnamige Bewußtsein, das sich von sich selbst abstößt, wird sich ansichseiendes Element, aber es ist sich dies Element nur erst als allgemeines Wesen überhaupt, nicht als dies gegenständliche[156] Wesen in der Entwicklung und Bewegung seines mannigfaltigen Seins.
For the independent self-consciousness, on the one hand, the pure abstraction of the I is its essence, and on the other hand, as it cultivates itself and generates differences, this differentiation does not become an objective in-itself-being essence. Thus, this self-consciousness does not become an I that truly differentiates itself within its simplicity or remains self-identical in this absolute differentiation. The consciousness that has withdrawn into itself, however, becomes an object for itself through its formative activity as the form of shaped things, and in the master, it beholds being-for-itself as consciousness. But for the servile consciousness as such, these two moments — itself as an independent object and this object as consciousness, and thereby its own essence — fall apart. Yet since for us or in itself, the form and being-for-itself are identical, and within the concept of independent consciousness[155], being-in-itself is consciousness, the aspect of being-in-itself or thinghood, which the form acquired through labor, is no other substance than consciousness itself. Thus, a new shape of self-consciousness has emerged for us: a consciousness that, as infinity or the pure movement of consciousness, is its own essence; a consciousness that thinks or is free self-consciousness. For to be an object to oneself or to relate to the objective essence in such a way that it carries the significance of the being-for-itself of consciousness — not as an abstract I, but as an I that simultaneously signifies being-in-itself — is to think. In thinking, the object moves not in representations or shapes but in concepts, i.e., in a differentiated in-itself-being that is immediately no differentiation for consciousness. The represented, formed, or existent as such has the form of being other than consciousness. But a concept is simultaneously an existent, and this difference, insofar as it is inherent within it, is its determinate content. Yet because this content is also comprehended, consciousness remains immediately aware of its unity with this determinate and differentiated existent — unlike in representation, where consciousness must still specifically recollect that this is its representation. The concept is immediately my concept. In thinking, I am free because I am not in an other but remain absolutely with myself, and the object, which is the essence for me, exists in undivided unity with my being-for-myself. My movement in concepts is a movement within myself. — However, it is essential to hold firmly to this determination within this shape of self-consciousness: that it is thinking consciousness in general, whose object is the immediate unity of being-in-itself and being-for-itself. The self-identical consciousness that repels itself from itself becomes the element of in-itself-being, but this element is for it only as a universal essence in general, not as this objective[156] essence within the development and movement of its manifold existence.
Diese Freiheit des Selbstbewußtseins hat bekanntlich, indem sie als ihrer bewußte Erscheinung in der Geschichte des Geistes aufgetreten ist, Stoizismus geheißen. Sein Prinzip ist, daß das Bewußtsein denkendes Wesen ist und etwas nur Wesenheit für dasselbe hat oder wahr und gut für es ist, als das Bewußtsein sich darin als denkendes Wesen verhält.
This freedom of self-consciousness, as is well known, has been called Stoicism when it emerged as a conscious manifestation in the history of Spirit. Its principle is that consciousness is a thinking essence, and something has essentiality for it — is true and good — only insofar as consciousness comports itself as a thinking essence within it.
Die vielfache sich in sich unterscheidende Ausbreitung, Vereinzelung und Verwicklung des Lebens ist der Gegenstand, gegen welchen die Begierde und die Arbeit tätig ist. Dies vielfache Tun hat sich nun in die einfache Unterscheidung zusammengezogen, welche in der reinen Bewegung des Denkens ist. Nicht der Unterschied, welcher sich als bestimmtes Ding oder als Bewußtsein eines bestimmten natürlichen Daseins, als ein Gefühl oder als Begierde und Zweck für dieselbe [ist], ob er durch das eigene oder durch ein fremdes Bewußtsein gesetzt sei, hat mehr Wesenheit, sondern allein der Unterschied, der ein gedachter oder unmittelbar nicht von mir unterschieden ist. Dies Bewußtsein ist somit negativ gegen das Verhältnis der Herrschaft und Knechtschaft; sein Tun ist, in der Herrschaft nicht seine Wahrheit an dem Knechte zu haben, noch als Knecht seine Wahrheit an dem Willen des Herrn und an seinem Dienen, sondern wie auf dem Throne so in den Fesseln, in aller Abhängigkeit seines einzelnen Daseins frei zu sein und die Leblosigkeit sich zu erhalten, welche sich beständig aus der Bewegung des Daseins, aus dem Wirken wie aus dem Leiden, in die einfache Wesenheit des Gedankens zurückzieht. Der Eigensinn ist die Freiheit, die an eine Einzelheit sich befestigt und innerhalb der Knechtschaft steht, der Stoizismus aber die Freiheit, welche unmittelbar immer aus ihr her und in die reine Allgemeinheit des Gedankens zurückkommt [und] als allgemeine Form des Weltgeistes nur in der Zeit einer allgemeinen Furcht und Knechtschaft, aber auch einer allgemeinen[157] Bildung auftreten konnte, welche das Bilden bis zum Denken gesteigert hatte.
The manifold, self-differentiating expansion, singularization, and entanglement of life is the object against which desire and labor are active. This manifold activity has now contracted into the simple differentiation that exists in the pure movement of thinking. No longer does the difference that presents itself as a determinate thing or as the consciousness of a determinate natural existence, as a feeling or as desire and purpose for desire — whether posited by the self or by another consciousness — have essentiality. Rather, only the difference that is a thought or is immediately not distinct from me has essentiality. This consciousness is thus negative toward the relation of lordship and bondage. Its action consists in not having its truth in the master as the servant does, nor as the servant in the master’s will and service. Instead, whether on the throne or in chains, it maintains its lifelessness by remaining free in all the dependency of its singular existence, perpetually withdrawing from the movement of existence, from acting as much as from suffering, into the simple essence of thought. Stubbornness is the freedom that fastens itself to a singularity and remains within servitude, whereas Stoicism is the freedom that immediately withdraws from servitude and returns to the pure universality of thought. As the universal form of the world-spirit, Stoicism could arise only in an age of universal fear and servitude, yet also of universal[157] cultivation that had elevated formation to the level of thinking.
Ob nun zwar diesem Selbstbewußtsein weder ein anderes als es noch die reine Abstraktion des Ich das Wesen ist, sondern Ich, welches das Anderssein, aber als gedachten Unterschied an ihm hat, so daß es in seinem Anderssein unmittelbar in sich zurückgekehrt ist, so ist dies sein Wesen zugleich nur ein abstraktes Wesen. Die Freiheit des Selbstbewußtseins ist gleichgültig gegen das natürliche Dasein, hat darum dieses ebenso frei entlassen, und die Reflexion ist eine gedoppelte. Die Freiheit im Gedanken hat nur den reinen Gedanken zu ihrer Wahrheit, die ohne die Erfüllung des Lebens ist, und ist also auch nur der Begriff der Freiheit, nicht die lebendige Freiheit selbst; denn ihr ist nur erst das Denken überhaupt das Wesen, die Form als solche, welche von der Selbständigkeit der Dinge weg in sich zurückgegangen ist. Indem aber die Individualität als handelnd sich lebendig darstellen oder als denkend die lebendige Welt als ein System des Gedankens fassen sollte, so müßte in dem Gedanken selbst für Jene Ausbreitung ein Inhalt dessen, was gut, für diese, was wahr ist, liegen; damit durchaus in demjenigen, was für das Bewußtsein ist, kein anderes Ingrediens wäre als der Begriff, der das Wesen ist. Allein so wie er hier als Abstraktion von der Mannigfaltigkeit der Dinge sich abtrennt, hat er keinen Inhalt an ihm selbst, sondern einen gegebenen. Das Bewußtsein vertilgt den Inhalt wohl als ein fremdes Sein, indem es ihn denkt; aber der Begriff ist bestimmter Begriff, und diese Bestimmtheit desselben ist das Fremde, das er an ihm hat. Der Stoizismus ist darum in Verlegenheit gekommen, als er, wie der Ausdruck war, nach dem Kriterium der Wahrheit überhaupt gefragt wurde, d.h. eigentlich nach einem Inhalte des Gedankens selbst. Auf die Frage an ihn, was gut und wahr ist, hat er wieder das inhaltlose Denken selbst zur Antwort gegeben: in der Vernünftigkeit soll das Wahre und Gute bestehen. Aber diese Sichselbstgleichheit des Denkens ist nur wieder die reine[158] Form, in welcher sich nichts bestimmt; die allgemeinen Worte von dem Wahren und Guten, der Weisheit und der Tugend, bei welchen er stehenbleiben muß, sind daher wohl im allgemeinen erhebend, aber weil sie in der Tat zu keiner Ausbreitung des Inhalts kommen können, fangen sie bald an, Langeweile zu machen.
Although this self-consciousness has neither an otherness distinct from itself nor the pure abstraction of the I as its essence – but rather an I that contains otherness as a thought difference within itself, such that it immediately returns into itself in its otherness – this essence remains merely an abstract essence. The freedom of self-consciousness is indifferent toward natural existence and has thus equally released this existence freely; its reflection is twofold. Freedom in thought has only pure thought as its truth, devoid of life’s fulfillment, and is thus merely the concept of freedom, not living freedom itself. For here, thinking as such is posited as the essence – the form as form – which has withdrawn from the independence of things into itself. Yet if individuality were to express itself as active life or as thinking that grasps the living world as a system of thought, there would have to be within thought itself a content of what is good (for action) and true (for cognition), so that absolutely nothing other than the Concept – which is the essence – would inhere in what is for consciousness. However, since the Concept here separates itself as an abstraction from the multiplicity of things, it has no content within itself but rather receives one externally. Consciousness indeed annihilates this content as a foreign being by thinking it; but the Concept is a determinate Concept, and this determinacy is the foreign element it harbors. Stoicism thus found itself perplexed when asked – as the expression went – about the criterion of truth in general, i.e., effectively about a content intrinsic to thought itself. When questioned about what is good and true, it could only respond with the contentless thought itself: truth and goodness should reside in rationality. But this self-identity of thought is merely pure form again, within which nothing is determined; the general terms of the true and good, wisdom and virtue, at which Stoicism must halt, are indeed uplifting in their universality, yet since they cannot progress to any concrete elaboration of content, they soon begin to induce tedium.
Dieses denkende Bewußtsein so, wie es sich bestimmt hat, als die abstrakte Freiheit, ist also nur die unvollendete Negation des Andersseins; aus dem Dasein nur in sich zurückgezogen, hat es sich nicht als absolute Negation desselben an ihm vollbracht. Der Inhalt gilt ihm zwar nur als Gedanke, aber dabei auch als bestimmter, und die Bestimmtheit als solche zugleich.
This thinking consciousness, as it has determined itself – namely, as abstract freedom – is thus merely the incomplete negation of otherness. Having withdrawn into itself from existence, it has not yet accomplished itself as absolute negation of existence. While content here is valid only as thought, it is also valid as determinate thought, and this determinacy as such is simultaneously affirmed.
Der Skeptizismus ist die Realisierung desjenigen, wovon der Stoizismus nur der Begriff, – und die wirkliche Erfahrung, was die Freiheit des Gedankens ist; sie ist an sich das Negative und muß sich so darstellen. Mit der Reflexion des Selbstbewußtseins in den einfachen Gedanken seiner selbst ist ihr gegenüber in der Tat aus der Unendlichkeit das selbständige Dasein oder die bleibende Bestimmtheit herausgefallen; im Skeptizismus wird nun für das Bewußtsein die gänzliche Unwesentlichkeit und Unselbständigkeit dieses Anderen; der Gedanke wird zu dem vollständigen, das Sein der vielfach bestimmten Welt vernichtenden Denken, und die Negativität des freien Selbstbewußtseins wird sich an dieser mannigfaltigen Gestaltung des Lebens zur realen Negativität. – Es erhellt, daß, wie der Stoizismus dem Begriffe des selbständigen Bewußtseins, das als Verhältnis der Herrschaft und Knechtschaft erschien, entspricht, so entspricht der Skeptizismus der Realisierung desselben als der negativen Richtung auf das Anderssein, der Begierde und der Arbeit. Aber wenn die Begierde und die Arbeit die Negation nicht für das Selbstbewußtsein ausführen konnten, so wird dagegen diese polemische Richtung gegen die vielfache Selbständigkeit der Dinge von Erfolg sein, weil sie als[159] in sich vorher vollendetes freies Selbstbewußtsein sich gegen sie kehrt; bestimmter, weil sie das Denken oder die Unendlichkeit an ihr selbst hat und hierin die Selbständigkeiten nach ihrem Unterschiede ihr nur als verschwindende Größen sind. Die Unterschiede, welche im reinen Denken seiner selbst nur die Abstraktion der Unterschiede sind, werden hier zu allen Unterschieden und alles unterschiedene Sein zu einem Unterschiede des Selbstbewußtseins.
Skepticism is the realization of what Stoicism was only the Concept – and the actual experience of what freedom of thought truly is. It is in itself the negative and must manifest itself as such. With self-consciousness’s reflection into the simple thought of itself, the independent existence or enduring determinacy has in fact fallen away into the beyond. In skepticism, this other now reveals itself to consciousness as utterly inessential and unselfsufficient. Thought becomes the consummate annihilation of the being of the multiply determined world, and the negativity of free self-consciousness becomes real negativity through its engagement with this manifold configuration of life. – It is evident that just as Stoicism corresponds to the Concept of independent consciousness (which appeared as the relation of lordship and servitude), skepticism corresponds to its realization as the negative stance toward otherness – toward desire and labor. But whereas desire and labor could not achieve negation for self-consciousness, this polemical orientation against the multiple independencies of things will prove successful, since it proceeds from a self-consciousness already internally perfected as free and turns against them. More precisely, because skepticism possesses thinking or infinity within itself, all self-subsistences, in their differences, appear to it only as vanishing magnitudes. The distinctions that in the pure thinking of itself were merely abstract differences here become all distinctions, and all determinate being becomes a distinction of self-consciousness.
Hierdurch hat sich das Tun des Skeptizismus überhaupt und die Weise desselben bestimmt. Er zeigt die dialektische Bewegung auf, welche die sinnliche Gewißheit, die Wahrnehmung und der Verstand ist, sowie auch die Unwissenheit desjenigen, was in dem Verhältnisse des Herrschens und des Dienens und was für das abstrakte Denken selbst als Bestimmtes gilt. Jenes Verhältnis faßt eine bestimmte Weise zugleich in sich, in welcher auch sittliche Gesetze als Gebote der Herrschaft vorhanden sind; die Bestimmungen im abstrakten Denken aber sind Begriffe der Wissenschaft, in welche sich das inhaltslose Denken ausbreitet und den Begriff auf eine in der Tat nur äußerliche Weise an das ihm selbständige Sein, das seinen Inhalt ausmacht, hängt und nur bestimmte Begriffe als geltende hat, es sei, daß sie auch reine Abstraktionen sind.
Through this, the general activity of skepticism and its mode are determined. It exhibits the dialectical movement inherent in sense-certainty, perception, and understanding, as well as the ignorance pervading the relation of lordship and servitude and what counts as determinate for abstract thinking itself. That relation encompasses a determinate mode wherein ethical laws subsist as commands of lordship; the determinations of abstract thinking, however, are concepts of science, through which contentless thinking spreads itself out and attaches the Concept – in a manner that is in truth merely external – to the self-subsistent being constituting its content, retaining only determinate concepts as valid, even if these too are pure abstractions.
Das Dialektische als negative Bewegung, wie sie unmittelbar ist, erscheint dem Bewußtsein zunächst als etwas, dem es preisgegeben und das nicht durch es selbst ist. Als Skeptizismus hingegen ist sie Moment des Selbstbewußtseins, welchem es nicht geschieht, daß ihm, ohne zu wissen wie, sein Wahres und Reelles verschwindet, sondern welches in der Gewißheit seiner Freiheit dies andere für reell sich Gebende selbst verschwinden läßt; nicht nur das Gegenständliche als solches, sondern sein eigenes Verhalten zu ihm, worin es als gegenständlich gilt und geltend gemacht wird, also auch sein Wahrnehmen sowie sein Befestigen dessen, was es in Gefahr ist zu verlieren, die Sophisterei und sein aus sich bestimmtes und festgesetztes Wahres; durch welche selbstbewußte Negation[160] es die Gewißheit seiner Freiheit sich für sich selbst verschafft, die Erfahrung derselben hervorbringt und sie dadurch zur Wahrheit erhebt. Was verschwindet, ist das Bestimmte oder der Unterschied, der, auf welche Weise und woher es sei, als fester und unwandelbarer sich aufstellt. Er hat nichts Bleibendes an ihm und muß dem Denken verschwinden, weil das Unterschiedene eben dies ist, nicht an ihm selbst zu sein, sondern seine Wesenheit nur in einem Anderen zu haben; das Denken aber ist die Einsicht in diese Natur des Unterschiedenen, es ist das negative Wesen als einfaches.
The dialectical as a negative movement, as it immediately is, first appears to consciousness as something to which it is surrendered and which is not mediated through itself. As skepticism, however, this movement becomes a moment of self-consciousness, to which it does not happen that its truth and reality vanish without it knowing how, but which, in the certainty of its freedom, lets vanish what presents itself as real otherness — not only the objective as such but also its own relation to it, wherein the objective counts and is posited. Thus, its perceiving as well as its fixating of what it risks losing, the sophistry and its self-determined and posited truth, are all negated through this self-conscious negation. Thereby, it secures the certainty of its freedom for itself, produces the experience of this freedom, and thereby elevates it to truth. What vanishes is the determinate or the difference that, in whatever manner and from whatever source, posits itself as fixed and immutable. It has nothing enduring within itself and must vanish before thought, for the differentiated is precisely this: not to be in itself but to have its essence only in another. Thought, however, is the insight into this nature of the differentiated; it is the negative essence as simplicity.
Das skeptische Selbstbewußtsein erfährt also In dem Wandel alles dessen, was sich für es befestigen will, seine eigene Freiheit als durch es selbst sich gegeben und erhalten; es ist sich diese Ataraxie des sich selbst Denkens, die unwandelbare und wahrhafte Gewißheit seiner selbst. Sie geht nicht aus einem Fremden, das seine vielfache Entwicklung in sich zusammenstürzte, als ein Resultat hervor, welches sein Werden hinter sich hätte; sondern das Bewußtsein selbst ist die absolute dialektische Unruhe, dieses Gemisch von sinnlichen und gedachten Vorstellungen, deren Unterschiede zusammenfallen und deren Gleichheit sich ebenso – denn sie ist selbst die Bestimmtheit gegen das Ungleiche – wieder auflöst. Dies Bewußtsein ist aber eben hierin in der Tat, statt sichselbstgleiches Bewußtsein zu sein, nur eine schlechthin zufällige Verwirrung, der Schwindel einer sich immer erzeugenden Unordnung. Es ist dies für sich selbst; denn es selbst erhält und bringt diese sich bewegende Verwirrung hervor. Es bekennt sich darum auch dazu, es bekennt, ein ganz zufälliges, einzelnes Bewußtsein zu sein – ein Bewußtsein, das empirisch ist, sich nach dem richtet, was keine Realität für es hat, dem gehorcht, was ihm kein Wesen ist, das tut und zur Wirklichkeit bringt, was ihm keine Wahrheit hat. Aber ebenso, wie es sich auf diese Weise als einzelnes, zufälliges[161] und in der Tat tierisches Leben und verlorenes Selbstbewußtsein gilt, macht es sich im Gegenteile auch wieder zum allgemeinen sichselbstgleichen, denn es ist die Negativität aller Einzelheit und alles Unterschiedes. Von dieser Sichselbstgleichheit oder in ihr selbst vielmehr fällt es wieder in Jene Zufälligkeit und Verwirrung zurück, denn eben diese sich bewegende Negativität hat es nur mit Einzelnem zu tun und treibt sich mit Zufälligem herum. Dies Bewußtsein ist also diese bewußtlose Faselei, von dem einen Extreme des sichselbstgleichen Selbstbewußtseins zum ändern des zufälligen, verworrenen und verwirrenden Bewußtseins hinüber- und herüberzugehen. Es selbst bringt diese beiden Gedanken seiner selbst nicht zusammen; es erkennt seine Freiheit einmal als Erhebung über alle Verwirrung und alle Zufälligkeit des Daseins und bekennt sich ebenso das andere Mal wieder als ein Zurückfallen in die Unwesentlichkeit und als ein Herumtreiben in ihr. Es läßt den unwesentlichen Inhalt in seinem Denken verschwinden, aber eben darin ist es das Bewußtsein eines Unwesentlichen; es spricht das absolute Verschwinden aus, aber das Aussprechen ist, und dies Bewußtsein ist das ausgesprochene Verschwinden; es spricht die Nichtigkeit des Sehens, Hörens usf. aus, und es sieht, hört usf. selbst, es spricht die Nichtigkeit der sittlichen Wesenheiten aus und macht sie selbst zu den Mächten seines Handelns. Sein Tun und seine Worte widersprechen sich immer, und ebenso hat es selbst das gedoppelte widersprechende Bewußtsein der Unwandelbarkeit und Gleichheit und der völligen Zufälligkeit und Ungleichheit mit sich. Aber es hält diesen Widerspruch seiner selbst auseinander und verhält sich darüber wie in seiner rein negativen Bewegung überhaupt. Wird ihm die Gleichheit aufgezeigt, so zeigt es die Ungleichheit auf; und indem ihm diese, die es eben ausgesprochen hat, jetzt vorgehalten wird, so geht es zum Aufzeigen der Gleichheit über; sein Gerede ist in der Tat ein Gezanke eigensinniger Jungen, deren einer A sagt, wenn der andere B, und wieder B, wenn der andere A, und die sich durch den[162] Widerspruch mit sich selbst die Freude erkaufen, miteinander im Widerspruche zu bleiben.
The skeptical self-consciousness thus experiences, in the vanishing of all that seeks to fix itself for it, its own freedom as given and preserved through itself. It is for itself the ataraxy of self-thinking thought, the immutable and true certainty of itself. This certainty does not emerge as a result from an alien other whose manifold development collapses into itself — a result that would leave its becoming behind. Rather, consciousness itself is the absolute dialectical unrest, this tumult of sensory and conceptual representations whose differences collapse together and whose equality — since it is itself the determinacy against the unequal — dissolves just as readily. Yet in this very process, instead of being self-identical consciousness, it is in truth merely an absolutely contingent confusion, the vertigo of a perpetually self-generating disorder. This is for itself; for it itself sustains and produces this self-moving confusion. It therefore openly admits this, confessing to being a wholly contingent, singular consciousness — a consciousness that is empirical, that complies with what has no reality for it, obeys what is without essence, and acts upon and actualizes what lacks truth. But just as it thus regards itself as a singular, contingent [161] and in truth animalistic life and a lost self-consciousness, it conversely also makes itself into the universal self-identical, for it is the negativity of all singularity and difference. From this self-identity, or rather within it, it relapses into contingency and confusion, for precisely this self-moving negativity deals only with the singular and busies itself with the contingent. This consciousness is thus an unconscious babble that oscillates between one extreme of self-identical self-consciousness and the other of contingent, disordered, and self-disrupting consciousness. It does not unite these two thoughts of itself; it recognizes its freedom on the one hand as elevation above all confusion and contingency of existence and equally confesses on the other to relapsing into inessentiality and drifting within it. It lets the inessential content vanish in its thinking, but precisely in this, it is the consciousness of an inessential. It declares the absolute vanishing, but this declaration is, and this consciousness is the declared vanishing. It pronounces the nullity of seeing, hearing, etc., yet it itself sees, hears, etc. It declares the nullity of ethical essences yet makes them the powers of its action. Its deeds and words perpetually contradict themselves, and it equally possesses the doubled, contradictory consciousness of immutability and equality and of utter contingency and inequality with itself. But it keeps this self-contradiction apart and relates to it as it does generally in its purely negative movement. When equality is demonstrated to it, it demonstrates inequality; and when this, which it has just asserted, is now held against it, it shifts to demonstrating equality. Its chatter is in truth the squabbling of stubborn children, one of whom says A if the other says B, and B if the other says A, who through their self-contradiction purchase the pleasure of remaining in contradiction with one another.
Im Skeptizismus erfährt das Bewußtsein in Wahrheit sich als ein in sich selbst widersprechendes Bewußtsein; es geht aus dieser Erfahrung eine neue Gestalt hervor, welche die zwei Gedanken zusammenbringt, die der Skeptizismus auseinanderhält. Die Gedankenlosigkeit des Skeptizismus über sich selbst muß verschwinden, weil es In der Tat ein Bewußtsein ist, welches diese beiden Weisen an ihm hat. Diese neue Gestalt ist hierdurch ein solches, welches für sich das gedoppelte Bewußtsein seiner als des sich befreienden, unwandelbaren und sichselbstgleichen und seiner als des absolut sich verwirrenden und verkehrenden und das Bewußtsein dieses seines Widerspruchs ist. – Im Stoizismus ist das Selbstbewußtsein die einfache Freiheit seiner selbst; im Skeptizismus realisiert sie sich, vernichtet die andere Seite des bestimmten Daseins, aber verdoppelt sich vielmehr und ist sich nun ein Zweifaches. Hierdurch ist die Verdopplung, welche früher an zwei Einzelne, an den Herrn und den Knecht, sich verteilte, in Eines eingekehrt; die Verdopplung des Selbstbewußtseins in sich selbst, welche im Begriffe des Geistes wesentlich ist, ist hiermit vorhanden, aber noch nicht ihre Einheit, und das unglückliche Bewußtsein ist das Bewußtsein seiner als des gedoppelten, nur widersprechenden Wesens.
In skepticism, consciousness truly experiences itself as a self-contradictory consciousness. From this experience emerges a new shape that unites the two thoughts which skepticism holds apart. The thoughtlessness of skepticism toward itself must vanish, for it is in truth one consciousness that bears both modes within itself. This new shape thereby becomes a consciousness that for itself is the doubled consciousness of itself as the self-liberating, unchangeable, self-identical and of itself as the absolutely self-confusing and self-inverting — a consciousness that is aware of this contradiction within itself. In Stoicism, self-consciousness is the simple freedom of itself; in skepticism, this freedom realizes itself, annihilates the other side of determinate existence, but rather redoubles itself and now becomes a duality. Through this, the doubling that previously was distributed between two individuals — the lord and the bondsman — is internalized into one. The doubling of self-consciousness within itself, which is essential to the concept of spirit, is thus present here, though not yet their unity. The unhappy consciousness is the consciousness of itself as this doubled, merely contradictory essence.
Dieses unglückliche, in sich entzweite Bewußtsein muß also, weil dieser Widerspruch seines Wesens sich ein Bewußtsein ist, in dem einen Bewußtsein immer auch das andere haben und so aus Jedem unmittelbar, indem es zum Siege und zur Ruhe der Einheit gekommen zu sein meint, wieder ausgetrieben werden. Seine wahre Rückkehr aber in sich selbst oder seine Versöhnung mit sich wird den Begriff des lebendig gewordenen und in die Existenz getretenen Geistes darstellen, weil an ihm schon dies ist, daß es als ein ungeteiltes[163] Bewußtsein ein gedoppeltes ist: es selbst ist das Schauen eines Selbstbewußtseins in ein anderes, und es selbst ist beide, und die Einheit beider ist ihm auch das Wesen; aber es für sich ist sich noch nicht dieses Wesen selbst, noch nicht die Einheit beider.
This unhappy, self-divided consciousness must, since the contradiction of its essence is one consciousness, always also have the other within the one consciousness. Thus, each time it believes it has attained victory and the peace of unity, it is immediately expelled again. However, its true return into itself — or its reconciliation with itself — will present the concept of spirit that has become alive and entered existence. For already within it lies this: as one undivided[163] consciousness, it is a doubled consciousness. It itself is the beholding of one self-consciousness within another, and it itself is both. The unity of both is also the essence for it, yet for itself, it is not yet this essence itself, not the unity of both.
Indem es zunächst nur die unmittelbare Einheit beider ist, aber für es nicht beide dasselbe, sondern entgegengesetzte sind, so ist ihm das eine, nämlich das einfache unwandelbare, als das Wiesen; das andere aber, das vielfache wandelbare, als das Unwesentliche. Beide sind für es einander fremde Wesen; es selbst, weil es das Bewußtsein dieses Widerspruchs ist, stellt sich auf die Seite des wandelbaren Bewußtseins und ist sich das Unwesentliche; aber als Bewußtsein der Unwandelbarkeit oder des einfachen Wesens muß es zugleich darauf gehen, sich von dem Unwesentlichen, d.h. sich von sich selbst zu befreien. Denn ob es für sich wohl nur das wandelbare und das unwandelbare ihm ein Fremdes ist, so ist es selbst einfaches und hiermit unwandelbares Bewußtsein, dessen hiermit als seines Wesens sich bewußt, jedoch so, daß es selbst für sich wieder nicht dies Wesen ist. Die Stellung, welche es beiden gibt, kann daher nicht eine Gleichgültigkeit derselben gegeneinander, d. i. nicht eine Gleichgültigkeit seiner selbst gegen das Unwandelbare sein; sondern es ist unmittelbar selbst beide, und es ist für es die Beziehung beider als eine Beziehung des Wesens auf das Unwesen, so daß dies letztere aufzuheben ist; aber indem ihm beide gleich wesentlich und widersprechend sind, ist es nur die widersprechende Bewegung, in welcher das Gegenteil nicht in seinem Gegenteile zur Ruhe kommt, sondern in ihm nur als Gegenteil sich neu erzeugt.
Since initially it is only the immediate unity of both, but for it the two are not identical — rather opposed — it takes one, namely the simple unchangeable, as the essence, while the other, the manifold changeable, as the unessential. Both are for it alien essences to each other. It itself, being the consciousness of this contradiction, takes the side of the changeable consciousness and is for itself the unessential. Yet as consciousness of the unchangeable or the simple essence, it must simultaneously strive to liberate itself from the unessential — i.e., from itself. For although for itself it is merely the changeable, and the unchangeable is foreign to it, it itself is simple and thus unchangeable consciousness, aware of this as its essence — yet in such a way that it itself, for itself, is again not this essence. The stance it assigns to both cannot, therefore, be one of mutual indifference — i.e., not an indifference of itself toward the unchangeable. Rather, it is immediately both itself, and for it the relation of both is a relation of essence to non-essence, such that the latter is to be sublated. But since both are equally essential and contradictory to it, it is only the contradictory movement in which the opposite does not find rest in its opposite but rather regenerates itself anew as opposition.
Es ist damit ein Kampf gegen einen Feind vorhanden, gegen welchen der Sieg vielmehr ein Unterliegen, das eine erreicht zu haben vielmehr der Verlust desselben in seinem Gegenteile ist. Das Bewußtsein des Lebens, seines Daseins und Tuns ist nur der Schmerz über dieses Dasein und Tun, denn es hat darin nur das Bewußtsein seines Gegenteils, als des[164] Wesens, und der eigenen Nichtigkeit. Es geht in die Erhebung hieraus zum Unwandelbaren über. Aber diese Erhebung ist selbst dies Bewußtsein; sie ist also unmittelbar das Bewußtsein des Gegenteils, nämlich seiner selbst als der Einzelheit. Das Unwandelbare, das in das Bewußtsein tritt, ist ebendadurch zugleich von der Einzelheit berührt und nur mit dieser gegenwärtig; statt diese im Bewußtsein des Unwandelbaren vertilgt zu haben, geht sie darin immer nur hervor.
Herein lies a struggle against an adversary where victory is rather defeat, where attaining one side immediately becomes its loss in its opposite. The consciousness of life, of existence and action, is only anguish over this existence and action, for within it lies solely consciousness of its opposite as the [164] essence and of its own nullity. It transitions into the elevation toward the Unchangeable. Yet this elevation is itself consciousness; thus it is immediately consciousness of the opposite, namely itself as singularity. The Unchangeable that enters consciousness is thereby simultaneously touched by singularity and only present with it; instead of annihilating singularity within consciousness of the Unchangeable, the latter only perpetually reemerges within it.
In dieser Bewegung aber erfährt es eben dieses Hervortreten der Einzelheit am Unwandelbaren und des Unwandelbaren an der Einzelheit. Es wird für es die Einzelheit überhaupt am unwandelbaren Wesen und zugleich die seinige an ihm. Denn die Wahrheit dieser Bewegung ist eben das Einssein dieses gedoppelten Bewußtseins. Diese Einheit wird ihm aber zunächst selbst eine solche, in welcher noch die Verschiedenheit beider das Herrschende ist. Es ist dadurch die dreifache Weise für dasselbe vorhanden, wie die Einzelheit mit dem Unwandelbaren verknüpft ist. Einmal geht es selbst sich wieder hervor als entgegengesetzt dem unwandelbaren Wesen, und es ist in den Anfang des Kampfes zurückgeworfen, welcher das Element des ganzen Verhältnisses bleibt. Das andere Mal aber hat das Unwandelbare selbst an ihm die Einzelheit für es, so daß sie Gestalt des Unwandelbaren ist, an welches hiermit die ganze Weise der Existenz hinübertritt. Das dritte Mal findet es sich selbst als dieses Einzelne im Unwandelbaren. Das erste Unwandelbare ist ihm nur das fremde, die Einzelheit verurteilende Wesen; indem das andere eine Gestalt der Einzelheit wie es selbst ist, so wird es drittens zum Geiste, hat sich selbst darin zu finden die Freude und wird sich, seine Einzelheit mit dem Allgemeinen versöhnt zu sein, bewußt.
Yet in this movement, consciousness experiences precisely this emergence of singularity within the Unchangeable and of the Unchangeable within singularity. For it, singularity as such appears in the unchangeable essence while its own singularity also appears therein. For the truth of this movement is precisely the oneness of this dual consciousness. However, this unity becomes for it initially a unity in which the difference between the two remains predominant. Thereby, three modes emerge for consciousness regarding how singularity is linked to the Unchangeable. First, it reemerges as opposed to the unchangeable essence and is cast back into the beginning of struggle, which remains the element of the entire relation. Secondly, however, the Unchangeable itself bears singularity within it, so that singularity becomes the form of the Unchangeable, thereby transferring the entire mode of existence into it. Thirdly, consciousness finds itself as this singular within the Unchangeable. The first Unchangeable is for it merely the alien essence condemning singularity; since the second is a form of singularity like itself, the third becomes Spirit, wherein it finds itself in joyous reconciliation and becomes conscious of its singularity being harmonized with the universal.
Was sich hier als Weise und Verhältnis des Unwandelbaren darstellt, ergab sich als die Erfahrung, welche das entzweite Selbstbewußtsein in seinem Unglücke macht. Diese Erfahrung ist nun zwar nicht seine einseitige Bewegung, denn es[165] ist selbst unwandelbares Bewußtsein, dieses hiermit zugleich auch einzelnes Bewußtsein, und die Bewegung ebensowohl Bewegung des unwandelbaren Bewußtseins, das in ihr so sehr wie das andere auftritt; denn sie verläuft sich durch diese Momente, einmal unwandelbares dem einzelnen überhaupt, dann selbst einzelnes dem anderen einzelnen entgegengesetzt und endlich mit ihm eins zu sein. Aber diese Betrachtung, insofern sie uns angehört, ist hier unzeitig, denn bis jetzt ist uns nur die Unwandelbarkeit als Unwandelbarkeit des Bewußtseins, welche deswegen nicht die wahre, sondern noch mit einem Gegensatze behaftete ist, nicht das Unwandelbare an und für sich selbst entstanden; wir wissen daher nicht, wie dieses sich verhalten wird. Was hier sich ergeben hat, ist nur dies, daß dem Bewußtsein, das hier unser Gegenstand ist, diese angezeigten Bestimmungen an dem Unwandelbaren erscheinen.
What presents itself here as the mode and relation of the Unchangeable emerged as the experience undergone by divided self-consciousness in its unhappiness. This experience is indeed not its one-sided movement, for [165] it is itself unchangeable consciousness and thus simultaneously singular consciousness, and the movement is equally the movement of unchangeable consciousness, which appears within it as much as the other. For the movement unfolds through these moments: first as the Unchangeable opposed to singularity as such, then as singular opposed to another singular, and finally as becoming one with it. However, this perspective, insofar as it belongs to us, is here untimely, for thus far the Unchangeable has arisen for us only as the unchangeability of consciousness — which is therefore not the true Unchangeable but still burdened with opposition — not as the Unchangeable in and for itself. We thus do not yet know how the latter will comport itself. What has emerged here is merely that the consciousness under examination perceives these indicated determinations within the Unchangeable.
Aus diesem Grunde behält also auch das unwandelbare Bewußtsein in seiner Gestaltung selbst den Charakter und die Grundlage des Entzweit- und des Fürsichseins gegen das einzelne Bewußtsein. Es ist hiermit für dieses überhaupt ein Geschehen, daß das Unwandelbare die Gestalt der Einzelheit erhält; so wie es sich auch ihm entgegengesetzt nur findet und also durch die Natur dies Verhältnis hat; daß es sich endlich in ihm findet, erscheint Ihm zum Teil zwar durch es selbst hervorgebracht oder darum stattzuhaben, weil es selbst einzeln ist, aber ein Teil dieser Einheit, als dem Unwandelbaren zugehörend, sowohl nach ihrer Entstehung, als insofern sie ist; und der Gegensatz bleibt in dieser Einheit selbst. In der Tat ist durch die Gestaltung des Unwandelbaren das Moment des Jenseits nicht nur geblieben, sondern vielmehr noch befestigt; denn wenn es durch die Gestalt der einzelnen Wirklichkeit ihm einerseits zwar nähergebracht zu sein scheint, so ist es ihm andererseits nunmehr als ein undurchsichtiges sinnliches Eins mit der ganzen Sprödigkeit eines Wirklichen gegenüber; die Hoffnung, mit ihm eins zu werden, muß Hoffnung, d.h. ohne Erfüllung und[166] Gegenwart bleiben; denn zwischen ihr und der Erfüllung steht gerade die absolute Zufälligkeit oder unbewegliche Gleichgültigkeit, welche in der Gestaltung selbst, dem Begründenden der Hoffnung, liegt. Durch die Natur des seienden Eins, durch die Wirklichkeit, die es angezogen, geschieht es notwendig, daß es in der Zeit verschwunden und im Räume und ferne gewesen ist und schlechthin ferne bleibt.
For this reason, the Unchangeable Consciousness retains within its own formation the character and foundation of dividedness and being-for-itself in opposition to singular consciousness. Hereby, for the latter, it becomes an event that the Unchangeable assumes the shape of singularity. Just as it is only found opposed to consciousness, and thus through nature possesses this relation, so too does its self-discovery within consciousness appear partly as its own production or as contingent upon its own singularity. Yet this unity, both in its genesis and existence, belongs to the Unchangeable; and the opposition persists within this very unity. In truth, through the formation of the Unchangeable, the moment of the Beyond not only remains but is further solidified. For while the Unchangeable seems brought nearer through the shape of singular actuality, it now confronts consciousness as an opaque, sensuous One with the full rigidity of an actual being. The hope of becoming one with it must remain mere hope—devoid of fulfillment and presence—for between this hope and its realization lies precisely the absolute contingency or immovable indifference inherent in the formation itself, which grounds the hope. By the nature of the existent One, through the actuality it has assumed, the Unchangeable necessarily vanishes in time, exists spatially as distant, and remains absolutely remote.
Wenn zuerst der bloße Begriff des entzweiten Bewußtseins sich so bestimmte, daß es auf das Aufheben seiner als einzelnen und auf das Werden zum unwandelbaren Bewußtsein gehe, so hat sein Streben nunmehr diese Bestimmung, daß es vielmehr sein Verhältnis zu dem reinen ungestalteten Unwandelbaren aufhebe und sich nur die Beziehung auf den gestalteten Unwandelbaren gebe. Denn das Einssein des Einzelnen mit dem Unwandelbaren ist ihm nunmehr Wesen und Gegenstand, wie im Begriffe nur das gestaltlose, abstrakte Unwandelbare der wesentliche Gegenstand war; und das Verhältnis dieses absoluten Entzweitseins des Begriffs ist nun dasjenige, von welchem es sich wegzuwenden hat. Die zunächst äußere Beziehung aber zu dem gestalteten Unwandelbaren als einem fremden Wirklichen hat es zum absoluten Einswerden zu erheben.
If initially the mere concept of divided consciousness determined itself as aiming at the sublation of itself as singular and at becoming Unchangeable Consciousness, its striving now assumes the determination of sublating its relation to the pure formless Unchangeable and establishing a relation only to the formed Unchangeable. For the oneness of the singular with the Unchangeable now becomes its essence and object, just as in the earlier concept the formless, abstract Unchangeable was the essential object. The relation of this absolute dividedness within the concept is now what consciousness must turn away from. However, its initially external relation to the formed Unchangeable as a foreign actuality must be elevated to absolute unity.
Die Bewegung, worin das unwesentliche Bewußtsein dies Einssein zu erreichen strebt, ist selbst die dreifache, nach dem dreifachen Verhältnisse, welches es zu seinem gestalteten Jenseits haben wird: einmal als reines Bewußtsein, das andere Mal als einzelnes Wesen, welches sich als Begierde und Arbeit gegen die Wirklichkeit verhält, und zum dritten als Bewußtsein seines Fürsichseins. – Wie diese drei Weisen seines Seins in Jenem allgemeinen Verhältnisse vorhanden und bestimmt sind, ist nun zu sehen.
The movement through which inessential consciousness strives to attain this oneness is itself threefold, corresponding to the threefold relation it will have to its formed Beyond: first as pure consciousness, second as singular essence comporting itself as desire and labor toward actuality, and third as consciousness of its being-for-itself. How these three modes of its being exist within that universal relation and are determined must now be examined.
Zuerst also es als reines Bewußtsein betrachtet, so scheint der gestaltete Unwandelbare, indem er für das reine Bewußtsein ist, gesetzt zu werden, wie er an und für sich selbst ist. Allein wie er an und für sich selbst ist, dies ist, wie schon erinnert, noch nicht entstanden. Daß er im Bewußtsein wäre,[167] wie er an und für sich selbst ist, dies müßte wohl von ihm vielmehr ausgehen als von dem Bewußtsein; so aber ist diese seine Gegenwart hier nur erst einseitig durch das Bewußtsein vorhanden und eben darum nicht vollkommen und wahrhaftig, sondern bleibt mit Unvollkommenheit oder einem Gegensatze beschwert.
First, considering it as pure consciousness, the formed Unchangeable appears posited for pure consciousness as it is in and for itself. Yet what the Unchangeable is in and for itself has not yet emerged (as previously noted). For it to be present in consciousness as it is in itself, this presence would have to originate from the Unchangeable rather than from consciousness. But here, its presence is only one-sidedly mediated through consciousness and thus remains imperfect and burdened with contradiction.
Obgleich aber das unglückliche Bewußtsein also diese Gegenwart nicht besitzt, so ist es zugleich über das reine Denken [hinaus], insofern dieses das abstrakte von der Einzelheit überhaupt wegsehende Denken des Stoizismus und das nur unruhige Denken des Skeptizismus – in der Tat nur die Einzelheit als der bewußtlose Widerspruch und dessen rastlose Bewegung – ist; es ist über diese beide hinaus, es bringt und hält das reine Denken und die Einzelheit zusammen, ist aber noch nicht zu demjenigen Denken erhoben, für welches die Einzelheit des Bewußtseins mit dem reinen Denken selbst ausgesöhnt ist. Es steht vielmehr in dieser Mitte, worin das abstrakte Denken die Einzelheit des Bewußtseins als Einzelheit berührt. Es selbst ist diese Berührung; es ist die Einheit des reinen Denkens und der Einzelheit; es ist auch für es diese denkende Einzelheit oder das reine Denken, und das Unwandelbare wesentlich selbst als Einzelheit. Aber es ist nicht für es, daß dieser sein Gegenstand, das Unwandelbare, welches ihm wesentlich die Gestalt der Einzelheit hat, es selbst ist, es selbst, das Einzelheit des Bewußtseins ist.
Although the unhappy consciousness does not possess this presence, it simultaneously transcends pure thinking insofar as the latter is the abstract thinking of Stoicism—which turns away from singularity altogether—or the merely restless thinking of Skepticism, which in truth is only the unconscious contradiction of singularity and its ceaseless movement. The unhappy consciousness moves beyond both; it binds and sustains pure thinking and singularity together, yet it has not risen to the thinking for which the singularity of consciousness is reconciled with pure thinking itself. Rather, it stands at this midpoint where abstract thinking touches the singularity of consciousness as singularity. It is this touch—the unity of pure thinking and singularity. For itself, this thinking singularity or pure thinking is also the Unchangeable as essentially singular. But it is not for itself that its object, the Unchangeable, which essentially bears the shape of singularity, is itself—the singular consciousness.
Es verhält sich daher in dieser ersten Weise, worin wir es als reines Bewußtsein betrachten, zu seinem Gegenstande nicht denkend, sondern indem es selbst zwar an sich reine denkende Einzelheit und sein Gegenstand eben dieses, aber nicht die Beziehung aufeinander selbst reines Denken ist, geht es sozusagen nur an das Denken hin und ist Andacht. Sein Denken als solches bleibt das gestaltlose Sausen des Glockengeläutes oder eine warme Nebelerfüllung, ein musikalisches Denken, das nicht zum Begriffe, der die einzige immanente gegenständliche Weise wäre, kommt. Es wird[168] diesem unendlichen reinen inneren Fühlen wohl sein Gegenstand, aber so eintretend, daß er nicht als begriffener und darum als ein Fremdes eintritt. Es ist hierdurch die innerliche Bewegung des reinen Gemüts vorhanden, welches sich selbst, aber als die Entzweiung schmerzhaft fühlt, die Bewegung einer unendlichen Sehnsucht, welche die Gewißheit hat, daß ihr Wesen ein solches reines Gemüt ist, reines Denken, welches sich als Einzelheit denkt; daß sie von diesem Gegenstande eben darum, weil er sich als Einzelheit denkt, erkannt und anerkannt wird. Zugleich aber ist dies Wesen das unerreichbare Jenseits, welches im Ergreifen entflieht oder vielmehr schon entflohen ist. Es ist schon entflohen; denn es ist einesteils das sich als Einzelheit denkende Unwandelbare, und das Bewußtsein erreicht sich selbst daher unmittelbar in ihm, sich selbst, aber als das dem Unwandelbaren Entgegengesetzte, statt das Wesen zu ergreifen, fühlt es nur und ist in sich zurückgefallen; indem es im Erreichen sich als dies Entgegengesetzte nicht abhalten kann, hat es, statt das Wesen ergriffen zu haben, nur die Unwesentlichkeit ergriffen. Wie es so auf einer Seite, indem es sich im Wesen zu erreichen strebt, nur die eigene getrennte Wirklichkeit ergreift, so kann es auf der ändern Seite das Andere nicht als Einzelnes oder als Wirkliches ergreifen. Wo es gesucht werde, kann es nicht gefunden werden; denn es soll eben ein Jenseits, ein solches sein, welches nicht gefunden werden kann. Es als Einzelnes gesucht, ist nicht eine allgemeine, gedachte Einzelheit, nicht Begriff, sondern Einzelnes als Gegenstand oder ein Wirkliches; Gegenstand der unmittelbaren sinnlichen Gewißheit und eben darum nur ein solches, welches verschwunden ist. Dem Bewußtsein kann daher nur das Grab seines Lebens zur Gegenwart kommen. Aber weil dies selbst eine Wirklichkeit und es gegen die Natur dieser ist, einen dauernden Besitz zu gewähren, so ist auch diese Gegenwart des Grabes nur der Kampf eines Bemühens, der verloren werden muß. Allein indem es diese Erfahrung gemacht, daß das Grab seines wirklichen unwandelbaren[169] Wesens keine Wirklichkeit hat, daß die verschwundene Einzelheit als verschwundene nicht die wahre Einzelheit ist, wird es die unwandelbare Einzelheit als wirkliche aufzusuchen oder als verschwundene festzuhalten aufgeben, und erst hierdurch ist es fähig, die Einzelheit als wahrhafte oder als allgemeine zu finden.
It therefore relates itself in this first mode — wherein we consider it as pure consciousness — to its object not through thinking, but rather (while being itself in itself pure thinking singularity and its object precisely this) in a manner where the reciprocal relation itself is not pure thinking. It approaches, as it were, only the threshold of thinking and becomes devotion. Its thinking as such remains the formless reverberation of ringing bells or a warm mist suffusion, a musical thinking that fails to ascend to the Concept, which alone would constitute the immanent objective mode. To this infinite pure inner feeling, its object indeed appears, yet in such a way that it enters not as comprehended but rather as an alien presence. Here lies the inner movement of the pure heart, which feels itself — yet as a painful cleavage — the movement of an infinite longing that is certain its essence is such a pure heart, a pure thinking that thinks itself as singularity; that it is thereby recognized and acknowledged by this object precisely because the object thinks itself as singularity. Yet simultaneously, this essence remains the unattainable Beyond, which flees in the very act of being grasped — or rather, has already fled. It has already escaped, for on one side, as the Unchangeable that thinks itself as singularity, consciousness immediately attains itself within it — itself, yet as the antithesis to the Unchangeable. Instead of seizing the essence, it merely feels and collapses back into itself. By finding itself as this antithesis in the act of reaching, it grasps not the essence but only unessentiality. Just as, on one side, in striving to attain itself within the essence, it seizes only its own separated actuality, so too on the other side it cannot grasp the Other as singularity or as actuality. Wherever it is sought, it cannot be found; for it is precisely meant to be a Beyond, one that cannot be found. Sought as singularity, it is not a universal, thought singularity, not Concept, but rather singularity as object or actuality — an object of immediate sensory certainty and thus only that which has vanished. To consciousness, therefore, only the grave of its life becomes present. But since this grave is itself an actuality, and since it is contrary to the nature of actuality to grant enduring possession, even this presence of the grave is but the struggle of an endeavor destined to fail. Yet having experienced that the grave of its actual unchangeable essence has no actuality, that the vanished singularity as vanished is not true singularity, it will relinquish seeking the unchangeable singularity as actual or clinging to it as vanished. Only through this does it become capable of discovering singularity as genuine — that is, as universal.
Zunächst aber ist die Rückkehr des Gemüts in sich selbst so zu nehmen, daß es sich als Einzelnes Wirklichkeit hat. Es ist das reine Gemüt, welches für uns oder an sich sich gefunden [hat] und in sich ersättigt ist, denn ob für es in seinem Gefühle sich wohl das Wesen von ihm trennt, so ist an sich dies Gefühl Selbstgefühl, es hat den Gegenstand seines reinen Fühlens gefühlt, und dieser ist es selbst; es tritt also hieraus als Selbstgefühl oder für sich seiendes Wirkliches auf. In dieser Rückkehr in sich ist für uns sein zweites Verhältnis geworden, das der Begierde und Arbeit, welche dem Bewußtsein die innerliche Gewißheit seiner selbst, die es für uns erlangt hat, durch Aufheben und Genießen des fremden Wesens, nämlich desselben in der Form der selbständigen Dinge bewährt. Das unglückliche Bewußtsein aber findet sich nur als begehrend und arbeitend; es ist für es nicht vorhanden, daß, sich so zu finden, die innere Gewißheit seiner selbst zum Grunde liegt und sein Gefühl des Wesens dies Selbstgefühl ist. Indem es sie für sich selbst nicht hat, bleibt sein Inneres vielmehr noch die gebrochene Gewißheit seiner selbst; die Bewährung, welche es durch Arbeit und Genuß erhalten würde, ist darum eine ebensolche gebrochene; oder es muß sich vielmehr selbst diese Bewährung vernichten, so daß es in ihr wohl die Bewährung, aber nur die Bewährung desjenigen, was es für sich ist, nämlich seiner Entzweiung findet.
Initially, however, the return of the mind into itself must be understood as its having singular actuality. It is the pure mind that for us or in itself has found itself and is inwardly satisfied, for although for it the essence seems sundered from its feeling, this feeling is in itself self-feeling—it has felt the object of its pure feeling, and this object is itself; thus, it emerges here as self-feeling or as actuality existing for itself. In this return into itself, its second relation has become for us that of desire and labor, through which consciousness verifies the inner certainty of itself—attained for us—by sublating and enjoying the alien essence, namely, the same in the form of independent things. Yet the unhappy consciousness finds itself only as desiring and laboring; it is not present to itself that this self-discovery rests on the inner certainty of itself and that its feeling of the essence is this self-feeling. Since it does not have this for itself, its inwardness remains rather a fractured certainty of itself. The verification it would attain through labor and enjoyment is thus equally fractured; or rather, it must itself annihilate this verification, finding within it only the verification of what it is for itself—namely, its diremption.
Die Wirklichkeit, gegen welche sich die Begierde und die Arbeit wendet, ist diesem Bewußtsein nicht mehr ein an sich Nichtiges, von ihm nur Aufzuhebendes und zu Verzehrendes, sondern ein solches, wie es selbst ist, eine entzweigebrochene Wirklichkeit, welche nur einerseits an sich nichtig, andererseits[170] aber auch eine geheiligte Welt ist; sie ist Gestalt des Unwandelbaren, denn dieses hat die Einzelheit an sich erhalten, und weil es als das Unwandelbare Allgemeines ist, hat seine Einzelheit überhaupt die Bedeutung aller Wirklichkeit.
The actuality against which desire and labor are directed is no longer for this consciousness an in-itself nullity—merely to be sublated and consumed—but rather, as it is itself, a dirempted actuality, which on one hand is in itself null, yet on the other hand is also a sanctified world. It is the shape of the Unchangeable, for the latter has preserved singularity within itself, and since as the Unchangeable it is universal, its singularity in general bears the significance of all actuality.
Wenn das Bewußtsein für sich selbständiges Bewußtsein und ihm die Wirklichkeit an und für sich nichtig wäre, würde es in der Arbeit und in dem Genüsse zum Gefühle seiner Selbständigkeit gelangen, dadurch daß es selbst es wäre, welches die Wirklichkeit aufhöbe. Allein indem diese ihm Gestalt des Unwandelbaren ist, vermag es nicht, sie durch sich aufzuheben. Sondern indem es zwar zur Vernichtung der Wirklichkeit und zum Genüsse gelangt, so geschieht für es dies wesentlich dadurch, daß das Unwandelbare selbst seine Gestalt preisgibt und ihm zum Genüsse überläßt. – Das Bewußtsein tritt hierin seinerseits gleichfalls als Wirkliches auf, aber ebenso als Innerlich gebrochen, und diese Entzweiung stellt sich in seinem Arbeiten und Genießen dar, in ein Verhältnis zur Wirklichkeit oder das Fürsichsein und in ein Ansichsein sich zu brechen. Jenes Verhältnis zur Wirklichkeit ist das Verändern oder das Tun, das Fürsichsein, das dem einzelnen Bewußtsein als solchem angehört. Aber es ist darin auch an sich: diese Seite gehört dem unwandelbaren Jenseits an; sie sind die Fähigkeiten und Kräfte, eine fremde Gabe, welche das Unwandelbare ebenso dem Bewußtsein überläßt, um sie zu gebrauchen.
If consciousness were for itself an independent consciousness and actuality were in itself null, it would attain through labor and enjoyment the feeling of its independence by itself being that which abolishes actuality. But since this actuality is for it the shape of the Unchangeable, it cannot abolish it through itself. Rather, though it does reach the annihilation of actuality and enjoyment, this occurs essentially because the Unchangeable itself relinquishes its shape and surrenders it for enjoyment. —Herein, consciousness for its part likewise emerges as actual, yet equally as inwardly fractured, and this diremption manifests itself in its laboring and enjoying, splitting into a relation to actuality or being-for-itself, and into being-in-itself. That relation to actuality is changing or action—the being-for-itself belonging to the singular consciousness as such. But herein it is also in-itself: this aspect belongs to the unchangeable Beyond; they are the capacities and powers—a foreign gift that the Unchangeable likewise surrenders to consciousness for its use.
In seinem Tun ist demnach das Bewußtsein zunächst in dem Verhältnisse zweier Extreme; es steht als das tätige Diesseits auf einer Seite und ihm gegenüber die passive Wirklichkeit; beide in Beziehung aufeinander, aber auch beide in das Unwandelbare zurückgegangen und an sich festhaltend. Von beiden Seiten löst sich daher nur eine Oberfläche gegeneinander ab, welche in das Spiel der Bewegung gegen die andere tritt. – Das Extrem der Wirklichkeit wird durch das tätige Extrem aufgehoben; sie von ihrer Seite kann aber nur darum aufgehoben werden, weil ihr unwandelbares Wesen sie selbst aufhebt, sich von sich abstößt und das Abgestoßene[171] der Tätigkeit preisgibt. Die tätige Kraft erscheint als die Macht, worin die Wirklichkeit sich auflöst; darum aber ist für dieses Bewußtsein, welchem das Ansich oder das Wesen ein ihm Anderes ist, diese Macht, als welche es in der Tätigkeit auftritt, das Jenseits seiner selbst. Statt also aus seinem Tun in sich zurückzukehren und sich für sich selbst bewährt zu haben, reflektiert es vielmehr diese Bewegung des Tuns in das andere Extrem zurück, welches hierdurch als rein Allgemeines, als die absolute Macht dargestellt ist, von der die Bewegung nach allen Seiten ausgegangen und die das Wesen sowohl der sich zersetzenden Extreme, wie sie zuerst auftraten, als des Wechsels selbst sei.
In its action, consciousness is thus initially in the relationship of two extremes: as the active This-World on one side and opposed to it, passive actuality. Though related to one another, both remain anchored in the Unchangeable and hold fast to their in-itself. From both sides, therefore, only surfaces detach themselves to enter the play of movement against each other. The extreme of actuality is sublated by the active extreme. Yet actuality can only be sublated because its unchangeable essence sublates itself, repels itself from itself, and surrenders the repelled [actuality] to activity. The active force appears as the power in which actuality dissolves itself. However, for this consciousness—to which the in-itself or essence is an Other—this power, as that in which it acts, is the Beyond of itself. Thus, instead of returning into itself through its action and attaining self-certainty, consciousness reflects this movement of action back into the other extreme, which is thereby posited as the purely universal, the absolute power from which the movement emanates in all directions and which is the essence both of the disintegrating extremes as they initially appear and of the exchange itself.
Daß das unwandelbare Bewußtsein auf seine Gestalt Verzicht tut und sie preisgibt, dagegen das einzelne Bewußtsein dankt, d.h. die Befriedigung des Bewußtseins seiner Selbständigkeit sich versagt und das Wesen des Tuns von sich ab dem Jenseits zuweist, durch diese beiden Momente des gegenseitigen Sich-Aufgebens beider Teile entsteht hiermit allerdings dem Bewußtsein seine Einheit mit dem Unwandelbaren. Allein zugleich ist diese Einheit mit der Trennung affiziert, in sich wieder gebrochen, und es tritt aus ihr der Gegensatz des Allgemeinen und Einzelnen wieder hervor. Denn das Bewußtsein entsagt zwar zum Scheine der Befriedigung seines Selbstgefühls, erlangt aber die wirkliche Befriedigung desselben; denn es ist Begierde, Arbeit und Genuß gewesen; es hat als Bewußtsein gewollt, getan und genossen. Sein Danken ebenso, worin es das andere Extrem als das Wesen anerkennt und sich aufhebt, ist selbst sein eigenes Tun, welches das Tun des ändern Extrems aufwiegt und der sich preisgebenden Wohltat ein gleiches Tun entgegenstellt; wenn Jenes ihm seine Oberfläche überläßt, so dankt es aber auch und tut darin, indem es sein Tun, d.h. sein Wesen selbst aufgibt, eigentlich mehr als das andere, das nur eine Oberfläche von sich abstößt. Die ganze Bewegung reflektiert sich also nicht nur im wirklichen Begehren, Arbeiten und Genießen, sondern sogar selbst im Danken, worin[172] das Gegenteil zu geschehen scheint, in das Extrem der Einzelheit. Das Bewußtsein fühlt sich darin als dieses Einzelne und läßt sich durch den Schein seines Verzichtleistens nicht täuschen, denn die Wahrheit desselben ist, daß es sich nicht aufgegeben hat; was zustande gekommen, ist nur die gedoppelte Reflexion in die beiden Extreme, und das Resultat [ist] die wiederholte Spaltung in das entgegengesetzte Bewußtsein des Unwandelbaren und in das Bewußtsein des gegenüberstehenden Wollens, Vollbringens, Genießens und des auf sich Verzichtleistens selbst oder der fürsichseienden Einzelheit überhaupt.
That the Unchangeable consciousness renounces its form and surrenders it, while the individual consciousness gives thanks—i.e., denies itself the satisfaction of its independence and attributes the essence of action to the Beyond—through these two moments of mutual self-surrender, consciousness indeed attains its unity with the Unchangeable. Yet this unity remains infected with division, fractured within itself, and from it reemerges the opposition of universal and singular. For while consciousness ostensibly renounces the satisfaction of its self-feeling, it actually attains it. For it has been desire, labor, and enjoyment; as consciousness, it has willed, acted, and enjoyed. Similarly, its gratitude—in which it acknowledges the other extreme as the essence and sublates itself—is its own action, counterbalancing the action of the other extreme and opposing an equal action to the beneficence that surrenders itself. If the latter relinquishes its surface to consciousness, consciousness in turn gives thanks, and in surrendering its action—i.e., its very essence—it in truth accomplishes more than the other, which only casts off a surface. The entire movement thus reflects itself not only in actual desiring, laboring, and enjoying but even in gratitude, wherein what appears to be the opposite—the extreme of singularity—occurs. Consciousness feels itself as this singular being and is not deceived by the semblance of its renunciation. For the truth of this renunciation is that it has not surrendered itself. What has emerged is merely the doubled reflection into the two extremes, and the result is the reiterated cleavage into the opposed consciousness of the Unchangeable and the consciousness of opposed willing, accomplishing, enjoying, and self-renunciation itself—or of being-for-itself individuality as such.
Es ist damit das dritte Verhältnis der Bewegung dieses Bewußtseins eingetreten, welches aus dem zweiten als ein solches hervortritt, das in Wahrheit durch sein Wollen und Vollbringen sich als selbständiges erprobt hat. Im ersten Verhältnisse war es nur Begriff des wirklichen Bewußtseins oder das innere Gemüt, welches im Tun und Genüsse noch nicht wirklich ist; das zweite ist diese Verwirklichung, als äußeres Tun und Genießen; hieraus aber zurückgekehrt ist es ein solches, welches sich als wirkliches und wirkendes Bewußtsein erfahren oder dem es wahr ist, an und für sich zu sein. Darin ist aber nun der Feind in seiner eigensten Gestalt aufgefunden. Im Kampfe des Gemüts ist das einzelne Bewußtsein nur als musikalisches, abstraktes Moment; in der Arbeit und dem Genüsse, als der Realisierung dieses wesenlosen Seins, kann es unmittelbar sich vergessen, und die bewußte Eigenheit in dieser Wirklichkeit wird durch das dankende Anerkennen niedergeschlagen. Dieses Niederschlagen ist aber in Wahrheit eine Rückkehr des Bewußtseins in sich selbst, und zwar in sich als die ihm wahrhafte Wirklichkeit.
Herein emerges the third relation of the movement of this consciousness, which proceeds from the second as one that has in truth proven itself to be independent through its willing and accomplishing. In the first relation, it was only the Concept of actual consciousness or the inner disposition which is not yet actual in acting and enjoyment; the second is this actualization as external action and enjoyment; but returning from this, it is one that has experienced itself as actual and active consciousness, or for which it is true to be in and for itself. Yet here the enemy is discovered in its most proper shape. In the struggle of the heart, the individual consciousness exists only as a musical, abstract moment; in labor and enjoyment – as the realization of this insubstantial being – it can immediately forget itself, and the conscious selfhood within this actuality is suppressed through grateful acknowledgment. But this suppression is in truth a return of consciousness into itself – into itself as the true actuality for it.
Dies dritte Verhältnis, worin diese wahrhafte Wirklichkeit das eine Extrem ist, ist die Beziehung derselben auf das allgemeine Wesen als der Nichtigkeit; und die Bewegung dieser Beziehung ist noch zu betrachten.
This third relation, in which this true actuality is one extreme, is the relation of the same to the universal essence as to nullity; and the movement of this relation remains to be considered.
Was zuerst die entgegengesetzte Beziehung des Bewußtseins[173] betrifft, worin ihm seine Realität unmittelbar das Nichtige ist, so wird also sein wirkliches Tun zu einem Tun von Nichts, sein Genuß Gefühl seines Unglücks. Hiermit verlieren Tun und Genuß allen allgemeinen Inhalt und Bedeutung, denn dadurch hätten sie ein Anundfürsichsein, und beide ziehen sich in die Einzelheit zurück, auf welche das Bewußtsein, sie aufzuheben, gerichtet ist. Seiner als dieses wirklichen Einzelnen ist das Bewußtsein sich in den tierischen Funktionen bewußt. Diese, statt unbefangen als etwas, das an und für sich nichtig ist und keine Wichtigkeit und Wesenheit für den Geist erlangen kann, getan zu werden, da sie es sind, in welchen sich der Feind in seiner eigentümlichen Gestalt zeigt, sind sie vielmehr Gegenstand des ernstlichen Bemühens und werden gerade zum Wichtigsten, Indem aber dieser Feind in seiner Niederlage sich erzeugt, das Bewußtsein, da es sich ihn fixiert, vielmehr, statt frei davon zu werden, immer dabei verweilt und sich immer verunreinigt erblickt, [und indem] zugleich dieser Inhalt seines Bestrebens statt eines Wesentlichen das Niedrigste, statt eines Allgemeinen das Einzelnste ist, so sehen wir nur eine auf sich und ihr kleines Tun beschränkte und sich bebrütende, ebenso unglückliche als ärmliche Persönlichkeit.
Concerning first the opposed relation of consciousness[173] where its reality is immediately the null, its actual action thus becomes an action of nothingness, its enjoyment the feeling of its unhappiness. Hereby action and enjoyment lose all universal substance and significance, for in that case they would have being-in-and-for-itself; both withdraw into particularity, upon which consciousness is directed to sublate them. As this actual particular, consciousness becomes aware of itself in animal functions. Instead of being innocently performed as something inherently null that attains no importance or essentiality for spirit, these functions – precisely as the domain where the enemy appears in its proper shape – become the object of earnest striving and are elevated to the utmost significance. Yet since this enemy regenerates itself in its defeat, consciousness, by fixating upon it, rather than freeing itself, perpetually lingers there and beholds itself ever defiled; [and since] the content of its striving, instead of being essential, is the basest, instead of universal the most particular, we observe only a personality confined to itself and its petty actions, brooding over itself – as wretched as it is miserable.
Aber an beides, das Gefühl seines Unglücks und die Ärmlichkeit seines Tuns, knüpft sich ebenso das Bewußtsein seiner Einheit mit dem Unwandelbaren. Denn die versuchte unmittelbare Vernichtung seines wirklichen Seins ist vermittelt durch den Gedanken des Unwandelbaren und geschieht in dieser Beziehung. Die mittelbare Beziehung macht das Wesen der negativen Bewegung aus, in welcher es sich gegen seine Einzelheit richtet, welche aber ebenso als Beziehung an sich positiv ist und für es selbst diese seine Einheit hervorbringen wird.
But to both – the feeling of its unhappiness and the wretchedness of its actions – there equally attaches the consciousness of its unity with the Unchangeable. For the attempted immediate annihilation of its actual being is mediated through the thought of the Unchangeable and occurs within this relation. The mediated relation constitutes the essence of the negative movement through which consciousness turns against its particularity – a movement that equally, as relation in itself, is positive and will bring forth for consciousness itself this its unity.
Diese mittelbare Beziehung ist hiermit ein Schluß, in welchem die sich zuerst als gegen das Ansich entgegengesetzt fixierende Einzelheit mit diesem ändern Extreme nur durch ein drittes zusammengeschlossen ist. Durch diese Mitte ist das[174] Extrem des unwandelbaren Bewußtseins für das unwesentliche Bewußtsein, in welchem zugleich auch dies ist, daß es ebenso für jenes nur durch diese Mitte sei und diese Mitte hiermit eine solche, die beide Extreme einander vorstellt und der gegenseitige Diener eines jeden bei dem anderen ist. Diese Mitte ist selbst ein bewußtes Wesen, denn sie ist ein das Bewußtsein als solches vermittelndes Tun; der Inhalt dieses Tuns ist die Vertilgung, welche das Bewußtsein mit seiner Einzelheit vornimmt.
This mediated relation is thus a syllogism in which the singularity that initially fixes itself as opposed to the in-itself is united with this other extreme only through a third term. Through this middle term, the extreme of the unchangeable consciousness exists for the inessential consciousness – which likewise recognizes that it exists for the former only through this middle term. Hence, this middle term is one that represents each extreme to the other and serves as mutual mediator. This middle term is itself a conscious essence, for it is an act mediating consciousness as such; the content of this act is the annihilation that consciousness performs upon its singularity.
In ihr also befreit dieses sich von dem Tun und Genüsse als dem seinen, es stößt von sich als fürsichseiendem Extreme das Wesen seines Willens ab und wirft auf die Mitte oder den Diener die Eigenheit und Freiheit des Entschlusses und damit die Schuld seines Tuns. Dieser Vermittler, als mit dem unwandelbaren Wesen in unmittelbarer Beziehung, dient mit seinem Rate über das Rechte. Die Handlung, indem sie Befolgung eines fremden Beschlusses ist, hört nach der Seite des Tuns oder des Willens auf, die eigene zu sein. Es bleibt aber noch ihre gegenständliche Seite dem unwesentlichen Bewußtsein, nämlich die Frucht seiner Arbeit und der Genuß. Diesen stößt es also ebenso von sich ab und leistet wie auf seinen Willen so auf seine in der Arbeit und [im] Genüsse erhaltene Wirklichkeit Verzicht; auf sie teils als auf die erreichte Wahrheit seiner selbstbewußten Selbständigkeit, indem es etwas ganz Fremdes, ihm Sinnloses vorstellend und sprechend sich bewegt; teils auf sie als äußerliches Eigentum, – indem es von dem Besitze, den es durch die Arbeit erworben, etwas abläßt; teils auf den gehabten Genuß, – indem es ihn im Fasten und Kasteien auch wieder ganz sich versagt.
In this act, consciousness thus liberates itself from action and enjoyment as its own. It casts off, as a being-for-itself extreme, the essence of its will and transfers to the middle term or mediator the particularity and freedom of decision – and thereby the guilt of its action. This mediator, being in immediate relation to the unchangeable essence, serves by offering counsel on what is right. The action, insofar as it follows a foreign resolution, ceases to be its own in terms of doing or willing. Yet there still remains its objective side for the inessential consciousness: namely, the fruit of its labor and enjoyment. These it likewise casts off, renouncing both its will and the actuality preserved in labor and enjoyment. It relinquishes them partly as the attained truth of its self-conscious independence – moving and speaking as if presenting something utterly alien and meaningless to itself; partly as external property – by surrendering part of the possessions acquired through labor; partly as enjoyment – by repudiating it entirely through fasting and mortification.
Durch diese Momente des Aufgebens des eigenen Entschlusses, dann des Eigentumes und Genusses und endlich [durch] das positive Moment des Treibens eines unverstandenen Geschäftes nimmt es sich in Wahrheit und vollständig das Bewußtsein der inneren und äußeren Freiheit, der Wirklichkeit als seines Fürsichseins; es hat die Gewißheit, in Wahrheit[175] seines Ichs sich entäußert und sein unmittelbares Selbstbewußtsein zu einem Dinge, zu einem gegenständlichen Sein gemacht zu haben. – Die Verzichtleistung auf sich konnte es allein durch diese wirkliche Aufopferung bewähren; denn nur in ihr verschwindet der Betrug, welcher in dem inneren Anerkennen des Dankens durch Herz, Gesinnung und Mund liegt, einem Anerkennen, welches zwar alle Macht des Fürsichseins von sich abwälzt und sie einem Geben von oben zuschreibt, aber in diesem Abwälzen selbst sich die äußere Eigenheit in dem Besitze, den es nicht aufgibt, die innere aber in dem Bewußtsein des Entschlusses, den es selbst gefaßt, und in dem Bewußtsein seines durch es bestimmten Inhalts, den es nicht gegen einen fremden, es sinnlos erfüllenden umgetauscht hat, behält.
Through these moments – the surrender of its own resolve, then of property and enjoyment, and finally [through] the positive moment of pursuing an incomprehensible task – consciousness in truth and completeness deprives itself of awareness of inner and outer freedom, of actuality as its being-for-itself. It attains certainty that it has truly[175] dispossessed itself of its I and transformed its immediate self-consciousness into a thing, into objective being. – Only through this actual sacrifice could it verify its self-renunciation; for only here does the deception vanish that resides in the inner acknowledgment through heart, sentiment, and speech – an acknowledgment that indeed disavows all power of being-for-itself and ascribes it to a bestowal from above. Yet in this very disavowal, consciousness retains external particularity in the possession it does not relinquish, and internal particularity in the awareness of the resolution it has formed itself and the content determined by it – a content not exchanged for an alien one that would senselessly fill it.
Aber in der wirklich vollbrachten Aufopferung hat an sich, wie das Bewußtsein das Tun als das seinige aufgehoben [hat], auch sein Unglück von ihm abgelassen. Daß dies Ablassen an sich geschehen ist, ist Jedoch ein Tun des ändern Extrems des Schlusses, welches das ansichseiende Wesen ist. Jene Aufopferung des unwesentlichen Extrems war aber zugleich nicht ein einseitiges Tun, sondern enthielt das Tun des Anderen in sich. Denn das Aufgeben des eigenen Willens ist nur einerseits negativ, seinem Begriffe nach oder an sich, zugleich aber positiv, nämlich das Setzen des Willens als eines Anderen und bestimmt des Willens als eines nicht einzelnen, sondern allgemeinen. Für dies Bewußtsein ist diese positive Bedeutung des negativ gesetzten einzelnen Willens der Willen des ändern Extrems, der ihm, weil er eben ein Anderes für es ist, nicht durch sich, sondern durch das Dritte, den Vermittler, als Rat wird. Es wird daher für es sein Willen wohl zum allgemeinen und an sich seienden Willen, aber es selbst ist sich nicht dies Ansich; das Aufgeben des seinigen als einzelnen ist ihm nicht dem Begriffe nach das Positive des allgemeinen Willens. Ebenso sein Aufgeben des Besitzes und Genusses hat nur dieselbe negative Bedeutung, und das Allgemeine, das für es dadurch wird, ist[176] ihm nicht sein eigenes Tun. Diese Einheit des Gegenständlichen und des Fürsichseins, welche im Begriffe des Tuns ist und welche darum dem Bewußtsein als das Wesen und Gegenstand wird, – wie sie ihm nicht der Begriff seines Tuns ist, so ist ihm auch dies nicht, daß sie als Gegenstand für es wird, unmittelbar und durch es selbst, sondern es läßt sich von dem vermittelnden Diener diese selbst noch gebrochene Gewißheit aussprechen, daß nur an sich sein Unglück das verkehrte, nämlich sich in seinem Tun selbstbefriedigendes Tun oder seliger Genuß, sein ärmliches Tun ebenso an sich das verkehrte, nämlich absolutes Tun, dem Begriffe nach das Tun nur als Tun des Einzelnen überhaupt Tun ist. Aber für es selbst bleibt das Tun und sein wirkliches Tun ein ärmliches und sein Genuß der Schmerz und das Aufgehobensein derselben in der positiven Bedeutung ein Jenseits. Aber in diesem Gegenstande, worin ihm sein Tun und Sein, als dieses einzelnen Bewußtseins, Sein und Tun an sich ist, ist ihm die Vorstellung der Vernunft geworden, der Gewißheit des Bewußtseins, in seiner Einzelheit absolut an sich oder alle Realität zu sein.[177]
But in the actually accomplished sacrifice, just as consciousness has sublated action as its own, its unhappiness has likewise been dissolved in itself. That this dissolution occurs in itself, however, is an act of the other extreme of the syllogism – the in-itself essence. Yet this sacrifice by the inessential extreme was not a one-sided act but contained the act of the Other within itself. For the surrender of one’s own will is negative in one respect – according to its concept or in itself – but positive in another, namely as the positing of the will as an Other, specifically a will that is not singular but universal. For this consciousness, the positive meaning of the negated singular will is the will of the other extreme – which, being an Other for it, becomes accessible not directly but through the third term, the mediator as counselor. Thus, for it, its will does become universal and in-itself, but it itself does not recognize this in-itself. The surrender of its will as singular is not conceptually the positive emergence of the universal will. Similarly, its renunciation of possession and enjoyment has only the same negative meaning, and the universal that thereby becomes present[176] is not its own doing. This unity of objectivity and being-for-itself – inherent in the concept of action and thus emerging for consciousness as essence and object – remains as obscure to consciousness as the concept of its action. Hence, this unity does not become present for it immediately or through itself, but consciousness allows the mediating servant to pronounce this still fractured certainty: that in itself, its unhappiness is inverted – namely, action self-satisfied through its own activity or blissful enjoyment – and its pitiable action is likewise in itself inverted – namely absolute action. For in concept, action as action of the singular is action in general. But for itself, action and its actual doing remain pitiable, its enjoyment pain, and the sublation of these in positive meaning remains a Beyond. Yet in this object – wherein its being and doing as this singular consciousness are in-itself being and doing – the representation of Reason has arisen for it: the certainty of consciousness that in its singularity it is absolutely in-itself or all reality.[177]
C. (AA) Vernunft
C. (AA) Reason
V. Gewißheit und Wahrheit der Vernunft
V. The Certainty and Truth of Reason
Das Bewußtsein geht in dem Gedanken, welchen es erfaßt hat, daß das einzelne Bewußtsein an sich absolutes Wesen ist, in sich selbst zurück. Für das unglückliche Bewußtsein ist das Ansichsein das Jenseits seiner selbst. Aber seine Bewegung hat dies an ihm vollbracht, die Einzelheit in Ihrer vollständigen Entwicklung oder die Einzelheit, die wirkliches Bewußtsein ist, als das Negative seiner selbst, nämlich als das gegenständliche Extrem gesetzt oder sein Fürsichsein aus sich hinausgerungen und es zum Sein gemacht zu haben; darin ist für es auch seine Einheit mit diesem Allgemeinen geworden, welche für uns, da das aufgehobene Einzelne das Allgemeine ist, nicht mehr außer ihm fällt und, da das Bewußtsein in dieser seiner Negativität sich selbst erhält, an ihm als solchem sein Wesen ist. Seine Wahrheit ist dasjenige, welches in dem Schlüsse, worin die Extreme absolut auseinandergehalten auftraten, als die Mitte erscheint, welche es dem unwandelbaren Bewußtsein ausspricht, daß das Einzelne auf sich Verzicht getan, und dem Einzelnen, daß das Unwandelbare kein Extrem mehr für es, sondern mit ihm versöhnt ist. Diese Mitte ist die beide unmittelbar wissende und sie beziehende Einheit, und das Bewußtsein ihrer Einheit, welche sie dem Bewußtsein und damit sich selbst ausspricht, [ist] die Gewißheit, alle Wahrheit zu sein.
Consciousness returns into itself through the thought it has grasped – that the singular consciousness is in-itself the absolute essence. For the unhappy consciousness, being-in-itself is the Beyond of itself. But its movement has accomplished this within it: positing singularity in its complete development – or singularity as actual consciousness – as the Negative of itself, i.e., as the objective extreme, or having wrested its being-for-itself out of itself and made it into Being. Herein, its unity with this universal has also become a unity that no longer falls outside it – for us, since the sublated singular is the universal – and which, as consciousness sustains itself in this its negativity, is its essence as such. Its truth is that which appears as the middle term in the syllogism where the extremes emerged absolutely separated: the middle which proclaims to the immutable consciousness that the singular has renounced itself, and to the singular that the immutable is no longer an extreme but is reconciled with it. This middle is the unity that immediately knows both and relates them, and the consciousness of their unity – which it proclaims to consciousness and thereby to itself – is the certainty of being all truth.
Damit, daß das Selbstbewußtsein Vernunft ist, schlägt sein bisher negatives Verhältnis zu dem Anderssein in ein positives um. Bisher ist es ihm nur um seine Selbständigkeit und Freiheit zu tun gewesen, um sich für sich selbst auf Kosten der Welt oder seiner eigenen Wirklichkeit, welche ihm beide als das Negative seines Wesens erschienen, zu retten und zu[178] erhalten. Aber als Vernunft, seiner selbst versichert, hat es die Ruhe gegen sie empfangen und kann sie ertragen; denn es ist seiner selbst als der Realität gewiß, oder daß alle Wirklichkeit nichts anderes ist als es; sein Denken ist unmittelbar selbst die Wirklichkeit; es verhält sich also als Idealismus zu ihr. Es ist ihm, indem es sich so erfaßt, als ob die Welt erst jetzt ihm würde; vorher versteht es sie nicht; es begehrt und bearbeitet sie, zieht sich aus ihr in sich zurück und vertilgt sie für sich und sich selbst als Bewußtsein – als Bewußtsein derselben als des Wesens sowie als Bewußtsein ihrer Nichtigkeit. Hierin erst, nachdem das Grab seiner Wahrheit verloren, das Vertilgen seiner Wirklichkeit selbst vertilgt und die Einzelheit des Bewußtseins ihm an sich absolutes Wesen ist, entdeckt es sie als seine neue wirkliche Welt, die in ihrem Bleiben Interesse für es hat wie vorhin nur in ihrem Verschwinden; denn ihr Bestehen wird ihm seine eigene Wahrheit und Gegenwart: es ist gewiß, nur sich darin zu erfahren.
With self-consciousness becoming Reason, its hitherto negative relation to otherness turns positive. Previously, it was concerned solely with its independence and freedom – to save and preserve itself for itself at the expense of the world or its own actuality, both of which appeared as the negative of its essence. But as Reason, assured of itself, it attains repose toward them and can endure them; for it is certain of itself as reality, or that all actuality is nothing but itself. Its thinking is immediately itself actuality; thus it relates to actuality as idealism. Upon thus apprehending itself, it is as if the world first becomes present to it; before, it did not comprehend the world. It desires and labors upon the world, withdraws from it into itself, eradicates it for itself, and itself as consciousness – both as consciousness of the world as essence and as consciousness of its nullity. Only here, after losing the grave of its truth and having eradicated the eradication of its actuality – now that the singularity of consciousness is for it the absolute essence in-itself – does it discover the world as its new actual world, which now holds interest for it in its permanence as previously only in its vanishing. For its enduring existence becomes its own truth and presence: it is certain of experiencing only itself therein.
Die Vernunft ist die Gewißheit des Bewußtseins, alle Realität zu sein; so spricht der Idealismus ihren Begriff aus. Wie das Bewußtsein, das als Vernunft auftritt, unmittelbar jene Gewißheit an sich hat, so spricht auch der Idealismus sie unmittelbar aus: Ich bin Ich, in dem Sinne, daß Ich, welches mir Gegenstand ist, nicht wie im Selbstbewußtsein überhaupt, noch auch wie im freien Selbstbewußtsein, dort nur leerer Gegenstand überhaupt, hier nur Gegenstand, der sich von den anderen zurückzieht, welche neben ihm noch gelten, sondern Gegenstand mit dem Bewußtsein des Nichtseins irgendeines anderen, einziger Gegenstand, alle Realität und Gegenwart ist. Das Selbstbewußtsein ist aber nicht nur für sich, sondern auch an sich alle Realität erst dadurch, daß es diese Realität wird oder vielmehr sich als solche erweist. Es erweist sich so in dem Wege, worin zuerst in der dialektischen Bewegung des Meinens, Wahrnehmens und des Verstandes das Anderssein als an sich und dann in der Bewegung durch die Selbständigkeit des Bewußtseins in Herrschaft[179] und Knechtschaft, durch den Gedanken der Freiheit, die skeptische Befreiung und den Kampf der absoluten Befreiung des in sich entzweiten Bewußtseins das Anderssein, insofern es nur für es ist, für es selbst verschwindet. Es traten zwei Seiten nacheinander auf, die eine, worin das Wesen oder das Wahre für das Bewußtsein die Bestimmtheit des Seins, die andere[, worin es] die hatte, nur für es zu sein. Aber beide reduzierten sich in eine Wahrheit, daß, was ist, oder das Ansich nur ist, insofern es für das Bewußtsein, und was für es ist, auch an sich ist. Das Bewußtsein, welches diese Wahrheit ist, hat diesen Weg im Rücken und vergessen, indem es unmittelbar als Vernunft auftritt, oder diese unmittelbar auftretende Vernunft tritt nur als die Gewißheit jener Wahrheit auf. Sie versichert so nur, alle Realität zu sein, begreift dies aber selbst nicht; denn jener vergessene Weg ist das Begreifen dieser unmittelbar ausgedrückten Behauptung. Und ebenso ist dem, der ihn nicht gemacht hat, diese Behauptung, wenn er sie in dieser reinen Form hört – denn in einer konkreten Gestalt macht er sie wohl selbst -unbegreiflich.
Reason is the certainty of consciousness that it is all reality. Thus idealism expresses its concept. Just as consciousness, which appears as Reason, immediately has this certainty within itself, so too does idealism proclaim it immediately: I am I, in the sense that the I which is my object is not merely, as in self-consciousness in general, nor even as in free self-consciousness – there only the empty object in general, here an object withdrawing from others that still subsist alongside it – but rather an object with the consciousness of the non-being of any other, the sole object, all reality and presence. However, self-consciousness is not only for itself but also in-itself all reality solely by becoming this reality – or rather, by demonstrating itself as such. It demonstrates this along the path where first, in the dialectical movement of sense-certainty, perception, and understanding, otherness appears as in-itself; then, through the movement of the independence of consciousness in lordship and bondage, through the thought of freedom, the skeptical liberation, and the struggle of absolute liberation by the self-sundered consciousness, the otherness – insofar as it is merely for consciousness – vanishes for consciousness itself. Two aspects emerged successively: one where the essence or the True for consciousness had the determinacy of Being, the other where it had the determinacy of being merely for consciousness. But both reduced themselves to one truth: that what is, or the in-itself, exists only insofar as it is for consciousness, and what is for consciousness is also in-itself. Consciousness, being this truth, has this path behind it and forgotten when it appears immediately as Reason; or this immediately appearing Reason emerges only as the certainty of that truth. It thus merely assures itself of being all reality but does not comprehend this itself – for that forgotten path is the comprehension of this immediately asserted claim. And equally, to one who has not traversed this path, this assertion – when heard in its pure form (for in concrete shapes he may well make it himself) – remains incomprehensible.
Der Idealismus, der jenen Weg nicht darstellt, sondern mit dieser Behauptung anfängt, ist daher auch reine Versicherung, welche sich selbst nicht begreift, noch sich anderen begreiflich machen kann. Er spricht eine unmittelbare Gewißheit aus, welcher andere unmittelbare Gewißheiten gegenüberstehen, die allein auf jenem Wege verlorengegangen sind. Mit gleichem Rechte stellen daher neben der Versicherung jener Gewißheit sich auch die Versicherungen dieser anderen Gewißheiten. Die Vernunft beruft sich auf das Selbstbewußtsein eines jeden Bewußtseins: Ich bin Ich, mein Gegenstand und Wesen ist Ich, und keines wird ihr diese Wahrheit ableugnen. Aber indem sie sie auf diese Berufung gründet, sanktioniert sie die Wahrheit der anderen Gewißheit, nämlich der: es ist Anderes für mich. Anderes als Ich ist mir Gegenstand und Wesen, oder indem Ich mir Gegenstand und Wesen bin, bin ich es nur, indem Ich mich von[180] dem Anderen überhaupt zurückziehe und als eine Wirklichkeit neben es trete. – Erst wenn die Vernunft als Reflexion aus dieser entgegengesetzten Gewißheit auftritt, tritt ihre Behauptung von sich nicht nur als Gewißheit und Versicherung, sondern als Wahrheit auf; und nicht neben anderen, sondern als die einzige. Das unmittelbare Auftreten ist die Abstraktion ihres Vorhandenseins, dessen Wesen und Ansich-sein absoluter Begriff, d.h. die Bewegung seines Gewordenseins ist. – Das Bewußtsein wird sein Verhältnis zum Anderssein oder seinem Gegenstande auf verschiedene Weise bestimmen, je nachdem es gerade auf einer Stufe des sich bewußtwerdenden Weltgeistes steht. Wie er sich und seinen Gegenstand jedesmal unmittelbar findet und bestimmt oder wie er für sich ist, hängt davon ab, was er schon geworden oder was er schon an sich ist.
The idealism that does not present that path but begins with this assertion is thus pure assurance, which neither comprehends itself nor makes itself comprehensible to others. It pronounces an immediate certainty to which other immediate certainties stand opposed – certainties that have been lost solely through that path. With equal right, therefore, the assurances of these other certainties place themselves alongside the assurance of that certainty. Reason appeals to the self-consciousness of every consciousness: I am I; my object and essence is I, and none will deny this truth. But by grounding it on this appeal, reason sanctions the truth of the other certainty, namely: there is an other for me. What is other than I is object and essence to me; or in that I am object and essence to myself, I am so only by withdrawing from the other altogether and entering as an actuality alongside it. Only when reason emerges as reflection from this opposed certainty does its assertion about itself appear not merely as certainty and assurance but as truth – and indeed as the sole truth, not alongside others. The immediate appearance is the abstraction of its existence, whose essence and being-in-itself is the absolute concept – that is, the movement of its having come to be. Consciousness will determine its relation to otherness or its object in diverse ways, depending on the particular stage at which the world-spirit becoming self-conscious stands. How it immediately finds and determines itself and its object each time, or how it is for itself, depends on what it has already become or what it already is in itself.
Die Vernunft ist die Gewißheit, alle Realität zu sein. Dieses Ansich oder diese Realität ist aber noch ein durchaus Allgemeines, die reine Abstraktion der Realität. Es ist die erste Positivität, welche das Selbstbewußtsein an sich selbst, für sich ist, und Ich daher nur die reine Wesenheit des Seienden oder die einfache Kategorie. Die Kategorie, welche sonst die Bedeutung hatte, Wesenheit des Seienden zu sein, unbestimmt des Seienden überhaupt oder des Seienden gegen das Bewußtsein, ist jetzt Wesenheit oder einfache Einheit des Seienden nur als denkende[r] Wirklichkeit; oder sie ist dies, daß Selbstbewußtsein und Sein dasselbe Wesen ist; dasselbe nicht in der Vergleichung, sondern an und für sich. Nur der einseitige schlechte Idealismus läßt diese Einheit wieder als Bewußtsein auf die eine Seite und ihr gegenüber ein Ansich treten. – Diese Kategorie nun oder einfache Einheit des Selbstbewußtseins und des Seins hat aber an sich den Unterschied; denn ihr Wesen ist eben dieses, im Anderssein oder im absoluten Unterschiede unmittelbar sich selbst gleich zu sein. Der Unterschied ist daher, aber vollkommen durchsichtig[181] und als ein Unterschied, der zugleich keiner ist. Er erscheint als eine Vielheit von Kategorien. Indem der Idealismus die einfache Einheit des Selbstbewußtseins als alle Realität ausspricht und sie unmittelbar, ohne sie als absolut negatives Wesen – nur dieses hat die Negation, die Bestimmtheit oder den Unterschied an ihm selbst – begriffen zu haben, zum Wesen macht, so ist noch unbegreiflicher als das erste dies zweite, daß in der Kategorie Unterschiede oder Arten seien. Diese Versicherung überhaupt sowie die Versicherung von irgendeiner bestimmten Anzahl der Arten derselben ist eine neue Versicherung, welche es aber an ihr selbst enthält, daß man sie sich nicht mehr als Versicherung gefallen lassen müsse. Denn indem im reinen Ich, im reinen Verstande selbst der Unterschied anfängt, so ist damit gesetzt, daß hier die Unmittelbarkeit, das Versichern und Finden aufgegeben werde und das Begreifen anfange. Die Vielheit der Kategorien aber auf irgendeine Weise wieder als einen Fund, z. B. aus den Urteilen, aufnehmen und sich dieselben so gefallen lassen, ist in der Tat als eine Schmach der Wissenschaft anzusehen; wo sollte noch der Verstand eine Notwendigkeit aufzuzeigen vermögen, wenn er dies an ihm selbst, der reinen Notwendigkeit, nicht vermag?
Reason is the certainty of being all reality. Yet this in-itself or this reality is still a wholly universal being, the pure abstraction of reality. It is the first positivity, which self-consciousness is in itself, for itself, and hence the I is only the pure essence of being or the simple category. The category, which previously had the significance of being the essence of being – indeterminate as being in general or as being opposed to consciousness – is now the essence or simple unity of being solely as thinking actuality. In other words, self-consciousness and being are the same essence – the same not through comparison but in and for themselves. Only one-sided, defective idealism allows this unity to reemerge as consciousness on one side and an in-itself confronting it. This category or simple unity of self-consciousness and being, however, contains difference within itself; for its essence is precisely this: to be immediately self-equal in otherness or absolute difference. The difference thus is, but as wholly transparent, a difference that is at once no difference. It appears as a multiplicity of categories. Since idealism pronounces the simple unity of self-consciousness as all reality – making this unity immediate and essential without comprehending it as absolutely negative essence (only such essence contains negation, determinacy, or difference within itself) – what becomes even more incomprehensible than the first assertion is this second one: that there are differences or species within the category. This general assurance, as well as the assurance of any determinate number of such species, constitutes a new assurance that inherently demands no longer being accepted merely as assurance. For when difference begins within the pure I itself – within pure understanding – this establishes that here immediacy, assuring, and finding are to be abandoned, and comprehension is to commence. Yet to receive the multiplicity of categories back as a discovery – for instance, from judgments – and to accept them as such, is properly to be regarded as a disgrace to science. Where else could the understanding demonstrate necessity if not in its own self, the pure necessity?
Weil nun so der Vernunft die reine Wesenheit der Dinge, wie ihr Unterschied, angehört, so könnte eigentlich überhaupt nicht mehr von Dingen die Rede sein, d.h. einem solchen, welches für das Bewußtsein nur das Negative seiner selbst wäre. Denn die vielen Kategorien sind Arten der reinen Kategorie, heißt: sie ist noch ihre Gattung oder Wesen, nicht ihnen entgegengesetzt. Aber sie sind schon das Zweideutige, welches zugleich das Anderssein gegen die reine Kategorie in seiner Vielheit an sich hat. Sie widersprechen ihr durch diese Vielheit in der Tat, und die reine Einheit muß sie an sich aufheben, wodurch sie sich als negative Einheit der Unterschiede konstituiert. Als negative Einheit aber schließt sie ebensowohl die Unterschiede als solche sowie jene erste unmittelbare reine Einheit als solche von sich aus und ist [182] Einzelheit, eine neue Kategorie, welche ausschließendes Bewußtsein, d.h. dies ist, daß ein Anderes für es ist. Die Einzelheit ist ihr Obergang aus ihrem Begriffe zu einer äußeren Realität, das reine Schema, welches ebensowohl Bewußtsein wie damit, daß es Einzelheit und ausschließendes Eins ist, das Hindeuten auf ein Anderes ist. Aber dies Andere dieser Kategorie sind nur die anderen ersten Kategorien, nämlich reine Wesenheit und der reine Unterschied, und in ihr, d.h. eben in dem Gesetztsein des Anderen, oder in diesem Anderen selbst [ist] das Bewußtsein ebenso es selbst, Jedes dieser verschiedenen Momente verweist auf ein anderes; es kommt aber In ihnen zugleich zu keinem Anderssein. Die reine Kategorie verweist auf die Arten, welche in die negative Kategorie oder die Einzelheit übergehen; die letztere weist aber auf jene zurück: sie ist selbst reines Bewußtsein, welches in jeder sich diese klare Einheit mit sich bleibt, eine Einheit aber, die ebenso auf ein Anderes hingewiesen wird, das, indem es ist, verschwunden und, indem es verschwunden, auch wieder erzeugt ist.
Since the pure essence of things, as well as their difference, thus belongs to reason, there could properly no longer be any talk of things—that is, of something that for consciousness would be only the negative of itself. For the many categories are species of the pure category, which means: it is still their genus or essence, not opposed to them. Yet they already contain the ambiguity that carries within itself the multiplicity of otherness against the pure category. Through this multiplicity, they in fact contradict it, and the pure unity must sublate them within itself—thereby constituting itself as the negative unity of the differences. As a negative unity, however, it excludes both the differences as such and that first immediate pure unity as such. It thus becomes [182] singularity—a new category that is exclusive consciousness, i.e., one for which an Other exists. Singularity is its transition from its concept to an external reality, the pure schema, which is equally consciousness and, as singularity and exclusive Oneness, points toward an Other. But this Other of the category is merely the other initial categories—namely, pure essence and pure difference. Within this category—i.e., precisely in the positedness of the Other, or within this Other itself—consciousness is equally itself. Each of these different moments refers to another; yet in them, no genuine otherness emerges. The pure category refers to the species, which transition into the negative category or singularity; the latter, however, refers back to the former. It is itself pure consciousness, which remains this clear unity-with-self in each moment—a unity that is equally referred to an Other, which, in being, vanishes and, in vanishing, is again generated.
Wir sehen hier das reine Bewußtsein auf eine gedoppelte Weise gesetzt, einmal als das unruhige Hin- und Hergehen, welches alle seine Momente durchläuft, in ihnen das Anderssein vorschweben hat, das im Erfassen sich aufhebt; das andere Mal vielmehr als die ruhige, ihrer Wahrheit gewisse Einheit. Für diese Einheit ist jene Bewegung das Andere, für diese Bewegung aber jene ruhige Einheit; und Bewußtsein und Gegenstand wechseln in diesen gegenseitigen Bestimmungen ab. Das Bewußtsein ist sich also einmal das hin- und hergehende Suchen und sein Gegenstand das reine Ansich und Wesen; das andere Mal ist sich jenes die einfache Kategorie und der Gegenstand die Bewegung der Unterschiede. Das Bewußtsein aber als Wesen ist dieser ganze Verlauf selbst, aus sich als einfacher Kategorie in die Einzelheit und den Gegenstand überzugehen und an diesem diesen Verlauf anzuschauen, ihn als einen unterschiedenen aufzuheben, sich zuzueignen, und sich als diese Gewißheit, alle[183] Realität, sowohl es selbst als sein Gegenstand zu sein, auszusprechen.
Here we see pure consciousness posited in a twofold manner: first, as the restless to-and-fro movement that traverses all its moments, in which the semblance of otherness arises only to sublate itself in grasping; second, as the tranquil, self-certain unity. For this unity, that movement is the Other, while for the movement, this tranquil unity is the Other. Consciousness and object alternate in these reciprocal determinations. Thus, consciousness is at one moment the restless searching that moves back and forth, and its object is the pure in-itself and essence. At another moment, it is the simple category, and the object is the movement of differences. However, consciousness as essence is this entire progression itself—to pass over from itself as simple category into singularity and the object, to behold this progression in the object, to sublate it as a differentiated movement, to appropriate it, and to proclaim itself as this certainty of being all[183] reality, both itself and its object.
Sein erstes Aussprechen ist nur dieses abstrakte leere Wort, daß alles sein ist. Denn die Gewißheit, alle Realität zu sein, ist erst die reine Kategorie. Diese erste im Gegenstande sich erkennende Vernunft drückt der leere Idealismus aus, welcher die Vernunft nur so auffaßt, wie sie sich zunächst ist, und darin, daß er in allem Sein dieses reine Mein des Bewußtseins aufzeigt und die Dinge als Empfindungen oder Vorstellungen ausspricht, es als vollendete Realität aufgezeigt zu haben wähnt. Er muß darum zugleich absoluter Empirismus sein, denn für die Erfüllung des leeren Mems, d.h. für den Unterschied und alle Entwicklung und Gestaltung desselben, bedarf seine Vernunft eines fremden Anstoßes, in welchem erst die Mannigfaltigkeit des Empfindens oder Vorstellens liege. Dieser Idealismus wird daher eine ebensolche sich widersprechende Doppelsinnigkeit als der Skeptizismus, nur daß, wie dieser sich negativ, jener sich positiv ausdrückt, aber ebensowenig seine widersprechenden Gedanken des reinen Bewußtseins als aller Realität und ebenso des fremden Anstoßes oder des sinnlichen Empfindens und Vorstellens als einer gleichen Realität zusammenbringt, sondern von dem einen zu dem ändern sich herüber- und hinüberwirft und in die schlechte, nämlich in die sinnliche Unendlichkeit geraten ist. Indem die Vernunft alle Realität in der Bedeutung des abstrakten Mein; und das Andere ihm ein gleichgültiges fremdes ist, so ist darin gerade dasjenige Wissen der Vernunft von einem Anderen gesetzt, welches als Meinen, Wahrnehmen und [als] der das Gemeinte und Wahrgenommene auffassende Verstand vorkam. Ein solches Wissen wird zugleich, nicht wahres Wissen zu sein, durch den Begriff dieses Idealismus selbst behauptet; denn nur die Einheit der Apperzeption ist die Wahrheit des Wissens. Die reine Vernunft dieses Idealismus wird also durch sich selbst, um zu diesem Anderen, das ihr wesentlich, d.h. also das Ansich ist, das sie aber nicht in ihr selbst hat,[184] zu gelangen, an dasjenige Wissen zurückgeschickt, das nicht ein Wissen des Wahren ist; sie verurteilt sich so mit Wissen und Willen zu einem unwahren Wissen und kann vom Meinen und Wahrnehmen, das für sie selbst keine Wahrheit hat, nicht ablassen. Sie befindet sich in unmittelbarem Widerspruche, ein Gedoppeltes, schlechthin Entgegengesetztes als das Wesen zu behaupten, die Einheit der Apperzeption und ebenso das Ding, welches, wenn es auch fremder Anstoß oder empirisches Wesen oder Sinnlichkeit oder das Ding an sich genannt wird, in seinem Begriffe dasselbe Jener Einheit Fremde bleibt.
Its first utterance is merely this abstract empty word that everything is. For the certainty of being all reality is initially the pure category. This first expression of reason recognizing itself in the object is expressed by empty idealism, which apprehends reason only as it is immediately itself and, by demonstrating this pure mine of consciousness in all being and declaring things to be sensations or representations, fancies that it has thereby revealed completed reality. It must consequently also be absolute empiricism, for in order to fill the emptiness of this mine—i.e., the distinction and all development and determination of it—its reason requires a foreign stimulus in which lies the manifoldness of sensation or representation. This idealism thus becomes just as self-contradictory a duality as skepticism, except that while the latter expresses itself negatively, the former does so positively, yet equally fails to reconcile its contradictory thoughts of pure consciousness as all reality and of the foreign stimulus or sensuous sensation and representation as an equally valid reality. Instead, it tosses itself back and forth between the two and falls into the bad, i.e., sensuous, infinity. Since reason posits all reality in the sense of the abstract mine, and the Other is for it an indifferent alien, there is precisely posited here that knowledge of an Other by reason which previously appeared as opinion, perceiving, and the Understanding that apprehends the opined and perceived. Such knowledge is simultaneously declared by the very concept of this idealism to not be true knowledge, for only the unity of apperception is the truth of knowing. This pure reason of idealism is thus, in order to reach this Other that is essential to it—i.e., the in-itself that it does not possess within itself—sent back to that knowledge which is not a knowing of the true. It thereby knowingly and willingly condemns itself to an untrue knowing and cannot relinquish the opinion and perceiving that hold no truth for it. It is caught in an immediate contradiction, asserting as essence a doubled, absolutely opposed twofold: the unity of apperception and the Thing, which—even if called foreign stimulus or empirical essence or sensibility or thing-in-itself—remains in its concept the same alien to that unity.
Dieser Idealismus ist in diesem Widerspruche, weil er den abstrakten Begriff der Vernunft als das Wahre behauptet; daher ihm unmittelbar ebensosehr die Realität als eine solche entsteht, welche vielmehr nicht die Realität der Vernunft ist, während die Vernunft zugleich alle Realität sein sollte; diese bleibt ein unruhiges Suchen, welches in dem Suchen selbst die Befriedigung des Findens für schlechthin unmöglich erklärt. – So inkonsequent aber ist die wirkliche Vernunft nicht; sondern nur erst die Gewißheit, alle Realität zu sein, ist sie in diesem Begriffe sich bewußt, als Gewißheit, als Ich noch nicht die Realität in Wahrheit zu sein, und ist getrieben, ihre Gewißheit zur Wahrheit zu erheben und das leere Mein zu erfüllen.[185]
This idealism is entangled in this contradiction because it asserts the abstract concept of reason as the truth. Hence, reality arises for it immediately as a reality that is rather not the reality of reason, even as reason is supposed to be all reality. The latter remains a restless seeking that in the very act of seeking declares the satisfaction of finding to be absolutely impossible. Yet actual reason is not so inconsistent. For while it is initially the certainty of being all reality, it becomes conscious in this Concept that as certainty, as I, it is not yet reality in truth—and is thus driven to elevate its certainty into truth and to fill the empty mine.[185]
A. Beobachtende Vernunft
A. Observing Reason
Dieses Bewußtsein, welchem das Sein die Bedeutung des Seinen hat, sehen wir nun zwar wieder in das Meinen und Wahrnehmen hineingehen, aber nicht als in die Gewißheit eines nur Anderen, sondern mit der Gewißheit, dies Andere selbst zu sein. Früher ist es ihm nur geschehen, manches an dem Dinge wahrzunehmen und zu erfahren-, hier stellt es die Beobachtungen und die Erfahrung selbst an. Meinen und Wahrnehmen, das für uns früher sich aufgehoben, wird nun[185] von dem Bewußtsein für es selbst aufgehoben; die Vernunft geht darauf, die Wahrheit zu wissen, was für das Meinen und Wahrnehmen ein Ding ist, als Begriff zu finden, d.h. in der Dingheit nur das Bewußtsein ihrer selbst zu haben. Die Vernunft hat daher Jetzt ein allgemeines Interesse an der Welt, weil sie die Gewißheit ist, Gegenwart in ihr zu haben, oder daß die Gegenwart vernünftig ist. Sie sucht ihr Anderes, indem sie weiß, daran nichts anderes als sich selbst zu besitzen; sie sucht nur ihre eigene Unendlichkeit.
This consciousness, for which being has the significance of the its own, now indeed reverts to opinion and perceiving—but not as the certainty of a mere Other, rather with the certainty that this Other is itself. Previously, it merely happened to perceive and experience various aspects of the thing; now, it itself undertakes the observations and experiences. Opinion and perceiving, which earlier sublated themselves for us, are now sublated by consciousness for itself. Reason proceeds to know the truth, to find the thing that is for opinion and perceiving as a Concept—i.e., to possess in thinghood only the consciousness of itself. Reason now has a universal interest in the world because it is the certainty of having presence within it, or that the present is rational. It seeks its Other, knowing that it possesses therein nothing but itself; it seeks only its own infinity.
Zuerst sich in der Wirklichkeit nur ahnend oder sie nur als das Ihrige überhaupt wissend, schreitet sie in diesem Sinne zur allgemeinen Besitznehmung des ihr versicherten Eigentums und pflanzt auf alle Höhen und in alle Tiefen das Zeichen ihrer Souveränität. Aber dieses oberflächliche Mein ist nicht ihr letztes Interesse; die Freude dieser allgemeinen Besitznehmung findet an ihrem Eigentume noch das fremde Andere, das die abstrakte Vernunft nicht an ihr selbst hat. Die Vernunft ahnt sich als ein tieferes Wesen, denn das reine Ich ist und muß fordern, daß der Unterschied, das mannigfaltige Sein, ihm als das Seinige selbst werde, daß es sich als die Wirklichkeit anschaue und sich als Gestalt und Ding gegenwärtig finde. Aber wenn die Vernunft alle Eingeweide der Dinge durchwühlt und ihnen alle Adern öffnet, daß sie sich daraus entgegenspringen möge, so wird sie nicht zu diesem Glücke gelangen, sondern muß an ihr selbst vorher sich vollendet haben, um dann ihre Vollendung erfahren zu können.
Initially, merely intoning itself in actuality or knowing the latter only as the its own in general, it proceeds in this sense to the universal appropriation of its assured property, planting the emblem of its sovereignty on all heights and in all depths. But this superficial mine is not its ultimate interest. The joy of this universal appropriation finds in its property the alien Other that abstract reason does not possess within itself. Reason intuits itself as a deeper essence, for the pure I is and must demand that the distinction, the manifold being, become its own, that it behold itself as actuality and find itself present as shape and thing. But if reason rummages through all the entrails of things and opens every vein so that it might leap forth to meet itself, it will not attain this bliss. It must first have completed itself within itself to then be able to experience its completion.
Das Bewußtsein beobachtet, d.h. die Vernunft will sich als seienden Gegenstand, als wirkliche, sinnlich-gegenwärtige Weise finden und haben. Das Bewußtsein dieses Beobachtens meint und sagt wohl, daß es nicht sich selbst, sondern im Gegenteil das Wesen der Dinge als der Dinge erfahren wolle. Daß dies Bewußtsein dies meint und sagt, liegt darin, daß es Vernunft ist, aber ihm die Vernunft noch nicht als solche Gegenstand ist. Wenn es die Vernunft als gleiches Wesen der Dinge und seiner selbst wüßte, und daß sie nur in dem Bewußtsein in ihrer eigentümlichen Gestalt gegenwärtig sein[186] kann, so würde es vielmehr in seine eigene Tiefe steigen und sie darin suchen als in den Dingen. Wenn es sie in dieser gefunden hätte, würde sie von da wieder heraus an die Wirklichkeit gewiesen werden, um in dieser ihren sinnlichen Ausdruck anzuschauen, würde aber ihn sogleich wesentlich als Begriff nehmen. Die Vernunft, wie sie unmittelbar als die Gewißheit des Bewußtseins, alle Realität zu sein, auftritt, nimmt ihre Realität in dem Sinne der Unmittelbarkeit des Seins und ebenso die Einheit des Ich mit diesem gegenständlichen Wesen in dem Sinne einer unmittelbaren Einheit, an der sie die Momente des Seins und des Ich noch nicht getrennt und wieder vereinigt oder die sie noch nicht erkannt hat. Sie geht daher als beobachtendes Bewußtsein an die Dinge, In der Meinung, daß sie diese als sinnliche, dem Ich entgegengesetzte Dinge in Wahrheit nehme; allein ihr wirkliches Tun widerspricht dieser Meinung, denn sie erkennt die Dinge, sie verwandelt ihre Sinnlichkeit in Begriffe, d.h. eben in ein Sein, welches zugleich Ich ist, das Denken somit In ein seiendes Denken oder das Sein in ein gedachtes Sein, und behauptet in der Tat, daß die Dinge nur als Begriffe Wahrheit haben. Für dies beobachtende Bewußtsein wird darin nur dies, was die Dinge sind, für uns aber, was es selbst ist; das Resultat seiner Bewegung aber wird dies sein, für sich selbst dies zu werden, was es an sich ist.
Consciousness observes—that is, Reason seeks to find and possess itself as an existent object, as an actual, sensuously present mode. The consciousness of this observation intends and indeed declares that it seeks to experience not itself, but rather the essence of things as things. That it holds and expresses this intention arises from its being Reason, though Reason has not yet become its explicit object. If it knew Reason as the identical essence of things and itself—and that Reason can only be present in consciousness in its proper form—it would instead descend into its own depths and seek Reason there rather than in things. Having found Reason within itself, it would then be directed back to actuality to intuit Reason’s sensory expression therein, yet immediately grasp this expression as Concept. Reason, as it immediately appears as the certainty of consciousness that it is all reality, takes its reality in the sense of the immediacy of Being and likewise interprets the unity of the I with this objective essence as an immediate unity in which the moments of Being and the I remain undivided and unmediated, or unrecognized. Thus, as observing consciousness, it approaches things under the illusion that it is apprehending them as sensory entities opposed to the I. Yet its actual activity contradicts this illusion, for it comprehends things, transforming their sensory being into Concepts—that is, into a Being that is simultaneously the I. Thus, it turns thinking into existent thinking and Being into conceptualized Being, asserting in truth that things have validity only as Concepts. For this observing consciousness, only what things are appears as such; for us, however, what it itself is becomes apparent. The result of its movement will be that it becomes for itself what it is in itself.
Das Tun der beobachtenden Vernunft ist in den Momenten seiner Bewegung zu betrachten, wie sie die Natur, den Geist und endlich die Beziehung beider als sinnliches Sein aufnimmt und sich als seiende Wirklichkeit sucht.[187]
The activity of observing Reason must be examined in the moments of its progression as it takes up nature, spirit, and finally their relation as sensory being, seeking itself as existent actuality.[187]
a. Beobachtung der Natur
a. Observation of Nature
Wenn das gedankenlose Bewußtsein das Beobachten und Erfahren als die Quelle der Wahrheit ausspricht, so mögen wohl seine Worte so lauten, als ob es allein um ein Schmecken,[187] Riechen, Fühlen, Hören und Sehen zu tun sei; es vergißt in dem Eifer, womit es das Schmecken, Riechen usf. empfiehlt, zu sagen, daß es in der Tat auch ebenso wesentlich den Gegenstand dieses Empfindens sich schon bestimmt hat und diese Bestimmung ihm wenigstens soviel gilt als Jenes Empfinden. Es wird auch sogleich eingestehen, daß es ihm nicht so überhaupt nur ums Wahrnehmen zu tun sei, und [wird] z.B. die Wahrnehmung, daß dies Federmesser neben dieser Tabaksdose liegt, nicht für eine Beobachtung gelten lassen. Das Wahrgenommene soll wenigstens die Bedeutung eines Allgemeinen, nicht eines sinnlichen Diesen haben.
When thoughtless consciousness declares observation and experience to be the source of truth, its words may suggest that tasting, smelling, touching, hearing, and seeing alone are at stake. Yet in its zeal to extol these senses, it forgets to state that it has already essentially determined the object of sensation, and that this determination holds at least as much significance as the sensing itself. It will readily admit that it is not concerned with mere perception in general. For example, it would not consider the perception that this penknife lies next to this snuffbox as an observation. The perceived must carry at least the significance of a universal, not a sensory this.
Dies Allgemeine Ist so nur erst das Sichgleichbleibende; seine Bewegung nur das gleichförmige Wiederkehren desselben Tuns. Das Bewußtsein, welches insofern im Gegenstande nur die Allgemeinheit oder das abstrakte Mein findet, muß die eigentliche Bewegung desselben auf sich selbst nehmen [und], indem es noch nicht der Verstand desselben ist, wenigstens sein Gedächtnis sein, welches das, was in der Wirklichkeit nur auf einzelne Weise vorhanden ist, auf allgemeine Weise ausdrückt. Dies oberflächliche Herausheben aus der Einzelheit und die ebenso oberflächliche Form der Allgemeinheit, worein das Sinnliche nur aufgenommen wird, ohne an sich selbst Allgemeines geworden zu sein, das Beschreiben der Dinge hat noch in dem Gegenstande selbst die Bewegung nicht; sie ist vielmehr nur in dem Beschreiben. Der Gegenstand, wie er beschrieben ist, hat daher das Interesse verloren; ist der eine beschrieben, so muß ein anderer vorgenommen und immer gesucht werden, damit das Beschreiben nicht ausgehe. Ist es nicht so leicht mehr, neue ganze Dinge zu finden, so muß zu den schon gefundenen zurückgegangen werden, sie weiter zu teilen, auseinanderzulegen und neue Seiten der Dingheit an ihnen noch aufzuspüren. Diesem rastlosen, unruhigen Instinkte kann es nie an Material gebrechen; eine neue ausgezeichnete Gattung zu finden oder gar einen neuen Planeten, dem, ob er zwar ein Individuum ist, doch die Natur eines Allgemeinen zukommt,[188] kann nur Glücklichen zuteil werden. Aber die Grenze dessen, was wie der Elephant, die Eiche, das Gold ausgezeichnet, was Gattung und Art ist, geht durch viele Stufen in die unendliche Besonderung der chaotischen Tiere und Pflanzen, der Gebirgsarten oder der durch Gewalt und Kunst erst darzustellenden Metalle, Erden usf. über. In diesem Reiche der Unbestimmtheit des Allgemeinen, worin die Besonderung wieder der Vereinzelung sich nähert und in sie hie und da auch wieder ganz herabsteigt, ist ein unerschöpflicher Vorrat fürs Beobachten und Beschreiben aufgetan. Hier aber, wo ihm ein unübersehbares Feld sich eröffnet, an der Grenze des Allgemeinen kann es vielmehr statt eines unermeßlichen Reichtums nur die Schranke der Natur und seines eigenen Tuns gefunden haben; es kann nicht mehr wissen, ob das an sich zu sein Scheinende nicht eine Zufälligkeit ist; was das Gepräge eines verwirrten oder unreifen, schwachen und der elementarischen Unbestimmtheit kaum sich entwickelnden Gebildes an sich trägt, kann nicht darauf Anspruch machen, auch nur beschrieben zu werden.
This universal is initially only the self-identical; its movement is the uniform recurrence of the same activity. Since consciousness here finds in the object only universality or the abstract mine, it must take upon itself the actual movement of the object. Not yet being the object’s understanding, it must at least be its memory—a memory that expresses what exists in actuality only in singular form in a universal manner. This superficial extraction from singularity into the equally superficial form of universality, wherein the sensory is merely subsumed without having become universal in itself—this description of things—does not yet contain the movement within the object itself. The movement lies solely in the describing. The object, once described, thus loses interest; once one is described, another must be taken up, lest the describing cease. If discovering new whole things becomes difficult, one must return to those already found, dissecting them further to uncover new aspects of their thinghood. This restless, insatiable instinct will never lack material. Discovering a new distinguished genus or even a new planet—an individual that nonetheless partakes of universality[188]—is a feat reserved for the fortunate. Yet the boundary of what is considered distinguished—like the elephant, the oak, gold—as genus and species dissolves into the infinite particularization of chaotic animals and plants, mountain ranges, or metals and earths that require force and art to manifest. In this realm of the indeterminacy of the universal, where particularization verges on singularity and occasionally collapses into it entirely, an inexhaustible store for observation and description is laid bare. Yet here, at the limit of the universal, where an immeasurable field seems to open, consciousness may instead discover only the limitation of nature and its own activity. It can no longer discern whether what appears to be in-itself is not contingency. What bears the mark of a confused or immature formation—a feeble entity barely emerging from elemental indeterminacy—cannot even claim the dignity of being described.
Wenn es diesem Suchen und Beschreiben nur um die Dinge zu tun zu sein scheint, so sehen wir es in der Tat nicht an dem sinnlichen Wahrnehmen fortlaufen; sondern das, woran die Dinge erkannt werden, ist ihm wichtiger als der übrige Umfang der sinnlichen Eigenschaften, welche das Ding selbst wohl nicht entbehren kann, aber deren das Bewußtsein sich entübrigt. Durch diese Unterscheidung in das Wesentliche und Unwesentliche erhebt sich der Begriff aus der sinnlichen Zerstreuung empor, und das Erkennen erklärt darin, daß es ihm wenigstens ebenso wesentlich um sich selbst als um die Dinge zu tun ist. Es gerät bei dieser gedoppelten Wesentlichkeit in ein Schwanken, ob das, was für das Erkennen das Wesentliche und Notwendige ist, es auch an den Dingen sei. Einesteils sollen die Merkmale nur dem Erkennen dienen, wodurch es die Dinge voneinander unterscheide; aber andernteils [soll] nicht das Unwesentliche der Dinge erkannt werden, sondern das, wodurch sie selbst aus der[189] allgemeinen Kontinuität des Seins überhaupt sich losreißen, sich von dem Anderen abscheiden und für sich sind. Die Merkmale sollen nicht nur wesentliche Beziehung auf das Erkennen haben, sondern auch die wesentlichen Bestimmtheiten der Dinge, und das künstliche System soll dem Systeme der Natur selbst gemäß sein und nur dieses ausdrücken. Aus dem Begriff der Vernunft ist dies notwendig, und der Instinkt derselben – denn sie verhält sich nur als solcher in diesem Beobachten – hat auch in seinen Systemen diese Einheit erreicht, wo nämlich ihre Gegenstände selbst so beschaffen sind, daß sie eine Wesentlichkeit oder ein Fürsich-sein an ihnen haben und nicht nur Zufall dieses Augenblicks oder dieses Hier sind. Die Unterscheidungsmerkmale der Tiere z.B. sind von den Klauen und Zähnen genommen; denn in der Tat unterscheidet nicht nur das Erkennen dadurch ein Tier von dem anderen, sondern das Tier scheidet sich dadurch selbst ab; durch diese Waffen erhält es sich für sich und gesondert von dem Allgemeinen. Die Pflanze dagegen kommt nicht zum Fürsichsein, sondern berührt nur die Grenze der Individualität; an dieser Grenze, wo sie den Schein der Entzweiung in Geschlechter aufzeigt, ist sie deswegen aufgenommen und unterschieden worden. Was aber weiter hinuntersteht, kann sich nicht mehr selbst von anderem unterscheiden, sondern geht verloren, Indem es in den Gegensatz kommt. Das ruhende Sein und das Sein im Verhältnisse kommt in Streit miteinander, das Ding ist in diesem etwas anderes als nach Jenem, da hingegen das Individuum dies ist, im Verhältnisse zu anderem sich zu erhalten. Was aber dies nicht vermag und chemischerweise ein anderes wird, als es empirischerweise ist, verwirrt das Erkennen und bringt es in denselben Streit, ob es sich an die eine und andere Seite halten soll, da das Ding selbst nichts Gleichbleibendes ist und sie an ihm auseinanderfallen.
While this seeking and describing may seem concerned merely with things, we observe that in truth it does not remain with sensory perception. Rather, that by which things are cognized becomes more significant to it than the remaining scope of sensory properties — which the thing itself cannot do without — but which consciousness dispenses with. Through this distinction into the Essential and the Inessential, the Concept elevates itself from sensory dispersion, and cognition thereby declares that it is at least as essentially concerned with itself as with things. Through this dual essentiality, it falls into uncertainty: whether what is essential and necessary for cognition is also so in the things themselves. On one hand, characteristics are said to serve cognition merely as means to distinguish things from one another. Yet on the other, [it is claimed that] cognition should grasp not the inessential aspects of things but rather that through which they tear themselves free from the universal continuum of Being as such, separate themselves from the Other, and exist for themselves. Characteristics must not only bear an essential relation to cognition but must also express the essential determinacies of things themselves. The artificial system must correspond to the system of nature itself and merely express it. This necessity arises from the Concept of Reason, and Reason’s instinct — for in this observing activity, it operates only as such — has indeed achieved this unity in its systems. Here, objects are constituted such that they possess an essentiality or being-for-themselves, rather than being mere contingencies of this moment or this Here. The distinguishing characteristics of animals, for instance, are drawn from claws and teeth. For in truth, it is not merely cognition that differentiates one animal from another through these features; the animal separates itself thereby. Through these weapons, it maintains itself for itself, distinct from the universal. The plant, by contrast, never attains being-for-itself but merely touches the threshold of individuality. At this threshold — where it displays the semblance of sundering into genders — it has been classified and distinguished. What lies further down the hierarchy, however, can no longer differentiate itself from others but perishes when it enters opposition. Quiescent being and being-in-relation come into conflict: the thing is something other in relation than it is in quiescence. The individual, however, is precisely this: to preserve itself in relation to others. But what cannot do this and becomes other in a chemical manner than it is empirically confounds cognition, plunging it into the same conflict over whether to adhere to one aspect or the other — since the thing itself lacks constancy, and these aspects disintegrate within it.
In solchen Systemen des allgemeinen Sichgleichbleibenden hat also dieses die Bedeutung, ebensowohl das Sidigleich-bleibende des Erkennens wie der Dinge selbst zu sein. Allein[190] diese Ausbreitung der gleichbleibenden Bestimmtheiten, deren Jede ruhig die Reihe ihres Fortgangs beschreibt und Raum erhält, um für sich zu gewähren, geht wesentlich ebensosehr in ihr Gegenteil über, in die Verwirrung dieser Bestimmtheiten; denn das Merkmal, die allgemeine Bestimmtheit, ist die Einheit des Entgegengesetzten, des Bestimmten und des an sich Allgemeinen; sie muß also in diesen Gegensatz auseinandertreten. Wenn nun die Bestimmtheit nach einer Seite das Allgemeine, worin sie ihr Wesen hat, besiegt, so erhält dieses dagegen auf der ändern Seite ebenso sich seine Herrschaft über sie, treibt die Bestimmtheit an ihre Grenze, vermischt da ihre Unterschiede und Wesentlichkeiten. Das Beobachten, welches sie ordentlich auseinanderhielt und an ihnen etwas Festes zu haben glaubte, sieht über ein Prinzip die anderen herübergreifen, Übergänge und Verwirrungen sich bilden, und in diesem das verbunden, was es zuerst für schlechthin getrennt nahm, und getrennt, was es zusammenrechnete; so daß dies Festhalten an dem ruhigen sich gleichbleibenden Sein sich hier gerade in seinen allgemeinsten Bestimmungen, z. B, was das Tier, die Pflanze für wesentliche Merkmale habe, mit Instanzen geneckt sehen muß, die ihm jede Bestimmung rauben, die Allgemeinheit, zu der es sich erhob, zum Verstummen bringen und es aufs gedankenlose Beobachten und Beschreiben zurücksetzen.
In such systems of universal self-identity, this self-sameness signifies being equally the self-identical element of cognition and of the things themselves. Yet this expansion of self-identical determinacies — each of which serenely traces its own progression and secures space to hold sway for itself — essentially transitions into its opposite: the confusion of these determinacies. For the characteristic, the universal determinacy, is the unity of opposites — the determinate and the universal-in-itself. It must therefore split apart into this opposition. When determinacy overcomes the universal (wherein lies its essence) on one side, the universal conversely reasserts its dominion over determinacy on the other, driving determinacy to its limit and mingling its distinctions and essentialities. Observation, which neatly sorted them apart and believed it had something fixed in them, now sees one principle encroaching upon others, transitions and confusions forming — what it first took as absolutely separate now united, and what it grouped together now separated. Thus, this clinging to tranquil self-identical Being finds itself mocked in its most universal determinations — such as what constitutes the essential characteristics of animals or plants — by counter-instances that strip it of every determinacy, silence the universality it had attained, and thrust it back into thoughtless observing and describing.
Dieses sich auf das Einfache einschränkende oder die sinnliche Zerstreuung durch das Allgemeine beschränkende Beobachten findet also an seinem Gegenstande die Verwirrung seines Prinzips, weil das Bestimmte durch seine Natur sich in seinem Gegenteile verlieren muß; die Vernunft muß darum vielmehr von der trägen Bestimmtheit, die den Schein des Bleibens habe, zur Beobachtung derselben, wie sie in Wahrheit ist, nämlich sich auf ihr Gegenteil zu. beziehen, fortgehen. Was wesentliche Merkmale genannt werden, sind ruhende Bestimmtheiten, welche so, wie sie als einfache sich ausdrücken und aufgefaßt werden, nicht das, was ihre Natur[191] ausmacht, verschwindende Momente der sich in sich zurücknehmenden Bewegung zu sein, darstellen. Indem jetzt der Vernunftinstinkt dazu kommt, die Bestimmtheit ihrer Natur gemäß, wesentlich nicht für sich zu sein, sondern in das Entgegengesetzte überzugehen, aufzusuchen, sucht er nach dem Gesetze und dem Begriffe desselben; zwar nach ihnen ebenso als seiender Wirklichkeit, aber diese wird ihm in der Tat verschwinden, und die Seiten des Gesetzes [werden ihm] zu reinen Momenten oder Abstraktionen werden, so daß das Gesetz in der Natur des Begriffes hervortritt, welcher das gleichgültige Bestehen der sinnlichen Wirklichkeit an sich vertilgt hat.
Observation, which restricts itself to the simple or confines sensory dispersion through the universal, thus discovers in its object the confusion of its principle. For by its nature, the determinate must dissolve into its opposite. Reason must therefore proceed from inert determinacy (which bears the semblance of permanence) to observing it as it truly is: namely, as relating to its opposite. What are called essential characteristics are quiescent determinacies. When expressed and grasped as simple, they fail to present themselves as what their nature constitutes: vanishing moments of the movement withdrawing into itself. Now that the instinct of Reason arrives at seeking determinacy in accordance with its nature — recognizing that it is essentially not self-subsistent but transitions into its opposite — it seeks the law and the Concept of the law. To be sure, it seeks them as existent actuality. But this actuality will in truth vanish, and the aspects of the law [will] become pure moments or abstractions, so that the law emerges in the nature of the Concept — which has annihilated within itself the indifferent subsistence of sensory actuality.
Dem beobachtenden Bewußtsein ist die Wahrheit des Gesetzes in der Erfahrung als in der Weise, daß sinnliches Sein für es ist; nicht an und für sich selbst. Wenn aber das Gesetz nicht in dem Begriffe seine Wahrheit hat, so ist es etwas Zufälliges, nicht eine Notwendigkeit, oder in der Tat nicht ein Gesetz. Aber daß es wesentlich als Begriff ist, widerstreitet nicht nur dem nicht, daß es für die Beobachtung vorhanden ist, sondern hat darum vielmehr notwendiges Dasein und ist für die Beobachtung. Das Allgemeine im Sinne der Vernunflallgemeinheit ist auch allgemein in dem Sinne, den jener an ihm hat, daß es für das Bewußtsein sich als das Gegenwärtige und Wirkliche oder daß der Begriff sich in der Weise der Dingheit und des sinnlichen Seins darstellt, – aber ohne darum seine Natur zu verlieren und in das träge Bestehen oder die gleichgültige Aufeinanderfolge hinabgefallen zu sein. Was allgemein gültig ist, ist auch allgemein geltend; was sein soll, ist in der Tat auch, und was nur sein soll, ohne zu sein, hat keine Wahrheit. Hieran bleibt der Instinkt der Vernunft mit Recht seinerseits fest hängen und läßt sich nicht durch die Gedanken-dinge, die nur sein sollen und als Sollen Wahrheit haben sollen, ob sie schon in keiner Erfahrung angetroffen werden, – durch die Hypothesen sowenig als durch alle anderen Unsichtbarkeiten eines perennierenden Sollens irremachen;[192] denn die Vernunft ist eben diese Gewißheit, Realität zu haben, und was nicht als ein Selbstwesen für das Bewußtsein ist, d.h. was nicht erscheint, ist für es gar nichts.
For observational consciousness, the truth of the law resides in experience – that is, in the manner in which sensible being exists for it, not in and for itself. Yet if the law does not have its truth in the Concept, it becomes something contingent, lacking necessity – in truth, not a law at all. However, that the law is essentially as Concept not only does not contradict its existence for observation but rather necessitates its existence [Dasein] and makes it present for observation. The universal in the sense of rational universality is also universal in the sense consciousness attributes to it – namely, as something present and actual for consciousness, or as the Concept manifesting itself in the form of thinghood and sensible being. Yet it does not thereby lose its nature to degenerate into inert subsistence or indifferent succession. What is universally valid is also universally effective; what ought to be indeed is, and what merely ought to be without being has no truth. Here the instinct of reason rightly clings to its conviction and refuses to be misled by thought-things that are supposed merely to be and claim truth as an ought – whether through hypotheses or other invisibilities of a perpetual ought – for reason is precisely this certainty of having reality. What is not a self-subsistent being for consciousness – what does not appear – is nothing to it.
Daß die Wahrheit des Gesetzes wesentlich Realität ist, wird zwar diesem bei dem Beobachten bleibenden Bewußtsein wieder zu einem Gegensatze gegen den Begriff und gegen das an sich Allgemeine; oder ein solches, wie sein Gesetz ist, ist ihm nicht ein Wesen der Vernunft; es meint darin etwas Fremdes zu erhalten. Allein es widerlegt diese seine Meinung durch die Tat, in welcher es selbst seine Allgemeinheit nicht in dem Sinne nimmt, daß alle einzelnen sinnlichen Dinge ihm die Erscheinung des Gesetzes gezeigt haben mußten, um die Wahrheit desselben behaupten zu können. Daß die Steine, von der Erde aufgehoben und freigelassen, fallen, dazu fordert es gar nicht, daß mit allen Steinen dieser Versuch gemacht werde; es sagt vielleicht wohl, daß dies wenigstens mit sehr vielen müsse versucht worden sein, woraus dann auf die übrigen mit größter Wahrscheinlichkeit oder mit vollem Rechte nach der Analogie geschlossen werden könne. Allein die Analogie gibt nicht nur kein volles Recht, sondern sie widerlegt, um ihrer Naturwillen, sich so oft, daß, nach der Analogie selbst zu schließen, die Analogie vielmehr keinen Schluß zu machen erlaubt. Die Wahrscheinlichkeit, auf welche sich das Resultat derselben reduzieren würde, verliert gegen die Wahrheit allen Unterschied von geringerer und größerer Wahrscheinlichkeit; sie sei so groß, als sie will, ist sie nichts gegen die Wahrheit. Der Instinkt der Vernunft nimmt aber in der Tat solche Gesetze für Wahrheit an, und erst in Beziehung auf ihre Notwendigkeit, die er nicht erkennt, gerät er in diese Unterscheidung und setzt die Wahrheit der Sache selbst zur Wahrscheinlichkeit herab, um die unvollkommene Weise, in welcher die Wahrheit für das Bewußtsein, das die Einsicht in den reinen Begriff noch nicht erreicht hat, vorhanden ist, zu bezeichnen; denn die Allgemeinheit ist nur als einfache unmittelbare Allgemeinheit vorhanden. Aber zugleich um ihrer willen hat das Gesetz[193] für das Bewußtsein Wahrheit; daß der Stein fällt, ist ihm darum wahr, weil ihm der Stein schwer ist, d.h. weil er in der Schwere an und für sich selbst die wesentliche Beziehung auf die Erde hat, die sich als Fall ausdrückt. Es hat also in der Erfahrung das Sein des Gesetzes, aber ebenso dasselbe als Begriff, und nur um beider Umstände willen zusammen ist es ihm wahr; es gilt darum als Gesetz, weil es in der Erscheinung sich darstellt und zugleich an sich selbst Begriff ist.
That the truth of the law is essentially reality appears to this observation-bound consciousness as an opposition to the Concept and the universal-in-itself. Such a law is not regarded as an essence of reason; consciousness believes it has here acquired something alien. Yet it refutes this opinion through its own deed, for it does not take universality to mean that all singular sensible things must have demonstrated the law’s appearance to validate its truth. When stones lifted from the earth and released fall, it does not demand that this experiment be performed with all stones. It might say that at least many stones must have been tested, from which the rest could be inferred by analogy with the greatest probability or full right. Yet analogy not only provides no full right but, by its very nature, often refutes itself – for analogy itself would prohibit such an inference. The probability to which the result reduces loses all distinction between lesser and greater probability when measured against truth. However great probability may be, it is nothing against truth. Yet the instinct of reason in fact accepts such laws as truth, and only in relation to their necessity – which it does not comprehend – does it fall into this distinction, degrading the truth of the matter itself to probability to mark the imperfect mode in which truth exists for a consciousness that has not yet attained insight into the pure Concept. For universality here exists only as simple immediate universality. Yet it is precisely for this reason that the law has truth for consciousness: that the stone falls is true because the stone is heavy – that is, because in gravity it has in and for itself an essential relation to the earth, expressed as falling. Thus, consciousness finds the being of the law in experience, but equally as Concept, and only the conjunction of both circumstances makes it true. The law is valid because it manifests itself in appearance and is simultaneously Concept in itself.
Der Vernunftinstinkt dieses Bewußtseins geht, weil das Gesetz zugleich an sich Begriff ist, notwendig, aber ohne zu wissen, daß er dies will, selbst darauf, das Gesetz und seine Momente zum Begriffe zu reinigen. Er stellt Versuche über das Gesetz an. Wie das Gesetz zuerst erscheint, stellt es sich unrein, umhüllt von einzelnem sinnlichen Sein, [und] der Begriff, der seine Natur ausmacht, im empirischen Stoff versenkt dar. Der Vernunftinstinkt geht in seinen Versuchen darauf, zu finden, was unter diesen und jenen Umständen erfolge. Das Gesetz scheint hierdurch nur um so mehr in sinnliches Sein getaucht zu werden; allein dies geht darin vielmehr verloren. Diese Forschung hat die innere Bedeutung, reine Bedingungen des Gesetzes zu finden; was nichts anderes sagen will (wenn auch das Bewußtsein, das sich so ausdrückt, meinen sollte, es sage damit etwas anderes), als das Gesetz ganz in die Gestalt des Begriffes zu erheben und alle Gebundenheit seiner Momente an bestimmtes Sein zu tilgen. Die negative Elektrizität z.B., welche etwa zuerst als Harzelektrizität, so wie die positive als Glaselektrizität sich ankündigt, verliert durch die Versuche ganz diese Bedeutung und wird rein zur positiven und negativen Elektrizität, deren jede nicht einer besonderen Art von Dingen mehr angehört; und es hört auf, gesagt werden zu können, daß es Körper gibt, die positiv elektrisch, andere, die negativ elektrisch sind. So macht auch das Verhältnis von Säure und Base und deren Bewegung gegeneinander ein Gesetz aus, worin diese Gegensätze als Körper erscheinen. Allein diese abgesonderten Dinge haben keine Wirklichkeit; die Gewalt,[194] welche sie auseinanderreißt, kann sie nicht hindern, sogleich in einen Prozeß wieder einzutreten; denn sie sind nur diese Beziehung. Sie können nicht wie ein Zahn oder eine Klaue für sich bleiben und so aufgezeigt werden. Daß dies ihr Wesen ist, unmittelbar in ein neutrales Produkt überzugehen, macht ihr Sein zu einem an sich aufgehobenen oder zu einem allgemeinen, und Säure und Base haben Wahrheit nur als Allgemeine. Wie also Glas und Harz ebensowohl positiv als negativ elektrisch sein kann, so ist Säure und Base nicht als Eigenschaft an diese oder jene Wirklichkeit gebunden, sondern jedes Ding ist nur relativ sauer oder basisch; was dezidierte Base oder Säure zu sein scheint, erhält in den sogenannten Synsomatien die entgegengesetzte Bedeutung zu einem anderen. – Das Resultat der Versuche hebt auf diese Weise die Momente oder Begeistungen als Eigenschaften der bestimmten Dinge auf und befreit die Prädikate von ihren Subjekten. Diese Prädikate werden, wie sie in Wahrheit sind, nur als allgemeine gefunden; um dieser Selbständigkeit willen erhalten sie daher den Namen von Materien, welche weder Körper noch Eigenschaften sind, und man hütet sich wohl, Sauerstoff usf., positive und negative Elektrizität, Wärme usw. Körper zu nennen.
The instinct of Reason in this consciousness necessarily aims – though without knowing that this is its will – to purify the law and its moments into the Concept, since the law is at the same time inherently the Concept. It conducts experiments upon the law. As the law first appears, it presents itself as impure, shrouded in singular sensory Being, [and] the Concept – which constitutes its nature – immersed in empirical material. The instinct of Reason, in its experiments, seeks to discover what occurs under these or those circumstances. Hereby, the law seems only to plunge deeper into sensory Being; yet precisely through this, sensory Being itself dissolves. The inner significance of this inquiry is to find the pure conditions of the law – which means nothing other (even if the consciousness expressing itself in this way believes it means something else) than raising the law entirely into the form of the Concept and eradicating all constraints binding its moments to determinate Being. For example, negative electricity, which initially announces itself as resinous electricity, and positive as vitreous electricity, loses this significance entirely through experimentation and becomes purely positive and negative electricity, neither of which belongs to a particular kind of thing anymore. Thus, one can no longer say that certain bodies are positively electric and others negatively electric. Similarly, the relation of acid and base and their movement against each other forms a law in which these opposites appear as bodies. However, these isolated things have no actuality; the force[194] that tears them apart cannot prevent them from immediately re-entering a process, for they are only this relation. They cannot subsist independently like a tooth or a claw and be exhibited as such. Their essence – to transition directly into a neutral product – transforms their Being into something inherently sublated, a universal, and acid and base have truth only as universals. Just as glass and resin can be either positively or negatively electric, so too are acidity and alkalinity not bound as properties to this or that actuality; rather, each thing is only relatively acidic or basic. What appears decisively as a base or acid assumes the opposite significance in so-called synsomaties when related to another. – The result of experiments thus sublates the moments or determinations as properties of specific things and liberates predicates from their subjects. These predicates, as they truly are, are found only as universals. On account of this independence, they are named matters, which are neither bodies nor properties, and one carefully avoids calling oxygen, positive and negative electricity, heat, etc., bodies.
Die Materie ist hingegen nicht ein seiendes Ding, sondern das Sein als allgemeines oder in der Weise des Begriffs. Die Vernunft, welche noch Instinkt [ist], macht diesen richtigen Unterschied ohne das Bewußtsein, daß sie, indem sie das Gesetz an allem sinnlichen Sein versucht, eben darin sein nur sinnliches Sein aufhebt, und [daß], indem sie seine Momente als Materien auffaßt, ihre Wesenheit ihm zum Allgemeinen geworden und in diesem Ausdrucke als ein unsinnliches Sinnliches, als ein körperloses und doch gegenständliches Sein ausgesprochen ist.
However, matter is not an existing thing but Being as universal – that is, in the mode of the Concept. Reason, which is still instinct, makes this correct distinction without consciousness, for in testing the law against all sensory Being, it precisely sublates the latter’s merely sensory existence. By grasping the law’s moments as matters, their essentiality becomes a universal, expressed in this terminology as a nonsensuous sensuousness – an incorporeal yet objective Being.
Es ist nun zu sehen, welche Wendung für ihn sein Resultat nimmt und welche neue Gestalt seines Beobachtens damit auftritt. Als die Wahrheit dieses versuchenden Bewußtseins sehen wir das reine Gesetz, welches sich vom sinnlichen Sein[195] befreit; wir sehen es als Begriff, der im sinnlichen Sein vorhanden, aber in ihm selbständig und ungebunden sich bewegt, in es versenkt frei davon und einfacher Begriff ist. Dies, was in Wahrheit das Resultat und Wesen ist, tritt für dies Bewußtsein nun selbst, aber als Gegenstand auf, und zwar, indem er eben für es nicht Resultat und ohne die Beziehung auf die vorhergehende Bewegung ist, als eine besondere Art von Gegenstand, und sein Verhältnis zu diesem als ein anderes Beobachten.
We must now observe how this result takes shape for consciousness and what new form of observation thereby emerges. The truth of this experimenting consciousness is the pure law, liberated from sensory Being;[195] we see it as the Concept, which exists within sensory Being yet moves independently and unbound within it – immersed in sensory Being yet free from it, a simpler Concept. This, which in truth is the Result and essence, now appears to this consciousness itself as an object. However, since for consciousness this object is not a Result and lacks relation to the preceding movement, it appears as a particular kind of object, and its relation to it becomes another mode of observation.
Solcher Gegenstand, welcher den Prozeß in der Einfachheit des Begriffes an ihm hat, ist das Organische. Es ist diese absolute Flüssigkeit, worin die Bestimmtheit, durch welche es nur für Anderes wäre, aufgelöst ist. Wenn das unorganische Ding die Bestimmtheit zu seinem Wesen hat und deswegen nur mit einem anderen Dinge zusammen die Vollständigkeit der Momente des Begriffs ausmacht und daher in die Bewegung tretend verloren geht, so sind dagegen an dem organischen Wesen alle Bestimmtheiten, durch welche es für Anderes offen ist, unter die organische einfache Einheit gebunden; es tritt keine als wesentlich auf, welche sich frei auf Anderes bezöge, und das Organische erhält sich daher in seiner Beziehung selbst.
Such an object, which harbors the process within the simplicity of the Concept, is the organic. It is this absolute fluidity in which the determinateness – through which it would exist merely for an other – is dissolved. Whereas the inorganic thing has determinateness as its essence and thus, by existing only in conjunction with another thing to form the complete moments of the Concept, perishes when entering into movement, all determinatenesses through which the organic being is exposed to others are bound within the organic simple unity. None appears as essential in a free relation to another, and thus the organic sustains itself even in its relation.
Die Seiten des Gesetzes, auf dessen Beobachtung hier der Vernunftinstinkt geht, sind, wie aus dieser Bestimmung folgt, zunächst die organische Natur und die unorganische in ihrer Beziehung aufeinander. Diese letztere ist für die organische eben die ihrem einfachen Begriffe entgegengesetzte Freiheit der losgebundenen Bestimmtheiten, in welchen die individuelle Natur zugleich aufgelöst [ist] und aus deren Kontinuität sie zugleich sich absondert und für sich ist. Luft, Wasser, Erde, Zonen und Klima sind solche allgemeine Elemente, die das unbestimmte einfache Wesen der Individualitäten ausmachen und worin diese zugleich in sich reflektiert sind. Weder die Individualität ist schlechthin an und für sich, noch das Elementarische, sondern in der selbständigen Freiheit, in welcher sie für die Beobachtung[196] gegeneinander auftreten, verhalten sie sich zugleich als wesentliche Beziehungen, aber so, daß die Selbständigkeit und Gleichgültigkeit beider gegeneinander das Herrschende ist und nur zum Teil in die Abstraktion übergeht. Hier ist also das Gesetz als die Beziehung eines Elements auf die Bildung des Organischen vorhanden, welches das elementarische Seineinmal sich gegenüber hat und das andere Mal es an seiner organischen Reflexion darstellt. Allein solche Gesetze, daß die Tiere, welche der Luft angehören, von der Beschaffenheit der Vögel, welche dem Wasser, von der Beschaffenheit der Fische sind, nordische Tiere ein dickbehaartes Fell haben usf., zeigen sogleich eine Armut, welche der organischen Mannigfaltigkeit nicht entspricht. Außerdem daß die organische Freiheit diesen Bestimmungen ihre Formen wieder zu entziehen weiß und notwendig allenthalben Ausnahmen solcher Gesetze oder Regeln, wie man sie nennen wollte, darbietet, so bleibt dies an denjenigen selbst, welche unter sie fallen, eine so oberflächliche Bestimmung, daß auch der Ausdruck ihrer Notwendigkeit nicht anders sein kann und es nicht über den großen Einfluß hinausbringt; wobei man nicht weiß, was diesem Einflusse eigentlich angehört und was nicht. Dergleichen Beziehungen des Organischen auf das Elementarische sind daher in der Tat nicht Gesetze zu nennen; denn teils erschöpft, wie erinnert, eine solche Beziehung ihrem Inhalte nach gar nicht den Umfang des Organischen, teils bleiben aber auch die Momente der Beziehung selbst gleichgültig gegeneinander und drücken keine Notwendigkeit aus. Im Begriffe der Säure liegt der Begriff der Base, wie im Begriffe der positiven die negative Elektrizität; aber so sehr auch das dickbehaarte Fell mit dem Norden oder der Bau der Fische mit dem Wasser, der Bau der Vögel mit der Luft zusammen angetroffen werden mag, so liegt im Begriffe des Nordens nicht der Begriff dicker Behaarung, des Meeres nicht der des Baues der Fische, der Luft[197] nicht der des Baues der Vögel. Um dieser Freiheit beider Seiten gegeneinander willen gibt es auch Landtiere, welche die wesentlichen Charaktere eines Vogels, des Fisches haben usf. Die Notwendigkeit, weil sie als keine innere des Wesens begriffen werden kann, hört auch auf, sinnliches Dasein zu haben, und kann nicht mehr an der Wirklichkeit beobachtet werden, sondern ist aus ihr herausgetreten. So an dem realen Wesen selbst sich nicht findend, ist sie das, was teleologische Beziehung genannt wird, eine Beziehung, die den Bezogenen äußerlich und daher vielmehr das Gegenteil eines Gesetzes ist. Sie ist der von der notwendigen Natur ganz befreite Gedanke, welcher sie verläßt und über ihr sich für sich bewegt.
The sides of the law which the instinct of Reason here observes are, as follows from this determination, first the organic nature and the inorganic in their relation to each other. The latter is for the organic nature precisely the freedom of unbound determinacies opposed to its simple Concept, in which the individual nature is simultaneously dissolved and from whose continuity it simultaneously separates itself and exists for itself. Air, water, earth, zones, and climate are such universal elements that constitute the indeterminate simple essence of individualities and in which these are at once reflected into themselves. Neither is the individuality absolutely in and for itself, nor is the elemental; yet in the independent freedom in which they confront each other for observation[196], they simultaneously comport themselves as essential relations—though such that the independence and mutual indifference of both remains dominant and only partially transitions into abstraction. Here, then, the law exists as the relation of an element to the formation of the organic, which has the elemental being on one side as its counterpart and on the other presents it through its organic reflection. However, such laws—that animals belonging to the air are of avian nature, those of the water of piscine nature, northern animals have thick fur, etc.—immediately reveal a poverty that does not correspond to organic multiplicity. Moreover, since organic freedom knows how to withdraw its forms from these determinations and necessarily everywhere offers exceptions to such laws or rules (as one might call them), even those that fall under them remain such superficial determinations that the expression of their necessity cannot be other than vague and does not rise above great influence—leaving unclear what actually belongs to this influence and what does not. Such relations of the organic to the elemental cannot therefore truly be called laws; for partly, as noted, such a relation does not exhaust the scope of the organic in its content, and partly the moments of the relation themselves remain indifferent to each other and express no necessity. In the concept of acid lies the concept of base, as in that of positive electricity lies the negative; yet however much thick fur may be encountered alongside the north, the structure of fish with water, or the structure of birds with air, the concept of the north does not contain the concept of thick fur, nor that of the sea the structure of fish, nor that of air[197] the structure of birds. Due to this mutual freedom of both sides, there also exist land animals with the essential characteristics of birds, fish, etc. Necessity, since it cannot be grasped as an inner essence, ceases to have sensuous existence and can no longer be observed in actuality but has departed from it. Thus, not finding itself in the real essence itself, necessity becomes what is called a teleological relation—a relation that is external to the related terms and is therefore rather the opposite of a law. It is the thought entirely liberated from necessary nature, which abandons it and moves above it for itself.
Wenn die vorhin berührte Beziehung des Organischen auf die elementarische Natur das Wesen desselben nicht ausdrückt, so ist es dagegen in dem Zweckbegriffe enthalten. Diesem beobachtenden Bewußtsein zwar ist er nicht das eigene Wesen des Organischen, sondern fällt ihm außer demselben und ist dann nur jene äußerliche, teleologische Beziehung. Allein wie vorhin das Organische bestimmt worden, ist es in der Tat der reale Zweck selbst; denn indem es sich in der Beziehung auf Anderes selbst erhält, ist es eben dasjenige natürliche Wesen, in welchem die Natur sich in den Begriff reflektiert, und die an der Notwendigkeit auseinandergelegten Momente einer Ursache und einer Wirkung, eines Tätigen und eines Leidenden in eins zusammengenommen, so daß hier etwas nicht nur als Resultat der Notwendigkeit auftritt; sondern weil es in sich zurückgegangen ist, ist das Letzte oder das Resultat ebensowohl das Erste, welches die Bewegung anfängt, und sich der Zweck, den es verwirklicht. Das Organische bringt nicht etwas hervor, sondern erhält sich nur, oder das, was hervorgebracht wird, ist ebenso schon vorhanden, als es hervorgebracht wird.
If the previously mentioned relation of the organic to elemental nature does not express its essence, the latter is instead contained in the concept of purpose. For this observing consciousness, however, the concept is not the organic’s own essence but falls outside it and is thus merely that external teleological relation. Yet as the organic was previously determined, it is in truth the real purpose itself; for in preserving itself in relation to otherness, it is precisely that natural being in which nature reflects itself into the Concept, gathering into one the moments of cause and effect, of active and passive—moments that necessity had sundered apart—so that here something appears not merely as the result of necessity. Rather, because it has returned into itself, the last or result is equally the first, which initiates the movement, and the purpose it actualizes. The organic does not produce something but merely preserves itself, or what is produced is already present just as it is produced.
Diese Bestimmung ist, wie sie an sich und wie sie für den Vernunftinstinkt ist, näher zu erörtern, um zu sehen, wie er sich darin findet, sich aber in seinem Funde nicht erkennt.[198] Der Zweckbegriff also, zu dem die beobachtende Vernunft sich erhebt, wie es ihr bewußter Begriff ist, ist ebensosehr als ein Wirkliches vorhanden und ist nicht nur eine äußere Beziehung desselben, sondern sein Wesen. Dieses Wirkliche, welches selbst ein Zweck ist, bezieht sich zweckmäßig auf Anderes, heißt: seine Beziehung ist eine zufällige, nach dem, was beide unmittelbar sind; unmittelbar sind beide selbständig und gleichgültig gegeneinander. Das Wesen ihrer Beziehung aber ist ein anderes, als sie so zu sein scheinen, und ihr Tun hat einen anderen Sinn, als es unmittelbar für das sinnliche Wahrnehmen ist; die Notwendigkeit ist an dem, was geschieht, verborgen und zeigt sich erst am Ende, aber so, daß eben dies Ende zeigt, daß sie auch das Erste gewesen ist. Das Ende aber zeigt diese Priorität seiner selbst dadurch, daß durch die Veränderung, welche das Tun vorgenommen hat, nichts anderes herauskommt, als was schon war. Oder wenn wir vom Ersten anfangen, so geht dieses an seinem Ende oder in dem Resultate seines Tuns nur zu sich selbst zurück; und eben hierdurch erweist es sich, ein solches zu sein, welches sich selbst zu seinem Ende hat, also als Erstes schon zu sich zurückgekommen oder an und für sich selbst ist. Was es also durch die Bewegung seines Tuns erreicht, ist es selbst, und daß es nur sich selbst erreicht, ist sein Selbstgefühl. Es ist hiermit zwar der Unterschied dessen, was es ist und was es sucht, vorhanden, aber dies ist nur der Schein eines Unterschieds, und hierdurch ist es Begriff an ihm selbst.
This determination—both as it is in itself and as it is for the instinct of Reason—must be examined more closely to see how the instinct finds itself within it yet fails to recognize itself in its discovery.[198] The concept of purpose, then, to which observing Reason ascends as its conscious concept, is equally present as an actual entity and is not merely an external relation of it but its essence. This actuality, which is itself a purpose, relates purposively to otherness: its relation is contingent according to what both are immediately; immediately, both are independent and indifferent to each other. The essence of their relation, however, is different from how they thus appear, and their activity has a meaning other than the one it has immediately for sensuous perception. Necessity is hidden in what occurs and reveals itself only at the end, yet in such a way that this end shows that necessity was also the first. The end demonstrates its own priority through the fact that the alteration effected by the activity yields nothing other than what already was. Or, if we begin with the first, this first returns to itself in the end or in the result of its activity; and precisely thereby, it proves itself to be that which has itself as its end—thus already having returned to itself as the first and being in and for itself. What it thus attains through the movement of its activity is itself, and that it attains only itself is its self-sensation. Here, the distinction between what it is and what it seeks is indeed present, but this is only the semblance of a difference, and thereby it is the Concept in itself.
Ebenso ist aber das Selbstbewußtsein beschaffen, sich auf eine solche Weise von sich zu unterscheiden, worin zugleich kein Unterschied herauskommt. Es findet daher in der Beobachtung der organischen Natur nichts anderes als dies Wesen, es findet sich als ein Ding, als ein Leben, macht aber noch einen Unterschied zwischen dem, was es selbst ist und was es gefunden, der aber keiner ist. Wie der Instinkt des Tieres das Futter sucht und verzehrt, aber damit nichts anderes herausbringt als sich, so findet auch der Instinkt der Vernunft[199] in seinem Suchen nur sie selbst. Das Tier endigt mit dem Selbstgefühle. Der Vernunftinstinkt hingegen ist zugleich Selbstbewußtsein; aber weil er nur Instinkt ist, ist er gegen das Bewußtsein auf die Seite gestellt und hat an ihm seinen Gegensatz. Seine Befriedigung ist daher durch diesen entzweit, er findet wohl sich selbst, nämlich den Zweck, und ebenso diesen Zweck als Ding. Aber der Zweck fällt ihm erstlich außer dem Dinge, welches sich als Zweck darstellt. Dieser Zweck als Zweck ist zweitens zugleich gegenständlich, er fällt ihm daher auch nicht in sich als Bewußtsein, sondern in einen anderen Verstand.
Similarly, self-consciousness is constituted to distinguish itself from itself in a way that nevertheless yields no actual difference. In observing organic nature, it thus finds nothing other than this essence—it finds itself as a thing, as life—yet posits a distinction between what it itself is and what it has found, a distinction that is no distinction. Just as the instinct of an animal seeks and consumes nourishment only to produce nothing beyond itself, so too the instinct of reason[199] discovers in its search only itself. The animal culminates in self-feeling. The instinct of reason, however, is simultaneously self-consciousness; yet because it remains mere instinct, it stands opposed to consciousness and finds its antithesis therein. Its satisfaction is thus bifurcated by this opposition: it does find itself—namely, the purpose—and likewise this purpose as a thing. Yet first, the purpose appears to it as external to the thing that presents itself as purposive. Second, since the purpose as purpose is also objective, it does not reside within itself as consciousness but in another understanding.
Näher betrachtet, so liegt diese Bestimmung ebensowohl in dem Begriffe des Dinges, daß es Zweck an ihm selbst ist. Es nämlich erhält sich, d.h. zugleich, es ist seine Natur, die Notwendigkeit zu verbergen und in der Form zufälliger Beziehung darzustellen; denn seine Freiheit oder [sein] Fürsichsein ist eben dieses, sich gegen sein Notwendiges als ein Gleichgültiges zu verhalten; es stellt sich also selbst als ein solches dar, dessen Begriff außer seinem Sein falle. Ebenso hat die Vernunft die Notwendigkeit, ihren eigenen Begriff als außer ihr fallend, hiermit als Ding anzuschauen, als ein solches, gegen das sie und das hiermit gegenseitig gegen sie und gegen seinen Begriff gleichgültig ist. Als Instinkt bleibt sie auch innerhalb dieses Seins oder der Gleichgültigkeit stehen, und das Ding, welches den Begriff ausdrückt, bleibt ihm ein Anderes als dieser Begriff, der Begriff ein Anderes als das Ding. So ist das organische Ding für sie nur so Zweck an ihm selbst, daß die Notwendigkeit, welche in seinem Tun als verborgen sich darstellt, indem das Tuende darin als ein gleichgültiges Fürsichseiendes sich verhält, außer dem Organischen selbst fällt. – Da aber das Organische als Zweck an ihm selbst sich nicht anders verhalten kann denn als ein solches, so ist auch dies erscheinend und sinnlich gegenwärtig, daß es Zweck an ihm selbst ist, und es wird so beobachtet. Das Organische zeigt sich als ein sich selbst Erhaltendes und in sich Zurückkehrendes und Zurückgekehrtes.[200] Aber in diesem Sein erkennt dies beobachtende Bewußtsein den Zweckbegriff nicht oder dies nicht, daß der Zweckbegriff nicht sonst irgendwo in einem Verstande, sondern eben hier existiert und als ein Ding ist. Es macht einen Unterschied zwischen dem Zweckbegriffe und dem Fürsichsein und Sichselbsterhalten, welcher keiner ist. Daß er keiner ist, ist nicht für es, sondern ein Tun, das zufällig und gleichgültig gegen das, was durch dasselbe zustande kommt, erscheint; und die Einheit, welche doch beides zusammenknüpft, – jenes Tun und dieser Zweck fällt ihm auseinander.
Examined more closely, this determination lies equally within the concept of the thing as an end-in-itself. For the thing preserves itself, which is to say, its nature is to conceal necessity and present itself in the form of contingent relations. Its freedom or being-for-itself consists precisely in this indifference toward its own necessity. It thus appears as something whose concept lies beyond its being. Similarly, reason is compelled to intuit its own concept as external to itself—as a thing—which thereby remains indifferent both to reason and to its concept. As instinct, reason remains confined within this being or indifference: the thing expressing the concept remains other than the concept, and the concept other than the thing. Thus, the organic thing is for reason an end-in-itself only insofar as the necessity implicit in its activity—wherein the acting entity behaves as an indifferent being-for-itself—falls outside the organic itself. Yet since the organic cannot behave otherwise than as an end-in-itself, this too becomes manifest and sensuously present. It is observed as self-preserving, self-returning, and already returned into itself.[200] However, in this being, the observing consciousness fails to recognize the teleological concept—or rather, fails to recognize that the teleological concept does not reside elsewhere in some understanding but exists here as a thing. It posits a distinction between the teleological concept and being-for-itself, self-preservation—a distinction that is none. That it is none is not for this consciousness; instead, the activity appears contingent and indifferent to its outcome. The unity binding both—the activity and the purpose—falls apart for it.
Was in dieser Ansicht dem Organischen selbst zukommt, ist das zwischen seinem Ersten und Letzten mitten inne liegende Tun, insofern es den Charakter der Einzelheit an ihm hat. Das Tun aber, insofern es den Charakter der Allgemeinheit hat und das Tuende demjenigen, was dadurch hervorgebracht wird, gleichgesetzt [ist,] das zweckmäßige Tun als solches käme nicht ihm zu. Jenes einzelne Tun, das nur Mittel ist, tritt durch seine Einzelheit unter die Bestimmung einer durchaus einzelnen oder zufälligen Notwendigkeit. Was das Organische zur Erhaltung seiner selbst als Individuums oder seiner als Gattung tut, ist daher diesem unmittelbaren Inhalte nach ganz gesetzlos, denn das Allgemeine und der Begriff fällt außer ihm. Sein Tun wäre sonach die leere Wirksamkeit ohne Inhalt an ihr selbst; sie wäre nicht einmal die Wirksamkeit einer Maschine, denn diese hat einen Zweck und ihre Wirksamkeit hierdurch einen bestimmten Inhalt. So verlassen von dem Allgemeinen, würde sie Tätigkeit nur eines Seienden als Seienden, d.h. eine nicht zugleich in sich reflektierte sein, wie die einer Säure oder Base ist; eine Wirksamkeit, die von ihrem unmittelbaren Dasein sich nicht abtrennen noch dieses, das in der Beziehung auf sein Entgegengesetztes verlorengeht, aufgeben, sich aber erhalten könnte. Das Sein aber, dessen Wirksamkeit die hier[201] betrachtete ist, ist gesetzt als ein in seiner Beziehung auf sein Entgegengesetztes sich erhaltendes Ding; die Tätigkeit als solche ist nichts als die reine wesenlose Form seines Fürsichseins, und ihre Substanz, die nicht bloß bestimmtes Sein, sondern das Allgemeine ist, ihr Zweck fällt nicht außer ihr; sie ist an ihr selbst in sich zurückgehende, nicht durch irgendein Fremdes in sich zurückgelenkte Tätigkeit.
What belongs to the organic itself in this view is the activity lying midway between its beginning and end, insofar as this activity bears the character of singularity. But activity as such—insofar as it is universal and equates the acting subject with what is produced—i.e., purposive activity as such—does not belong to it. That singular activity, which is merely a means, falls under the determination of an utterly singular or contingent necessity due to its singularity. The actions through which the organic preserves itself as an individual or as a genus are thus, in their immediate content, entirely lawless, for the universal and the concept lie outside it. Its activity would thereby be an empty efficacy without inherent content—not even the efficacy of a machine, which has a purpose and hence a determinate content. Abandoned by the universal, it would be the activity of a being qua being—i.e., an activity not simultaneously reflected into itself, like that of an acid or base: an efficacy inseparable from its immediate existence, incapable of relinquishing this existence (which perishes in relation to its opposite) to preserve itself. The being whose activity is here[201] considered, however, is posited as a thing that preserves itself in its relation to its opposite. The activity as such is nothing but the pure, essence-less form of its being-for-itself, while its substance—which is not mere determinate being but the universal—its purpose, does not lie beyond it. The activity is self-returning, not redirected into itself by anything external.
Diese Einheit der Allgemeinheit und der Tätigkeit ist aber darum nicht für dies beobachtende Bewußtsein, weil jene Einheit wesentlich die innere Bewegung des Organischen ist und nur als Begriff aufgefaßt werden kann; das Beobachten aber sucht die Momente In der Form des Seins und Bleibens; und weil das organische Ganze wesentlich dies ist, so die Momente nicht an ihm zu haben und nicht an ihm finden zu lassen, verwandelt das Bewußtsein in seiner Ansicht den Gegensatz in einen solchen, als er ihr gemäß ist. Es entsteht ihm auf diese Weise das organische Wesen als eine Beziehung zweier seiender und fester Momente, – eines Gegensatzes, dessen beide Seiten ihm also einesteils in der Beobachtung gegeben zu sein scheinen, andernteils ihrem Inhalte nach den Gegensatz des organischen Zweckbegriffs und der Wirklichkeit ausdrücken; weil aber der Begriff als solcher daran getilgt ist, auf eine dunkle und oberflächliche Weise, worin der Gedanke in das Vorstellen herabgesunken ist. So sehen wir den ersten ungefähr unter dem Inneren, die andere unter dem Äußeren gemeint, und ihre Beziehung erzeugt das Gesetz, daß das Äußere der Ausdruck des Inneren ist.
But this unity of universality and activity is not for the observing consciousness because such unity is essentially the inner movement of the organic, comprehensible only as concept. Observation seeks the moments in the form of being and enduring. Since the organic whole essentially lacks such moments in fixed form, consciousness transforms the opposition into one conforming to its perspective. The organic essence thus becomes a relation between two existent and fixed moments—an opposition whose two sides, on the one hand, seem given in observation and, on the other, express in their content the antithesis between the organic teleological concept and actuality. But because the concept as such is effaced here, this occurs in a murky, superficial manner where thought has degenerated into representation. Thus, we see the former vaguely signified as the inner, the latter as the outer, and their relation generates the law that the outer is the expression of the inner.
Dies Innere mit seinem Entgegengesetzten und ihre Beziehung aufeinander näher betrachtet, ergibt sich, daß fürs erste die beiden Seiten des Gesetzes nicht mehr wie bei früheren Gesetzen lauten, worin sie als selbständige Dinge jede als ein besonderer Körper erschienen, noch auch fürs andere so, daß das Allgemeine irgend sonst außer dem Seienden seine Existenz haben sollte. Sondern das organische Wesen ist ungetrennt überhaupt zugrunde gelegt, als Inhalt des Inneren und Äußeren, und für beide dasselbe; der Gegensatz ist dadurch[202] nur noch ein rein formeller, dessen reale Seiten dasselbe Ansich zu ihrem Wesen [haben], zugleich aber, indem Inneres und Äußeres auch entgegengesetzte Realität und ein für das Beobachten verschiedenes Sein sind, scheinen sie ihm Jedes einen eigentümlichen Inhalt zu haben. Dieser eigentümliche Inhalt, da er dieselbe Substanz oder organische Einheit ist, kann aber in der Tat nur eine verschiedene Form derselben sein; und dies wird von dem beobachtenden Bewußtsein darin angedeutet, daß das Äußere nur Ausdruck des Inneren ist. – Dieselben Bestimmungen des Verhältnisses, nämlich die gleichgültige Selbständigkeit der Verschiedenen und In ihr ihre Einheit, worin sie verschwinden, haben wir an dem Zweckbegriffe gesehen.
Examining this Inner and its opposite more closely, as well as their relation to one another, we see first that the two sides of the law no longer appear as in previous laws, where they emerged as independent things, each as a distinct body, nor does the Universal exist outside the being in some other mode. Rather, the organic essence is posited as undivided in general, as the content of the inner and the outer, and the same for both; the opposition is thereby merely a purely formal one, whose real sides share the same in-itself as their essence. Yet since inner and outer also have opposed reality and a distinct being for observation, they each appear to it as having a peculiar content. However, this peculiar content, since it is the same substance or organic unity, can in truth only be a different form of this unity; and this is intimated by observing consciousness in the notion that the outer is merely the expression of the inner. – We have seen these same determinations of relation, namely the indifferent independence of the diverse and their unity in which they vanish, in the concept of purpose.
Es ist nun zu sehen, welche Gestalt das Innere und Äußere in seinem Sein hat. Das Innere als solches muß ebensosehr ein äußeres Sein und eine Gestalt haben wie das Äußere als solches, denn es ist Gegenstand oder selbst als Seiendes und für die Beobachtung vorhanden gesetzt.
We must now examine what form the inner and outer assume in their being. The inner as such must equally have an external existence and form, just as the outer as such, for it is posited as an object or as present being for observation.
Die organische Substanz als innere ist die einfache Seele, der reine Zweckbegriff oder das Allgemeine, welches in seiner Teilung ebenso allgemeine Flüssigkeit bleibt und daher in seinem Sein als das Tun oder die Bewegung der verschwindenden Wirklichkeit erscheint; dahingegen das Äußere, entgegengesetzt jenem seienden Inneren, in dem ruhenden Sein des Organischen besteht. Das Gesetz als die Beziehung jenes Inneren auf dies Äußere drückt hiermit seinen Inhalt einmal in der Darstellung allgemeiner Momente oder einfacher Wesenheiten und das andere Mal in der Darstellung der verwirklichten Wesenheit oder der Gestalt aus. Jene ersten einfachen organischen Eigenschaften, um sie so zu nennen, sind Sensibilität, Irritabilität und Reproduktion. Diese Eigenschaften, wenigstens die beiden ersten, scheinen sich zwar nicht auf den Organismus überhaupt, sondern nur auf den animalischen zu beziehen. Der vegetabilische drückt[203] auch in der Tat nur den einfachen Begriff des Organismus aus, der seine Momente nicht entwickelt; daher wir uns in Ansehung ihrer, insofern sie für die Beobachtung sein sollen, an denjenigen halten müssen, der ihr entwickeltes Dasein darstellt.
The organic substance as inner is the simple soul, the pure concept of purpose or the Universal, which in its division remains equally universal fluidity and thus appears in its being as the action or movement of vanishing actuality; whereas the outer, opposed to that inner being, consists in the quiescent being of the organic. The law, as the relation of that inner to this outer, thus expresses its content once in the presentation of universal moments or simple essences and another time in the presentation of realized essence or shape. Those first simple organic properties, to call them such, are sensibility, irritability, and reproduction. These properties, at least the first two, seem to pertain not to the organism as such but only to the animal organism. The vegetative indeed expresses the simple concept of the organism, which does not develop its moments; hence, in considering them as they are supposed to be for observation, we must adhere to the organism that presents their developed existence.
Was nun sie selbst betrifft, so ergeben sie sich unmittelbar aus dem Begriffe des Selbstzwecks, Denn die Sensibilität drückt überhaupt den einfachen Begriff der organischen Reflexion-in-sich oder die allgemeine Flüssigkeit desselben aus, die Irritabilität aber die organische Elastizität, sich in der Reflexion zugleich reagierend zu verhalten, und die dem ersten ruhigen Insichsein entgegengesetzte Verwirklichung, worin jenes abstrakte Fürsichsein ein Sein für Anderes ist. Die Reproduktion aber ist die Aktion dieses ganzen in sich reflektierten Organismus, seine Tätigkeit als Zwecks an sich oder als Gattung, worin also das Individuum sich von sich selbst abstößt, entweder seine organischen Teile oder das ganze Individuum erzeugend wiederholt. In der Bedeutung der Selbsterhaltung überhaupt genommen, drückt die Reproduktion den formalen Begriff des Organischen oder die Sensibilität aus; aber sie ist eigentlich der reale organische Begriff oder das Ganze, das entweder als Individuum durch die Hervorbringung der einzelnen Teile seiner selbst oder als Gattung durch die Hervorbringung von Individuen in sich zurückkehrt.
Regarding these properties themselves, they follow immediately from the concept of self-purpose. For sensibility expresses in general the simple concept of organic reflection-into-self or its universal fluidity, irritability the organic elasticity of reacting in reflection, and the actualization opposed to the initial quiescent being-within-itself, wherein that abstract being-for-itself becomes a being for another. Reproduction, however, is the action of this whole organism reflected into itself, its activity as purpose in itself or as genus, wherein the individual repels itself from itself, either reproducing its organic parts or the whole individual. Taken in the sense of self-preservation in general, reproduction expresses the formal concept of the organic or sensibility; but it is properly the real organic concept or the whole, which returns into itself either as an individual through the production of its singular parts or as genus through the production of individuals.
Die andere Bedeutung dieser organischen Elemente, nämlich als des Äußeren, ist ihre gestaltete Weise, nach welcher sie als wirkliche, aber zugleich auch als allgemeine Teile oder organische Systeme vorhanden sind; die Sensibilität etwa als Nervensystem, die Irritabilität als Muskelsystem, die Reproduktion als Eingeweide der Erhaltung des Individuums und der Gattung.
The other significance of these organic elements, namely as the outer, is their formed mode, according to which they exist as actual yet also as universal parts or organic systems—sensibility perhaps as the nervous system, irritability as the muscular system, and reproduction as the viscera for the preservation of the individual and the genus.
Eigentümliche Gesetze des Organischen betreffen demnach ein Verhältnis der organischen Momente in ihrer gedoppelten[204] Bedeutung, einmal ein Teil der organischen Gestaltung, das andere Mal allgemeine flüssige Bestimmtheit zu sein, welche durch alle jene Systeme hindurchgeht. In dem Ausdrucke eines solchen Gesetzes hätte also z.B. eine bestimmte Sensibilität als Moment des ganzen Organismus ihren Ausdruck an einem bestimmt gebildeten Nervensystem, oder sie wäre auch mit einer bestimmten Reproduktion der organischen Teile des Individuums oder Fortpflanzung des Ganzen verknüpft usf. – Die beiden Seiten eines solchen Gesetzes können beobachtet werden. Das Äußere ist seinem Begriffe nach das Sein für Anderes; die Sensibilität hat z.B. in dem sensiblen Systeme ihre unmittelbar verwirklichte Weise; und als allgemeine Eigenschaft ist sie in ihren Äußerungen ebenso ein Gegenständliches. Die Seite, welche das Innere heißt, hat ihre eigene äußere Seite, die unterschieden ist von dem, was im ganzen das Äußere heißt.
Proper laws of the organic thus concern a relation of organic moments in their twofold meaning—once as a part of organic formation, and another time as universal fluid determinacy permeating all those systems. In the expression of such a law, for example, a specific sensibility as a moment of the whole organism would find its expression in a specifically formed nervous system, or it would also be linked to a specific reproduction of the organic parts of the individual or the propagation of the whole, etc. – The two sides of such a law can be observed. The outer is by its concept being-for-another; sensibility, for instance, has its immediately realized mode in the sensitive system; and as a universal property, it is equally an objective presence in its manifestations. The side called the inner has its own outer aspect, distinct from what is called the outer in general.
Die beiden Seiten eines organischen Gesetzes wären also zwar wohl zu beobachten, allein nicht Gesetze der Beziehung derselben; und die Beobachtung reicht nicht darum nicht zu, weil sie, als Beobachtung, zu kurzsichtig wäre und nicht empirisch verfahren, sondern von der Idee ausgegangen werden sollte – denn solche Gesetze, wenn sie etwas Reelles wären, müßten in der Tat wirklich vorhanden und also zu beobachten sein –, sondern weil der Gedanke von Gesetzen dieser Art keine Wahrheit zu haben sich erweist.
The two sides of an organic law could indeed be observed, but not as laws of their relation; and observation fails not because it is as observation too shortsighted and does not proceed empirically, but because the idea should have been the starting point—for if such laws were something real, they would in fact have to be actually present and thus observable—but because the thought of laws of this kind proves to have no truth.
Es ergab sich für ein Gesetz das Verhältnis, daß die allgemeine organische Eigenschaft an einem organischen Systeme sich zum Dinge gemacht und an ihm seinen gestalteten Abdruck hätte, so daß beide dasselbe Wesen wären, das einmal als allgemeines Moment, das andere Mal als Ding vorhanden. Aber außerdem ist auch die Seite des Innern für sich ein Verhältnis mehrerer Seiten, und es bietet sich daher zuerst der Gedanke eines Gesetzes an als einer Beziehung der allgemeinen organischen Tätigkeiten oder Eigenschaften aufeinander. Ob ein solches möglich ist, muß sich aus der Natur einer solchen Eigenschaft entscheiden. Sie ist aber, als[205] eine allgemeine Flüssigkeit, teils nicht etwas, das nach der Weise eines Dinges beschränkt [ist] und in dem Unterschiede eines Daseins sich hält, das seine Gestalt ausmachen sollte, sondern die Sensibilität geht über das Nervensystem hinaus und durch alle anderen Systeme des Organismus hindurch, – teils ist sie allgemeines Moment, das wesentlich ungeschieden und unzertrennlich von Reaktion oder Irritabilität und Reproduktion ist. Denn als Reflexion-in-sich hat sie schlechthin die Reaktion an ihr. Nur Insichreflektiertsein ist Passivität oder totes Sein, nicht eine Sensibilität, – sowenig als Aktion, was dasselbe ist als Reaktion, ohne Insichreflektiertsein Irritabilität ist. Die Reflexion In der Aktion oder Reaktion und die Aktion oder Reaktion in der Reflexion ist gerade dies, dessen Einheit das Organische ausmacht, eine Einheit, welche mit der organischen Reproduktion gleichbedeutend ist. Es folgt hieraus, daß in jeder Weise der Wirklichkeit dieselbe Größe der Sensibilität indem wir zuerst das Verhältnis derselben und der Irritabilität zueinander betrachten – vorhanden sein muß als der Irritabilität, und daß eine organische Erscheinung ebensosehr nach der einen als nach der anderen aufgefaßt und bestimmt oder, wie man will, erklärt werden kann. Dasselbe, was der eine etwa für hohe Sensibilität nimmt, kann ein anderer ebensogut für hohe Irritabilität und Irritabilität von derselben Höhe betrachten. Wenn sie Faktoren genannt werden und dies nicht ein bedeutungsloses Wort sein soll, so ist eben damit ausgesprochen, daß sie Momente des Begriffs sind, also der reale Gegenstand, dessen Wesen dieser Begriff ausmacht, sie auf gleiche Weise an ihm hat und [daß,] wenn er auf die eine bestimmt wird als sehr sensibel, er ebenso auf die andere als ebensosehr irritabel auszusagen ist.
For a law, the relation emerged that the universal organic property would become objectified in an organic system and find its formed imprint there, such that both would be the same essence—once present as a universal moment, the other time as a thing. Moreover, the inner side itself constitutes a relation of multiple aspects, thus first suggesting the thought of a law as a connection between universal organic activities or properties. Whether such a law is possible must be determined by the nature of such a property. As a universal fluidity, it is on the one hand not something restricted to the manner of a thing or maintaining itself in the difference of a determinate existence that should constitute its shape. Rather, sensitivity permeates beyond the nervous system and pervades all other systems of the organism. On the other hand, as a universal moment, it is essentially undivided and inseparable from reaction or irritability and reproduction. For as reflection-into-self, it absolutely contains reaction within itself. Mere inward reflection is passivity or dead being, not sensitivity—just as action (which is the same as reaction) without inward reflection is not irritability. The reflection in action or reaction and the action or reaction in reflection is precisely that whose unity constitutes the organic—a unity synonymous with organic reproduction. It follows that in every mode of actuality, the same magnitude of sensitivity (if we first consider its relation to irritability) must be present as that of irritability, and that an organic phenomenon can be apprehended and determined—or, if one prefers, explained—equally well according to one as the other. What one might take as high sensitivity, another could just as properly regard as high irritability—and irritability of the same degree. If they are called factors and this is not to be an empty word, it precisely expresses that they are moments of the Concept. Thus, the real object whose essence is this Concept possesses them equally, and [if] it is determined as highly sensitive according to one aspect, it must equally be pronounced as highly irritable according to the other.
Werden sie unterschieden, wie notwendig ist, so sind sie es dem Begriffe nach, und ihr Gegensatz ist qualitativ. Aber außer diesem wahren Unterschiede auch noch als seiend und für die Vorstellung, wie sie Seiten des Gesetzes sein könnten, verschieden gesetzt, so erscheinen sie in quantitativer Verschiedenheit.[206] Ihr eigentümlicher qualitativer Gegensatz tritt somit in die Größe, und es entstehen Gesetze der Art, daß z.B. Sensibilität und Irritabilität in umgekehrtem Verhältnisse ihrer Größe stehen, so daß, wie die eine wächst, die andere abnimmt; oder besser gleich die Größe selbst zum Inhalte genommen, daß die Größe von etwas zunimmt, wie seine Kleinheit abnimmt. – Wird diesem Gesetze aber ein bestimmter Inhalt gegeben, etwa so, daß die Größe eines Lochs zunimmt, je mehr das abnimmt, was seine Erfüllung ausmacht, so kann dies umgekehrte Verhältnis ebenso in ein gerades verwandelt und ausgedrückt werden, daß die Größe des Lochs in geradem Verhältnisse der Menge des Weggenommenen zunimmt, – ein tautologischer Satz, er mag als direktes oder umgekehrtes Verhältnis ausgedrückt werden, der in seinem eigentümlichen Ausdrucke nur dieses heißt, daß eine Größe zunimmt, wie diese Größe zunimmt. Wie das Loch und das, was es erfüllt und weggenommen wird, qualitativ entgegengesetzt [sind], aber wie das Reale derselben und dessen bestimmte Größe in beiden eins und dasselbe und ebenso Zunahme der Größe und Abnahme der Kleinheit dasselbe ist und ihre bedeutungsleere Entgegensetzung in eine Tautologie hinausläuft, so sind die organischen Momente gleich unzertrennlich in ihrem Realen und in ihrer Größe, die die Größe desselben ist; eines nimmt nur mit dem anderen ab und nimmt nur mit ihm zu, denn eines hat schlechthin nur Bedeutung, insoweit das andere vorhanden ist; – oder vielmehr es ist gleichgültig, eine organische Erscheinung als Irritabilität oder als Sensibilität zu betrachten, schon überhaupt, und ebenso, wenn von ihrer Größe gesprochen wird, – so gleichgültig es ist, die Zunahme eines Lochs als Vermehrung seiner als der Leerheit oder als Vermehrung der herausgenommenen Fülle auszusprechen. Oder eine Zahl, z.B. drei, bleibt gleich groß, ich mag sie positiv oder negativ nehmen; und wenn ich die drei zu vier vergrößere, so ist das Positive wie das Negative zu vier geworden, – wie der Südpol an einem Magnete gerade so stark ist als sein Nordpol[207] oder eine positive Elektrizität oder eine Säure geradeso stark als ihre negative oder als die Base, worauf sie einwirkt. – Ein solches Großes als jene drei oder ein Magnet usf. ist ein organisches Dasein; es ist dasjenige, das vermehrt und vermindert wird, und wenn es vermehrt wird, werden beide Faktoren desselben vermehrt, sosehr als beide Pole des Magnets oder als die beiden Elektrizitäten, wenn ein Magnet usf. verstärkt wird, zunehmen. – Daß beide ebensowenig nach Intension und Extension verschieden sein [können], das eine nicht an Extension ab-, dagegen an Intension zunehmen kann, während das andere umgekehrt seine Intension vermindern, dagegen an Extension zunehmen sollte, fällt unter denselben Begriff leerer Entgegensetzung; die reale Intension ist ebenso schlechthin so groß als die Extension und umgekehrt.
When they are differentiated—as they necessarily are—they are so according to the Concept, and their opposition is qualitative. But apart from this true difference, even when posited as existent and for representation (as they could be sides of a law), they appear in quantitative difference. Their proper qualitative opposition thus passes into magnitude, giving rise to laws of the sort that, for instance, sensitivity and irritability stand in inverse proportion to their magnitudes: as one increases, the other decreases. Or, taking magnitude itself as the content: the magnitude of something increases as its smallness diminishes. Yet if such a law is given a determinate content—say, that the size of a hole increases as what constitutes its filling decreases—this inverse relation can equally be transformed into a direct one, expressing that the hole's size increases in direct proportion to the quantity removed—a tautological proposition. Whether expressed as a direct or inverse relation, this proposition merely states that a magnitude increases as this magnitude increases. Just as the hole and its filling (what is removed) are qualitatively opposed, yet their real being and determinate magnitude are one and the same in both—so too the increase of magnitude and decrease of smallness are identical, their vacuous opposition collapsing into tautology. Similarly, the organic moments are equally inseparable in their real being and in their magnitude (which is the magnitude of the same). One only decreases as the other does and increases as it does, for each has meaning only insofar as the other is present. Indeed, it is indifferent whether an organic phenomenon is considered as irritability or sensitivity—whether in general terms or when speaking of their magnitude. It is as indifferent as describing the enlargement of a hole as the increase of its emptiness or the increase of the extracted fullness. Or take a number, say three: it remains the same magnitude whether I take it as positive or negative. If I enlarge three to four, both the positive and negative become four—just as the south pole of a magnet is as strong as its north pole, or a positive electricity or acid is as potent as its negative counterpart or the base upon which it acts. Such a magnitude as three or a magnet, etc., is an organic existence—one that is increased or diminished. When increased, both factors of it are increased, just as both poles of a magnet or both electricities increase when a magnet, etc., is strengthened. That the two cannot differ in terms of intension and extension—that one cannot decrease in extension while increasing in intension, while the other reduces its intension and gains extension—falls under the same notion of vacuous opposition. The real intension is absolutely as great as the extension, and vice versa.
Es geht, wie erhellt, bei diesem Gesetzgeben eigentlich so zu, daß zuerst Irritabilität und Sensibilität den bestimmten organischen Gegensatz ausmacht; dieser Inhalt verliert sich aber, und der Gegensatz verläuft sich in den formalen des Zu- und Abnehmens der Größe oder der verschiedenen Intension und Extension – ein Gegensatz, der die Natur der Sensibilität und der Irritabilität weiter nichts mehr angeht und sie nicht mehr ausdrückt. Daher solches leeres Spiel des Gesetzgebens nicht an die organischen Momente gebunden ist, sondern es kann allenthalben mit allem getrieben werden und beruht überhaupt auf der Unbekanntschaft mit der logischen Natur dieser Gegensätze. Wird endlich statt der Sensibilität und Irritabilität die Reproduktion mit der einen oder der anderen in Beziehung gebracht, so fällt auch die Veranlassung zu diesem Gesetzgeben hinweg; denn Reproduktion steht mit jenen Momenten nicht in einem Gegensatze wie sie gegeneinander; und da auf ihm dies Gesetzgeben beruht, so fällt hier auch der Schein seines Stattfindens hinweg.
As is evident, the actual procedure of such lawgiving is this: Initially, irritability and sensibility constitute the determinate organic opposition. But this content dissolves, and the opposition collapses into the formal one of quantitative increase or decrease, or of differential intensity and extension—an opposition that no longer inherently concerns the nature of sensibility and irritability and fails to express them. Hence, this empty play of lawgiving is not bound to organic moments but can be applied indiscriminately to anything, resting fundamentally on ignorance of the logical nature of such oppositions. Finally, when reproduction is related to one or the other instead of sensibility and irritability, the occasion for such lawgiving disappears altogether; for reproduction does not stand in opposition to those moments as they do to each other. Since this lawgiving depends on their opposition, even the semblance of its occurrence vanishes here.
Das soeben betrachtete Gesetzgeben enthält die Unterschiede des Organismus in ihrer Bedeutung von Momenten seines [208] Begriffs und sollte eigentlich ein apriorisches Gesetzgeben sein. Es liegt aber in ihm selbst wesentlich dieser Gedanke, daß sie die Bedeutung von Vorhandenen haben, und das bloß beobachtende Bewußtsein hat sich ohnehin nur an ihr Dasein zu halten. Die organische Wirklichkeit hat notwendig einen solchen Gegensatz an ihr, als ihr Begriff ausdrückt und der als Irritabilität und Sensibilität bestimmt werden kann, so wie sie beide wieder von der Reproduktion verschieden erscheinen. – Die Äußerlichkeit, in der die Momente des organischen Begriffs hier betrachtet werden, ist die eigene unmittelbare Äußerlichkeit des Innern, nicht das Äußere, welches Äußeres im ganzen und Gestalt– ist und mit welchem das Innere nachher in Beziehung zu betrachten ist.
The lawgiving just examined treats the differences of the organism as moments of its [208] Concept and was ostensibly a priori. Yet this procedure inherently presupposes that these differences have the significance of existing entities, and the merely observational consciousness is bound solely to their existence. Organic reality necessarily contains such an opposition within itself, as its Concept expresses—an opposition determinable as irritability and sensibility, which in turn appear distinct from reproduction. The externality in which the moments of the organic Concept are here considered is the proper immediacy of the inner, not the outer as such, which is the outer as a whole and as shape, and with which the inner is later to be compared.
Aber den Gegensatz der Momente so aufgefaßt, wie er an dem Dasein ist, so sinken Sensibilität, Irritabilität, Reproduktion zu gemeinen Eigenschaften herunter, die gegeneinander ebenso gleichgültige Allgemeinheiten sind als spezifische Schwere, Farbe, Härte usf. In diesem Sinne kann wohl beobachtet werden, daß ein Organisches sensibler oder irritabler oder von größerer Reproduktionskraft sei als ein anderes, – sowie daß die Sensibilität usf. des einen der Art nach von der eines anderen verschieden sei, eins sich gegen bestimmte Reize anders verhalte als ein anderes, wie das Pferd anders gegen Hafer als gegen Heu und der Hund wieder anders gegen beide usf., sosehr als beobachtet werden kann, daß ein Körper härter ist als ein anderer usf. – Allein diese sinnlichen Eigenschaften, Härte, Farbe usf., sowie die Erscheinungen der Reizempfänglichkeit für Hafer, der Irritabilität für Lasten oder der Anzahl und Art, Junge zu gebären, aufeinander bezogen und miteinander verglichen, widerstreiten wesentlich einer Gesetzmäßigkeit. Denn die Bestimmtheit ihres sinnlichen Seins besteht eben darin, vollkommen gleichgültig gegeneinander zu existieren und die des Begriffs entbundene Freiheit der Natur viel mehr darzustellen als die Einheit einer Beziehung, viel mehr ihr unvernünftiges Hin- und Herspielen auf der Leiter der zufälligen[209] Größe zwischen den Momenten des Begriffs als diese selbst.
But when the opposition of moments is grasped as existing, sensibility, irritability, and reproduction sink to the level of common properties—indifferent universalities like specific gravity, color, hardness, etc. In this sense, one may observe that one organism is more sensitive, irritable, or reproductive than another; that the sensibility, etc., of one species differs from that of another; that one reacts to certain stimuli differently than another—as a horse reacts differently to oats than to hay, a dog differently to both, etc.—just as one may observe that one body is harder than another, etc. Yet relating and comparing these sensuous properties (hardness, color, etc.) with phenomena like susceptibility to oats, irritability under burdens, or the number and kind of offspring born inherently resists lawful regularity. For the determinacy of their sensuous being consists precisely in existing in complete indifference to one another, manifesting nature’s freedom released from the Concept far more than the unity of relation—displaying instead its irrational vacillation along the scale of contingent [209] magnitude between the Concept’s moments rather than the moments themselves.
Die andere Seite, nach welcher die einfachen Momente des organischen Begriffs mit den Momenten der Gestaltung verglichen werden, würde erst das eigentliche Gesetz geben, welches das wahre Äußere als Abdruck des Innern ausspräche. – Weil nun jene einfachen Momente durchdringende flüssige Eigenschaften sind, so haben sie an dem organischen Dinge nicht einen solchen ausgeschiedenen realen Ausdruck, wie das ist, was ein einzelnes System der Gestalt genannt wird. Oder wenn die abstrakte Idee des Organismus in jenen drei Momenten nur darum wahrhaft ausgedruckt ist, weil sie nichts Stehendes, sondern nur Momente des Begriffs und der Bewegung sind, so ist er dagegen als Gestaltung nicht in solchen drei bestimmten Systemen befaßt, wie die Anatomie sie auseinanderlegt. Insofern solche Systeme in ihrer Wirklichkeit gefunden und durch dies Finden legitimiert werden sollen, muß auch erinnert werden, daß die Anatomie nicht nur drei dergleichen Systeme, sondern viel mehrere aufweist. – Alsdenn muß, abgesehen hiervon, überhaupt das sensible System etwas ganz anderes bedeuten als das, was Nervensystem genannt wird, so das irritable System etwas anderes als das Muskelsystem, das reproduktive System etwas anderes als die Eingeweide der Reproduktion. In den Systemen der Gestalt als solcher ist der Organismus nach der abstrakten Seite der toten Existenz aufgefaßt; seine Momente, so aufgenommen, gehören der Anatomie und dem Kadaver, nicht der Erkenntnis und dem lebendigen Organismus an. Als solche Teile haben sie vielmehr aufgehört zu sein, denn sie hören auf, Prozesse zu sein. Da das Sein des Organismus wesentlich Allgemeinheit oder Reflexion in sich selbst ist, so kann das Sein seines Ganzen wie seine Momente nicht in einem anatomischen Systeme bestehen, sondern der wirkliche Ausdruck und ihre Äußerlichkeit ist vielmehr nur als eine Bewegung vorhanden, die sich durch die verschiedenen Teile der Gestaltung verläuft und worin das, was als[210] einzelnes System herausgerissen und fixiert wird, sich wesentlich als fließendes Moment darstellt, so daß nicht jene Wirklichkeit, wie die Anatomie sie findet, als ihre Realität gelten darf, sondern nur sie als Prozeß, in welchem auch die anatomischen Teile allein einen Sinn haben.
The other side—comparing the simple moments of the organic Concept with the moments of formation—would yield the genuine law expressing the true outer as the imprint of the inner. However, since those simple moments are pervasive fluid properties, they lack such a segregated real expression in the organic thing as what is called a singular system of shape. Alternatively, if the abstract idea of the organism is truly expressed in those three moments only because they are not static but moments of the Concept and movement, then as formation, the organism is not comprehended in three determinate systems as anatomy dissects them. To the extent such systems are claimed to be found in actuality and legitimized by this discovery, it must also be noted that anatomy presents not merely three such systems but many more. Moreover, apart from this, the sensitive system must signify something entirely different from the so-called nervous system, the irritable system something other than the muscular system, and the reproductive system distinct from the viscera of reproduction. In systems of shape as such, the organism is grasped under the abstract aspect of dead existence; its moments, thus apprehended, belong to anatomy and the cadaver, not to cognition and the living organism. As such parts, they have ceased to be, for they are no longer processes. Since the being of the organism is essentially universality or self-reflexivity, the being of its whole as much as its moments cannot lie in an anatomical system. Rather, their actual expression and externality exist only as a movement coursing through the diverse parts of formation, in which what is torn out and fixed as a singular system essentially presents itself as a fluid moment. Hence, the reality anatomy finds cannot be regarded as their truth, but only as process—a process in which even the anatomical parts acquire significance.
Es ergibt sich also, daß weder die Momente des organischen Innern, für sich genommen, Seiten eines Gesetzes des Seins abzugeben fähig sind, indem sie in einem solchen Gesetze von einem Dasein ausgesprochen, voneinander unterschieden und nicht jede auf gleiche Weise anstatt der anderen sollte genannt werden können; noch daß sie, auf die eine Seite gestellt, in der anderen an einem festen Systeme Ihre Realisierung haben; denn dies letztere ist so wenig etwas, das überhaupt organische Wahrheit hätte, als es der Ausdruck jener Momente des Innern ist. Das Wesentliche des Organischen, da es an sich das Allgemeine ist, ist vielmehr überhaupt, seine Momente in der Wirklichkeit ebenso allgemein, d.h. als durchlaufende Prozesse zu haben, nicht aber an einem isolierten Dinge ein Bild des Allgemeinen zu geben.
Thus, it becomes clear that neither can the moments of the organic inner, taken for themselves, furnish sides of a law of being—since in such a law, they would be predicated of an existence, distinguished from one another, and each could not interchangeably be named in place of the other—nor can they, posited on one side, find their realization on the other in a fixed system. For the latter is as little something possessing organic truth as it is the expression of those inner moments. The essence of the organic, being inherently universal, is rather to have its moments in actuality equally as universal—that is, as permeating processes—not to present an image of the universal in an isolated thing.
Auf diese Weise geht an dem Organischen die Vorstellung eines Gesetzes überhaupt verloren. Das Gesetz will den Gegensatz als ruhende Seiten auffassen und ausdrücken und an ihnen die Bestimmtheit, welche ihre Beziehung aufeinander ist. Das innere, welchem die erscheinende Allgemeinheit, und das Äußere, welchem die Teile der ruhenden Gestalt angehören, sollten die sich entsprechenden Seiten des Gesetzes ausmachen, verlieren aber, so auseinandergehalten, ihre organische Bedeutung; und der Vorstellung des Gesetzes hegt gerade dies zum Grunde, daß seine beiden Seiten ein für sich seiendes gleichgültiges Bestehen hätten und an sie die Beziehung als eine gedoppelte sich entsprechende Bestimmtheit verteilt wäre. Jede Seite des Organischen ist vielmehr dies an ihr selbst, einfädle Allgemeinheit, in welcher alle Bestimmungen aufgelöst sind, und die Bewegung dieses Auflösens zu sein.
In this way, the representation of a law as such vanishes in the organic. The law aims to grasp and express the opposition as static sides and to find in them the determinateness that constitutes their mutual relation. The inner, to which the appearing universality belongs, and the outer, to which the parts of the static shape belong, were supposed to form the corresponding sides of the law. Yet when thus separated, they lose their organic significance. The very foundation of the law’s representation is that its two sides possess an indifferent, self-subsistent being and that their relation is distributed as a twofold corresponding determinateness. Each side of the organic, however, is rather this within itself: a simple universality in which all determinations are dissolved and which is the movement of this dissolution.
Die Einsicht in den Unterschied dieses Gesetzgebens gegen[211] frühere Formen wird seine Natur vollends aufhellen. – Sehen wir nämlich zurück auf die Bewegung des Wahrnehmens und des darin sich in sich reflektierenden und seinen Gegenstand hierdurch bestimmenden Verstandes, so hat dieser dabei an seinem Gegenstande die Beziehung dieser abstrakten Bestimmungen, des Allgemeinen und Einzelnen, des Wesentlichen und des Äußerlichen, nicht vor sich, sondern ist selbst das Übergehen, dem dieses Übergehen nicht gegenständlich wird. Hier hingegen ist die organische Einheit, d.h. eben die Beziehung Jener Gegensätze, und diese Beziehung ist reines Übergehen, selbst der Gegenstand. Dies Übergehen in seiner Einfachheit ist unmittelbar Allgemeinheit; und indem sie in den unterschied tritt, dessen Beziehung das Gesetz ausdrücken soll, so sind seine Momente als allgemeine Gegenstände dieses Bewußtseins, und das Gesetz lautet, daß das Äußere Ausdruck des Inneren sei. Der Verstand hat hier den Gedanken des Gesetzes selbst erfaßt, da er vorher nur überhaupt Gesetze suchte und die Momente derselben ihm als ein bestimmter Inhalt, nicht als die Gedanken derselben vorschwebten. – In Ansehung des Inhalts sollen hiermit hier nicht solche Gesetze erhalten werden, welche nur ein ruhiges Aufnehmen rein seiender Unterschiede in die Form der Allgemeinheit sind, sondern Gesetze, die unmittelbar an diesen Unterschieden auch die Unruhe des Begriffes und damit zugleich die Notwendigkeit der Beziehung der Seiten haben. Allein weil eben der Gegenstand, die organische Einheit, das unendliche Aufheben oder die absolute Negation des Seins mit dem ruhigen Sein unmittelbar vereinigt und die Momente wesentlich reines Übergehen sind, so ergeben sich keine solchen seienden Seiten, als für das Gesetz erfordert werden.
An insight into the difference between this law-giving and earlier forms will fully clarify its nature. – If we recall the movement of perception and the understanding that reflects into itself through it, thereby determining its object, we find that the understanding did not have before it the relation of abstract determinations – the universal and singular, the essential and external – but was itself the transition for which this transition did not become objective. Here, however, the organic unity – which is precisely the relation of those opposites – is the object, and this relation is pure transition. This transition in its simplicity is immediately universality. When it enters into difference, whose relation the law is to express, its moments become universal objects for this consciousness, and the law states that the outer is the expression of the inner. Here, the understanding has grasped the thought of the law itself, whereas previously it only sought laws in general, with their moments appearing to it as a determinate content rather than as thoughts of the law. – Regarding content, the laws sought here are not those that merely passively receive existent differences into the form of universality, but laws that immediately carry within these differences the restlessness of the Concept and thereby the necessity of the relation between the sides. Yet precisely because the object – the organic unity – is the infinite sublating or absolute negation of Being, immediately united with static Being, and because the moments are essentially pure transition, no such existent sides emerge as the law requires.
Um solche zu erhalten, muß der Verstand sich an das andere Moment des organischen Verhältnisses halten, nämlich an das Reflektiertsein des organischen Daseins in sich selbst. Aber dieses Sein ist so vollkommen in sich reflektiert, daß ihm keine Bestimmtheit gegen Anderes übrigbleibt. Das [212] unmittelbare sinnliche Sein ist unmittelbar mit der Bestimmtheit als solcher eins und drückt daher einen qualitativen Unterschied an ihm aus, wie z.B. Blau gegen Rot, Saures gegen Alkalisches usf. Aber das in sich zurückgekommene organische Sein ist vollkommen gleichgültig gegen Anderes, sein Dasein ist die einfache Allgemeinheit und verweigert dem Beobachten bleibende sinnliche Unterschiede oder, was dasselbe ist, zeigt seine wesentliche Bestimmtheit nur als den Wechsel seiender Bestimmtheiten. Wie sich daher der Unterschied als seiender ausdrückt, ist eben dies, daß er ein gleichgültiger ist, d.h. als Größe. Hierin ist aber der Begriff getilgt und die Notwendigkeit verschwunden. Der Inhalt aber und Erfüllung dieses gleichgültigen Seins, der Wechsel der sinnlichen Bestimmungen, in die Einfachheit einer organischen Bestimmung zusammengenommen, drückt dann zugleich dies aus, daß er eben jene – der unmittelbaren Eigenschaft – Bestimmtheit nicht hat, und das Qualitative fällt allein in die Größe, wie wir oben gesehen.
To obtain such sides, the understanding must hold fast to the other moment of the organic relation: the self-reflectedness of organic existence. But this Being is so thoroughly reflected into itself that it retains no determinateness over against an Other. [212] Immediate sensible Being is immediately one with determinateness as such and thus expresses a qualitative difference within itself, such as blue versus red, acidic versus alkaline, etc. But the organic Being that has returned into itself is utterly indifferent to an Other; its existence is simple universality and refuses to offer observation enduring sensible differences. Alternatively, it shows its essential determinateness only as the alternation of existent determinatenesses. Hence, when the difference expresses itself as existent, it is precisely this: an indifferent difference, i.e., a magnitude. Here, the Concept is effaced, and necessity disappears. The content and fulfillment of this indifferent Being – the alternation of sensible determinatenesses gathered into the simplicity of an organic determination – simultaneously expresses that it lacks precisely the determinateness of an immediate property. The qualitative falls solely into magnitude, as we saw earlier.
Ob also schon das Gegenständliche, das als organische Bestimmtheit aufgefaßt wird, den Begriff an ihm selbst hat und sich hierdurch von dem unterscheidet, das für den Verstand ist, der sich als rein wahrnehmend bei dem Auffassen des Inhalts seiner Gesetze verhält, so fällt jenes Auffassen doch ganz in das Prinzip und die Manier des bloß wahrnehmenden Verstandes darum zurück, weil das Aufgefaßte zu Momenten eines Gesetzes gebraucht wird; denn hierdurch erhält es die Weise einer festen Bestimmtheit, die Form einer unmittelbaren Eigenschaft oder einer ruhenden Erscheinung, wird ferner in die Bestimmung der Größe aufgenommen, und die Natur des Begriffs ist unterdrückt. – Die Umtauschung eines bloß Wahrgenommenen gegen ein Insichreflektiertes, einer bloß sinnlichen Bestimmtheit gegen eine organische verliert also wieder ihren Wert, und zwar dadurch, daß der Verstand das Gesetzgeben noch nicht aufgehoben hat.
Thus, even though the object apprehended as organic determinateness contains the Concept within itself – distinguishing it from the object as it is for the understanding, which behaves as purely perceptual in grasping the content of its laws – this apprehension nevertheless regresses entirely into the principle and manner of the merely perceptual understanding. For what is apprehended is used as moments of a law, thereby acquiring the form of a fixed determinateness: either an immediate property or a static appearance. It is further subsumed under the determination of magnitude, and the nature of the Concept is suppressed. – The exchange of a merely perceived for a self-reflected determinateness, of a merely sensible for an organic one, thus loses its value again, precisely because the understanding has not yet relinquished law-giving.
Um die Vergleichung in Ansehung dieses Umtauschens an einigen Beispielen anzustellen, so wird etwa etwas, das für[213] die Wahrnehmung ein Tier von starken Muskeln ist, als tierischer Organismus von hoher Irritabilität oder, was für die Wahrnehmung ein Zustand großer Schwäche ist, als Zustand hoher Sensibilität oder, wenn man lieber will, als eine innormale Affektion, und zwar eine Potenzierung derselben (Ausdrücke, welche das Sinnliche statt in den Begriff ins Lateinische – und zwar noch dazu in ein schlechtes – übersetzen) bestimmt. Daß das Tier starke Muskeln habe, kann vom Verstande auch so ausgedrückt werden, das Tier besitze eine große Muskelkraft, – wie die große Schwäche als eine geringe Kraft. Die Bestimmung durch Irritabilität hat vor der Bestimmung als Kraft voraus, daß diese die unbestimmte Reflexion-in-sich, jene aber die bestimmte ausdrückt, denn die eigentümliche Kraft des Muskels ist eben Irritabilität, – und vor der Bestimmung durch starke Muskeln, daß, wie schon in der Kraft, die Reflexion-in-sich zugleich darin enthalten ist. So wie die Schwäche oder die geringe Kraft, die organische Passivität, bestimmt durch Sensibilität ausgedrückt wird. Aber diese Sensibilität so für sich genommen und fixiert und noch mit der Bestimmung der Größe verbunden und als größere oder geringere Sensibilität einer größeren oder geringeren Irritabilität entgegengesetzt, ist jede ganz in das sinnliche Element und zur gemeinen Form einer Eigenschaft herabgesetzt und ihre Beziehung nicht der Begriff, sondern im Gegenteil die Größe, in welche nun der Gegensatz fällt und ein gedankenloser Unterschied wird. Wenn hierbei zwar das Unbestimmte der Ausdrücke von Kraft und Stärke und Schwäche entfernt wurde, so entsteht jetzt das ebenso leere und unbestimmte Herumtreiben in den Gegensätzen einer höheren und niederen Sensibilität, Irritabilität, in ihrem Auf- und Absteigen an- und gegeneinander. Nicht weniger als Stärke und Schwäche ganz sinnliche gedankenlose Bestimmungen sind, ist die größere oder geringere Sensibilität, Irritabilität die gedankenlos aufgefaßte und ebenso ausgesprochene sinnliche Erscheinung. An die Stelle jener begriffslosen Ausdrücke ist nicht der Begriff[214] getreten, sondern Stärke und Schwäche durch eine Bestimmung erfüllt worden, die für sich allein genommen auf dem Begriffe beruht und ihn zum Inhalte hat, aber diesen Ursprung und Charakter gänzlich verliert. – Durch die Form der Einfachheit und Unmittelbarkeit also, in welcher dieser Inhalt zur Seite eines Gesetzes gemacht wird, und durch die Größe, welche das Element des Unterschiedes solcher Bestimmungen ausmacht, behält das ursprünglich als Begriff seiende und gesetzte Wesen die Weise des sinnlichen Wahrnehmens und bleibt von dem Erkennen so entfernt als in der Bestimmung durch Stärke und Schwäche der Kraft oder durch unmittelbare sinnliche Eigenschaften.
To examine this exchange of determinations through concrete examples: what appears perceptually as an animal with strong muscles might be determined by the understanding as an organism of high irritability; conversely, what perception grasps as a state of great weakness could be determined as heightened sensibility or – if preferred – as an abnormal affection and even a potentiation thereof (expressions that translate the sensory into Latin rather than Concept – and poor Latin at that). That an animal has strong muscles can also be expressed by the understanding as possessing great muscular force – just as great weakness becomes minimal force. The determination through irritability surpasses the determination as force in that the former expresses a determinate reflection-into-self, while the latter remains an indeterminate one – for the peculiar force of muscles is precisely irritability. It also surpasses the determination of "strong muscles" by containing, like force, reflection-into-self. Similarly, weakness or minimal force – organic passivity – is determined through sensibility. But when sensibility is thus isolated, fixated, quantified as greater or lesser sensibility opposed to greater or lesser irritability, both sink entirely into the sensory element, reduced to the vulgar form of properties. Their relation becomes not Conceptual but quantitative, collapsing into a thoughtless distinction. While the indeterminacy of terms like force, strength, and weakness is thereby removed, we now encounter the equally empty and indeterminate vacillation between higher/lower sensibility and irritability, ascending and descending against one another. Just as strength and weakness are thoroughly sensory and thoughtless determinations, so too are greater/lesser sensibility and irritability – sensibly apprehended and expressed phenomena. In place of those non-Conceptual expressions, strength and weakness have been filled with determinations that intrinsically rest on and contain the Concept. Yet this origin and character are utterly effaced. Through the form of simplicity and immediacy in which this content is posited as one side of a law, and through magnitude as the element differentiating such determinations, this originally Conceptual essence retains the mode of sensory perception, remaining as remote from genuine cognition as when determined through strength/weakness of force or through immediate sensory properties.
Es ist jetzt auch noch dasjenige für sich allein zu betrachten übrig, was das Äußere des Organischen ist und wie an ihm der Gegensatz seines Inneren und Äußeren sich bestimmt, so wie zuerst das Innere des Ganzen in der Beziehung auf sein eigenes Äußeres betrachtet wurde.
What remains is to consider the organic's exterior in itself and how the opposition between its inner and outer is determined – just as the inner of the whole was previously examined in relation to its own exterior.
Das Äußere, für sich betrachtet, ist die Gestaltung überhaupt, das System des sich im Elemente des Seins gliedernden Lebens und wesentlich zugleich das Sein des organischen Wesens für ein Anderes, – gegenständliches Wesen in seinem Fürsichsein. – Dies Andere erscheint zunächst als seine äußere unorganische Natur. Diese beiden in Beziehung auf ein Gesetz betrachtet, kann, wie wir oben sahen, die unorganische Natur nicht die Seite eines Gesetzes gegen das organische Wesen ausmachen, weil dieses zugleich schlechthin für sich ist und eine allgemeine und freie Beziehung auf sie hat.
The exterior, considered for itself, is formation as such – the system of life articulating itself in the element of Being – and essentially also the organic being's existence for an Other: objective essence in its being-for-itself. This Other initially appears as its external inorganic nature. When viewed in relation to law, as we saw earlier, inorganic nature cannot constitute one side of a law opposed to the organic being, for the latter exists absolutely for itself while maintaining a universal and free relation to the former.
Das Verhältnis dieser beiden Seiten aber an der organischen Gestalt selbst näher bestimmt, so ist sie also nach einer Seite gegen die unorganische Natur gekehrt, auf der ändern aber für sich und in sich reflektiert. Das wirkliche organische Wesen ist die Mitte, welche das Fürsichsein des Lebens mit dem Äußeren überhaupt oder dem Ansichsein zusammenschließt. – Das Extrem des Fürsichseins ist aber das Innere als unendliches Eins, welches die Momente der Gestalt selbst[215] aus ihrem Bestehen und dem Zusammenhange mit dem Äußeren in sich zurücknimmt, das Inhaltslose, das an der Gestalt sich seinen Inhalt gibt und an ihr als ihr Prozeß erscheint. In diesem Extreme als einfacher Negativität oder reiner Einzelheit hat das Organische seine absolute Freiheit, wodurch es gegen das Sein für Anderes und gegen die Bestimmtheit der Momente der Gestalt gleichgültig und gesichert ist. Diese Freiheit ist zugleich Freiheit der Momente selbst, sie ist ihre Möglichkeit, als daseiende zu erscheinen und aufgefaßt zu werden, und wie gegen Äußeres sind sie darin auch gegeneinander befreit und gleichgültig, denn die Einfachheit dieser Freiheit ist das Sein oder ihre einfache Substanz. Dieser Begriff oder reine Freiheit ist ein und dasselbe Leben, die Gestalt oder das Sein für Anderes mag in noch so mannigfaltigem Spiele umherschweifen; es ist diesem Strome des Lebens gleichgültig, welcher Art die Mühlen sind, die er treibt. – Fürs erste ist nun zu bemerken, daß dieser Begriff hier nicht wie vorhin bei der Betrachtung des eigentlichen Innern in seiner Form des Prozesses oder der Entwicklung seiner Momente aufzufassen ist, sondern in seiner Form als einfaches Inneres, welches die rein allgemeine Seite gegen das wirkliche lebendige Wesen ausmacht, oder als das Element des Bestehens der seienden Glieder der Gestalt; denn diese betrachten wir hier, und an ihr ist das Wesen des Lebens als die Einfachheit des Bestehens. Alsdann ist das Sein für Anderes oder die Bestimmtheit der wirklichen Gestaltung in diese einfache Allgemeinheit aufgenommen, die ihr Wesen ist, eine ebenso einfache allgemeine unsinnliche Bestimmtheit, und kann nur die sein, welche als Zahl ausgedrückt ist. – Sie ist die Mitte der Gestalt, welche das unbestimmte Leben mit dem wirklichen verknüpft, einfach wie jenes und bestimmt wie dieses. Was an jenem, dem Innern, als Zahl wäre, müßte das Äußere nach seiner Weise als die vielförmige Wirklichkeit, Lebensart, Farbe usf. ausdrücken, überhaupt als die ganze Menge der Unterschiede, welche in der Erscheinung sich entwickeln.[216]
Determining more precisely the relation of these two sides within organic formation itself: the organic shape is oriented toward inorganic nature on one side while being self-reflective on the other. The actual organic being is the middle term binding life's being-for-itself with exteriority as such or being-in-itself. The extreme of being-for-itself is the inner as infinite Oneness, withdrawing into itself the moments of shape from their subsistence and connection with externality – the contentless that receives its content from the shape and appears through it as process. In this extreme as simple negativity or pure singularity, the organic attains absolute freedom, becoming indifferent to existence-for-Other and secured against the determinacy of shape's moments. This freedom simultaneously liberates the moments themselves, enabling their appearance as existent entities. Just as they are freed toward externality, they become mutually indifferent – for the simplicity of this freedom is their Being or simple substance. This Concept or pure freedom remains identical with life itself, however capriciously the shape or being-for-Other may manifest. The stream of life cares not what mills it drives. We must first note that this Concept is not to be grasped here in its form as process or development of moments (as in our earlier examination of the proper inner), but rather as simple inner – the purely universal aspect opposed to the actual living being, or as the element sustaining the shape's existent members (which we are here considering). The being-for-Other or determinacy of actual formation is subsumed into this simple universality (its essence) as an equally simple non-sensory determinacy expressible only through number. This determinacy is the shape's mediating term, linking indeterminate life with actual life – simple like the former yet determinate like the latter. What in the inner (as number) would have to find expression in the outer through multifarious actuality – modes of life, color, etc. – in short, through the entire manifold of differences unfolding in appearance.
Die beiden Seiten des organischen Ganzen – die eine das Innere, die andere aber das Äußere, so daß jede wieder an ihr selbst ein Inneres und Äußeres hat – nach ihrem beiderseitigen Innern verglichen, so war das Innere der ersten der Begriff, als die Unruhe der Abstraktion; die zweite aber hat zu dem ihrigen die ruhende Allgemeinheit und darin auch die ruhende Bestimmtheit, die Zahl. Wenn daher jene, weil in ihr der Begriff seine Momente entwickelt, durch den Schein von Notwendigkeit der Beziehung täuschend Gesetze verhieß, so tut diese sogleich Verzicht darauf, indem sich die Zahl als die Bestimmung der einen Seite ihrer Gesetze zeigt. Denn die Zahl ist eben die gänzlich ruhende, tote und gleichgültige Bestimmtheit, an welcher alle Bewegung und Beziehung erloschen ist und welche die Brücke zu dem Lebendigen der Triebe, der Lebensart und dem sonstigen sinnlichen Dasein abgebrochen hat.
Comparing the two sides of the organic whole — one being the Inner, the other the Outer, each of which again contains within itself an inner and outer — in terms of their respective internals, the Inner of the first was the Concept as the restlessness of abstraction; the second, however, has as its Inner the quiescent universality and thereby also the quiescent determinacy of number. Thus, while the former, because the Concept develops its moments within it, promised laws through the semblance of relational necessity, the latter immediately renounces this by revealing number as the determinacy of one side of its laws. For number is precisely the utterly quiescent, dead, and indifferent determinacy in which all movement and relation are extinguished, and which has severed the bridge to the vitality of impulses, modes of life, and other sensuous existence.
Diese Betrachtung der Gestalt des Organischen als solcher und des Innern als eines Innern bloß der Gestalt ist aber in der Tat nicht mehr eine Betrachtung des Organischen. Denn die beiden Seiten, die bezogen werden sollten, sind nur gleichgültig gegeneinander gesetzt, und dadurch [ist] die Reflexion-in-sich, welche das Wesen des Organischen ausmacht, aufgehoben. Sondern es wird hier vielmehr auf die unorganische Natur die versuchte Vergleichung des Inneren und Äußeren übergetragen; der unendliche Begriff ist hier nur das Wesen, das inwendig verborgen [ist] oder außen in das Selbstbewußtsein fällt und nicht mehr wie am Organischen seine gegenständliche Gegenwart hat. Diese Beziehung des Inneren und Äußeren ist also noch in ihrer eigentlichen Sphäre zu betrachten.
However, this consideration of the organic shape as such and of the Inner as merely an inner of the shape is in truth no longer a consideration of the organic. For the two sides to be related are posited as indifferent to one another, thereby annulling the self-reflexivity that constitutes the essence of the organic. Rather, the attempted comparison of Inner and Outer is here transferred to inorganic nature; the infinite Concept here is merely the essence, hidden inwardly or externally located in self-consciousness, and no longer has the objective presence it possessed in the organic. This relation of Inner and Outer must therefore still be examined within its proper sphere.
Zuerst ist jenes Innere der Gestalt, als die einfache Einzelheit eines unorganischen Dinges, die spezifische Schwere. Sie kann als einfaches Sein ebensowohl wie die Bestimmtheit der Zahl, deren sie allein fähig ist, beobachtet oder eigentlich durch Vergleichung von Beobachtungen gefunden werden und scheint auf diese Weise die eine Seite des Gesetzes[217] zu geben. Gestalt, Farbe, Härte, Zähigkeit und eine unzählige Menge anderer Eigenschaften würden zusammen die äußere Seite ausmachen und die Bestimmtheit des Innern, die Zahl, auszudrücken haben, so daß das eine am ändern sein Gegenbild hätte.
First, that Inner of the shape, as the simple singularity of an inorganic thing, is its specific gravity. As simple being, it can be observed — or more accurately, discovered through the comparison of observations — in the determinacy of number, which alone it is capable of, and thus appears to provide one side of the law. Shape, color, hardness, ductility, and a countless multitude of other properties would together constitute the outer side, which would have to express the determinacy of the Inner, number, so that each would mirror the other.
Weil nun die Negativität hier nicht als Bewegung des Prozesses, sondern als beruhigte Einheit oder einfaches Fürsichsein aufgefaßt ist, so erscheint sie vielmehr als dasjenige, wodurch das Ding sich dem Prozesse widersetzt und sich in sich und als gleichgültig gegen ihn erhält. Dadurch aber, daß dies einfache Fürsichsein eine ruhige Gleichgültigkeit gegen Anderes ist, tritt die spezifische Schwere als eine Eigenschaft neben andere; und damit hört alle notwendige Beziehung ihrer auf diese Vielheit oder alle Gesetzmäßigkeit auf. – Die spezifische Schwere als dies einfädle Innere hat nicht den Unterschied an ihr selbst, oder sie hat nur den unwesentlichen; denn eben ihre reine Einfachheit hebt alle wesentliche Unterscheidung auf. Dieser unwesentliche Unterschied, die Größe, müßte also an der anderen Seite, welche die Vielheit der Eigenschaften ist, sein Gegenbild oder das Andere haben, indem er dadurch überhaupt erst Unterschied ist. Wenn diese Vielheit selbst in die Einfachheit des Gegensatzes zusammengefaßt und etwa als Kohäsion bestimmt wird, so daß diese das Fürsichsein im Anderssein wie die spezifische Schwere das reine Fürsichsein ist, so ist diese Kohäsion zuerst diese reine im Begriffe gesetzte Bestimmtheit gegen jene Bestimmtheit, und die Manier des Gesetzgebens wäre die, welche oben bei der Beziehung der Sensibilität auf die Irritabilität betrachtet worden. – Alsdann ist sie ferner als Begriff des Fürsichseins im Anderssein nur die Abstraktion der Seite, die der spezifischen Schwere gegenübersteht, und hat als solche keine Existenz. Denn das Fürsichsein im Anderssein ist der Prozeß, worin das Unorganische sein Fürsichsein als eine Selbsterhaltung auszudrücken hätte, welche es dagegen[218] bewahrte, aus dem Prozesse als Moment eines Produkts herauszutreten. Allein dies eben ist gegen seine Natur, welche nicht den Zweck oder Allgemeinheit an ihr selbst hat. Sein Prozeß ist vielmehr nur das bestimmte Verhalten, wie sein Fürsichsein, seine spezifische Schwere sich aufhebt. Dies bestimmte Verhalten, worin seine Kohäsion in ihrem wahren Begriffe bestehen würde, aber selbst und die bestimmte Große seiner spezifischen Schwere sind ganz gleichgültige Begriffe gegeneinander. Wenn die Art des Verhaltens ganz außer acht gelassen und auf die Vorstellung der Größe eingeschränkt würde, so könnte etwa diese Bestimmung gedacht werden, daß das größere spezifische Gewicht, als ein höheres Insichsein, dem Eingehen in den Prozeß mehr widerstände als das geringere. Allein umgekehrt bewährt die Freiheit des Fürsichseins sich nur in der Leichtigkeit, mit allem sich einzulassen und sich in dieser Mannigfaltigkeit zu erhalten. Jene Intensität ohne Extension der Beziehungen ist eine gehaltlose Abstraktion, denn die Extension macht das Dasein der Intensität aus. Die Selbsterhaltung aber des Unorganischen in seiner Beziehung fällt, wie erinnert, außer der Natur derselben, da es das Prinzip der Bewegung nicht an ihm selbst hat oder da sein Sein nicht die absolute Negativität und Begriff ist.
Since negativity here is grasped not as the movement of process but as a pacified unity or simple being-for-itself, it appears rather as that through which the thing resists the process and preserves itself within itself as indifferent to it. Yet because this simple being-for-itself is a tranquil indifference to otherness, specific gravity becomes a property alongside others, thereby dissolving all necessary relation to this multiplicity or any lawfulness. — Specific gravity, as this simple Inner, contains no distinction within itself or has only an inessential one, for its pure simplicity annuls all essential differentiation. This inessential distinction, magnitude, would thus have to find its counterpart or Other in the multiplicity of properties on the other side, thereby constituting a distinction at all. If this multiplicity is itself condensed into the simplicity of opposition and determined, say, as cohesion — such that cohesion is being-for-itself within otherness, just as specific gravity is pure being-for-itself — then cohesion is first this pure determinacy posited in the Concept against that determinacy, and the manner of lawgiving would be that previously examined in the relation of sensibility to irritability. — Further, as the Concept of being-for-itself within otherness, cohesion is merely the abstraction of the side opposing specific gravity and as such has no existence. For being-for-itself within otherness is the process in which the inorganic would express its being-for-itself as self-preservation, maintaining itself against becoming a moment of a product in the process. Yet this is precisely contrary to its nature, which lacks an immanent purpose or universality. Its process is rather merely the determinate comportment through which its being-for-itself, its specific gravity, sublates itself. This determinate comportment, which would constitute cohesion in its true Concept, and the determinate magnitude of its specific gravity, are entirely indifferent concepts to one another. If the mode of comportment is disregarded entirely and restricted to the representation of magnitude, one might suppose that greater specific gravity, as a higher being-within-self, would resist entering the process more than lesser. Yet conversely, the freedom of being-for-itself proves itself only in the facility to engage with everything and sustain itself within this multiplicity. That intensity without extensional relations is an empty abstraction, for extension constitutes the existence of intensity. However, as noted, the self-preservation of the inorganic within its relation lies beyond its nature, since it lacks the principle of movement within itself — its being is not absolute negativity and Concept.
Diese andere Seite des Unorganischen dagegen nicht als Prozeß, sondern als ruhendes Sein betrachtet, so ist sie die gemeine Kohäsion, eine einfache sinnliche Eigenschaft auf die Seite getreten gegen das freigelassene Moment des Andersseins, welches in vielen gleichgültigen Eigenschaften auseinanderliegt und unter diese selbst, wie die spezifische Schwere, tritt; die Menge der Eigenschaften zusammen macht dann die andere Seite zu dieser aus. An ihr aber, wie an den anderen, ist die Zahl die einzige Bestimmtheit, welche eine Beziehung und Obergang dieser Eigenschaften zueinander nicht nur nicht ausdrückt, sondern eben wesentlich dies ist, keine notwendige Beziehung zu haben, sondern die Vertilgung aller Gesetzmäßigkeit darzustellen, denn sie ist der Ausdruck[219] der Bestimmtheit als einer unwesentlichen. So daß also eine Reihe von Körpern, welche den Unterschied als Zahlenunterschied ihrer spezifischen Schweren ausdrückt, durchaus nicht einer Reihe des Unterschieds der anderen Eigenschaften parallel geht, wenn auch, um die Sache zu erleichtern, von ihnen nur eine einzelne oder etliche genommen werden. Denn in der Tat könnte es nur das ganze Konvolut derselben sein, was in dieser Parallele die andere Seite auszumachen hätte. Dieses in sich zu ordnen und zu einem Ganzen zu verbinden, sind die Größenbestimmtheiten dieser vielerlei Eigenschaften für die Beobachtung einerseits vorhanden, andererseits aber treten ihre Unterschiede als qualitativ ein. Was nun in diesem Haufen als positiv oder negativ bezeichnet werden müßte und sich gegenseitig aufhöbe, überhaupt die innere Figuration und Exposition der Formel, die sehr zusammengesetzt sein würde, gehörte dem Begriffe an, welcher eben in der Weise, wie die Eigenschaften als seiende daliegen und aufgenommen werden sollen, ausgeschlossen ist; in diesem Sein zeigt keine den Charakter eines Negativen gegen die andere, sondern die eine ist so gut als die andere, noch deutet sie sonst ihre Stelle in der Anordnung des Ganzen an. – Bei einer Reihe, die in parallelen Unterschieden fortläuft – das Verhältnis möchte als auf beiden Seiten zugleich steigend, oder nur auf der einen, und auf der anderen abnehmend gemeint werden –, ist es nur um den letzten einfachen Ausdruck dieses zusammengefaßten Ganzen zu tun, welches die eine Seite des Gesetzes gegen die spezifische Schwere ausmachen sollte; aber diese eine Seite, als seiendes Resultat, ist eben nichts anderes, als was schon erwähnt worden, nämlich einzelne Eigenschaft, wie etwa auch die gemeine Kohäsion, neben welcher die anderen und darunter auch die spezifische Schwere gleichgültig vorhanden sind und jede andere mit dem gleichen Rechte, d.h. mit dem gleichen Unrechte zum Repräsentanten der ganzen anderen[220] Seite gewählt werden kann; eine wie die andere würde das Wesen nur repräsentieren, auf deutsch: vorstellen, aber nicht die Sache selbst sein. So daß der Versuch, Körperreihen zu finden, welche an der einfachen Parallele zweier Seiten fortliefen und die wesentliche Natur der Körper nach einem Gesetze dieser Seiten ausdrückten, für einen Gedanken genommen werden muß, welcher seine Aufgabe und die Mittel, wodurch sie ausgeführt werden sollte, nicht kennt.
When this other side of the inorganic is considered not as process but as quiescent being, it is the ordinary cohesion—a simple sensuous property that stands opposed to the liberated moment of otherness, which lies dispersed among many indifferent properties and sinks beneath them, as does specific gravity. The aggregate of properties then constitutes the other side opposed to this cohesion. But even here, number remains the sole determinacy that not only fails to express any relation or transition between these properties but is essentially that which has no necessary relation, representing instead the eradication of all lawfulness. For number is the expression[219] of determinacy as something inessential. Thus, a series of bodies expressing their difference through numerical distinctions in specific gravity by no means runs parallel to a series of differences in their other properties—even if, for simplicity’s sake, only one or a few of these properties are considered. In truth, it could only be the entire complex of properties that would constitute the other side in this parallel. To order this complex internally and bind it into a whole, the quantitative determinacies of these manifold properties are, on the one hand, available to observation; yet, on the other hand, their differences emerge as qualitative. What would have to be designated as positive or negative within this heap—mutually canceling each other—and indeed the inner configuration and exposition of a formula that would be highly complex, belongs to the Concept. But since the properties are to be taken as existent and merely given, the Concept is excluded. In this existence, no property shows itself as the negative of another; each is as valid as the next, and none indicates its place within the arrangement of the whole. – In a series progressing through parallel differences—whether the relation is meant as ascending on both sides or ascending on one and descending on the other—the concern is only with the final simple expression of this synthesized whole, which would form one side of the law against specific gravity. But this one side, as an existent result, is precisely nothing other than what has already been mentioned: a single property, such as ordinary cohesion, alongside which others—including specific gravity—exist indifferently. Any one of them could be chosen with equal right (or rather, equal wrong) to represent the entire other[220] side. Each would merely present (to use the German term) the essence but not be the matter itself. Thus, the attempt to find bodily series progressing through the simple parallelism of two sides and expressing the essential nature of bodies according to a law of these sides must be regarded as a thought that does not understand its own task or the means by which it should be accomplished.
Es wurde vorhin die Beziehung des Äußeren und Inneren an der Gestalt, welche der Beobachtung sich darstellen soll, sogleich zu der Sphäre des Unorganischen herübergenommen; die Bestimmung, welche sie hierherzieht, kann jetzt näher angegeben werden, und es ergibt sich von da noch eine andere Form und Beziehung dieses Verhältnisses. Bei dem Organischen nämlich fällt überhaupt das hinweg, was bei dem Unorganischen die Möglichkeit einer solchen Vergleichung des Inneren und Äußeren darzubieten scheint. Das unorganische Innere ist ein einfaches Inneres, das für die Wahrnehmung als seiende Eigenschaft sich darbietet; seine Bestimmtheit ist daher wesentlich die Größe, und es erscheint als seiende Eigenschaft gleichgültig gegen das Äußere oder die vielen anderen sinnlichen Eigenschaften. Das Fürsichsein des Organisch-Lebendigen aber tritt nicht so auf die Seite gegen sein Äußeres, sondern hat das Prinzip des Andersseins an ihm selbst. Bestimmen wir das Fürsichsein als einfache sich erhaltende Beziehung auf sich selbst, so ist sein Anderssein die einfädle Negativität, und die organische Einheit ist die Einheit des sichselbstgleichen Sichaufsichbeziehens und der reinen Negativität. Diese Einheit ist als Einheit das Innere des Organischen; dies ist hierdurch an sich allgemein, oder es ist Gattung. Die Freiheit der Gattung gegen ihre Wirklichkeit aber ist eine andere als die Freiheit der spezifischen Schwere gegen die Gestalt. Die der letzteren ist eine seiende Freiheit, oder daß sie als besondere Eigenschaft auf die Seite tritt. Aber weil sie seiende Freiheit ist, ist sie auch nur eine Bestimmtheit, welche dieser Gestalt wesentlich angehört[221] oder wodurch diese als Wesen ein Bestimmtes ist. Die Freiheit der Gattung aber ist eine allgemeine und gleichgültig gegen diese Gestalt oder gegen ihre Wirklichkeit. Die Bestimmtheit, welche dem Fürsichsein des Unorganischen als solchem zukommt, tritt daher an dem Organischen unter sein Fürsichsein, wie sie an dem Unorganischen nur unter das Sein desselben tritt; ob sie daher schon an diesem zugleich nur als Eigenschaft ist, so fällt ihr doch die Würde des Wesens zu, weil sie als das einfache Negative dem Dasein als dem Sein für Anderes gegenübersteht; und dies einfache Negative ist in seiner letzten einzelnen Bestimmtheit eine Zahl. Das Organische aber ist eine Einzelheit, welche selbst reine Negativität [ist] und daher die fixe Bestimmtheit der Zahl, welche dem gleichgültigen Sein zukommt, in sich vertilgt. Insofern es das Moment des gleichgültigen Seins und darin der Zahl an ihm hat, kann sie daher nur als ein Spiel an ihm, nicht aber als das Wesen seiner Lebendigkeit genommen werden.
Earlier, the relation of outer and inner in the gestalt that is to present itself to observation was immediately transferred to the sphere of the inorganic. The determination that draws it here can now be more precisely specified, and from this arises another form and relation of this relationship. In the case of the organic, what seems to offer the possibility of such a comparison between inner and outer in the inorganic is altogether absent. The inorganic inner is a simple interiority that presents itself to perception as an existent property. Its determinacy is therefore essentially magnitude, and as an existent property, it appears indifferent to the outer or to the manifold other sensuous properties. The being-for-itself of the organically living, however, does not stand opposed to its externality in this way but contains the principle of otherness within itself. If we define being-for-itself as a simple self-sustaining relation-to-self, then its otherness is simple negativity, and the organic unity is the unity of self-equivalent self-relation and pure negativity. This unity, as unity, is the inner of the organic; through this, the organic is in itself universal—i.e., it is genus. But the freedom of the genus over against its actuality differs from the freedom of specific gravity over against gestalt. The latter is an existent freedom, or it stands aside as a particular property. Yet because it is existent freedom, it is also only a determinacy that essentially belongs to this gestalt[221] and through which the gestalt as essence is something determinate. The freedom of the genus, however, is universal and indifferent to this gestalt or its actuality. The determinacy that belongs to the being-for-itself of the inorganic as such thus falls beneath the being-for-itself of the organic, just as in the inorganic it falls beneath the inorganic’s being. Although this determinacy in the inorganic is also merely a property, it nonetheless assumes the dignity of essence because, as the simple negative, it stands opposed to existence as being-for-other. This simple negative, in its ultimate singular determinacy, is a number. The organic, however, is a singularity that is itself pure negativity and therefore annihilates within itself the fixed determinacy of number, which belongs to indifferent being. To the extent that the organic has the moment of indifferent being and thus of number within itself, number can only be taken as a play upon it, not as the essence of its vitality.
Wenn nun aber schon die reine Negativität, das Prinzip des Prozesses, nicht außer dem Organischen fällt und es sie also nicht als eine Bestimmtheit in seinem Wesen hat, sondern die Einzelheit selbst an sich allgemein ist, so ist doch diese reine Einzelheit nicht in ihren Momenten als selbst abstrakten oder allgemeinen an ihm entwickelt und wirklich. Sondern dieser Ausdruck tritt außer jener Allgemeinheit, welche in die Innerlichkeit zurückfällt; und zwischen die Wirklichkeit oder Gestalt, d.h. die sich entwickelnde Einzelheit, und das organische Allgemeine oder die Gattung [tritt] das bestimmte Allgemeine, die Art. Die Existenz, zu welcher die Negativität des Allgemeinen oder der Gattung gelangt, ist nur die entwickelte Bewegung eines Prozesses, welcher sich an den Teilen der seienden Gestalt verläuft. Hätte die Gattung an ihr als ruhender Einfachheit die unterschiedenen Teile und wäre somit ihre einfache Negativität als solche zugleich Bewegung, welche sich durch ebenso einfache, unmittelbar an ihnen allgemeine Teile verliefe, die als solche[222] Momente hier wirklich wären, so wäre die organische Gattung Bewußtsein. So aber ist die einfache Bestimmtheit, als Bestimmtheit der Art, an ihr auf eine geistlose Weise vorhanden; die Wirklichkeit fängt von ihr an, oder was in die Wirklichkeit tritt, ist nicht die Gattung als solche, d.h. überhaupt nicht der Gedanke. Diese als wirkliches Organisches ist nur durch einen Repräsentanten vertreten. Dieser aber, die Zahl, welche den Übergang aus der Gattung in die individuelle Gestaltung zu bezeichnen und der Beobachtung die beiden Seiten der Notwendigkeit, einmal als einfädle Bestimmtheit, das andere Mal sie als entwickelte, zur Mannigfaltigkeit herausgeborene Gestalt zu geben scheint, bezeichnet vielmehr die Gleichgültigkeit und Freiheit des Allgemeinen und Einzelnen gegeneinander, das von der Gattung dem wesenlosen Unterschiede der Größe preisgegeben wird, selbst aber als Lebendiges von diesem Unterschiede sich ebenso frei erweist. Die wahre Allgemeinheit, wie sie bestimmt worden, ist hier nur inneres Wesen; als Bestimmtheit der Art ist sie formale Allgemeinheit, und dieser gegenüber tritt jene wahre Allgemeinheit auf die Seite der Einzelheit, die dadurch eine lebendige ist und sich durch ihr Inneres über ihre Bestimmtheit als Art hinwegsetzt. Aber diese Einzelheit ist nicht zugleich allgemeines Individuum, d.h. an dem die Allgemeinheit ebenso äußere Wirklichkeit hätte, sondern dies fällt außer dem Organisch-Lebendigen. Dieses allgemeine Individuum aber, wie es unmittelbar das Individuum der natürlichen Gestaltungen ist, ist nicht das Bewußtsein selbst; sein Dasein als einzelnes organisches lebendiges Individuum müßte nicht außer ihm fallen, wenn es dieses sein sollte.
Now, even if the pure negativity – the principle of process – does not fall outside the organic, and thus the organic does not have it as a determinacy within its essence, but rather the singularity itself is inherently universal, this pure singularity is not developed and actualized in its moments as abstract or universal. Instead, this expression falls outside that universality which retreats into inwardness. Between the actuality or shape – that is, the developing singularity – and the organic universal or genus, stands the determinate universal: the species. The existence attained by the negativity of the universal or genus is merely the developed movement of a process that unfolds through the parts of the existent shape. If the genus, as a quiescent simplicity, contained the differentiated parts within itself, so that its simple negativity as such were simultaneously a movement passing through equally simple, immediately universal parts that were actual moments here, then the organic genus would be consciousness. As it stands, however, the simple determinacy – as the determinacy of the species – is present in it in a spiritless manner; actuality begins from it, or what enters actuality is not the genus as such – that is, not thought at all. This genus, as actual organic being, is represented only through a proxy. Yet this proxy – the number, which seems to signify the transition from genus into individual formation and to present observation with both sides of necessity (on one hand as simple determinacy, on the other as developed shape that has emerged into manifoldness) – in truth signifies the indifference and freedom of the universal and the singular toward each other. The singular, surrendered by the genus to the essenceless difference of magnitude, demonstrates its freedom from this difference precisely as living. The true universality, as defined here, is only inner essence. As determinacy of the species, it is formal universality. Opposed to this, the true universality takes the side of singularity, which thereby becomes a living singularity and, through its inwardness, transcends its determinacy as species. Yet this singularity is not simultaneously a universal individual – one in which universality would have external actuality – for such actuality lies outside the organic living being. This universal individual, however, as it exists immediately in the individual of natural formations, is not consciousness itself. If it were to be consciousness, its existence as a singular organic living individual would not fall outside itself.
Wir sehen daher einen Schluß, worin das eine Extrem das allgemeine Leben als Allgemeines oder als Gattung, das andere Extrem aber dasselbe als Einzelnes oder als allgemeines Individuum ist; die Mitte aber ist aus beiden zusammengesetzt, das erste scheint in sie sich als bestimmte Allgemeinheit oder als Art, das andere aber als eigentliche[223] oder einzelne Einzelheit zu schicken. – Und da dieser Schluß überhaupt der Seite der Gestaltung angehört, so ist unter ihm ebenso dasjenige begriffen, was als unorganische Natur unterschieden wird.
We thus encounter a syllogism in which one extreme is the universal life as universal – the genus – and the other extreme is the same as singular – the universal individual. The middle term combines both: the first extreme appears to enter it as determinate universality or species, the second as proper or singular singularity. Since this syllogism belongs generally to the side of formation, it also encompasses what is distinguished as inorganic nature.
Indem nun das allgemeine Leben als das einfache Wesen der Gattung von seiner Seite die Unterschiede des Begriffs entwickelt und sie als eine Reihe der einfachen Bestimmtheiten darstellen muß, so ist diese ein System gleichgültig gesetzter Unterschiede oder eine Zahlreihe. Wenn vorhin das Organische in der Form der Einzelheit diesem wesenlosen Unterschiede gegenübergesetzt wurde, der ihre lebendige Natur nicht ausdrückt und enthält – und wenn in Ansehung des Unorganischen nach seinem ganzen in der Menge seiner Eigenschaften entwickelten Dasein eben dies gesagt werden muß –, so ist es jetzt das allgemeine Individuum, welches nicht nur als frei von jeder Gliederung der Gattung, sondern auch als ihre Macht zu betrachten ist. Die Gattung, welche sich in Arten nach der allgemeinen Bestimmtheit der Zahl zerlegt oder auch einzelne Bestimmtheiten ihres Daseins, z.B. die Figur, Farbe usf. zu ihrem Einteilungsgrunde nehmen mag, erleidet in diesem ruhigen Geschäfte Gewalt von der Seite des allgemeinen Individuums, der Erde, welches als die allgemeine Negativität die Unterschiede, wie sie dieselben an sich hat und deren Natur um der Substanz willen, der sie angehören, eine andere ist als die Natur jener, gegen das Systematisieren der Gattung geltend macht. Dieses Tun der Gattung wird zu einem ganz eingeschränkten Geschäft, das sie nur innerhalb jener mächtigen Elemente treiben darf und das durch die zügellose Gewalt derselben allenthalben unterbrochen, lückenhaft und verkümmert wird.
Now, since universal life as the simple essence of the genus must develop the differences of the Concept from its own side and present them as a series of simple determinacies, this becomes a system of indifferently posited differences or a numerical series. Whereas previously the organic was opposed to this essence-less difference in the form of singularity – a difference that neither expresses nor contains its living nature – and whereas the same must be said regarding inorganic nature in its fully developed existence as a multiplicity of properties – here it is the universal individual that must be regarded not only as free from all articulation of the genus but also as its power. The genus, which divides itself into species according to the universal determinacy of number or may take individual determinacies of its existence – such as form, color, etc. – as the basis for classification, suffers violence in this tranquil activity from the side of the universal individual, the Earth. As universal negativity, the Earth asserts its own inherent differences – whose nature, by virtue of the substance to which they belong, is other than that of the genus’s classificatory system – against the systematization of the genus. The activity of the genus thus becomes a thoroughly restricted enterprise that it may pursue only within those powerful elements, an enterprise everywhere interrupted, fragmented, and stunted by their unbridled violence.
Es folgt hieraus, daß der Beobachtung an dem gestalteten Dasein nur die Vernunft als Leben überhaupt werden kann, welches aber in seinem Unterscheiden keine vernünftige Reibung und Gliederung an sich selbst wirklich hat und nicht ein in sich gegründetes System der Gestalten ist. – Wenn im Schlüsse der organischen Gestaltung die Mitte, worin die[224] Art und ihre Wirklichkeit als einzelne Individualität fällt, an ihr selbst die Extreme der inneren Allgemeinheit und der allgemeinen Individualität hätte, so würde diese Mitte an der Bewegung ihrer Wirklichkeit den Ausdruck und die Natur der Allgemeinheit haben und die sich selbst systematisierende Entwicklung sein. So hat das Bewußtsein, zwischen dem allgemeinen Geiste und seiner Einzelheit oder dem sinnlichen Bewußtsein, zur Mitte das System der Gestaltungen des Bewußtseins, als ein zum Ganzen sich ordnendes Leben des Geistes, – das System, das hier betrachtet wird und welches als Weltgeschichte sein gegenständliches Dasein hat. Aber die organische Natur hat keine Geschichte; sie fällt von ihrem Allgemeinen, dem Leben, unmittelbar in die Einzelheit des Daseins herunter, und die in dieser Wirklichkeit vereinigten Momente der einfachen Bestimmtheit und der einzelnen Lebendigkeit bringen das Werden nur als die zufällige Bewegung hervor, worin jedes an seinem Teile tätig ist und das Ganze erhalten wird; aber diese Regsamkeit ist für sich selbst nur auf ihren Punkt beschränkt, weil das Ganze nicht in ihm vorhanden ist, und dies ist nicht darin vorhanden, weil es nicht als Ganzes hier für sich ist.
It follows that observation can grasp in shaped existence only Reason as life in general – a life that, however, does not actually possess rational articulation and differentiation within itself and is not a self-grounded system of shapes. – If, in the syllogism of organic formation, the middle term – where the species and its actuality as individual singularity fall – itself contained the extremes of inner universality and universal individuality, then this middle term would bear the expression and nature of universality in the movement of its actuality and would be the self-systematizing development. Thus, consciousness, standing between universal Spirit and its singularity or sensory consciousness, has as its middle term the system of consciousness’s formations – a spiritual life ordering itself into a totality, the system under consideration here, which has its objective existence as world history. But organic nature has no history; it plunges immediately from its universal, life, into the singularity of existence. The moments of simple determinacy and singular vitality united in this actuality produce becoming only as the contingent movement wherein each acts locally and the whole is preserved. Yet this activity is for itself confined to its own point, for the whole is not present within it; and the whole is not present because here it is not for itself as a whole.
Außerdem also, daß die beobachtende Vernunft in der organischen Natur nur zur Anschauung ihrer selbst als allgemeines Leben überhaupt kommt, wird ihr die Anschauung seiner Entwicklung und Realisierung nur nach ganz allgemein unterschiedenen Systemen, deren Bestimmtheit, ihr Wesen, nicht in dem Organischen als solchem, sondern in dem allgemeinen Individuum liegt; und, unter diesen Unterschieden der Erde, nach Reibungen, welche die Gattung versucht.
Therefore, beyond attaining the intuition of itself as universal life in general through organic nature, observing Reason intuits the latter’s development and realization only through broadly differentiated systems whose determinacy – their essence – resides not in the organic as such but in the universal individual. Moreover, beneath these terrestrial differences, observation finds only the genus’s tentative articulations.
Indem also in seiner Wirklichkeit die Allgemeinheit des organischen Lebens sich, ohne die wahrhafte fürsichseiende Vermittlung, unmittelbar in das Extrem der Einzelheit herunterfallen[225] läßt, so hat das beobachtende Bewußtsein nur das Meinen als Ding vor sich; und wenn die Vernunft das müßige Interesse haben kann, dieses Meinen zu beobachten, ist sie auf das Beschreiben und Hererzählen von Meinungen und Einfällen der Natur beschränkt. Diese geistlose Freiheit des Meinens wird zwar allenthalben Anfänge von Gesetzen, Spuren von Notwendigkeit, Anspielungen auf Ordnung und Reibung, witzige und scheinbare Beziehungen darbieten. Aber die Beobachtung kommt in der Beziehung des Organischen auf die seienden Unterschiede des Unorganischen, die Elemente, Zonen und Klimate, in Ansehung des Gesetzes und der Notwendigkeit nicht über den großen Einfluß hinaus. So auf der ändern Seite, wo die Individualität nicht die Bedeutung der Erde, sondern des dem organischen Leben immanenten Eins hat, dies mit dem Allgemeinen in unmittelbarer Einheit zwar die Gattung ausmacht, aber deren einfache Einheit eben darum nur als Zahl sich bestimmt und daher die qualitative Erscheinung freiläßt, – kann es die Beobachtung nicht über artige Bemerkungen, interessante Beziehungen, freundliches Entgegenkommen dem Begriffe hinausbringen. Aber die artigen Bemerkungen sind kein Wissen der Notwendigkeit, die interessanten Beziehungen bleiben bei dem Interesse stehen, das Interesse ist aber nur noch die Meinung von der Vernunft; und die Freundlichkeit des Individuellen, mit der es an einen Begriff anspielt, ist eine kindliche Freundlichkeit, welche kindisch ist, wenn sie an und für sich etwas gelten will oder soll.[226]
Since the universality of organic life in its actuality allows itself to collapse immediately into the extreme of singularity without true self-mediating being-for-self, observing consciousness has before it only opinion as a thing. If Reason can take an idle interest in observing this opinion, it remains limited to describing and recounting nature’s opinions and whims. This spiritless freedom of opinion will indeed offer everywhere beginnings of laws, traces of necessity, allusions to order and articulation, clever and apparent relations. But observation, in relating the organic to the inorganic differences of existence – elements, zones, climates – does not advance beyond great influence with respect to law and necessity. Conversely, where individuality signifies not the Earth but the immanent One of organic life – which, though in immediate unity with the universal, constitutes the genus – their simple unity precisely for this reason determines itself only as number and thus releases qualitative appearance. Here, observation cannot rise above clever remarks, interesting relations, amiable concessions to the Concept. But clever remarks are no knowledge of necessity; interesting relations remain at the level of interest, which is still merely opinion about Reason; and the amiability of the individual, through which it alludes to the Concept, is a childish amiability – childish when it presumes or is expected to count as something in and for itself.[226]
b. Die Beobachtung des Selbstbewußtseins in seiner Reinheit und seiner Beziehung auf äußere Wirklichkeit; logische und psychologische Gesetze
b. Observation of Self-Consciousness in Its Purity and Its Relation to External Reality; Logical and Psychological Laws
Die Naturbeobachtung findet den Begriff in der unorganischen Natur realisiert, Gesetze, deren Momente Dinge sind, welche sich zugleich als Abstraktionen verhalten; aber dieser[226] Begriff ist nicht eine in sich reflektierte Einfachheit, Das Leben der organischen Natur ist dagegen nur diese in sich reflektierte Einfachheit; der Gegensatz seiner selbst, als des Allgemeinen und des Einzelnen, tritt nicht im Wesen dieses Lebens selbst auseinander; das Wesen ist nicht die Gattung, welche in ihrem unterschiedslosen Elemente sich trennte und bewegte und in ihrer Entgegensetzung für sich selbst zugleich ununterschieden wäre. Die Beobachtung findet diesen freien Begriff, dessen Allgemeinheit die entwickelte Einzelheit ebenso absolut in ihr selbst hat, nur in dem als Begriff existierenden Begriffe selbst oder in dem Selbstbewußtsein.
Natural observation finds the Concept realized in inorganic nature as laws whose moments are things that also behave as abstractions. But this Concept is not a simplicity reflected into itself. The life of organic nature, by contrast, is precisely this self-reflected simplicity. The opposition between itself as universal and as singular does not split apart within the essence of this life itself; the essence is not the genus, which would divide and move within its undifferentiated element and, in its opposition, be simultaneously undifferentiated for itself. Observation discovers this free Concept – whose universality has developed singularity just as absolutely within itself – only in the Concept that exists as Concept, i.e., in self-consciousness.
Indem sie sich nun in sich selbst kehrt und auf den als freien Begriff wirklichen Begriff richtet, findet sie zuerst die Gesetze des Denkens. Diese Einzelheit, welche das Denken an ihm selbst ist, ist die abstrakte, ganz in die Einfachheit zurückgenommene Bewegung des Negativen, und die Gesetze sind außerhalb der Realität. – Sie haben keine Realität, heißt überhaupt nichts anderes als: sie sind ohne Wahrheit. Sie sollen auch zwar nicht ganze, aber doch formelle Wahrheit sein. Allein das rein Formelle ohne Realität ist das Gedankending oder die leere Abstraktion ohne die Entzweiung an ihr, welche nichts anderes als der Inhalt wäre. Auf der ändern Seite aber, indem sie Gesetze des reinen Denkens sind, dieses aber das an sich Allgemeine und also ein Wissen ist, welches unmittelbar das Sein und darin alle Realität an ihm hat, sind diese Gesetze absolute Begriffe und ungetrennt die Wesenheiten der Form wie der Dinge. Da die sich in sich bewegende Allgemeinheit der entzweite einfache Begriff ist, hat er auf diese Weise Inhalt an sich, und einen solchen, welcher aller Inhalt, nur nicht ein sinnliches Sein ist. Es ist ein Inhalt, der weder im Widerspruche mit der Form noch überhaupt von ihr getrennt, sondern vielmehr wesentlich sie selbst ist; denn diese ist nichts anderes als das in seine reinen Momente sich trennende Allgemeine.
When consciousness now turns inward and directs itself toward the actual Concept as free Concept, it first discovers the laws of thought. The individuality inherent to thinking itself is the abstract movement of the negative entirely withdrawn into simplicity, and these laws lie outside reality. — To say they have no reality means nothing other than that they lack truth. They are certainly not claimed to be complete truth but rather formal truth. Yet the purely formal without reality is a thought-entity or empty abstraction devoid of the sundering within it — which would be nothing other than content. On the other hand, since these are laws of pure thinking, and such thinking is the universal in-itself — a knowing that immediately possesses being and all reality within it — these laws are absolute Concepts and, undivided, the essences of both form and things. Because the self-moving universality is the sundered simple Concept, it thereby contains content within itself — a content that is all content yet not a sensible being. It is a content that neither contradicts form nor is separated from it but is essentially form itself, for form is nothing other than the universal differentiating itself into its pure moments.
Wie aber diese Form oder Inhalt für die Beobachtung als[227] Beobachtung ist, erhält sie die Bestimmung eines gefundenen, gegebenen, d. i. nur seienden Inhalts. Er wird ruhiges Sein von Beziehungen, eine Menge abgesonderter Notwendigkeiten, die als ein fester Inhalt an und für sich, in ihrer Bestimmtheit, Wahrheit haben sollen und so in der Tat der Form entzogen sind. – Diese absolute Wahrheit fixer Bestimmtheiten oder vieler verschiedener Gesetze widerspricht aber der Einheit des Selbstbewußtseins oder des Denkens und der Form überhaupt. Was für festes, an sich bleibendes Gesetz ausgesagt wird, kann nur ein Moment der sich in sich reflektierenden Einheit sein, nur als eine verschwindende Größe auftreten. Aus diesem Zusammenhang der Bewegung aber von der Betrachtung herausgerissen und einzeln hingestellt, fehlt ihnen nicht der Inhalt, denn sie haben einen bestimmten Inhalt, sondern sie entbehren vielmehr der Form, welche ihr Wesen ist. In der Tat nicht darum, weil sie nur formell sein und keinen Inhalt haben sollen, sondern vielmehr aus dem entgegengesetzten Grunde, weil sie in ihrer Bestimmtheit oder eben als ein Inhalt, dem die Form genommen ist, für etwas Absolutes gelten sollen, sind diese Gesetze nicht die Wahrheit des Denkens. In ihrer Wahrheit, als in der Einheit des Denkens verschwindende Momente, müßten sie als Wissen oder denkende Bewegung, nicht aber als Gesetze des Wissens genommen werden. Das Beobachten aber ist nicht das Wissen selbst und kennt es nicht, sondern verkehrt seine Natur in die Gestalt des Seins, d.h. faßt seine Negativität nur als Gesetze desselben auf. – Es ist hier hinreichend, die Ungültigkeit der sogenannten Denkgesetze aus der allgemeinen Natur der Sache aufgezeigt zu haben. Die nähere Entwicklung gehört in die spekulative Philosophie, worin sie sich als dasjenige zeigen, was sie in Wahrheit sind, nämlich einzelne verschwindende Momente, deren Wahrheit nur das Ganze der denkenden Bewegung, das Wissen selbst ist.
However, as this form or content exists for observation qua observation, it assumes the determination of a discovered, given content — that is, one that merely is. It becomes a quiescent being of relations, a multiplicity of isolated necessities that are supposed to hold as a fixed content in and for themselves, in their determinacy, and thus are in truth divorced from form. — Yet this absolute truth of fixed determinacies or multiple distinct laws contradicts the unity of self-consciousness or of thinking and of form as such. What is posited as a fixed, self-subsisting law can only be a moment of the self-reflecting unity, appearing merely as a vanishing magnitude. Torn from this context of movement and posited in isolation, these laws lack not content (for they have a determinate content) but rather form, which is their essence. In truth, their deficiency lies not in being merely formal and lacking content but rather in the opposite: because they are meant to hold as absolutes in their determinacy — that is, as content stripped of form — these laws are not the truth of thinking. In their truth, as vanishing moments within the unity of thinking, they must be grasped as knowing or as thinking movement, not as laws of knowing. Observation, however, is not knowing itself and does not recognize it; instead, it perverts knowing’s nature into the shape of being — that is, it apprehends knowing’s negativity only as its laws. — Here, it suffices to have demonstrated the invalidity of so-called laws of thought from the general nature of the matter. Their detailed exposition belongs to speculative philosophy, where they reveal themselves as what they truly are: singular vanishing moments whose truth is solely the whole of the thinking movement — knowing itself.
Diese negative Einheit des Denkens ist für sich selbst, oder[228] vielmehr sie ist das Fürsichselbstsein, das Prinzip der Individualität, und in seiner Realität tuendes Bewußtsein. Zu ihm als der Realität jener Gesetze wird daher das beobachtende Bewußtsein durch die Natur der Sache fortgeführt. Indem dieser Zusammenhang nicht für es ist, so meint es, das Denken in seinen Gesetzen bleibe ihm auf der einen Seite stehen, und auf der ändern Seite erhalte es ein anderes Sein an dem, was ihm jetzt Gegenstand ist, nämlich das tuende Bewußtsein, welches so für sich ist, daß es das Anderssein aufhebt und in dieser Anschauung seiner selbst als des Negativen seine Wirklichkeit hat.
This negative unity of thinking is for itself — or rather, it is being-for-itself, the principle of individuality — and in its reality, it is active consciousness. Observational consciousness is thus led by the nature of the matter to this active consciousness as the reality of those laws. Unaware of this connection, it assumes that the laws of thinking remain on one side while it encounters another being on the other side — namely, active consciousness, which exists for itself by abolishing otherness and finding its actuality in this intuition of itself as the negative.
Es eröffnet sich also für die Beobachtung ein neues Feld an der handelnden Wirklichkeit des Bewußtseins. Die Psychologie enthält die Menge von Gesetzen, nach welchen der Geist gegen die verschiedenen Weisen seiner Wirklichkeit, als eines vorgefundenen Andersseins, sich verschieden verhält; teils diese in sich zu empfangen und den vorgefundenen Gewohnheiten, Sitten und Denkungsart, als worin er sich als Wirklichkeit Gegenstand ist, gemäß zu werden, teils gegen sie sich selbsttätig zu wissen, mit Neigung und Leidenschaft nur Besonderes daraus für sich herauszugreifen und das Gegenständliche sich gemäß zu machen, – dort sich gegen sich selbst als Einzelheit, hier gegen sich als allgemeines Sein negativ zu verhalten. – Die Selbständigkeit gibt dem Vorgefundenen nach der ersten Seite nur die Form bewußter Individualität überhaupt und bleibt in Ansehung des Inhalts innerhalb der vorgefundenen allgemeinen Wirklichkeit stehen; nach der ändern Seite aber gibt sie ihr wenigstens eine eigentümliche Modifikation, die ihrem wesentlichen Inhalte nicht widerspricht, oder auch eine solche, wodurch das Individuum als besondere Wirklichkeit und eigentümlicher Inhalt sich ihr entgegensetzt – und zum Verbrechen wird, indem es sie auf eine nur einzelne Weise aufhebt, oder indem es dies auf eine allgemeine Weise und damit für alle tut, eine andere Welt, anderes Recht, Gesetz und Sitten an die Stelle der vorhandenen bringt.[229]
A new field thus opens for observation in the active actuality of consciousness. Psychology contains the multitude of laws governing how spirit relates diversely to the various modes of its actuality as a discovered otherness: in part, receiving these into itself and conforming to the discovered habits, customs, and modes of thought in which it exists as an actual object; in part, knowing itself as self-active toward them, extracting particular elements through inclination and passion and shaping the objective to its own measure — there, behaving negatively toward itself as singular individuality; here, toward itself as universal being. — On the first side, self-activity merely imposes the form of conscious individuality as such upon the discovered content, remaining within the discovered universal actuality regarding content. On the other side, however, it at least gives this content a peculiar modification that does not contradict its essential substance — or else opposes itself as a particular actuality and unique content to that substance, becoming crime. This occurs either by abolishing the substance in a merely singular manner or by doing so universally, thereby creating for all a new world, law, customs, and morality in place of the existing ones.
Die beobachtende Psychologie, welche zuerst ihre Wahrnehmungen von den allgemeinen Weisen, die ihr an dem tätigen Bewußtsein vorkommen, ausspricht, findet mancherlei Vermögen, Neigungen und Leidenschaften, und indem sich die Erinnerung an die Einheit des Selbstbewußtseins bei der Hererzählung dieser Kollektion nicht unterdrücken läßt, muß sie wenigstens bis zur Verwunderung fortgehen, daß in dem Geiste, wie in einem Sacke, so vielerlei und solche heterogene, einander zufällige Dinge beisammen sein können, besonders auch da sie sich nicht als tote ruhende Dinge, sondern als unruhige Bewegungen zeigen.
Observational psychology initially articulates its perceptions of the general modes it encounters in active consciousness, finding manifold faculties, inclinations, and passions. Since the recollection of the unity of self-consciousness cannot be suppressed in the recounting of this collection, it must at least proceed to the point of astonishment: that so many heterogeneous and contingently coexisting things — especially as they manifest not as dead, quiescent entities but as restless movements — could dwell together in spirit as in a sack.
In der Hererzählung dieser verschiedenen Vermögen ist die Beobachtung in der allgemeinen Seite; die Einheit dieser vielfachen Fähigkeiten ist die dieser Allgemeinheit entgegengesetzte Seite, die wirkliche Individualität. – Die unterschiedenen wirklichen Individualitäten wieder so aufzufassen und zu erzählen, daß der eine Mensch mehr Neigung zu diesem, der andere mehr zu jenem, der eine mehr Verstand als der andere habe, hat aber etwas viel Uninteressanteres, als selbst die Arten von Insekten, Moosen usf. aufzuzählen; denn diese geben der Beobachtung das Recht, sie so einzeln und begrifflos zu nehmen, weil sie wesentlich dem Elemente der zufälligen Vereinzelung angehören. Die bewußte Individualität hingegen geistlos als einzelne seiende Erscheinung zu nehmen, hat das Widersprechende, daß ihr Wesen das Allgemeine des Geistes ist. Indem aber das Auffassen sie zugleich in die Form der Allgemeinheit eintreten läßt, findet es ihr Gesetz und scheint Jetzt einen vernünftigen Zweck zu haben und ein notwendiges Geschäft zu treiben.
In recounting these diverse faculties, observation operates within the universal sphere; the unity of these manifold capacities constitutes the counterposed aspect to this universality – namely, actual individuality. To apprehend and narrate differentiated actual individualities by asserting that one person has a greater inclination for this, another for that, or that one possesses more intellect than another, proves far less consequential than cataloging species of insects, mosses, etc. For such natural entities grant observation the right to take them as singular and conceptless, since they inherently belong to the element of contingent singularity. By contrast, to treat conscious individuality mindlessly as a singular, existent appearance contains a contradiction, for its essence is the universality of Spirit. Yet when comprehension simultaneously elevates individuality into the form of universality, it discovers its law and now appears to pursue a rational purpose and engage in necessary labor.
Die Momente, die den Inhalt des Gesetzes ausmachen, sind einerseits die Individualität selbst, andrerseits ihre allgemeine unorganische Natur, nämlich die vorgefundenen Umstände, Lage, Gewohnheiten, Sitten, Religion usw.; aus diesen ist die bestimmte Individualität zu begreifen. Sie enthalten Bestimmtes ebensowohl als Allgemeines und sind zugleich Vorhandenes, das sich der Beobachtung darbietet[230] und sich an der ändern Seite in der Form der Individualität ausdrückt.
The moments constituting the content of the law are, on one side, individuality itself, and on the other, its universal inorganic nature – namely, the encountered circumstances, situation, habits, customs, religion, etc. From these, the determinate individuality is to be comprehended. They contain the determinate just as much as the universal and are simultaneously existing – presenting themselves to observation[230] while expressing themselves on the other side in the form of individuality.
Das Gesetz dieses Verhältnisses der beiden Seiten müßte nun dies enthalten, was diese bestimmten Umstände für eine Wirkung und Einfluß auf die Individualität ausüben. Diese Individualität aber ist gerade dies, ebensowohl das Allgemeine zu sein und daher auf eine ruhige unmittelbare Weise mit dem vorhandenen Allgemeinen, den Sitten, Gewohnheiten usf. zusammenzufließen und ihnen gemäß zu werden, als sich entgegengesetzt gegen sie zu verhalten und sie vielmehr zu verkehren – sowie gegen sie in ihrer Einzelheit ganz gleichgültig sich zu verhalten, sie nicht auf sich einwirken zu lassen und nicht gegen sie tätig zu sein. Was auf die Individualität Einfluß und welchen Einfluß es haben soll – was eigentlich gleichbedeutend ist –, hängt darum nur von der Individualität selbst ab; dadurch ist diese Individualität diese bestimmte geworden, heißt nichts anderes als: sie ist dies schon gewesen. Umstände, Lage, Sitten usf., welche einerseits gezeigt werden als vorhanden und andrerseits in dieser bestimmten Individualität, drücken nur das unbestimmte Wesen derselben aus, um welches es nicht zu tun ist. Wenn diese Umstände, Denkungsart, Sitten, Weltzustand überhaupt nicht gewesen wären, so wäre allerdings das Individuum nicht geworden, was es ist; denn diese allgemeine Substanz sind alle, welche in diesem Weltzustande sich befinden. – Wie er sich aber in diesem Individuum – und ein solches soll begriffen werden – partikularisiert hat, so müßte er sich an und für sich selbst partikularisiert und in dieser Bestimmtheit, welche er sich gegeben, auf ein Individuum eingewirkt haben; nur so hätte er es zu diesem bestimmten gemacht, das es ist. Wenn das Äußere sich an und für sich so beschaffen hat, wie es an der Individualität erscheint, wäre diese aus jenem begriffen. Wir hätten eine gedoppelte Galerie von Bildern, deren eine der Widerschein der ändern wäre; die eine die Galerie der völligen Bestimmtheit und Umgrenzung äußerer Umstände, die andere dieselbe übersetzt[231] in die Weise, wie sie in dem bewußten Wesen sind; jene die Kugelfläche, dieses der Mittelpunkt, welcher sie in sich vorstellt.
The law of this relation between the two sides would thus have to specify what effect and influence these determinate circumstances exert upon individuality. Yet individuality is precisely this: to be equally the universal, thereby merging with the existing universal – customs, habits, etc. – in a tranquil, immediate manner and conforming to them, as well as opposing and inverting them – or else remaining utterly indifferent toward them in their singularity, neither allowing them to act upon itself nor acting against them. What influences individuality and what kind of influence it exerts – which are essentially equivalent – consequently depends solely on individuality itself; to say through this the individuality has become this determinate means nothing other than: it was already this from the start. Circumstances, situation, customs, etc., which on one side are posited as existing and on the other as within this determinate individuality, merely express the indeterminate essence of individuality, which is not the matter at hand. Had these circumstances, modes of thought, customs, and world-state not existed, the individual would indeed not have become what it is; for this universal substance comprises all who exist within this world-state. – Yet how this substance becomes particularized in this individual – the very one to be comprehended – would require that it particularized itself in and for itself and, through this self-determined particularity, acted upon an individual. Only thus could it have made the individual into this determinate being that it is. If the external had been constituted in and for itself as it appears in individuality, the latter would be comprehended through the former. We would have a double gallery of images, each reflecting the other: one gallery displaying the complete determinacy and circumscription of external circumstances, the other translating these[231] into the mode in which they exist within conscious being; the former the spherical surface, the latter the center that internalizes it.
Aber die Kugelfläche, die Welt des Individuums, hat unmittelbar die zweideutige Bedeutung, an und für sich seiende Welt und Lage, und Welt des Individuums entweder insofern zu sein, als dieses mit ihr nur zusammengeflossen wäre, sie so, wie sie ist, in sich hineingehen lassen und gegen sie sich nur als formelles Bewußtsein verhalten hätte, – oder aber Welt des Individuums so zu sein, wie das Vorhandene von ihm verkehrt worden ist. – Da um dieser Freiheit willen die Wirklichkeit dieser gedoppelten Bedeutung fähig ist, so ist die Welt des Individuums nur aus diesem selbst zu begreifen, und der Einfluß der Wirklichkeit, welche als an und für sich seiend vorgestellt wird, auf das Individuum erhält durch dieses absolut den entgegengesetzten Sinn, daß es entweder den Strom der einfließenden Wirklichkeit an ihm gewähren läßt oder daß es ihn abbricht und verkehrt. Hierdurch aber wird die psychologische Notwendigkeit ein so leeres Wort, daß von dem, was diesen Einfluß soll gehabt haben, die absolute Möglichkeit vorhanden ist, daß es ihn auch hätte nicht haben können.
But the spherical surface, the world of the individual, immediately carries the ambiguous significance of being both the world in and for itself and the situation, and of being the world of the individual either insofar as it has merely merged with it, allowing it to enter into itself as it is, and relating to it only as formal consciousness – or as being the world of the individual in the manner in which the existing has been inverted by it. – Since, due to this freedom, reality is capable of this dual meaning, the world of the individual can only be comprehended from the individual itself, and the influence of reality, which is presented as existing in and for itself, upon the individual receives through the individual itself the absolutely opposite sense: namely, that the individual either permits the stream of inflowing reality to act upon it or interrupts and inverts it. Through this, however, psychological necessity becomes so empty a term that there exists the absolute possibility that what was supposed to have had this influence might not have had it at all.
Es fällt hiermit das Sein hinweg, welches an und für sich wäre und die eine, und zwar die allgemeine Seite eines Gesetzes ausmachen sollte. Die Individualität ist, was ihre Welt als die ihrige ist; sie selbst ist der Kreis ihres Tuns, worin sie sich als Wirklichkeit dargestellt hat, und schlechthin nur Einheit des vorhandenen und des gemachten Seins; eine Einheit, deren Seiten nicht wie in der Vorstellung des psychologischen Gesetzes als an sich vorhandene Welt und als für sich seiende Individualität auseinanderfallen; oder wenn sie so jede für sich betrachtet wird, so ist keine Notwendigkeit und Gesetz, ihrer Beziehung füreinander vorhanden.[232]
Herewith, the being that was to be in and for itself and constitute the one, namely the universal side of a law, falls away. The individuality is what its world is as its own; it itself is the sphere of its action, in which it has presented itself as actuality, and is absolutely only the unity of existing and made being – a unity whose sides do not fall apart like the representation of the psychological law, as a world in itself and individuality for itself; or if each is considered for itself, there is no necessity and no law governing their relation to each other.[232]
c. Beobachtung der Beziehung des Selbstbewußtseins auf seine unmittelbare Wirklichkeit; Physiognomik und Schädellehre
c. Observation of the Relation of Self-Consciousness to Its Immediate Actuality; Physiognomy and Phrenology
Die psychologische Beobachtung findet kein Gesetz des Verhältnisses des Selbstbewußtseins zu der Wirklichkeit oder der ihm entgegengesetzten Welt und ist durch die Gleichgültigkeit beider gegeneinander auf die eigentümliche Bestimmtheit der realen Individualität zurückgetrieben, welche an und für sich selbst ist oder den Gegensatz des Fürsichseins und des Ansichseins in ihrer absoluten Vermittlung getilgt enthält. Sie ist der Gegenstand, der Jetzt der Beobachtung geworden oder zu dem sie übergeht.
Psychological observation finds no law of the relation of self-consciousness to reality or the world opposed to it and, due to the mutual indifference of both, is driven back to the peculiar determinacy of the real individuality, which is in and for itself or contains the opposition of being-for-itself and being-in-itself sublated within its absolute mediation. It is the object that has now become the object of observation or to which observation transitions.
Das Individuum ist an und für sich selbst: es ist für sich, oder es ist ein freies Tun; es ist aber auch an sich, oder es selbst hat ein ursprüngliches bestimmtes Sein, – eine Bestimmtheit, welche dem Begriffe nach dasselbe ist, was die Psychologie außer ihm finden wollte. An ihm selbst tritt also der Gegensatz hervor, dies Gedoppelte, Bewegung des Bewußtseins und das feste Sein einer erscheinenden Wirklichkeit zu sein, einer solchen, welche an ihm unmittelbar die seinige ist. Dies Sein, der Leib der bestimmten Individualität, ist die Ursprünglichkeit derselben, ihr Nichtgetanhaben. Aber indem das Individuum zugleich nur ist, was es getan hat, so ist sein Leib auch der von ihm hervorgebrachte Ausdruck seiner selbst; zugleich ein Zeichen, welches nicht unmittelbare Sache geblieben, sondern woran es nur zu erkennen gibt, was es in dem Sinne ist, daß es seine ursprüngliche Natur ins Werk richtet.
The individual is in and for itself: it is for itself, or it is free activity; but it is also in itself, or it has an original determinate being – a determinacy which, conceptually, is the same as what psychology sought outside of it. In the individual itself, therefore, the opposition emerges: it is this twofold nature, the movement of consciousness and the fixed being of an appearing actuality – an actuality that is immediately its own in the individual. This being, the body of the determinate individuality, is the originality of the latter, its not-having-been-made. Yet since the individual is only what it has made itself to be, its body is also the expression of itself produced by it; at the same time, a sign that has not remained an immediate thing but through which it indicates only what it is in the sense that it directs its original nature into work.
Betrachten wir die hier vorhandenen Momente in Beziehung auf die vorhergehende Ansicht, so ist hier eine allgemeine menschliche Gestalt oder wenigstens die allgemeine eines Klimas, Weltteils, eines Volks, wie vorhin dieselben allgemeinen Sitten und Bildung. Hierzu kommen die besonderen Umstände und Lage innerhalb der allgemeinen Wirklichkeit; hier ist diese besondere Wirklichkeit als besondere Formation[233] der Gestalt des Individuums. – Auf der andern Seite, wie vorhin das freie Tun des Individuums und die Wirklichkeit als die seinige gegen die vorhandene gesetzt war, steht hier die Gestalt als Ausdruck seiner durch es selbst gesetzten Verwirklichung, die Züge und Formen seines selbsttätigen Wesens. Aber die sowohl allgemeine als besondere Wirklichkeit, welche die Beobachtung vorhin außer dem Individuum vorfand, ist hier die Wirklichkeit desselben, sein angeborener Leib, und in eben diesen fällt der Ausdruck, der seinem Tun angehört. In der psychologischen Betrachtung sollte die an und für sich seiende Wirklichkeit und die bestimmte Individualität aufeinander bezogen werden; hier aber ist die ganze bestimmte Individualität Gegenstand der Beobachtung; und jede Seite seines Gegensatzes ist selbst dies Ganze. Zu dem äußeren Ganzen gehört also nicht nur das ursprüngliche Sein, der angeborene Leib, sondern ebenso die Formation desselben, die der Tätigkeit des Innern angehört; er ist Einheit des ungebildeten und des gebildeten Seins und die von dem Fürsichsein durchdrungene Wirklichkeit des Individuums. Dieses Ganze, welches die bestimmten ursprünglichen festen Teile und die Züge, die allein durch das Tun entstehen, in sich faßt, ist, und dies Sein ist Ausdruck des Innern, des als Bewußtsein und Bewegung gesetzten Individuums. – Dies Innere ist ebenso nicht mehr die formelle, inhaltlose oder unbestimmte Selbsttätigkeit, deren Inhalt und Bestimmtheit, wie vorhin, in den äußeren Umständen läge, sondern es ist ein an sich bestimmter ursprünglicher Charakter, dessen Form nur die Tätigkeit ist. Zwischen diesen beiden Seiten also wird hier das Verhältnis betrachtet, wie es zu bestimmen und was unter diesem Ausdrucke des Inneren im Äußeren zu verstehen ist.
If we consider the moments present here in relation to the earlier view, we have here a general human form or at least the general form of a climate, continent, or people, just as before we had the same general customs and culture. To this are added the particular circumstances and situation within the general actuality; here, this particular actuality is present as a particular formation[233] of the individual’s shape. – On the other hand, just as earlier the free activity of the individual and actuality as its own were posited against the existing, here the shape stands as the expression of its self-posited actualization – the traits and forms of its self-active essence. But the universal as well as particular actuality, which observation previously found outside the individual, is here the actuality of the individual itself, its innate body; and into this very body falls the expression belonging to its activity. In the psychological consideration, actuality in and for itself and the determinate individuality were supposed to be related to each other; here, however, the entire determinate individuality is the object of observation, and each side of its opposition is itself this whole. The external whole thus includes not only the original being, the innate body, but equally the formation of it that belongs to the activity of the inner; it is the unity of uncultivated and cultivated being, the actuality of the individual permeated by being-for-itself. This whole, which encompasses the determinate original fixed parts and the traits that arise solely through activity, is, and this being is the expression of the inner – the individual posited as consciousness and movement. – This inner is likewise no longer the formal, contentless, or indeterminate self-activity whose content and determinacy, as before, would lie in external circumstances; rather, it is an intrinsically determinate original character whose form is solely activity. The relation between these two sides is here to be considered as to how it is determined and what is to be understood by this expression of the inner in the outer.
Dies Äußere macht zuerst nur als Organ das Innere sichtbar oder überhaupt zu einem Sein für Anderes; denn das Innere, insofern es in dem Organe ist, ist es die Tätigkeit[234] selbst. Der sprechende Mund, die arbeitende Hand, wenn man will auch noch die Beine dazu, sind die verwirklichenden und vollbringenden Organe, welche das Tun als Tun oder das Innere als solches an ihnen haben; die Äußerlichkeit aber, welche es durch sie gewinnt, ist die Tat als eine von dem Individuum abgetrennte Wirklichkeit. Sprache und Arbeit sind Äußerungen, worin das Individuum nicht mehr an ihm selbst sich behält und besitzt, sondern das Innere ganz außer sich kommen läßt und dasselbe Anderem preisgibt. Man kann darum ebensosehr sagen, daß diese Äußerungen das Innere zu sehr, als daß sie es zu wenig ausdrücken; zu sehr, – weil das Innere selbst in Ihnen ausbricht, bleibt kein Gegensatz zwischen ihnen und diesem; sie geben nicht nur einen Ausdruck des Innern, sondern es selbst unmittelbar; zu wenig, – weil das Innere in Sprache und Handlung sich zu einem Anderen macht, so gibt es sich damit dem Elemente der Verwandlung preis, welches das gesprochene Wort und die vollbrachte Tat verkehrt und etwas anderes daraus macht, als sie an und für sich als Handlungen dieses bestimmten Individuums sind. Nicht nur verlieren die Werke der Handlungen durch diese Äußerlichkeit von dem Einwirken anderer den Charakter, etwas Bleibendes gegen andere Individualitäten zu sein; sondern indem sie sich zum Inneren, das sie enthalten, als abgesondertes gleichgültiges Äußeres verhalten, können sie als Inneres durch das Individuum selbst ein anderes sein, als sie erscheinen, – entweder daß es sie mit Absicht für die Erscheinung zu etwas anderem macht, als sie in Wahrheit sind, oder daß es zu ungeschickt ist, sich die Außenseite zu geben, die es eigentlich wollte, und sie so zu befestigen, daß ihm von anderen sein Werk nicht verkehrt werden kann. Das Tun also, als vollbrachtes Werk, hat die doppelte, entgegengesetzte Bedeutung, entweder die innere Individualität und nicht ihr Ausdruck oder als Äußeres eine von dem Innern freie Wirklichkeit zu sein, welche ganz etwas anderes ist als jenes. – Um dieser Zweideutigkeit willen müssen wir. uns nach dem Innern umsehen, wie es [235] noch, aber sichtbar oder äußerlich, an dem Individuum selbst ist. Im Organe aber ist es nur als unmittelbares Tun selbst, das seine Äußerlichkeit an der Tat erlangt, die entweder das Innere vorstellt oder auch nicht. Das Organ, nach diesem Gegensatze betrachtet, gewährt also nicht den Ausdruck, der gesucht wird.
This externality first becomes visible as an organ for others, or generally as a being-for-other; for the inner, insofar as it is in the organ, is the activity itself. The speaking mouth, the laboring hand—if one wishes to include the legs as well—are the realizing and accomplishing organs that bear the action as action or the inner as such within them. The externality it attains through them, however, is the deed as a reality separated from the individual. Language and labor are expressions in which the individual no longer retains and possesses itself within itself but lets the inner fully emerge outside and surrenders it to others. One might say with equal validity that these expressions reveal the inner too much as that they reveal it too little. Too much—because the inner itself erupts through them, leaving no opposition between them and this inner; they provide not merely an expression of the inner but the inner itself immediately. Too little—because in language and action, the inner becomes an other, thereby exposing itself to the element of transformation, which perverts the spoken word and the accomplished deed into something other than they are in themselves as actions of this specific individual. Not only do the works of action lose their character as something permanent against other individualities through this externality of others’ interference, but since they relate to the inner they contain as a separated, indifferent externality, they can, as inner, through the individual itself, be other than they appear—either because the individual intentionally presents them as something other than they truly are, or because it is too inept to give itself the external form it genuinely desired and thus to secure its work from being perverted by others. The deed, as an accomplished work, thus has the double, opposed significance of being either the inner individuality and not its expression, or as externality, a reality free from the inner, which is entirely other than the latter. – Owing to this ambiguity, we must look to the inner as it still remains visible or external within the individual itself. In the organ, however, it is only as immediate action itself, which attains its externality in the deed—a deed that either represents the inner or does not. The organ, considered in this opposition, thus fails to yield the expression being sought.
Wenn nun die äußere Gestalt nur, insofern sie nicht Organ oder nicht Tun, hiermit als ruhendes Ganzes ist, die innere Individualität ausdrücken könnte, so verhielte sie sich also als ein bestehendes Ding, welches das Innere als ein Fremdes in sein passives Dasein ruhig empfinge und hierdurch das Zeichen desselben würde; – ein äußerer, zufälliger Ausdruck, dessen wirkliche Seite für sich bedeutungslos, – eine Sprache, deren Töne und Tonverbindungen nicht die Sache selbst, sondern durch die freie Willkür mit ihr verknüpft und zufällig für sie sind.
If the external form could express the inner individuality only insofar as it is not an organ or action, and thus as a quiescent whole, it would stand as an enduring thing that calmly receives the inner as a foreign element into its passive existence, thereby becoming the latter’s sign—an external, contingent expression whose actual aspect is meaningless in itself, a language whose sounds and combinations are not the matter itself but are arbitrarily and contingently linked to it through free will.
Eine solche willkürliche Verbindung von solchen, die ein Äußeres füreinander sind, gibt kein Gesetz. Die Physiognomik soll sich aber von anderen schlechten Künsten und heillosen Studien dadurch unterscheiden, daß sie die bestimmte Individualität in dem notwendigen Gegensatze eines Inneren und Äußeren, des Charakters als bewußten Wesens und ebendesselben als seiender Gestalt betrachtet und diese Momente so aufeinander bezieht, wie sie durch ihren Begriff aufeinander bezogen sind und daher den Inhalt eines Gesetzes ausmachen müssen. In der Astrologie, Chiromantie und dergleichen Wissenschaften hingegen scheint nur Äußeres auf Äußeres, irgend etwas auf ein ihm Fremdes bezogen zu sein. Diese Konstellation bei der Geburt und, wenn dies Äußere näher auf den Leib selbst gerückt wird, diese Züge der Hand sind äußere Momente für das lange oder kurze Leben und das Schicksal des einzelnen Menschen überhaupt. Als Äußerlichkeiten verhalten sie sich gleichgültig zueinander und haben nicht die Notwendigkeit füreinander, welche in der Beziehung eines Äußeren und inneren liegen soll.
Such an arbitrary conjunction of elements that are external to one another yields no law. Physiognomy, however, is supposed to distinguish itself from other vain arts and unsalvageable studies by considering the determinate individuality in the necessary opposition of an inner and outer—of character as conscious being and the same as existent shape—and by relating these moments to each other as they are connected through their concept, thus forming the content of a law. In astrology, chiromancy, and similar sciences, by contrast, only external relates to external, something to what is foreign to it. This constellation at birth and, when this externality is brought closer to the body itself, these lines of the hand are external moments for the longevity or brevity of life and the fate of the individual in general. As externalities, they remain indifferent to one another and lack the necessity for each other that should lie in the relation of an outer and inner.
Die Hand freilich scheint nicht sosehr etwas Äußeres für das[236] Schicksal zu sein, sondern vielmehr als Inneres zu ihm sich zu verhalten. Denn das Schicksal ist auch wieder nur die Erscheinung dessen, was die bestimmte Individualität an sich als innere ursprüngliche Bestimmtheit ist. – Zu wissen nun, was sie an sich ist, dazu kommt der Chiromante wie auch der Physiognomiker auf eine kürzere Weise als z.B. Solon, der erst aus und nach dem Verlaufe des ganzen Lebens dies wissen zu können erachtete; er betrachtete die Erscheinung, jene aber das Ansich. Daß aber die Hand das Ansich der Individualität in Ansehung ihres Schicksals darstellen muß, ist leicht daraus zu sehen, daß sie nächst dem Organ der Sprache am meisten es ist, wodurch der Mensch sich zur Erscheinung und Verwirklichung bringt. Sie ist der beseelte Werkmeister seines Glücks; man kann von ihr sagen, sie ist das, was der Mensch tut, denn an ihr als dem tätigen Organe seines Sichselbstvollbringens ist er als Beseelender gegenwärtig, und indem er ursprünglich sein eigenes Schicksal ist, wird sie also dies Ansich ausdrücken.
The hand, admittedly, does not appear so much as something external to[236] fate but rather as an inner relation to it. For fate is again only the appearance of what the determinate individuality is in-itself as its inner original determinacy. – To know what it is in-itself, the chiromancer, like the physiognomist, arrives at this more swiftly than, say, Solon, who deemed it possible to know this only from and after the course of an entire life; he considered the appearance, whereas they examine the in-itself. That the hand must present the in-itself of individuality with respect to its fate is easily seen from the fact that, next to the organ of speech, it is the primary means through which the human brings itself to appearance and actualization. It is the animated artificer of his fortune; one might say of it that it is what the human does, for in it as the active organ of his self-actualization, he is present as ensouling agent, and since he is originally his own fate, the hand thus expresses this in-itself.
Aus dieser Bestimmung, daß das Organ der Tätigkeit ebensowohl ein Sein als das Tun in ihm ist oder daß das innere Ansichsein selbst an ihm gegenwärtig [ist] und ein Sein für andere hat, ergibt sich eine andere Ansicht desselben als die vorherige. Wenn nämlich die Organe überhaupt darum nicht als Ausdrücke des Inneren genommen werden zu können sich zeigten, weil in ihnen das Tun als Tun gegenwärtig, das Tun als Tat aber nur Äußeres ist und Inneres und Äußeres auf diese Weise auseinanderfällt und [sie] fremde gegeneinander sind oder sein können, so muß nach der betrachteten Bestimmung das Organ auch wieder als Mitte beider genommen werden, indem eben dies, daß das Tun an ihm gegenwärtig ist, zugleich eine Äußerlichkeit desselben ausmacht, und zwar eine andere, als die Tat ist; jene nämlich bleibt dem Individuum und an ihm. – Diese Mitte und Einheit des Inneren und Äußeren ist nun fürs erste selbst auch äußerlich; alsdann aber ist diese Äußerlichkeit zugleich in das Innere aufgenommen; sie steht als einfache Äußerlichkeit[237] der zerstreuten entgegen, welche entweder nur ein einzelnes, für die ganze Individualität zufälliges Werk oder Zustand oder aber als ganze Äußerlichkeit das in eine Vielheit von Werken und Zuständen zersplitterte Schicksal ist. Die einfachen Züge der Hand also, ebenso Klang und Umfang der Stimme als die individuelle Bestimmtheit der Sprache, – auch dieselbe wieder, wie sie durch die Hand eine festere Existenz als durch die Stimme bekommt, die Schrift, und zwar in ihrer Besonderheit als Handschrift – alles dieses ist Ausdruck des Innern, so daß er als die einfache Äußerlichkeit sich wieder gegen die vielfache Äußerlichkeit des Handelns und des Schicksals, sich als Inneres gegen diese verhält. – Wenn also zuerst die bestimmte Natur und angeborene Eigentümlichkeit des Individuums zusammen mit dem, was sie durch die Bildung geworden, als das Innere, als das Wesen des Handelns und des Schicksals genommen wird, so hat es seine Erscheinung und Äußerlichkeit zuerst an seinem Munde, Hand, Stimme, Handschrift sowie an den übrigen Organen und deren bleibenden Bestimmtheiten; und alsdann erst drückt es sich weiter hinaus nach außen an seiner Wirklichkeit in der Welt aus.
From this determination – that the organ of activity is both a being and the action within it, or that the inner being-in-itself is itself present within it and has a being-for-others – arises another perspective on the organ distinct from the previous one. If the organs generally proved incapable of being taken as expressions of the inner because the action as action is present in them, whereas the action as deed is merely external, thereby causing the inner and outer to fall apart and become alien to one another or potentially so – then according the present determination, the organ must also be grasped as the mediator between the two. For precisely this presence of action within the organ constitutes simultaneously an externality of the action, albeit one distinct from the deed. The former remains with the individual and attached to them. – This mediating unity of inner and outer is itself initially external. Yet this externality is at the same time taken up into the inner. As simple externality, it stands opposed to the dispersed externality, which is either merely a singular work or state contingent to the whole individuality, or as total externality, the fate splintered into a multiplicity of works and states. The simple features of the hand, then, along with the timbre and range of the voice, and the individual determinacy of language – the latter again attaining a more stable existence through the hand than through the voice, namely writing, particularly in its specificity as handwriting – all these are expressions of the inner, such that this expression, as simple externality, stands opposed to the manifold externality of action and fate, thereby relating to them as inner. – Thus, if the determinate nature and innate peculiarity of the individual, along with what they have become through cultivation, are initially taken as the inner, the essence of action and fate, then their appearance and externality first manifest in their mouth, hand, voice, handwriting, and other organs with their enduring determinations; only then do they express themselves further outward into their actuality in the world.
Weil nun diese Mitte sich als die Äußerung bestimmt, welche zugleich ins Innere zurückgenommen ist, ist ihr Dasein nicht auf das unmittelbare Organ des Tuns eingeschränkt; sie ist vielmehr die nichts vollbringende Bewegung und Form des Gesichts und der Gestaltung überhaupt. Diese Züge und ihre Bewegung sind nach diesem Begriffe das zurückgehaltene, an dem Individuum bleibende Tun und nach seiner Beziehung auf das wirkliche Tun das eigene Beaufsichtigen und Beobachten desselben, Äußerung als Reflexion über die wirkliche Äußerung. – Das Individuum Ist zu und bei seinem äußeren Tun darum nicht stumm, weil es dabei zugleich in sich reflektiert ist, und es äußert dies Insichreflektiertsein; dies theoretische Tun oder die Sprache des Individuums mit sich selbst[238] darüber ist auch vernehmlich für andere, denn sie ist selbst eine Äußerung.
Since this mediator is determined as an expression that is simultaneously withdrawn into the inner, its existence is not confined to the immediate organ of action. Rather, it is the non-actualizing movement and form of the countenance and bodily configuration in general. According to this concept, these features and their movement are the restrained action that remains with the individual and, in relation to actual action, constitute the individual’s own supervision and observation of it – an expression as reflection upon the actual expression. – The individual is not silent in and during their external action, for they are simultaneously inwardly reflected and express this self-reflectedness. This theoretical activity or the individual’s language with themselves[238] about their action is also audible to others, for it is itself an expression.
An diesem Innern, welches in seiner Äußerung Inneres bleibt, wird also das Reflektiertsein des Individuums aus seiner Wirklichkeit beobachtet, und es ist zu sehen, welche Bewandtnis es mit dieser Notwendigkeit hat, die in dieser Einheit gesetzt ist. – Dies Reflektiertsein ist zuerst verschieden von der Tat selbst und kann also etwas anderes sein und für etwas anderes genommen werden, als sie ist; man sieht es einem am Gesicht an, ob es ihm Ernst mit dem ist, was er sagt oder tut. – Umgekehrt aber ist dieses, was Ausdruck des Innern sein soll, zugleich seiender Ausdruck und fällt hiermit selbst in die Bestimmung des Seins herunter, das absolut zufällig für das selbstbewußte Wesen ist. Es ist daher wohl Ausdruck, aber zugleich auch nur wie ein Zeichen, so daß dem ausgedrückten Inhalte die Beschaffenheit dessen, wodurch es ausgedrückt wird, vollkommen gleichgültig ist. Das Innere ist in dieser Erscheinung wohl sichtbares Unsichtbares, aber ohne an sie geknüpft zu sein; es kann ebensowohl in einer anderen Erscheinung sein, als ein anderes Inneres in derselben Erscheinung sein kann. –Lichtenberg sagt daher mit Recht: »Gesetzt, der Physiognome haschte den Menschen einmal, so käme es nur auf einen braven Entschluß an, sich wieder auf Jahrtausende unbegreiflich zu machen.« – Wie in dem vorhergehenden Verhältnisse die vorliegenden Umstände ein Seiendes waren, woraus die Individualität sich das nahm, was sie vermochte und wollte, entweder sich ihm ergebend oder es verkehrend, aus welchem Grunde es die Notwendigkeit und das Wesen der Individualität nicht enthielt, – ebenso ist hier das erscheinende unmittelbare Sein der Individualität ein solches, das entweder ihr Reflektiertsein aus der Wirklichkeit und ihr Insichsein ausdrückt oder das für sie nur ein Zeichen ist, das gleichgültig gegen das Bezeichnete [ist] und darum in[239] Wahrheit nichts bezeichnet; es ist ihr ebensowohl ihr Gesicht als ihre Maske, die sie ablegen kann. – Sie durchdringt ihre Gestalt, bewegt sich, spricht in ihr; aber dies ganze Dasein tritt ebenso als ein gleichgültiges Sein gegen den Willen und die Handlung über; sie tilgt an ihm die Bedeutung, die es vorhin hatte, ihr Reflektiertsein in sich oder ihr wahres Wesen an ihm zu haben, und legt es umgekehrt vielmehr in den Willen und in die Tat.
In this inner that remains inner even in its expression, the individual’s self-reflectedness from their actuality is observed. We must examine how necessity is posited within this unity. – This self-reflectedness is first distinct from the deed itself and can therefore be something other than the deed or taken as such. One discerns from a person’s face whether they are in earnest with what they say or do. – Conversely, however, what is supposed to be the expression of the inner is at the same time an existent expression and thus itself lapses into the determination of being, which is absolutely contingent for the self-conscious essence. It is indeed an expression, but also merely like a sign, so that the character of that through which it is expressed is utterly indifferent to the expressed content. In this appearance, the inner is certainly the visible invisible, yet without being bound to it. It could just as well be in another appearance, just as another inner could be in the same appearance. – Thus, Lichtenberg rightly observes: "Suppose the physiognomist did once seize upon a man; it would only require a brave resolve to render oneself incomprehensible for millennia to come." – Just as, in the previous relation, the given circumstances were a being from which individuality took what it could and willed, either submitting to or perverting them – which is why those circumstances contained neither necessity nor the essence of individuality – so here the immediate existent appearance of individuality is one that either expresses its self-reflectedness from actuality and its being-within-itself, or is for it merely a sign indifferent to what is signified and thus in[239] truth signifies nothing. The individual’s countenance is as much their face as their mask, which they can discard. – The individuality permeates its shape, moves within it, speaks through it; yet this entire existence equally passes over into an indifferent being against the will and action. The individuality erases from it the significance it previously had – namely, to bear its self-reflectedness or its true essence – and conversely posits its essence rather in the will and the deed.
Die Individualität gibt dasjenige Insichreflektiertsein auf, welches in den Zügen ausgedrückt ist, und legt ihr Wesen in das Werk. Hierin widerspricht sie dem Verhältnisse, welches von dem Vernunftinstinkte, der sich auf das Beobachten der selbstbewußten Individualität legt, in Ansehung dessen, was ihr Inneres und Äußeres sein soll, festgesetzt wird. Dieser Gesichtspunkt führt uns auf den eigentlichen Gedanken, der der physiognomischen – wenn man so will – Wissenschaft zum Grunde liegt. Der Gegensatz, auf welchen dies Beobachten geraten, ist der Form nach der Gegensatz von Praktischem und Theoretischem, beides nämlich innerhalb des Praktischen selbst gesetzt, – von der sich im Handeln (dies im allgemeinsten Sinne genommen) verwirklichenden Individualität und derselben, wie sie in diesem Handeln zugleich daraus heraus, in sich reflektiert und es ihr Gegenstand ist. Das Beobachten nimmt diesen Gegensatz nach demselben verkehrten Verhältnisse auf, worin er sich in der Erscheinung bestimmt. Für das unwesentliche Äußere gilt ihm die Tat selbst und das Werk, es sei der Sprache oder einer befestigteren Wirklichkeit, – für das wesentliche Innere aber das Insichsein der Individualität. Unter den beiden Seiten, welche das praktische Bewußtsein an ihm hat, dem Beabsichtigen und der Tat – dem Meinen über seine Handlung und der Handlung selbst – wählt die Beobachtung jene Seite zum wahren Innern; dieses soll seine mehr oder weniger unwesentliche Äußerung an der Tat, seine wahre aber an seiner Gestalt haben. Die letztere Äußerung ist unmittelbare sinnliche Gegenwart des individuellen Geistes; die Innerlichkeit,[240] die die wahre sein soll, ist die Eigenheit der Absicht und die Einzelheit des Fürsichseins; beides der gemeinte Geist. Was das Beobachten zu seinen Gegenständen hat, ist also gemeintes Dasein, und zwischen solchem sucht es Gesetze auf.
The individuality renounces that reflection-into-self which is expressed in its features and posits its essence in the work. Herein lies its contradiction with the relation established by the rational instinct – which directs itself toward observing self-conscious individuality – concerning what ought to be its inner and outer. This standpoint leads us to the proper thought underlying physiognomic (if one may call it) science. The opposition into which this observation falls is formally the opposition between the practical and the theoretical – both being posited within the practical itself – between individuality realizing itself in action (taken in the most universal sense) and this same individuality as simultaneously reflected out of such action into itself and making action its object. Observation apprehends this opposition through the same inverted relation by which it is determined in appearance. For it, the deed itself and the work, whether of language or of a more durable actuality, count as the inessential outer, while the being-within-itself of individuality counts as the essential inner. Among the two sides present in practical consciousness – intending and acting, the opinion about its action and the action itself – observation selects the former as the true inner. This inner is supposed to have its more or less inessential expression in the deed, but its true expression in its physiognomic form. The latter expression is the immediate sensible presence of the individual spirit; the inwardness that is to be the true one is the peculiarity of intention and the singularity of being-for-self – both being the intended spirit. What observation thus takes as its objects is intended existence, and among such it seeks to establish laws.
Das unmittelbare Meinen über die gemeinte Gegenwart des Geistes ist die natürliche Physiognomik, das vorschnelle Urteil über die innere Natur und den Charakter ihrer Gestalt bei ihrem ersten Anblicke. Der Gegenstand dieser Meinung ist von der Art, daß es in seinem Wesen liegt, in Wahrheit etwas anderes zu sein als nur sinnliches unmittelbares Sein. Es ist zwar auch eben dieses im Sinnlichen aus ihm Insichreflektiertsein, was gegenwärtig, die Sichtbarkeit als Sichtbarkeit des Unsichtbaren, was Gegenstand des Beobachtens ist. Aber eben diese sinnliche unmittelbare Gegenwart ist Wirklichkeit des Geistes, wie sie nur für die Meinung ist; und das Beobachten treibt sich nach dieser Seite mit seinem gemeinten Dasein, mit der Physiognomie, Handschrift, Ton der Stimme usf. herum. – Es bezieht solches Dasein auf eben solches gemeintes Inneres. Es ist nicht der Mörder, der Dieb, welcher erkannt werden soll, sondern die Fähigkeit, es zu sein; die feste abstrakte Bestimmtheit verliert sich dadurch in die konkrete unendliche Bestimmtheit des einzelnen Individuums, die nun kunstreichere Schildereien erfordert, als jene Qualifikationen sind. Solche kunstreichen Schildereien sagen wohl mehr als die Qualifikation durch Mörder, Dieb, oder gutherzig, unverdorben usf., aber für ihren Zweck, das gemeinte Sein oder die einzelne Individualität auszusprechen, bei weitem nicht genug, sowenig als die Schildereien der Gestalt, welche über die flache Stirne, lange Nase usf. hinausgehen. Denn die einzelne Gestalt wie das einzelne Selbstbewußtsein ist als gemeintes Sein unaussprechlich. Die Wissenschaft der Menschenkenntnis, welche auf den vermeinten Menschen, sowie [die] der Physiognomik, die auf seine vermeinte Wirklichkeit geht und das bewußtlose Urteilen der natürlichen Physiognomik zu einem[241] Wissen erheben will, ist daher etwas End- und Bodenloses, das nie dazu kommen kann zu sagen, was es meint, weil es nur meint und sein Inhalt nur Gemeintes ist.
The immediate opinion about the intended presence of spirit is natural physiognomy – the hasty judgment about the inner nature and character of an individual's form at first glance. The object of this opinion is such that its essence consists in being truly something other than mere sensible immediate being. Precisely this reflection-into-self within the sensible – the visibility as visibility of the invisible – is what is present and becomes the object of observation. Yet this very sensible immediate presence is the actuality of spirit as it exists merely for opinion. Observation busies itself on this side with its intended existence – physiognomy, handwriting, tone of voice, etc. – relating such existence to an equally intended inner. It is not the murderer or thief who is to be recognized, but the capacity to be one. The firm abstract determination thereby dissolves into the concrete infinite determinacy of the singular individual, which now requires more artful portrayals than such qualifications. While such artful portrayals may say more than qualifications like "murderer," "thief," or "kind-hearted," "unspoiled," etc., they fall far short of their aim to express the intended being or singular individuality – no less than portrayals of physiognomic form that go beyond describing a flat forehead or long nose. For the singular form, like singular self-consciousness, is as intended being ineffable. The science of human knowledge – which concerns itself with the supposed human – like physiognomy, which deals with his supposed actuality and seeks to elevate the unconscious judging of natural physiognomy into a [systematic] knowing, is thus something finite and bottomless. It can never arrive at saying what it means, because it only means, and its content remains merely intended.
Die Gesetze, welche diese Wissenschaft zu finden ausgeht, sind Beziehungen dieser beiden gemeinten Seiten und können daher selbst nichts als ein leeres Meinen sein. Auch da dies vermeinte Wissen, das mit der Wirklichkeit des Geistes sich zu tun macht, gerade dies zu seinem Gegenstande hat, daß er aus seinem sinnlichen Dasein heraus sich in sich reflektiert, und das bestimmte Dasein für ihn eine gleichgültige Zufälligkeit ist, so muß es bei seinen aufgefundenen Gesetzen unmittelbar wissen, daß nichts damit gesagt ist, sondern eigentlich rein geschwatzt oder nur eine Meinung von sich gegeben wird; ein Ausdruck, der die Wahrheit hat, dies als dasselbe auszusprechen, – seine Meinung zu sagen und damit nicht die Sache, sondern nur eine Meinung von sich beizubringen. Dem Inhalte nach aber können diese Beobachtungen nicht von denen abweichen: »Es regnet allemal, wenn wir Jahrmarkt haben, sagt der Krämer; und auch allemal, wenn ich Wäsche trockne, sagt die Hausfrau.«
The laws which this science proposes to discover are relations between these two intended sides and can therefore themselves be nothing but empty opining. Moreover, since this putative knowledge – which concerns itself with spirit's actuality – has as its object precisely spirit's reflection-into-self out of its sensible existence (whereby determinate existence becomes for it an indifferent contingency), it must immediately recognize that nothing is said by its discovered laws. Rather, it merely indulges in idle chatter or provides an opinion about itself – an expression whose truth consists precisely in declaring this identity: in stating its opinion, thereby not conveying the matter itself but only an opinion about itself. As to content, however, these observations cannot differ from: "It always rains when we have a fair," says the shopkeeper; "and likewise whenever I dry laundry," says the housewife.
Lichtenberg, der das physiognomische Beobachten so charakterisiert, sagt auch noch dies: »Wenn jemand sagte: du handelst zwar wie ein ehrlicher Mann, ich sehe es aber aus deiner Figur, du zwingst dich und bist ein Schelm im Herzen; fürwahr eine solche Anrede wird bis ans Ende der Welt von jedem braven Kerl mit einer Ohrfeige erwidert werden.« – Diese Erwiderung ist deswegen treffend, weil sie die Widerlegung der ersten Voraussetzung einer solchen Wissenschaft des Meinens ist, daß nämlich die Wirklichkeit des Menschen sein Gesicht usf. sei. – Das wahre Sein des Menschen ist vielmehr seine Tat; in ihr ist die Individualität wirklich, und sie ist es, welche das Gemeinte in seinen beiden Seiten aufhebt. Einmal das Gemeinte als ein leibliches ruhendes[242] Sein; die Individualität stellt sich vielmehr in der Handlung als das negative Wesen dar, welches nur ist, insofern es Sein aufhebt. Alsdann hebt die Tat die Unaussprechlichkeit der Meinung ebenso in Ansehung der selbstbewußten Individualität auf, welche in der Meinung eine unendlich bestimmte und bestimmbare ist. In der vollbrachten Tat ist diese schlechte Unendlichkeit vernichtet. Die Tat ist ein Einfach-Bestimmtes, Allgemeines, in einer Abstraktion zu Befassendes; sie ist Mord, Diebstahl oder Wohltat, tapfere Tat usf., und es kann von ihr gesagt werden, was sie ist. Sie ist dies, und ihr Sein ist nicht nur ein Zeichen, sondern die Sache selbst. Sie ist dies, und der individuelle Mensch ist, was sie ist; in der Einfachheit dieses Seins ist er für andere seiendes, allgemeines Wesen und hört auf, nur Gemeintes zu sein. Er ist zwar darin nicht als Geist gesetzt; aber indem von seinem Sein als Sein die Rede und einerseits das gedoppelte Sein, der Gestalt und der Tat, sich gegenübersteht und jene wie diese seine Wirklichkeit sein soll, so ist vielmehr nur die Tat als sein echtes Sein zu behaupten, – nicht seine Figur, welche das ausdrücken sollte, was er zu seinen Taten meint, oder was man meinte, daß er tun nur könnte. Ebenso indem andererseits sein Werk und seine innere Möglichkeit, Fähigkeit oder Absicht, entgegengesetzt werden, ist Jenes allein für seine wahre Wirklichkeit anzusehen, wenn auch er selbst sich darüber täuscht und, aus seiner Handlung in sich gekehrt, in diesem Innern ein Anderes zu sein meint als in der Tat. Die Individualität, die sich dem gegenständlichen Elemente anvertraut, indem sie zum Werke wird, gibt sich damit wohl dem preis, verändert und verkehrt zu werden. Aber den Charakter der Tat macht eben dies aus, ob sie ein wirkliches Sein ist, das sich hält, oder ob nur ein gemeintes Werk, das in sich nichtig vergeht. Die Gegenständlichkeit verändert nicht die Tat selbst, sondern zeigt nur, was sie ist, d.h. ob sie ist oder ob sie nichts ist. – Die Zergliederung dieses Seins in Absichten und dergleichen Feinheiten, wodurch der wirkliche Mensch, d.h. seine Tat, wieder in ein[243] gemeintes Sein zurückerklärt werden soll, wie er wohl selbst auch sich besondere Absichten über seine Wirklichkeit erschaffen mag, müssen dem Müßiggange der Meinung überlassen bleiben, der, wenn er seine tatenlose Weisheit ins Werk richten, den Charakter der Vernunft am Handelnden ableugnen und ihn auf diese Weise mißhandeln will, daß er statt der Tat vielmehr die Figur und die Züge für das Sein desselben erklären will, die obige Erwiderung zu befahren hat, die ihm erweist, daß Figur nicht das Ansich ist, sondern vielmehr ein Gegenstand der Behandlung sein kann.
Lichtenberg, who thus characterizes physiognomic observation, further remarks: "If someone were to say: 'You act like an honest man, yet I perceive from your physiognomy that you are forcing yourself and are a rogue at heart'—truly, such an address would until the end of time be met by every upright fellow with a slap." — This retort is apt because it refutes the foundational premise of such a Science of mere opinion—namely, that the actuality of a human being is his countenance, etc. — The true being of the human is rather his deed; in the deed, individuality is actualized, and it is the deed that sublates the merely intended in both its aspects. On one side, the intended as a corporeal, inert [242] being: individuality instead manifests itself in action as the negative essence that only is insofar as it negates being. On the other side, the deed equally negates the ineffability of mere opinion with respect to self-conscious individuality, which in opinion is infinitely determinate and determinable. In the accomplished deed, this spurious infinity is annihilated. The deed is a simply determinate, universal, abstractly graspable act—it is murder, theft, or beneficence, a courageous deed, etc.—and one can state what it is. It is this, and its being is not merely a sign but the matter itself. It is this, and the individual human is what the deed is; in the simplicity of this being, he exists for others as a universal essence and ceases to be merely what is intended. To be sure, he is not posited here as Spirit; but when speaking of his being as being, and when on one hand the doubled being—of physiognomy and deed—are set in opposition, each claiming to be his actuality, then it is precisely the deed that must be asserted as his authentic being, not his figure, which was supposed to express what he intended in his deeds or what others supposed he might do. Similarly, on the other hand, when his work is contrasted with his inner possibility, capacity, or intention, the former alone must be regarded as his true actuality—even if he deceives himself about it and, withdrawing from his action into himself, fancies being something other in this inner realm than what he is in the deed. The individuality that entrusts itself to the objective element by becoming a work thereby surrenders itself to being altered and perverted. But what defines the character of the deed is precisely whether it is an actual being that sustains itself or merely an intended work that vanishes into nothingness. Objectivity does not alter the deed itself but only reveals what it is—that is, whether it is or whether it is nothing. — The dissection of this being into intentions and similar subtleties, through which the actual human (i.e., his deed) is to be reduced once more to a [243] merely intended being—just as he might himself concoct particular intentions about his actuality—must be left to the idle sophistry of mere opinion, which, when it seeks to impose its deedless wisdom as the work, to deny the rational character of the agent, and thereby to mistreat him by declaring his figure and traits (rather than his deed) as his true being, must face the aforementioned retort—a retort that proves that figure is not the in-itself but rather can itself become an object of treatment.
Sehen wir nun auf den Umfang der Verhältnisse überhaupt, in welchen die selbstbewußte Individualität zu ihrem Äußeren stehend beobachtet werden kann, so wird eines zurück sein, welches die Beobachtung sich noch zu ihrem Gegenstande machen muß. In der Psychologie ist es die äußere Wirklichkeit der Dinge, welche an dem Geiste ihr sich bewußtes Gegenbild haben und ihn begreiflich machen soll. In der Physiognomik dagegen soll er in seinem eigenen Äußeren als in einem Sein, welches die Sprache – die sichtbare Unsichtbarkeit – seines Wesens sei, erkannt werden. Noch ist die Bestimmung der Seite der Wirklichkeit übrig, daß die Individualität an ihrer unmittelbaren, festen, rein daseienden Wirklichkeit ihr Wesen ausspreche. – Diese letzte Beziehung unterscheidet sich also von der physiognomischen dadurch, daß diese die sprechende Gegenwart des Individuums ist, das in seiner handelnden Äußerung zugleich die sich in sich reflektierende und betrachtende darstellt, eine Äußerung, welche selbst Bewegung ist, ruhende Züge, welche selbst wesentlich ein vermitteltes Sein sind. In der noch zu betrachtenden Bestimmung aber ist endlich das Äußere eine ganz ruhende Wirklichkeit, welche nicht an ihr selbst redendes Zeichen [ist], sondern getrennt von der selbstbewußten Bewegung sich für sich darstellt und als bloßes Ding ist.
If we now consider the entire range of relations in which self-conscious individuality stands to its externality as an object of observation, there remains one aspect which observation must still take as its object. In psychology, it is the external reality of things that is supposed to have its conscious counter-image in spirit and thereby render spirit comprehensible. In physiognomy, by contrast, spirit is to be recognized in its own externality as a being that constitutes the language – the visible invisibility – of its essence. What remains is to determine the aspect of reality such that individuality expresses its essence in its immediate, fixed, purely existent reality. – This final relation differs from the physiognomic in that the latter is the speaking presence of the individual who, in acting outwardly, simultaneously presents itself as self-reflective and contemplative – an expression that is itself movement, quiescent features which are essentially mediated being. In the determination yet to be examined, however, the externality is finally a wholly quiescent reality, which is not in itself a speaking sign but presents itself independently of self-conscious movement and exists as a mere thing.
Zunächst erhellt über die Beziehung des Inneren auf dies sein Äußeres, daß sie als Verhältnis des Kausalzusammenhangs[244] begriffen werden zu müssen scheint, indem die Beziehung eines Ansichseienden auf ein anderes Ansichseiendes, als eine notwendige, dies Verhältnis ist.
Initially, it appears that the relation between the inner and this its externality must be conceived as a causal nexus[244], since the relation of one in-itself being to another in-itself being, as a necessary one, constitutes this relationship.
Daß nun die geistige Individualität auf den Leib Wirkung habe, muß sie als Ursache selbst leiblich sein. Das Leibliche aber, worin sie als Ursache ist, ist das Organ, aber nicht des Tuns gegen die äußere Wirklichkeit, sondern des Tuns des selbstbewußten Wesens in sich selbst, nach außen nur gegen seinen Körper; es ist nicht sogleich abzusehen, welches diese Organe sein können. Würde nur an die Organe überhaupt gedacht, so würde das Organ der Arbeit überhaupt leicht bei der Hand sein, ebenso das Organ des Geschlechtstriebes usf. Allein solche Organe sind als Werkzeuge oder als Teile zu betrachten, welche der Geist als ein Extrem zur Mitte gegen das andere Extrem, das äußerer Gegenstand ist, hat. Hier aber ist ein Organ verstanden, worin das selbstbewußte Individuum als Extrem gegen seine eigene, ihm entgegengesetzte Wirklichkeit sich für sich erhält, nicht zugleich nach außen gekehrtes, sondern in seiner Handlung reflektiertes, und woran die Seite des Seins nicht ein Sein für Anderes ist. In der physiognomischen Beziehung wird das Organ zwar auch als in sich reflektiertes und das Tun besprechendes Dasein betrachtet; aber dies Sein ist ein gegenständliches, und das Resultat der physiognomischen Beobachtung ist dieses, daß das Selbstbewußtsein gegen eben diese seine Wirklichkeit als gegen etwas Gleichgültiges gegenübertritt. Diese Gleichgültigkeit verschwindet darin, daß dies Insichreflektiertsein selbst wirkend ist; dadurch erhält jenes Dasein eine notwendige Beziehung auf es; daß es aber auf das Dasein wirkend sei, muß es selbst ein aber nicht eigentlich gegenständliches Sein haben, und als dies Organ soll es aufgezeigt werden.
For spiritual individuality to have an effect upon the body, it must itself be corporeal as cause. The corporeal element in which it exists as cause is the organ – not the organ of activity directed toward external reality, but the organ of activity belonging to the self-conscious being within itself, directed outwardly only against its own body; it is not immediately evident what such organs might be. If we were merely to think of organs in general, the organ of labor would readily come to mind, as would the organ of sexual drive, etc. However, such organs are to be regarded as tools or parts that spirit possesses as one extreme mediating against another extreme, the external object. Here, however, the organ in question is one through which the self-conscious individual, as an extreme, maintains itself for itself against its own opposed reality, not turned outward but reflected in its action – an organ in which the moment of Being is not a Being-for-Others. In the physiognomic relation, the organ is indeed also considered as an existence reflected into itself and commenting on action; but this being is an objective one, and the result of physiognomic observation is that self-consciousness stands opposed to this very reality as something indifferent. This indifference dissolves in that this self-reflective being is itself active; thereby, that existence acquires a necessary relation to it. But for it to act upon existence, it must itself have a being, though not properly an objective one, and this organ must be identified.
Im gemeinen Leben nun wird der Zorn z.B., als ein solches inneres Tun, in die Leber verlegt; Platon gibt ihr sogar noch etwas Höheres, das nach einigen sogar das Höchste ist, zu, nämlich die Prophezeiung oder die Gabe, das Heilige und[245] Ewige unvernünftigerweise auszusprechen.1 Allein die Bewegung, welche das Individuum in der Leber, dem Herzen usf. hat, kann nicht als die ganz in sich reflektierte Bewegung desselben angesehen werden, sondern sie ist darin vielmehr so, daß sie ihm schon in den Leib geschlagen ist und ein animalisches, heraus gegen die Äußerlichkeit sich wendendes Dasein hat.
In common life, for example, anger as such an inner activity is localized in the liver; Plato even attributes to it something higher – according to some, the highest faculty – namely prophecy or the irrational capacity to utter the sacred and[245] eternal.1 Yet the movement an individual has in the liver, heart, etc., cannot be regarded as the fully self-reflected movement of the individual; rather, in these organs it is already imprinted into the body and assumes an animalistic existence oriented outward toward externality.
Das Nervensystem hingegen ist die unmittelbare Ruhe des Organischen in seiner Bewegung. Die Nerven selbst sind zwar wieder die Organe des schon in seine Richtung nach außen versenkten Bewußtseins; Gehirn und Rückenmark aber dürfen als die in sich bleibende – die nicht gegenständliche, die auch nicht hinausgehende – unmittelbare Gegenwart des Selbstbewußtseins betrachtet werden. Insofern das Moment des Seins, welches dies Organ hat, ein Sein für Anderes, Dasein ist, ist es totes Sein, nicht mehr Gegenwart des Selbstbewußtseins. Dies Insichselbstsein ist aber seinem Begriffe nach eine Flüssigkeit, worin die Kreise, die darein geworfen werden, sich unmittelbar auflösen und kein Unterschied als seiender sich ausdrückt. Inzwischen, wie der Geist selbst nicht ein Abstrakt-Einfaches ist, sondern ein System von Bewegungen, worin er sich in Momente unterscheidet, in dieser Unterscheidung selbst aber frei bleibt, und wie er seinen Körper überhaupt zu verschiedenen Verrichtungen gliedert und einen einzelnen Teil desselben nur einer bestimmt, so kann auch sich vorgestellt werden, daß das flüssige Sein seines Insichseins ein gegliedertes ist; und es scheint so vorgestellt werden zu müssen, weil das in sich reflektierte Sein des Geistes im Gehirn selbst wieder nur eine Mitte seines reinen Wesens und seiner körperlichen Gliederung ist, eine Mitte, welche hiermit von der Natur beider und also von der Seite der letzteren auch die seiende Gliederung wieder an ihr haben muß.
The nervous system, by contrast, is the immediate quiescence of the organic in its movement. While the nerves themselves are again the organs of consciousness already immersed in its outward direction, the brain and spinal cord may be considered as the abiding – non-objective, non-externalizing – immediate presence of self-consciousness. To the extent that the moment of Being in this organ is a Being-for-Others, an existence, it is dead being, no longer the presence of self-consciousness. This being-within-itself, however, is conceptually a fluid medium in which any circles cast into it dissolve immediately, expressing no difference as existent. Yet just as spirit itself is not abstractly simple but a system of movements in which it differentiates itself into moments while remaining free in this differentiation, and just as it articulates its body generally into distinct functions, assigning each to a specific part – so too can the fluid Being of its inwardness be conceived as articulated. And this seems necessary, for the self-reflected Being of spirit in the brain is itself again only a midpoint between its pure essence and its corporeal articulation – a midpoint that must therefore bear the existent articulation derived from the nature of both, particularly from the latter.
Das geistig-organische Sein hat zugleich die notwendige[246] Seite eines ruhenden bestehenden Daseins; jenes muß als Extrem des Fürsichseins zurücktreten und diese als das andere Extrem gegenüber haben, welches alsdann der Gegenstand ist, worauf jenes als Ursache wirkt. Wenn nun Gehirn und Rückenmark jenes körperliche Fürsichsein des Geistes ist, so ist der Schädel und die Rückenwirbelsäule das andere ausgeschiedene Extrem hinzu, nämlich das feste ruhende Ding. – Indem aber jedem, wenn er an den eigentlichen Ort des Daseins des Geistes denkt, nicht der Rücken, sondern nur der Kopf einfällt, so können wir uns in der Untersuchung eines Wissens, als das vorliegende ist, mit diesem – für es nicht zu schlechten – Grunde begnügen, um dies Dasein auf den Schädel einzuschränken. Sollte einem der Rücken insofern einfallen, als auch wohl zuweilen durch ihn Wissen und Tun zum Teil ein-, zum Teil aber angetrieben wird, so würde dies dafür, daß das Rückenmark mit zum inwohnenden Orte des Geistes und seine Säule zum gegenbildlichen Dasein genommen werden müsse, darum nichts beweisen, weil es zuviel bewiese; denn man kann ebenso sich erinnern, daß auch andere äußerliche Wege, der Tätigkeit des Geistes beizukommen, um sie zu erwecken oder zurückzuhalten, beliebt werden. – Die Rückenwirbelsäule fällt also, wenn man will, mit Recht hinweg; und es ist so gut als viele andere naturphilosophische Lehren konstruiert, daß der Schädel allein zwar nicht die Organe des Geistes enthalte. Denn dies wurde vorhin aus dem Begriffe dieses Verhältnisses ausgeschlossen und deswegen der Schädel zur Seite des Daseins genommen; oder wenn nicht an den Begriff der Sache erinnert werden dürfte, so lehrt ja die Erfahrung, daß, wie mit dem Auge als Organe gesehen, so nicht mit dem Schädel gemordet, gestohlen, gedichtet usw. wird. – Es ist sich deswegen auch des Ausdrucks Organ für diejenige Bedeutung des Schädels zu enthalten, von welcher noch zu sprechen ist. Denn ob man gleich zu sagen pflegt, daß es vernünftigen Menschen nicht auf das Wort, sondern auf die Sache ankomme, so ist daraus doch nicht die Erlaubnis zu[247] nehmen, eine Sache mit einem ihr nicht zugehörigen Worte zu bezeichnen; denn dies ist Ungeschicklichkeit zugleich und Betrug, der nur das rechte Wort nicht zu haben meint und vorgibt und [der] es sich verbirgt, daß ihm in der Tat die Sache, d.h. der Begriff fehlt; wenn dieser vorhanden wäre, würde er auch sein rechtes Wort haben. – Zunächst hat sich hier nur dies bestimmt, daß, wie das Gehirn der lebendige Kopf, der Schädel das caput mortuum ist.
The spiritual-organic being also necessarily[246] entails the aspect of a quiescent, subsistent existence. The former must recede as the extreme of being-for-itself and confront the latter as the other extreme, which thereby becomes the object upon which the former acts as cause. Now, if the brain and spinal cord constitute the corporeal being-for-itself of Spirit, the skull and vertebral column represent the other excluded extreme — namely, the fixed, quiescent thing. — However, since anyone reflecting on the proper locus of Spirit’s existence thinks not of the spine but solely of the head, we may content ourselves, in examining the present form of knowledge, with this (not altogether unworthy) rationale to restrict this existence to the skull. Should one recall the spine in connection with knowledge and action — since it is sometimes said to partly harbor and partly drive them — this would prove nothing regarding the necessity of including the spinal cord as part of Spirit’s immanent locus and its column as its mirrored existence, for it would prove too much; one might equally recall other external means employed to stimulate or restrain spiritual activity. — The vertebral column thus rightly falls away if one so chooses; and it is as much a construction as many other teachings of natural philosophy that the skull alone does not contain the organs of Spirit. For this was previously excluded by the Concept of this relationship, which consequently assigned the skull to the side of existence; or, if one may not appeal to the Concept of the matter, experience itself teaches that just as one sees with the eye as an organ, one does not murder, steal, compose poetry, etc., with the skull. — It is therefore also imperative to abstain from using the term organ for the skull’s still-to-be-discussed significance. For although it is customary to say that rational people care not about words but about the matter itself, this does not license us to designate a matter with a word foreign to it — which is both ineptitude and deceit, pretending to lack the proper word while concealing that what is truly lacking is the matter itself, i.e., the Concept. If the Concept were present, it would also have its proper word. — Here, only this much is clear: as the brain is the living head, the skull is the caput mortuum.
In diesem toten Sein hätten also die geistigen Bewegungen und bestimmten Weisen des Gehirns ihre Darstellung äußerer Wirklichkeit, die jedoch noch an dem Individuum selbst ist, sich zu geben. Für das Verhältnis derselben zu ihm, der als totes Sein den Geist nicht in sich selbst inwohnen hat, bietet sich zunächst das oben festgesetzte, das äußere und mechanische dar, so daß die eigentlichen Organe – und diese sind am Gehirne – ihn hier rund ausdrücken, dort breitschlagen oder plattstoßen, oder wie man sonst diese Einwirkung darstellen mag. Selbst ein Teil des Organismus, muß in ihm zwar, wie in jedem Knochen, eine lebendige Selbstbildung gedacht werden, so daß, hiernach betrachtet, er von seiner Seite vielmehr das Gehirn drückt und dessen äußere Beschränkung setzt; wozu er auch als das Härtere eher das Vermögen hat. Dabei aber würde noch immer dasselbe Verhältnis in der Bestimmung der Tätigkeit beider gegeneinander bleiben; denn ob der Schädel das Bestimmende oder das Bestimmte ist, dies änderte an dem Kausalzusammenhange überhaupt nichts, nur daß dann der Schädel zum unmittelbaren Organe des Selbstbewußtseins gemacht würde, weil in ihm als Ursache sich die Seite des Fürsichseins fände. Allein indem das Fürsichsein als organische Lebendigkeit in beide auf gleiche Weise fällt, fällt in der Tat der Kausalzusammenhang zwischen ihnen hinweg. Diese Fortbildung beider aber hinge im Innern zusammen und wäre eine organische prästabilierte Harmonie, welche die beiden sich aufeinander beziehenden Seiten frei gegeneinander und jeder ihre eigene Gestalt läßt, der die Gestalt[248] der anderen nicht zu entsprechen braucht; und noch mehr die Gestalt und die Qualität gegeneinander, – wie die Form der Weinbeere und der Geschmack des Weines frei gegeneinander sind. – Indem aber auf die Seite des Gehirns die Bestimmung des Fürsichseins, auf die Seite des Schädels aber die Bestimmung des Daseins fällt, so ist innerhalb der organischen Einheit auch ein Kausalzusammenhang derselben zu setzen; eine notwendige Beziehung derselben als äußere füreinander, d.h. eine selbst äußerliche, wodurch also ihre Gestalt durch einander bestimmt würde.
In this dead being, then, the spiritual movements and determinate modes of the brain are to present themselves as an external actuality that yet remains attached to the individual itself. For the relation between them — since the skull, as dead being, does not inherently harbor Spirit — the first and most obvious model is the external, mechanical one: thus, the proper organs (those of the brain) here imprint the skull, there flatten or compress it, or however else this influence might be depicted. As part of the organism, the skull must, like any bone, be conceived as undergoing a living self-formation; considered thus, it would itself press upon the brain from its side, imposing an external limitation — a capacity it possesses precisely as the harder substance. Yet even here, the same relation persists in determining the activity of both toward one another; for whether the skull is the determining or the determined factor, this would alter nothing in the causal connection as such. It would merely posit the skull as the immediate organ of self-consciousness, since the aspect of being-for-itself would reside in it as cause. However, insofar as being-for-itself as organic vitality pertains equally to both, the causal connection between them in fact dissolves. Their mutual development would instead rest on an inner organic preestablished harmony, allowing the two interrelated sides to remain free toward one another, each retaining its own shape, which need not correspond to the other’s — much like the form of a grape and the taste of wine exist freely apart. — Yet since the determination of being-for-itself falls to the brain’s side and that of existence to the skull’s, a causal connection must also be posited within their organic unity: a necessary relation between them as external to one another — i.e., a relation that is itself external, thereby allowing their shapes to be mutually determined.
In Ansehung der Bestimmung aber, in welcher das Organ des Selbstbewußtseins auf die gegenüberstehende Seite tätige Ursache wäre, kann auf mancherlei Weise hin und her geredet werden; denn es ist von der Beschaffenheit einer Ursache die Rede, die nach ihrem gleichgültigen Dasein, ihrer Gestalt und Größe betrachtet wird, einer Ursache, deren Inneres und Fürsichsein gerade ein solches sein soll, welches das unmittelbare Dasein nichts angeht. Die organische Selbstbildung des Schädels ist zuerst gleichgültig gegen die mechanische Einwirkung, und das Verhältnis dieser beiden Verhältnisse ist, da jenes das Sich-auf-sich-selbst-Beziehen ist, eben diese Unbestimmtheit und Grenzenlosigkeit selbst. Alsdann, wenn auch das Gehirn die Unterschiede des Geistes zu seienden Unterschieden in sich aufnähme und eine Vielheit innerer, einen verschiedenen Raum einnehmender Organe wäre – was der Natur widerspricht, welche den Momenten des Begriffs ein eigenes Dasein gibt, und daher die flüssige Einfachheit des organischen Lebens rein auf eine Seite und die Artikulation und Einteilung desselben ebenso in seinen Unterschieden auf die andere Seite stellt, so daß sie, wie sie hier gefaßt werden sollen, als besondere anatomische Dinge sich zeigen –, so würde es unbestimmt sein, ob ein geistiges Moment, je nachdem es ursprünglich stärker oder schwächer wäre, entweder in jenem Falle ein expandierteres, in diesem ein kontrahierteres Gehirnorgan besitzen müßte, oder auch gerade umgekehrt. – Ebenso ob[249] seine Ausbildung das Organ vergrößerte oder verkleinerte, ob es dasselbe plumper und dicker oder feiner machte. Dadurch, daß es unbestimmt bleibe, wie die Ursache beschaffen ist, ist es ebenso unbestimmt gelassen, wie die Einwirkung auf den Schädel geschieht, ob sie ein Erweitern oder Verengern und Zusammenfallenlassen ist. Wird diese Einwirkung etwa vornehmer als ein Erregen bestimmt, so ist es unbestimmt, ob es nach der Weise eines Kantharidenpflasters auftreibend oder eines Essigs einschrumpfend geschieht. – Für alle dergleichen Ansichten lassen sich plausible Gründe vorbringen, denn die organische Beziehung, welche ebensosehr eingreift, läßt den einen so gut passieren als den anderen und ist gleichgültig gegen allen diesen Verstand.
Regarding the determination in which the organ of self-consciousness would act as an efficient cause upon the opposing side, much can be said back and forth; for what is at issue is the nature of a cause considered according to its indifferent existence, its shape and magnitude — a cause whose inwardness and being-for-itself is precisely supposed to be such that it has no bearing on immediate existence. The organic self-formation of the skull is initially indifferent to mechanical influence, and the relation between these two relations, since the former is a self-referential activity, is itself precisely this indeterminacy and boundlessness. Further, even if the brain were to absorb the differences of Spirit into itself as existent differences and were a plurality of inner organs occupying distinct spaces — which contradicts nature, which gives the moments of the Concept their own existence and thus places the fluid simplicity of organic life purely on one side and the articulation and division of the same, in its differences, on the other side, such that they appear here as particular anatomical entities — it would remain indeterminate whether a spiritual moment, depending on whether it is originally stronger or weaker, must possess either a more expanded or a more contracted brain-organ in the respective cases, or even the reverse. — Similarly, whether its cultivation enlarges or diminishes the organ, renders it coarser and thicker or finer. Since it remains indeterminate how the cause is constituted, it is equally indeterminate how the influence upon the skull occurs — whether as an expansion or a narrowing and collapsing. If this influence is perhaps more nobly determined as an excitation, it is indeterminate whether it acts in the manner of a cantharides plaster causing swelling or of vinegar causing shrinkage. — Plausible grounds can be advanced for all such views, for the organic relation, which equally intervenes, allows one as readily as the other and remains indifferent to all this understanding.
Dem beobachtenden Bewußtsein ist es aber nicht darum zu tun, diese Beziehung bestimmen zu wollen. Denn es ist ohnehin nicht das Gehirn, was als animalischer Teil auf der einen Seite steht, sondern dasselbe als Sein der selbstbewußten Individualität. – Sie als stehender Charakter und sich bewegendes bewußtes Tun ist für sich und in sich, diesem Für und Insichsein steht ihre Wirklichkeit und Dasein für Anderes entgegen; das Für- und Insichsein ist das Wesen und Subjekt, welches am Gehirne ein Sein hat, das unter es subsumiert ist und seinen Wert nur durch die inwohnende Bedeutung erhält. Die andere Seite der selbstbewußten Individualität aber, die Seite ihres Daseins ist das Sein als selbständig und Subjekt oder als ein Ding, nämlich ein Knochen; die Wirklichkeit und Dasein des Menschen ist sein Schädelknochen. – Dies ist das Verhältnis und der Verstand, den die beiden Selten dieser Beziehung in dem sie beobachtenden Bewußtsein haben.
For the observing consciousness, however, the concern is not to seek to determine this relation. For it is not the brain as an animal part that stands on one side, but rather the brain as the being of self-conscious individuality. — This individuality, as a fixed character and as moving conscious activity, is for itself and within itself; opposed to this being-for and in-itself stands its actuality and existence for others. The being-for and in-itself is the essence and subject, which has its existence in the brain — an existence subsumed under it and deriving its worth solely through the indwelling significance. The other side of self-conscious individuality, however — the side of its existence — is being as self-subsistent and subject, or as a thing, namely a bone; the actuality and existence of man is his skull-bone. — This is the relation and the understanding that the two sides of this relationship hold within the consciousness observing them.
Diesem ist es nun um die bestimmtere Beziehung dieser Seiten zu tun; der Schädelknochen hat wohl im allgemeinen die Bedeutung, die unmittelbare Wirklichkeit des Geistes zu sein. Aber die Vielseitigkeit des Geistes gibt seinem Dasein eine ebensolche Vieldeutigkeit; was zu gewinnen ist, ist die Bestimmtheit der Bedeutung der einzelnen Stellen, in welche[250] dies Dasein geteilt ist, und es ist zu sehen, wie sie das Hinweisen darauf an ihnen haben.
The observing consciousness now concerns itself with the more determinate relation of these sides. The skull-bone has, in general, the significance of being the immediate actuality of Spirit. But the manifoldness of Spirit gives its existence an equally manifold ambiguity. What is to be ascertained is the determinacy of the significance belonging to the individual regions into which this existence is divided, and the manner in which they bear indications of it.
Der Schädelknochen ist kein Organ der Tätigkeit, noch auch eine sprechende Bewegung; es wird weder mit dem Schädelknochen gestohlen, gemordet usf., noch verzieht er zu solchen Taten im geringsten die Miene, so daß er sprechende Gebärde würde. – Noch hat auch dieses Seiende den Wert eines Zeichens. Miene und Gebärde, Ton, auch eine Säule, ein Pfahl, der auf einer öden Insel eingeschlagen ist, kündigen sich sogleich an, daß noch irgend etwas anderes damit gemeint ist als das, was sie unmittelbar nur sind. Sie geben sich selbst sogleich für Zeichen aus, indem sie eine Bestimmtheit an ihnen haben, welche auf etwas anderes dadurch hinweist, daß sie ihnen nicht eigentümlich angehört. Man kann sich wohl auch bei einem Schädel, wie Hamlet bei Yoricks2, vielerlei einfallen lassen, aber der Schädelknochen für sich ist ein so gleichgültiges, unbefangenes Ding, daß an ihm unmittelbar nichts anderes zu sehen und zu meinen ist als nur er selbst; er erinnert wohl an das Gehirn und seine Bestimmtheit, an Schädel von anderer Formation, aber nicht an eine bewußte Bewegung, indem er weder Miene und Gebärde noch etwas an ihm eingedrückt hat, das [als] von einem bewußten Tun herkommend sich ankündigte; denn er ist diejenige Wirklichkeit, welche an der Individualität eine solche andere Seite darstellen sollte, die nicht mehr sich in sich reflektierendes Sein, sondern rein unmittelbares Sein wäre.
The skull-bone is neither an organ of activity nor even a speaking gesture. One neither steals nor murders with the skull-bone, nor does it in the least contort itself into such deeds as to become a significant gesture. Nor does this being have the value of a sign. Countenance, gesture, tone, even a pillar or stake erected on a desert island, immediately proclaim themselves to signify something beyond what they merely are in their immediate being. They at once present themselves as signs by having a determinacy that points to something else, which does not properly belong to them. While a skull, like Hamlet’s with Yorick’s, may indeed suggest many thoughts, the skull-bone in itself is such an indifferent, artless thing that in it one can immediately see and mean nothing other than the bone itself. It may recall the brain and its specific character, or skulls of other formations, but not a conscious movement, since it bears neither expression nor gesture, nor anything impressed upon it that might intimate conscious action. For it is that actuality which in the individual should represent another aspect: no longer a being reflected into itself, but pure immediate being.
Da er ferner auch nicht selbst fühlt, so scheint sich eine bestimmtere Bedeutung für ihn etwa noch so ergeben zu können, daß bestimmte Empfindungen durch die Nachbarschaft erkennen ließen, was mit ihm gemeint sei; und indem eine bewußte Weise des Geistes bei einer bestimmten Stelle desselben ihr Gefühl hat, wird etwa dieser Ort in seiner Gestalt sie und ihre Besonderheit andeuten. Wie z.B. manche bei dem angestrengten Denken oder auch schon beim Denken[251] überhaupt eine schmerzliche Spannung irgendwo im Kopfe zu fühlen klagen, könnte auch das Stehlen, das Morden, das Dichten usf. jedes mit einer eigenen Empfindung begleitet sein, die außerdem noch ihre besondere Stelle haben müßte. Diese Stelle des Gehirns, die auf diese Art mehr bewegt und betätigt wäre, würde wahrscheinlich auch die benachbarte Stelle des Knochens mehr ausbilden; oder diese würde aus Sympathie oder Konsensus auch nicht träge sein, sondern sich vergrößern oder verkleinern oder, auf welche Weise es sei, sich formieren, – Was jedoch diese Hypothese unwahrscheinlich macht, ist dies, daß das Gefühl überhaupt etwas Unbestimmtes ist und das Gefühl im Kopfe als dem Zentrum das allgemeine Mitgefühl alles Leidens sein möchte, so daß sich mit dem Diebs-Mörders-Dichters-Kopf-Kitzel oder Schmerz andere vermischen und sich voneinander sowie von denen, die man bloß körperlich nennen kann, so wenig unterscheiden lassen würden, als aus dem Symptome des Kopfwehs, wenn wir seine Bedeutung nur auf das Körperliche einschränken, sich die Krankheit bestimmen läßt.
Moreover, since the skull itself is insensible, a more determinate significance might seem derivable from neighboring sensations indicating what is meant by it. Perhaps the conscious mode of Spirit, having a sensation at a specific cranial location, might thereby mark this site through its form and particularity. For instance, just as some complain of a painful tension in some part of the head during intense thought or even ordinary thinking, so might stealing, murdering, poetic creation, etc., each be accompanied by a distinct sensation with its own locus. The region of the brain thus more agitated and active would likely develop the adjacent cranial region more fully; or through sympathy or consensus, this region would not remain inert but would expand, contract, or otherwise take form. However, what renders this hypothesis improbable is that sensation as such is indeterminate, and a sensation in the head as the center might be the general co-sensation of all suffering. Thus, the thief’s, murderer’s, or poet’s cranial itch or ache would mingle indistinguishably with others, including those deemed merely corporeal—just as a headache’s symptom, if confined to the physical, cannot diagnose the disease.
Es fällt in der Tat, von welcher Seite die Sache betrachtet werde, alle notwendige gegenseitige Beziehung sowie deren durch sich selbst sprechende Andeutung hinweg. Es bleibt, wenn denn die Beziehung doch stattfinden soll, eine begrifflose freie prästabilierte Harmonie der entsprechenden Bestimmung beider Seiten übrig und notwendig; denn die eine soll geistlose Wirklichkeit, bloßes Ding sein. – Es stehen also eben auf einer Seite eine Menge ruhender Schädelstellen, auf der ändern eine Menge Geisteseigenschaften, deren Vielheit und Bestimmung von dem Zustande der Psychologie abhängen wird. Je elender die Vorstellung von dem Geiste ist, um so mehr wird von dieser Seite die Sache erleichtert; denn teils werden die Eigenschaften um so weniger, teils um so abgeschiedener, fester und knöcherner, hierdurch Knochenbestimmungen um so ähnlicher und mit ihnen vergleichbarer. Allein obzwar durch die Elendigkeit der Vorstellung von dem Geiste vieles erleichtert ist, so bleibt doch immer eine[252] sehr große Menge auf beiden Seiten; es bleibt die gänzliche Zufälligkeit ihrer Beziehung für die Beobachtung. Wenn von den Kindern Israels aus dem Sand am Meere, dem sie entsprechen sollen, jedes das Körnchen, dessen Zeichen es ist, sich nehmen sollte, so ist diese Gleichgültigkeit und Willkür, welche jedem das seine zuteilte, ebenso stark als die, welche jeder Seelenfähigkeit, Leidenschaft und, was hier gleichfalls betrachtet werden müßte, den Schattierungen von Charakteren, von welchen die feinere Psychologie und Menschenkenntnis zu sprechen pflegt, ihre Schädelstätten und Knochenformen zuweist. – Der Schädel des Mörders hat dieses – nicht Organ, auch nicht Zeichen, sondern diesen Knorren; aber dieser Mörder hat noch eine Menge anderer Eigenschaften sowie andere Knorren und mit den Knorren auch Vertiefungen; man hat die Wahl unter Knorren und Vertiefungen, Und wieder kann sein Mordsinn, auf welchen Knorren oder Vertiefung es sei, und hinwiederum [können] diese, auf welche Eigenschaft es sei, bezogen werden; denn weder ist der Mörder nur dies Abstraktum eines Mörders, noch hat er nur eine Erhabenheit und eine Vertiefung. Die Beobachtungen, welche hierüber angestellt werden, müssen darum gerade auch so gut lauten als der Regen des Krämers und der Hausfrau am Jahrmarkte und bei der Wäsche. Krämer und Hausfrau konnten auch die Beobachtung machen, daß es immer regnet, wenn dieser Nachbar vorbeigeht oder wenn Schweinsbraten gegessen wird. Wie der Regen gegen diese Umstände, so gleichgültig ist für die Beobachtung diese Bestimmtheit des Geistes gegen dieses bestimmte Sein des Schädels. Denn von den beiden Gegenständen dieses Beobachtens ist der eine ein trockenes Fürsichsein, eine knöcherne Eigenschaft des Geistes, wie der andere ein trockenes Ansichsein, ein so knöchernes Ding, als beide sind, ist vollkommen gleichgültig gegen alles andere; es ist dem hohen Knorren ebenso gleichgültig, ob ein Mörder in seiner Nachbarschaft, als dem Mörder, ob die Plattheit in seiner Nähe ist.
In truth, from whatever angle considered, all necessary mutual relation—and any self-evident indication thereof—disappears. If such a relation is nevertheless to hold, there remains only a conceptless, free pre-established harmony between the corresponding determinations of the two sides. For one side is supposed to be a spiritless actuality, a mere thing. Thus, on one side lies a multitude of inert cranial regions; on the other, a multitude of spiritual qualities, their multiplicity and determinacy depending on the state of psychology. The poorer the conception of Spirit, the easier the task: fewer qualities and more isolated, rigid, ossified ones become comparable to bone-determinations. Yet even with Spirit’s impoverishment easing matters, an immense multiplicity remains on both sides, leaving observation with the sheer contingency of their relation. If each Israelite at the seashore were to take the grain of sand corresponding to him by its sign, such indifference and arbitrariness in allotment would rival that which assigns cranial stations and bone-forms to each faculty of soul, passion, or—what here equally demands consideration—the nuances of character treated by refined psychology and human knowledge. The murderer’s skull has this—not an organ, nor a sign, but this protuberance. Yet this murderer has many other qualities, and other protuberances alongside depressions. One may choose among protuberances and depressions, and again relate his murderous disposition to whichever protuberance or depression, or these to whichever quality. For the murderer is neither this abstract murderer alone, nor does he have but one elevation and one depression. Observations here must sound as credible as the rain noted by the peddler and housewife at the fair or laundry-day. They too could observe that it always rains when a certain neighbor passes or when pork is eaten. Just as rain is indifferent to these circumstances, so observation finds this determinacy of Spirit indifferent to this determinate being of the skull. For of the two objects here observed, one is a dry being-for-itself, a bony property of Spirit; the other, a dry being-in-itself, a bone-like thing. Both, as bones, remain utterly indifferent to all else: the high protuberance cares as little whether a murderer is its neighbor as the murderer whether a flatness lies near him.
Es bleibt allerdings die Möglichkeit, daß mit irgendeiner[253] Eigenschaft, Leidenschaft usf. ein Knorren an irgendeiner Stelle verbunden sei, unüberwindlich übrig. Man kann sich den Mörder mit einem hohen Knorren hier an dieser Schädelstelle, den Dieb mit einer dort vorstellen. Von dieser Seite ist die Schädelwissenschaft noch großer Erweiterung fähig; denn zunächst scheint sie sich nur auf die Verbindung eines Knorren mit einer Eigenschaft an demselben Individuum, so daß dieses beide besitzt, einzuschränken. Aber schon die natürliche Schädelwissenschaft – denn es muß so gut eine solche als eine natürliche Phsylognomik geben geht über diese Schranke hinaus; sie urteilt nicht nur, daß ein schlauer Mensch einen faustdicken Knorren hinter den Ohren sitzen habe, sondern sie stellt auch vor, daß die untreue Ehefrau nicht selbst, sondern das andere eheliche Individuum Knorren an der Stirne habe. – Ebenso kann man sich auch den, der mit dem Mörder unter einem Dache wohnt, oder auch seinen Nachbar und weiter hinaus seine Mitbürger usf. mit hohen Knorren an irgendeiner Schädelstelle vorstellen, so gut als die fliegende Kuh, die zuerst von dem Krebs, der auf dem Esel ritt, geliebkost und hernach usf. wurde. – Wird aber die Möglichkeit nicht im Sinne der Möglichkeit des Vorstellen; sondern der inneren Möglichkeit oder des Begriffs genommen, so ist der Gegenstand eine solche Wirklichkeit, welche reines Ding und ohne dergleichen Bedeutung ist und sein soll und sie also nur in der Vorstellung haben kann.
What remains irrefutably is the possibility that some protuberance at some[253] cranial site might be connected with a particular trait, passion, etc. One can represent the murderer with a prominent protuberance here at this cranial location, the thief with one there. From this perspective, the science of skulls is capable of vast expansion; for initially, it seems restricted merely to the connection of a protuberance with a trait in the same individual, such that this individual possesses both. But even the natural science of the skull — for there must exist such a science just as much as a natural physiognomy — transcends this limitation; it not only judges that a cunning man has a fist-sized protuberance behind his ears but also represents that the unfaithful wife’s infidelity resides not in herself but in the other marital partner as a protuberance on the forehead. — Similarly, one can represent someone living under the same roof as the murderer, or their neighbor, and further still their fellow citizens, etc., as having prominent protuberances at some cranial site, just as readily as the flying cow first caressed by the crab riding a donkey, and so forth. — However, if possibility is taken not in the sense of the possibility of representation but as inner possibility or the Concept, then the object is a reality that is a pure thing, devoid of such significance and meant to be so, and thus can have meaning only in representation.
Schreitet, ungeachtet der Gleichgültigkeit der beiden Seiten, der Beobachter jedoch ans Werk, Beziehungen zu bestimmen, teils frisch gehalten durch den allgemeinen Vernunftgrund, daß das Äußere der Ausdruck des Inneren sei, teils sich unterstützend mit der Analogie von Schädeln der Tiere – welche zwar wohl einen einfacheren Charakter haben mögen als die Menschen, von denen es aber zugleich um ebenso schwerer zu sagen wird, welchen sie haben, indem es nicht der Vorstellung eines jeden Menschen so leicht sein kann, sich in die Natur eines Tieres recht hineinzubilden –, so findet[254] der Beobachter bei der Versicherung der Gesetze, die er entdeckt haben will, eine vorzügliche Hilfe an einem Unterschiede, der uns hier notwendig auch einfallen muß. – Das Sein des Geistes kann wenigstens nicht als so etwas schlechthin Unverrücktes und Unverrückbares genommen werden. Der Mensch ist frei; es wird zugegeben, daß das ursprüngliche Sein nur Anlagen sind, über welche er viel vermag oder welche günstiger Umstände bedürfen, um entwickelt zu werden; d.h. ein ursprüngliches Sein des Geistes ist ebensowohl als ein solches auszusprechen, das nicht als Sein existiert. Widersprächen also Beobachtungen demjenigen, was irgendeinem als Gesetz zu versichern einfällt, wäre es schön Wetter am Jahrmarkte oder bei der Wäsche, so könnten Krämer und Hausfrau sprechen, daß es eigentlich regnen sollte und die Anlage doch dazu vorhanden sei; ebenso das Schädelbeobachten, – daß dies Individuum eigentlich so sein sollte, wie der Schädel nach dem Gesetze aussagt, und eine ursprüngliche Anlage habe, die aber nicht ausgebildet worden sei; vorhanden ist diese Qualität nicht, aber sie sollte vorhanden sein. – Das Gesetz und das Sollen gründet sich auf das Beobachten des wirklichen Regens und des wirklichen Sinnes bei dieser Bestimmtheit des Schädels; ist aber die Wirklichkeit nicht vorhanden, so gilt die leere Möglichkeit für ebensoviel. – Diese Möglichkeit, d. i. die Nichtwirklichkeit des aufgestellten Gesetzes und hiermit ihm widersprechende Beobachtungen müssen eben dadurch hereinkommen, daß die Freiheit des Individuums und die entwickelnden Umstände gleichgültig gegen das Sein überhaupt sind, sowohl gegen es als ursprüngliches Inneres wie als äußeres Knöchernes, und daß das Individuum auch etwas anderes sein kann, als es innerlich ursprünglich und noch mehr als ein Knochen ist.
Despite the indifference of the two sides, if the observer nevertheless proceeds to determine relations — partly invigorated by the universal rational ground that the outer is the expression of the inner, and partly supported by analogies from animal skulls (which may indeed possess simpler characters than humans, though it is equally harder to specify what these are, since it is not so easy for anyone’s representation to truly immerse itself in the nature of an animal) — the observer finds[254] a privileged aid in a distinction that must also necessarily occur to us here. — The being of Spirit cannot, at the very least, be taken as something absolutely fixed and unalterable. Humans are free; it is conceded that the original being is merely dispositions over which they have considerable power or which require favorable circumstances to be developed. That is to say, an original being of Spirit is just as much to be declared a being that does not exist as being. If observations contradict what someone fancies to assert as a law — say, fair weather at the market or laundry day — the shopkeeper and housewife might argue that it properly ought to rain and that the disposition for it is present. Similarly, the observer of skulls — that this individual properly ought to be as the skull declares according to the law, having an original disposition that has however not been cultivated. This quality is not present, but it ought to be present. — The law and the ought are grounded in the observation of actual rain and the actual meaning corresponding to this determinacy of the skull. But if the actuality is not present, the empty possibility is held to be just as valid. — Precisely this possibility — i.e., the non-actuality of the posited law and hence observations contradicting it — must enter in, for the freedom of the individual and the developing circumstances are indifferent to being as such, whether as an original inner being or as an external bony one, and the individual can also be something other than what it is originally inwardly, and even more so than a bone.
Wir erhalten also die Möglichkeit, daß dieser Knorren oder Vertiefung des Schädels sowohl etwas Wirkliches als auch nur eine Anlage, und zwar unbestimmt zu irgend etwas, daß er etwas Nichtwirkliches bezeichne; wir sehen es einer[255] schlechten Ausrede wie immer ergehen, daß sie wider dasjenige, dem sie aufhelfen soll, selbst zu gebrauchen steht. Wir sehen das Meinen durch die Natur der Sache dahin gebracht, das Gegenteil dessen, aber gedankenlos, selbst zu sagen, was es festhält; – zu sagen, es wird durch diesen Knochen irgend etwas angedeutet, aber ebensogut auch nicht.
We thus arrive at the possibility that this protuberance or depression of the skull signifies either something actual or merely a disposition — and indeed an indeterminate disposition toward anything — or that it signifies something non-actual. We see how a bad excuse, as ever, fares — that it stands ready to be wielded against the very thing it is meant to support. We see opinion driven by the nature of the matter to state — thoughtlessly — the opposite of what it insists upon: to say that something is indicated by this bone, but equally that nothing is.
Was der Meinung selbst bei dieser Ausrede vorschwebt, ist der wahre, sie gerade vertilgende Gedanke, daß das Sein als solches überhaupt nicht die Wahrheit des Geistes ist. Wie schon die Anlage ein ursprüngliches Sein ist, das an der Tätigkeit des Geistes keinen Anteil hat, ein eben solches ist seinerseits auch der Knochen. Das Seiende ohne die geistige Tätigkeit ist ein Ding für das Bewußtsein und so wenig sein Wesen, daß es vielmehr das Gegenteil desselben und das Bewußtsein sich allein wirklich ist durch die Negation und Vertilgung eines solchen Seins. – Es ist von dieser Seite für völlige Verleugnung der Vernunft anzusehen, für das wirkliche Dasein des Bewußtseins einen Knochen auszugeben; und dafür wird er ausgegeben, indem er als das Äußere des Geistes betrachtet wird, denn das Äußere ist eben die seiende Wirklichkeit. Es hilft nichts zu sagen, daß von diesem Äußeren nur auf das Innere, das etwas anderes sei, geschlossen werde, das Äußere nicht das Innere selbst, sondern nur dessen Ausdruck sei. Denn in dem Verhältnisse beider zueinander fällt eben auf die Seite des Inneren die Bestimmung der sich denkenden und gedachten, auf die Seite des Äußeren aber die der seienden Wirklichkeit. – Wenn also einem Menschen gesagt wird: du (dein Inneres) bist dies, weil dein Knochen so beschaffen ist, so heißt es nichts anderes als: ich sehe einen Knochen für deine Wirklichkeit an. Die bei der Physiognomik erwähnte Erwiderung eines solchen Urteils durch die Ohrfeige bringt zunächst die weichen Teile aus Ihrem Ansehen und Lage und erweist nur, daß diese kein wahres Ansich, nicht die Wirklichkeit des Geistes sind; hier müßte die Erwiderung eigentlich so weit gehen, einem, der so urteilt, den Schädel einzuschlagen, um gerade so greiflich,[256] als seine Weisheit ist, zu erweisen, daß ein Knochen für den Menschen nichts an sich, viel weniger seine wahre Wirklichkeit ist.
What hovers before the opinion itself in this excuse is the true, self-annihilating thought: that Being as such is not the truth of Spirit. Just as the predisposition is an original Being that has no share in the activity of Spirit, so too is the bone. Being devoid of spiritual activity is a thing for consciousness and so far from being its essence that it is rather the opposite; consciousness becomes actual solely through the negation and annihilation of such Being. – To posit a bone as the actual existence of consciousness must be regarded as the utter renunciation of Reason. Yet this is precisely what occurs when the bone is considered the exterior of Spirit – for the exterior is precisely this existent actuality. It avails nothing to claim that this exterior is merely the basis for inferring the inner, which is something else, and that the exterior is not the inner itself but only its expression. For in their relation, the inner is determined as the thinking and thought aspect, while the exterior falls to the side of existent actuality. – Thus, when a man is told: you (your inner) are this because your bone is so constituted, this amounts to saying: I regard a bone as your actuality. The retort mentioned in physiognomy – a box on the ear – which displaces the soft parts from their esteemed position, proves that they are no true in-itself, not the actuality of Spirit. Here, the proper retort would be to smash the skull of one who judges thus, thereby demonstrating in a manner as palpable as his "wisdom" that a bone is nothing in itself for man, much less his true actuality.
Der rohe Instinkt der selbstbewußten Vernunft wird eine Schädelwissenschaft unbesehen verwerfen, – diesen anderen beobachtenden Instinkt derselben, der zur Ahnung des Erkennens gediehen, es auf die geistlose Weise, daß das Äußere Ausdruck des Inneren sei, erfaßt hat. Aber je schlechter der Gedanke ist, desto weniger fällt es zuweilen auf, worin bestimmt seine Schlechtigkeit liegt, und desto schwerer ist es, sie auseinanderzulegen. Denn der Gedanke heißt um so schlechter, je reiner und leerer die Abstraktion ist, welche ihm für das Wesen gilt. Der Gegensatz aber, auf den es hier ankommt, hat zu seinen Gliedern die ihrer bewußte Individualität und die Abstraktion der ganz zum Dinge gewordenen Äußerlichkeit, – jenes innere Sein des Geistes als festes geistloses Sein aufgefaßt, eben solchem Sein entgegengesetzt. – Damit scheint aber auch die beobachtende Vernunft in der Tat ihre Spitze erreicht zu haben, von welcher sie sich selbst verlassen und sich überschlagen muß; denn erst das ganz Schlechte hat die unmittelbare Notwendigkeit an sich, sich zu verkehren. – Wie von dem jüdischen Volke gesagt werden kann, daß es gerade darum, weil es unmittelbar vor der Pforte des Heils stehe, das verworfenste sei und gewesen sei; was es an und für sich sein sollte, diese Selbstwesenheit ist es sich nicht, sondern verlegt sie jenseits seiner; es macht sich durch diese Entäußerung ein höheres Dasein möglich, wenn es seinen Gegenstand wieder in sich zurücknehmen könnte, als wenn es innerhalb der Unmittelbarkeit des Seins stehengeblieben [wäre], weil der Geist um so größer ist, aus je größerem Gegensatze er in sich zurückkehrt; diesen Gegensatz aber macht er sich in dem Aufheben seiner unmittelbaren Einheit und in der Entäußerung seines Fürsichseins. Allein wenn ein solches Bewußtsein sich nicht reflektiert, ist die Mitte, worin es steht, die unselige Leere, indem dasjenige, was sie erfüllen sollte, zum festen Extreme[257] geworden ist. So ist diese letzte Stufe der beobachtenden Vernunft ihre schlechteste, aber darum ihre Umkehrung notwendig.
The crude instinct of self-conscious Reason will unhesitatingly reject a science of skulls – this other observational instinct which, having attained a presentiment of cognition, grasps it in the mindless manner that the outer is the expression of the inner. But the worse the thought, the less obvious its specific defect, and the harder to disentangle. For the worse the thought, the purer and emptier the abstraction it posits as essence. The opposition at issue here has as its poles self-conscious individuality and the abstraction of exteriority reduced to a mere thing – the inner Being of Spirit conceived as a fixed, mindless Being, opposed to another such Being. – Thus, observing Reason appears to have reached its zenith, where it must abandon itself and reverse. For only the utterly bad contains the immediate necessity of inversion. – As it may be said of the Jewish people that precisely because they stood immediately before the gates of salvation, they were and remain the most rejected; what they should have been in themselves, this self-essence, they are not, but displace it beyond themselves. Through this externalization, they create a possibility for a higher existence – should they reclaim their object into themselves – greater than if they had remained within the immediacy of Being. For Spirit is greater the more extreme the opposition from which it returns into itself. Yet when such consciousness fails to reflect, the middle it occupies becomes the void of unhappiness, for what should fulfill it has solidified into extremes. Thus, this final stage of observing Reason is its worst, but thereby its reversal becomes necessary.
Denn die Übersicht der bisher betrachteten Reihe von Verhältnissen, welche den Inhalt und Gegenstand der Beobachtung ausmachen, zeigt, daß in ihrer ersten Weise, in der Beobachtung der Verhältnisse der unorganischen Natur ihr schon das sinnliche Sein verschwindet, die Momente ihres Verhältnisses stellen sich als reine Abstraktionen und als einfache Begriffe dar, welche an das Dasein von Dingen festgeknüpft sein sollten, das aber verlorengeht, so daß das Moment sich als reine Bewegung und als Allgemeines erweist. Dieser freie in sich vollendete Prozeß behält die Bedeutung eines Gegenständlichen, tritt aber nur als ein Eins auf; im Prozesse des Unorganischen ist das Eins das nicht existierende Innere; als Eins aber existierend ist er das Organische. – Das Eins steht als Fürsichsein oder negatives Wesen dem Allgemeinen gegenüber, entzieht sich diesem und bleibt frei für sich, so daß der Begriff, nur im Elemente der absoluten Vereinzelung realisiert, in der organischen Existenz seinen wahrhaften Ausdruck, als Allgemeines da zu sein, nicht findet, sondern ein Äußeres oder, was dasselbe ist, ein Inneres der organischen Natur bleibt. – Der organische Prozeß ist nur frei an sich, ist es aber nicht für sich selbst, im Zwecke tritt das Fürsichsein seiner Freiheit ein, existiert als ein anderes Wesen, als eine ihrer selbst bewußte Weisheit, die außer jenem ist. Die beobachtende Vernunft wendet sich also an diese, an den Geist, den als Allgemeinheit existierenden Begriff oder als Zweck existierenden Zweck; und ihr eigenes Wesen ist ihr nunmehr der Gegenstand.
For the overview of the previously considered series of relations that constitute the content and object of observation shows that in its first mode, in the observation of the relations of inorganic nature, sensory being already disappears; the moments of its relation present themselves as pure abstractions and simple concepts that were to be bound to the existence of things—an existence that is lost, so that the moment reveals itself as pure movement and as the universal. This free and self-completed process retains the significance of being objective, but only appears as an One; in the process of the inorganic, the One is the non-existent inwardness; as existing One, it is the organic. — The One, as being-for-itself or negative essence, stands opposed to the universal, withdraws from it and remains free for itself, so that the Concept, realized only in the element of absolute singularity, does not find its true expression in organic existence as being universal, but remains an external or, what is the same, an inwardness of organic nature. — The organic process is free only in itself, not for itself; the being-for-itself of its freedom enters into existence in the purpose as another essence, a self-conscious wisdom existing outside of it. Observing reason thus turns to this, to Spirit, the Concept existing as universality, or the purpose existing as purpose; and its own essence now becomes its object.
Sie wendet sich zuerst an seine Reinheit; aber indem sie Auffassen des in seinen Unterschieden sich bewegenden Gegenstandes als eines Seienden ist, werden ihr Gesetze des Denkens, Beziehungen von Bleibendem auf Bleibendes; aber da der Inhalt dieser Gesetze nur Momente sind, verlaufen sie sich in das Eins des Selbstbewußtseins. – Dieser neue Gegenstand[258] ebenso als Seiendes genommen, ist das einzelne, zufällige Selbstbewußtsein; das Beobachten steht daher innerhalb des gemeinten Geistes und des zufälligen Verhältnisses von bewußter Wirklichkeit auf unbewußte. Er an sich selbst nur ist die Notwendigkeit dieser Beziehung; die Beobachtung rückt ihm daher näher auf den Leib und vergleicht seine wollende und tuende Wirklichkeit mit seiner in sich reflektierten und betrachtenden Wirklichkeit, die selbst gegenständlich ist. Dieses Äußere, obzwar eine Sprache des Individuums, die es an ihm selbst hat, ist zugleich als Zeichen etwas Gleichgültiges gegen den Inhalt, den es bezeichnen sollte, so wie das, welches sich das Zeichen setzt, gleichgültig gegen dieses.
It first turns to Spirit’s purity; but since it apprehends the object moving in its differences as a being, the laws of thought — relations of the permanent to the permanent — are given to it. However, since the content of these laws is only moments, they dissolve into the One of self-consciousness. — This new object[258], likewise taken as a being, is the singular, contingent self-consciousness; observation thus finds itself within the sphere of common sense spirits and the contingent relation of conscious actuality to unconscious actuality. The necessity of this relation lies in Spirit itself; observation therefore moves closer to it, comparing the actuality of willing and doing with the actuality of inward reflection and contemplation, which is itself objective. This externality, though a language inherent to the individual, is at the same time, as a sign, indifferent to the content it is meant to signify, just as that which sets the sign is indifferent to it.
Von dieser wandelbaren Sprache geht darum die Beobachtung endlich zum festen Sein zurück und spricht ihrem Begriffe nach aus, daß die Äußerlichkeit nicht als Organ, auch nicht als Sprache und Zeichen, sondern als totes Ding die äußere und unmittelbare Wirklichkeit des Geistes sei. Was von der allerersten Beobachtung der unorganischen Natur aufgehoben wurde, daß nämlich der Begriff als Ding vorhanden sein sollte, stellt diese letzte Weise so her, daß sie die Wirklichkeit des Geistes selbst zu einem Dinge macht oder, umgekehrt ausgedrückt, dem toten Sein die Bedeutung des Geistes gibt. – Die Beobachtung ist damit dazu gekommen, es auszusprechen, was unser Begriff von ihr war, daß nämlich die Gewißheit der Vernunft sich selbst als gegenständliche Wirklichkeit sucht. – Man meint zwar dabei wohl nicht, daß der Geist, der von einem Schädel vorgestellt wird, als Ding ausgesprochen werde; es soll kein Materialismus, wie man es nennt, in diesem Gedanken liegen, sondern der Geist vielmehr noch etwas anderes als diese[r] Knochen sein; aber er ist, heißt selbst nichts anderes als: er ist ein Ding. Wenn das Sein als solches oder Dingsein von dem Geiste prädiziert wird, so ist darum der wahrhafte Ausdruck hiervon, daß er ein solches wie ein Knochen ist. Es muß daher für höchst wichtig angesehen werden, daß der wahre[259] Ausdruck davon, daß vom Geiste rein gesagt wird, er ist, sich gefunden hat. Wenn sonst vom Geiste gesagt wird, er ist, hat ein Sein, ist ein Ding, eine einzelne Wirklichkeit, so wird damit nicht etwas gemeint, das man sehen oder in die Hand nehmen, stoßen usf. kann, aber gesagt wird ein solches; und was in Wahrheit gesagt wird, drückt sich hiermit so aus, daß das Sein des Geistes ein Knochen ist.
From this mutable language, observation finally returns to fixed being and declares, in accordance with its Concept, that externality — not as organ, nor as language or sign, but as a dead thing — is the external and immediate actuality of Spirit. What was sublated in the very first observation of inorganic nature — namely, that the Concept should be present as a thing — this final mode of observation reinstates by making the actuality of Spirit itself into a thing or, inversely expressed, by giving dead being the significance of Spirit. — Observation has thus arrived at stating what our Concept of it was: that the certainty of Reason seeks itself as objective actuality. — It may be supposed that in this thought, Spirit is not presented as a thing by a skull; that there is no materialism here, as it is called, but rather that Spirit is still something other than this bone. Yet to say that Spirit is, means nothing other than that it is a thing. When being as such, or thinghood, is predicated of Spirit, the true expression of this is that Spirit is such a thing as a bone. It must therefore be regarded as of the utmost importance that the true[259] expression has been found for the bare assertion that Spirit is. When Spirit is otherwise said to be, to have being, to be a thing, a singular actuality, this is not meant as something one can see or grasp, strike, etc., but such is said; and what is truly said expresses itself here as: the being of Spirit is a bone.
Dies Resultat hat nun eine gedoppelte Bedeutung: einmal seine wahre, insofern es eine Ergänzung des Resultats der vorhergehenden Bewegung des Selbstbewußtseins ist. Das unglückliche Selbstbewußtsein entäußerte sich seiner Selbständigkeit und rang sein Fürsichsein zum Dinge heraus. Es kehrte dadurch aus dem Selbstbewußtsein in das Bewußtsein zurück, d.h. in das Bewußtsein, für welches der Gegenstand ein Sein, ein Ding ist; – aber dies, was Ding ist, ist das Selbstbewußtsein; es ist also die Einheit des Ich und des Seins, die Kategorie. Indem der Gegenstand für das Bewußtsein so bestimmt ist, hat es Vernunft. Das Bewußtsein sowie das Selbstbewußtsein ist an sich eigentlich Vernunft; aber nur von dem Bewußtsein, dem der Gegenstand als die Kategorie sich bestimmt hat, kann gesagt werden, daß es Vernunft habe; – hiervon aber ist noch das Wissen, was Vernunft ist, unterschieden. – Die Kategorie, welche die unmittelbare Einheit des Seins und des Seinen ist, muß beide Formen durchlaufen, und das beobachtende Bewußtsein ist eben dieses, dem sie sich in der Form des Seins darstellt. In seinem Resultate spricht das Bewußtsein dasjenige, dessen bewußtlose Gewißheit es ist, als Satz aus, – den Satz, der im Begriffe der Vernunft liegt. Er ist das unendliche Urteil, daß das Selbst ein Ding ist, – ein Urteil, das sich selbst aufhebt. – Durch dieses Resultat ist also bestimmt zur Kategorie dies hinzugekommen, daß sie dieser sich aufhebende Gegensatz ist. Die reine Kategorie, welche in der Form des Seins oder der Unmittelbarkeit für das Bewußtsein ist, ist der noch unvermittelte, nur vorhandene Gegenstand, und das Bewußtsein ein ebenso unvermitteltes Verhalten. Das Moment[260] jenes unendlichen Urteils ist der Obergang der Unmittelbarkeit in die Vermittlung oder Negativität. Der vorhandene Gegenstand ist daher als ein negativer bestimmt, das Bewußtsein aber als Selbstbewußtsein gegen ihn, oder die Kategorie, welche die Form des Seins im Beobachten durchlaufen hat, ist jetzt in der Form des Fürsichseins gesetzt; das Bewußtsein will sich nicht mehr unmittelbar finden, sondern durch seine Tätigkeit sich selbst hervorbringen. Es selbst ist sich der Zweck seines Tuns, wie es ihm im Beobachten nur um die Dinge zu tun war.
This Result now has a twofold significance: first, its true meaning insofar as it completes the outcome of the preceding movement of self-consciousness. The unhappy self-consciousness relinquished its independence and struggled to extrude its being-for-itself into a thing. Through this, it reverted from self-consciousness into consciousness, i.e., into consciousness for which the object is a being, a thing — yet this thing is self-consciousness; it is therefore the unity of the I and being, the Category. Since the object is thus determined for consciousness, consciousness has Reason. Both consciousness and self-consciousness are in themselves essentially Reason; but only of consciousness for which the object has determined itself as the Category can it be said that it has Reason — yet this must be distinguished from knowing what Reason is. — The Category, which is the immediate unity of being and its own, must traverse both forms, and observing consciousness is precisely that for which the Category presents itself in the form of being. In its Result, consciousness articulates as a proposition the unconscious certainty it possesses — the proposition implicit in the Concept of Reason. This is the infinite judgment that the Self is a thing — a judgment that sublates itself. — Through this Result, it is thus determined that the Category has become this self-sublating opposition. The pure Category, which exists for consciousness in the form of being or immediacy, is the still unmediated, merely present object, and consciousness is an equally unmediated relation to it. The moment[260] of that infinite judgment is the transition from immediacy into mediation or negativity. The present object is thus determined as a negative, while consciousness becomes self-consciousness in opposition to it; or the Category, which has traversed the form of being in observation, is now posited in the form of being-for-itself. Consciousness no longer seeks to find itself immediately, but to produce itself through its own activity. It itself becomes the purpose of its action, just as in observing, its concern was solely with things.
Die andere Bedeutung des Resultats ist die schon betrachtete des begrifflosen Beobachtens. Dieses weiß sich nicht anders zu fassen und auszusprechen, als daß es unbefangen den Knochen, wie er sich als sinnliches Ding findet, das seine Gegenständlichkeit für das Bewußtsein nicht zugleich verliert, für die Wirklichkeit des Selbstbewußtseins aussagt. Es hat aber auch darüber, daß es dies sagt, keine Klarheit des Bewußtseins und faßt seinen Satz nicht in der Bestimmtheit seines Subjekts und Prädikats und der Beziehung derselben, noch weniger in dem Sinne des unendlichen, sich selbst auflösenden Urteils und des Begriffs. – Es verbirgt sich vielmehr aus einem tiefer liegenden Selbstbewußtsein des Geistes, das hier als eine natürliche Honettetät erscheint, die Schmählichkeit des begrifflosen nackten Gedankens, für die Wirklichkeit des Selbstbewußtseins einen Knochen zu nehmen, und übertüncht ihn durch die Gedankenlosigkeit selbst, mancherlei Verhältnisse von Ursache und Wirkung, von Zeichen, Organ usw., die hier keinen Sinn haben, einzumischen und durch Unterscheidungen, die von ihnen hergenommen sind, das Grelle des Satzes zu verstecken.
The other significance of the Result is that of conceptless observation already considered. This observation knows no other way to grasp and express itself than to naïvely declare the bone, as it finds it as a sensible thing — which does not simultaneously lose its objectivity for consciousness — to be the actuality of self-consciousness. Yet it also lacks clarity about what it is saying and fails to comprehend its proposition in the determinacy of its subject and predicate, let alone in the sense of the infinite, self-dissolving judgment and the Concept. — Rather, a deeper self-consciousness of Spirit — which here appears as a natural honesty — conceals the ignominy of the conceptless, naked thought that takes a bone for the actuality of self-consciousness, and whitewashes it through the very thoughtlessness of intermixing multiple relations of cause and effect, sign, organ, etc. (which here have no meaning) and hiding the crudeness of the proposition through distinctions derived from them.
Gehirnfibern u. dgl., als das Sein des Geistes betrachtet, sind schon eine gedachte, nur hypothetische, – nicht daseiende, nicht gefühlte, gesehene, nicht die wahre Wirklichkeit;[261] wenn sie da sind, wenn sie gesehen werden, sind sie tote Gegenstände und gelten dann nicht mehr für das Sein des Geistes. Aber die eigentliche Gegenständlichkeit muß eine unmittelbare, sinnliche sein, so daß der Geist in dieser als toten – denn der Knochen ist das Tote, insofern es am Lebendigen selbst ist – als wirklich gesetzt wird. – Der Begriff dieser Vorstellung ist, daß die Vernunft sich alle Dingheit, auch die rein gegenständliche, selbst ist; sie ist aber dies im Begriffe, oder der Begriff nur ist ihre Wahrheit, und je reiner der Begriff selbst ist, zu einer desto alberneren Vorstellung sinkt er herab, wenn sein Inhalt nicht als Begriff, sondern als Vorstellung ist, – wenn das sich selbst aufhebende Urteil nicht mit dem Bewußtsein dieser seiner Unendlichkeit genommen wird, sondern als ein bleibender Satz, und dessen Subjekt und Prädikat jedes für sich gelten, das Selbst als Selbst, das Ding als Ding fixiert und doch eins das andere sein soll. – Die Vernunft, wesentlich der Begriff, ist unmittelbar in sich selbst und ihr Gegenteil entzweit, ein Gegensatz, der eben darum ebenso unmittelbar aufgehoben ist. Aber sich so als sich selbst und als ihr Gegenteil darbietend und festgehalten in dem ganz einzelnen Momente dieses Auseinandertretens, ist sie unvernünftig aufgefaßt; und je reiner die Momente desselben sind, desto greller ist die Erscheinung dieses Inhalts, der allein entweder für das Bewußtsein ist oder von ihm unbefangen allein ausgesprochen wird. – Das Tiefe, das der Geist von innen heraus, aber nur bis in sein vorstellendes Bewußtsein treibt und es in diesem stehenläßt, – und die Unwissenheit dieses Bewußtseins, was das ist, was es sagt, ist dieselbe Verknüpfung des Hohen und Niedrigen, welche an dem Lebendigen die Natur in der Verknüpfung des Organs seiner höchsten Vollendung, des Organs der Zeugung, und des Organs des Pissens naiv ausdrückt. – Das unendliche Urteil als unendliches wäre die Vollendung des sich selbst erfassenden Lebens; das in der Vorstellung bleibende Bewußtsein desselben aber verhält sich als Pissen.[262]
Brain fibers and suchlike, when considered as the being of Spirit, are already a conceptual, merely hypothetical entity – not existent, not felt, not seen, not true actuality;[261] if they are present, if they are seen, they become dead objects and thus no longer count as the being of Spirit. Yet true objectivity must be an immediate, sensuous one, so that Spirit is posited as actual precisely in this dead form – for the bone is the dead aspect insofar as it exists within the living being itself. – The core of this representation is that Reason is all thinghood, even purely objective thinghood itself; but this is so in the Concept, or only the Concept is its truth. The purer the Concept itself becomes, the more it sinks into an inane representation when its content is not grasped as Concept but as representation – when the self-sublating judgment is not apprehended with consciousness of its infinity, but as a fixed proposition where subject and predicate each stand independently, the Self fixed as Self and the Thing as Thing, yet each is supposed to be the other. – Reason, being essentially the Concept, is immediately self-divided into itself and its opposite, an opposition that is thereby equally immediately sublated. But when Reason presents itself as both itself and its opposite while being fixated in the utterly singular moment of this bifurcation, it is apprehended irrationally; and the purer the moments of this bifurcation, the more glaring becomes the appearance of this content, which exists either solely for consciousness or is naively uttered by it. – The depth that Spirit drives outward from within, yet only into its representational consciousness where it leaves it stranded – and the ignorance of this consciousness regarding what it actually utters – form the same conjunction of the lofty and the base that Nature naively expresses in the living organism through the conjunction of the organ of its highest fulfillment, the organ of generation, with the organ of urination. – The infinite judgment, as infinite, would be the consummation of life comprehending itself; but consciousness that remains mired in representation relates to it as urination.[262]
Fußnoten
Footnotes
1 Platon, Timaios, Steph. 71 D.
1 Plato, Timaeus, Steph. 71 D.
2 Shakespeare, Hamlet V, 1.
2 Shakespeare, Hamlet V, 1.
B. Die Verwirklichung des vernünftigen Selbstbewußtseins durch sich selbst
B. The Actualization of Rational Self-Consciousness Through Its Own Activity
Das Selbstbewußtsein fand das Ding als sich und sich als Ding; d.h. es ist für es, daß es an sich die gegenständliche Wirklichkeit ist. Es ist nicht mehr die unmittelbare Gewißheit, alle Realität zu sein, sondern eine solche, für welche das Unmittelbare überhaupt die Form eines Aufgehobenen hat, so daß seine Gegenständlichkeit nur noch als Oberfläche gilt, deren Inneres und Wesen es selbst ist. – Der Gegenstand, auf welchen es sich positiv bezieht. ist daher ein Selbstbewußtsein; er ist in der Form der Dingheit, d.h. er ist selbständig; aber es hat die Gewißheit, daß dieser selbständige Gegenstand kein Fremdes für es ist; es weiß hiermit, daß es an sich von ihm anerkannt ist; es ist der Geist, der die Gewißheit hat, in der Verdopplung seines Selbstbewußtseins und in der Selbständigkeit beider seine Einheit mit sich selbst zu haben. Diese Gewißheit hat sich ihm nun zur Wahrheit zu erheben; was ihm gilt, daß es an sich und in seiner inneren Gewißheit sei, soll in sein Bewußtsein treten und für es werden.
Self-consciousness found the Thing as itself and itself as Thing; that is, it is for itself that it is in itself objective actuality. It is no longer the immediate certainty of being all reality, but a certainty for which the immediate in general has the form of something sublated, so that its objectivity counts merely as a surface whose inner essence is itself. – The object to which it relates positively is therefore a self-consciousness; it exists in the form of thinghood, i.e., as self-subsistent. Yet self-consciousness is certain that this self-subsistent object is not alien to it; it thereby knows that it is in itself recognized by the object. It is Spirit, certain of finding unity with itself in the doubling of its self-consciousness and in the self-subsistence of both. This certainty must now elevate itself to truth for self-consciousness; what holds validity for it – that it is in itself and in its inner certainty – must enter its consciousness and become for it.
Was die allgemeinen Stationen dieser Verwirklichung sein werden, bezeichnet sich im allgemeinen schon durch die Vergleichung mit dem bisherigen Wege. Wie nämlich die beobachtende Vernunft in dem Elemente der Kategorie die Bewegung des Bewußtseins, nämlich die sinnliche Gewißheit, das Wahrnehmen und den Verstand wiederholte, so wird diese auch die doppelte Bewegung des Selbstbewußtseins wieder durchlaufen und aus der Selbständigkeit in seine Freiheit übergehen. Zuerst ist diese tätige Vernunft ihrer selbst nur als eines Individuums bewußt und muß als ein solches seine Wirklichkeit im anderen fordern und hervorbringen, – alsdann aber, indem sich sein Bewußtsein zur Allgemeinheit erhebt, wird es allgemeine Vernunft und ist sich seiner als Vernunft, als an und für sich schon anerkanntes[263] bewußt, welches in seinem reinen Bewußtsein alles Selbstbewußtsein vereinigt; es ist das einfache geistige Wesen, das, indem es zugleich zum Bewußtsein kommt, die reale Substanz ist, worein die früheren Formen als in ihren Grund zurückgehen, so daß sie gegen diesen nur einzelne Momente seines Werdens sind, die sich zwar losreißen und als eigene Gestalten erscheinen, in der Tat aber nur von ihm getragen Dasein und Wirklichkeit, aber ihre Wahrheit nur haben, insofern sie in ihm selbst sind und bleiben.
The general stages of this actualization can already be indicated in broad terms through comparison with the preceding path. Just as observing Reason, in the element of the category, repeated the movement of consciousness—namely, sense-certainty, perception, and understanding—so too will it retrace the double movement of self-consciousness and transition from independence into its freedom. Initially, this active Reason is conscious of itself only as an individual and must, as such, demand and produce its actuality in the Other; but subsequently, as its consciousness elevates itself to universality, it becomes universal Reason and is conscious of itself as Reason that is already recognized in and for itself—a Reason that unites all self-consciousness within its pure consciousness. It is the simple spiritual essence which, in attaining consciousness, becomes the real Substance into which the earlier forms retreat as into their ground, such that against this Substance, they are merely isolated moments of its becoming. Though these moments may tear themselves loose and appear as independent shapes, they in fact have existence [Dasein] and actuality [Wirklichkeit] only insofar as they are sustained by it, and their truth lies solely in remaining within it.
Nehmen wir dieses Ziel, das der Begriff ist, der uns schon entstanden – nämlich das anerkannte Selbstbewußtsein, das in dem anderen freien Selbstbewußtsein die Gewißheit seiner selbst und eben darin seine Wahrheit hat –, in seiner Realität auf oder heben wir diesen noch inneren Geist als die schon zu ihrem Dasein gediehene Substanz heraus, so schließt sich in diesem Begriffe das Reich der Sittlichkeit auf. Denn diese ist nichts anderes als in der selbständigen Wirklichkeit der Individuen die absolute geistige Einheit ihres Wesens; ein an sich allgemeines Selbstbewußtsein, das sich in einem anderen Bewußtsein so wirklich ist, daß dieses vollkommene Selbständigkeit hat oder ein Ding für es, und daß es eben darin der Einheit mit ihm sich bewußt ist und in dieser Einheit mit diesem gegenständlichen Wesen erst Selbstbewußtsein ist. Diese sittliche Substanz in der Abstraktion der Allgemeinheit ist nur das gedachte Gesetz; aber sie ist ebensosehr unmittelbar wirkliches Selbstbewußtsein, oder sie ist Sitte. Das einzelne Bewußtsein ist umgekehrt nur dieses seiende Eins, indem es des allgemeinen Bewußtseins in seiner Einzelheit als seines Seins sich bewußt, indem sein Tun und Dasein die allgemeine Sitte ist.
If we take up this goal—the Concept that has already emerged for us, namely the recognized self-consciousness that finds certainty of itself in another free self-consciousness and therein its truth—in its reality, or if we grasp this still inner Spirit as the Substance that has already matured into its existence, then the realm of ethical life [Reich der Sittlichkeit] is disclosed. For ethical life is nothing other than the absolute spiritual unity of the essence of individuals in the independent actuality of those individuals: an in-itself universal self-consciousness that is actual in another consciousness in such a way that this other has complete independence as a thing-for-it, yet is precisely thereby conscious of its unity with it and becomes self-consciousness only in this unity with the objective essence. This ethical Substance, in the abstraction of universality, is merely the thought law; but it is equally the immediate actual self-consciousness—that is, custom [Sitte]. Conversely, the singular consciousness exists only as this determinate individual insofar as it is conscious of the universal consciousness in its singularity as its own being, insofar as its action and existence are the universal custom.
In dem Leben eines Volks hat in der Tat der Begriff der Verwirklichung der selbstbewußten Vernunft, in der Selbständigkeit des Anderen die vollständige Einheit mit ihm anzuschauen oder diese von mir vorgefundene freie Dingheit[264] eines Anderen, welche das Negative meiner selbst ist, als mein Fürmichsein zum Gegenstande zu haben, seine vollendete Realität. Die Vernunft ist als die flüssige allgemeine Substanz, als die unwandelbare einfache Dingheit vorhanden, welche ebenso in viele vollkommen selbständige Wesen wie das Licht in Sterne als unzählige für sich leuchtende Punkte zerspringt, die in ihrem absoluten Fürsichsein nicht nur an sich in der einfachen selbständigen Substanz aufgelöst sind, sondern für sich selbst; sie sind sich bewußt, diese einzelnen selbständigen Wesen dadurch zu sein, daß sie ihre Einzelheit aufopfern und diese allgemeine Substanz ihre Seele und Wesen ist; so wie dies Allgemeine wieder das Tun ihrer als Einzelner oder das von ihnen hervorgebrachte Werk ist.
In the life of a people, the Concept of the actualization of self-conscious Reason—the intuition of complete unity with the Other in the Other’s independence, or the having of this free thinghood [Dingheit] of an Other (which I encounter as the negative of myself) as my being-for-myself [mein Fürmichsein] for an object—attains its perfected reality. Reason is present here as the fluid universal Substance, as the immutable simple thinghood that fractures into many fully independent beings, just as light shatters into stars as innumerable self-illuminating points. These points, in their absolute being-for-themselves, are not only in themselves dissolved within the simple independent Substance but are for themselves; they are conscious of being these singular independent beings precisely by sacrificing their singularity, recognizing that this universal Substance is their soul and essence. Conversely, this Universal is again the action [Tun] of individuals as singulars or the work produced by them.
Das rein einzelne Tun und Treiben des Individuums bezieht sich auf die Bedürfnisse, welche es als Naturwesen, d.h. als seiende Einzelheit hat. Daß selbst diese seine gemeinsten Funktionen nicht zunichte werden, sondern Wirklichkeit haben, geschieht durch das allgemeine erhaltende Medium, durch die Macht des ganzen Volks. – Nicht nur aber diese Form des Bestehens seines Tuns überhaupt hat es in der allgemeinen Substanz, sondern ebensosehr seinen Inhalt; was es tut, ist die allgemeine Geschicklichkeit und Sitte aller. Dieser Inhalt, insofern er sich vollkommen vereinzelt, ist in seiner Wirklichkeit in das Tun aller verschränkt. Die Arbeit des Individuums für seine Bedürfnisse ist ebensosehr eine Befriedigung der Bedürfnisse der anderen als seiner eigenen, und die Befriedigung der seinigen erreicht es nur durch die Arbeit der anderen. – Wie der Einzelne in seiner einzelnen Arbeit schon eine allgemeine Arbeit bewußtlos vollbringt, so vollbringt er auch wieder die allgemeine als seinen bewußten Gegenstand; das Ganze wird als Ganzes sein Werk, für das er sich aufopfert und eben dadurch sich selbst von ihm zurückerhält. – Es ist hier nichts, das nicht gegenseitig wäre, nichts, woran nicht die Selbständigkeit des Individuums sich[265] in der Auflösung ihres Fürsichseins, in der Negation ihrer selbst, ihre positive Bedeutung, für sich zu sein, gäbe. Diese Einheit des Seins für Anderes oder des sich zum Dinge Machens und des Fürsichseins, diese allgemeine Substanz redet ihre allgemeine Sprache in den Sitten und Gesetzen eines Volks; aber dies seiende unwandelbare Wesen ist nichts anderes als der Ausdruck der ihr entgegengesetzt scheinenden einzelnen Individualität selbst; die Gesetze sprechen das aus, was jeder Einzelne ist und tut; das Individuum erkennt sie nicht nur als seine allgemeine gegenständliche Dingheit, sondern ebensosehr sich in ihr oder [sie] als vereinzelt in seiner eigenen Individualität und in jedem seiner Mitbürger. In dem allgemeinen Geiste hat daher jeder nur die Gewißheit seiner selbst, nichts anderes in der seienden Wirklichkeit zu finden als sich selbst; er ist der anderen so gewiß als seiner. – Ich schaue es in allen an, daß sie für sich selbst nur diese selbständigen Wesen sind, als ich es bin; ich schaue die freie Einheit mit den anderen in ihnen so an, daß sie wie durch mich, so durch die anderen selbst ist, – sie als mich, mich als sie.
The purely singular activity and striving of the individual relates to the needs it has as a natural being, i.e., as an existent singularity. That even these most commonplace functions of its existence are not nullified but attain actuality occurs through the universal sustaining medium — through the power of the entire people. Yet not only the form of the subsistence of its activity in general resides in the universal Substance, but equally so does its content: what it does is the universal skillfulness and custom of all. This content, insofar as it becomes fully singularized, is in its actuality interwoven into the activity of all. The labor of the individual for its needs is equally a satisfaction of the needs of others as of its own, and it attains the satisfaction of its own only through the labor of others. Just as the individual unconsciously accomplishes universal labor in its singular activity, so too does it consciously accomplish the universal as its object; the Whole becomes as a Whole its work, for which it sacrifices itself and thereby precisely recovers itself from it. Here there is nothing that is not reciprocal — nothing in which the self-subsistence of the individual does not, through the dissolution of its being-for-itself in negation, attain its positive significance of being-for-itself. This unity of being-for-others (or making-itself-into-a-thing) and being-for-itself — this universal Substance — speaks its universal language in the customs and laws of a people. But this existent immutable essence is nothing other than the expression of the very singular individuality that appears opposed to it. The laws articulate what each singular individual is and does; the individual recognizes them not only as its universal objective thinghood but equally as itself within them — or [recognizes them] as singularized within its own individuality and in each of its fellow citizens. In the universal Spirit, therefore, each has only the certainty of finding nothing in existent actuality other than itself; it is as certain of others as it is of itself. I behold in all others that they are for themselves these self-subsistent beings just as I am; I behold the free unity with others in them such that this unity is mediated through me as much as through the others themselves — them as me, and me as them.
In einem freien Volke ist darum in Wahrheit die Vernunft verwirklicht; sie ist gegenwärtiger lebendiger Geist, worin das Individuum seine Bestimmung, d.h. sein allgemeines und einzelnes Wesen, nicht nur ausgesprochen und als Dingheit vorhanden findet, sondern selbst dieses Wesen ist und seine Bestimmung auch erreicht hat. Die weisesten Männer des Altertums haben darum den Ausspruch getan: daß die Weisheit und die Tugend darin bestehen, den Sitten seines Volks gemäß zu leben.
In a free people, therefore, Reason is in truth actualized. It is the present living Spirit wherein the individual not only finds its determination — i.e., its universal and singular essence — articulated and existing as thinghood, but is itself this essence and has also attained its determination. Hence, the wisest figures of antiquity proclaimed: that wisdom and virtue consist in living in accordance with the customs of one’s people.
Aus diesem Glücke aber, seine Bestimmung erreicht zu haben und in ihr zu leben, ist das Selbstbewußtsein, welches zunächst nur unmittelbar und dem Begriffe nach Geist ist, herausgetreten, oder auch es hat es noch nicht erreicht; denn beides kann auf gleiche Weise gesagt werden.[266]
From this happiness of having achieved its determination and living within it, however, the self-consciousness that is initially only immediate and conceptually Spirit has emerged — or alternatively, it has not yet attained it. For both can be asserted with equal validity.[266]
Die Vernunft muß aus diesem Glücke heraustreten; denn nur an sich oder unmittelbar ist das Leben eines freien Volks die reale Sittlichkeit, oder sie ist eine seiende, und damit ist auch dieser allgemeine Geist selbst ein einzelner, das Ganze der Sitten und Gesetze, eine bestimmte sittliche Substanz, welche erst in dem höheren Momente, nämlich im Bewußtsein über ihr Wesen, die Beschränkung auszieht und nur in diesem Erkennen ihre absolute Wahrheit hat, nicht aber unmittelbar in ihrem Sein; in diesem ist sie teils eine beschränkte, teils ist die absolute Beschränkung eben dies, daß der Geist in der Form des Seins ist.
Reason must emerge from this happiness. For the life of a free people is real Ethical Life only in itself or immediately — that is, it is existent. Consequently, this universal Spirit is itself singular: the totality of customs and laws constitutes a particular ethical Substance that only in the higher moment — namely, in consciousness of its essence — casts off its limitation and finds its absolute truth not in its immediate being but in this knowing. In its immediate being, it is partly limited, and the absolute limitation lies precisely in the fact that Spirit exists in the form of being.
Ferner ist daher das einzelne Bewußtsein, wie es unmittelbar seine Existenz in der realen Sittlichkeit oder in dem Volke hat, ein gediegenes Vertrauen, dem sich der Geist nicht in seine abstrakten Momente aufgelöst hat und das sich also auch nicht als reine Einzelheit für sich zu sein weiß. Ist es aber zu diesem Gedanken gekommen, wie es muß, so ist diese unmittelbare Einheit mit dem Geiste oder sein Sein in ihm, sein Vertrauen verloren; es für sich isoliert ist sich nun das Wesen, nicht mehr der allgemeine Geist. Das Moment dieser Einzelheit des Selbstbewußtseins ist zwar in dem allgemeinen Geiste selbst, aber nur als eine verschwindende Größe, die, wie sie für sich auftritt, in ihm ebenso unmittelbar sich auflöst und nur als Vertrauen zum Bewußtsein kommt. Indem es sich so fixiert – und jedes Moment, weil es Moment des Wesens ist, muß selbst dazu gelangen, als Wesen sich darzustellen –, so ist das Individuum den Gesetzen und Sitten gegenübergetreten; sie sind nur ein Gedanke ohne absolute Wesenheit, eine abstrakte Theorie ohne Wirklichkeit; es aber ist als dieses Ich sich die lebendige Wahrheit.
Furthermore, the singular consciousness, as it immediately finds its existence in real Ethical Life or in the people, is a solidified trust wherein Spirit has not yet dissolved itself into its abstract moments, and which therefore does not know itself as pure singularity-for-itself. But once it arrives at this thought — as it must — this immediate unity with Spirit, or its being within Spirit and its trust, is lost. Isolated for itself, it now posits itself as the essence, no longer as the universal Spirit. While the moment of this singularity of self-consciousness is indeed present within the universal Spirit itself, it exists there only as a vanishing magnitude that, even as it emerges for itself, immediately dissolves back into the universal and comes to consciousness only as trust. By fixing itself thus — and every moment, since it is a moment of the essence, must itself attain to presenting itself as essence — the individual stands opposed to the laws and customs. They become mere thought without absolute essence, an abstract theory without actuality, while the individual as this I posits itself as the living truth.
Oder das Selbstbewußtsein hat dieses Glück noch nicht erreicht, sittliche Substanz, der Geist eines Volks zu sein. Denn aus der Beobachtung zurückgekehrt, ist der Geist zuerst noch nicht als solcher durch sich selbst verwirklicht; er ist nur als inneres Wesen oder als die Abstraktion gesetzt, – Oder er [267] ist erst unmittelbar, unmittelbar seiend aber ist er einzeln; er ist das praktische Bewußtsein, das in seine vorgefundene Welt mit dem Zweck einschreitet, sich in dieser Bestimmtheit eines Einzelnen zu verdoppeln, sich als Diesen, als sein seiendes Gegenbild zu erzeugen und [sich] dieser Einheit seiner Wirklichkeit mit dem gegenständlichen Wesen bewußt zu werden. Es hat die Gewißheit dieser Einheit; es gilt ihm, daß sie an sich oder daß diese Übereinstimmung seiner und der Dingheit schon vorhanden ist, nur ihm noch durch es zu werden hat, oder daß sein Machen ebenso das Finden derselben ist. Indem diese Einheit Glück heißt, wird dies Individuum hiermit sein Glück zu suchen von seinem Geiste in die Welt hinausgeschickt.
Alternatively, self-consciousness has not yet attained this happiness of being the ethical Substance, the Spirit of a people. For returning from observation, Spirit is initially not yet actualized as such through itself. It is posited only as inner essence or as abstraction — or [267] it is only immediate. But as immediately existent, it is singular: it is practical consciousness that enters its given world with the purpose of redoubling itself in this determinacy of a singular being, producing itself as this existing counterpart, and becoming conscious of this unity of its actuality with the objective essence. It has the certainty of this unity; it holds that this correspondence between itself and thinghood is already present in itself, needing only to become for it through its own activity — or that its making is equally a finding of this unity. When this unity is called happiness, the individual is thereby dispatched by its Spirit into the world to seek its happiness.
Wenn also die Wahrheit dieses vernünftigen Selbstbewußtseins für uns die sittliche Substanz ist, so ist hier für es der Anfang seiner sittlichen Welterfahrung. Von der Seite, daß es noch nicht zu jener geworden, dringt diese Bewegung auf sie, und das, was in ihr sich aufhebt, sind die einzelnen Momente, die ihm isoliert gelten. Sie haben die Form eines unmittelbaren Wollens oder Naturtriebs, der seine Befriedigung erreicht, welche selbst der Inhalt eines neuen Triebes ist. – Von der Seite aber, daß das Selbstbewußtsein das Glück, in der Substanz zu sein, verloren, sind diese Naturtriebe mit Bewußtsein ihres Zwecks als der wahren Bestimmung und Wesenheit verbunden; die sittliche Substanz ist zum selbstlosen Prädikate herabgesunken, dessen lebendige Subjekte die Individuen sind, die ihre Allgemeinheit durch sich selbst zu erfüllen und für ihre Bestimmung aus sich zu sorgen haben. – In jener Bedeutung also sind jene Gestalten das Werden der sittlichen Substanz und gehen ihr vor; in dieser folgen sie und lösen es für das Selbstbewußtsein auf, was seine Bestimmung sei; nach jener Seite geht in der Bewegung, worin erfahren wird, was ihre Wahrheit ist, die Unmittelbarkeit oder Roheit der Triebe verloren und der Inhalt derselben in einen höheren über, nach dieser aber die falsche Vorstellung des Bewußseins, das in sie seine Bestimmung[268] setzt. Nach jener ist das Ziel, das sie erreichen, die unmittelbare sittliche Substanz, nach dieser aber das Bewußtsein derselben, und zwar ein solches, das sie als sein eigenes Wesen weiß; und insofern wäre diese Bewegung das Werden der Moralität, einer höheren Gestalt als jene. Allein diese Gestalten machen zugleich nur eine Seite ihres Werdens aus, nämlich diejenige, welche in das Fürsichsein fällt oder worin das Bewußtsein seine Zwecke aufhebt, – nicht die Seite, nach welcher sie aus der Substanz selbst hervorgeht. Da diese Momente noch nicht die Bedeutung haben können, im Gegensatze gegen die verlorene Sittlichkeit zu Zwecken gemacht zu werden, so gelten sie hier zwar nach ihrem unbefangenen Inhalte, und das Ziel, nach welchem sie dringen, ist die sittliche Substanz. Aber indem unseren Zeiten jene Form derselben näherliegt, in welcher sie erscheinen, nachdem das Bewußtsein sein sittliches Leben verloren und es suchend jene Formen wiederholt, so mögen sie mehr in dem Ausdrucke dieser Weise vorgestellt werden.
If the truth of this rational self-consciousness is for us the ethical substance, here for itself it stands at the beginning of its ethical experience of the world. From the perspective that it has not yet become ethical substance, this movement presses toward it, and what is sublated in this movement are the isolated moments it holds valid. These take the form of immediate willing or natural impulses that attain their satisfaction, which itself becomes the content of a new impulse. – But from the perspective that self-consciousness has lost the happiness of existing within substance, these natural impulses are consciously bound to their purpose as the true determination and essence; the ethical substance has been reduced to a selfless predicate whose living subjects are individuals who must fulfill their universality through themselves and secure their determination from their own resources. – In the former sense, these configurations represent the becoming of ethical substance and precede it; in the latter, they follow it and dissolve for self-consciousness what its determination should be. From the first perspective, the immediacy or crudity of the impulses is lost in the movement through which their truth is experienced, and their content transitions into a higher form; from the second, the false conception of consciousness that posits its determination[268] within them is dissolved. According to the former, the goal they attain is the immediate ethical substance; according to the latter, it is the consciousness of this substance – indeed, a consciousness that knows it as its own essence. In this respect, this movement would constitute the genesis of morality, a higher formation than the former. However, these configurations simultaneously comprise only one side of their becoming – namely, that which falls into being-for-itself or wherein consciousness sublates its own purposes – not the side through which they emerge from the substance itself. Since these moments cannot yet signify purposes posited in opposition to the lost ethical life, they are here valid according to their unreflective content, and the goal toward which they strive is the ethical substance. But as our age lies closer to that form in which they appear after consciousness has lost its ethical life and, in seeking it, reiterates these forms, they may be more appropriately expressed in the idiom of this mode.
Das Selbstbewußtsein, welches nur erst der Begriff des Geistes ist, tritt diesen Weg in der Bestimmtheit an, sich als einzelner Geist das Wesen zu sein, und sein Zweck ist also, sich als einzelnes die Verwirklichung zu geben und als dieses in ihr sich zu genießen.
Self-consciousness, which is initially merely the concept of Spirit, enters this path with the determination of being, as an individual Spirit, the essence itself. Its purpose is therefore to realize itself as a singular being and to enjoy itself as such within this realization.
In der Bestimmung, sich als Fürsichseiendes das Wesen zu sein, ist es die Negativität des Anderen; in seinem Bewußtsein tritt daher es selbst als das Positive einem solchen gegegenüber, das zwar ist, aber für es die Bedeutung eines Nichtansichseienden hat; das Bewußtsein erscheint entzweit in diese vorgefundene Wirklichkeit und in den Zweck, den es durch Aufheben derselben vollbringt und statt jener vielmehr zur Wirklichkeit macht. Sein erster Zweck ist aber sein unmittelbares abstraktes Fürsichsein, oder sich als dieses Einzelne in einem Anderen oder ein anderes Selbstbewußtsein als sich anzuschauen. Die Erfahrung, was die Wahrheit dieses Zwecks ist, stellt das Selbstbewußtsein höher, und es ist sich nunmehr Zweck, insofern es zugleich allgemeines ist[269] und das Gesetz unmittelbar an ihm hat. In der Vollbringung dieses Gesetzes seines Herzens erfährt es aber, daß das einzelne Wesen hierbei sich nicht erhalten, sondern das Gute nur durch die Aufopferung desselben ausgeführt werden kann, und es wird zur Tugend. Die Erfahrung, welche sie macht, kann keine andere sein, als daß ihr Zweck an sich schon ausgeführt ist, das Glück unmittelbar im Tun selbst sich findet und das Tun selbst das Gute ist. Der Begriff dieser ganzen Sphäre, daß die Dingheit das Fürsichsein des Geistes selbst ist, wird in ihrer Bewegung für das Selbstbewußtsein. Indem es ihn gefunden, ist es sich also Realität als unmittelbar sich aussprechende Individualität, die keinen Widerstand an einer entgegengesetzten Wirklichkeit mehr findet und der nur dies Aussprechen selbst Gegenstand und Zweck ist.[270]
In the determination of being-for-itself as the essence, self-consciousness is the negativity of the Other. In its consciousness, it thus confronts what is as the positive, though this being has for it the significance of not being-in-itself. Consciousness appears divided between this discovered actuality and the purpose it accomplishes by sublating that actuality, replacing it with its own realization. Its first purpose, however, is its immediate abstract being-for-itself – to intuit itself as this singular individual within another or to perceive another self-consciousness as itself. The experience of this purpose’s truth elevates self-consciousness, and it now becomes its own purpose insofar as it is simultaneously universal[269] and bears the law immediately within itself. In executing this law of its heart, however, it discovers that the singular essence cannot preserve itself here but that the Good can only be achieved through its sacrifice, thereby becoming virtue. The experience it undergoes can only be that its purpose is already accomplished in itself, that happiness is immediately found in the act itself, and that the act itself is the Good. The concept of this entire sphere – that thinghood is the being-for-itself of Spirit itself – becomes explicit for self-consciousness through its movement. Having discovered this concept, self-consciousness now recognizes its reality as immediately self-expressing individuality, which no longer encounters resistance in an opposed actuality and for which this very expression becomes both object and purpose.[270]
a. Die Lust und die Notwendigkeit
a. Pleasure and Necessity
Das Selbstbewußtsein, welches sich überhaupt die Realität ist, hat seinen Gegenstand an ihm selbst, aber als einen solchen, welchen es nur erst für sich hat und der noch nicht seiend ist; das Sein steht ihm als eine andere Wirklichkeit, denn die seinige ist, gegenüber; und es geht darauf, durch Vollführung seines Fürsichseins sich als anderes selbständiges Wesen anzuschauen. Dieser erste Zweck ist, seiner als einzelnen Wesens in dem anderen Selbstbewußtsein bewußt zu werden oder dies Andere zu sich selbst zu machen; es hat die Gewißheit, daß an sich schon dies Andere es selbst ist. – Insofern es aus der sittlichen Substanz und dem ruhigen Sein des Denkens zu seinem Fürsichsein sich erhoben, so hat es das Gesetz der Sitte und des Daseins, die Kenntnisse der Beobachtung und die Theorie als einen grauen, eben verschwindenden Schatten hinter sich; denn dies ist vielmehr ein Wissen von einem solchen, dessen Fürsichsein und Wirklichkeit eine andere als die des Selbstbewußtseins ist. Es ist in es statt des himmlisch scheinenden Geistes der Allgemeinheit des Wissens und Tuns, worin die Empfindung und der Genuß[270] der Einzelheit schweigt, der Erdgeist gefahren, dem das Sein nur, welches die Wirklichkeit des einzelnen Bewußtseins ist, als die wahre Wirklichkeit gilt.
Self-consciousness, which is in general its own reality, has its object within itself – but as one that it only has for itself and which does not yet exist. Being stands opposed to it as another actuality distinct from its own. Its aim is to actualize its being-for-itself by sublating this otherness and thereby to behold itself as another independent essence. This first purpose is to become conscious of itself as a singular essence within another self-consciousness or to make this Other into itself. It is certain that in itself, this Other is already itself. – Insofar as self-consciousness has risen from the ethical substance and the tranquil being of thought to its being-for-itself, it has left behind the law of custom and existence, the knowledge of observation, and theory as a gray shadow just vanishing; for this is rather a knowledge of something whose being-for-itself and actuality are other than those of self-consciousness. Instead of the heavenly-seeming Spirit of the universality of knowing and acting, in which the feeling and enjoyment[270] of singularity fall silent, the Earth-Spirit has entered into it – a Spirit for whom only the being that is the actuality of singular consciousness counts as true actuality.
Es verachtet Verstand und Wissenschaft,
It scorns intellect and science,
des Menschen allerhöchste Gaben –
the highest gifts of humankind –
es hat dem Teufel sich ergeben
it has given itself to the Devil
und muß zugrunde gehn.
and must perish.
Es stürzt also ins Leben und bringt die reine Individualität, in welcher es auftritt, zur Ausführung. Es macht sich weniger sein Glück, als daß es dasselbige unmittelbar nimmt und genießt. Die Schatten von Wissenschaft, Gesetzen und Grundsätzen, die allein zwischen ihm und seiner eigenen Wirklichkeit stehen, verschwinden als ein lebloser Nebel, der es nicht mit der Gewißheit seiner Realität aufnehmen kann; es nimmt sich das Leben, wie eine reife Frucht gepflückt wird, welche ebensosehr selbst entgegenkommt, als sie genommen wird.
Thus, it plunges into life and brings the pure individuality in which it appears to fruition. It does not so much create its happiness as immediately seize and enjoy it. The shadows of science, laws, and principles – which alone stand between it and its own reality – dissipate like a lifeless mist unable to contend with the certainty of its actuality; it takes life as one plucks a ripe fruit, which offers itself as much as it is taken.
Sein Tun ist nur nach einem Momente ein Tun der Begierde; es geht nicht auf die Vertilgung des ganzen gegenständlichen Wesens, sondern nur auf die Form seines Andersseins oder seiner Selbständigkeit, die ein wesenloser Schein ist; denn an sich gilt es ihm für dasselbe Wesen oder als seine Selbstheit. Das Element, worin die Begierde und ihr Gegenstand gleichgültig gegeneinander und selbständig bestehen, ist das lebendige Dasein; der Genuß der Begierde hebt dies, insofern es ihrem Gegenstande zukommt, auf. Aber hier ist dies Element, welches beiden die abgesonderte Wirklichkeit gibt, vielmehr die Kategorie, ein Sein, das wesentlich ein vorgestelltes ist; es ist daher das Bewußtsein der Selbständigkeit – sei es nur das natürliche oder das zu einem System von Gesetzen ausgebildete Bewußtsein –, welches die Individuen jedes für sich erhält. Diese Trennung ist nicht an sich für das[271] Selbstbewußtsein, welches als seine eigene Selbstheit das andere weiß. Es gelangt also zum Genüsse der Lust, zum Bewußtsein seiner Verwirklichung in einem als selbständig erscheinenden Bewußtsein oder zur Anschauung der Einheit beider selbständigen Selbstbewußtsein[e]. Es erreicht seinen Zweck, erfährt aber eben darin, was die Wahrheit desselben ist. Es begreift sich als dieses einzelne fürsichseiende Wesen, aber die Verwirklichung dieses Zwecks ist selbst das Aufheben desselben, denn es wird sich nicht Gegenstand als dieses Einzelne, sondern vielmehr als Einheit seiner selbst und des anderen Selbstbewußtseins, hiermit als aufgehobenes Einzelnes oder als Allgemeines.
Its action is only in one moment an act of desire; it does not aim at the annihilation of the entire objective essence but merely at the form of its otherness or independence – which is an illusory semblance. For in itself, this essence counts as the same substance or as the self’s own being. The element wherein desire and its object indifferently subsist as independent is the living existence; the enjoyment of desire cancels this element insofar as it belongs to the object. But here, this element – which grants both their separate actuality – is rather the category, a being that is essentially a represented one. It is thus the consciousness of independence – whether merely natural or developed into a system of laws – that preserves individuals each for themselves. This separation is not in itself for self-consciousness, which knows the other as its own selfhood. It thus attains the enjoyment of pleasure, the consciousness of its actualization in an apparently independent consciousness, or the intuition of the unity of both independent self-consciousnesses. It achieves its purpose but thereby experiences the truth of this purpose. It comprehends itself as this singular being-for-itself, yet the realization of this purpose is itself its sublation. For it becomes not an object as this singular individual but rather as the unity of itself and the other self-consciousness – hence as a sublated singular or as the universal.
Die genossene Lust hat wohl die positive Bedeutung, sich selbst als gegenständliches Selbstbewußtsein geworden zu sein, aber ebensosehr die negative, sich selbst aufgehoben zu haben; und indem es seine Verwirklichung nur in jener Bedeutung begriff, tritt seine Erfahrung als Widerspruch in sein Bewußtsein ein, worin die erreichte Wirklichkeit seiner Einzelheit sich von dem negativen Wesen vernichtet werden sieht, das wirklichkeitslos jener leer gegenübersteht und doch die verzehrende Macht desselben ist. Dieses Wesen ist nichts anderes als der Begriff dessen, was diese Individualität an sich ist. Sie ist aber noch die ärmste Gestalt des sich verwirklichenden Geistes; denn sie ist sich erst die Abstraktion der Vernunft oder die Unmittelbarkeit der Einheit des Fürsich– und des Ansichseins-, ihr Wesen ist also nur die abstrakte Kategorie. Jedoch hat sie nicht mehr die Form des unmittelbaren einfachen Seins, wie dem beobachtenden Geiste, wo sie das abstrakte Sein oder, als Fremdes gesetzt, die Dingheit überhaupt ist. Hier ist in diese Dingheit das Fürsichsein und die Vermittlung getreten. Sie tritt daher als Kreis auf, dessen Inhalt die entwickelte reine Beziehung der einfachen Wesenheiten ist. Die erlangte Verwirklichung dieser Individualität besteht daher in nichts anderem, als daß sie diesen Kreis von Abstraktionen aus der Eingeschlossenheit des einfachen Selbstbewußtseins in das Element des [272] Für-es-Seins oder der gegenständlichen Ausbreitung herausgeworfen hat. Was dem Selbstbewußtsein also in der genießenden Lust als sein Wesen zum Gegenstande wird, ist die Ausbreitung jener leeren Wesenheiten, der reinen Einheit, des reinen Unterschiedes und ihrer Beziehung; weiter hat der Gegenstand, den die Individualität als ihr Wesen erfährt, keinen Inhalt. Er ist das, was die Notwendigkeit genannt wird; denn die Notwendigkeit, das Schicksal u. dgl., ist eben dieses, von dem man nicht zu sagen weiß, was es tue, welches seine bestimmten Gesetze und positiver Inhalt sei, weil es der absolute, als Sein angeschaute reine Begriff selbst ist, die einfache und leere, aber unaufhaltsame und unstörbare Beziehung, deren Werk nur das Nichts der Einzelheit ist. Sie ist dieser feste Zusammenhang, weil das Zusammenhängende die reinen Wesenheiten oder die leeren Abstraktionen sind; Einheit, Unterschied und Beziehung sind Kategorien, deren jede nichts an und für sich, nur in Beziehung auf ihr Gegenteil ist und die daher nicht auseinanderkommen können. Sie sind durch ihren Begriff aufeinander bezogen, denn sie sind die reinen Begriffe selbst; und diese absolute Beziehung und abstrakte Bewegung macht die Notwendigkeit aus. Die nur einzelne Individualität, die nur erst den reinen Begriff der Vernunft zu ihrem Inhalte hat, statt aus der toten Theorie in das Leben sich gestürzt zu haben, hat sich also vielmehr nur in das Bewußtsein der eigenen Leblosigkeit gestürzt und wird sich nur als die leere und fremde Notwendigkeit, als die tote Wirklichkeit zuteil.
The pleasure enjoyed indeed has the positive significance of having become itself as an objective self-consciousness, but equally the negative one of having sublated itself. Since it comprehended its realization only in the former sense, its experience enters consciousness as a contradiction wherein the achieved actuality of its singularity is annihilated by the negative essence – a reality-less void that stands emptily opposed yet remains the consuming power. This essence is none other than the Concept of what this individuality is in itself. Yet it is still the most impoverished shape of actualizing Spirit, for it is only the abstraction of Reason or the immediacy of the unity of being-for-itself and being-in-itself. Its essence is thus merely the abstract category. Yet it no longer has the form of immediate simple being, as it did for observational Spirit, where it was abstract being or, posited as alien, thinghood as such. Here, being-for-itself and mediation have entered into this thinghood. It thus appears as a circle whose content is the developed pure relation of simple essentialities. The actualization attained by this individuality therefore consists in nothing but casting this circle of abstractions from the confinement of simple self-consciousness into the element of [272] being-for-it or objective expansion. What thereby becomes the object for self-consciousness in the pleasure enjoyed as its essence is the expansion of those empty essentialities – pure unity, pure difference, and their relation. Beyond this, the object that the individuality experiences as its essence has no content. It is what is called necessity. For necessity, fate, and the like, are precisely this – that of which one cannot say what it does, what its determinate laws or positive content are – because it is the absolute, pure Concept intuited as being, the simple and empty yet relentless and irrepressible relation whose work is merely the nothingness of singularity. It is this firm nexus because the connected terms are pure essentialities or empty abstractions: unity, difference, and relation are categories each of which is nothing in and for itself but exists only in relation to its opposite, and thus cannot separate. They are bound by their Concept, for they are the pure Concepts themselves; and this absolute relation and abstract movement constitute necessity. The merely singular individuality, having only the pure Concept of Reason as its content – instead of having plunged from dead theory into life – has rather plunged only into the consciousness of its own lifelessness and attains to itself as the empty and alien necessity, as dead actuality.
Der Übergang geschieht aus der Form des Eins in die der Allgemeinheit, aus einer absoluten Abstraktion in die andere, aus dem Zwecke des reinen Fürsichseins, das die Gemeinschaft mit anderen abgeworfen, in das reine Gegenteil, das dadurch ebenso abstrakte Ansichsein. Dies erscheint hiermit so, daß das Individuum nur zugrunde gegangen und die absolute Sprödigkeit der Einzelheit an der ebenso harten, aber kontinuierlichen Wirklichkeit zerstäubt ist. – Indem es als Bewußtsein die Einheit seiner selbst und seines[273] Gegenteils ist, ist dieser Untergang noch für es, sein Zweck und seine Verwirklichung, sowie der Widerspruch dessen, was ihm das Wesen war und was an sich das Wesen ist; – es erfährt den Doppelsinn, der in dem liegt, was es tat, nämlich sein Leben sich genommen zu haben; es nahm das Leben, aber vielmehr ergriff es damit den Tod.
The transition occurs from the form of the One to that of Universality, from one absolute abstraction to another, from the purpose of pure being-for-itself, which has cast off communion with others, into the pure opposite, the equally abstract being-in-itself. This thus appears as follows: the individual has merely perished, and the absolute brittleness of singularity is pulverized against the equally hard yet continuous reality. — Since, as consciousness, it is the unity of itself and its [273] opposite, this downfall still exists for it as its purpose and realization, as well as the contradiction between what for it was essence and what in itself is essence. — It experiences the dual meaning inherent in its deed, namely that it took its life; it took life, but rather thereby seized death.
Dieser Übergang seines lebendigen Seins in die leblose Notwendigkeit erscheint ihm daher als eine Verkehrung, die durch nichts vermittelt ist. Das Vermittelnde müßte das sein, worin beide Seiten eins wären, das Bewußtsein also das eine Moment im anderen erkennte, seinen Zweck und Tun in dem Schicksale und sein Schicksal in seinem Zwecke und Tun, sein eigenes Wesen in dieser Notwendigkeit. Aber diese Einheit ist für dies Bewußtsein eben die Lust selbst oder das einfache einzelne Gefühl, und der Übergang von dem Momente dieses seines Zwecks in das Moment seines wahren Wesens [ist] für es ein reiner Sprung in das Entgegengesetzte; denn diese Momente sind nicht im Gefühle enthalten und verknüpft, sondern nur im reinen Selbst, das ein Allgemeines oder das Denken ist. Das Bewußtsein ist sich daher durch seine Erfahrung, worin ihm seine Wahrheit werden sollte, vielmehr ein Rätsel geworden, die Folgen seiner Taten sind ihm nicht seine Taten selbst; was ihm widerfährt, [ist] für es nicht die Erfahrung dessen, was es an sich ist; der Übergang nicht eine bloße Formänderung desselben Inhalts und Wesens, einmal vorgestellt als Inhalt und Wesen des Bewußtseins, das andere Mal als Gegenstand oder angeschautes Wesen seiner selbst. Die abstrakte Notwendigkeit gilt also für die nur negative unbegriffene Macht der Allgemeinheit, an welcher die Individualität zerschmettert wird.
This transition of its living being into lifeless necessity thus appears to it as an inversion mediated by nothing. The mediator would be that in which both sides are one, wherein consciousness recognizes one moment in the other — its purpose and deed in fate, and its fate in its purpose and deed, its own essence in this necessity. But this unity is, for this consciousness, precisely pleasure itself or the simple singular feeling, and the transition from the moment of its purpose to the moment of its true essence is, for it, a pure leap into the opposite; for these moments are not contained and connected within feeling but only within the pure Self, which is a universal or thought. Thus, through its experience — in which its truth was to become manifest — consciousness has instead become an enigma to itself; the consequences of its deeds are not its deeds themselves. What befalls it is, for it, not the experience of what it is in itself; the transition is not a mere alteration of form in the same content and essence, once represented as the content and essence of consciousness, another time as the object or the intuited essence of itself. Abstract necessity is thus regarded as the merely negative, uncomprehended power of universality, against which individuality is shattered.
Bis hierher geht die Erscheinung dieser Gestalt des Selbstbewußtseins; das letzte Moment ihrer Existenz ist der Gedanke ihres Verlustes in der Notwendigkeit oder der Gedanke ihrer selbst als eines sich absolut fremden Wesens. Das Selbstbewußtsein an sich hat aber diesen Verlust überlebt; denn diese Notwendigkeit oder reine Allgemeinheit ist sein[274] eigenes Wesen. Diese Reflexion des Bewußtseins in sich, die Notwendigkeit als sich zu wissen, ist eine neue Gestalt desselben.[275]
This is the extent of the manifestation of this shape of self-consciousness. The final moment of its existence is the thought of its loss in necessity or the thought of itself as an absolutely alien essence. However, self-consciousness in itself has survived this loss; for this necessity or pure universality is [274] its own essence. This reflection of consciousness into itself — knowing necessity as itself — is a new shape of consciousness. [275]
b. Das Gesetz des Herzens und der Wahnsinn des Eigendünkels
b. The Law of the Heart and the Madness of Self-Conceit
Was die Notwendigkeit in Wahrheit am Selbstbewußtsein ist, dies ist sie für seine neue Gestalt, worin es sich selbst als das Notwendige ist; es weiß, unmittelbar das Allgemeine oder das Gesetz in sich zu haben, welches um dieser Bestimmung willen, daß es unmittelbar in dem Fürsichsein des Bewußtseins ist, das Gesetz des Herzens heißt. Diese Gestalt ist für sich als Einzelheit Wesen wie die vorige; aber sie ist um die Bestimmung reicher, daß ihr dies Fürsichsein als notwendiges oder allgemeines gilt.
What necessity truly is for self-consciousness, it is for this new shape — wherein self-consciousness is itself necessity. It knows that it has immediately the universal or the law within itself, which, due to this determination of being immediately in the being-for-itself of consciousness, is called the law of the heart. This shape is for itself as singularity an essence, like the previous one; but it is richer by the determination that its being-for-itself is held to be necessary or universal.
Das Gesetz also, das unmittelbar das eigene des Selbstbewußtseins ist, oder ein Herz, das aber ein Gesetz an ihm hat, ist der Zweck, den es zu verwirklichen geht. Es ist zu sehen, ob seine Verwirklichung diesem Begriffe entsprechen und ob es in ihr dies sein Gesetz als das Wesen erfahren wird.
The law, which is immediately the self’s own, or a heart that has a law within it, is the purpose it strives to actualize. It remains to be seen whether its actualization will correspond to this concept and whether it will experience this law as essence in that actualization.
Diesem Herzen steht eine Wirklichkeit gegenüber; denn im Herzen ist das Gesetz nur erst für sich, noch nicht verwirklicht und also zugleich etwas anderes, als der Begriff ist. Dieses Andere bestimmt sich dadurch als eine Wirklichkeit, die das Entgegengesetzte des zu Verwirklichenden, hiermit der Widerspruch des Gesetzes und der Einzelheit ist. Sie ist also einerseits ein Gesetz, von dem die einzelne Individualität gedrückt wird, eine gewalttätige Ordnung der Welt, welche dem Gesetze des Herzens widerspricht, – und andererseits eine unter ihr leidende Menschheit, welche nicht dem Gesetze des Herzens folgt, sondern einer fremden Notwendigkeit Untertan ist. – Diese Wirklichkeit, die der jetzigen Gestalt des Bewußtseins gegenüber erscheint, ist, wie erhellt, nichts anderes als das vorhergehende entzweite Verhältnis der Individualität und ihrer Wahrheit, das Verhältnis einer[275] grausamen Notwendigkeit, von welcher jene erdrückt wird. Für uns tritt die vorhergehende Bewegung darum der neuen Gestalt gegenüber, weil diese an sich aus ihr entsprungen, das Moment, woraus sie herkommt, also notwendig für sie ist; ihr aber erscheint es als ein Vorgefundenes, indem sie kein Bewußtsein über ihren Ursprung hat und ihr das Wesen ist, vielmehr für sich selbst oder das Negative gegen dies positive Ansich zu sein.
A reality stands opposed to this heart; for in the heart, the law is only for itself, not yet actualized, and thus simultaneously something other than the concept. This other is determined as a reality that is the opposite of what is to be actualized — hence the contradiction of the law and singularity. It is thus, on one hand, a law under which the singular individuality is oppressed — a violent order of the world contradicting the law of the heart — and, on the other, a humanity suffering under it, which does not follow the law of the heart but is subject to an alien necessity. — This reality, which appears opposed to the present shape of consciousness, is, as illuminated, nothing other than the preceding estranged relationship between individuality and its truth: the relationship of a [275] cruel necessity that crushes individuality. For us, the preceding movement thus confronts the new shape because the latter has implicitly arisen from it; the moment from which it emerges is therefore necessary for it. But for the new shape, this moment appears as something pregiven, since it has no consciousness of its origin and takes its essence to be rather being-for-itself or the negative against this positive in-itself.
Diese dem Gesetze des Herzens widersprechende Notwendigkeit sowie das durch sie vorhandene Leiden aufzuheben, darauf ist also diese Individualität gerichtet. Sie ist hiermit nicht mehr der Leichtsinn der vorigen Gestalt, die nur die einzelne Lust wollte, sondern die Ernsthaftigkeit eines hohen Zwecks, die ihre Lust in der Darstellung ihres vortrefflichen eigenen Wesens und in der Hervorbringung des Wohls der Menschheit sucht. Was sie verwirklicht, ist selbst das Gesetz und ihre Lust daher zugleich die allgemeine aller Herzen. Beides ist ihr ungetrennt, ihre Lust das Gesetzmäßige, und die Verwirklichung des Gesetzes der allgemeinen Menschheit Bereitung ihrer einzelnen Lust. Denn innerhalb ihrer selbst ist unmittelbar die Individualität und das Notwendige eins; das Gesetz Gesetz des Herzens. Die Individualität ist noch nicht aus ihrer Stelle gerückt und die Einheit beider nicht durch die vermittelnde Bewegung derselben, noch nicht durch die Zucht zustande gekommen. Die Verwirklichung des unmittelbaren ungezogenen Wesens gilt für Darstellung einer Vortrefflichkeit und für Hervorbringung des Wohls der Menschheit.
This individuality is thus directed toward abolishing the necessity that contradicts the law of the heart and the suffering thereby present. It is therefore no longer the levity of the previous shape, which sought only singular pleasure, but the earnestness of a lofty purpose that seeks its pleasure in the presentation of its excellent own essence and in producing the welfare of humanity. What it actualizes is itself the law, and its pleasure is therefore simultaneously the universal pleasure of all hearts. Both are inseparable for it: its pleasure is lawful, and the actualization of the law of universal humanity is the procurement of its singular pleasure. For within itself, individuality and necessity are immediately one; the law is the law of the heart. The individuality has not yet been displaced from its position, and the unity of both has not been achieved through the mediating movement of the same, nor through discipline. The actualization of the immediate, undisciplined essence counts as the presentation of excellence and the production of humanity’s welfare.
Das Gesetz dagegen, welches dem Gesetze des Herzens gegenübersteht, ist vom Herzen getrennt und frei für sich. Die Menschheit, die ihm angehört, lebt nicht in der beglückenden Einheit des Gesetzes mit dem Herzen, sondern entweder in grausamer Trennung und Leiden oder wenigstens in der Entbehrung des Genusses seiner selbst bei der Befolgung des Gesetzes und in dem Mangel des Bewußtseins der eigenen Vortrefflichkeit bei der Überschreitung desselben. Weil jene[276] gewalthabende göttliche und menschliche Ordnung von dem Herzen getrennt ist, ist sie diesem ein Schein, welcher das verlieren soll, was ihm noch zugesellt ist, nämlich die Gewalt und die Wirklichkeit. Sie mag in ihrem Inhalte wohl zufälligerweise mit dem Gesetze des Herzens übereinstimmen, und dann kann sich dieses sie gefallen lassen; aber nicht das Gesetzmäßige rein als solches ist ihm das Wesen, sondern daß es darin das Bewußtsein seiner selbst, daß es sich darin befriedigt habe. Wo der Inhalt der allgemeinen Notwendigkeit aber nicht mit dem Herzen übereinstimmt, ist sie auch ihrem Inhalte nach nichts an sich und muß dem Gesetze des Herzens weichen.
The law, however, which stands opposed to the law of the heart is separated from the heart and exists independently for itself. Humanity belonging to this law does not live in the blessed unity of the law with the heart but either in cruel division and suffering or at least in the deprivation of the enjoyment of itself through the observance of the law and in the lack of consciousness of its own excellence through its transgression. Because this[276] domineering divine and human order is separated from the heart, it is for the latter a semblance that must lose whatever is still associated with it—namely, power and actuality. In its content, this order may accidentally coincide with the law of the heart, and the heart may thus tolerate it; but what is essential for the heart is not lawfulness as such but rather that within it, the heart gains consciousness of itself and finds itself satisfied. Where the content of universal necessity does not align with the heart, this necessity is in its content likewise nothing in itself and must yield to the law of the heart.
Das Individuum vollbringt also das Gesetz seines Herzens; es wird allgemeine Ordnung, und die Lust zu einer an und für sich gesetzmäßigen Wirklichkeit. Aber in dieser Verwirklichung ist es ihm in der Tat entflohen; es wird unmittelbar nur das Verhältnis, welches aufgehoben werden sollte. Das Gesetz des Herzens hört eben durch seine Verwirklichung auf, Gesetz des Herzens zu sein. Denn es erhält darin die Form des Seins und ist nun allgemeine Macht, für welche dieses Herz gleichgültig ist, so daß das Individuum seine eigene Ordnung dadurch, daß es sie aufstellt, nicht mehr als die seinige findet. Durch die Verwirklichung seines Gesetzes bringt es daher nicht sein Gesetz, sondern, indem sie an sich die seinige, für es aber eine fremde ist, nur dies hervor, in die wirkliche Ordnung sich zu verwickeln, und zwar in sie als eine ihm nicht nur fremde, sondern feindliche Übermacht. – Durch seine Tat setzt es sich in oder vielmehr als das allgemeine Element der seienden Wirklichkeit, und seine Tat soll selbst nach seinem Sinne den Wert einer allgemeinen Ordnung haben. Aber damit hat es sich von sich selbst freigelassen, es wächst als Allgemeinheit für sich fort und reinigt sich von der Einzelheit; das Individuum, welches die Allgemeinheit nur in der Form seines unmittelbaren Fürsichseins erkennen will, erkennt sich also nicht in dieser freien Allgemeinheit, während es ihr zugleich angehört, denn sie ist sein[277] Tun. Dies Tun hat daher die verkehrte Bedeutung, der allgemeinen Ordnung zu widersprechen, denn seine Tat soll Tat seines einzelnen Herzens, nicht freie allgemeine Wirklichkeit sein; und zugleich hat es sie in der Tat anerkannt, denn das Tun hat den Sinn, sein Wesen als freie Wirklichkeit zu setzen, d.h. die Wirklichkeit als sein Wesen anzuerkennen.
The individual thus actualizes the law of its heart; it becomes the universal order, and pleasure becomes a lawfully actualized reality. But in this actualization, the law has in fact escaped the individual; it is now merely the relation that was to be sublated. The law of the heart ceases through its actualization to be the law of the heart. For in actuality, it assumes the form of being and becomes a universal power indifferent to this heart, so that the individual no longer finds its own order in having established it. Through the actualization of its law, the individual thus produces not its law but rather—since what is in itself its own becomes for it something alien—becomes entangled in the actual order, and indeed in an order that is not only alien but a hostile overpowering force. —Through its deed, it posits itself within or rather as the universal element of existent actuality, and this deed is intended, according to its meaning, to have the value of a universal order. But in doing so, the individual has released itself from itself; it proliferates as universality-for-itself and purges itself of singularity. The individual, which wants to recognize universality only in the form of its immediate being-for-itself, thus does not recognize itself in this free universality, even as it belongs to it, for this universality is[277] its own deed. This deed therefore has the inverted meaning of contradicting the universal order, for the deed is meant to be the act of its singular heart, not free universal actuality; yet the individual has simultaneously acknowledged this order, for the deed has the meaning of positing its essence as free actuality—i.e., of recognizing actuality as its essence.
Das Individuum hat durch den Begriff seines Tuns die nähere Weise bestimmt, in welcher die wirkliche Allgemeinheit, der es sich angehörig gemacht, sich gegen es kehrt. Seine Tat gehört als Wirklichkeit dem Allgemeinen an; ihr Inhalt aber ist die eigene Individualität, welche sich als diese einzelne, dem Allgemeinen entgegengesetzte erhalten will. Es ist nicht irgendein bestimmtes Gesetz, von dessen Aufstellung die Rede wäre, sondern die unmittelbare Einheit des einzelnen Herzens mit der Allgemeinheit ist der zum Gesetze erhobene und geltensollende Gedanke, daß in dem, was Gesetz ist, jedes Herz sich selbst erkennen muß. Aber nur das Herz dieses Individuums hat seine Wirklichkeit in seiner Tat, welche ihm sein Fürsichsein oder seine Lust ausdrückt, gesetzt. Sie soll unmittelbar als Allgemeines gelten, d.h. sie ist in Wahrheit etwas Besonderes und hat nur die Form der Allgemeinheit: sein besonderer Inhalt soll als solcher für allgemein gelten. Daher finden in diesem Inhalte die anderen nicht das Gesetz ihres Herzens, sondern vielmehr das eines anderen vollbracht; und eben nach dem allgemeinen Gesetze, daß in dem, was Gesetz ist, jedes sein Herz finden soll, kehren sie sich ebenso gegen die Wirklichkeit, welche es aufstellte, als es sich gegen die ihrige kehrte. Das Individuum findet also, wie zuerst nur das starre Gesetz, jetzt die Herzen der Menschen selbst seinen vortrefflichen Absichten entgegen und zu verabscheuen.
Through the concept of its deed, the individual has more precisely determined the manner in which the actual universality to which it belongs turns against it. Its deed, as actuality, belongs to the universal. But its content is the individual’s own singularity, which seeks to preserve itself as this singular being opposed to the universal. The issue here is not the establishment of any specific law but rather the immediate unity of the singular heart with universality—the thought elevated to a law and meant to hold validity that every heart must recognize itself in what is law. Yet only the heart of this individual attains actuality in its deed, which expresses its being-for-itself or its pleasure. This deed is meant to hold immediate validity as universal—i.e., in truth, it is something particular and has only the form of universality: its particular content is meant to count as such for the universal. Hence, others find in this content not the law of their hearts but rather the law of another actualized; and precisely according to the universal law that every heart must find itself in what is law, they turn against the actuality it established, just as it turned against theirs. The individual thus finds not only the rigid law at first but now the hearts of human beings themselves opposed to and detesting its excellent intentions.
Weil dies Bewußtsein die Allgemeinheit nur erst als unmittelbare und die Notwendigkeit als Notwendigkeit des Herzens kennt, ist ihm die Natur der Verwirklichung und der Wirksamkeit unbekannt, daß sie als das Seiende in ihrer Wahrheit vielmehr das an sich Allgemeine ist, worin die Einzelheit[278] des Bewußtseins, die sich ihr anvertraut, um als diese unmittelbare Einzelheit zu sein, vielmehr untergeht; statt dieses seines Seins erlangt es also in dem Sein die Entfremdung seiner selbst. Dasjenige, worin es sich nicht erkennt, ist aber nicht mehr die tote Notwendigkeit, sondern die Notwendigkeit als belebt durch die allgemeine Individualität. Es nahm diese göttliche und menschliche Ordnung, die es geltend vorfand, für eine tote Wirklichkeit, worin wie es selbst, das sich als dieses für sich seiende, dem Allgemeinen entgegengesetzte Herz fixiert, so [auch die,] die ihr angehören, das Bewußtsein ihrer selbst nicht hätten; es findet sie aber vielmehr von dem Bewußtsein aller belebt und als Gesetz aller Herzen. Es macht die Erfahrung, daß die Wirklichkeit belebte Ordnung ist, zugleich in der Tat eben dadurch, daß es das Gesetz seines Herzens verwirklicht; denn dies heißt nichts anderes, als daß die Individualität sich als Allgemeines zum Gegenstande wird, worin es sich aber nicht erkennt.
Because this consciousness knows universality only as immediate and necessity as the necessity of the heart, it remains ignorant of the nature of actualization and efficacy—that as being, they are in their truth rather the in-itself universal, in which the singularity[278] of consciousness, which entrusts itself to them in order to be as this immediate singularity, instead perishes. In place of this being, it thus attains in being the alienation of itself. That in which it does not recognize itself, however, is no longer dead necessity but necessity animated by universal individuality. This consciousness took the divine and human order it found in force to be a dead actuality in which, just as it—fixated as this heart existing-for-itself, opposed to the universal—so too those who belong to this order lack self-consciousness. Instead, it finds this order animated by the consciousness of all and as the law of all hearts. It experiences that actuality is a living order—precisely by actualizing the law of its heart, for this means nothing other than that individuality becomes an object to itself as universal, yet in which it does not recognize itself.
Was also dieser Gestalt des Selbstbewußtseins aus ihrer Erfahrung als das Wahre hervorgeht, widerspricht dem, was sie für sich ist. Was sie aber für sich ist, hat selbst die Form absoluter Allgemeinheit für sie, und es ist das Gesetz des Herzens, welches mit dem Selbstbewußtsein unmittelbar eins ist. Zugleich ist die bestehende und lebendige Ordnung ebenso sein eigenes Wesen und Werk, es bringt nichts anderes hervor als sie; sie ist in gleich unmittelbarer Einheit mit dem Selbstbewußtsein. Dieses ist auf diese Weise, einer gedoppelten entgegengesetzten Wesenheit angehörend, an sich selbst widersprechend und im Innersten zerrüttet. Das Gesetz dieses Herzens ist nur dasjenige, worin das Selbstbewußtsein sich selbst erkennt; aber die allgemeine gültige Ordnung ist durch die Verwirklichung jenes Gesetzes ebenso ihm sein eigenes Wesen und seine eigene Wirklichkeit geworden; was in seinem Bewußtsein sich also widerspricht, ist beides in der Form des Wesens und seiner eigenen Wirklichkeit für es.
What thus emerges from this shape of self-consciousness as the truth through its experience contradicts what it is for itself. Yet what it is for itself has itself the form of absolute universality: the law of the heart, which is immediately one with self-consciousness. At the same time, the existing living order is equally its own essence and work; it produces nothing other than this order, which exists in just as immediate unity with self-consciousness. Belonging thus to two opposed essences, this consciousness is inherently self-contradictory and inwardly ruptured. The law of this heart is only that in which self-consciousness recognizes itself; yet through the actualization of that law, the universally valid order has equally become its own essence and actuality. What thus contradicts itself in its consciousness is both present in the form of essence and as its own actuality.
Indem es dies Moment seines sich bewußten Untergangs und[279] darin das Resultat seiner Erfahrung ausspricht, zeigt es sich als diese innere Verkehrung seiner selbst, als die Verrücktheit des Bewußtseins, welchem sein Wesen unmittelbar Unwesen, seine Wirklichkeit unmittelbar Unwirklichkeit ist. – Die Verrücktheit kann nicht dafür gehalten werden, daß überhaupt etwas Wesenloses für wesentlich, etwas Nichtwirkliches für wirklich gehalten werde, so daß das, was für den einen wesentlich oder wirklich ist, es für einen anderen nicht wäre und das Bewußtsein der Wirklichkeit und Nichtwirklichkeit oder der Wesenheit und Unwesenheit auseinanderfielen. – Wenn etwas in der Tat für das Bewußtsein überhaupt wirklich und wesentlich, für mich aber nicht ist, so habe ich in dem Bewußtsein seiner Nichtigkeit zugleich, da ich Bewußtsein überhaupt bin, das Bewußtsein seiner Wirklichkeit, – und indem sie beide fixiert sind, so ist dies eine Einheit, welche der Wahnsinn im allgemeinen ist. In diesem ist aber nur ein Gegenstand für das Bewußtsein verrückt, nicht das Bewußtsein als solches in und für sich selbst. In dem Resultate des Erfahrens, das sich hier ergeben hat, ist aber das Bewußtsein in seinem Gesetze sich seiner selbst als dieses Wirklichen bewußt; und zugleich, indem ihm ebendieselbe Wesenheit, dieselbe Wirklichkeit entfremdet ist, ist es als Selbstbewußtsein, als absolute Wirklichkeit sich seiner Unwirklichkeit bewußt, oder die beiden Seiten gelten ihm nach ihrem Widerspruche unmittelbar als sein Wesen, das also im Innersten verrückt ist.
In articulating this moment of its conscious dissolution and thereby the result of its experience, it reveals itself as this inner inversion of itself—as the madness of consciousness for which its essence is immediately non-essence, its actuality immediately unreality. —Madness cannot be understood as merely holding something insubstantial as substantial or non-actual as actual, such that what is essential or actual for one is not so for another, with the consciousness of actuality and non-actuality or essence and non-essence falling apart. —If something is in fact actual and essential for consciousness in general but not for me, then in being conscious of its nullity, I—as consciousness in general—am simultaneously conscious of its actuality. When both are fixed, this unity constitutes madness in general. Yet in such madness, only a single object is deranged for consciousness, not consciousness as such in and for itself. In the experiential result here, however, consciousness is conscious of itself as this actuality through its law; yet since precisely the same essence, the same actuality, is alienated from it, self-consciousness—as absolute actuality—becomes conscious of its own unreality. Thus, both sides hold immediate validity for it as its essence, which is thereby inwardly deranged.
Das Herzklopfen für das Wohl der Menschheit geht darum in das Toben des verrückten Eigendünkels über, in die Wut des Bewußtseins, gegen seine Zerstörung sich zu erhalten, und dies dadurch, daß es die Verkehrtheit, welche es selbst ist, aus sich herauswirft und sie als ein Anderes anzusehen und auszusprechen sich anstrengt. Es spricht also die allgemeine Ordnung aus als eine von fanatischen Priestern, schwelgenden Despoten und für ihre Erniedrigung hinabwärts durch Erniedrigen und Unterdrücken sich entschädigenden Dienern derselben erfundene und zum namenlosen[280] Elende der betrogenen Menschheit gehandhabte Verkehrung des Gesetzes des Herzens und seines Glücks. – Das Bewußtsein spricht in dieser seiner Verrücktheit die Individualität als das Verrückende und Verkehrte aus, aber eine fremde und zufällige. Aber das Herz oder die unmittelbar allgemeinseinwollende Einzelheit des Bewußtseins ist dies Verrückende und Verkehrte selbst und sein Tun nur die Hervorbringung dessen, daß dieser Widerspruch seinem Bewußtsein wird. Denn das Wahre ist ihm das Gesetz des Herzens, – ein bloß Gemeintes, das nicht, wie die bestehende Ordnung, den Tag ausgehalten hat, sondern vielmehr, wie es sich diesem zeigt, zugrunde geht. Dies sein Gesetz sollte Wirklichkeit haben; hierin ist ihm das Gesetz als Wirklichkeit, als geltende Ordnung Zweck und Wesen; aber unmittelbar ist ihm ebenso die Wirklichkeit, eben das Gesetz als geltende Ordnung, vielmehr das Nichtige. – Ebenso seine eigene Wirklichkeit, es selbst als Einzelheit des Bewußtseins ist sich das Wesen; aber es ist ihm Zweck, sie seiend zu setzen; es ist ihm also unmittelbar vielmehr sein Selbst als Nichteinzelnes das Wesen oder Zweck als Gesetz, eben darin als eine Allgemeinheit, welche es für sein Bewußtsein selbst sei. – Dieser sein Begriff wird durch sein Tun zu seinem Gegenstande; sein Selbst erfährt es also vielmehr als das Unwirkliche und die Unwirklichkeit als seine Wirklichkeit. Es ist also nicht eine zufällige und fremde Individualität, sondern eben dieses Herz nach allen Seiten in sich das Verkehrte und Verkehrende.
The heart’s throbbing for the welfare of humanity thus escalates into the raving of mad self-conceit, into the fury of consciousness preserving itself against its own destruction by expelling the perversion that it itself is and straining to perceive and proclaim it as an other. It therefore denounces the universal order as a perversion of the law of the heart and its happiness—a perversion invented and enforced by fanatical priests, debauched despots, and their minions who compensate for their degradation through degrading and oppressing others, thereby plunging deluded humanity into nameless misery. —In this madness, consciousness proclaims individuality as the deranging and perverting force, but as a foreign and contingent individuality. Yet the heart—the immediately universal-claiming singularity of consciousness—is itself this deranging and perverting force, and its deed is precisely to produce the emergence of this contradiction within its consciousness. For the truth for it is the law of the heart—a mere supposition that, unlike the existing order, has not endured the light of day but rather perishes in confronting it. This law was supposed to attain actuality; here, the law as actuality, as valid order, is its purpose and essence. Yet immediately, actuality—precisely the law as valid order—is rather the nullity. —Likewise, its own actuality, itself as singular consciousness, is its essence; but its purpose is to posit this actuality as being. Hence, what is immediately its essence or purpose is rather its self as non-singular—the law as universality, which it itself is for its consciousness. —Through its deed, this concept becomes its object; thus, it experiences its self as the non-actual and non-actuality as its actuality. The perverting and perverted force is therefore not a contingent and foreign individuality but precisely this heart in all its aspects.
Indem aber die unmittelbar allgemeine Individualität das Verkehrte und Verkehrende ist, ist nicht weniger diese allgemeine Ordnung, da sie das Gesetz aller Herzen, d.h. des Verkehrten ist, selbst an sich das Verkehrte, wie die tobende Verrücktheit es aussprach. Einmal erweist sie sich in dem Widerstande, welchen das Gesetz eines Herzens an den anderen Einzelnen findet, Gesetz aller Herzen zu sein. Die bestehenden Gesetze werden gegen das Gesetz eines Individuums verteidigt, weil sie nicht bewußtlose leere und tote[281] Notwendigkeit, sondern geistige Allgemeinheit und Substanz sind, worin diejenigen, an denen sie ihre Wirklichkeit hat, als Individuen leben und ihrer selbst bewußt sind; so daß, wenn sie auch über diese Ordnung, als ob sie dem inneren Gesetze zuwiderlaufe, klagen und die Meinungen des Herzens gegen sie halten, [sie] in der Tat mit ihrem Herzen an ihr als ihrem Wesen hängen und, wenn diese Ordnung ihnen genommen wird oder sie selbst sich daraus setzen, sie alles verlieren. Indem hierin eben die Wirklichkeit und Macht der öffentlichen Ordnung besteht, erscheint also diese als das sich selbst gleiche allgemein belebte Wesen und die Individualität als die Form derselben, – Aber diese Ordnung ist ebenso das Verkehrte.
Yet since the immediately universal individuality is the perverted and perverting force, this universal order—being the law of all hearts, i.e., of the perverted—is itself inherently perverted, as the raging madness proclaimed. On one hand, it proves itself to be the law of all hearts through the resistance that the law of one heart encounters in other singular individuals. The existing laws are defended against the law of an individual because they are not unconscious, empty, and dead necessity but spiritual universality and substance within which the individuals in whom they are actualized live and are self-conscious. Thus, even if they complain about this order as contravening their inner law and uphold the heart’s convictions against it, [they] in truth cling to it with their hearts as their essence, and if this order were taken from them or they were to remove themselves from it, they would lose everything. Since the actuality and power of the public order consist precisely in this, it appears as the self-identical, universally animate essence, with individuality as its form. —Yet this order is equally the perverted.
Denn darin, daß sie das Gesetz aller Herzen ist, daß alle Individuen unmittelbar dieses Allgemeine sind, ist sie eine Wirklichkeit, welche nur die Wirklichkeit der für sich seienden Individualität oder des Herzens ist. Das Bewußtsein, welches das Gesetz seines Herzens aufstellt, erfährt also Widerstand von anderen, weil es den ebenso einzelnen Gesetzen ihres Herzens widerspricht, und diese tun in ihrem Widerstande nichts anderes, als ihr Gesetz aufstellen und geltend machen. Das Allgemeine, das vorhanden ist, ist daher nur ein allgemeiner Widerstand und Bekämpfung aller gegeneinander, worin jeder seine eigene Einzelheit geltend macht, aber zugleich nicht dazu kommt, weil sie denselben Widerstand erfährt und durch die anderen gegenseitig aufgelöst wird. Was öffentliche Ordnung scheint, ist also diese allgemeine Befehdung, worin jeder an sich reißt, was er kann, die Gerechtigkeit an der Einzelheit der anderen ausübt und die seinige festsetzt, die ebenso durch andere verschwindet. Sie ist der Weltlauf, der Schein eines bleibenden Ganges, der nur eine gemeinte Allgemeinheit und dessen Inhalt vielmehr das wesenlose Spiel der Festsetzung der Einzelheiten und ihrer Auflösung ist.
For in being the law of all hearts, whereby all individuals are immediately this universal, it is a reality that exists only as the actuality of being-for-itself individuality or of the heart. The consciousness that posits the law of its heart thus encounters resistance from others, since it contradicts the equally singular laws of their hearts; and in their resistance, they do nothing other than posit and assert their own law. The universal that is present here is therefore only a universal resistance and mutual struggle, in which each asserts their own individuality but simultaneously fails to do so, since each meets the same resistance and is reciprocally dissolved by others. What appears as public order is thus this universal warfare, where each seizes what they can, administers justice upon the individuality of others, and establishes their own — which equally vanishes through others. It is the world-process, the semblance of an enduring course that is merely a merely intended universality, and whose content is rather the insubstantial play of positing individualities and their dissolution.
Betrachten wir beide Seiten der allgemeinen Ordnung gegeneinander, so hat die letztere Allgemeinheit zu ihrem Inhalte[282] die unruhige Individualität, für welche die Meinung oder die Einzelheit Gesetz, das Wirkliche unwirklich und das Unwirkliche das Wirkliche ist. Sie ist aber zugleich die Seite der Wirklichkeit der Ordnung, denn ihr gehört das Fürsichsein der Individualität an. – Die andere Seite ist das Allgemeine als ruhiges Wesen, aber eben darum nur als ein Inneres, das nicht gar nicht, aber doch keine Wirklichkeit ist und nur durch Aufhebung der Individualität, welche sich die Wirklichkeit angemaßt hat, selbst wirklich werden kann. Diese Gestalt des Bewußtseins, sich in dem Gesetze, in dem an sich Wahren und Guten nicht als die Einzelheit, sondern nur als Wesen zu werden, die Individualität aber als das Verkehrte und Verkehrende zu wissen und daher die Einzelheit des Bewußtseins aufopfern zu müssen, ist die Tugend.[283]
Considering the two sides of the universal order in opposition, the latter has as its content [282] the restless individuality, for which opinion or singularity is law, the actual is inactual, and the inactual is actual. But it is simultaneously the aspect of actuality of the order, for to it belongs the being-for-itself of individuality. — The other side is the universal as quiescent essence, yet precisely thereby only as an inner, which is not non-existent but still lacks actuality and can only become actual through the sublation of individuality, which has arrogated actuality to itself. This shape of consciousness, which seeks to become not the singularity but only the essence within the law, the in-itself true and good, and which knows individuality as the inverted and inverting element — thus requiring the sacrifice of the singularity of consciousness — is virtue.[283]
c. Die Tugend und der Weltlauf
c. Virtue and the World-Process
In der ersten Gestalt der tätigen Vernunft war das Selbstbewußtsein sich reine Individualität, und ihr gegenüber stand die leere Allgemeinheit. In der zweiten hatten die beiden Teile des Gegensatzes jeder die beiden Momente, Gesetz und Individualität, an ihnen; der eine aber, das Herz, war ihre unmittelbare Einheit, der andere ihre Entgegensetzung. Hier im Verhältnisse der Tugend und des Weltlaufs sind beide Glieder jedes Einheit und Gegensatz dieser Momente oder eine Bewegung des Gesetzes und der Individualität gegeneinander, aber eine entgegengesetzte. Dem Bewußtsein der Tugend ist das Gesetz das Wesentliche und die Individualität das Aufzuhebende, und also sowohl an ihrem Bewußtsein selbst als an dem Weltlaufe. An jenem ist die eigene Individualität in die Zucht unter das Allgemeine, das an sich Wahre und Gute, zu nehmen; es bleibt aber darin noch persönliches Bewußtsein; die wahre Zucht ist allein die Aufopferung der ganzen Persönlichkeit als die Bewährung, daß es in der Tat nicht noch an Einzelheiten festgeblieben ist. In dieser einzelnen Aufopferung wird zugleich die Individualität [283] an dem Weltlaufe vertilgt, denn sie ist auch einfaches, beiden gemeinschaftliches Moment. – In diesem verhält sich die Individualität auf die verkehrte Weise, als sie am tugendhaften Bewußtsein gesetzt ist, nämlich sich zum Wesen zu machen und dagegen das an sich Gute und Wahre sich zu unterwerfen. – Der Weltlauf ist ferner ebenso für die Tugend nicht nur dies durch die Individualität verkehrte Allgemeine, sondern die absolute Ordnung ist gleichfalls gemeinschaftliches Moment, an dem Weltlaufe nur nicht als seiende Wirklichkeit für das Bewußtsein vorhanden, sondern das innere Wesen desselben. Sie ist daher nicht erst durch die Tugend eigentlich hervorzubringen, denn das Hervorbringen ist, als Tim, Bewußtsein der Individualität, und diese vielmehr aufzuheben; durch dieses Aufheben aber wird dem Ansich des Weltlaufs gleichsam nur Raum gemacht, an und für sich selbst in die Existenz zu treten.
In the first shape of active reason, self-consciousness was pure individuality, with empty universality standing opposed to it. In the second, both sides of the opposition each had both moments — law and individuality — within them; but the one, the heart, was their immediate unity, the other their antithesis. Here, in the relation of virtue and the world-process, both members are each a unity and antithesis of these moments — a movement of law and individuality against each other, but in opposite directions. For virtuous consciousness, the law is the essential and individuality the element to be sublated, both in its own consciousness and in the world-process. In the former, its own individuality must be disciplined under the universal, the in-itself true and good; yet it remains therein a personal consciousness. True discipline lies solely in the sacrifice of the entire personality as the proof that it has not, in fact, remained attached to singularities. In this singular sacrifice, individuality is simultaneously annihilated [283] in the world-process, for it is likewise the simple moment common to both. — In the latter, individuality behaves in an inverted manner compared to how it is posited in virtuous consciousness — namely, making itself into the essence and subjugating the in-itself good and true. — Furthermore, for virtue, the world-process is not only this individuality-inverted universal but also the absolute order as a shared moment, present in the world-process not as existent actuality for consciousness but as its inner essence. Hence, it is not first through virtue that this order is properly produced, for production, as action, is the consciousness of individuality, which is rather to be sublated. Through this sublation, however, space is made, as it were, for the in-itself of the world-process to step forth into existence in and for itself.
Der allgemeine Inhalt des wirklichen Weltlaufs hat sich schon ergeben; näher betrachtet ist er wieder nichts anderes als die beiden vorhergehenden Bewegungen des Selbstbewußtseins. Aus ihnen ist die Gestalt der Tugend hervorgegangen; indem sie ihr Ursprung sind, hat sie sie vor sich; sie geht aber darauf, ihren Ursprung aufzuheben und sich zu realisieren oder für sich zu werden. Der Weltlauf ist also einerseits die einzelne Individualität, welche ihre Lust und Genuß sucht, darin zwar ihren Untergang findet und hiermit das Allgemeine befriedigt. Aber diese Befriedigung selbst, sowie die übrigen Momente dieses Verhältnisses, ist eine verkehrte Gestalt und Bewegung des Allgemeinen. Die Wirklichkeit ist nur die Einzelheit der Lust und des Genusses, das Allgemeine aber ihr entgegengesetzt, eine Notwendigkeit, welche nur die leere Gestalt desselben, eine nur negative Rückwirkung und inhaltloses Tun ist. – Das andere Moment des Weltlaufs ist die Individualität, welche an und für sich Gesetz sein will und in dieser Einbildung die bestehende Ordnung stört; das allgemeine Gesetz erhält sich zwar gegen diesen Eigendünkel und tritt nicht mehr als ein[284] dem Bewußtsein Entgegengesetztes und Leeres, nicht als eine tote Notwendigkeit auf, sondern als Notwendigkeit in dem Bewußtsein selbst. Aber wie es als die bewußte Beziehung der absolut widersprechenden Wirklichkeit existiert, ist es die Verrücktheit; wie es aber als gegenständliche Wirklichkeit ist, ist es die Verkehrtheit überhaupt. Das Allgemeine stellt sich also wohl in beiden Seiten als die Macht ihrer Bewegung dar, aber die Existenz dieser Macht ist nur die allgemeine Verkehrung.
The universal substance of the actual world-process has already emerged; upon closer examination, it is again nothing other than the two preceding movements of self-consciousness. From them, the shape of virtue has arisen; since they are its origin, it has them before it. Yet its aim is to sublate this origin and to realize itself or become for itself. The world-process is thus, on one side, the singular individuality that seeks its pleasure and enjoyment, thereby finding its ruin and thus satisfying the universal. But this satisfaction itself, like the other moments of this relation, is an inverted shape and movement of the universal. Actuality is only the singularity of pleasure and enjoyment, while the universal stands opposed to it as a necessity that is merely the empty shape of the same — a merely negative reaction and contentless activity. — The other moment of the world-process is the individuality that presumes to be law in and for itself, thereby disturbing the existing order. The universal law, however, maintains itself against this self-conceit, appearing no longer as something opposed to consciousness and empty, nor as a dead necessity, but as necessity within consciousness itself. Yet insofar as it exists as the conscious relation of absolutely contradictory actuality, it is madness; and insofar as it is objective actuality, it is universal inversion. The universal thus indeed manifests itself in both sides as the power of their movement, but the existence of this power is only universal inversion.
Von der Tugend soll es nun seine wahrhafte Wirklichkeit erhalten durch das Aufheben der Individualität, des Prinzips der Verkehrung; ihr Zweck ist, hierdurch den verkehrten Weltlauf wieder zu verkehren und sein wahres Wesen hervorzubringen. Dies wahre Wesen ist an dem Weltlaufe nur erst als sein Ansich, es ist noch nicht wirklich; und die Tugend glaubt es daher nur. Diesen Glauben geht sie zum Schauen zu erheben, ohne aber der Früchte ihrer Arbeit und Aufopferung zu genießen. Denn insofern sie Individualität ist, ist sie das Tun des Kampfes, den sie mit dem Weltlaufe eingeht; ihr Zweck und wahres Wesen aber ist die Besiegung der Wirklichkeit des Weltlaufs; die dadurch bewirkte Existenz des Guten ist hiermit das Aufhören ihres Tuns oder des Bewußtseins der Individualität. – Wie dieser Kampf selbst bestanden werde, was die Tugend in ihm erfährt, ob durch die Aufopferung, welche sie über sich nimmt, der Weltlauf unterliege, die Tugend aber siege, – dies muß sich aus der Natur der lebendigen Waffen entscheiden, welche die Kämpfer führen. Denn die Waffen sind nichts anderes als das Wesen der Kämpfer selbst, das nur für sie beide gegenseitig hervortritt. Ihre Waffen haben sich hiermit schon aus dem ergeben, was an sich in diesem Kampfe vorhanden ist.
Virtue shall now attain its true actuality through the sublation of individuality – the principle of inversion. Its purpose is thereby to invert the inverted world-process and bring forth its true essence. This true essence exists in the world-process only as its in-itself, not yet actualized. Virtue thus merely believes it. Virtue seeks to elevate this belief to vision without enjoying the fruits of its labor and sacrifice. For insofar as it is individuality, it is the action of the struggle it wages against the world-process. Yet its ultimate purpose and true essence lie in overcoming the actuality of the world-process. The existence of the Good achieved thereby consequently entails the cessation of its own action – the consciousness of individuality. The outcome of this struggle – what virtue experiences within it, whether through its self-sacrifice the world-process succumbs and virtue triumphs – must be determined by the nature of the living weapons wielded by the combatants. For these weapons are nothing other than the essence of the combatants themselves, made reciprocally manifest. Their weapons have thus already revealed themselves through what is in-itself present in this conflict.
Das Allgemeine ist für das tugendhafte Bewußtsein im Glauben oder an sich wahrhaft, noch nicht eine wirkliche, sondern eine abstrakte Allgemeinheit; an diesem Bewußtsein selbst ist es als Zweck, an dem Weltlaufe als Inneres. In eben dieser Bestimmung stellt das Allgemeine sich auch an der[285] Tugend für den Weltlauf dar; denn sie will das Gute erst ausführen und gibt selbst es noch nicht für Wirklichkeit aus. Diese Bestimmtheit kann auch so betrachtet werden, daß das Gute, indem es in dem Kampf gegen den Weltlauf auftritt, damit sich darstellt als seiend für ein Anderes; als etwas, das nicht an und für sich selbst ist, denn sonst würde es nicht durch Bezwingung seines Gegenteils sich erst seine Wahrheit geben wollen. Es ist nur erst für ein Anderes, heißt dasselbe, was vorher von ihm in der entgegengesetzten Betrachtung sich zeigte, nämlich es ist erst eine Abstraktion, welche nur in dem Verhältnisse, nicht an und für sich, Realität hat.
For virtuous consciousness, the universal is truly present in faith or as the in-itself – not yet an actual but an abstract universality. For this consciousness, it exists as purpose; for the world-process, as inner essence. Within this same determination, the universal also presents itself to the world-process through virtue. For virtue intends to realize the Good but does not yet declare it as actuality. This determinacy can also be viewed thus: the Good, by engaging in conflict with the world-process, reveals itself as existing for-another – as something not in-and-for-itself, since it would not seek to establish its truth through vanquishing its opposite. To exist only for-another signifies the same as previously shown in the opposing perspective: it remains an abstraction possessing reality only relationally, not in-and-for-itself.
Das Gute oder Allgemeine, wie es also hier auftritt, ist dasjenige, was die Gaben, Fähigkeiten, Kräfte genannt wird. Es ist eine Weise des Geistigen zu sein, worin es als ein Allgemeines vorgestellt wird, das zu seiner Belebung und Bewegung des Prinzips der Individualität bedarf und in dieser seine Wirklichkeit hat. Von diesem Prinzip, insofern es am Bewußtsein der Tugend ist, wird dies Allgemeine gut angewendet, von ihm aber, insofern es am Weltlauf ist, mißbraucht, – ein passives Werkzeug, das von der Hand der freien Individualität regiert, gleichgültig gegen den Gebrauch, den sie von ihm macht, auch zur Hervorbringung einer Wirklichkeit mißbraucht werden kann, die seine Zerstörung ist; eine leblose, eigener Selbständigkeit entbehrende Materie, die so oder auch anders und selbst zu ihrem Verderben geformt werden kann.
The Good or universal, as it appears here, is what are called gifts, capacities, forces. It is a mode of spiritual being wherein it is posited as a universal requiring the principle of individuality for its animation and movement – finding its actuality therein. This universal is rightly applied by the principle of individuality when aligned with virtuous consciousness but misapplied when aligned with the world-process – a passive instrument governed by the hand of free individuality, indifferent to its usage, equally susceptible to being misused for producing an actuality that spells its destruction: a lifeless matter devoid of self-subsistence, moldable thus or otherwise – even to its own ruin.
Indem dies Allgemeine dem Bewußtsein der Tugend wie dem Weltlaufe auf gleiche Weise zu Gebote steht, so ist nicht abzusehen, ob, so ausgerüstet, die Tugend das Laster besiegen werde. Die Waffen sind dieselben; sie sind diese Fähigkeiten und Kräfte. Zwar hat die Tugend ihren Glauben an die ursprüngliche Einheit ihres Zwecks und des Wesens des Weltlaufs in den Hinterhalt gelegt, welche dem Feinde während des Kampfes in den Rücken fallen und an sich ihn vollbringen soll, so daß hierdurch in der Tat für den Ritter der Tugend sein eigenes Tun und Kämpfen eigentlich eine[286] Spiegelfechterei ist, die er nicht für Ernst nehmen kann, weil er seine wahrhafte Stärke darein setzt, daß das Gute an und für sich selbst sei, d.h. sich selbst vollbringe, – eine Spiegelfechterei, die er auch nicht zum Ernste werden lassen darf. Denn dasjenige, was er gegen den Feind kehrt und gegen sich gekehrt findet und dessen Abnutzung und Beschädigung er sowohl an ihm selbst als seinem Feinde daran wagt, soll nicht das Gute selbst sein; denn für dessen Bewahrung und Ausführung kämpft er; sondern was daran gewagt wird, sind nur die gleichgültigen Gaben und Fähigkeiten. Allein diese sind in der Tat nichts anderes als eben dasjenige individualitätslose Allgemeine selbst, welches durch den Kampf erhalten und verwirklicht werden soll. – Es ist aber zugleich durch den Begriff des Kampfes selbst unmittelbar bereits verwirklicht, es ist das Ansich, das Allgemeine, und seine Verwirklichung heißt nur dieses, daß es zugleich für ein Anderes sei. Die beiden oben angegebenen Seiten, nach deren jeder es zu einer Abstraktion wurde, sind nicht mehr getrennt, sondern in und durch den Kampf ist das Gute auf beide Weisen zumal gesetzt. – Das tugendhafte Bewußtsein tritt aber in den Kampf gegen den Weltlauf als gegen ein dem Guten Entgegengesetztes; was er ihm hierin darbietet, ist das Allgemeine, nicht nur als abstraktes Allgemeines, sondern als ein von der Individualität belebtes und für ein Anderes seiendes oder das wirkliche Gute. Wo also die Tugend den Weltlauf anfaßt, trifft sie immer auf solche Stellen, die die Existenz des Guten selbst sind, das in alle Erscheinungen des Weltlaufs, als das Ansich des Weltlaufs, unzertrennlich verschlungen ist und in der Wirklichkeit desselben auch sein Dasein hat; er ist also für sie unverwundbar. Eben solche Existenzen des Guten und hiermit unverletzliche Verhältnisse sind alle Momente, welche von der Tugend selbst an ihr darangesetzt und aufgeopfert werden sollten. Das Kämpfen kann daher nur ein Schwanken zwischen Bewahren und Aufopfern sein; oder vielmehr kann weder Aufopferung des Eigenen noch Verletzung des Fremden[287] stattfinden. Die Tugend gleicht nicht nur jenem Streiter, dem es im Kampfe allein darum zu tun ist, sein Schwert blank zu erhalten, sondern sie hat auch den Streit darum begonnen, die Waffen zu bewahren; und nicht nur kann sie die ihrigen nicht gebrauchen, sondern muß auch die des Feindes unverletzt erhalten und sie gegen sich selbst schützen, denn alle sind edle Teile des Guten, für welches sie in den Kampf ging.
Since this universal is equally at the disposal of virtuous consciousness and the world-process, there is no foreseeing whether virtue, thus armed, shall conquer vice. The weapons are identical – these very capacities and forces. To be sure, virtue has concealed its faith in the original unity of its purpose and the essence of the world-process – a hidden force intended to strike the enemy from behind during combat and accomplish victory in-itself. Thus, for the knight of virtue, his own action and struggle are essentially a sham battle he cannot take seriously, since his true strength lies in the conviction that the Good exists in-and-for-itself (i.e., accomplishes itself) – a sham battle he must not allow to become earnest. For what he turns against the enemy and finds turned against himself – whose attrition and damage he risks both in himself and his foe – is not supposed to be the Good itself (for whose preservation and realization he fights), but merely the indifferent gifts and capacities. Yet these are in truth nothing other than the very universal devoid of individuality that is to be preserved and actualized through struggle. However, through the very concept of struggle, this universal is already immediately actualized. It is the in-itself, the universal, and its actualization signifies nothing but that it simultaneously exists for-another. The two aforementioned sides – each of which rendered it an abstraction – are no longer separated; through struggle, the Good is posited in both ways at once. Yet virtuous consciousness enters the struggle against the world-process as against something opposed to the Good. What the latter offers here is the universal – not merely as abstract universal but as universal animated by individuality and existing for-another: the actual Good. Wherever virtue assails the world-process, it encounters positions that are the existence of the Good itself – inextricably interwoven into all phenomena of the world-process as its in-itself, possessing actuality within the latter’s reality. The world-process is thus invulnerable to virtue. Precisely such existences of the Good – and hence inviolable relations – are all the moments that virtue itself was to stake and sacrifice. The struggle can therefore only vacillate between preservation and sacrifice. Or rather, neither the sacrifice of one’s own nor the injury of the alien[287] can occur. Virtue resembles not only that combatant whose sole concern is keeping his sword untarnished, but also one who began the conflict to preserve his arms. Not only can it not wield its own weapons, but it must also keep the enemy’s weapons intact and shield them against itself – for all are noble parts of the Good for which it entered battle.
Diesem Feinde dagegen ist nicht das Ansich, sondern die Individualität das Wesen; seine Kraft also das negative Prinzip, welchem nichts bestehend und absolut heilig ist, sondern welches den Verlust von allem und jedem wagen und ertragen kann. Hierdurch ist ihm der Sieg ebensosehr an ihm selbst gewiß als durch den Widerspruch, in welchen sich sein Gegner verwickelt. Was der Tugend an sich ist, ist dem Weltlaufe nur für ihn, er ist frei von jedem Momente, das für sie fest und woran sie gebunden ist. Er hat ein solches Moment dadurch, daß es für ihn nur als ein solches gilt, das er ebensowohl aufheben als bestehen lassen kann, in seiner Gewalt und damit auch den daran befestigten tugendhaften Ritter. Dieser kann sich davon nicht als von einem äußerlich umgeworfenen Mantel loswickeln und durch Hinterlassung desselben sich frei machen; denn es ist ihm das nicht aufzugebende Wesen.
In contrast, for this enemy, it is not the in-itself but individuality that constitutes the essence. Its power is thus the negative principle, for which nothing is permanent or absolutely sacred—a principle that risks and endures the loss of all and everything. Through this, victory is as certain for it as through the contradiction into which its adversary entangles itself. What is in-itself for virtue exists for the world-process only as for it, for the world-process is free from every fixed moment to which virtue is bound. The world-process holds such a moment in its power precisely because it treats it as one that it can just as readily negate as let subsist—and thereby also holds the virtuous knight anchored to it. The latter cannot disentangle himself from it as from an externally cast-off cloak and liberate himself by abandoning it, for it is the essence he cannot relinquish.
Was endlich den Hinterhalt betrifft, aus welchem das gute Ansich dem Weltlaufe listigerweise in den Rücken fallen soll, so ist diese Hoffnung an sich nichtig. Der Weltlauf ist das wache, seiner selbst gewisse Bewußtsein, das nicht von hinten an sich kommen läßt, sondern allenthalben die Stirne bietet; denn er ist dieses, daß alles für ihn ist, daß alles vor ihm steht. Das gute Ansich aber, ist es für seinen Feind, so ist es in dem Kampfe, den wir gesehen haben; insofern es aber nicht für ihn, sondern an sich ist, ist es das passive Werkzeug der Gaben und Fähigkeiten, die wirklichkeitslose Materie; als Dasein vorgestellt, wäre es ein schlafendes und dahinten, man weiß nicht wo, bleibendes Bewußtsein.[288]
Finally, concerning the ambush from which the good in-itself is to cunningly assail the world-process from behind, this hope is inherently void. The world-process is the wakeful, self-certain consciousness that cannot be taken unawares from behind but confronts its adversary everywhere—for it is precisely this: that everything exists for it, that everything stands before it. As for the good in-itself, if it exists for its enemy, it is already engaged in the struggle we have observed; insofar as it does not exist for its enemy but in-itself, it is the passive instrument of gifts and capacities—the reality-less matter. Were it posited as existence, it would be a dormant consciousness remaining somewhere in obscurity, one knows not where.
Die Tugend wird also von dem Weltlaufe besiegt, weil das abstrakte unwirkliche Wesen in der Tat ihr Zweck ist und weil in Ansehung der Wirklichkeit ihr Tun auf Unterschieden beruht, die allein in den Worten liegen. Sie wollte darin bestehen, durch Aufopferung der Individualität das Gute zur Wirklichkeit zu bringen, aber die Seite der Wirklichkeit ist selbst nichts anderes als die Seite der Individualität. Das Gute sollte dasjenige sein, was an sich und dem, was ist, entgegengesetzt ist, aber das Ansich ist, nach seiner Realität und Wahrheit genommen, vielmehr das Sein selbst. Das Ansich ist zunächst die Abstraktion des Wesens gegen die Wirklichkeit; aber die Abstraktion ist eben dasjenige, was nicht wahrhaft, sondern nur für das Bewußtsein ist; d.h. aber, es ist selbst dasjenige, was wirklich genannt wird; denn das Wirkliche ist, was wesentlich für ein Anderes ist, oder es ist das Sein. Das Bewußtsein der Tugend aber beruht auf diesem Unterschiede des Ansich und des Seins, der keine Wahrheit hat. – Der Weltlauf sollte die Verkehrung des Guten sein, weil er die Individualität zu seinem Prinzip hatte; allein diese ist das Prinzip der Wirklichkeit; denn eben sie ist das Bewußtsein, wodurch das Ansichseiende ebensosehr für ein Anderes ist; er verkehrt das Unwandelbare, aber er verkehrt es in der Tat aus dem Nichts der Abstraktion in das Sein der Realität.
Thus, virtue is vanquished by the world-process because its purpose is the abstract, unreal essence, and because its action, with respect to actuality, rests on distinctions that exist solely in words. Virtue sought to actualize the Good through the sacrifice of individuality, but the side of actuality is itself none other than the side of individuality. The Good was supposed to be that which is in-itself and opposed to what is; yet, taken in its reality and truth, the in-itself is rather Being itself. The in-itself is initially the abstraction of essence in opposition to actuality; but the abstraction is precisely what is not truly real, existing only for consciousness—that is, it is itself what is called actual, for the actual is that which essentially exists for another, or it is Being. Yet the consciousness of virtue rests on this distinction between the in-itself and Being, a distinction devoid of truth. The world-process was supposed to be the inversion of the Good because it took individuality as its principle. But individuality is the principle of actuality, for it is precisely the consciousness through which the in-itself becomes for another. The world-process does invert the immutable, but in truth, it inverts it from the nothingness of abstraction into the Being of reality.
Der Weltlauf siegt also über das, was die Tugend im Gegensatze gegen ihn ausmacht; er siegt über sie, der die wesenlose Abstraktion das Wesen ist. Er siegt aber nicht über etwas Reales, sondern über das Erschaffen von Unterschieden, welche keine sind, über diese pomphaften Reden vom Besten der Menschheit und der Unterdrückung derselben, von der Aufopferung fürs Gute und dem Mißbrauche der Gaben; solcherlei ideale Wesen und Zwecke sinken als leere Worte zusammen, welche das Herz erheben und die Vernunft leer lassen, erbauen, aber nichts aufbauen; Deklamationen, welche nur diesen Inhalt bestimmt aussprechen, daß das Individuum, welches für solche edle Zwecke zu handeln vorgibt[289] und solche vortreffliche Redensarten führt, sich für ein vortreffliches Wesen gilt, – eine Aufschwellung, welche sich und anderen den Kopf groß macht, aber groß von einer leeren Aufgeblasenheit. – Die antike Tugend hatte ihre bestimmte sichere Bedeutung, denn sie hatte an der Substanz des Volks ihre inhaltsvolle Grundlage und ein wirkliches, schon existierendes Gutes zu ihrem Zwecke; sie war daher auch nicht gegen die Wirklichkeit als eine allgemeine Verkehrtheit und gegen einen Weltlauf gerichtet. Die betrachtete aber ist aus der Substanz heraus, eine wesenlose Tugend, eine Tugend nur der Vorstellung und der Worte, die jenes Inhalts entbehren. – Diese Leerheit der mit dem Weltlaufe kämpfenden Rednerei würde sich sogleich aufdecken, wenn gesagt werden sollte, was ihre Redensarten bedeuten; – sie werden daher als bekannt vorausgesetzt. Die Forderung, dies Bekannte zu sagen, würde entweder durch einen neuen Schwall von Redensarten erfüllt oder ihr die Berufung auf das Herz entgegengesetzt, welches innerhalb sage, was sie bedeuten; d.h. die Unvermögenheit, es in der Tat zu sagen, würde eingestanden. – Die Nichtigkeit jener Rednerei scheint auch auf eine bewußtlose Art für die Bildung unseres Zeitalters Gewißheit erlangt zu haben, indem aus der ganzen Masse jener Redensarten und der Weise, sich damit aufzuspreizen, alles Interesse verschwunden ist; ein Verlust, der sich darin ausdrückt, daß sie nur Langeweile machen.
The world-process thus triumphs over what constitutes virtue in opposition to it; it triumphs over the essence that is the insubstantial abstraction. Yet it does not triumph over anything real but over the invention of distinctions that are none—over these pompous discourses on the welfare of humanity and its oppression, on sacrifice for the Good and the abuse of gifts. Such ideal essences and purposes collapse as empty phrases that elevate the heart but leave reason void, edify but construct nothing—declamations whose sole determinate content is that the individual who pretends to act for such noble ends and utters such excellent phrases regards himself as an excellent being. This is a puffery that swells heads, yet with hollow inflation. Ancient virtue had its determinate, secure significance, for it had the substance of the people as its substantial foundation and an actual, already existing Good as its purpose. It was therefore not directed against actuality as a universal perversion or against a world-process. The virtue here considered, however, is divorced from substance—a virtue of mere representation and words, devoid of content. The emptiness of this declamation, which battles the world-process, would immediately expose itself if one were to state what these phrases signify—for they are presupposed as known. The demand to articulate this "known" would either be met with a fresh torrent of verbiage or countered by an appeal to the heart, which within itself knows what they mean—i.e., an admission of the inability to actually say it. The nullity of such rhetoric seems to have attained unconscious certainty in the culture of our age, as all interest in this mass of phrases and the manner of self-aggrandizement through them has vanished—a loss expressed in the fact that they now only induce boredom.
Das Resultat also, welches aus diesem Gegensatze hervorgeht, besteht darin, daß das Bewußtsein die Vorstellung von einem an sich Guten, das noch keine Wirklichkeit hätte, als einen leeren Mantel fahren läßt. Es hat in seinem Kampfe die Erfahrung gemacht, daß der Weltlauf so übel nicht ist, als er aussah; denn seine Wirklichkeit ist die Wirklichkeit des Allgemeinen. Es fällt mit dieser Erfahrung das Mittel, durch Aufopferung der Individualität das Gute hervorzubringen, hinweg, denn die Individualität ist gerade die Verwirklichung des Ansichseienden; und die Verkehrung hört auf, als eine Verkehrung des Guten angesehen zu werden, denn sie[290] ist vielmehr eben die Verkehrung desselben, als eines bloßen Zwecks, in die Wirklichkeit: die Bewegung der Individualität ist die Realität des Allgemeinen.
The result emerging from this opposition is thus that consciousness discards the representation of a Good in-itself that has not yet attained actuality as an empty mantle. Through its struggle, it has experienced that the world-process is not as bad as it appeared, for its actuality is the actuality of the universal. With this experience, the means of producing the Good through the sacrifice of individuality collapses, for individuality is precisely the actualization of the in-itself. Inversion ceases to be regarded as an inversion of the Good, for it is rather the inversion of the Good as a mere purpose into actuality: the movement of individuality is the reality of the universal.
In der Tat ist hiermit aber ebenso dasjenige besiegt worden und verschwunden, was als Weltlauf dem Bewußtsein des Ansichseienden gegenüberstand. Das Fürsichsein der Individualität war daran dem Wesen oder Allgemeinen entgegengesetzt und erschien als eine von dem Ansichsein getrennte Wirklichkeit. Indem aber sich gezeigt hat, daß die Wirklichkeit in ungetrennter Einheit mit dem Allgemeinen ist, so erweist sich das Fürsichsein des Weltlaufs, ebenso wie das Ansich der Tugend nur eine Ansicht ist, auch nicht mehr zu sein. Die Individualität des Weltlaufs mag wohl nur für sich oder eigennützig zu handeln meinen; sie ist besser als sie meint, ihr Tun ist zugleich ansichseiendes, allgemeines Tun. Wenn sie eigennützig handelt, so weiß sie nur nicht, was sie tut; und wenn sie versichert, alle Menschen handeln eigennützig, so behauptet sie nur, alle Menschen haben kein Bewußtsein darüber, was das Tun ist. – Wenn sie für sich handelt, so ist dies eben die Hervorbringung des nur erst Ansichseienden zur Wirklichkeit; der Zweck des Fürsichseins also, der dem Ansich sich entgegengesetzt meint, – seine leere Pfiffigkeit sowie seine feinen Erklärungen, die den Eigennutz überall aufzuzeigen wissen, sind ebenso verschwunden als der Zweck des Ansich und seine Rednerei.
In truth, however, what was posited as the world-process standing opposed to the consciousness of being-in-itself has likewise been vanquished and has disappeared. The being-for-itself of individuality was opposed to the essence or the universal and appeared as a reality separated from being-in-itself. But since it has been shown that reality exists in undivided unity with the universal, the being-for-itself of the world-process, like the in-itself of virtue, proves to be merely a perspective that no longer holds. The individuality of the world-process may well believe it acts for itself or self-interestedly; yet it is better than it supposes, for its action is simultaneously being-in-itself, a universal action. When it acts self-interestedly, it simply does not know what it is doing; and when it asserts that all people act self-interestedly, it merely declares that none are conscious of what action truly is. – When it acts for itself, this is precisely the actualization of what was initially only in-itself. The purpose of being-for-itself—which it takes to be opposed to the in-itself—along with its empty cleverness and its subtle exposés that claim to uncover self-interest everywhere, has vanished just as much as the purpose of the in-itself and its rhetoric.
Es ist also das Tun und Treiben der Individualität Zweck an sich selbst, der Gebrauch der Kräfte, das Spiel ihrer Äußerungen ist es, was ihnen, die sonst das tote Ansich wären, Leben gibt, das Ansich nicht ein unausgeführtes, existenzloses und abstraktes Allgemeines, sondern es selbst ist unmittelbar diese Gegenwart und Wirklichkeit des Prozesses der Individualität.[291]
Thus, the activity and striving of individuality is an end in itself; the exercise of powers, the play of their expressions, is what gives life to what would otherwise be the dead in-itself. The in-itself is not an unactualized, nonexistent, abstract universal; rather, it is immediately this present actuality of the process of individuality.[291]
C. Die Individualität, welche sich an und für sich selbst reell ist
C. Individuality Which Is Real In and For Itself
Das Selbstbewußtsein hat jetzt den Begriff von sich erfaßt, der erst nur der unsrige von ihm war, nämlich in der Gewißheit seiner selbst alle Realität zu sein, und Zweck und Wesen ist ihm nunmehr die sich bewegende Durchdringung des Allgemeinen – der Gaben und Fähigkeiten – und der Individualität. – Die einzelnen Momente dieser Erfüllung und Durchdringung vor der Einheit, in welche sie zusammengegangen, sind die bisher betrachteten Zwecke. Sie sind als Abstraktionen und Chimären verschwunden, die jenen ersten schalen Gestalten des geistigen Selbstbewußtseins angehören und ihre Wahrheit nur in dem gemeinten Sein des Herzens, der Einbildung und der Reden haben, nicht in der Vernunft, die jetzt an und für sich ihrer Realität gewiß, sich nicht mehr als Zweck im Gegensatze gegen die unmittelbar seiende Wirklichkeit erst hervorzubringen sucht, sondern zum Gegenstande ihres Bewußtseins die Kategorie als solche hat. – Es ist nämlich die Bestimmung des für sich seienden oder negativen Selbstbewußtseins, in welcher die Vernunft auftrat, aufgehoben; es fand eine Wirklichkeit vor, die das Negative seiner wäre und durch deren Aufheben es erst sich seinen Zweck verwirklichte. Indem aber Zweck und Ansichsein als dasselbe sich ergeben hat, was das Sein für Anderes und die vorgefundene Wirklichkeit ist, trennt sich die Wahrheit nicht mehr von der Gewißheit – es werde nun der gesetzte Zweck für die Gewißheit seiner selbst und die Verwirklichung desselben für die Wahrheit oder aber der Zweck für die Wahrheit und die Wirklichkeit für die Gewißheit genommen –, sondern das Wesen und der Zweck an und für sich selbst ist die Gewißheit der unmittelbaren Realität selbst, die Durchdringung des Ansich– und Fürsichseins, des Allgemeinen und der Individualität; das Tun ist an ihm selbst seine Wahrheit und Wirklichkeit, und die Darstellung[292] oder das Aussprechen der Individualität ist ihm Zweck an und für sich selbst.
Self-consciousness has now grasped its concept, which was initially only ours, namely, the certainty of being all reality in itself. Its end and essence is now the dynamic interpenetration of the universal—of gifts and capacities—and individuality. The individual moments of this fulfillment and interpenetration, prior to their unity, were the purposes hitherto considered. These have vanished as abstractions and chimeras belonging to those earlier hollow shapes of spiritual self-consciousness, finding their truth only in the intended being of the heart, imagination, and rhetoric—not in reason, which, now certain of its reality in and for itself, no longer seeks to produce itself as a purpose in opposition to immediately existent reality but takes the category itself as the object of its consciousness. – For the determination of self-consciousness as being-for-itself or negative, under which reason first appeared, has been sublated. It found a reality before it that would be its negative and which it could actualize as its purpose only through the sublation of that reality. But since purpose and being-in-itself have proven identical to being-for-other and preexisting actuality, truth no longer diverges from certainty—whether the posited purpose is taken as certainty of self and its actualization as truth, or the purpose as truth and actuality as certainty. Rather, the essence and purpose in and for itself is the certainty of immediate reality itself: the interpenetration of in-itself and for-itself, universal and individuality. Action is in itself its own truth and actuality, and the expression[292] or utterance of individuality is its end in and for itself.
Mit diesem Begriffe ist also das Selbstbewußtsein aus den entgegengesetzten Bestimmungen, welche die Kategorie für es und sein Verhalten zu ihr als beobachtendes und dann als tätiges hatte, in sich zurückgegangen. Es hat die reine Kategorie selbst zu seinem Gegenstande, oder es ist die Kategorie, welche ihrer selbst bewußt geworden. Die Rechnung ist dadurch mit seinen vorherigen Gestalten abgeschlossen; sie liegen hinter ihm in Vergessenheit, treten nicht als seine vorgefundene Welt gegenüber, sondern entwickeln sich nur innerhalb seiner selbst als durchsichtige Momente. Doch treten sie noch in seinem Bewußtsein als eine Bewegung unterschiedener Momente auseinander, die sich noch nicht in ihre substantielle Einheit zusammengefaßt hat. Aber in allen hält es die einfache Einheit des Seins und des Selbsts fest, die ihre Gattung ist.
With this concept, self-consciousness has withdrawn into itself from the opposed determinations that the category held for it and its relation to it as observing and then as active consciousness. It now has the pure category itself as its object, or it is the category that has become conscious of itself. Its accounts are thus settled with its previous shapes, which lie behind it in oblivion and do not confront it as a given world but develop solely within itself as transparent moments. Yet these moments still appear in its consciousness as a movement of distinct elements that have not yet coalesced into their substantial unity. But in all of them, self-consciousness maintains the simple unity of being and self, which is their genus.
Das Bewußtsein hat hiermit allen Gegensatz und alle Bedingung seines Tuns abgeworfen; es geht frisch von sich aus, und nicht auf ein Anderes, sondern auf sich selbst. Indem die Individualität die Wirklichkeit an ihr selbst ist, ist der Stoff des Wirkens und der Zweck des Tuns an dem Tun selbst. Das Tun hat daher das Ansehen der Bewegung eines Kreises, welcher frei im Leeren sich in sich selbst bewegt, ungehindert bald sich erweitert, bald verengert und vollkommen zufrieden nur in und mit sich selbst spielt. Das Element, worin die Individualität ihre Gestalt darstellt, hat die Bedeutung eines reinen Aufnehmens dieser Gestalt; es ist der Tag überhaupt, dem das Bewußtsein sich zeigen will. Das Tun verändert nichts und geht gegen nichts; es ist die reine Form des Übersetzens aus dem Nichtgesehenwerden in das Gesehenwerden, und der Inhalt, der zutage ausgebracht wird und sich darstellt, nichts anderes, als was dieses Tun schon an sich ist. Es ist an sich: dies ist seine Form als gedachte Einheit; und es ist wirklich: dies ist seine Form als seiende Einheit, es selbst ist Inhalt nur in dieser Bestimmung[293] der Einfachheit gegen die Bestimmung seines Übergehens und seiner Bewegung.
Consciousness has thus cast off all opposition and all conditions of its activity; it begins anew from itself, not directed toward an other but toward itself. Since individuality is reality in itself, the material of action and the purpose of doing lie within the act itself. Action thus takes on the appearance of a circle moving freely in the void, expanding and contracting at will, content to play solely within and for itself. The element in which individuality presents its shape has the significance of being a pure medium for this presentation—it is the daylight in which consciousness wishes to display itself. Action alters nothing and contends with nothing; it is the pure form of translating from being-unseen into being-seen, and the content brought to light and exhibited is nothing other than what this action already is in itself. It is in itself—this is its form as thought unity; and it is actual—this is its form as existent unity. The content is present only in this determination[293] of simplicity, opposed to the determination of its transition and movement.
a. Das geistige Tierreich und der Betrug oder die Sache selbst
a. The Spiritual Animal Kingdom and Deceit, or the Matter Itself
Diese an sich reale Individualität ist zuerst wieder eine einzelne und bestimmte; die absolute Realität, als welche sie sich weiß, ist daher, wie sie derselben sich bewußt wird, die abstrakte allgemeine, welche ohne Erfüllung und Inhalt, nur der leere Gedanke dieser Kategorie ist. – Es ist zu sehen, wie dieser Begriff der an sich selbst realen Individualität in seinen Momenten sich bestimmt und wie ihr ihr Begriff von ihr selbst in das Bewußtsein tritt.
This individuality, real in itself, is first again a singular and determinate individuality. The absolute reality it knows itself to be, as it becomes conscious of this reality, is the abstract universal—devoid of fulfillment and content, merely the empty thought of this category. – We must observe how this concept of individuality real in itself determines itself in its moments and how its concept of itself enters into its consciousness.
Der Begriff dieser Individualität, wie sie als solche für sich selbst alle Realität ist, ist zunächst Resultat; sie hat ihre Bewegung und Realität noch nicht dargestellt und ist hier unmittelbar als einfaches Ansichsein gesetzt. Die Negativität aber, welche dasselbe ist, was als Bewegung erscheint, ist an dem einfachen Ansich als Bestimmtheit; und das Sein oder das einfache Ansich wird ein bestimmter Umfang. Die Individualität tritt daher als ursprüngliche bestimmte Natur auf: als ursprüngliche Natur, denn sie ist an sich, – als ursprünglich bestimmte, denn das Negative ist am Ansich, und dieses ist dadurch eine Qualität. Diese Beschränkung des Seins jedoch kann das Tun des Bewußtseins nicht beschränken, denn dieses ist hier ein vollendetes Sich-auf-sich-selbst-Beziehen; die Beziehung auf Anderes ist aufgehoben, welche die Beschränkung desselben wäre. Die ursprüngliche Bestimmtheit der Natur ist daher nur einfaches Prinzip, – ein durchsichtiges allgemeines Element, worin die Individualität ebenso frei und sich selbst gleich bleibt, als sie darin ungehindert ihre Unterschiede entfaltet und reine Wechselwirkung mit sich in ihrer Verwirklichung ist. Wie das unbestimmte Tierleben etwa dem Elemente des Wassers, der Luft oder der Erde und innerhalb dieser wieder bestimmteren[294] Prinzipien seinen Odem einbläst, alle seine Momente in sie eintaucht, aber sie Jener Beschränkung des Elements ungeachtet in seiner Macht und sich in seinem Eins erhält und als diese besondere Organisation dasselbe allgemeine Tierleben bleibt.
The concept of this individuality, which as such is for itself all reality, is initially a result; it has not yet presented its movement and actuality and is here immediately posited as a simple being-in-itself. But the negativity, which is identical with what appears as movement, resides in the simple in-itself as determinacy; and being or the simple in-itself becomes a determinate scope. Individuality thus emerges as an originally determinate nature: as original nature, because it is in-itself — as originally determinate, because the negative resides in the in-itself, and this thereby becomes a quality. However, this limitation of being cannot restrict the action of consciousness, for here action is a completed self-relation; the relation to otherness — which would constitute its limitation — is abolished. The original determinacy of nature is thus merely a simple principle — a transparent universal element in which individuality remains just as free and self-identical as it unfolds its differences unimpeded and maintains pure reciprocity with itself in its actualization. Like indeterminate animal life that breathes its vitality into the elements of water, air, or earth, and within these again into more specific[294] principles, immersing all its moments into them yet, despite this confinement within an element, preserves them under its power and remains in its unity as this particular organization — the same universal animal life.
Diese bestimmte ursprüngliche Natur des in ihr frei und ganz bleibenden Bewußtseins erscheint als der unmittelbare und einzige eigentliche Inhalt dessen, was dem Individuum Zweck ist; er ist zwar bestimmter Inhalt, aber er ist überhaupt Inhalt nur, insofern wir das Ansichsein isoliert betrachten; in Wahrheit aber ist er die von der Individualität durchdrungene Realität, die Wirklichkeit, wie sie das Bewußtsein als einzelnes an ihm selbst hat und zunächst als seiend, noch nicht als tuend gesetzt ist. Für das Tun aber ist einesteils jene Bestimmtheit darum nicht Beschränkung, über welche es hinauswollte, weil sie als seiende Qualität betrachtet die einfache Farbe des Elements ist, worin es sich bewegt; andernteils aber ist die Negativität Bestimmtheit nur am Sein; aber das Tun ist selbst nichts anderes als die Negativität; an der tuenden Individualität ist also die Bestimmtheit aufgelöst in Negativität überhaupt oder den Inbegriff aller Bestimmtheit.
This determinate original nature of consciousness, which remains free and whole within itself, appears as the immediate and sole authentic substance of the individual’s purpose. Though it is a determinate substance, it is substance at all only insofar as we consider the in-itself in isolation. In truth, however, it is reality permeated by individuality — actuality as consciousness possesses it within itself as singular and is initially posited as being, not yet as acting. For action, on the one hand, this determinacy is not a limitation to be transcended, for when considered as a qualitative being, it is the simple coloration of the element in which action moves. On the other hand, negativity is determinacy only in relation to being; but action itself is nothing other than negativity. In the acting individuality, therefore, determinacy is dissolved into negativity as such — the totality of all determinacy.
Die einfädle ursprüngliche Natur nun tritt in dem Tun und dem Bewußtsein des Tuns in den Unterschied, welcher diesem zukommt. Es ist zuerst als Gegenstand, und zwar als Gegenstand, wie er noch dem Bewußtsein angehört, als Zweck vorhanden und somit entgegengesetzt einer vorhandenen Wirklichkeit. Das andere Moment ist die Bewegung des als ruhend vorgestellten Zwecks, die Verwirklichung, als die Beziehung des Zwecks auf die ganz formelle Wirklichkeit, hiermit die Vorstellung des Überganges selbst oder das Mittel. Das dritte ist endlich der Gegenstand, wie er nicht mehr Zweck, dessen das Tuende unmittelbar als des seinigen sich bewußt ist, sondern wie er aus ihm heraus und für es als ein Anderes ist. – Diese verschiedenen Seiten sind nun aber nach dem Begriffe dieser Sphäre so festzuhalten, daß der Inhalt[295] in ihnen derselbe bleibt und kein Unterschied hereinkommt, weder der Individualität und des Seins überhaupt, noch des Zwecks gegen die Individualität als ursprüngliche Natur, noch gegen die vorhandene Wirklichkeit, ebenso nicht des Mittels gegen sie als absoluten Zweck, noch der bewirkten Wirklichkeit gegen den Zweck oder die ursprüngliche Natur oder das Mittel.
The simple original nature now enters into the distinction proper to action and the consciousness of action. First, it exists as object — and indeed as object belonging to consciousness — as purpose, and is thus opposed to an extant actuality. The second moment is the movement of the purpose posited as static — actualization as the relation of purpose to entirely formal actuality, hence the representation of the transition itself or the means. The third moment is finally the object as no longer purpose — of which the agent is immediately conscious as its own — but as having emerged from it and existing for it as an other. — These distinct aspects must now be maintained according to the concept of this sphere such that the substance[295] within them remains identical, admitting no distinction between individuality and being as such, nor between purpose and individuality as original nature, nor extant actuality; equally, no distinction between the means and these as absolute purpose, nor between the effected actuality and the purpose, original nature, or means.
Fürs erste also ist die ursprünglich bestimmte Natur der Individualität, ihr unmittelbares Wesen noch nicht als tuend gesetzt und heißt so besondere Fähigkeit, Talent, Charakter usf. Diese eigentümliche Tinktur des Geistes ist als der einzige Inhalt des Zwecks selbst und ganz allein als die Realität zu betrachten. Stellte man sich das Bewußtsein vor als darüber hinausgehend und einen anderen Inhalt zur Wirklichkeit bringen wollend, so stellte man es sich vor als ein Nichts in das Nichts hinarbeitend. – Dies ursprüngliche Wesen ist ferner nicht nur Inhalt des Zwecks, sondern an sich auch die Wirklichkeit, welche sonst als gegebener Stoff des Tuns, als vorgefundene und im Tun zu bildende Wirklichkeit erscheint. Das Tun ist nämlich nur reines Übersetzen aus der Form des noch nicht dargestellten in die des dargestellten Seins; das Ansichsein jener dem Bewußtsein entgegengesetzten Wirklichkeit ist zum bloßen leeren Scheine herabgesunken. Dies Bewußtsein, indem es sich zum Handeln bestimmt, läßt sich also durch den Schein der vorhandenen Wirklichkeit nicht irremachen, und ebenso hat es sich aus dem Herumtreiben in leeren Gedanken und Zwecken auf den ursprünglichen Inhalt seines Wesens zusammenzuhalten. – Dieser ursprüngliche Inhalt ist zwar erst für das Bewußtsein, indem es ihn verwirklicht hat, der Unterschied aber eines solchen, das für das Bewußtsein nur innerhalb seiner [ist], und einer außer ihm an sich seienden Wirklichkeit ist hinweggefallen. Nur daß für es sei, was es an sich ist, muß es handeln, oder das Handeln ist eben das Werden des Geistes als Bewußtsein.[296] Was es an sich ist, weiß es also aus seiner Wirklichkeit. Das Individuum kann daher nicht wissen, was es ist, ehe es sich durch das Tun zur Wirklichkeit gebracht hat. – Es scheint aber hiermit den Zweck seines Tuns nicht bestimmen zu können, ehe es getan hat; aber zugleich muß es, indem es Bewußtsein ist, die Handlung vorher als die ganz seinige, d.h. als Zweck vor sich haben. Das ans Handeln gehende Individuum scheint sich also in einem Kreise zu befinden, worin jedes Moment das andere schon voraussetzt, und hiermit keinen Anfang finden zu können, weil es sein ursprüngliches Wesen, das sein Zweck sein muß, erst aus der Tat kennenlernt, aber, um zu tun, vorher den Zweck haben muß. Ebendarum aber hat es unmittelbar anzufangen und, unter welchen Umständen es sei, ohne weiteres Bedenken um Anfang, Mittel und Ende zur Tätigkeit zu schreiten; denn sein Wesen und ansichseiende Natur ist alles in einem, Anfang, Mittel und Ende. Als Anfang ist sie in den Umständen des Handelns vorhanden, und das Interesse, welches das Individuum an etwas findet, ist die schon gegebene Antwort auf die Frage: ob und was hier zu tun ist. Denn was eine vorgefundene Wirklichkeit zu sein scheint, ist an sich seine ursprüngliche Natur, welche nur den Schein eines Seins hat einen Schein, der in dem Begriffe des sich entzweienden Tuns liegt, aber als seine ursprüngliche Natur sich in dem Interesse, das es an ihr findet, ausspricht. – Ebenso ist das Wie oder die Mittel an und für sich bestimmt. Das Talent ist gleichfalls nichts anderes als die bestimmte ursprüngliche Individualität, betrachtet als inneres Mittel oder Übergang des Zwecks zur Wirklichkeit. Das wirkliche Mittel aber und der reale Übergang ist die Einheit des Talents und der im Interesse vorhandenen Natur der Sache; jenes stellt am Mittel die Seite des Tuns, dieses die Seite des Inhalts vor, beide sind die Individualität selbst, als Durchdringung des Seins und des Tuns. Was also vorhanden ist, sind vorgefundene Umstände, die an sich die ursprüngliche Natur des Individuums sind; alsdann das Interesse, welches sie eben als das [297] seinige oder als Zweck setzt; endlich die Verknüpfung und Aufhebung dieses Gegensatzes im Mittel. Diese Verknüpfung fällt selbst noch innerhalb des Bewußtseins, und das soeben betrachtete Ganze ist die eine Seite eines Gegensatzes. Dieser noch übrige Schein von Entgegensetzung wird durch den Übergang selbst oder das Mittel aufgehoben, – denn es ist Einheit des Äußeren und Inneren, das Gegenteil der Bestimmtheit, welche es als inneres Mittel hat; es hebt sie also auf und setzt sich, diese Einheit des Tuns und des Seins ebenso als Äußeres, als die wirklich gewordene Individualität selbst, d. i. die für sie selbst als das Seiende gesetzt ist. Die ganze Handlung tritt auf diese Weise weder als die Umstände, noch als Zweck noch Mittel, noch als Werk aus sich heraus.
First, then, the originally determined nature of individuality – its immediate essence – is not yet posited as active and is thus called a particular capacity, talent, character, etc. This distinctive hue of Spirit is to be considered the sole content of the purpose itself and the sole actuality. If one were to imagine consciousness as transcending this and seeking to bring forth another content into actuality, one would imagine it laboring into nothingness from nothingness. – Furthermore, this original essence is not merely the content of the purpose but is in itself also the actuality, which otherwise appears as the given material of action, as a pregiven actuality to be shaped through action. For action is merely the pure translation from the form of not-yet-manifest being into that of manifest being; the being-in-itself of the actuality opposed to consciousness is reduced to an empty semblance. This consciousness, in determining itself to act, is therefore not misled by the semblance of existing actuality, and it must likewise refrain from wandering in empty thoughts and purposes, holding fast to the original content of its essence. – Though this original content first becomes for consciousness only when it has actualized it, the distinction between a content that is merely within consciousness and a reality existing in itself outside it has vanished. That for it should exist what it is in itself – this it must achieve through action, for action is precisely the becoming of Spirit as consciousness. [296] What it is in itself, it knows therefore from its actuality. The individual thus cannot know what it is until it has brought itself to actuality through action. – Yet it seems that the individual cannot determine the purpose of its action before acting; but as consciousness, it must simultaneously hold the act beforehand as wholly its own, i.e., as purpose. The individual embarking on action thus seems to find itself in a circle where each moment already presupposes the other, and hence it cannot find a beginning, for it learns its original essence – which must be its purpose – only from the deed, yet to act, it must already have the purpose. Precisely for this reason, however, it must begin immediately and, whatever the circumstances, proceed to activity without further hesitation regarding beginning, means, and end; for its essence and being-in-itself is all in one: beginning, means, and end. As beginning, it is present in the circumstances of action, and the interest the individual finds in something is the already-given answer to the question: whether and what is to be done here. For what appears as a pregiven actuality is in itself its original nature, which merely has the semblance of being – a semblance lying in the concept of self-diremptive action – but as its original nature, it expresses itself in the interest the individual takes in it. – Similarly, the how or the means is determined in and for itself. Talent, too, is nothing other than the originally determined individuality considered as the inner means or transition of the purpose into actuality. The actual means and the real transition, however, are the unity of talent and the pregiven nature of the matter as found in the interest; the former presents the side of action in the means, the latter the side of content – both are the individuality itself as the interpenetration of being and action. What is present, therefore, are pregiven circumstances, which are in themselves the original nature of the individual; next, the interest that posits them precisely as its own or as purpose; finally, the interconnection and sublation of this opposition in the means. This interconnection itself still falls within consciousness, and the whole just considered is one side of an opposition. This remaining semblance of opposition is sublated through the transition itself or the means – for it is the unity of outer and inner, the contrary of the determinacy it has as the inner means; it thus sublates this determinacy and posits itself – this unity of action and being – equally as the outer, i.e., as the actualized individuality itself, which is for itself as being. The entire action, in this way, does not step outside itself as circumstances, purpose, means, or work.
Mit dem Werke aber scheint der Unterschied der ursprünglichen Naturen einzutreten; das Werk ist wie die ursprüngliche Natur, welche es ausdrückt, ein Bestimmtes, denn vom Tun frei entlassen als seiende Wirklichkeit, ist die Negativität als Qualität an ihm. Das Bewußtsein aber bestimmt sich ihm gegenüber als dasjenige, welches die Bestimmtheit als Negativität überhaupt, als Tun, an ihm hat; es ist also das Allgemeine gegen jene Bestimmtheit des Werks, kann es also mit anderen vergleichen und hieraus die Individualitäten selbst als verschiedene fassen; das in seinem Werke weiter übergreifende Individuum entweder als stärkere Energie des Willens oder als reichere Natur, d.h. eine solche, deren ursprüngliche Bestimmtheit weniger beschränkt ist, – eine andere hingegen als eine schwächere und dürftigere Natur. Gegen diesen unwesentlichen Unterschied der Größe würde das Gute und Schlechte einen absoluten Unterschied ausdrücken; aber hier findet dieser nicht statt. Was auf die eine oder andere Weise genommen würde, ist auf gleiche Weise ein Tun und Treiben, ein sich Darstellen und Aussprechen einer Individualität, und darum alles gut; und es wäre eigentlich nicht zu sagen, was das Schlechte sein sollte. Was ein schlechtes Werk genannt würde, ist das individuelle Leben[298] einer bestimmten Natur, die sich darin verwirklicht; zu einem schlechten Werke würde es nur durch den vergleichenden Gedanken verdorben, der aber etwas Leeres ist, da er über das Wesen des Werks, ein Sich-Aussprechen der Individualität zu sein, hinausgeht und sonst, man weiß nicht was, daran sucht und fordert. – Er könnte nur den vorhin angeführten Unterschied betreffen; dieser ist aber an sich, als Größenunterschied, ein unwesentlicher, und hier bestimmt darum, weil es verschiedene Werke oder Individualitäten wären, die miteinander verglichen würden; aber diese gehen einander nichts an; jedes bezieht sich nur auf sich selbst. Die ursprüngliche Natur ist allein das Ansich oder das, was als Maßstab der Beurteilung des Werks und umgekehrt zugrunde gelegt werden könnte; beides aber entspricht sich einander, es ist nichts für die Individualität, was nicht durch sie, oder es gibt keine Wirklichkeit, die nicht ihre Natur und ihr Tun, und kein Tun noch Ansich derselben, das nicht wirklich ist, und nur diese Momente sind zu vergleichen.
With the work, however, the difference of original natures appears to emerge; the work, like the original nature it expresses, is a determinate entity, for, released from action as existent actuality, negativity subsists in it as quality. Consciousness, however, determines itself in opposition to it as that which has determinacy as negativity in general, i.e., as action; it is thus the universal against that determinacy of the work and can therefore compare it with others, thereby apprehending individualities themselves as distinct. The individuality that extends itself further in its work is either grasped as a stronger energy of will or as a richer nature — that is, one whose original determinacy is less restricted — while another is grasped as weaker and more impoverished. Against this inessential difference of magnitude, the Good and the Bad would express an absolute distinction, but this does not occur here. What is taken in either way is equally an acting and striving, a manifestation and expression of individuality, and therefore all is good; indeed, one could not say what the Bad would be. What is called a bad work is the individual life[298] of a determinate nature actualizing itself; it becomes a bad work only through the corrupting influence of comparative thought — which, however, is empty, for it exceeds the essence of the work (to be an expression of individuality) and seeks and demands something else in it, though one knows not what. — It could only concern the aforementioned difference of magnitude, which is in itself inessential and here specifically so because it would involve comparing different works or individualities. But these have nothing to do with each other; each relates only to itself. The original nature alone is the in-itself or what could serve as the standard for judging the work and vice versa. Yet both correspond to each other; there is nothing for individuality that is not through it, or no actuality that is not its nature and action, nor any action or in-itself of it that is not actual. Only these moments are to be compared.
Es findet daher überhaupt weder Erhebung, noch Klage, noch Reue statt; denn dergleichen alles kommt aus dem Gedanken her, der sich einen anderen Inhalt und ein anderes Ansich einbildet, als die ursprüngliche Natur des Individuums und ihre in der Wirklichkeit vorhandene Ausführung ist. Was es sei, das es tut und ihm widerfährt, dies hat es getan und ist es selbst; es kann nur das Bewußtsein des reinen Übersetzens seiner selbst aus der Nacht der Möglichkeit in den Tag der Gegenwart, des abstrakten Ansich in die Bedeutung des wirklichen Seins und die Gewißheit haben, daß, was in diesem ihm vorkommt, nichts anderes ist, als was in jener schlief. Das Bewußtsein dieser Einheit ist zwar ebenfalls eine Vergleichung, aber was verglichen wird, hat eben nur den Schein des Gegensatzes; ein Schein der Form, der für das Selbstbewußtsein der Vernunft, daß die Individualität an ihr selbst die Wirklichkeit ist, nichts mehr als Schein ist. Das Individuum kann also, da es weiß, daß es in seiner Wirklichkeit nichts anderes finden kann als ihre Einheit mit[299] ihm oder nur die Gewißheit seiner selbst in ihrer Wahrheit, und daß es also immer seinen Zweck erreicht, nur Freude an sich erleben.
Therefore, neither elevation, nor lament, nor repentance occurs at all; for all such stem from a thought that fancies another substance and another in-itself than the individuality’s original nature and its actualized execution in reality. What it does and what befalls it, this it has done and is itself; it can only have the consciousness of the pure translation of itself from the night of possibility into the day of the present, from the abstract in-itself into the significance of actual being, and the certainty that what occurs to it in this sphere is nothing other than what slumbered within that night. The consciousness of this unity is indeed also a comparison, but what is compared has precisely only the semblance of opposition — a semblance of form that, for the self-consciousness of reason (which knows individuality to be actuality in itself), is nothing more than semblance. Since the individuality knows that it can find in its actuality nothing other than its unity with[299] itself or only the certainty of itself in its truth, and that it therefore always attains its end, it can experience only joy in itself.
Dies ist der Begriff, welchen das Bewußtsein, das sich seiner als absoluter Durchdringung der Individualität und des Seins gewiß ist, von sich macht; sehen wir, ob er sich ihm durch die Erfahrung bestätigt und seine Realität damit übereinstimmt. Das Werk ist die Realität, welche das Bewußtsein sich gibt; es ist dasjenige, worin das Individuum das für es ist, was es an sich ist, und so, daß das Bewußtsein, für welches es in dem Werke wird, nicht das besondere, sondern das allgemeine Bewußtsein ist; es hat sich im Werke überhaupt in das Element der Allgemeinheit, in den bestimmtheitslosen Raum des Seins hinausgestellt. Das von seinem Werke zurücktretende Bewußtsein ist in der Tat das allgemeine – weil es die absolute Negativität oder das Tun in diesem Gegensatze wird – gegen sein Werk, welches das bestimmte ist; es geht also über sich als Werk hinaus und ist selbst der bestimmtheitslose Raum, der sich von seinem Werke nicht erfüllt findet. Wenn vorhin im Begriffe sich doch ihre Einheit erhielt, so geschah dies eben dadurch, daß das Werk als seiendes Werk aufgehoben wurde. Aber es soll sein, und es ist zu sehen, wie in seinem Sein die Individualität seine Allgemeinheit erhalten und sich zu befriedigen wissen wird. – Zunächst ist das gewordene Werk für sich zu betrachten. Es hat die ganze Natur der Individualität mitempfangen; sein Sein ist daher selbst ein Tun, worin sich alle Unterschiede durchdringen und auflösen; das Werk ist also in ein Bestehen hinausgeworfen, worin die Bestimmtheit der ursprünglichen Natur in der Tat gegen andere bestimmte Naturen sich herauskehrt, in sie eingreift wie diese anderen in sie und sich als verschwindendes Moment in dieser allgemeinen Bewegung verliert. Wenn innerhalb des Begriffs der an und für sich selbst realen Individualität alle Momente, Umstände, Zweck, Mittel, und die Verwirklichung einander gleich sind und die ursprüngliche bestimmte Natur nur als[300] allgemeines Element gilt, so kommt dagegen, indem dies Element gegenständliches Sein wird, seine Bestimmtheit als solche in dem Werke an den Tag und erhält ihre Wahrheit in ihrer Auflösung. Näher stellt diese Auflösung sich so dar, daß in dieser Bestimmtheit das Individuum als dieses sich wirklich geworden ist; aber sie ist nicht nur Inhalt der Wirklichkeit, sondern ebenso Form derselben, oder die Wirklichkeit als solche überhaupt ist eben diese Bestimmtheit, dem Selbstbewußtsein entgegengesetzt zu sein. Von dieser Seite zeigt sie sich als die aus dem Begriffe verschwundene, nur vorgefundene fremde Wirklichkeit. Das Werk ist, d.h. es ist für andere Individualitäten, und für sie eine fremde Wirklichkeit, an deren Stelle sie die ihrige setzen müssen, um durch ihr Tun sich das Bewußtsein ihrer Einheit mit der Wirklichkeit zu geben; oder ihr durch ihre ursprüngliche Natur gesetztes Interesse an jenem Werke ist ein anderes als das eigentümliche Interesse dieses Werks, welches hierdurch zu etwas anderem gemacht ist. Das Werk ist also überhaupt etwas Vergängliches, das durch das Widerspiel anderer Kräfte und Interessen ausgelöscht wird und viel mehr die Realität der Individualität als verschwindend denn als vollbracht darstellt.
This is the Concept that consciousness, certain of itself as the absolute interpenetration of individuality and Being, forms of itself; let us see whether this Concept is confirmed through experience and whether its reality corresponds to it. The work is the actuality that consciousness gives itself; it is that in which the individual becomes for itself what it is in itself, such that consciousness, for which it becomes in the work, is not the particular but the universal consciousness. In the work, it has generally externalized itself into the element of universality, into the determinacy-less space of Being. The consciousness that steps back from its work is in truth the universal — because it becomes absolute negativity or Act in this opposition — in contrast to its work, which is the determinate. It thus transcends itself as work and is itself the determinacy-less space that does not find itself fulfilled by its work. If previously their unity was nevertheless maintained in the Concept, this occurred precisely because the work was sublated as a merely existing work. But it ought to be, and we must see how, in its Being, individuality will retain its universality and find satisfaction. — First, the work that has come to be must be considered for itself. It has received the entire nature of individuality; its Being is therefore itself an Act in which all distinctions interpenetrate and dissolve. The work is thus cast into a subsistence wherein the determinacy of the original nature in fact turns against other determinate natures, encroaches upon them as these others encroach upon it, and loses itself as a vanishing moment within this universal movement. While within the Concept of the individuality that is real in and for itself, all moments — circumstances, purpose, means, and actualization — are equal to one another, and the original determinate nature counts only as the[300] universal element, conversely, as this element becomes objective Being, its determinacy as such comes to light in the work and attains its truth in its dissolution. More precisely, this dissolution presents itself such that in this determinacy, the individuality has become actual as this individuality. But this determinacy is not only the content of actuality but equally its form; or actuality as such is precisely this determinacy, posited as opposed to self-consciousness. From this side, it shows itself as the vanished-from-the-Concept, merely found alien actuality. The work is, i.e., it exists for other individualities, and for them, it is a foreign actuality, in whose place they must posit their own to give themselves, through their act, the consciousness of their unity with actuality. Or their interest, posited by their original nature in this work, is different from the proper interest of this work, which is thereby transformed into something else. The work is thus something perishable overall, extinguished by the counterplay of other forces and interests, and it presents the actuality of individuality far more as vanishing than as accomplished.
Es entsteht dem Bewußtsein also in seinem Werke der Gegensatz des Tuns und des Seins, welcher in den früheren Gestalten des Bewußtseins zugleich der Anfang des Tuns war, hier nur Resultat ist. Er hat aber in der Tat gleichfalls zugrunde gelegen, indem das Bewußtsein als an sich reale Individualität ans Handeln ging; denn dem Handeln war die bestimmte ursprüngliche Natur als das Ansich vorausgesetzt, und das reine Vollbringen um des Vollbringens willen hatte sie zum Inhalte. Das reine Tun ist aber die sich selbst gleiche Form, welcher hiermit die Bestimmtheit der ursprünglichen Natur ungleich ist. Es ist hier wie sonst gleichgültig, welches von beiden Begriff und welches Realität genannt wird; die ursprüngliche Natur ist das Gedachte oder das Ansich gegen das Tun, worin sie erst ihre Realität[301] hat; oder die ursprüngliche Natur ist das Sein ebensowohl der Individualität als solcher wie ihrer als Werk, das Tun aber ist der ursprüngliche Begriff als absoluter Übergang oder als das Werden. Diese Unangemessenheit des Begriffs und der Realität, die in seinem Wesen liegt, erfährt das Bewußtsein in seinem Werke; in diesem wird es sich also, wie es in Wahrheit ist, und sein leerer Begriff von sich selbst verschwindet.
There thus arises for consciousness in its work the opposition between action and being, which in the earlier shapes of consciousness was simultaneously the beginning of action but here appears only as the result. Yet this opposition was in fact already implicit from the start, since consciousness as individuality that is in-itself real proceeded to act. For action presupposed the determinate original nature as the in-itself, and pure accomplishment for the sake of accomplishment had this nature as its content. Pure action, however, is the self-identical form to which the determinacy of the original nature is therefore unequal. Here, as elsewhere, it is indifferent which is called Concept and which reality: the original nature is the thought or the in-itself over against action, wherein it first attains its reality[301]; or the original nature is the being both of individuality as such and of individuality as work, while action is the original Concept as absolute transition or as becoming. This disproportion between Concept and reality, which lies in its essence, is experienced by consciousness in its work. In the work, consciousness thus comes to see itself as it is in truth, and its empty concept of itself vanishes.
In diesem Grundwiderspruche des Werks, das die Wahrheit dieser sich an sich realen Individualität ist, treten somit wieder alle Seiten derselben als widersprechend auf; oder das Werk, als der Inhalt der ganzen Individualität aus dem Tun, welches die negative Einheit ist und alle Momente gefangen hält, in das Sein herausgestellt, läßt sie nun frei; und im Elemente des Bestehens werden sie gleichgültig gegeneinander. Begriff und Realität trennen sich also als Zweck und als dasjenige, was die ursprüngliche Wesenheit ist. Es ist zufällig, daß der Zweck wahrhaftes Wesen habe oder daß das Ansich zum Zwecke gemacht werde. Ebenso treten wieder Begriff und Realität als Übergang in die Wirklichkeit und als Zweck auseinander; oder es ist zufällig, daß das den Zweck ausdrückende Mittel gewählt werde. Und endlich diese inneren Momente zusammen, sie mögen in sich eine Einheit haben oder nicht, – das Tun des Individuums ist wieder zufällig gegen die Wirklichkeit überhaupt; das Glück entscheidet ebensowohl für einen schlecht bestimmten Zweck und schlechtgewählte Mittel als gegen sie.
In this fundamental contradiction of the work — which is the truth of this individuality that is real in-itself — all aspects of the work thus re-emerge as contradictory. The work, as the content of the entire individuality extracted from action (which is the negative unity holding all moments captive) and cast into being, now releases these moments. In the element of subsistence, they become indifferent to one another. Concept and reality therefore separate as purpose and as that which constitutes the original essence. It is contingent whether the purpose has true essence or whether the in-itself is made into a purpose. Similarly, Concept and reality again fall apart as transition into actuality and as purpose; that is, it is contingent whether the means expressing the purpose are chosen. Finally, even if these inner moments cohere in unity — the action of the individual remains contingent with respect to actuality as such; happiness decides just as much for a poorly defined purpose and ill-chosen means as against them.
Wenn nun hiermit dem Bewußtsein an seinem Werke der Gegensatz des Wollens und Vollbringens, des Zwecks und der Mittel und wieder dieses Innerlichen zusammen und der Wirklichkeit selbst wird, was überhaupt die Zufälligkeit seines Tuns in sich befaßt, so ist aber ebenso auch die Einheit und die Notwendigkeit desselben vorhanden; diese Seite greift über jene über, und die Erfahrung von der Zufälligkeit des Tuns ist selbst nur eine zufällige Erfahrung. Die Notwendigkeit des Tuns besteht darin, daß Zweck schlechthin[302] auf die Wirklichkeit bezogen ist, und diese Einheit ist der Begriff des Tuns; es wird gehandelt, weil das Tun an und für sich selbst das Wesen der Wirklichkeit ist. In dem Werke ergibt sich zwar die Zufälligkeit, welche das Vollbrachtsein gegen das Wollen und Vollbringen hat; und diese Erfahrung, welche als die Wahrheit gelten zu müssen scheint, widerspricht jenem Begriffe der Handlung. Betrachten wir jedoch den Inhalt dieser Erfahrung in seiner Vollständigkeit, so ist er das verschwindende Werk; was sich erhält, ist nicht das Verschwinden, sondern das Verschwinden ist selbst wirklich und an das Werk geknüpft und verschwindet selbst mit diesem; das Negative geht mit dem Positiven, dessen Negation es ist, selbst zugrunde.
Now, if in this way consciousness finds in its work the opposition between willing and accomplishing, between purpose and means, and again between this inward totality and actuality itself — an opposition that inherently contains the contingency of its action — yet the unity and necessity of action are equally present. This latter aspect supersedes the former, and the experience of the contingency of action is itself only a contingent experience. The necessity of action consists in the fact that purpose is absolutely[302] related to actuality, and this unity is the Concept of action. One acts because action is in and for itself the essence of actuality. In the work, however, the contingency that accomplishment bears against willing and acting does emerge. This experience, which seems to claim validity as truth, contradicts that Concept of action. Yet if we consider the content of this experience in its completeness, it is the vanishing work. What persists is not the vanishing itself; rather, the vanishing is actual and bound to the work, vanishing along with it. The negative perishes together with the positive whose negation it is.
Dies Verschwinden des Verschwindens liegt in dem Begriffe der an sich realen Individualität selbst; denn dasjenige, worin das Werk oder was an ihm verschwindet und was demjenigen, was Erfahrung genannt worden, seine Übermacht über den Begriff, den die Individualität von sich selbst hat, geben sollte, ist die gegenständliche Wirklichkeit; sie aber ist ein Moment, welches auch in diesem Bewußtsein selbst keine Wahrheit mehr für sich hat; diese besteht nur in der Einheit desselben mit dem Tun, und das wahre Werk ist nur jene Einheit des Tuns und des Seins, des Wollens und Vollbringens. Dem Bewußtsein ist also um der seinem Handeln zugrunde liegenden Gewißheit [willen] die ihr entgegengesetzte Wirklichkeit selbst ein solches, welches nur für es ist; ihm als in sich zurückgekehrtem Selbstbewußtsein, dem aller Gegensatz verschwunden ist, kann er nicht mehr in dieser Form seines Fürsichseins gegen die Wirklichkeit werden; sondern der Gegensatz und die Negativität, die an dem Werke zum Vorschein kommt, trifft hiermit nicht nur den Inhalt des Werks oder auch des Bewußtseins, sondern die Wirklichkeit als solche und damit den nur durch sie und an ihr vorhandenen Gegensatz und das Verschwinden des Werks. Auf diese Weise reflektiert sich also das Bewußtsein in sich aus seinem vergänglichen Werke und behauptet seinen[303] Begriff und Gewißheit als das Seiende und Bleibende gegen die Erfahrung von der Zufälligkeit des Tuns; es erfährt in der Tat seinen Begriff, in welchem die Wirklichkeit nur ein Moment, etwas für es, nicht das Anundfürsich ist; es erfährt sie als verschwindendes Moment, und sie gilt ihm daher nur als Sein überhaupt, dessen Allgemeinheit mit dem Tun dasselbe ist. Diese Einheit ist das wahre Werk; es ist die Sache selbst, welche sich schlechthin behauptet und als das Bleibende erfahren wird, unabhängig, von der Sache, welche die Zufälligkeit des individuellen Tuns als eines solchen, der Umstände, Mittel und der Wirklichkeit ist.
This vanishing of the vanishing lies in the Concept of the inherently real individuality itself; for that which causes the work to vanish—or what vanishes within it—and which was supposed to grant superiority over the Concept (the individuality’s self-understanding) through what is called experience, is the objective actuality. Yet this actuality is a moment that no longer possesses independent truth within this consciousness itself; truth exists solely in the unity of consciousness with action, and the true work is precisely this unity of action and being, of willing and accomplishing. Thus, for consciousness, due to the certainty underlying its action, the actuality opposed to it is itself something that exists only for it. As consciousness has returned into itself as self-consciousness, in which all opposition has dissolved, this opposition can no longer appear in the form of its being-for-itself against actuality. Rather, the opposition and negativity manifest in the work now affect not merely the content of the work or of consciousness but actuality as such—and thereby the opposition that exists only through and within actuality, as well as the vanishing of the work. In this way, consciousness reflects itself back into itself from its perishable work and asserts its[303] Concept and certainty as the existent and enduring against the experience of the contingency of action. In truth, it experiences its Concept, in which actuality is merely a moment, something for it, not the in-and-for-itself; it experiences actuality as a vanishing moment, which thus counts for consciousness only as being in general, whose universality is identical with action. This unity is the true work; it is the matter itself, which absolutely asserts itself and will be experienced as the enduring, independent of the contingencies of individual action as such—of circumstances, means, and actuality.
Die Sache selbst ist diesen Momenten nur insofern entgegengesetzt, als sie isoliert gelten sollen, ist aber wesentlich als Durchdringung der Wirklichkeit und der Individualität die Einheit derselben; ebensowohl ein Tun und als Tun reines Tun überhaupt, damit ebensosehr Tun dieses Individuums, und dies Tun als ihm noch angehörig im Gegensatze gegen die Wirklichkeit, als Zweck; ebenso ist sie der Übergang aus dieser Bestimmtheit in die entgegengesetzte, und endlich eine Wirklichkeit, welche für das Bewußtsein vorhanden ist. Die Sache selbst drückt hiermit die geistige Wesenheit aus, worin alle diese Momente aufgehoben sind als für sich geltende, also nur als allgemeine gelten, und worin dem Bewußtsein seine Gewißheit von sich selbst gegenständliches Wesen, eine Sache, ist; der aus dem Selbstbewußtsein als der seinige herausgeborene Gegenstand, ohne aufzuhören, freier eigentlicher Gegenstand zu sein. – Das Ding der sinnlichen Gewißheit und des Wahrnehmens hat nun für das Selbstbewußtsein allein seine Bedeutung durch es; hierauf beruht der Unterschied eines Dings und einer Sache. – Es wird eine der sinnlichen Gewißheit und Wahrnehmung entsprechende Bewegung daran durchlaufen.
The matter itself is opposed to these moments only insofar as they claim to stand in isolation, but it is essentially the unity of actuality and individuality as their interpenetration. It is equally an action and, as action, pure action as such, thereby just as much the action of this individual; an action that still belongs to the individual in opposition to actuality as purpose. Similarly, it is the transition from this determinacy into its opposite, and finally, an actuality that is present for consciousness. The matter itself thus expresses the spiritual essence in which all these moments are sublated as self-subsistent, thereby valid only as universal, and in which consciousness’s certainty of itself becomes an objective essence—a matter. It is the object born from self-consciousness as its own, yet without ceasing to be a free, authentic object. —The thing of sense-certainty and perception now has significance for self-consciousness solely through it; herein lies the distinction between a thing and a matter. —A movement corresponding to sense-certainty and perception will now unfold within it.
In der Sache selbst also, als der gegenständlich gewordenen Durchdringung der Individualität und der Gegenständlichkeit selbst, ist dem Selbstbewußtsein sein wahrer Begriff von sich geworden, oder es ist zum Bewußtsein seiner Substanz[304] gekommen. Es ist zugleich, wie es hier ist, ein soeben gewordenes und daher unmittelbares Bewußtsein derselben, und dies ist die bestimmte Weise, in welcher das geistige Wesen hier vorhanden und noch nicht zur wahrhaft realen Substanz gediehen ist. Die Sache selbst hat in diesem unmittelbaren Bewußtsein derselben die Form des einfachen Wesens, welches als Allgemeines alle seine verschiedenen Momente in sich enthält und ihnen zukommt, aber auch wieder gleichgültig gegen sie als bestimmte Momente und frei für sich ist und als diese freie einfache, abstrakte Sache selbst, als das Wesen gilt. Die verschiedenen Momente der ursprünglichen Bestimmtheit oder der Sache dieses Individuums, seines Zwecks, der Mittel, des Tuns selbst und der Wirklichkeit, sind für dieses Bewußtsein einerseits einzelne Momente, welche es gegen die Sache selbst verlassen und aufgeben kann; andererseits aber haben sie alle die Sache selbst nur so zum Wesen, daß sie als das abstrakte Allgemeine derselben an jedem dieser verschiedenen Momente sich findet und Prädikat derselben sein kann. Sie selbst ist noch nicht das Subjekt, sondern dafür gelten jene Momente, weil sie auf die Seite der Einzelheit überhaupt fallen, die Sache selbst aber nur erst das einfach Allgemeine ist. Sie ist die Gattung, welche sich in allen diesen Momenten als ihren Arten findet und ebenso frei davon ist.
In the matter itself [Sache selbst], as the objectified interpenetration of individuality and objectivity, self-consciousness has attained its true concept of itself — or it has arrived at the consciousness of its substance. Simultaneously, as it exists here, it is an immediate consciousness of this substance, newly formed, and this constitutes the specific mode in which the spiritual essence is present here, not yet developed into a truly actual substance. In this immediate consciousness of it, the matter itself assumes the form of a simple essence that, as universal, contains all its diverse moments within itself and belongs to them, yet remains indifferent to them as determinate moments and exists freely for itself. As this free simple, abstract matter itself, it counts as the essence. The diverse moments of the original determinacy — the matter of this individual, its purpose, means, the action itself, and actuality — are, for this consciousness, on one hand, singular moments that it can abandon and relinquish in favor of the matter itself. On the other hand, however, they all have the matter itself as their essence only insofar as it is the abstract universal that is found in each of these diverse moments and can serve as their predicate. The matter itself is not yet the subject; rather, those moments hold this status because they fall on the side of singularity, while the matter itself remains merely the simple universal. It is the genus [Gattung], which manifests in all these moments as its species [Arten] and is equally free from them.
Das Bewußtsein heißt ehrlich, welches einesteils zu diesem Idealismus gekommen, den die Sache selbst ausdrückt, und andernteils an ihr als dieser formalen Allgemeinheit das Wahre hat; dem es immer nur um sie zu tun ist, das sich daher in ihren verschiedenen Momenten oder Arten herumtreibt und, indem es sie in einem derselben oder in einer Bedeutung nicht erreicht, eben dadurch in dem anderen ihrer habhaft wird, somit die Befriedigung in der Tat immer gewinnt, welche diesem Bewußtsein seinem Begriffe nach zuteil werden sollte. Es mag gehen, wie es will, so hat es die Sache selbst vollbracht und erreicht, denn sie ist als diese allgemeine Gattung jener Momente Prädikat aller.[305]
This consciousness is termed honest — partly because it has reached this idealism expressed by the matter itself, and partly because it takes truth to reside in the latter’s formal universality. For such consciousness, the sole concern is the matter itself; it busies itself with its diverse moments or species and, by failing to grasp one of them or one meaning, seizes upon another, thereby always securing in practice the satisfaction that, according to its concept, ought to be granted. However matters may turn out, it has accomplished and attained the matter itself, for as this universal genus of those moments, it is the predicate of all.
Bringt es einen Zweck nicht zur Wirklichkeit, so hat es ihn doch gewollt, d.h. es macht den Zweck als Zweck, das reine Tun, welches nichts tut, zur Sache selbst und kann sich daher so ausdrücken und trösten, daß doch immer etwas getan und getrieben worden ist. Da das Allgemeine selbst das Negative oder das Verschwinden unter sich enthält, so ist auch dies, daß das Werk sich vernichtet, selbst sein Tun; es hat die anderen dazu gereizt und findet in dem Verschwinden seiner Wirklichkeit noch die Befriedigung, wie böse Jungen in der Ohrfeige, die sie erhalten, sich selbst genießen, nämlich als Ursache derselben. Oder es hat die Sache selbst auszuführen auch nicht einmal versucht und gar nichts getan, so hat es nicht gemocht; die Sache selbst ist ihm eben Einheit seines Entschlusses und der Realität, es behauptet, daß die Wirklichkeit nichts anderes wäre als sein Mögen. – Es ist endlich etwas ihm Interessantes überhaupt ohne sein Zutun geworden, so ist ihm diese Wirklichkeit die Sache selbst eben in dem Interesse, das es daran findet, ob sie gleich nicht von ihm hervorgebracht worden ist; ist es ein Glück, das ihm persönlich widerfahren, so hält es darauf als auf seine Tat und Verdienst-, ist es sonst eine Weltbegebenheit, die es weiter nichts angeht, so macht es sie ebenso zu der seinigen, und tatloses Interesse gilt ihm für Partei, die es dafür oder dawider genommen und bekämpft oder gehalten hat.
If consciousness fails to bring a purpose into actuality, it has at least willed it — that is, it elevates the purpose as purpose, the pure action that accomplishes nothing, into the matter itself. Thus, it can console itself by declaring that something was indeed done and pursued. Since the universal itself contains negativity or vanishing within itself, the disappearance of its actuality is equally its own action. It has provoked others and finds satisfaction even in the obliteration of its reality — much like mischievous boys who revel in the slap they receive, taking pleasure in being its cause. Or if it did not even attempt to execute the matter itself and did nothing at all, then it simply did not will it; the matter itself is precisely the unity of its resolve and reality. It insists that actuality would be nothing other than its willing. Finally, if something of interest occurs without its involvement, this actuality becomes the matter itself through the interest it takes — even if it did not produce it. If it is a personal stroke of luck, it claims it as its own deed and merit; if it is a world event unrelated to it, it still appropriates it, treating disinterested interest as a side [Partei] it has taken for or against, combated or upheld.
Die Ehrlichkeit dieses Bewußtseins sowie die Befriedigung, die es allenthalben erlebt, besteht, wie erhellt, in der Tat darin, daß es seine Gedanken, die es von der Sache selbst hat, nicht zusammenbringt. Die Sache, selbst ist ihm ebensowohl seine Sache wie gar kein Werk, oder das reine Tun und der leere Zweck, oder auch eine tatlose Wirklichkeit; es macht eine Bedeutung nach der anderen zum Subjekte dieses Prädikats und vergißt die eine nach der anderen. Jetzt im bloßen Gewollt– oder auch im Nichtgemochthaben hat die Sache selbst die Bedeutung des leeren Zwecks und der gedachten Einheit des Wollens und Vollbringens. Der Trost[306] über die Vernichtung des Zwecks, doch gewollt oder doch rein getan, sowie die Befriedigung, den anderen etwas zu tun gegeben zu haben, macht das reine Tun oder das ganz schlechte Werk zum Wesen; denn dasjenige ist ein schlechtes zu nennen, welches gar keines ist. Endlich beim Glücksfall, die Wirklichkeit vorzufinden, wird dieses Sein ohne Tat zur Sache selbst.
The honesty of this consciousness, as well as the satisfaction it experiences everywhere, consists in truth not in its ability to unify the thoughts it holds about the matter itself. The matter itself is for it both its own affair and no work at all—either as pure doing and empty purpose or as a workless actuality. It treats each meaning successively as the subject of this predicate, forgetting one after the other. Now, in mere willed intention—or even in not having willed—the matter itself takes on the significance of an empty purpose and the thought unity of willing and accomplishing. The consolation[306] over the destruction of the purpose—that it was at least willed or purely done—as well as the satisfaction of having given others something to do, elevates the pure doing or utterly deficient work into the essence; for that which is no work at all must be called deficient. Finally, when it discovers an actuality through happenstance, this being-without-action becomes the matter itself.
Die Wahrheit dieser Ehrlichkeit aber ist, nicht so ehrlich zu sein, als sie aussieht. Denn sie kann nicht so gedankenlos sein, diese verschiedenen Momente in der Tat so auseinanderfallen zu lassen, sondern sie muß das unmittelbare Bewußtsein über ihren Gegensatz haben, weil sie sich schlechthin aufeinander beziehen. Das reine Tun ist wesentlich Tun dieses Individuums, und dieses Tun ist ebenso wesentlich eine Wirklichkeit oder eine Sache. Umgekehrt ist die Wirklichkeit wesentlich nur als sein Tun sowie als Tun überhaupt; und sein Tun ist zugleich nur wie Tun überhaupt, so auch Wirklichkeit. Indem es ihm also nur um die Sache selbst als abstrakte Wirklichkeit zu tun scheint, ist auch dies vorhanden, daß es ihm um sie als sein Tun zu tun ist. Aber ebenso, indem es ihm nur ums Tun und Treiben zu tun ist, ist es ihm damit nicht Ernst, sondern es ist ihm um eine Sache zu tun und um die Sache als die seinige. Indem es endlich nur seine Sache und sein Tun zu wollen scheint, ist es wieder um die Sache überhaupt oder die an und für sich bleibende Wirklichkeit zu tun.
The truth of this honesty, however, is that it is not as honest as it appears. For it cannot be so thoughtless as to let these diverse moments fall apart in reality; rather, it must have an immediate consciousness of their opposition, since they are absolutely interrelated. Pure doing is essentially the doing of this individual, and this doing is equally essentially an actuality or a matter. Conversely, actuality is essentially only its doing as well as doing as such; and its doing is simultaneously both a doing as such and actuality. Thus, while it seems concerned only with the matter itself as abstract actuality, it is also the case that it is concerned with the matter as its own doing. Yet just as it appears concerned solely with doing and activity, it is not earnest in this but is rather invested in a matter and in the matter as its own. Conversely, when it seems to will only its own matter and its doing, it is again concerned with the matter as such—the actuality that endures in and for itself.
Wie die Sache selbst und ihre Momente hier als Inhalt erscheinen, ebenso notwendig sind sie auch als Formen an dem Bewußtsein. Sie treten als Inhalt nur auf, um zu verschwinden, und jedes macht dem anderen Platz. Sie müssen daher in der Bestimmtheit, als aufgehobene, vorhanden sein; so aber sind sie Seiten des Bewußtseins selbst. Die Sache selbst ist als das Ansich oder seine Reflexion in sich vorhanden; die Verdrängung der Momente aber durch einander drückt sich an ihm so aus, daß sie nicht an sich, sondern nur für ein Anderes an ihm gesetzt sind. Das eine der Momente des Inhalts[307] wird von ihm dem Tage ausgesetzt und für andere vorgestellt; das Bewußtsein ist aber zugleich daraus in sich reflektiert und das Entgegengesetzte ebenso in ihm vorhanden; es behält es für sich als das seinige. Es ist zugleich auch nicht irgendeines derselben, welches allein nur hinausgestellt, und ein anderes, das nur im Innern behalten würde, sondern das Bewußtsein wechselt mit ihnen ab; denn es muß das eine wie das andere zum Wesentlichen für sich und für die anderen machen. Das Ganze ist die sich bewegende Durchdringung der Individualität und des Allgemeinen; weil aber dies Ganze für dies Bewußtsein nur als das einfache Wesen und damit als die Abstraktion der Sache selbst vorhanden ist, fallen seine Momente als getrennte außer ihr und auseinander; und als Ganzes wird es nur durch die trennende Abwechslung des Ausstellens und des Fürsichbehaltens erschöpft und dargestellt. Indem in dieser Abwechslung das Bewußtsein ein Moment für sich und als wesentliches in seiner Reflexion, ein anderes aber nur äußerlich an ihm oder für die anderen hat, tritt damit ein Spiel der Individualitäten miteinander ein, worin sie sowohl sich selbst als sich gegenseitig sowohl betrügen als betrogen finden.
Just as the matter itself and its moments appear here as content, they necessarily also exist as forms within consciousness. They emerge as content only to vanish, each yielding to the next. Thus, they must be present as sublated determinacies; yet in this way, they become aspects of consciousness itself. The matter itself exists as the in-itself or its reflection into itself; the supplanting of the moments by one another expresses itself here in that they are posited not in themselves but only for an Other. One of the moments of content[307] is exposed to the day and represented for others; yet consciousness is simultaneously reflected back into itself, and the opposite is equally present within it—retained as its own. Nor is it the case that one moment alone is merely externalized while another remains internal; rather, consciousness alternates between them, for it must posit each as essential both for itself and for others. The whole is the moving interpenetration of individuality and universality. But since this whole exists for consciousness only as the simple essence and thus as the abstraction of the matter itself, its moments fall apart outside it and apart from one another. As a whole, it is exhausted and presented only through the alternating separation of externalization and inward retention. In this alternation, consciousness holds one moment as essential in its reflection and another as merely external to it or for others. Thereby arises a play of mutual deception among individuals, wherein they both deceive themselves and find themselves deceived.
Eine Individualität geht also, etwas auszuführen; sie scheint damit etwas zur Sache gemacht zu haben; sie handelt, wird darin für andere, und es scheint ihr um die Wirklichkeit zu tun zu sein. Die anderen nehmen also das Tun derselben für ein Interesse an der Sache als solcher und für den Zweck, daß die Sache an sich ausgeführt sei, gleichgültig, ob von der ersten Individualität oder von ihnen. Indem sie hiernach diese Sache schon von ihnen zustande gebracht aufzeigen oder, wo nicht, ihre Hilfe anbieten und leisten, so ist jenes Bewußtsein vielmehr da heraus, wo sie meinen, daß es sei; es ist sein Tun und Treiben, was es bei der Sache interessiert, und indem sie innewerden, daß dies die Sache selbst war, finden sie sich also getäuscht. – Aber in der Tat war ihr Herbeieilen, um zu helfen, selbst nichts anderes, als daß sie ihr Tun, nicht die Sache selbst, sehen und zeigen wollten;[308] d.h. sie wollten die anderen auf eben die Weise betrügen, als sie sich betrogen worden zu sein beschweren. – Indem es nun jetzt herausgekehrt ist, daß das eigene Tun und Treiben, das Spiel seiner Kräfte, für die Sache selbst gilt, so scheint das Bewußtsein sein Wesen für sich, nicht für die anderen, zu treiben und, nur bekümmert um das Tun als das seinige, nicht um es als ein Tun der anderen, hiermit die anderen ebenso in ihrer Sache gewähren zu lassen. Allein sie irren sich wieder; es ist schon da heraus, wo sie es zu sein meinten. Es ist ihm nicht um die Sache als diese seine einzelne zu tun, sondern um sie als Sache, als Allgemeines, das für alle ist. Es mischt sich also in ihr Tun und Werk, und wenn es ihnen dasselbe nicht mehr aus der Hand nehmen kann, interessiert es sich wenigstens dadurch dabei, daß es sich durch Urteilen zu tun macht; drückt es ihm den Stempel seiner Billigung und seines Lobes auf, so ist dies so gemeint, daß es am Werke nicht nur das Werk selbst lobt, sondern zugleich seine eigene Großmut und Mäßigung, das Werk nicht als Werk und auch nicht durch seinen Tadel verdorben zu haben. Indem es ein Interesse am Werke zeigt, genießt es sich selbst darin; ebenso ist ihm das Werk, das von ihm getadelt wird, willkommen für eben diesen Genuß seines eigenen Tuns, der ihm dadurch verschafft wird. Die aber sich durch diese Einmischung für betrogen halten oder ausgeben, wollten vielmehr selbst auf gleiche Weise betrügen. Sie geben ihr Tun und Treiben für etwas aus, das nur für sie selbst ist, worin sie nur sich und ihr eigenes Wesen bezweckten. Allein indem sie etwas tun und hiermit sich darstellen und dem Tage zeigen, widersprechen sie unmittelbar durch die Tat ihrem Vorgeben, den Tag selbst, das allgemeine Bewußtsein und die Teilnahme aller ausschließen zu wollen; die Verwirklichung ist vielmehr eine Ausstellung des Seinigen in das allgemeine Element, wodurch es zur Sache aller wird und werden soll.
An individuality, therefore, sets out to accomplish something; in doing so, it appears to have made something into a matter. It acts, thereby becoming manifest to others, and what seems to concern it is actuality. The others thus take its action as an interest in the matter as such and as the purpose that the matter itself should be accomplished, regardless of whether by the first individuality or by them. When they accordingly demonstrate that this matter has already been brought about by them or, if not, offer and provide their assistance, that consciousness is rather situated where they presume it to be; it is its doing and striving that concerns it in the matter, and when they come to realize that this was the matter itself, they thereby find themselves deceived. — But in truth, their hastening to help was itself nothing other than their desire to see and display their action, not the matter itself; that is, they wanted to deceive the others in the very same manner they complain of having been deceived. — Now that it has been revealed that one’s own doing and striving, the play of one’s forces, counts as the matter itself, consciousness appears to pursue its essence for itself, not for others, and to concern itself solely with action as its own, not as the action of others, thereby letting the others likewise proceed in their matter. But again, they are mistaken; consciousness has already moved beyond where they presumed it to be. Its concern is not with the matter as this singular instance of its own but with the matter as the universal, which is for all. It thus interferes in their action and work, and even if it can no longer wrest their work from their hands, it at least takes an interest by passing judgment. If it stamps the work with its approval and praise, this is meant to signify that it praises not only the work itself but also its own magnanimity and moderation in not having ruined the work as a work through its censure. By showing interest in the work, it enjoys itself therein; likewise, the work it censures is welcome precisely for the enjoyment of its own action afforded thereby. Those who believe or claim to have been deceived by this interference themselves intended to deceive in the same way. They present their doing and striving as something existing only for themselves, aiming solely at themselves and their own essence. Yet by acting and thus presenting and exposing themselves to the light of day, they immediately contradict through their deed their pretense of wanting to exclude the light itself — universal consciousness and the participation of all. Actualization is rather an exhibition of what is one’s own into the universal element, through which it becomes and ought to become the matter of all.
Es ist also ebenso Betrug seiner selbst und der anderen, wenn[309] es nur um die reine Sache zu tun sein soll; ein Bewußtsein, das eine Sache auftut, macht vielmehr die Erfahrung, daß die anderen, wie die Fliegen zu frisch aufgestellter Milch, herbeieilen und sich dabei geschäftig wissen wollen, – und sie an ihm, daß es ihm ebenso nicht um die Sache als Gegenstand, sondern als um die seinige zu tun ist. Hingegen, wenn nur das Tun selbst, der Gebrauch der Kräfte und Fähigkeiten oder das Aussprechen dieser Individualität das Wesentliche sein soll, so wird ebenso gegenseitig die Erfahrung gemacht, daß alle sich rühren und für eingeladen halten und statt eines reinen Tuns oder eines einzelnen eigentümlichen Tuns vielmehr etwas, das ebensowohl für andere ist, oder eine Sache selbst aufgetan wurde. Es geschieht in beiden Fällen dasselbe und hat nur einen verschiedenen Sinn gegen denjenigen, der dabei angenommen wurde und gelten sollte. Das Bewußtsein erfährt beide Seiten als gleich wesentliche Momente und hierin, was die Natur der Sache selbst ist, nämlich weder nur Sache, welche dem Tun überhaupt und dem einzelnen Tun, noch Tun, welches dem Bestehen entgegengesetzt und die von diesen Momenten als ihren Arten freie Gattung wäre, sondern ein Wesen, dessen Sein das Tun des einzelnen Individuums und aller Individuen, und dessen Tun unmittelbar für andere oder eine Sache ist und nur Sache ist als Tun Aller und Jeder, das Wesen, welches das Wesen aller Wesen, das geistige Wesen ist. Das Bewußtsein erfährt, daß keins jener Momente Subjekt ist, sondern sich vielmehr in der allgemeinen Sache selbst auflöst; die Momente der Individualität, welche der Gedankenlosigkeit dieses Bewußtseins nacheinander als Subjekt galten, nehmen sich in die einfache Individualität zusammen, die als diese ebenso unmittelbar allgemein ist. Die Sache selbst verliert dadurch das Verhältnis des Prädikats und die Bestimmtheit lebloser abstrakter Allgemeinheit, sie ist vielmehr die von der Individualität durchdrungene Substanz; das Subjekt, worin die Individualität ebenso als sie selbst oder als diese wie als alle Individuen ist, und das Allgemeine, das nur als[310] dies Tun Aller und Jeder ein Sein ist, eine Wirklichkeit darin, daß dieses Bewußtsein sie als seine einzelne Wirklichkeit und als Wirklichkeit Aller weiß. Die reine Sache selbst ist das, was sich oben als die Kategorie bestimmte: das Sein, das Ich, oder Ich, das Sein ist, aber als Denken, welches vom wirklichen Selbstbewußtsein sich noch unterscheidet; hier aber sind die Momente des wirklichen Selbstbewußtseins, insofern wir sie seinen Inhalt, Zweck, Tun und Wirklichkeit, wie insofern wir sie seine Form nennen. Fürsichsein und Sein für Anderes, mit der einfachen Kategorie selbst als eins gesetzt, und sie ist dadurch zugleich aller Inhalt.[311]
It is thus equally a deception of itself and others when[309] it claims to concern itself only with the pure matter; a consciousness that initiates a matter rather experiences that others, like flies to freshly poured milk, rush to partake and assert their involvement — just as they perceive that its concern lies not with the matter as an object but with its own matter. Conversely, when the action itself, the exercise of powers and capacities, or the expression of this individuality is posited as essential, the reciprocal experience emerges that all are stirred and consider themselves invited, and instead of a pure action or a singular distinctive action, something that is equally for others, or a matter itself, has been initiated. In both cases, the same outcome occurs, but it carries a different significance than what was initially assumed and intended. Consciousness discovers both sides as equally essential moments, thereby revealing the nature of the matter itself: namely, that it is neither merely a matter opposed to action as such and to singular action, nor an action counterposed to subsistence — a genus free from these moments as its species — but rather an essence whose being is the action of the singular individual and all individuals, and whose action is immediately for others or a matter, and is only a matter as the action of All and Each — the essence that is the essence of all essences, the spiritual essence. Consciousness realizes that none of these moments is the Subject; rather, they dissolve into the universal matter itself. The moments of individuality, which this unreflective consciousness successively took as Subject, coalesce into simple individuality, which as this is immediately universal. The matter itself thereby sheds its relation as predicate and the determinacy of lifeless abstract universality; it is instead substance permeated by individuality — the Subject in which individuality is equally itself as this and as all individuals, and the universal, which is only as[310] the action of All and Each, becomes an actuality insofar as this consciousness knows it as its singular actuality and the actuality of All. The pure matter itself is what was earlier determined as the category: Being that is the I, or the I that is Being — but as thinking, which still distinguishes itself from actual self-consciousness. Here, however, the moments of actual self-consciousness — whether we name them its content, purpose, action, and actuality, or its form, Being-for-itself and Being-for-others — are united with the simple category itself, thereby making the category simultaneously the totality of content.[311]
b. Die gesetzgebende Vernunft
b. Legislative Reason
Das geistige Wesen ist in seinem einfachen Sein reines Bewußtsein und dieses Selbstbewußtsein. Die ursprünglich-bestimmte Natur des Individuums hat ihre positive Bedeutung, an sich das Element und der Zweck seiner Tätigkeit zu sein, verloren; sie ist nur aufgehobenes Moment und das Individuum ein Selbst, als allgemeines Selbst. Umgekehrt hat die formale Sache selbst ihre Erfüllung an der tuenden, sich in sich unterscheidenden Individualität; denn die Unterschiede dieser machen den Inhalt jenes Allgemeinen aus. Die Kategorie ist an sich, als das Allgemeine des reinen Bewußtseins-, sie ist ebenso für sich, denn das Selbst des Bewußtseins ist ebenso ihr Moment. Sie ist absolutes Sein, denn jene Allgemeinheit ist die einfädle Sichselbstgleichheit des Seins.
The spiritual essence in its simple Being is pure consciousness and this self-consciousness. The originally-determined nature of the individual has lost its positive significance as the in-itself element and purpose of its activity; it is now a sublated moment, and the individual is a Self as a universal Self. Conversely, the formal matter itself finds its fulfillment in the acting individuality that differentiates itself within itself, for the differences of this individuality constitute the substance of that universal. The category is in itself as the universal of pure consciousness; it is equally for itself, for the Self of consciousness is also its moment. It is absolute Being, for that universality is the simple self-identity of Being.
Was also dem Bewußtsein der Gegenstand ist, hat die Bedeutung, das Wahre zu sein; es ist und gilt in dem Sinne, an und für sich selbst zu sein und zu gelten; es ist die absolute Sache, welche nicht mehr von dem Gegensatze der Gewißheit und ihrer Wahrheit, des Allgemeinen und des Einzelnen, des Zwecks und seiner Realität leidet, sondern deren Dasein die Wirklichkeit und das Tun des Selbstbewußtseins ist; diese Sache ist daher die sittliche Substanz-, das Bewußtsein derselben sittliches Bewußtsein. Sein Gegenstand gilt ihm ebenso[311] als das Wahre, denn es vereinigt Selbstbewußtsein und Sein in einer Einheit; es gilt als das Absolute, denn das Selbstbewußtsein kann und will nicht mehr über diesen Gegenstand hinausgehen, denn es ist darin bei sich selbst: es kann nicht, denn er ist alles Sein und Macht, – es will nicht, denn er ist das Selbst oder der Willen dieses Selbsts. Er ist der reale Gegenstand an ihm selbst als Gegenstand, denn er hat den Unterschied des Bewußtseins an ihm; er teilt sich in Massen, welche die bestimmten Gesetze des absoluten Wesens sind. Diese Massen aber trüben den Begriff nicht, denn in ihm bleiben die Momente des Seins und reinen Bewußtseins und des Selbsts eingeschlossen, – eine Einheit, welche das Wesen dieser Massen ausmacht und in diesem Unterschiede diese Momente nicht mehr auseinandertreten läßt.
The object for consciousness thus has the significance of being the True; it is and counts in the sense of being and counting in and for itself. It is the absolute matter, which no longer suffers from the opposition between certainty and its truth, the universal and the individual, purpose and its realization. Its existence is the actuality and activity of self-consciousness. This matter is therefore the ethical substance, and the consciousness of it is ethical consciousness. Its object counts as the True for it because it unites self-consciousness and being in a single unity. It counts as the Absolute because self-consciousness can and will no longer go beyond this object, for it is therein with itself. It cannot, because this object is all being and power; it will not, because this object is the Self or the will of this Self. It is the real object in itself as object, for it contains the distinction of consciousness within itself. It divides into masses that are the determinate laws of the absolute essence. Yet these masses do not obscure the Concept, for the moments of being and pure consciousness and the Self remain enclosed within it—a unity that constitutes the essence of these masses and prevents these moments from disintegrating within this distinction.
Diese Gesetze oder Massen der sittlichen Substanz sind unmittelbar anerkannt; es kann nicht nach ihrem Ursprunge und Berechtigung gefragt und nach einem Anderen gesucht werden, denn ein Anderes als das an und für sich seiende Wesen wäre nur das Selbstbewußtsein selbst; aber es ist nichts anderes als dies Wesen, denn es selbst ist das Fürsichsein dieses Wesens, welches eben darum die Wahrheit ist, weil es ebensosehr das Selbst des Bewußtseins als sein Ansich oder reines Bewußtsein ist.
These laws or masses of the ethical substance are immediately acknowledged. Their origin and justification cannot be questioned, nor can another ground be sought, for anything other than the essence that is in and for itself would only be self-consciousness itself. But self-consciousness is nothing other than this essence, for it is the being-for-itself of this essence, which is precisely why it is the truth—because it is as much the Self of consciousness as its in-itself or pure consciousness.
Indem das Selbstbewußtsein sich als Moment des Fürsichseins dieser Substanz weiß, so drückt es also das Dasein des Gesetzes in ihm so aus, daß die gesunde Vernunft unmittelbar weiß, was recht und gut ist. So unmittelbar sie es weiß, so unmittelbar gilt es ihr auch, und sie sagt unmittelbar: dies ist recht und gut. Und zwar die; es sind bestimmte Gesetze, es ist erfüllte inhaltsvolle Sache selbst.
Since self-consciousness knows itself as the moment of being-for-itself of this substance, it expresses the existence of the law within it such that sound reason immediately knows what is right and good. Just as sound reason knows this immediately, so too does it immediately accept it as valid, declaring at once: this is right and good. Specifically, these are determinate laws; they are the fulfilled, content-rich matter itself.
Was sich so unmittelbar gibt, muß ebenso unmittelbar aufgenommen und betrachtet werden; wie von dem, was die sinnliche Gewißheit unmittelbar als seiend ausspricht, ist auch von dem Sein, welches diese sittliche unmittelbare Gewißheit ausspricht, oder von den unmittelbar seienden Massen des sittlichen Wesens zu sehen, wie sie beschaffen sind.[312] Die Beispiele einiger solcher Gesetze werden dies zeigen, und indem wir sie in der Form von Aussprüchen der wissenden gesunden Vernunft nehmen, haben wir nicht erst das Moment herbeizubringen, welches an ihnen, sie als unmittelbare sittliche Gesetze betrachtet, geltend zu machen ist.
What presents itself so immediately must be received and examined with equal immediacy. Just as with what sense-certainty immediately declares as existent, we must observe the being proclaimed by this ethical immediate certainty—the immediately existent masses of the ethical essence—to discern their nature. Examples of such laws will illustrate this. By taking them in the form of pronouncements by the knowing sound reason, we need not first introduce the moment that validates them when considered as immediate ethical laws.
»Jeder soll die Wahrheit sprechen.« – Bei dieser als unbedingt ausgesprochenen Pflicht wird sogleich die Bedingung zugegeben werden: wenn er die Wahrheit weiß. Das Gebot wird hiermit jetzt so lauten: jeder soll die Wahrheit reden, jedesmal nach seiner Kenntnis und Überzeugung davon. Die gesunde Vernunft, eben dies sittliche Bewußtsein, welches unmittelbar weiß, was recht und gut ist, wird auch erklären, daß diese Bedingung mit seinem allgemeinen Ausspruche schon so verbunden gewesen sei, daß sie jenes Gebot so gemeint habe. Damit gibt sie aber in der Tat zu, daß sie vielmehr schon unmittelbar im Aussprechen desselben dasselbe verletzte; sie sprach: jeder soll die Wahrheit sprechen; sie meinte aber, er solle sie sprechen nach seiner Kenntnis und Überzeugung davon; d.h. sie sprach anders als sie meinte, und anders sprechen, als man meint, heißt die Wahrheit nicht sprechen. Die verbesserte Unwahrheit oder Ungeschicklichkeit drückt sich nun so aus: jeder solle die Wahrheit nach seiner jedesmaligen Kenntnis und Überzeugung davon sprechen. – Damit aber hat sich das allgemein Notwendige, an sich Geltende, welches der Satz aussprechen wollte, vielmehr in eine vollkommene Zufälligkeit verkehrt. Denn daß die Wahrheit gesprochen wird, ist dem Zufalle, ob ich sie kenne und mich davon überzeugen kann, anheimgestellt; und es ist weiter nichts gesagt, als daß Wahres und Falsches durcheinander, wie es kommt, daß es einer kennt, meint und begreift, gesprochen werden solle. Diese Zufälligkeit des Inhalts hat die Allgemeinheit nur an der Form eines Satzes, in der sie ausgedrückt ist; aber als sittlicher Satz verspricht er einen allgemeinen und notwendigen Inhalt und widerspricht[313] so durch die Zufälligkeit desselben sich selbst. – Wird endlich der Satz so verbessert, daß die Zufälligkeit der Kenntnis und Überzeugung von der Wahrheit wegfallen und die Wahrheit auch gewußt werden solle, so wäre dies ein Gebot, welches dem geradezu widerspricht, wovon ausgegangen wurde. Die gesunde Vernunft sollte zuerst unmittelbar die Fähigkeit haben, die Wahrheit auszusprechen; jetzt aber ist gesagt, daß sie sie wissen sollte, d.h. sie nicht unmittelbar auszusprechen wisse. – Von Seite des Inhalts betrachtet, so ist er in der Forderung, man solle die Wahrheit wissen, hinweggefallen; denn sie bezieht sich auf das Wissen überhaupt: man soll wissen; was gefordert ist, ist also vielmehr das von allem bestimmten Inhalte Freie. Aber hier war von einem bestimmten Inhalt, von einem Unterschiede an der sittlichen Substanz die Rede. Allein diese unmittelbare Bestimmung derselben ist ein solcher Inhalt, der sich vielmehr als eine vollkommene Zufälligkeit zeigte und, in die Allgemeinheit und Notwendigkeit erhoben, so daß das Wissen als das Gesetz ausgesprochen wird, vielmehr verschwindet.
»Everyone ought to speak the truth.« — To this duty, posited as unconditional, the condition is immediately conceded: if one knows the truth. The commandment will thus now read: everyone ought to speak the truth each time according to their knowledge and conviction of it. Sound reason—precisely this ethical consciousness that immediately knows what is right and good—will explain that this condition was already implicitly bound to its universal declaration and that it intended the commandment in this way. Yet in doing so, it admits that it actually violated its own pronouncement in the very act of uttering it. It said: everyone ought to speak the truth; but it meant: one ought to speak it according to their knowledge and conviction. That is, it spoke differently than it meant, and to speak differently than one means is to not speak the truth. The amended untruth or clumsiness now expresses itself thus: everyone should speak the truth according to their current knowledge and conviction of it. — Yet through this, the universally necessary, in-itself valid content that the proposition sought to declare has instead been inverted into complete contingency. For whether truth is spoken is left to the contingency of whether I know it and can convince myself of it. The proposition now states nothing more than that truth and falsehood should be uttered interchangeably, depending on how one happens to know, opine, or comprehend them. This contingency of content retains universality only in the form of a proposition in which it is expressed. But as an ethical proposition, it promises a universal and necessary content, thereby contradicting itself through the contingency of that content. — If the proposition is finally amended to eliminate the contingency of knowing and being convinced of the truth, stipulating that truth ought also to be known, this would produce a commandment directly opposed to its original premise. Sound reason was initially supposed to immediately possess the capacity to declare truth; now it is said that one ought to know it—i.e., that reason does not know how to declare it immediately. — Considered from the standpoint of content, the content has vanished in the demand that one ought to know the truth, for this demand refers to knowing in general: one ought to know. What is required is rather freedom from all determinate content. But here the issue was a determinate content, a distinction within the ethical substance. Yet this immediate determination of it proved to be a content that inverted itself into pure contingency. When elevated to universality and necessity—such that knowing is posited as the law—this content instead disappears entirely.
Ein anderes berühmtes Gebot ist: Liebe deinen Nächsten als dich selbst. Es ist an den Einzelnen im Verhältnisse zu den Einzelnen gerichtet und behauptet es als ein Verhältnis des Einzelnen zum Einzelnen oder als Verhältnis der Empfindung. Die tätige Liebe – denn eine untätige hat kein Sein und ist darum wohl nicht gemeint – geht darauf, Übel von einem Menschen abzusondern und ihm Gutes zuzufügen. Zu diesem Behuf muß unterschieden werden, was an ihm das Übel, was gegen dies Übel das zweckmäßige Gute und was überhaupt sein Wohl ist; d.h. ich muß ihn mit Verstand lieben; unverständige Liebe wird ihm schaden, vielleicht mehr als Haß. Das verständige wesentliche Wohltun ist aber in seiner reichsten und wichtigsten Gestalt das verständige allgemeine Tun des Staats – ein Tun, mit welchem verglichen[314] das Tun des Einzelnen als eines Einzelnen etwas überhaupt so Geringfügiges wird, daß es fast nicht der Mühe wert ist, davon zu sprechen. Jenes Tun ist dabei von so großer Macht, daß, wenn das einzelne Tun sich ihm entgegensetzen und entweder geradezu für sich Verbrechen sein oder einem anderen zuliebe das Allgemeine um das Recht und den Anteil, welchen es an ihm hat, betrügen wollte, es überhaupt unnütz sein und unwiderstehlich zerstört werden würde. Es bleibt dem Wohltun, welches Empfindung ist, nur die Bedeutung eines ganz einzelnen Tuns, einer Nothilfe, die ebenso zufällig als augenblicklich ist. Der Zufall bestimmt nicht nur seine Gelegenheit, sondern auch dies, ob es überhaupt ein Werk ist, ob es nicht sogleich wieder aufgelöst und selbst vielmehr in Übel verkehrt wird. Dieses Handeln also zum Wohl anderer, das als notwendig ausgesprochen wird, ist so beschaffen, daß es vielleicht existieren kann, vielleicht auch nicht; daß, wenn der Fall zufälligerweise sich darbietet, es vielleicht ein Werk, vielleicht gut ist, vielleicht auch nicht. Dies Gesetz hat hiermit ebensowenig einen allgemeinen Inhalt als das erste, das betrachtet wurde, und drückt nicht, wie es als absolutes Sittengesetz sollte, etwas aus, das an und für sich ist. Oder solche Gesetze bleiben nur beim Sollen stehen, haben aber keine Wirklichkeit; sie sind nicht Gesetze, sondern nur Gebote.
Another celebrated commandment is: Love thy neighbor as thyself. It is directed at the individual in relation to other individuals and asserts this as a relationship of the individual to the individual or as a relationship of sentiment. Active love — for inactive love has no being and is therefore likely not intended here — aims to remove evil from a person and confer good upon them. For this purpose, one must discern what constitutes evil within them, what good is expedient against this evil, and what their welfare consists in generally; that is, I must love them with Understanding. Unintelligent love may harm them, perhaps more than hatred. However, intelligent and essential beneficence, in its richest and most significant form, is the intelligent universal action of the state — an action compared to which[314] the action of the individual as an individual becomes so utterly trivial that it scarcely merits mention. The former action wields such immense power that if individual action were to oppose it — whether by being outright criminal or seeking to defraud the universal of its right and share for another’s sake — it would prove utterly futile and be irresistibly annihilated. What remains for beneficence as sentiment is merely the significance of an entirely singular action, an emergency aid that is as contingent as it is momentary. Chance determines not only its occasion but also whether it is even a work at all, whether it does not immediately dissolve again or even invert into evil. Thus, this action for the welfare of others, posited as necessary, is such that it may perhaps exist or perhaps not; that if the case contingently presents itself, it may be a work, perhaps good, perhaps not. This law therefore has just as little universal content as the first one examined and fails to express, as an absolute ethical law should, something that is in and for itself. Or such laws remain confined to the ought, lacking actuality; they are not laws but merely commandments.
Es erhellt aber in der Tat aus der Natur der Sache selbst, daß auf einen allgemeinen absoluten Inhalt Verzicht getan werden muß; denn der einfachen Substanz – und ihr Wesen ist dies, einfache zu sein – ist jede Bestimmtheit, die an ihr gesetzt wird, ungemäß. Das Gebot in seiner einfachen Absolutheit spricht selbst unmittelbares sittliches Sein aus; der Unterschied, der an ihm erscheint, ist eine Bestimmtheit und also ein Inhalt, der unter der absoluten Allgemeinheit dieses einfachen Seins steht. Indem hiermit auf einen absoluten Inhalt Verzicht getan werden muß, kann ihm nur die formale Allgemeinheit oder dies, daß es sich nicht widerspreche, zukommen; denn die inhaltslose Allgemeinheit ist[315] die formale, und absoluter Inhalt heißt selbst soviel als ein Unterschied, der keiner ist, oder als Inhaltslosigkeit.
Yet it becomes evident from the nature of the matter itself that one must relinquish any claim to a universal absolute content; for the simple substance — whose essence is to be simple — is ill-suited to any determinacy posited within it. The commandment in its simple absoluteness expresses immediate ethical being; the difference that appears within it is a determinacy and thus a content that stands beneath the absolute universality of this simple being. Since an absolute content must therefore be renounced, only formal universality — or the principle of non-contradiction — can pertain to it; for contentless universality is[315] the formal kind, and absolute content itself signifies a difference that is no difference, or contentlessness.
Was dem Gesetzgeben übrigbleibt, ist also die reine Form der Allgemeinheit oder in der Tat die Tautologie des Bewußtseins, welche dem Inhalt gegenübertritt und ein Wissen nicht von dem seienden oder eigentlichen Inhalte, sondern von dem Wesen oder der Sichselbstgleichheit desselben ist.
What remains for lawgiving is thus the pure form of universality or, in truth, the tautology of consciousness, which stands opposed to content and constitutes a knowing not of the existent or genuine content but of its essence or self-identity.
Das sittliche Wesen ist hiermit nicht unmittelbar selbst ein Inhalt, sondern nur ein Maßstab, ob ein Inhalt fähig sei, Gesetz zu sein oder nicht, indem er sich nicht selbst widerspricht. Die gesetzgebende Vernunft ist zu einer nur prüfenden Vernunft herabgesetzt.[316]
The ethical essence is thus not immediately itself a content but only a measure of whether a content can be a law by not contradicting itself. Legislative reason is here reduced to a merely testing reason.[316]
c. Gesetzprüfende Vernunft
c. Law-Testing Reason
Ein Unterschied an der einfachen sittlichen Substanz ist eine Zufälligkeit für sie, welche wir an dem bestimmten Gebote als Zufälligkeit des Wissens, der Wirklichkeit und des Tuns hervortreten sahen. Die Vergleichung jenes einfachen Seins und der ihm nicht entsprechenden Bestimmtheit fiel in uns; und die einfache Substanz hat sich darin formale Allgemeinheit oder reines Bewußtsein zu sein gezeigt, das frei von dem Inhalte ihm gegenübertritt und ein Wissen von ihm als dem bestimmten ist. Diese Allgemeinheit bleibt auf diese Weise dasselbe, was die Sache selbst war. Aber sie ist im Bewußtsein ein Anderes; sie ist nämlich nicht mehr die gedankenlose träge Gattung, sondern bezogen auf das Besondere und geltend für dessen Macht und Wahrheit. – Dies Bewußtsein scheint zunächst dasselbe Prüfen, welches wir vorhin waren, und sein Tun nichts anderes sein zu können, als schon geschehen ist, eine Vergleichung des Allgemeinen mit dem Bestimmten, woraus sich ihre Unangemessenheit wie vorhin ergäbe. Aber das Verhältnis des Inhalts zum Allgemeinen ist hier ein anderes, indem dieses eine andere Bedeutung[316] gewonnen hat; es ist formale Allgemeinheit, deren der bestimmte Inhalt fähig ist, denn in ihr wird er nur in Beziehung auf sich selbst betrachtet. Bei unserem Prüfen stand die allgemeine gediegene Substanz der Bestimmtheit gegenüber, welche sich als Zufälligkeit des Bewußtseins, worein die Substanz eintrat, entwickelte. Hier ist das eine Glied der Vergleichung verschwunden; das Allgemeine ist nicht mehr die seiende und geltende Substanz oder das an und für sich Rechte, sondern einfaches Wissen oder Form, welche einen Inhalt nur mit sich selbst vergleicht und ihn betrachtet, ob er eine Tautologie ist. Es werden Gesetze nicht mehr gegeben, sondern geprüft; und die Gesetze sind für das prüfende Bewußtsein schon gegeben; es nimmt ihren Inhalt auf, wie er einfach ist, ohne in die Betrachtung der seiner Wirklichkeit anklebenden Einzelheit und Zufälligkeit einzugehen, wie wir taten, sondern bleibt bei dem Gebote als Gebote stehen und verhält sich ebenso einfach gegen es, als es sein Maßstab ist.
A difference within the simple ethical substance is a contingency for it, which we saw emerge in the determinate commandment as the contingency of knowing, actuality, and action. The comparison of that simple being with the determinacy that does not correspond to it fell to us; and the simple substance thereby revealed itself to be formal universality or pure consciousness, which stands free from content and is a knowing of it as determinate. This universality remains in this way identical to what the matter itself was. Yet within consciousness, it is something other; it is no longer the thoughtless, inert genus but is related to the particular and valid as the power and truth thereof. — At first glance, this consciousness appears identical to the testing we previously undertook, and its activity seems indistinguishable from what has already transpired: a comparison of the universal with the determinate, from which their incongruity would follow as before. But the relation of content to the universal here assumes a different character, for the latter has acquired another significance;[316] it is formal universality, to which the determinate content is amenable, since in this relation the content is considered only in reference to itself. In our testing, the universal substantial essence stood opposed to determinacy, which unfolded as the contingency of consciousness into which the substance entered. Here, one term of the comparison has vanished; the universal is no longer the existent and valid substance or what is inherently and intrinsically right but simple knowing or form, which compares a content only with itself and examines whether it is a tautology. Laws are no longer given but tested; and for the testing consciousness, laws are already given. It takes up their content as simply given, without entering into the consideration of the singularity and contingency adhering to its actuality — as we did — but treats the commandment as a commandment and relates to it as simply as its measure does.
Dies Prüfen reicht aber aus diesem Grunde nicht weit; eben indem der Maßstab die Tautologie und gleichgültig gegen den Inhalt ist, nimmt er ebensogut diesen als den entgegengesetzten in sich auf. – Es ist die Frage, soll es an und für sich Gesetz sein, daß Eigentum sei: an und für sich, nicht aus Nützlichkeit für andere Zwecke; die sittliche Wesenheit besteht eben darin, daß das Gesetz nur sich selbst gleiche und durch diese Gleichheit mit sich, also in seinem eigenen Wesen gegründet, nicht ein bedingtes sei. Das Eigentum an und für sich widerspricht sich nicht; es ist eine isolierte oder nur sich selbst gleichgesetzte Bestimmtheit. Nichteigentum, Herrenlosigkeit der Dinge oder Gütergemeinschaft widerspricht sich gerade ebensowenig. Daß etwas niemand gehört oder dem nächsten Besten, der sich in Besitz setzt, oder allen zusammen und jedem nach seinem Bedürfnisse oder zu gleichen Teilen, ist eine einfache Bestimmtheit, ein formaler Gedanke, wie sein Gegenteil, das Eigentum. – Wenn das herrenlose Ding freilich betrachtet wird als ein notwendiger Gegenstand[317] des Bedürfnisses, so ist es notwendig, daß es der Besitz irgendeines Einzelnen werde; und es wäre widersprechend, vielmehr die Freiheit des Dinges zum Gesetze zu machen. Unter der Herrenlosigkeit des Dinges ist aber auch nicht eine absolute Herrenlosigkeit gemeint, sondern es soll in Besitz kommen nach dem Bedürfnisse des Einzelnen, und zwar nicht um aufbewahrt, sondern um unmittelbar gebraucht zu werden. Aber so ganz nur nach der Zufälligkeit für das Bedürfnis zu sorgen, ist der Natur des bewußten Wesens, von dem allein die Rede ist, widersprechend; denn es muß sich sein Bedürfnis in der Form der Allgemeinheit vorstellen, für seine ganze Existenz sorgen und Sich ein bleibendes Gut erwerben. So stimmte also der Gedanke, daß ein Ding dem nächsten selbstbewußten Leben nach seinem Bedürfnisse zufälligerweise zuteil werde, nicht mit sich selbst überein. – In der Gütergemeinschaft, worin auf eine allgemeine und bleibende Weise dafür gesorgt wäre, wird jedem entweder soviel zuteil, als er braucht; so widerspricht diese Ungleichheit und das Wesen des Bewußtseins, dem die Gleichheit der Einzelnen Prinzip ist, einander. Oder es wird nach dem letzteren Prinzip gleich ausgeteilt; so hat der Anteil nicht die Beziehung auf das Bedürfnis, welche doch allein sein Begriff ist.
This testing, however, does not extend far for this very reason; precisely because the criterion is tautological and indifferent to content, it equally absorbs both a given content and its opposite. – The question arises: should property be a law in and for itself – not for the sake of utility toward other ends? The ethical essence consists precisely in the law being self-identical and grounded through this self-equality within its own essence, not being conditional. Property in and for itself contains no contradiction; it is an isolated determinateness or one posited as equal only to itself. Non-property, the masterless state of things or communal ownership, is equally non-contradictory. That something belongs to no one or to the first claimant who takes possession, or to all collectively according to each’s need or in equal shares, is a simple determinateness, a formal thought, just like its opposite, property. – If the masterless thing is indeed considered as a necessary object of need, it becomes necessary that it enter the possession of some individual; and it would be contradictory, rather, to posit the freedom of the thing as law. Yet the masterlessness of the thing does not imply absolute lack of ownership but rather that it should come into possession according to the need of the individual – not to be preserved but immediately consumed. However, leaving provision entirely to the contingency of need contradicts the nature of the conscious being under discussion here; for such a being must conceive its need in the form of universality, provide for its entire existence, and acquire an enduring good. Thus, the notion that a thing should be contingently allotted to the nearest self-conscious life according to its need proves self-contradictory. – In communal ownership, where provision is made universally and enduringly, each receives either as much as they need; here, the inequality conflicts with the essence of consciousness, for which the equality of individuals is a principle. Or, if distribution follows the latter principle of equality, the share loses its relation to need, which alone constitutes its concept.
Allein wenn auf diese Weise das Nichteigentum widersprechend erscheint, so geschieht es nur darum, weil es nicht als einfache Bestimmtheit gelassen worden ist. Dem Eigentum geht es ebenso, wenn es in Momente aufgelöst wird. Das einzelne Ding, das mein Eigentum ist, gilt damit für ein Allgemeines, Befestigtes, Bleibendes, dies widerspricht aber seiner Natur, die darin besteht, gebraucht zu werden und zu verschwinden. Es gilt zugleich für das Meinige, das alle anderen, anerkennen und sich davon ausschließen. Aber darin, daß ich anerkannt bin, liegt vielmehr meine Gleichheit mit allen, das Gegenteil der Ausschließung. – Was ich besitze, ist ein Ding, d.h. ein Sein für Andere überhaupt, ganz allgemein und unbestimmt nur für mich zu sein; daß Ich es[318] besitze, widerspricht seiner allgemeinen Dingheit. Eigentum widerspricht sich daher nach allen Seiten ebensosehr als Nichteigentum; jedes hat diese beiden entgegengesetzten, sich widersprechenden Momente der Einzelheit und Allgemeinheit an ihm. – Aber jede dieser Bestimmtheiten einfach vorgestellt, als Eigentum oder Nichteigentum, ohne weitere Entwicklung, ist eine so einfach als die andere, d.h. sich nicht widersprechend. – Der Maßstab des Gesetzes, den die Vernunft an ihr selbst hat, paßt daher allem gleich gut und ist hiermit in der Tat kein Maßstab. – Es müßte auch sonderbar zugehen, wenn die Tautologie, der Satz des Widerspruchs, der für die Erkenntnistheoretischer Wahrheit nur als ein formelles Kriterium zugestanden wird, d.h. als etwas, das gegen Wahrheit und Unwahrheit ganz gleichgültig sei, für die Erkenntnis praktischer Wahrheit mehr sein sollte.
Yet if non-property thus appears contradictory, this occurs only because it is not maintained as a simple determinateness. The same applies to property when dissolved into moments. The individual thing that is my property is thereby posited as universal, fixed, and enduring, contradicting its nature, which consists in being used and vanishing. It is simultaneously posited as mine, which all others must recognize and from which they are excluded. But my being recognized implies my equality with all – the opposite of exclusion. – What I possess is a thing, i.e., a being-for-others in general, only indeterminately and universally for me; that I possess it contradicts its universal thinghood. Thus, property contradicts itself in every respect as much as non-property; each contains these two opposed, contradictory moments of individuality and universality. – Yet each of these determinatenesses, when simply conceived as property or non-property without further development, is as simple and non-contradictory as the other. – The criterion of law that reason finds within itself thus applies equally to all content and is thereby in truth no criterion at all. – It would indeed be peculiar if the tautology, the principle of contradiction – which in the theory of knowledge is admitted only as a formal criterion, i.e., as something entirely indifferent to truth and falsehood – were to count for more in the knowledge of practical truth.
In den beiden soeben betrachteten Momenten der Erfüllung des vorher leeren geistigen Wesens hat sich das Setzen von unmittelbaren Bestimmtheiten an der sittlichen Substanz und dann das Wissen von ihnen, ob sie Gesetze sind, aufgehoben. Das Resultat scheint hiermit dieses zu sein, daß weder bestimmte Gesetze noch ein Wissen derselben stattfinden könne. Allein die Substanz ist das Bewußtsein von sich als der absoluten Wesenheit, welches hiermit weder den Unterschied an ihr noch das Wissen von ihm aufgeben kann. Daß das Gesetzgeben und Gesetzprüfen sich als nichtig erwies, hat diese Bedeutung, daß beides, einzeln und isoliert genommen, nur haltungslose Momente des sittlichen Bewußtseins sind; und die Bewegung, in welcher sie auftreten, hat den formalen Sinn, daß die sittliche Substanz sich dadurch als Bewußtsein darstellt.
In the two moments just examined – the positing of immediate determinatenesses in the ethical substance and the subsequent knowledge of whether they are laws – both have sublated themselves. The result thus appears to be that neither determinate laws nor knowledge of them is possible. Yet the substance is the consciousness of itself as absolute essence, which therefore cannot relinquish either the difference within it or the knowledge of this difference. That lawgiving and law-testing proved null means that both, taken singly and in isolation, are merely unsustainable moments of ethical consciousness; the movement in which they appear has the formal significance of the ethical substance manifesting itself as consciousness.
Insofern diese beiden Momente nähere Bestimmungen des Bewußtseins der Sache selbst sind, können sie als Formen der Ehrlichkeit angesehen werden, die, wie sonst mit ihren formalen Momenten, sich jetzt mit einem seinsollenden Inhalt des Guten und Rechten und einem Prüfen solcher fester Wahrheit herumtreibt und in der gesunden Vernunft[319] und verständigen Einsicht die Kraft und Gültigkeit der Gebote zu haben meint.
Insofar as these two moments are more precise determinations of the consciousness of the matter itself, they may be viewed as forms of honesty – which, as with its formal moments elsewhere, now busies itself with a supposed content of the good and the right, testing such fixed truths and fancying that it possesses the force and validity of commandments through sound reason and intelligent insight.
Ohne diese Ehrlichkeit aber gelten die Gesetze nicht als Wesen des Bewußtseins und das Prüfen ebenso nicht als Tun innerhalb desselben; sondern diese Momente drücken, wie sie jedes für sich unmittelbar als eine Wirklichkeit auftreten, das eine ein ungültiges Aufstellen und Sein wirklicher Gesetze und das andere eine ebenso ungültige Befreiung von denselben aus. Das Gesetz hat als bestimmtes Gesetz einen zufälligen Inhalt, – dies hat hier die Bedeutung, daß es Gesetz eines einzelnen Bewußtseins von einem willkürlichen Inhalt ist. Jenes unmittelbare Gesetzgeben ist also der tyrannische Frevel, der die Willkür zum Gesetze macht und die Sittlichkeit zu einem Gehorsam gegen sie, – gegen Gesetze, die nur Gesetze, nicht zugleich Gebote sind. So wie das zweite Moment, insofern es isoliert ist, das Prüfen der Gesetze, das Bewegen des Unbewegbaren und den Frevel des Wissens bedeutet, der sich von den absoluten Gesetzen frei räsoniert und sie für eine ihm fremde Willkür nimmt.
Without this honesty, however, the laws do not count as the essence of consciousness, nor does the testing count as an act within it. Rather, these moments express that each, appearing immediately as a reality, represents one as the invalid positing and being of actual laws, and the other as an equally invalid liberation from them. The law, as a determinate law, has a contingent content — here signifying that it is a law of a singular consciousness with arbitrary content. That immediate lawgiving is thus tyrannical sacrilege, elevating caprice to law and reducing ethical life to obedience toward laws that are merely laws, not simultaneously commandments. Similarly, the second moment, in its isolation as the testing of laws, signifies the unsettling of the immovable and the sacrilege of a knowing that frees itself through reasoning from absolute laws, treating them as alien caprice.
In beiden Formen sind diese Momente ein negatives Verhältnis zur Substanz oder dem realen geistigen Wesen; oder in ihnen hat die Substanz noch nicht ihre Realität, sondern das Bewußtsein enthält sie noch in der Form seiner eigenen Unmittelbarkeit, und sie ist nur erst ein Wollen und Wissen dieses Individuums oder das Sollen eines unwirklichen Gebots und ein Wissen der formalen Allgemeinheit. Aber indem diese Weisen sich aufhoben, ist das Bewußtsein in das Allgemeine zurückgegangen, und jene Gegensätze sind verschwunden. Das geistige Wesen ist dadurch wirkliche Substanz, daß diese Weisen nicht einzeln gelten, sondern nur als aufgehobene; und die Einheit, worin sie nur Momente sind, ist das Selbst des Bewußtseins, welches nunmehr, in dem geistigen Wesen gesetzt, dasselbe zum wirklichen, erfüllten und selbstbewußten macht.[320]
In both forms, these moments constitute a negative relation to Substance — the real spiritual essence. Here, Substance has not yet attained its actuality, for consciousness still contains it in the form of its own immediacy. Substance remains merely a willing and knowing of this individual or the ought of an unreal commandment and a knowledge of formal universality. But as these modes sublimate themselves, consciousness returns into the universal, and those oppositions vanish. The spiritual essence becomes actual Substance precisely because these modes no longer hold validity individually but only as sublated. The unity in which they are mere moments is the Self of consciousness, which, now posited within the spiritual essence, renders it actual, fulfilled, and self-conscious.
Das geistige Wesen ist hiermit fürs erste für das Selbstbewußtsein als an sich seiendes Gesetz; die Allgemeinheit des Prüfens, welche die formale, nicht an sich seiende war, ist aufgehoben. Es ist ebenso ein ewiges Gesetz, welches nicht in dem Willen dieses Individuums seinen Grund hat, sondern es ist an und für sich, der absolute reine Willen Aller, der die Form des unmittelbaren Seins hat. Er ist auch nicht ein Gebot, das nur sein soll, sondern er ist und gilt; es ist das allgemeine Ich der Kategorie, das unmittelbar die Wirklichkeit ist, und die Welt ist nur diese Wirklichkeit. Indem aber dieses seiende Gesetz schlechthin gilt, so ist der Gehorsam des Selbstbewußtseins nicht der Dienst gegen einen Herrn, dessen Befehle eine Willkür wären und worin es sich nicht erkennte. Sondern die Gesetze sind Gedanken seines eigenen absoluten Bewußtseins, welche es selbst unmittelbar hat. Es glaubt auch nicht an sie, denn der Glaube schaut wohl auch das Wesen, aber ein fremdes an. Das sittliche Selbstbewußtsein ist durch die Allgemeinheit seines Selbsts unmittelbar mit dem Wesen eins; der Glaube hingegen fängt von dem einzelnen Bewußtsein an, er ist die Bewegung desselben, immer dieser Einheit zuzugehen, ohne die Gegenwart seines Wesens zu erreichen. – Jenes Bewußtsein hingegen hat sich als einzelnes aufgehoben, diese Vermittlung ist vollbracht, und nur dadurch, daß sie vollbracht ist, ist es unmittelbares Selbstbewußtsein der sittlichen Substanz.
The spiritual essence is now, for self-consciousness, first as the law that is in itself. The universality of testing — which was formal and not in itself — is sublated. It is equally an eternal law, grounded not in the will of this individual but existing in and for itself as the absolute pure will of all, assuming the form of immediate being. Nor is it a commandment that merely ought to be; rather, it is and holds validity. It is the universal I of the category, immediately actual, and the world is solely this actuality. Since this existent law is absolutely valid, the obedience of self-consciousness is not servitude to a master whose decrees would be arbitrary and unrecognizable to it. Instead, the laws are thoughts of its own absolute consciousness, which it possesses immediately. It does not believe in them either, for belief intuits the essence as something alien. The ethical self-consciousness is immediately one with the essence through the universality of its Self; belief, by contrast, begins from the singular consciousness, being the movement of the latter ever toward this unity without attaining the presence of its essence. — Ethical consciousness, however, has sublated itself as singular; this mediation is accomplished, and only thereby is it the immediate self-consciousness of the Ethical Substance.
Der Unterschied des Selbstbewußtseins von dem Wesen ist also vollkommen durchsichtig. Dadurch sind die Unterschiede an dem Wesen selbst nicht zufällige Bestimmtheiten, sondern um der Einheit des Wesens und des Selbstbewußtseins willen, von welchem allein die Ungleichheit kommen könnte, sind sie die Massen ihrer von ihrem Leben durchdrungenen Gliederung, sich selbst klare, unentweihte Geister, makellose himmlische Gestalten, die in ihren Unterschieden die unentweihte Unschuld und Einmütigkeit ihres Wesens erhalten. – Das Selbstbewußtsein ist ebenso einfaches, klares Verhältnis zu ihnen. Sie sind, und weiter nichts, – macht[321] das Bewußtsein seines Verhältnisses aus. So gelten sie der Antigone des Sophokles3 als der Götter ungeschriebenes und untrügliches Recht:
The distinction between self-consciousness and the essence is thus entirely transparent. For this reason, the differences within the essence itself are not contingent determinations. Rather, for the sake of the unity of the essence and self-consciousness — from which alone inequality could arise — they are the masses of its articulated structure permeated by life: self-luminous, inviolate spirits, immaculate celestial figures that preserve in their differences the inviolate innocence and unanimity of their essence. — Self-consciousness stands in an equally simple, clear relation to them. That they are, and nothing more — this constitutes[321] the consciousness of its relation. Thus, they are regarded by Sophocles’ Antigone3 as the unwritten and infallible law of the gods:
nicht etwa jetzt und gestern, sondern immerdar
Not now, nor yesterday, but evermore
lebt es, und keiner weiß, von wannen es erschien.
It lives, and none knows whence it first appeared.
Sie sind. Wenn ich nach ihrer Entstehung frage und sie auf den Punkt ihres Ursprungs einenge, so bin ich darüber hinausgegangen; denn ich bin nunmehr das Allgemeine, sie aber das Bedingte und Beschränkte. Wenn sie sich meiner Einsicht legitimieren sollen, so habe ich schon ihr unwankendes Ansichsein bewegt und betrachte sie als etwas, das vielleicht wahr, vielleicht auch nicht wahr für mich sei. Die sittliche Gesinnung besteht eben darin, unverrückt in dem fest zu beharren, was das Rechte ist, und sich alles Bewegens, Rüttelns und Zurückführens desselben zu enthalten. – Es wird ein Depositum bei mir gemacht, es ist das Eigentum eines anderen, und ich anerkenne es, weil es so ist, und erhalte mich unwankend in diesem Verhältnisse. Behalte ich für mich das Depositum, so begehe ich nach dem Prinzipe meines Prüfens, der Tautologie, ganz und gar keinen Widerspruch; denn alsdann sehe ich es nicht mehr für das Eigentum eines anderen an; etwas behalten, das ich nicht für das Eigentum eines anderen ansehe, ist vollkommen konsequent. Die Änderung der Ansicht ist kein Widerspruch, denn es ist nicht um sie als Ansicht, sondern um den Gegenstand und Inhalt zu tun, der sich nicht widersprechen soll. Sosehr ich – wie ich tue, wenn ich etwas wegschenke – die Ansicht, daß etwas mein Eigentum ist, in die Ansicht, daß es das Eigentum eines anderen ist, verändern kann, ohne dadurch eines Widerspruches schuldig zu werden, ebensosehr kann ich den umgekehrten Weg gehen. – Nicht darum also, weil ich etwas sich nicht widersprechend finde, ist es Recht; sondern weil es das Rechte ist, ist es Recht. Daß etwas das Eigentum des anderen ist, dies liegt zum Gründe, darüber habe ich nicht zu räsonieren, noch mancherlei Gedanken, Zusammenhänge,[322] Rücksichten aufzusuchen oder mir einfallen zu lassen, weder ans Gesetzgeben noch ans Prüfen zu denken; durch solcherlei Bewegungen meines Gedankens verrückte ich jenes Verhältnis, indem ich in der Tat nach Belieben meinem unbestimmten tautologischen Wissen das Gegenteil ebensowohl gemäß und es also zum Gesetze machen könnte. Sondern ob diese oder die entgegengesetzte Bestimmung das Rechte sei, ist an und für sich bestimmt; ich für mich könnte, welche ich wollte, und ebensogut keine zum Gesetze machen und bin, indem ich zu prüfen anfange, schon auf unsittlichem Wege. Daß das Rechte mir an und für sich ist, dadurch bin ich in der sittlichen Substanz; so ist sie das Wesen des Selbstbewußtseins; dieses aber ist ihre Wirklichkeit und Dasein, ihr Selbst und Willen.[323]
They are. If I inquire after their origin and confine them to the point of their emergence, I have transcended them; for I am now the universal, while they are the conditioned and limited. If they are to legitimate themselves to my insight, I have already unsettled their unshaken being-in-itself and regard them as something that may or may not be true for me. The ethical sentiment consists precisely in steadfastly adhering to what is right and refraining from all agitation, shaking, or reduction of it. — A deposit is entrusted to me; it is the property of another, and I acknowledge it because it is so, maintaining myself unwaveringly in this relation. If I retain the deposit, I commit no contradiction according to the principle of my testing — the tautology — for then I no longer regard it as the property of another. To retain something I do not regard as another’s property is entirely consistent. The alteration of perspective is not a contradiction, for the concern is not with perspective as such but with the object and content, which ought not to contradict themselves. Just as I — as when I give something away — can change the perspective that something is my property into the perspective that it is another’s without thereby incurring a contradiction, so too can I take the reverse path. — Thus, it is not because I find something non-contradictory that it is right; rather, because it is right, it is right. That something is the property of another — this lies at the ground; I need not rationalize about it, nor seek or entertain manifold thoughts, connections,[322] considerations, nor think of lawgiving or testing. Through such movements of my thought, I unsettle that relation, for in truth I could just as well conform the opposite to my indeterminate tautological knowledge and thereby make it into law. Rather, whether this or the opposite determination is right is determined in and for itself. For myself, I could make whichever I please into law, or none at all, and by beginning to test, I am already on an unethical path. That the right is in and for itself for me — thereby I am within the ethical substance. Thus, it is the essence of self-consciousness, while the latter is its actuality and existence, its Self and will.[323]
Fußnoten
Footnotes
3 Sophokles, Antigone, V. 456 f.
3 Sophocles, Antigone, lines 456 ff.
(BB) Der Geist
(BB) Spirit
VI. Der Geist
VI. Spirit
Die Vernunft ist Geist, indem die Gewißheit, alle Realität zu sein, zur Wahrheit erhoben und sie sich ihrer selbst als ihrer Welt und der Welt als ihrer selbst bewußt ist. – Das Werden des Geistes zeigte die unmittelbar vorhergehende Bewegung auf, worin der Gegenstand des Bewußtseins, die reine Kategorie, zum Begriffe der Vernunft sich erhob. In der beobachtenden Vernunft ist diese reine Einheit des Ich und des Seins, des Fürsich– und des Ansichseins, als das Ansich oder als Sein bestimmt, und das Bewußtsein der Vernunft findet sich. Aber die Wahrheit des Beobachtens ist vielmehr das Aufheben dieses unmittelbaren findenden Instinkts, dieses bewußtlosen Daseins derselben. Die angeschaute Kategorie, das gefundene Ding, tritt in das Bewußtsein als das Fürsichsein des Ich, welches sich nun im gegenständlichen Wesen als das Selbst weiß. Aber diese Bestimmung der Kategorie, als des Fürsichseins entgegengesetzt dem Ansichsein, ist ebenso einseitig und ein sich selbst aufhebendes Moment. Die Kategorie wird daher für das Bewußtsein bestimmt, wie sie in ihrer allgemeinen Wahrheit ist, als anundfürsichseiendes Wesen, Diese noch abstrakte Bestimmung, welche die Sache selbst ausmacht, ist erst das geistige Wesen, und sein Bewußtsein ein formales Wissen von ihm, das sich mit mancherlei Inhalt desselben herumtreibt; es ist von der Substanz in der Tat noch als ein Einzelnes unterschieden, gibt entweder willkürliche Gesetze oder meint, die Gesetze, wie sie an und für sich sind, in seinem Wissen als solchem zu haben, und hält sich für die beurteilende Macht derselben. – Oder von der Seite der Substanz betrachtet, so ist diese das anundfürsichseiende geistige Wesen, welches noch nicht Bewußtsein seiner selbst[324] ist. Das anundfürsichseiende Wesen aber, welches sich zugleich als Bewußtsein wirklich und sich sich selbst vorstellt, ist der Geist.
Reason is Spirit insofar as the certainty of being all reality has been elevated to truth, and it is conscious of itself as its own world and of the world as itself. – The becoming of Spirit exhibited the immediately preceding movement wherein the object of consciousness, the pure Category, ascended to the Concept of Reason. In observing Reason, this pure unity of the I and Being, of being-for-itself and being-in-itself, is determined as the in-itself or as Being, and the consciousness of Reason finds itself. But the truth of observation is rather the sublation of this immediate instinct of finding, this unconscious existence of the same. The intuited Category, the discovered thing, enters consciousness as the being-for-itself of the I, which now knows itself in the objective essence as the Self. Yet this determination of the Category as being-for-itself opposed to being-in-itself is equally one-sided and a self-sublating moment. The Category is thus determined for consciousness in its universal truth as an in-and-for-itself existing essence. This still abstract determination, which constitutes the matter itself [Sache selbst], is first the spiritual essence, and its consciousness is a formal knowledge of it that busies itself with the manifold content of the same; it is in fact still distinct from the Substance as an individual, either arbitrarily positing laws or supposing that in its knowledge as such it possesses the laws as they are in and for themselves, and holding itself to be the judging power over them. – Or, considered from the side of the Substance, this is the in-and-for-itself existing spiritual essence, which is not yet self-consciousness. The in-and-for-itself existing essence, however, which simultaneously actualizes itself as consciousness and represents itself to itself, is Spirit.
Sein geistiges Wesen ist schon als die sittliche Substanz bezeichnet worden; der Geist aber ist die sittliche Wirklichkeit. Er ist das Selbst des wirklichen Bewußtseins, dem er oder vielmehr das sich als gegenständliche wirkliche Welt gegenübertritt, welche aber ebenso für das Selbst alle Bedeutung eines Fremden, so wie das Selbst alle Bedeutung eines von ihr getrennten, abhängigen oder unabhängigen Fürsichseins verloren hat. Die Substanz und das allgemeine, sichselbstgleiche, bleibende Wesen, – ist er der unverrückte und unaufgelöste Grund und Ausgangspunkt des Tuns Aller und ihr Zweck und Ziel, als das gedachte Ansich aller Selbstbewußtsein[e]. – Diese Substanz ist ebenso das allgemeine Werk, das sich durch das Tun Aller und Jeder als ihre Einheit und Gleichheit erzeugt, denn sie ist das Fürsichsein, das Selbst, das Tun. Als die Substanz ist der Geist die unwankende, gerechte Sichselbstgleichheit; aber als Fürsichsein ist sie das aufgelöste, das sich aufopfernde gütige Wesen, an dem jeder sein eigenes Werk vollbringt, das allgemeine Sein zerreißt und sich seinen Teil davon nimmt. Diese Auflösung und Vereinzelung des Wesens ist eben das Moment des Tuns und Selbsts Aller; es ist die Bewegung und Seele der Substanz und das bewirkte allgemeine Wesen. Gerade darin, daß sie das im Selbst aufgelöste Sein ist, ist sie nicht das tote Wesen, sondern wirklich und lebendig.
Its spiritual essence has already been designated as the ethical Substance; but Spirit is the ethical actuality. It is the Self of actual consciousness to which it confronts itself as an objective actual world – a world that has equally lost all significance of being alien to the Self, just as the Self has lost all significance of being a separated, dependent or independent being-for-itself. The Substance and the universal, self-equal, abiding essence – it is the unmoved and undissolved ground and starting point of the action of all, and their purpose and end, as the thought in-itself of all self-consciousness. – This Substance is equally the universal work, which generates itself through the action of all and each as their unity and equality, for it is being-for-itself, the Self, the action. As Substance, Spirit is the unwavering, just self-equality; but as being-for-itself, it is the dissolved, self-sacrificing benevolent essence in which each accomplishes their own work, rends the universal being and takes their portion from it. This dissolution and singularization of the essence is precisely the moment of the action and Self of all; it is the movement and soul of the Substance and the effected universal essence. Precisely in that it is the being dissolved in the Self, it is not the dead essence but actual and living.
Der Geist ist hiermit das sich selbst tragende, absolute reale Wesen. Alle bisherigen Gestalten des Bewußtseins sind Abstraktionen desselben; sie sind dies, daß er sich analysiert, seine Momente unterscheidet und bei einzelnen verweilt. Dies Isolieren solcher Momente hat ihn selbst zur Voraussetzung und zum Bestehen, oder es existiert nur in ihm, der die Existenz ist. Sie haben so isoliert den Schein, als ob sie als solche wären; aber wie sie nur Momente oder verschwindende Größen sind, zeigte ihre Fortwälzung und Rückgang[325] in ihren Grund und Wesen; und dies Wesen eben ist diese Bewegung und Auflösung dieser Momente. Hier, wo der Geist oder die Reflexion derselben in sich selbst gesetzt ist, kann unsere Reflexion an sie nach dieser Seite kurz erinnern; sie waren Bewußtsein, Selbstbewußtsein und Vernunft. Der Geist ist also Bewußtsein überhaupt, was sinnliche Gewißheit, Wahrnehmen und den Verstand in sich begreift, insofern er in der Analyse seiner selbst das Moment festhält, daß er sich gegenständliche seiende Wirklichkeit ist, und davon abstrahiert, daß diese Wirklichkeit sein eigenes Fürsichsein ist. Hält er im Gegenteil das andere Moment der Analyse fest, daß sein Gegenstand sein Fürsichsein ist, so ist er Selbstbewußtsein. Aber als unmittelbares Bewußtsein des Anundfürsichseins, als Einheit des Bewußtseins und des Selbstbewußtseins ist er das Bewußtsein, das Vernunft hat, das, wie das Haben es bezeichnet, den Gegenstand hat als an sich vernünftig bestimmt oder vom Werte der Kategorie, aber so, daß er noch für das Bewußtsein desselben den Wert der Kategorie nicht hat. Er ist das Bewußtsein, aus dessen Betrachtung wir soeben herkommen. Diese Vernunft, die er hat, endlich als eine solche von ihm angeschaut, die Vernunft ist, oder die Vernunft, die in ihm wirklich und die seine Welt ist, so ist er in seiner Wahrheit; er ist der Geist, er ist das wirkliche sittliche Wesen.
Spirit is thereby the self-subsisting, absolute real essence. All previous shapes of consciousness are abstractions of it; they consist in Spirit analyzing itself, distinguishing its moments, and lingering over individual ones. This isolation of such moments presupposes Spirit itself as their ground and subsistence — or rather, Spirit exists only as this existence. In their isolated form, they merely have the semblance of independent being; but their supersession and regression into their ground and essence — which itself is this movement and dissolution of moments — was demonstrated through their dialectical progression. Here, where Spirit (or the reflection of these moments into itself) is posited, our reflection may briefly recall them from this perspective: they were Consciousness, Self-Consciousness, and Reason. Spirit is thus Consciousness in general — encompassing Sense-Certainty, Perception, and Understanding — insofar as it fixates in its self-analysis the moment of being objective actuality, abstracting from the fact that this actuality is its own being-for-self. Conversely, when it fixates the other moment of analysis — that its object is its being-for-self — it is Self-Consciousness. But as the immediate consciousness of being-in-and-for-itself, as the unity of Consciousness and Self-Consciousness, it is consciousness that has Reason. This "having," as the term implies, designates the object as in-itself rationally determined or as imbued with the value of the Concept [Begriff], yet without this Concept’s value being recognized by the consciousness of the object. It is the consciousness from whose consideration we have just emerged. When this Reason that Spirit has is finally intuited as Reason that is — when Reason becomes actual within Spirit and constitutes its world — Spirit attains its truth: it is Spirit, the actual ethical essence.
Der Geist ist das sittliche Leben eines Volks, insofern er die unmittelbare Wahrheit ist; das Individuum, das eine Welt ist. Er muß zum Bewußtsein über das, was er unmittelbar ist, fortgehen, das schöne sittliche Leben aufheben und durch eine Reihe von Gestalten zum Wissen seiner selbst gelangen. Diese unterscheiden sich aber von den vorhergehenden dadurch, daß sie die realen Geister sind, eigentliche Wirklichkeiten, und statt Gestalten nur des Bewußtseins, Gestalten einer Welt.
Spirit is the ethical life of a people insofar as it is immediate truth — the Individual that is itself a world. It must progress toward consciousness of what it immediately is, sublate the beautiful ethical life, and attain self-knowledge through a series of configurations. These configurations differ from the previous ones in that they are real Spirits, genuine actualities, and instead of being shapes merely of consciousness, they are shapes of a world.
Die lebendige sittliche Welt ist der Geist in seiner Wahrheit, wie er zunächst zum abstrakten Wissen seines Wesens kommt, geht die Sittlichkeit in der formalen Allgemeinheit[326] des Rechts unter. Der in sich selbst nunmehr entzweite Geist beschreibt in seinem gegenständlichen Elemente als in einer harten Wirklichkeit die eine seiner Welten, das Reich der Bildung, und ihr gegenüber im Elemente des Gedankens die Welt des Glaubens, das Reich des Wesens. Beide Welten aber, von dem Geiste, der aus diesem Verluste seiner selbst in sich geht, von dem Begriffe erfaßt, werden durch die Einsicht und ihre Verbreitung, die Aufklärung, verwirrt und revolutioniert, und das in das Diesseits und Jenseits verteilte und ausgebreitete Reich kehrt in das Selbstbewußtsein zurück, das nun in der Moralität sich als die Wesenheit und das Wesen als wirkliches Selbst erfaßt, seine Welt und ihren Grund nicht mehr aus sich heraussetzt, sondern alles in sich verglimmen läßt und als Gewissen der seiner selbst gewisse Geist ist.
The living ethical world is Spirit in its truth. But when Spirit first arrives at the abstract knowledge of its essence, Ethical Life succumbs to the formal universality of Law. Spirit, now divided within itself, projects one of its worlds — the realm of Culture — into its objective element as a harsh actuality, while opposing it, in the element of thought, with the world of Faith, the realm of Essence. Yet both worlds, once grasped by the Concept of Spirit (which emerges from this self-loss into itself), become confounded and revolutionized through Insight and its dissemination — through the Enlightenment. The realms dispersed into the This-Worldly and the Beyond return into Self-Consciousness, which now, in Morality, apprehends itself as the essence and the essence as actual Self. It no longer externalizes its world and its ground but lets all dissolve within itself, becoming the Conscience of Spirit certain of itself.
Die sittliche Welt, die in das Diesseits und Jenseits zerrissene Welt und die moralische Weltanschauung sind also die Geister, deren Bewegung und Rückgang in das einfache fürsichseiende Selbst des Geistes sich entwickeln und als deren Ziel und Resultat das wirkliche Selbstbewußtsein des absoluten Geistes hervortreten wird.[327]
The ethical world, the world rent asunder into the This-World and the Beyond, and the moral worldview are thus the Spirits whose movement and regression into the simple self of Spirit that is-for-itself will develop, and from whose goal and result the actual self-consciousness of absolute Spirit will emerge.[327]
A. Der wahre Geist. Die Sittlichkeit
A. The True Spirit. Ethical Life
Der Geist ist in seiner einfachen Wahrheit Bewußtsein und schlägt seine Momente auseinander. Die Handlung trennt ihn in die Substanz und das Bewußtsein derselben und trennt ebensowohl die Substanz als das Bewußtsein. Die Substanz tritt, als allgemeines Wesen und Zweck, sich als der vereinzelten Wirklichkeit gegenüber; die unendliche Mitte ist das Selbstbewußtsein, welches, an sich Einheit seiner und der Substanz, es nun für sich wird, das allgemeine Wesen und seine vereinzelte Wirklichkeit vereint, diese zu jenem erhebt und sittlich handelt – und jenes zu dieser herunterbringt und den Zweck, die nur gedachte Substanz ausführt;[327] es bringt die Einheit seines Selbsts und der Substanz als sein Werk und damit als Wirklichkeit hervor.
Spirit in its simple truth is consciousness and sunders its moments. Action divides it into substance and the consciousness of substance, and equally divides both the substance and consciousness. The substance emerges as the universal essence and purpose, standing opposed to itself as singular actuality; the infinite middle term is self-consciousness, which, being in itself the unity of itself and substance, now becomes for itself—uniting the universal essence with its singular actuality, elevating this to that and acting ethically—while bringing down the former to this and executing the purpose, the merely thought substance;[327] it produces the unity of its self and substance as its work and thereby as actuality.
In dem Auseinandertreten des Bewußtseins hat die einfache Substanz den Gegensatz teils gegen das Selbstbewußtsein erhalten, teils stellt sie damit ebensosehr an ihr selbst die Natur des Bewußtseins, sich in sich selbst zu unterscheiden, als eine in ihre Massen gegliederte Welt dar. Sie spaltet sich also in ein unterschiedenes sittliches Wesen, in ein menschliches und göttliches Gesetz. Ebenso das ihr gegenübertretende Selbstbewußtsein teilt sich nach seinem Wesen der einen dieser Mächte zu, und als Wissen in die Unwissenheit dessen, was es tut, und in das Wissen desselben, das deswegen ein betrogenes Wissen ist. Es erfährt also in seiner Tat sowohl den Widerspruch jener Mächte, worein die Substanz sich entzweite, und ihre gegenseitige Zerstörung, wie den Widerspruch seines Wissens von der Sittlichkeit seines Handelns mit dem, was an und für sich sittlich ist, und findet seinen eigenen Untergang. In der Tat aber ist die sittliche Substanz durch diese Bewegung zum wirklichen Selbstbewußtsein geworden oder dieses Selbst zum Anundfürsichseienden; aber darin ist eben die Sittlichkeit zugrunde gegangen.[328]
In the sundering of consciousness, the simple substance has acquired the opposition partly against self-consciousness, and partly thereby equally presents within itself the nature of consciousness—to distinguish itself within itself—as a world articulated into masses. It thus splits into a differentiated ethical essence: a human and divine law. Similarly, the self-consciousness confronting it aligns its essence with one of these powers, and as knowing, divides into ignorance of what it does and knowledge of it, which is therefore a deceived knowledge. In its action, it thus experiences the contradiction of those powers into which the substance was rent, and their mutual destruction, as well as the contradiction between its knowledge of the ethicality of its action and what is ethical in-and-for-itself—and finds its own downfall. Yet through this movement, the ethical substance has in truth become actual self-consciousness, or this self has become the in-and-for-itself; but precisely therein, Ethical Life has perished.[328]
a. Die sittliche Welt. Das menschliche und göttliche Gesetz, der Mann und das Weib
a. The Ethical World. Human and Divine Law, Man and Woman
Die einfache Substanz des Geistes teilt sich als Bewußtsein. Oder wie das Bewußtsein des abstrakten, des sinnlichen Seins in die Wahrnehmung übergeht, so auch die unmittelbare Gewißheit des realen sittlichen Seins; und wie für die sinnliche Wahrnehmung das einfache Sein ein Ding von vielen Eigenschaften wird, so ist für die sittliche der Fall des Handelns eine Wirklichkeit von vielen sittlichen Beziehungen. Jener zieht sich aber die unnütze Vielheit der Eigenschaften in den wesentlichen Gegensatz der Einzelheit und[328] Allgemeinheit zusammen; und noch mehr dieser, die das gereinigte, substantielle Bewußtsein ist, wird die Vielheit der sittlichen Momente das Zwiefache eines Gesetzes der Einzelheit und eines der Allgemeinheit. Jede dieser Massen der Substanz bleibt aber der ganze Geist; wenn in der sinnlichen Wahrnehmung die Dinge keine andere Substanz als die beiden Bestimmungen der Einzelheit und der Allgemeinheit haben, so drücken sie hier nur den oberflächlichen Gegensatz der beiden Seiten gegeneinander aus.
The simple substance of Spirit divides itself as consciousness. Just as the consciousness of abstract, sensuous being transitions into perception, so too does the immediate certainty of actual ethical being; and as for sensuous perception, simple being becomes a thing with many properties, so for ethical perception, the case of action is an actuality with many ethical relations. The former, however, collapses the superfluous multiplicity of properties into the essential opposition of singularity and[328] universality; even more so, the latter—which is purified, substantial consciousness—collapses the multiplicity of ethical moments into the twofold of a law of singularity and a law of universality. Yet each of these masses of substance remains the whole Spirit; if in sensuous perception things have no other substance than the two determinations of singularity and universality, here they merely express the superficial opposition of the two sides against each other.
Die Einzelheit hat an dem Wesen, das wir hier betrachten, die Bedeutung des Selbstbewußtseins überhaupt, nicht eines einzelnen zufälligen Bewußtseins. Die sittliche Substanz ist also in dieser Bestimmung die wirkliche Substanz, der absolute Geist in der Vielheit des daseienden Bewußtseins realisiert; er ist das Gemeinwesen, welches für uns bei dem Eintritt in die praktische Gestaltung der Vernunft überhaupt das absolute Wesen war und hier in seiner Wahrheit für sich selbst als bewußtes sittliches Wesen und als das Wesen für das Bewußtsein, das wir zum Gegenstande haben, hervorgetreten ist. Es ist Geist, welcher für sich [ist], indem er im Gegenschein der Individuen sich, – und an sich oder Substanz ist, indem er sie in sich erhält. Als die wirkliche Substanz ist er ein Volk, als wirkliches Bewußtsein Bürger des Volkes. Dies Bewußtsein hat an dem einfachen Geiste sein Wesen und die Gewißheit seiner selbst in der Wirklichkeit dieses Geistes, dem ganzen Volke, und unmittelbar darin seine Wahrheit, also nicht in etwas, das nicht wirklich ist, sondern in einem Geiste, der existiert und gilt.
In the essence we are here considering, individuality has the significance of self-consciousness as such, not of a singular contingent consciousness. The ethical substance in this determination is thus the actual substance, the absolute Spirit realized in the multiplicity of existing consciousness; it is the communal order [Gemeinwesen], which for us was the absolute essence upon entering the practical configuration of reason as such, and here has emerged in its truth for itself as the self-conscious ethical essence and as the essence for the consciousness that we take as our object. It is Spirit that is for itself insofar as it exists in the reflectedness of individuals — and in itself or substance insofar as it sustains them within itself. As the actual substance, it is a people; as actual consciousness, it is citizens of the people. This consciousness has its essence in the simple Spirit and its self-certainty in the actuality of this Spirit — the entire people — and therein immediately finds its truth, not in something unreal, but in a Spirit that exists and has validity.
Dieser Geist kann das menschliche Gesetz genannt werden, weil er wesentlich in der Form der ihrer selbstbewußten Wirklichkeit ist. Er ist in der Form der Allgemeinheit das bekannte Gesetz und die vorhandene Sitte; in der Form der Einzelheit ist er die wirkliche Gewißheit seiner selbst in dem Individuum überhaupt, und die Gewißheit seiner als einfacher Individualität ist er als Regierung; seine Wahrheit ist die offene, an dem Tage liegende Gültigkeit, eine Existenz,[329] welche für die unmittelbare Gewißheit in die Form des frei entlassenen Daseins tritt.
This Spirit may be called the human law because it essentially exists in the form of self-conscious actuality. In the form of universality, it is the familiar law and existing custom; in the form of individuality, it is the actual certainty of itself in the individual as such, and as simple individuality, it is the government. Its truth is the open validity that lies in the light of day, an existence [Existenz] which, for the immediate certainty, assumes the form of freely released existence [Dasein].
Dieser sittlichen Macht und Offenbarkeit tritt aber eine andere Macht, das göttliche Gesetz, gegenüber. Denn die sittliche Staatsmacht hat als die Bewegung des sich bewußten Tuns an dem einfachen und unmittelbaren Wesen der Sittlichkeit ihren Gegensatz; als wirkliche Allgemeinheit ist sie eine Gewalt gegen das individuelle Fürsichsein, und als Wirklichkeit überhaupt hat sie an dem inneren Wesen noch ein Anderes, als sie ist.
But opposed to this ethical power and its manifestation stands another power: the divine law. For the ethical State Power, as the movement of self-conscious action upon the simple and immediate essence of ethicality, finds its antithesis. As actual universality, it is a force against individual being-for-self, and as actuality as such, it retains in the inner essence another aspect [Anderes] than what it is.
Es ist schon erinnert worden, daß jede der entgegengesetzten Weisen der sittlichen Substanz, zu existieren, sie ganz und alle Momente ihres Inhalts enthält. Wenn also das Gemeinwesen sie als das seiner bewußte wirkliche Tun ist, so hat die andere Seite die Form der unmittelbaren oder seienden Substanz. Diese ist so einerseits der innere Begriff oder die allgemeine Möglichkeit der Sittlichkeit überhaupt, hat aber andererseits das Moment des Selbstbewußtseins ebenso an ihr. Dieses, in diesem Elemente der Unmittelbarkeit oder des Seins die Sittlichkeit ausdrückend, oder ein unmittelbares Bewußtsein seiner wie als Wesens so als dieses Selbsts in einem Anderen, d.h. ein natürliches sittliches Gemeinwesen, – ist die Familie. Sie steht als der bewußtlose, noch innere Begriff seiner sich bewußten Wirklichkeit, als das Element der Wirklichkeit des Volks dem Volke selbst, als unmittelbares sittliches Sein der durch die Arbeit für das Allgemeine sich bildenden und erhaltenden Sittlichkeit, – [als] die Penaten dem allgemeinen Geiste gegenüber.
It has already been noted that each of the opposed modes of the ethical substance’s existence contains the whole and all moments of its content. Thus, if the communal order is the ethical substance as the self-conscious actual activity, the other side assumes the form of the immediate or being-there substance. This, on the one hand, is the inner concept or universal possibility of ethicality as such, yet equally possesses the moment of self-consciousness. Expressing ethicality in this element of immediacy or being — or as an immediate consciousness of itself both as essence and as this self in an other — the natural ethical communal order is the family. As the unconscious, still-inward concept of its self-conscious actuality, the family stands opposed to the people as the element of the people’s actuality — as the immediate ethical being to the ethicality that forms and sustains itself through labor for the universal — [as] the Penates to the universal Spirit.
Ob sich aber wohl das sittliche Sein der Familie als das unmittelbare bestimmt, so ist sie innerhalb ihrer sittliches Wesen nicht, insofern sie das Verhältnis der Natur ihrer Glieder oder deren Beziehung die unmittelbare einzelner wirklicher ist; denn das Sittliche ist an sich allgemein, und dies Verhältnis der Natur ist wesentlich ebensosehr ein Geist und nur als geistiges Wesen sittlich. Es ist zu sehen, worin seine eigentümliche Sittlichkeit besteht. – Zunächst, weil das Sittliche[330] das an sich Allgemeine ist, ist die sittliche Beziehung der Familienglieder nicht die Beziehung der Empfindung oder das Verhältnis der Liebe. Das Sittliche scheint nun in das Verhältnis des einzelnen Familiengliedes zur ganzen Familie als der Substanz gelegt werden zu müssen, so daß sein Tun und Wirklichkeit nur sie zum Zweck und Inhalt hat. Aber der bewußte Zweck, den das Tun dieses Ganzen, insofern er auf es selbst geht, hat, ist selbst das Einzelne. Die Erwerbung und Erhaltung von Macht und Reichtum geht teils nur auf das Bedürfnis und gehört der Begierde an; teils wird sie in ihrer höheren Bestimmung etwas nur Mittelbares. Diese Bestimmung fällt nicht in die Familie selbst, sondern geht auf das wahrhaft Allgemeine, das Gemeinwesen; sie ist vielmehr negativ gegen die Familie und besteht darin, den Einzelnen aus ihr herauszusetzen, seine Natürlichkeit und Einzelheit zu unterjochen und ihn zur Tugend, zum Leben in und fürs Allgemeine zu ziehen. Der der Familie eigentümliche positive Zweck ist der Einzelne als solcher. Daß nun diese Beziehung sittlich sei, kann er nicht, weder der, welcher handelt, noch der, auf welchen sich die Handlung bezieht, nach einer Zufälligkeit auftreten, wie etwa in irgendeiner Hilfe oder Dienstleistung geschieht. Der Inhalt der sittlichen Handlung muß substantiell oder ganz und allgemein sein; sie kann sich daher nur auf den ganzen Einzelnen oder auf ihn als allgemeinen beziehen. Auch dies wieder nicht etwa so, daß sich nur vorgestellt wäre, eine Dienstleistung fördere sein ganzes Glück, während sie so, wie sie unmittelbare und wirkliche Handlung ist, nur etwas Einzelnes an ihm tut, – noch daß sie auch wirklich als Erziehung in einer Reihe von Bemühungen ihn als Ganzes zum Gegenstand hat und als Werk hervorbringt, wo außer dem gegen die Familie negativen Zwecke die wirkliche Handlung nur einen beschränkten Inhalt hat, – ebensowenig endlich, daß sie eine Nothilfe ist, wodurch in Wahrheit der ganze Einzelne errettet[331] wird; denn sie ist selbst eine völlig zufällige Tat, deren Gelegenheit eine gemeine Wirklichkeit ist, welche sein und auch nicht sein kann. Die Handlung also, welche die ganze Existenz des Blutsverwandten umfaßt und ihn – nicht den Bürger, denn dieser gehört nicht der Familie an, noch den, der Bürger werden und aufhören soll, als dieser Einzelne zu gelten, sondern ihn, diesen der Familie angehörigen Einzelnen – als ein allgemeines, der sinnlichen, d. i. einzelnen Wirklichkeit enthobenes Wesen zu ihrem Gegenstande und Inhalt hat, betrifft nicht mehr den Lebenden, sondern den Toten, der aus der langen Reihe seines zerstreuten Daseins sich in die vollendete eine Gestaltung zusammengefaßt und aus der Unruhe des zufälligen Lebens sich in die Ruhe der einfachen Allgemeinheit erhoben hat. – Weil er nur als Bürger wirklich und substantiell ist, so ist der Einzelne, wie er nicht Bürger ist und der Familie angehört, nur der unwirkliche marklose Schatten.
Yet while the family's ethical being is determined as immediate, its ethical essence does not reside insofar as it constitutes the natural relation among its members or their connection as immediate singular actual individuals. For the ethical is in itself universal, and this natural relation is essentially no less spiritual, becoming ethical only as spiritual essence. We must discern wherein its distinctive ethicality lies. – First, since the ethical is the in-itself universal, the ethical bond between family members is not one of sentiment or love. The ethical would thus appear to require situating the relation of the singular family member to the whole family as substance, such that their actions and actuality have this whole alone as their purpose and content. Yet the conscious purpose of the action of this whole – insofar as it relates to itself – remains singular. The acquisition and preservation of power and wealth pertain partly to need and desire; in their higher determination, they become merely instrumental. This determination does not belong to the family itself but rather to the truly universal, the community. It is, in fact, negative toward the family, consisting in extracting the individual from it, subjugating their naturality and singularity, and drawing them into virtue – into life within and for the universal. The positive end proper to the family is the singular individual as such. For this relation to be ethical, it cannot appear as contingent for either the agent or the recipient of the action – as occurs, say, in arbitrary acts of aid or service. The content of ethical action must be substantial, total, and universal; it can therefore only concern the whole individual or the individual as universal. Nor can this mean that a service is merely imagined to promote their total happiness, for as an immediate and actual action, it affects only a singular aspect of them – nor that education, through a series of efforts, takes the individual as a whole for its object and produces them as a work, since apart from the negative purpose toward the family, the actual action here has only a limited content – nor finally that emergency aid rescues the whole singular being, for such aid is itself a wholly contingent deed whose occasion is a common actuality that may or may not exist. The action that encompasses the entire existence of the blood relative – not the citizen (who does not belong to the family) nor one who is to become a citizen and cease counting as this singular individual, but rather this singular individual belonging to the family – elevating them as a universal being liberated from sensuous, i.e., singular actuality, concerns no longer the living but the dead. The dead have condensed their dispersed existence into the completed singular form, rising from the unrest of contingent life into the repose of simple universality. – Since the individual becomes actual and substantial only as citizen, the singular who is not a citizen but belongs to the family remains the unreal, featureless shadow.
Diese Allgemeinheit, zu der der Einzelne als solcher gelangt, ist das reine Sein, der Tod; es ist das unmittelbare natürliche Gewordensein, nicht das Tun eines Bewußtseins. Die Pflicht des Familiengliedes ist deswegen, diese Seite hinzuzufügen, damit auch sein letztes Sein, dies allgemeine Sein, nicht allein der Natur angehöre und etwas Unvernünftiges bleibe, sondern daß es ein Getanes und das Recht des Bewußtseins in ihm behauptet sei. Oder der Sinn der Handlung ist vielmehr, daß, weil in Wahrheit die Ruhe und Allgemeinheit des seiner selbst bewußten Wesens nicht der Natur angehört, der Schein eines solchen Tuns hinwegfalle, den sich die Natur angemaßt, und die Wahrheit hergestellt werde. – Was die Natur an ihm tat, ist die Seite, von welcher sein Werden zum Allgemeinen sich als die Bewegung eines Seienden darstellt. Sie fällt zwar selbst innerhalb des sittlichen Gemeinwesens und hat dieses zum Zwecke; der Tod ist die Vollendung und höchste Arbeit, welche das Individuum als solches für es übernimmt. Aber insofern es wesentlich einzelnes ist, ist es zufällig, daß sein Tod unmittelbar mit seiner Arbeit[332] fürs Allgemeine zusammenhing und Resultat derselben war; teils wenn er's war, ist er die natürliche Negativität und die Bewegung des Einzelnen als Seienden, worin das Bewußtsein nicht in sich zurückkehrt und Selbstbewußtsein wird; oder indem die Bewegung des Seienden diese ist, daß es aufgehoben wird und zum Fürsichsein gelangt, ist der Tod die Seite der Entzweiung, worin das Fürsichsein, das erlangt wird, ein Anderes ist als das Seiende, welches in die Bewegung eintrat. – Weil die Sittlichkeit der Geist in seiner unmittelbaren Wahrheit ist, so fallen die Seiten, in die sein Bewußtsein auseinandertritt, auch in diese Form der Unmittelbarkeit, und die Einzelheit tritt in diese abstrakte Negativität herüber, welche, ohne Trost und Versöhnung an sich selbst, sie wesentlich durch eine wirkliche und äußerliche Handlung empfangen muß. – Die Blutsverwandtschaft ergänzt also die abstrakte natürliche Bewegung dadurch, daß sie die Bewegung des Bewußtseins hinzufügt, das Werk der Natur unterbricht und den Blutsverwandten der Zerstörung entreißt, oder besser, weil die Zerstörung, sein Werden zum reinen Sein, notwendig ist, selbst die Tat der Zerstörung über sich nimmt. – Es kommt hierdurch zustande, daß auch das tote, das allgemeine Sein ein in sich Zurückgekehrtes, ein Fürsichsein oder die kraftlose reine einzelne Einzelheit zur allgemeinen Individualität erhoben wird. Der Tote, da er sein Sein von seinem Tun oder negativen Eins freigelassen, ist die leere Einzelheit, nur ein passives Sein für Anderes, aller niedrigen vernunftlosen Individualität und den Kräften abstrakter Stoffe preisgegeben, wovon jene um des Lebens willen, das sie hat, diese um ihrer negativen Naturwillen jetzt mächtiger sind als er. Dies ihn entehrende Tun bewußtloser Begierde und abstrakter Wesen hält die Familie von ihm ab, setzt das ihrige an die Stelle und vermählt den Verwandten dem Schöße der Erde, der elementarischen unvergänglichen Individualität; sie macht ihn hierdurch zum Genossen eines Gemeinwesens, welches vielmehr die Kräfte der einzelnen Stoffe und die niedrigen Lebendigkeiten, die gegen[333] ihn frei werden und ihn zerstören wollten, überwältigt und gebunden hält.
This universality which the individual as such attains is pure Being, death; it is the immediate natural becoming, not the action of a Consciousness. The duty of the family member is therefore to add this aspect, so that even his ultimate Being, this universal Being, does not belong solely to Nature and remain something irrational, but rather becomes a something accomplished, and the right of Consciousness is asserted within it. Or, more precisely, the meaning of the action is that since the repose and universality of the self-conscious essence do not in truth belong to Nature, the semblance of such an action—which Nature has usurped—must be stripped away, and truth restored. – What Nature did in him is the aspect through which his becoming universal presents itself as the movement of a being. This movement indeed occurs within the ethical community and has the latter as its end; death is the consummation and supreme labor that the individual as such undertakes for it. Yet insofar as the individual is essentially singular, it is contingent whether his death was immediately connected with his labor[332] for the universal and was its result. In part, if it was so, death is the natural negativity and movement of the individual as a being, in which Consciousness does not return into itself and become Self-Consciousness. Or, since the movement of the being consists in its being sublated and attaining being-for-itself, death is the moment of diremption wherein the being-for-itself that is attained is an Other than the being that entered into the movement. – Because Ethical Life is Spirit in its immediate truth, the sides into which its Consciousness splits also fall into this form of immediacy, and singularity passes over into this abstract negativity, which, devoid of solace and reconciliation in itself, must essentially receive these through an actual and external action. – Blood kinship thus supplements the abstract natural movement by adding the movement of Consciousness, interrupts the work of Nature, and wrests the blood relative from destruction—or, better, since destruction, his becoming pure Being, is necessary—itself takes charge of the destructive act. – Through this, it comes about that even the dead, the universal Being, becomes a self-reverted entity, a being-for-itself, or the powerless pure singular singularity is elevated to universal individuality. The dead, having liberated his Being from his action or negative unity, is the empty singularity, a merely passive Being-for-Others, surrendered to every lowly irrational individuality and the forces of abstract materials. The former overpower him because they possess life, the latter because of their negative natural essence. The family prevents this dishonoring of him by unconscious desire and abstract essences, substitutes its own act in place of theirs, and weds the relative to the bosom of the Earth, the elemental imperishable individuality. Thereby it makes him a member of a community that overpowers and binds the forces of singular materials and the lower forms of life which, freed from him,[333] sought to destroy him.
Diese letzte Pflicht macht also das vollkommene göttliche Gesetz oder die positive sittliche Handlung gegen den Einzelnen aus. Alles andere Verhältnis gegen ihn, das nicht in der Liebe stehenbleibt, sondern sittlich ist, gehört dem menschlichen Gesetze an und hat die negative Bedeutung, den Einzelnen über die Einschließung in das natürliche Gemeinwesen zu erheben, dem er als wirklicher angehört. Wenn nun aber schon das menschliche Recht zu seinem Inhalte und Macht die wirkliche ihrer bewußte sittliche Substanz, das ganze Volk, hat, das göttliche Recht und Gesetz aber den Einzelnen, der jenseits der Wirklichkeit ist, so ist er nicht ohne Macht; seine Macht ist das abstrakte rein Allgemeine, das elementarische Individuum, welches die Individualität, die sich von dem Elemente losreißt und die ihrer bewußte Wirklichkeit des Volks ausmacht, in die reine Abstraktion als in sein Wesen ebenso zurückreißt, als es ihr Grund ist. – Wie diese Macht am Volke selbst sich darstellt, wird sich noch weiter entwickeln.
This ultimate duty thus constitutes the perfect divine law or the positive ethical action toward the individual. All other relations to him that do not remain within love but are ethical belong to the human law and have the negative significance of elevating the individual beyond his enclosure within the natural communal order to which he belongs as a real member. Now, even though the human law has as its content and power the actual self-conscious ethical substance, the entire people, while the divine law and ordinance pertain to the individual who lies beyond actuality, he is not without power; his power is the abstract, purely universal, the elemental individual, which tears back into the pure abstraction as its essence the individuality that breaks free from the element and constitutes the self-conscious actuality of the people, just as it is its ground. — How this power manifests itself within the people will develop further.
Es gibt nun in dem einen Gesetze wie in dem anderen auch Unterschiede und Stufen. Denn indem beide Wesen das Moment des Bewußtseins an ihnen haben, entfaltet sich innerhalb ihrer selbst der Unterschied, was ihre Bewegung und eigentümliches Leben ausmacht. Die Betrachtung dieser Unterschiede zeigt die Weise der Betätigung und des Selbstbewußtseins der beiden allgemeinen Wesen der sittlichen Welt sowie ihren Zusammenhang und Übergang ineinander. Das Gemeinwesen, das obere und offenbar an der Sonne geltende Gesetz, hat seine wirkliche Lebendigkeit in der Regierung, als worin es Individuum ist. Sie ist der in sich reflektierte wirkliche Geist, das einfache Selbst der ganzen sittlichen Substanz. Diese einfache Kraft erlaubt dem Wesen zwar, in seine Gliederung sich auszubreiten und jedem Teile Bestehen und eigenes Fürsichsein zu geben. Der Geist hat hieran seine Realität oder sein Dasein, und die Familie ist[334] das Element dieser Realität. Aber er ist zugleich die Kraft des Ganzen, welche diese Teile wieder in das negative Eins zusammenfaßt, ihnen das Gefühl ihrer Unselbständigkeit gibt und sie in dem Bewußtsein erhält, ihr Leben nur im Ganzen zu haben. Das Gemeinwesen mag sich also einerseits in die Systeme der persönlichen Selbständigkeit und des Eigentums, des persönlichen und dinglichen Rechts, organisieren; ebenso die Weisen des Arbeitens für die zunächst einzelnen Zwecke – des Erwerbs und Genusses – zu eigenen Zusammenkünften gliedern und verselbständigen. Der Geist der allgemeinen Zusammenkunft ist die Einfachheit und das negative Wesen dieser sich isolierenden Systeme. Um sie nicht in dieses Isolieren einwurzeln und festwerden, hier durch das Ganze auseinanderfallen und den Geist verfliegen zu lassen, hat die Regierung sie in ihrem Innern von Zeit zu Zeit durch die Kriege zu erschüttern, ihre sich zurechtgemachte Ordnung und Recht der Selbständigkeit dadurch zu verletzen und zu verwirren, den Individuen aber, die sich darin vertiefend vom Ganzen losreißen und dem unverletzbaren Fürsichsein und der Sicherheit der Person zustreben, in jener auferlegten Arbeit ihren Herrn, den Tod, zu fühlen zu geben. Der Geist wehrt durch diese Auflösung der Form des Bestehens das Versinken in das natürliche Dasein aus dem sittlichen ab und erhält und erhebt das Selbst seines Bewußtseins in die Freiheit und in seine Kraft. – Das negative Wesen zeigt sich als die eigentliche Macht des Gemeinwesens und die Kraft seiner Selbsterhaltung; dieses hat also die Wahrheit und Bekräftigung seiner Macht an dem Wesen des göttlichen Gesetzes und dem unterirdischen Reiche.
Now, there are also differences and stages within the one law as in the other. For since both essences contain the moment of consciousness, the distinction unfolds within them, constituting their movement and distinctive life. The examination of these differences reveals the mode of actuality and self-consciousness of the two universal essences of the ethical world, as well as their nexus and transition into one another. The communal order, the upper and openly valid law under the sun, has its actual vitality in the government, through which it becomes an individual. The government is the self-reflected actual Spirit, the simple Self of the entire ethical substance. This simple force allows the essence to expand into its articulations, granting each part subsistence and its own being-for-itself. Here, the Spirit attains its actuality or existence, and the family is[334] the element of this actuality. Yet the Spirit is simultaneously the force of the whole, which gathers these parts back into the negative unity, imparting to them the feeling of their non-independence and maintaining in their consciousness that they have life only in the whole. Thus, the communal order may, on one hand, organize itself into systems of personal independence and property, personal and material rights; likewise, it may structure and autonomize the modes of labor for initially individual ends — acquisition and enjoyment — into distinct associations. The spirit of the universal association is the simplicity and negative essence of these self-isolating systems. To prevent them from taking root in this isolation and hardening, thereby fragmenting the whole through their fixity and dissipating the Spirit, the government must periodically shake them internally through wars, thereby violating and disrupting their self-constructed order and right to independence, while compelling individuals who, immersing themselves in this sphere, break free from the whole and strive toward inviolable being-for-itself and personal security to feel their master — death — in the labor thus imposed. Through this dissolution of the form of subsistence, the Spirit prevents the sinking from the ethical into natural existence and preserves and elevates the Self of its consciousness into freedom and its own force. — The negative essence reveals itself as the true power of the communal order and the force of its self-preservation; thus, the communal order finds the truth and confirmation of its power in the essence of the divine law and the underworld realms.
Das göttliche Gesetz, das in der Familie waltet, hat seinerseits gleichfalls Unterschiede in sich, deren Beziehung die lebendige Bewegung seiner Wirklichkeit ausmacht. Unter den drei Verhältnissen aber, des Mannes und der Frau, der Eltern und der Kinder, der Geschwister als Bruder und Schwester, ist zuerst das Verhältnis des Mannes und der Frau das unmittelbare Sich-Erkennen des einen Bewußtseins im andern[335] und das Erkennen des gegenseitigen Anerkanntseins. Weil es das natürliche Sich-Erkennen, nicht das sittliche ist, ist es nur die Vorstellung und das Bild des Geistes, nicht der wirkliche Geist selbst. – Die Vorstellung oder das Bild hat aber seine Wirklichkeit an einem Anderen, als es ist; dies Verhältnis hat daher seine Wirklichkeit nicht an ihm selbst, sondern an dem Kinde – einem Anderen, dessen Werden es ist und worin es selbst verschwindet; und dieser Wechsel der sich fortwälzenden Geschlechter hat seinen Bestand in dem Volke. – Die Pietät des Mannes und der Frau gegeneinander ist also mit natürlicher Beziehung und mit Empfindung vermischt, und ihr Verhältnis hat seine Rückkehr in sich nicht an ihm selbst; ebenso das zweite, die Pietät der Eltern und Kinder gegeneinander. Die der Eltern gegen ihre Kinder ist eben von dieser Rührung affiziert, das Bewußtsein seiner Wirklichkeit in dem Anderen zu haben und das Fürsichsein in ihm werden zu sehen, ohne es zurückzuerhalten; sondern es bleibt eine fremde, eigene Wirklichkeit, – die der Kinder aber gegen die Eltern umgekehrt mit der Rührung, das Werden seiner selbst oder das Ansich an einem anderen Verschwindenden zu haben und das Fürsichsein und eigene Selbstbewußtsein zu erlangen nur durch die Trennung von dem Ursprung – eine Trennung, worin dieser versiegt.
The divine law governing the family likewise contains differences within itself, whose interrelation constitutes the living movement of its actuality. Among the three relations — of husband and wife, parents and children, siblings as brother and sister — the first, the relation between man and woman, is the immediate recognition of one consciousness in the other[335] and the recognition of mutual acknowledgment. Since this is a natural recognition, not an ethical one, it is merely the representation and image of Spirit, not Spirit’s actuality. — However, the representation or image attains its actuality in an Other than itself; this relation thus does not have its actuality within itself but in the child — an Other whose becoming it is and in which it itself vanishes; and this alternation of generations rolling onward finds its subsistence in the people. — The piety of man and woman toward each other is therefore mingled with natural relation and feeling, and their relation lacks a return into itself; the same applies to the second relation, the piety of parents and children toward each other. The parents’ piety toward their children is imbued with the pathos of having their actuality in the Other and seeing their being-for-itself become in it, yet without receiving it back; instead, it remains a foreign, independent actuality — while the children’s piety toward their parents is conversely marked by the pathos of seeing their own becoming or in-itself vanish in an Other that is perishing and of attaining being-for-itself and self-consciousness only through separation from the origin — a separation in which this origin dries up.
Diese beiden Verhältnisse bleiben innerhalb des Übergehens und der Ungleichheit der Seiten stehen, die an sie verteilt sind. – Das unvermischte Verhältnis aber findet zwischen Bruder und Schwester statt. Sie sind dasselbe Blut, das aber in ihnen in seine Ruhe und Gleichgewicht gekommen ist. Sie begehren daher einander nicht, noch haben sie dies Fürsichsein eines dem anderen gegeben noch empfangen, sondern sie sind freie Individualität gegeneinander. Das Weibliche hat daher als Schwester die höchste Ahnung des sittlichen Wesens; zum Bewußtsein und der Wirklichkeit desselben kommt es nicht, weil das Gesetz der Familie das ansichseiende, innerliche Wesen ist, das nicht am Tage des Bewußtseins liegt, sondern innerliches Gefühl und das der Wirklichkeit[336] enthobene Göttliche bleibt. An diese Penaten ist das Weibliche geknüpft, welches in ihnen teils seine allgemeine Substanz, teils aber seine Einzelheit anschaut, so jedoch, daß diese Beziehung der Einzelheit zugleich nicht die natürliche der Lust sei. – Als Tochter muß nun das Weib die Eltern mit natürlicher Bewegung und mit sittlicher Ruhe verschwinden sehen, denn nur auf Unkosten dieses Verhältnisses kommt sie zu dem Fürsichsein, dessen sie fähig ist; sie schaut in den Eltern also ihr Fürsichsein nicht auf positive Weise an. Die Verhältnisse der Mutter und der Frau aber haben die Einzelheit teils als etwas Natürliches, das der Lust angehört, teils als etwas Negatives, das nur sein Verschwinden darin erblickt; teils ist sie eben darum etwas Zufälliges, das durch eine andere ersetzt werden kann. Im Hause der Sittlichkeit ist es nicht dieser Mann, nicht dieses Kind, sondern ein Mann, Kinder überhaupt, – nicht die Empfindung, sondern das Allgemeine, worauf sich diese Verhältnisse des Weibes gründen. Der Unterschied seiner Sittlichkeit von der des Mannes besteht eben darin, daß es in seiner Bestimmung für die Einzelheit und in seiner Lust unmittelbar allgemein und der Einzelheit der Begierde fremd bleibt; dahingegen in dem Manne diese beiden Seiten auseinandertreten, und indem er als Bürger die selbstbewußte Kraft der Allgemeinheit besitzt, erkauft er sich dadurch das Recht der Begierde und erhält sich zugleich die Freiheit von derselben. Indem also in dies Verhältnis der Frau die Einzelheit eingemischt ist, ist seine Sittlichkeit nicht rein; insofern sie aber dies ist, ist die Einzelheit gleichgültig, und die Frau entbehrt das Moment, sich als dieses Selbst im Anderen zu erkennen. – Der Bruder aber ist der Schwester das ruhige gleiche Wesen überhaupt, ihre Anerkennung in ihm rein und unvermischt mit natürlicher Beziehung; die Gleichgültigkeit der Einzelheit und die sittliche Zufälligkeit derselben ist daher in diesem Verhältnisse nicht vorhanden; sondern das Moment des anerkennenden und anerkannten einzelnen Selbsts darf hier sein Recht behaupten, weil es mit dem Gleichgewichte des Blutes[337] und begierdeloser Beziehung verknüpft ist. Der Verlust des Bruders ist daher der Schwester unersetzlich und ihre Pflicht gegen ihn die höchste.
This unmixed relation occurs between brother and sister. They are of the same blood, which has attained quiescence and equilibrium in them. They therefore do not desire one another, nor have they given or received this being-for-itself from one another; rather, they are free individualities in relation to each other. The feminine, as sister, thus possesses the highest intimation of ethical essence; it does not attain to consciousness and actuality of this essence, for the law of the family is the in-itself, the inward essence that does not lie in the daylight of consciousness but remains inner feeling and the divinity removed from actuality. The feminine is bound to these Penates, in which it intuits its universal substance partly as its singular particularity, though in such a way that this relation of particularity is not simultaneously the natural one of pleasure. – As a daughter, the feminine must now see her parents vanish with natural movement and ethical quiescence, for only through the dissolution of this relation does she attain the being-for-itself of which she is capable; she thus does not positively recognize her being-for-itself in her parents. The relations of mother and wife, however, have particularity partly as something natural belonging to pleasure, partly as something negative that sees only its own vanishing therein; partly, for this reason, it is something contingent that can be replaced by another. In the ethical household, it is not this man or this child, but a man, children in general – not feeling but the universal – that grounds these feminine relations. The distinction between feminine and masculine ethics lies precisely in this: in her determination for particularity and in her pleasure, the feminine remains immediately universal and alien to the particularity of desire, whereas in the man these two sides diverge. As a citizen possessing the self-conscious power of universality, the man thereby purchases for himself the right of desire while maintaining freedom from it. Thus, insofar as individual particularity is intermingled in the woman’s relation, her ethical life is not pure; insofar as it is pure, particularity becomes indifferent, and the woman lacks the moment of recognizing herself as this self in the other. – The brother, however, is for the sister the tranquil universal essence as such; her recognition in him is pure and unmixed with natural relation. The indifference of particularity and the ethical contingency of particularity are thus absent in this relation. Rather, the moment of the recognizing and recognized singular self may here assert its right, for it is linked to the equilibrium of blood and desireless relation. The loss of a brother is therefore irreplaceable for the sister, and her duty toward him is the highest.
Dies Verhältnis ist zugleich die Grenze, an der sich die in sich beschlossene Familie auflöst und außer sich geht. Der Bruder ist die Seite, nach welcher ihr Geist zur Individualität wird, die gegen Anderes sich kehrt und in das Bewußtsein der Allgemeinheit übergeht. Der Bruder verläßt diese unmittelbare elementarische und darum eigentlich negative Sittlichkeit der Familie, um die ihrer selbst bewußte, wirkliche Sittlichkeit zu erwerben und hervorzubringen.
This relation is simultaneously the boundary at which the self-enclosed family dissolves and moves beyond itself. The brother is the aspect through which its spirit becomes individuality turned outward toward otherness and transitions into the consciousness of universality. The brother abandons this immediate elemental and thereby properly negative ethical life of the family to acquire and bring forth the self-conscious, actual ethical life.
Er geht aus dem göttlichen Gesetz, in dessen Sphäre er lebte, zu dem menschlichen über. Die Schwester aber wird oder die Frau bleibt der Vorstand des Hauses und die Bewahrerin des göttlichen Gesetzes. Auf diese Weise überwinden die beiden Geschlechter ihr natürliches Wesen und treten in ihrer sittlichen Bedeutung auf, als Verschiedenheiten, welche die beiden Unterschiede, die die sittliche Substanz sich gibt, unter sich teilen. Diese beiden allgemeinen Wesen der sittlichen Welt haben ihre bestimmte Individualität darum an natürlich unterschiedenen Selbstbewußtsein[en], weil der sittliche Geist die unmittelbare Einheit der Substanz mit dem Selbstbewußtsein ist, – eine Unmittelbarkeit, welche also nach der Seite der Realität und des Unterschieds zugleich als das Dasein eines natürlichen Unterschieds erscheint. – Es ist diejenige Seite, welche sich an der Gestalt der sich selbst realen Individualität, in dem Begriffe des geistigen Wesens, als ursprünglich bestimmte Natur zeigte. Dies Moment verliert die Unbestimmtheit, die es dort noch hat, und die zufällige Verschiedenheit von Anlagen und Fähigkeiten. Es ist jetzt der bestimmte Gegensatz der zwei Geschlechter, deren Natürlichkeit zugleich die Bedeutung ihrer sittlichen Bestimmung erhält.
He passes from the divine law, within whose sphere he lived, into the human law. The sister, however, becomes or remains the stewardess of the household and the preserver of divine law. In this way, the two sexes overcome their natural essence and emerge in their ethical significance as differentiated beings that divide between themselves the two distinctions that the ethical substance gives itself. These two universal beings of the ethical world have their determinate individuality in naturally differentiated self-consciousnesses because the ethical spirit is the immediate unity of substance with self-consciousness – an immediacy that, with respect to actuality and distinction, simultaneously appears as the existence of a natural difference. – It is that aspect which, in the shape of self-realizing individuality within the concept of spiritual essence, manifested itself as originally determinate nature. This moment now loses the indeterminacy it still possessed there, as well as the contingent diversity of dispositions and capacities. It is now the determinate antithesis of the two sexes, whose naturality simultaneously takes on the significance of their ethical vocation.
Der Unterschied der Geschlechter und ihres sittlichen Inhalts bleibt jedoch in der Einheit der Substanz, und seine Bewegung ist eben das bleibende Werden derselben. Der Mann[338] wird vom Familiengeiste in das Gemeinwesen hinausgeschickt und findet in diesem sein selbstbewußtes Wesen; wie die Familie hierdurch in ihm ihre allgemeine Substanz und Bestehen hat, so umgekehrt das Gemeinwesen an der Familie das formale Element seiner Wirklichkeit und an dem göttlichen Gesetze seine Kraft und Bewährung. Keins von beiden ist allein an und für sich; das menschliche Gesetz geht in seiner lebendigen Bewegung von dem göttlichen, das auf Erden geltende von dem unterirdischen, das bewußte vom bewußtlosen, die Vermittlung von der Unmittelbarkeit aus und geht ebenso dahin zurück, wovon es ausging. Die unterirdische Macht dagegen hat auf der Erde ihre Wirklichkeit; sie wird durch das Bewußtsein Dasein und Tätigkeit.
The difference between the sexes and their ethical content nevertheless remains within the unity of substance, and its movement is precisely the abiding becoming of this substance. The man[338] is dispatched by the familial spirit into the communal order, where he finds his self-conscious essence. Just as the family thereby finds in him its universal substance and subsistence, conversely, the communal order finds in the family the formal element of its actuality and in divine law its power and verification. Neither exists solely in and for itself; the human law, in its living movement, proceeds from the divine law, the earthly law from the underworldly, the conscious from the unconscious, mediation from immediacy, and equally returns there whence it proceeded. The underworldly power, for its part, has its actuality on earth; through consciousness, it attains existence and activity.
Die allgemeinen sittlichen Wesen sind also die Substanz als Allgemeines und sie als einzelnes Bewußtsein; sie haben das Volk und die Familie zu ihrer allgemeinen Wirklichkeit, den Mann aber und das Weib zu ihrem natürlichen Selbst und der betätigenden Individualität. In diesem Inhalt der sittlichen Welt sehen wir die Zwecke erreicht, welche die vorhergehenden substanzlosen Gestalten des Bewußtseins sich machten; was die Vernunft nur als Gegenstand auffaßte, ist Selbstbewußtsein geworden, und was dieses nur in ihm selbst hatte, als wahre Wirklichkeit vorhanden. – Was die Beobachtung als ein Vorgefundenes wußte, an dem das Selbst keinen Teil hätte, ist hier vorgefundene Sitte, aber eine Wirklichkeit, die zugleich Tat und Werk des Findenden ist. – Der Einzelne, die Lust des Genusses seiner Einzelheit suchend, findet sie in der Familie, und die Notwendigkeit, worin die Lust vergeht, ist sein eigenes Selbstbewußtsein als Bürgers seines Volks; – oder es ist dieses, das Gesetz des Herzens als das Gesetz aller Herzen, das Bewußtsein des Selbsts als die anerkannte allgemeine Ordnung zu wissen; es ist die Tugend, welche der Früchte ihrer Aufopferung genießt; sie bringt zustande, worauf sie geht, nämlich das Wesen zur wirklichen Gegenwart herauszuheben, und ihr Genuß ist dies allgemeine Leben. – Endlich das Bewußtsein [339] der Sache selbst wird in der realen Substanz befriedigt, die auf eine positive Weise die abstrakten Momente jener leeren Kategorie enthält und erhält. Sie hat an den sittlichen Mächten einen wahrhaften Inhalt, der an die Stelle der substanzlosen Gebote getreten, die die gesunde Vernunft geben und wissen wollte, – sowie hierdurch einen inhaltsvollen, an ihm selbst bestimmten Maßstab der Prüfung nicht der Gesetze, sondern dessen, was getan wird.
The universal ethical essences are thus the Substance as the Universal and as singular consciousness; they have the people and the family as their universal actuality, and man and woman as their natural self and active individuality. In this content of the ethical world, we see the purposes achieved which the preceding substanceless shapes of consciousness set for themselves; what Reason only apprehended as an object has become self-consciousness, and what the latter possessed only within itself is here present as true actuality. – What Observance knew as a given, in which the self had no share, is here the given custom, but an actuality that is simultaneously the deed and product of the finder. – The individual, seeking the pleasure of enjoying his singularity, finds it in the family, and the necessity in which this pleasure perishes is his own self-consciousness as a citizen of his people; – or this is the law of the heart known as the law of all hearts, the consciousness of the self as the recognized universal order; it is virtue enjoying the fruits of its sacrifice; it accomplishes what it aims at, namely to elevate the essence into actual presence, and its enjoyment is this universal life. – Finally, the consciousness [339] of the matter itself is satisfied in the real Substance, which in a positive way contains and sustains the abstract moments of that empty category. In the ethical powers, it has a true content that has replaced the substanceless commandments which sound Reason sought to give and know, – and thereby a content-rich, self-determined standard for testing not laws but what is done.
Das Ganze ist ein ruhiges Gleichgewicht aller Teile und jeder Teil ein einheimischer Geist, der seine Befriedigung nicht jenseits seiner sucht, sondern sie in sich darum hat, weil er selbst in diesem Gleichgewichte mit dem Ganzen ist. – Dies Gleichgewicht kann zwar nur dadurch lebendig sein, daß Ungleichheit in ihm entsteht und von der Gerechtigkeit zur Gleichheit zurückgebracht wird. Die Gerechtigkeit ist aber weder ein fremdes, jenseits sich befindendes Wesen noch die seiner unwürdige Wirklichkeit einer gegenseitigen Tücke, Verrats, Undanks usf., die in der Weise des gedankenlosen Zufalls als ein unbegriffener Zusammenhang und ein bewußtloses Tun und Unterlassen das Gericht vollbrächte; sondern als Gerechtigkeit des menschlichen Rechts, welche das aus dem Gleichgewichte tretende Fürsichsein, die Selbständigkeit der Stände und Individuen in das Allgemeine zurückbringt, ist sie die Regierung des Volks, welche die sich gegenwärtige Individualität des allgemeinen Wesens und der eigene selbstbewußte Willen Aller ist. – Die Gerechtigkeit aber, welche das über den Einzelnen übermächtig werdende Allgemeine zum Gleichgewichte zurückbringt, ist ebenso der einfache Geist desjenigen, der Unrecht erlitten, – nicht zersetzt in ihn, der es erlitten, und ein jenseitiges Wesen; er selbst ist die unterirdische Macht, und es ist seine Erinnye, welche die Rache betreibt; denn seine Individualität, sein Blut, lebt im Hause fort; seine Substanz hat eine dauernde Wirklichkeit. Das Unrecht, welches im Reiche der Sittlichkeit dem Einzelnen zugefügt werden kann, ist nur dieses, daß ihm rein etwas geschieht. Die Macht, welche dies Unrecht[340] an dem Bewußtsein verübt, es zu einem reinen Dinge zu machen, ist die Natur, es ist die Allgemeinheit nicht des Gemeinwesens, sondern die abstrakte des Seins, und die Einzelheit wendet sich in der Auflösung des erlittenen Unrechts nicht gegen jenes, denn von ihm hat es nicht gelitten, sondern gegen dieses. Das Bewußtsein des Bluts des Individuums löst dies Unrecht, wie wir gesehen, so auf, daß, was geschehen ist, vielmehr ein Werk wird, damit das Sein, das Letzte, auch ein gewolltes und hiermit erfreulich sei.
The whole is a tranquil equilibrium of all parts, and each part is an indigenous spirit that seeks its satisfaction not beyond itself but within, precisely because it exists in equilibrium with the whole. – This equilibrium can only become living through the emergence of inequality within it, which is restored to equality by justice. Yet justice is neither an alien essence beyond it nor the unworthy actuality of mutual malice, betrayal, ingratitude, etc., which in the mode of thoughtless contingency as an incomprehensible nexus and unconscious doing and refraining would execute judgment; rather, as justice of human law, which restores to the universal the self-subsistent particularity of estates and individuals that have stepped out of equilibrium, it is the government of the people – the present individuality of the universal essence and the self-conscious will of all. – But the justice that restores the overpowering universal to equilibrium is equally the simple spirit of the one who has suffered wrong – not divided into the sufferer and a transcendent being; he himself is the subterranean power, and it is his Fury that exacts vengeance; for his individuality, his blood, endures in the household; his substance has a lasting actuality. The wrong that can be inflicted on the individual in the ethical realm is merely that something happens to him in a purely passive way. The power that perpetrates this wrong [340] upon consciousness, reducing it to a mere thing, is nature – the universality not of the communal order but the abstract universality of Being; and individuality, in dissolving the wrong suffered, turns not against the former (for it has not suffered from it) but against the latter. As we have seen, the blood-consciousness of the individual resolves this wrong by transforming what happened into a deed, so that Being, the finality, becomes something willed and thus a source of satisfaction.
Das sittliche Reich ist auf diese Weise in seinem Bestehen eine unbefleckte, durch keinen Zwiespalt verunreinigte Welt. Ebenso ist seine Bewegung ein ruhiges Werden der einen Macht desselben zur anderen, so daß jede die andere selbst erhält und hervorbringt. Wir sehen sie zwar in zwei Wesen und deren Wirklichkeit sich teilen; aber ihr Gegensatz ist vielmehr die Bewährung des einen durch das andere, und, worin sie sich unmittelbar als wirkliche berühren, ihre Mitte und Element ist die unmittelbare Durchdringung derselben. Das eine Extrem, der allgemeine sich bewußte Geist, wird mit seinem anderen Extrem, seiner Kraft und seinem Element, mit dem bewußtlosen Geiste, durch die Individualität des Mannes zusammengeschlossen. Dagegen hat das göttliche Gesetz seine Individualisierung oder der bewußtlose Geist des Einzelnen sein Dasein an dem Weibe, durch welches als die Mitte er aus seiner Unwirklichkeit in die Wirklichkeit, aus dem Unwissenden und Ungewußten in das bewußte Reich herauftritt. Die Vereinigung des Mannes und des Weibes macht die tätige Mitte des Ganzen und das Element aus, das, in diese Extreme des göttlichen und menschlichen Gesetzes entzweit, ebenso ihre unmittelbare Vereinigung ist, welche jene beiden ersten Schlüsse zu demselben Schlüsse macht und die entgegengesetzte Bewegung[:] der Wirklichkeit hinab zur Unwirklichkeit – des menschlichen Gesetzes, das sich in selbständige Glieder organisiert, herunter zur Gefahr und Bewährung des Todes – und des unterirdischen Gesetzes herauf zur Wirklichkeit des Tages und zum[341] bewußten Dasein, deren jene dem Manne, diese dem Weibe zukommt, in eine vereinigt.[342]
Thus in its subsistence, the ethical realm is an unsullied world, uncontaminated by discord. Similarly, its movement is a tranquil becoming of one power of the same into the other, such that each preserves and engenders the other. Though we see them divide into two essences and their actualities, their opposition is rather the verification of one through the other, and their immediate contact in actuality constitutes their mutual permeation. One extreme, the universal self-conscious Spirit, is linked to its other extreme — its power and element, the unconscious Spirit — through the individuality of the Man. Conversely, the divine law finds its actualization in the Woman, who serves as the middle term through which the unconscious Spirit of the individual ascends from its unreality into actuality, from the unknown and uncomprehended into the conscious realm. The union of man and woman constitutes the active middle term of the whole and the element that, divided into the extremes of divine and human law, is equally their immediate unity. This unity transforms both earlier syllogisms into the same syllogism and merges the opposed movements — the descent of actuality into unreality (the human law organizing itself into independent members, descending into the peril and trial of death) and the ascent of the subterranean law into the daylight of actuality and conscious existence (which pertains to man and woman respectively) — into one unified movement.[341][342]
b. Die sittliche Handlung. Das menschliche und göttliche Wissen, die Schuld und das Schicksal
b. Ethical Action. Human and Divine Knowledge, Guilt, and Fate
Wie aber in diesem Reiche der Gegensatz beschaffen ist, so ist das Selbstbewußtsein noch nicht in seinem Rechte als einzelne Individualität aufgetreten; sie gilt in ihm auf der einen Seite nur als allgemeiner Willen, auf der ändern als Blut der Familie; dieser Einzelne gilt nur als der unwirkliche Schatten. – Es ist noch keine Tat begangen; die Tat aber ist das wirkliche Selbst. – Sie stört die ruhige Organisation und Bewegung der sittlichen Welt. Was in dieser als Ordnung und Übereinstimmung ihrer beiden Wesen erscheint, deren eins das andere bewährt und vervollständigt, wird durch die Tat zu einem Übergange Entgegengesetzter, worin jedes sich viel mehr als die Nichtigkeit seiner selbst und des anderen beweist denn als die Bewährung; – es wird zu der negativen Bewegung oder der ewigen Notwendigkeit des furchtbaren Schicksals, welche das göttliche wie das menschliche Gesetz sowie die beiden Selbstbewußtsein[e], in denen diese Mächte ihr Dasein haben, in den Abgrund seiner Einfachheit verschlingt – und für uns in das absolute Fürsichsein des rein einzelnen Selbstbewußtseins übergeht.
However, given the nature of opposition in this realm, self-consciousness has not yet emerged in its right as singular individuality. Within it, individuality is valid on one side only as universal will, and on the other as the blood of the family; this individual counts merely as the unreal shadow. — No deed has yet been committed; the deed is the actual Self. — It disrupts the tranquil organization and movement of the ethical world. What appears here as order and harmony between its two essences — each verifying and completing the other — becomes through the deed a transition into opposites, where each proves itself to be the nullity of itself and the other rather than their verification. — It becomes the negative movement or the eternal necessity of terrible fate, which engulfs divine and human law alike, along with the two self-consciousnesses in which these powers exist, into the abyss of its simplicity — and, for us, transitions into the absolute being-for-self of the purely singular self-consciousness.
Der Grund, von dem diese Bewegung aus- und auf dem sie vorgeht, ist das Reich der Sittlichkeit; aber die Tätigkeit dieser Bewegung ist das Selbstbewußtsein. Als sittliches Bewußtsein ist es die einfache reine Richtung auf die sittliche Wesenheit oder die Pflicht. Keine Willkür und ebenso kein Kampf, keine Unentschiedenheit ist in ihm, indem das Geben und das Prüfen der Gesetze aufgegeben worden, sondern die sittliche Wesenheit ist ihm das unmittelbare, Unwankende. Widerspruchslose. Es gibt daher nicht das schlechte Schauspiel, sich in einer Kollision von Leidenschaft[342] und Pflicht, noch das Komische, sich in einer Kollision von Pflicht und Pflicht zu befinden – einer Kollision, die dem Inhalte nach dasselbe ist als die zwischen Leidenschaft und Pflicht; denn die Leidenschaft ist ebenso fähig, als Pflicht vorgestellt zu werden, weil die Pflicht, wie sich das Bewußtsein aus ihrer unmittelbaren substantiellen Wesenheit in sich zurückzieht, zum Formell-Allgemeinen wird, in das jeder Inhalt gleich gut paßt, wie sich oben ergab. Komisch aber ist die Kollision der Pflichten, weil sie den Widerspruch, nämlich eines entgegengesetzten Absoluten, also Absolutes und unmittelbar die Nichtigkeit dieses sogenannten Absoluten oder Pflicht, ausdrückt. – Das sittliche Bewußtsein aber weiß, was es zu tun hat, und ist entschieden, es sei dem göttlichen oder dem menschlichen Gesetze anzugehören. Diese Unmittelbarkeit seiner Entschiedenheit ist ein Ansichsein und hat daher zugleich die Bedeutung eines natürlichen Seins, wie wir gesehen; die Natur, nicht das Zufällige der Umstände oder der Wahl, teilt das eine Geschlecht dem einen, das andere dem anderen Gesetze zu, – oder umgekehrt, die beiden sittlichen Mächte selbst geben sich an den beiden Geschlechtern ihr individuelles Dasein und Verwirklichung.
The ground from which this movement proceeds and upon which it operates is the realm of Ethical Life. But the activity of this movement is self-consciousness. As ethical consciousness, it is the simple pure orientation toward the ethical essence — duty. There is no caprice here, nor struggle, nor indecision, for the giving and testing of laws have been relinquished; the ethical essence is its immediate, unwavering, contradictionless truth. Thus, there is no spectacle of conflict between passion[342] and duty, nor the comedy of conflict between duty and duty — a collision that in content is identical to that between passion and duty. For passion is equally capable of being presented as duty, just as duty, when consciousness withdraws from its immediate substantial essence into itself, becomes formal universality, into which any content fits equally well, as previously demonstrated. However, the collision of duties is comical because it expresses a contradiction — that of opposed absolutes — hence the absolute and the immediate nullity of this so-called absolute or duty. — But ethical consciousness knows what it has to do and is resolved, whether it belongs to divine or human law. This immediacy of its resolve is an in-itself and thus also signifies a natural being, as we have seen. Nature — not the contingency of circumstances or choice — assigns one sex to one law and the other to the opposite law, or conversely, the two ethical powers themselves attain their individual existence and actualization in the two sexes.
Hierdurch nun, daß einesteils die Sittlichkeit wesentlich in dieser unmittelbaren Entschiedenheit besteht und darum für das Bewußtsein nur das eine Gesetz das Wesen ist, andernteils, daß die sittlichen Mächte in dem Selbst des Bewußtseins wirklich sind, erhalten sie die Bedeutung, sich auszuschließen und sich entgegengesetzt zu sein; sie sind in dem Selbstbewußtsein für sich, wie sie im Reiche der Sittlichkeit nur an sich sind. Das sittliche Bewußtsein, weil es für eins derselben entschieden ist, ist wesentlich Charakter; es ist für es nicht die gleiche Wesenheit beider; der Gegensatz erscheint darum als eine unglückliche Kollision der Pflicht nur mit der rechtlosen Wirklichkeit. Das sittliche Bewußtsein ist als Selbstbewußtsein in diesem Gegensatze, und als solches geht es zugleich darauf, dem Gesetze, dem es angehört, diese entgegengesetzte[343] Wirklichkeit durch Gewalt zu unterwerfen oder sie zu täuschen. Indem es das Recht nur auf seiner Seite, das Unrecht aber auf der ändern sieht, so erblickt von beiden dasjenige, welches dem göttlichen Gesetze angehört, auf der ändern Seite menschliche zufällige Gewalttätigkeit, das aber dem menschlichen Gesetze zugeteilt ist, auf der ändern den Eigensinn und den Ungehorsam des innerlichen Fürsichseins; denn die Befehle der Regierung sind der allgemeine am Tage liegende öffentliche Sinn; der Wille des anderen Gesetzes aber ist der unterirdische, ins Innere verschlossene Sinn, der in seinem Dasein als Wille der Einzelheit erscheint und im Widerspruche mit dem ersten der Frevel ist.
Now, on the one hand, since Ethical Life essentially consists in this immediate resolve, and thus for consciousness only one law is the essence, and on the other hand, since the ethical powers are actual in the Self of consciousness, they acquire the significance of excluding and opposing one another. In self-consciousness, they exist for themselves, just as in the ethical realm they exist only in themselves. Ethical consciousness, being resolved for one of them, is essentially character; for it, the two do not share the same essence. The opposition thus appears as an unfortunate collision of duty with a lawless actuality. As self-consciousness in this opposition, ethical consciousness seeks to subjugate or deceive this opposing actuality by force, in service to the law to which it belongs. Since it sees right only on its own side and wrong on the other, the consciousness belonging to the divine law perceives on the opposing side human contingent violence, while that adhering to human law perceives on the other side the obstinacy and disobedience of inward being-for-self. For the commands of government embody the universal, manifest public spirit, whereas the will of the other law appears as the subterranean spirit, sealed within the interior, which in its existence as the will of singularity stands in contradiction to the former and becomes sacrilege.
Es entsteht hierdurch am Bewußtsein der Gegensatz des Gewußten und des Nichtgewußten, wie in der Substanz [der] des Bewußten und Bewußtlosen, und das absolute Recht des sittlichen Selbstbewußtseins kommt mit dem göttlichen Rechte des Wesens in Streit. Für das Selbstbewußtsein als Bewußtsein hat die gegenständliche Wirklichkeit als solche Wesen; nach seiner Substanz aber ist es die Einheit seiner und dieses Entgegengesetzten, und das sittliche Selbstbewußtsein ist das Bewußtsein der Substanz; der Gegenstand, als dem Selbstbewußtsein entgegengesetzt, hat darum gänzlich die Bedeutung verloren, für sich Wesen zu haben. Wie die Sphären, worin er nur ein Ding ist, längst verschwunden [sind], so auch diese Sphären, worin das Bewußtsein etwas aus sich befestigt und ein einzelnes Moment zum Wesen macht. Gegen solche Einseitigkeit hat die Wirklichkeit eine eigene Kraft; sie steht mit der Wahrheit im Bunde gegen das Bewußtsein und stellt diesem erst dar, was die Wahrheit ist. Das sittliche Bewußtsein aber hat aus der Schale der absoluten Substanz die Vergessenheit aller Einseitigkeit des Fürsichseins, seiner Zwecke und eigentümlichen Begriffe getrunken und darum in diesem stygischen Wasser zugleich alle eigene Wesenheit und selbständige Bedeutung der gegenständlichen Wirklichkeit ertränkt. Sein absolutes Recht ist[344] daher, daß es, indem es nach dem sittlichen Gesetze handelt, in dieser Verwirklichung nicht irgend etwas anderes finde als nur die Vollbringung dieses Gesetzes selbst und die Tat nichts anderes zeige, als das sittliche Tun ist. – Das Sittliche, als das absolute Wesen und die absolute Macht zugleich, kann keine Verkehrung seines Inhalts erleiden. Wäre es nur das absolute Wesen ohne die Macht, so könnte es eine Verkehrung durch die Individualität erfahren; aber diese als sittliches Bewußtsein hat mit dem Aufgeben des einseitigen Fürsichseins dem Verkehren entsagt; so wie die bloße Macht umgekehrt vom Wesen verkehrt werden würde, wenn sie noch ein solches Fürsichsein wäre. Um dieser Einheit willen ist die Individualität reine Form der Substanz, die der Inhalt ist, und das Tun ist das Übergehen aus dem Gedanken in die Wirklichkeit, nur als die Bewegung eines wesenlosen Gegensatzes, dessen Momente keinen besonderen, voneinander verschiedenen Inhalt und Wesenheit haben. Das absolute Recht des sittlichen Bewußtseins ist daher, daß die Tat, die Gestalt seiner Wirklichkeit, nichts anderes sei, als es weiß.
There thus arises in consciousness the opposition between the known and the unknown, just as in substance [there arises] the opposition between the conscious and the unconscious, and the absolute right of ethical self-consciousness comes into conflict with the divine right of essence. For self-consciousness as consciousness, objective actuality as such has essence; but according to its substance, it is the unity of itself and this opposite, and ethical self-consciousness is the consciousness of substance; the object, as opposed to self-consciousness, has therefore entirely lost the significance of having essence in itself. As the spheres in which it was merely a thing have long vanished, so too have those spheres in which consciousness solidified something from itself and made a singular moment into essence. Against such one-sidedness, actuality has a force of its own; it allies itself with truth against consciousness and first reveals to consciousness what truth is. But ethical consciousness has drunk from the chalice of absolute substance the forgetfulness of all one-sidedness of being-for-self, its purposes and peculiar concepts, and in this Stygian water has simultaneously drowned all intrinsic essence and independent significance of objective actuality. Its absolute right is[344] therefore that, in acting according to the ethical law, it finds in this actualization nothing other than the fulfillment of this law itself and that the deed reveals nothing but ethical action. – The ethical, as the absolute essence and absolute power simultaneously, cannot suffer any inversion of its content. If it were merely the absolute essence without power, it could be inverted by individuality; but this individuality, as ethical consciousness, has renounced inversion by relinquishing the one-sidedness of being-for-self; conversely, mere power would be inverted by essence if it still retained such being-for-self. On account of this unity, individuality is the pure form of substance, which is the content, and action is the transition from thought into actuality only as the movement of an insubstantial opposition whose moments have no particular, distinct content and essentiality. The absolute right of ethical consciousness is therefore that the deed, the form of its actuality, be nothing other than what it knows.
Aber das sittliche Wesen hat sich selbst in zwei Gesetze gespalten, und das Bewußtsein, als unentzweites Verhalten zum Gesetze, ist nur einem zugeteilt. Wie dies einfache Bewußtsein auf dem absoluten Rechte besteht, daß ihm als sittlichem das Wesen erschienen sei, wie es an sich ist, so besteht dieses Wesen auf dem Rechte seiner Realität oder darauf, gedoppeltes zu sein. Dies Recht des Wesens steht aber zugleich dem Selbstbewußtsein nicht gegenüber, daß es irgendwo anders wäre, sondern es ist das eigene Wesen des Selbstbewußtseins; es hat darin allein sein Dasein und seine Macht, und sein Gegensatz ist die Tat des letzteren. Denn dieses, eben indem es sich als Selbst ist und zur Tat schreitet, erhebt sich aus der einfachen Unmittelbarkeit und setzt selbst die Entzweiung. Es gibt durch die Tat die Bestimmtheit der Sittlichkeit auf, die einfache Gewißheit der unmittelbaren Wahrheit zu sein, und setzt die Trennung seiner[345] selbst in sich als das Tätige und in die gegenüberstehende, für es negative Wirklichkeit. Es wird also durch die Tat zur Schuld. Denn sie ist sein Tun und das Tun sein eigenstes Wesen; und die Schuld erhält auch die Bedeutung des Verbrechens: denn als einfaches sittliches Bewußtsein hat es sich dem einen Gesetze zugewandt, dem anderen aber abgesagt und verletzt dieses durch seine Tat. – Die Schuld ist nicht das gleichgültige doppelsinnige Wesen, daß die Tat, wie sie wirklich am Tage liegt, Tun ihres Selbsts sein könne oder auch nicht, als ob mit dem Tun sich etwas Äußerliches und Zufälliges verknüpfen könnte, das dem Tun nicht angehörte, von welcher Seite das Tun also unschuldig wäre. Sondern das Tun ist selbst diese Entzweiung, sich für sich und diesem gegenüber eine fremde äußerliche Wirklichkeit zu setzen; daß eine solche ist, gehört dem Tun selbst an und ist durch dasselbe. Unschuldig ist daher nur das Nichttun wie das Sein eines Steines, nicht einmal eines Kindes. – Dem Inhalte nach aber hat die sittliche Handlung das Moment des Verbrechens an ihr, weil sie die natürliche Verteilung der beiden Gesetze an die beiden Geschlechter nicht aufhebt, sondern vielmehr als unentzweite Richtung auf das Gesetz innerhalb der natürlichen Unmittelbarkeit bleibt und als Tun diese Einseitigkeit zur Schuld macht, nur die eine der Seiten des Wesens zu ergreifen und gegen die andere sich negativ zu verhalten, d.h. sie zu verletzen. Wohin in dem allgemeinen sittlichen Leben Schuld und Verbrechen, Tun und Handeln fällt, wird nachher bestimmter ausgedrückt werden; es erhellt unmittelbar soviel, daß es nicht dieser Einzelne ist, der handelt und schuldig ist; denn er, als dieses Selbst, ist nur der unwirkliche Schatten, oder er ist nur als allgemeines Selbst und die Individualität rein das formale Moment des Tuns überhaupt, und der Inhalt [sind] die Gesetze und Sitten und, bestimmt für den Einzelnen, die seines Standes;[346] er ist die Substanz als Gattung, die durch ihre Bestimmtheit zwar zur Art wird, aber die Art bleibt zugleich das Allgemeine der Gattung. Das Selbstbewußtsein steigt innerhalb des Volkes vom Allgemeinen nur bis zur Besonderheit, nicht bis zur einzelnen Individualität herab, welche ein ausschließendes Selbst, eine sich negative Wirklichkeit in seinem Tun setzt; sondern seinem Handeln liegt das sichere Vertrauen zum Ganzen zugrunde, worin sich nichts Fremdes, keine Furcht noch Feindschaft einmischt.
But the ethical essence has split itself into two laws, and consciousness, as undivided comportment toward the law, is assigned to only one. Just as this simple consciousness insists on the absolute right that as ethical consciousness, the essence has appeared to it as it is in itself, so this essence insists on the right of its reality or on being twofold. This right of essence, however, does not stand opposed to self-consciousness as if it were located elsewhere; rather, it is the very essence of self-consciousness. It has its existence and power solely within self-consciousness, and its opposition is the deed of the latter. For the latter, precisely by being self and proceeding to action, elevates itself from simple immediacy and itself posits division. Through the deed, it surrenders the determinacy of ethical life as the simple certainty of being immediate truth and posits the separation of itself into itself as the active agent and into the opposing negative actuality. It thus becomes guilty through the deed. For the deed is its doing, and doing is its innermost essence; and guilt also takes on the meaning of crime: for as simple ethical consciousness, it has aligned itself with one law and repudiated the other, thereby violating the latter through its deed. – Guilt is not the indifferent, ambiguous essence that the deed, as it actually appears in daylight, could or could not be the doing of its self – as if something external and contingent could attach itself to the doing, which would not belong to the doing, and from which side the doing would thus be innocent. Rather, the deed itself is this division, the positing of itself as being-for-self and, opposed to this, a foreign external actuality; that such actuality exists belongs to the deed itself and is accomplished through it. Innocence therefore belongs only to non-doing, like the being of a stone, not even of a child. – In content, however, the ethical action carries within itself the moment of crime because it does not abolish the natural distribution of the two laws to the two genders but rather remains an undivided orientation toward the law within natural immediacy and, as doing, makes this one-sidedness into guilt by grasping only one side of essence and relating negatively to the other, i.e., violating it. Where guilt and crime, doing and action, fall within universal ethical life will be expressed more determinately later; it is immediately evident that it is not this individual who acts and is guilty; for as this self, he is only the unreal shadow, or he exists only as universal self, and individuality is purely the formal moment of doing as such, while the content [is] the laws and customs and, for the individual, those of his estate;[346] he is substance as genus, which through its determinacy becomes species but the species remains simultaneously the universal of the genus. Within the people, self-consciousness descends from the universal only to particularity, not to singular individuality, which posits an exclusive self, a self-negating actuality in its doing; rather, its action is grounded in the secure trust in the whole, into which nothing alien, no fear nor enmity, intrudes.
Die entwickelte Natur des wirklichen Handelns erfährt nun das sittliche Selbstbewußtsein an seiner Tat, ebensowohl wenn es dem göttlichen als wenn es dem menschlichen Gesetze sich ergab. Das ihm offenbare Gesetz ist im Wesen mit dem entgegengesetzten verknüpft; das Wesen ist die Einheit beider; die Tat aber hat nur das eine gegen das andere ausgeführt. Aber im Wesen mit diesem verknüpft, ruft die Erfüllung des einen das andere hervor, und, wozu die Tat es machte, als ein verletztes und nun feindliches, Rache forderndes Wesen. Dem Handeln liegt nur die eine Seite des Entschlusses überhaupt an dem Tage; er ist aber an sich das Negative, das ein ihm Anderes, ein ihm, der das Wissen ist, Fremdes gegenüberstellt. Die Wirklichkeit hält daher die andere, dem Wissen fremde Seite in sich verborgen und zeigt sich dem Bewußtsein nicht, wie sie an und für sich ist, – dem Sohne nicht den Vater in seinem Beleidiger, den er erschlägt, – nicht die Mutter in der Königin, die er zum Weibe nimmt. Dem sittlichen Selbstbewußtsein stellt auf diese Weise eine lichtscheue Macht nach, welche erst, wenn die Tat geschehen, hervorbricht und es bei ihr ergreift; denn die vollbrachte Tat ist der aufgehobene Gegensatz des wissenden Selbsts und der ihm gegenüberstehenden Wirklichkeit. Das Handelnde kann das Verbrechen und seine Schuld nicht verleugnen; die Tat ist dieses, das Unbewegte zu bewegen und das nur erst in der Möglichkeit Verschlossene hervorzubringen und hiermit das Unbewußte dem Bewußten, das Nichtseiende dem Sein zu verknüpfen. In dieser Wahrheit tritt also die[347] Tat an die Sonne, – als ein solches, worin ein Bewußtes einem Unbewußten, das Eigene einem Fremden verbunden ist, als das entzweite Wesen, dessen andere Seite das Bewußtsein, und auch als die seinige, erfährt, aber als die von ihm verletzte und feindlich erregte Macht.
The developed nature of actual action is now experienced by ethical self-consciousness in its deed, whether it surrendered itself to the divine or to the human law. The law manifest to it is essentially bound to its opposite; the essence is the unity of both; but the deed has executed only one against the other. Yet, being bound to this other in essence, the fulfillment of one calls forth the other, which, as injured and now hostile, demands vengeance. Action is concerned only with one side of the decision as such in the daylight; but in itself it is the negative that posits an other opposed to it—an other foreign to it, which as knowledge is unaware. Actuality therefore holds the other side concealed within itself—the side foreign to knowledge—and does not reveal itself to consciousness as it is in and for itself. To the son, it does not show the father in the offender he slays, nor the mother in the queen he takes as wife. Thus, a shadowy power pursues ethical self-consciousness, emerging only after the deed is done and seizing it in the act; for the accomplished deed is the sublated opposition between the knowing self and the actuality confronting it. The agent cannot deny the crime and its guilt; the deed is this: to set in motion what is unmoved and to bring forth what was previously locked in possibility, thereby binding the unconscious to the conscious, non-being to being. In this truth, the deed emerges into the light of day—as a union of the conscious with the unconscious, the proper with the foreign—as the sundered essence whose other side consciousness experiences as its own, yet as a power it has injured and roused to hostility.
Es kann sein, daß das Recht, welches sich im Hinterhalte hielt, nicht in seiner eigentümlichen Gestalt für das handelnde Bewußtsein, sondern nur an sich, in der inneren Schuld des Entschlusses und des Handelns vorhanden ist. Aber das sittliche Bewußtsein ist vollständiger, seine Schuld reiner, wenn es das Gesetz und die Macht vorher kennt, der es gegenübertritt, sie für Gewalt und Unrecht, für eine sittliche Zufälligkeit nimmt und wissentlich, wie Antigone, das Verbrechen begeht. Die vollbrachte Tat verkehrt seine Ansicht; die Vollbringung spricht es selbst aus, daß, was sittlich ist, wirklich sein müsse; denn die Wirklichkeit des Zwecks ist der Zweck des Handelns. Das Handeln spricht gerade die Einheit der Wirklichkeit und der Substanz aus, es spricht aus, daß die Wirklichkeit dem Wesen nicht zufällig ist, sondern mit ihm im Bunde keinem gegeben wird, das nicht wahres Recht ist. Das sittliche Bewußtsein muß sein Entgegengesetztes um dieser Wirklichkeit willen und um seines Tuns willen als die seinige, es muß seine Schuld anerkennen;
It may be that the right lying in ambush does not appear to the acting consciousness in its proper shape but exists in itself only in the inner guilt of decision and action. Yet ethical consciousness is more complete, its guilt purer, when it knows beforehand the law and power it opposes, takes them for violence and injustice—ethical contingencies—and knowingly commits the crime, like Antigone. The accomplished deed reverses its view; the accomplishment itself declares that what is ethical must be actual, for the actuality of the purpose is the purpose of action. Action proclaims precisely the unity of actuality and substance—it declares that actuality is not accidental to essence but exists in alliance with it, so that nothing is given which is not true right. On account of this actuality and its deed, ethical consciousness must acknowledge its opposite as its own; it must confess its guilt:
weil wir leiden, anerkennen wir, daß wir gefehlt.
because we suffer, we acknowledge that we have erred.
Dies Anerkennen drückt den aufgehobenen Zwiespalt des sittlichen Zweckes und der Wirklichkeit, es drückt die Rückkehr zur sittlichen Gesinnung aus, die weiß, daß nichts gilt als das Rechte. Damit aber gibt das Handelnde seinen Charakter und die Wirklichkeit seines Selbsts auf und ist zugrunde gegangen. Sein Sein ist dieses, seinem sittlichen Gesetze als seiner Substanz anzugehören; in dem Anerkennen des Entgegengesetzten hat dies aber aufgehört, ihm Substanz zu sein; und statt seiner Wirklichkeit hat es die Unwirklichkeit, die Gesinnung, erreicht. – Die Substanz erscheint zwar an[348] der Individualität als das Pathos derselben und die Individualität als das, was sie belebt und daher über ihr steht; aber sie ist ein Pathos, das zugleich sein Charakter ist; die sittliche Individualität ist unmittelbar und an sich eins mit diesem seinem Allgemeinen, sie hat ihre Existenz nur in ihm und vermag den Untergang, den diese sittliche Macht durch die entgegengesetzte leidet, nicht zu überleben.
This acknowledgment expresses the sublated conflict between the ethical purpose and actuality; it signifies the return to the ethical sentiment that knows nothing valid but the right. Yet in doing so, the agent renounces its character and the actuality of its self, and perishes. Its being is to belong to its ethical law as its substance; but in acknowledging the opposite, this ceases to be its substance. Instead of actuality, it attains unreality—mere sentiment. The substance indeed appears in the individuality as its pathos, and the individuality as what animates it and thus stands above it. Yet this pathos is simultaneously its character; the ethical individuality is immediately and inherently one with its universal. Its existence lies solely in this unity and cannot survive the ruin suffered by this ethical power through its opposite.
Sie hat aber dabei die Gewißheit, daß diejenige Individualität, deren Pathos diese entgegengesetzte Macht ist, nicht mehr Übel erleidet, als sie zugefügt. Die Bewegung der sittlichen Mächte gegeneinander und der sie in Leben und Handlung setzenden Individualitäten hat nur darin ihr wahres Ende erreicht, daß beide Seiten denselben Untergang erfahren. Denn keine der Mächte hat etwas vor der anderen voraus, um wesentlicheres Moment der Substanz zu sein. Die gleiche Wesentlichkeit und das gleichgültige Bestehen beider nebeneinander ist ihr selbstloses Sein; in der Tat sind sie als Selbstwesen, aber ein verschiedenes, was der Einheit des Selbsts widerspricht und ihre Rechtlosigkeit und notwendigen Untergang ausmacht. Der Charakter gehört ebenso teils nach seinem Pathos oder Substanz nur der einen an, teils ist nach der Seite des Wissens der eine wie der andere in ein Bewußtes und Unbewußtes entzweit; und indem jeder selbst diesen Gegensatz hervorruft und durch die Tat auch das Nichtwissen sein Werk ist, setzt er sich in die Schuld, die ihn verzehrt. Der Sieg der einen Macht und ihres Charakters und das Unterliegen der ändern Seite wäre also nur der Teil und das unvollendete Werk, das unaufhaltsam zum Gleichgewichte beider fortschreitet. Erst in der gleichen Unterwerfung beider Seiten ist das absolute Recht vollbracht und die sittliche Substanz als die negative Macht, welche beide Seiten verschlingt, oder das allmächtige und gerechte Schicksal aufgetreten.
Yet in this process, it is certain that the individuality whose pathos is the opposing power suffers no greater evil than it inflicted. The movement of the ethical powers against one another and the individualities animating them into life and action attains its true end only when both sides meet the same ruin. For neither power has precedence over the other as the more essential moment of substance. Their equal essentiality and indifferent coexistence is their selfless being. In the deed, they exist as self-essences, but as distinct ones, which contradicts the unity of self and thus establishes their lack of right and necessary destruction. The character belongs partly to only one side in terms of its pathos or substance; partly, regarding knowledge, each is split into the conscious and unconscious. And since each itself provokes this opposition and through the deed makes even non-knowing its own work, it plunges into guilt that consumes it. The victory of one power and its character and the defeat of the other would thus remain partial and incomplete work, advancing inexorably toward the equilibrium of both. Only in the equal submission of both sides is absolute right accomplished, and the ethical substance emerges as the negative power devouring both—the all-powerful and just fate.
Werden beide Mächte nach ihrem bestimmten Inhalte und dessen Individualisation genommen, so bietet sich das Bild ihres gestalteten Widerstreits nach seiner formellen Seite als[349] der Widerstreit der Sittlichkeit und des Selbstbewußtseins mit der bewußtlosen Natur und einer durch sie vorhandenen Zufälligkeit (diese hat ein Recht gegen jenes, weil es nur der wahre Geist, nur in unmittelbarer Einheit mit seiner Substanz ist) und seinem Inhalte nach als der Zwiespalt des göttlichen und menschlichen Gesetzes dar. – Der Jüngling tritt aus dem bewußtlosen Wesen, aus dem Familiengeiste, und wird die Individualität des Gemeinwesens; daß er aber der Natur, der er sich entriß, noch angehöre, erweist sich so, daß er in der Zufälligkeit zweier Brüder heraustritt, welche mit gleichem Rechte sich desselben bemächtigen; die Ungleichheit der früheren und späteren Geburt hat für Sie, die in das sittliche Wesen eintreten, als Unterschied der Natur keine Bedeutung. Aber die Regierung, als die einfädle Seele oder das Selbst des Volksgeistes, verträgt nicht eine Zweiheit der Individualität; und der sittlichen Notwendigkeit dieser Einheit tritt die Natur als der Zufall der Mehrheit gegenüber auf. Diese beiden werden darum uneins, und ihr gleiches Recht an die Staatsgewalt zertrümmert beide, die gleiches Unrecht haben. Menschlicherweise angesehen, hat derjenige das Verbrechen begangen, welcher, nicht im Besitze, das Gemeinwesen, an dessen Spitze der andere stand, angreift; derjenige dagegen hat das Recht auf seiner Seite, welcher den anderen nur als Einzelnen, abgelöst von dem Gemeinwesen, zu fassen wußte und in dieser Machtlosigkeit vertrieb; er hat nur das Individuum als solches, nicht jenes, nicht das Wesen des menschlichen Rechts angetastet. Das von der leeren Einzelheit angegriffene und verteidigte Gemeinwesen erhält sich, und die Brüder finden beide ihren wechselseitigen Untergang durch einander; denn die Individualität, welche an ihr Fürsichsein die Gefahr des Ganzen knüpft, hat sich selbst vom Gemeinwesen ausgestoßen und löst sich in sich auf. Den einen aber, der auf seiner Seite sich fand, wird es ehren; den anderen hingegen, der schon auf den Mauern seine Verwüstung aussprach, wird die Regierung, die wiederhergestellte Einfachheit des Selbsts des Gemeinwesens,[350] um die letzte Ehre bestrafen; wer an dem höchsten Geiste des Bewußtseins, der Gemeine, sich zu vergreifen kam, muß der Ehre seines ganzen vollendeten Wesens, der Ehre des abgeschiedenen Geistes, beraubt werden.
When both powers are considered according to their determinate content and its individualization, the image of their formed conflict, from its formal aspect, presents itself as[349] the conflict between Ethical Life and self-consciousness on one side, and unconscious nature and the contingency arising through it (nature has a right against Ethical Life because the latter is only true Spirit in immediate unity with its substance); in terms of content, it manifests as the strife between divine and human law. – The youth emerges from the unconscious essence, the Family-Spirit, and becomes the individuality of the communal order. That he still belongs to the nature from which he wrested himself is demonstrated by the contingency of two brothers emerging with equal claim to the same authority. The inequality of earlier and later birth has no significance for them, who enter into the ethical essence. But the government, as the simple soul or the Self of the National-Spirit, cannot tolerate a duality of individuality; against the ethical necessity of this unity, nature appears as the contingency of multiplicity. These two thus become discordant, and their equal right to state power shatters both, for both are equally guilty. From the human perspective, the crime lies with whoever attacks the communal order – which the other brother leads – while not in possession of it; conversely, the one who apprehends the other merely as an individual, severed from the communal order, and banishes him in this powerlessness, has right on his side. He has assailed only the individual as such, not the essence of human law. The communal order, attacked and defended by empty individuality, preserves itself, and the brothers mutually destroy each other through one another. For individuality, which binds the danger of the whole to its being-for-itself, has expelled itself from the communal order and dissolves within itself. The communal order will honor the brother who stood on its side, while the government – the restored simplicity of the Self of the communal order – will punish the other, who had already proclaimed his devastation from the walls, by depriving him of his final honor. Whoever dared to violate the highest Spirit of consciousness, the community, must be stripped of the honor of his entire completed essence – the honor of the departed Spirit.
Aber wenn so das Allgemeine die reine Spitze seiner Pyramide leicht abstößt und über das sich empörende Prinzip der Einzelheit, die Familie, zwar den Sieg davonträgt, so hat es sich dadurch mit dem göttlichen Gesetze, der seiner selbst bewußte Geist sich mit dem bewußtlosen nur in Kampf eingelassen; denn dieser ist die andere wesentliche und darum von jener unzerstörte und nur beleidigte Macht. Er hat aber gegen das gewalthabende, am Tage liegende Gesetz seine Hilfe zur wirklichen Ausführung nur an dem blutlosen Schatten. Als das Gesetz der Schwäche und der Dunkelheit unterliegt er daher zunächst dem Gesetze des Tages und der Kraft, denn jene Gewalt gilt unten, nicht auf Erden. Allein das Wirkliche, das dem Innerlichen seine Ehre und Macht genommen, hat damit sein Wesen aufgezehrt. Der offenbare Geist hat die Wurzel seiner Kraft in der Unterwelt; die ihrer selbstsichere und sich versichernde Gewißheit des Volks hat die Wahrheit ihres Alle in Eins bindenden Eides nur in der bewußtlosen und stummen Substanz Aller, in den Wässern der Vergessenheit. Hierdurch verwandelt sich die Vollbringung des offenbaren Geistes in das Gegenteil, und er erfährt, daß sein höchstes Recht das höchste Unrecht, sein Sieg vielmehr sein eigener Untergang ist. Der Tote, dessen Recht gekränkt ist, weiß darum für seine Rache Werkzeuge zu finden, welche von gleicher Wirklichkeit und Gewalt sind mit der Macht, die ihn verletzt. Diese Mächte sind andere Gemeinwesen, deren Altäre die Hunde oder Vögel mit der Leiche besudelten, welche nicht durch die ihr gebührende Zurückgabe an das elementarische Individuum in die bewußtlose Allgemeinheit erhoben, sondern über der Erde im Reiche der Wirklichkeit geblieben [ist] und als die Kraft des göttlichen Gesetzes nun eine selbstbewußte wirkliche Allgemeinheit erhält. Sie machen sich feindlich auf und zerstören[351] das Gemeinwesen, das seine Kraft, die Pietät der Familie, entehrt und zerbrochen hat.
But if the universal thus easily repels the pure apex of its pyramid and achieves victory over the rebellious principle of individuality – the family – it has thereby entered into combat with the divine law. For the self-conscious Spirit has clashed with the unconscious, which remains an essential and therefore indestructible, though violated, power. However, the divine law finds its aid for actual execution against the dominant law of daylight only in the bloodless shade. As the law of weakness and darkness, it succumbs first to the law of day and strength, for its power belongs to the netherworld, not to earthly reality. Yet the actual, having stripped the inner law of its honor and power, consumes its own essence in doing so. The manifest Spirit draws the root of its strength from the underworld. The self-assured and self-confirming certainty of the people finds the truth of its binding oath only in the unconscious and silent substance of all – in the waters of oblivion. Through this, the realization of the manifest Spirit transforms into its opposite, and it discovers that its supreme right is the supreme wrong, its victory rather its own undoing. The dead, whose right has been violated, knows how to find instruments of revenge as actual and potent as the power that injured him. These instruments are other communal orders, whose altars were defiled by dogs or birds with the corpse – a corpse not elevated into unconscious universality through its due return to the elemental individual but left above ground in the realm of actuality, where it now attains self-conscious actual universality as the force of divine law. These powers rise in hostility and destroy[351] the communal order that dishonored and shattered the strength of familial piety.
In dieser Vorstellung hat die Bewegung des menschlichen und göttlichen Gesetzes den Ausdruck ihrer Notwendigkeit an Individuen, an denen das Allgemeine als ein Pathos und die Tätigkeit der Bewegung als individuelles Tun erscheint, welches der Notwendigkeit derselben den Schein der Zufälligkeit gibt. Aber die Individualität und das Tun macht das Prinzip der Einzelheit überhaupt aus, das in seiner reinen Allgemeinheit das innere göttliche Gesetz genannt wurde. Als Moment des offenbaren Gemeinwesens hat es nicht nur jene unterirdische oder in seinem Dasein äußerliche Wirksamkeit, sondern ein ebenso offenbares, an dem wirklichen Volke wirkliches Dasein und Bewegung. In dieser Form genommen erhält das, was als einfache Bewegung des individualisierten Pathos vorgestellt wurde, ein anderes Aussehen und das Verbrechen und die dadurch begründete Zerstörung des Gemeinwesens die eigentliche Form ihres Daseins. – Das menschliche Gesetz also in seinem allgemeinen Dasein, das Gemeinwesen, in seiner Betätigung überhaupt die Männlichkeit, in seiner wirklichen Betätigung die Regierung, ist, bewegt und erhält sich dadurch, daß es die Absonderung der Penaten oder die selbständige Vereinzelung in Familien, welchen die Weiblichkeit vorsteht, in sich aufzehrt und sie in der Kontinuität seiner Flüssigkeit aufgelöst erhält. Die Familie ist aber zugleich überhaupt sein Element, das einzelne Bewußtsein allgemeiner betätigender Grund. Indem das Gemeinwesen sich nur durch die Störung der Familienglückseligkeit und die Auflösung des Selbstbewußtseins in das allgemeine sein Bestehen gibt, erzeugt es sich an dem, was es unterdrückt und was ihm zugleich wesentlich ist, an der Weiblichkeit überhaupt seinen inneren Feind. Diese – die ewige Ironie des Gemeinwesens – verändert durch die Intrige den allgemeinen Zweck der Regierung in einen Privatzweck, verwandelt ihre allgemeine Tätigkeit in ein Werk dieses bestimmten Individuums und verkehrt das allgemeine[352] Eigentum des Staats zu einem Besitz und Putz der Familie. Sie macht hierdurch die ernsthafte Weisheit des reifen Alters, das, der Einzelheit – der Lust und dem Genüsse sowie der wirklichen Tätigkeit – abgestorben, nur das Allgemeine denkt und besorgt, zum Spotte für den Mutwillen der unreifen Jugend und zur Verachtung für ihren Enthusiasmus, erhebt überhaupt die Kraft der Jugend zum Geltenden, des Sohnes, an dem die Mutter ihren Herrn geboren, des Bruders, an dem die Schwester den Mann als ihresgleichen hat, des Jünglings, durch den die Tochter, ihrer Unselbständigkeit entnommen, den Genuß und die Würde der Frauenschaft erlangt. – Das Gemeinwesen kann sich aber nur durch Unterdrückung dieses Geistes der Einzelheit erhalten, und, weil er wesentliches Moment ist, erzeugt es ihn zwar ebenso, und zwar durch die unterdrückende Haltung gegen denselben als ein feindseliges Prinzip. Dieses würde jedoch, da es vom allgemeinen Zwecke sich trennend nur böse und in sich nichtig ist, nichts vermögen, wenn nicht das Gemeinwesen selbst die Kraft der Jugend, die Männlichkeit, welche, nicht reif, noch innerhalb der Einzelheit steht, als die Kraft des Ganzen anerkennte. Denn es ist ein Volk, es ist selbst Individualität und wesentlich nur so für sich, daß andere Individualitäten für es sind, daß es sie von sich ausschließt und sich unabhängig von ihnen weiß. Die negative Seite des Gemeinwesens, nach innen die Vereinzelung der Individuen unterdrückend, nach außen aber selbsttätig, hat an der Individualität seine Waffen. Der Krieg ist der Geist und die Form, worin das wesentliche Moment der sittlichen Substanz, die absolute Freiheit des sittlichen Selbstwesens von allem Dasein, in ihrer Wirklichkeit und Bewährung vorhanden ist. Indem er einerseits den einzelnen Systemen des Eigentums und der persönlichen Selbständigkeit wie auch der einzelnen Persönlichkeit selbst die Kraft des Negativen zu fühlen gibt, erhebt andererseits in ihm eben dies negative Wesen sich als das Erhaltende des Ganzen; der tapfere Jüngling, an welchem die Weiblichkeit ihre Lust hat,[353] das unterdrückte Prinzip des Verderbens tritt an den Tag und ist das Geltende. Nun ist es die natürliche Kraft und das, was als Zufall des Glücks erscheint, welche über das Dasein des sittlichen Wesens und die geistige Notwendigkeit entscheiden; weil auf Stärke und Glück das Dasein des sittlichen Wesens beruht, so ist schon entschieden, daß es zugrunde gegangen. – Wie vorhin nur Penaten im Volksgeiste, so gehen die lebendigen Volksgeister durch ihre Individualität jetzt in einem allgemeinen Gemeinwesen zugrunde, dessen einfache Allgemeinheit geistlos und tot und dessen Lebendigkeit das einzelne Individuum, als Einzelnes, ist. Die sittliche Gestalt des Geistes ist verschwunden, und es tritt eine andere an ihre Stelle.
In this representation, the movement of human and divine law finds the expression of its necessity in individuals, through whom the universal appears as a pathos and the activity of movement as individual action, lending the necessity of these laws the semblance of contingency. But individuality and action constitute the principle of singularity as such, which in its pure universality was termed the inner divine law. As a moment of the manifest community, it not only has that subterranean or externally existing efficacy but also an equally manifest existence and movement within the actual people. When considered in this form, what was presented as the simple movement of individualized pathos assumes a different appearance, and the crime and the consequent destruction of the community attain their proper form of existence. – The human law, therefore, in its universal existence as the community, in its general activity as masculinity, and in its actual activity as government, is, moves, and sustains itself by consuming into itself the separation of the Penates or the independent atomization into families presided over by femininity, maintaining them dissolved within the fluid continuity of its being. Yet the family is at the same time its general element, the individual consciousness being the universal activating ground. By giving itself existence only through the disruption of familial happiness and the dissolution of self-consciousness into the universal, the community generates within what it suppresses – and what is simultaneously essential to it, namely femininity as such – its internal enemy. This femininity – the eternal irony of the community – transforms the universal aim of government into a private purpose through intrigue, converts its universal activity into a work of this particular individual, and perverts the universal[352] property of the state into a possession and ornament of the family. Hereby, it turns the serious wisdom of mature age, which, dead to singularity – to pleasure and enjoyment as much as to actual activity – thinks and attends solely to the universal, into a mockery for the caprice of immature youth and into contempt for their enthusiasm. It elevates to validity the strength of youth – the son, through whom the mother gains mastery; the brother, through whom the sister attains a man as her equal; the youth, through whom the daughter, liberated from her dependency, acquires the enjoyment and dignity of womanhood. – Yet the community can preserve itself only by suppressing this Spirit of Singularity, and since the latter is an essential moment, the community indeed generates it through its repressive stance toward it as a hostile principle. However, this principle, being evil and inherently null by virtue of its separation from the universal purpose, would have no efficacy were it not that the community itself recognizes the strength of youth – masculinity, which, not yet mature, remains within singularity – as the strength of the whole. For a people is itself an individuality and essentially exists for itself only insofar as other individualities exist for it, such that it excludes them and knows itself independent of them. The negative aspect of the community, suppressing the atomization of individuals internally but externally being self-active, finds its weapons in individuality. War is the spirit and form in which the essential moment of the ethical substance – the absolute freedom of the ethical self-essence from all existence – is present in its actuality and verification. While on one hand, war makes the individual systems of property and personal independence, as well as the individual personality itself, feel the power of the negative, on the other, it is precisely this negative essence that rises in war as the preserver of the whole. The brave youth, in whom femininity takes delight,[353] the suppressed principle of corruption, comes to light and becomes valid. Now it is natural strength and what appears as the contingency of fortune that determine the existence of the ethical essence and spiritual necessity; since the existence of the ethical essence rests on strength and fortune, it is already decided that it must perish. – Just as previously only the Penates were submerged in the national spirit, so now the living national spirits perish through their individuality in a universal community whose simple universality is spiritless and dead, and whose vitality is the singular individual as singular. The ethical shape of Spirit has vanished, and another takes its place.
Dieser Untergang der sittlichen Substanz und ihr Übergang in eine andere Gestalt ist also dadurch bestimmt, daß das sittliche Bewußtsein auf das Gesetz wesentlich unmittelbar gerichtet ist; in dieser Bestimmung der Unmittelbarkeit liegt, daß in die Handlung der Sittlichkeit die Natur überhaupt hereinkommt. Ihre Wirklichkeit offenbart nur den Widerspruch und den Keim des Verderbens, den die schöne Einmütigkeit und das ruhige Gleichgewicht des sittlichen Geistes eben an dieser Ruhe und Schönheit selbst hat; denn die Unmittelbarkeit hat die widersprechende Bedeutung, die bewußtlose Ruhe der Natur und die selbstbewußte unruhige Ruhe des Geistes zu sein. – Um dieser Natürlichkeit willen ist überhaupt dieses sittliche Volk eine durch die Natur bestimmte und daher beschränkte Individualität und findet also ihre Aufhebung an einer anderen. Indem aber diese Bestimmtheit, die im Dasein gesetzt, Beschränkung, aber ebenso das Negative überhaupt und das Selbst der Individualität ist, verschwindet, ist das Leben des Geistes und diese in allen ihrer selbst bewußte Substanz verloren. Sie tritt als eine formelle Allgemeinheit an ihnen heraus, ist ihnen nicht mehr als lebendiger Geist inwohnend, sondern die einfache Gediegenheit ihrer Individualität ist in viele Punkte zersprungen.[354]
The demise of the ethical Substance and its transition into another shape is thus determined by the fact that ethical consciousness is directed immediately toward the law as its essence. In this determination of immediacy lies the entry of nature as such into ethical action. Its actuality reveals only the contradiction and the seed of corruption that the beautiful harmony and tranquil equilibrium of the ethical Spirit harbors precisely in this tranquility and beauty itself; for immediacy contains the contradictory meaning of being both the unconscious repose of nature and the self-conscious restless repose of Spirit. – By virtue of this naturalness, this ethical people is a naturally determined and hence limited individuality, and thus finds its sublation in another. But since this determinacy – which, as existence, is limitation, yet equally the negative as such and the self of individuality – vanishes, the life of Spirit and this Substance conscious of itself in all its members is lost. It emerges in them as a formal universality, no longer dwelling within them as living Spirit, but the simple solidity of their individuality has shattered into many points.[354]
c. Der Rechtszustand
c. The Legal Condition
Die allgemeine Einheit, in welche die lebendige unmittelbare Einheit der Individualität und der Substanz zurückgeht, ist das geistlose Gemeinwesen, das aufgehört hat, die selbst bewußtlose Substanz der Individuen zu sein, und worin sie jetzt nach ihrem einzelnen Fürsichsein als Selbstwesen und Substanzen gelten. Das Allgemeine, in die Atome der absolut vielen Individuen zersplittert, dieser gestorbene Geist ist eine Gleichheit, worin Alle als Jede, als Personen gelten. Was in der Welt der Sittlichkeit das verborgene göttliche Gesetz genannt wurde, ist in der Tat aus seinem Innern in die Wirklichkeit getreten; in jener galt und war der Einzelne wirklich nur als das allgemeine Blut der Familie. Als dieser Einzelne war er der selbstlose abgeschiedene Geist; nun aber ist er aus seiner Unwirklichkeit hervorgetreten. Weil die sittliche Substanz nur der wahre Geist ist, darum geht er in die Gewißheit seiner selbst zurück; jene ist er als das positive Allgemeine, aber seine Wirklichkeit ist, negatives allgemeines Selbst zu sein. – Wir sahen die Mächte und die Gestalten der sittlichen Welt in der einfachen Notwendigkeit des leeren Schicksals versinken. Diese ihre Macht ist die in ihre Einfachheit sich reflektierende Substanz; aber das in sich reflektierende absolute Wesen, eben jene Notwendigkeit des leeren Schicksals, ist nichts anderes als das Ich des Selbstbewußtseins.
The universal unity into which the living immediate unity of individuality and Substance regresses is the spiritless communal order, which has ceased to be the unconscious Substance of individuals and within which they now count as self-essences and substances in their singular being-for-self. The universal, splintered into the atoms of absolutely many individuals – this dead Spirit – is an equality wherein all count as each, as persons. What was called the hidden divine law in the ethical world has in fact emerged from its inwardness into actuality; in that world, the individual was actual only as the universal blood of the family. As this individual, he was the selfless departed Spirit; now, however, he has emerged from his unreality. Because the ethical Substance is only the true Spirit, it reverts to the certainty of itself; as the positive universal, it is that Substance, but its actuality is to be the negative universal self. – We saw the powers and shapes of the ethical world sink into the simple necessity of empty fate. Their power is the Substance reflecting into its simplicity; but this absolutely self-reflecting essence – precisely that necessity of empty fate – is none other than the I of self-consciousness.
Dieses gilt hiermit nunmehr als das an und für sich seiende Wesen; dies Anerkanntsein ist seine Substantialität; aber sie ist die abstrakte Allgemeinheit, weil ihr Inhalt dieses spröde Selbst, nicht das in der Substanz aufgelöste ist.
This I is now acknowledged as the essence that is in and for itself; this being-recognized constitutes its substantiality, which is however an abstract universality, for its content is this brittle self, not the self dissolved in Substance.
Die Persönlichkeit ist also hier aus dem Leben der sittlichen Substanz herausgetreten; sie ist die wirklich geltende Selbständigkeit des Bewußtseins. Der unwirkliche Gedanke derselben, der sich durch Verzichttun auf die Wirklichkeit wird,[355] ist früher als stoisches Selbstbewußtsein vorgekommen; wie dieses aus der Herrschaft und Knechtschaft, als dem unmittelbaren Dasein des Selbstbewußtseins, so ist die Persönlichkeit aus dem unmittelbaren Geiste, der der allgemeine herrschende Wille Aller und ebenso ihr dienender Gehorsam ist, hervorgegangen. Was dem Stoizismus nur in der Abstraktion das Ansich war, ist nun wirkliche Welt. Er ist nichts anderes als das Bewußtsein, welches das Prinzip des Rechtszustandes, die geistlose Selbständigkeit, auf seine abstrakte Form bringt; durch seine Flucht aus der Wirklichkeit erreichte es nur den Gedanken der Selbständigkeit; es ist absolut für sich dadurch, daß es sein Wesen nicht an irgendein Dasein knüpft, sondern jedes Dasein auf geben [will] und sein Wesen allein in die Einheit des reinen Denkens setzt. Auf dieselbe Weise ist das Recht der Person weder an ein reicheres oder mächtigeres Dasein des Individuums als eines solchen noch auch an einen allgemeinen lebendigen Geist geknüpft, sondern vielmehr an das reine Eins seiner abstrakten Wirklichkeit oder an es als Selbstbewußtsein überhaupt.
Personality has thus emerged here from the life of the ethical Substance as the actually valid independence of consciousness. The unreal thought of this independence, which achieves itself through renouncing actuality,[355] previously appeared as Stoic self-consciousness. Just as Stoicism proceeded from the lordship and bondage relationship as the immediate existence of self-consciousness, so personality arises from the immediate Spirit, which is the universal ruling will of all and equally their servile obedience. What was for Stoicism only the in-itself in abstraction has now become the actual world. It is nothing other than the consciousness that elevates the principle of the Legal Condition – spiritless independence – to its abstract form. Through its flight from actuality, it attained only the thought of independence; it is absolutely for itself by not binding its essence to any existence, but willing to surrender every existence and positing its essence solely in the unity of pure thinking. Similarly, the right of personality is bound neither to a richer or more powerful existence of the individual as such nor to a universal living Spirit, but rather to the pure unity of its abstract actuality or to itself as self-consciousness in general.
Wie nun die abstrakte Selbständigkeit des Stoizismus ihre Verwirklichung darstellte, so wird auch diese letztere die Bewegung jener ersten wiederholen. Jene geht in die skeptische Verwirrung des Bewußtseins über, in eine Faselei des Negativen, welche gestaltlos von einer Zufälligkeit des Seins und Gedankens zur ändern irrt, sie zwar in der absoluten Selbständigkeit auflöst, aber ebensosehr wieder erzeugt und in der Tat nur der Widerspruch der Selbständigkeit und Unselbständigkeit des Bewußtseins ist. – Ebenso ist die persönliche Selbständigkeit des Rechts vielmehr diese gleiche allgemeine Verwirrung und gegenseitige Auflösung. Denn was als das absolute Wesen gilt, ist das Selbstbewußtsein als das reine leere Eins der Person. Gegen diese leere Allgemeinheit hat die Substanz die Form der Erfüllung und des Inhalts, und dieser ist nun völlig freigelassen und ungeordnet; denn der Geist ist nicht mehr vorhanden, der ihn unterjochte und in seiner Einheit zusammenhielt. – Dies leere Eins der Person[356] ist daher in seiner Realität ein zufälliges Dasein und wesenloses Bewegen und Tun, welches zu keinem Bestand kommt. Wie der Skeptizismus ist der Formalismus des Rechts also durch seinen Begriff ohne eigentümlichen Inhalt, findet ein mannigfaltiges Bestehen, den Besitz, vor und drückt ihm dieselbe abstrakte Allgemeinheit, wodurch er Eigentum heißt, auf wie jener. Wenn aber die so bestimmte Wirklichkeit im Skeptizismus Schein überhaupt heißt und nur einen negativen Wert hat, so hat sie im Rechte einen positiven. Jener negative Wert besteht darin, daß das Wirkliche die Bedeutung des Selbsts als Denkens, als des an sich Allgemeinen hat, dieser positive aber darin, daß es Mein in der Bedeutung der Kategorie, als ein anerkanntes und wirkliches Gelten ist. – Beides ist dasselbe abstrakte Allgemeine, der wirkliche Inhalt oder die Bestimmtheit des Meinen – es sei nun eines äußerlichen Besitzes oder auch des inneren Reichtums oder Armut des Geistes und Charakters – ist nicht in dieser leeren Form enthalten und geht sie nichts an. Er gehört also einer eigenen Macht an, die ein anderes als das Formal-Allgemeine, die der Zufall und die Willkür ist. Das Bewußtsein des Rechts erfährt darum in seinem wirklichen Gelten selbst vielmehr den Verlust seiner Realität und seine vollkommene Unwesentlichkeit, und ein Individuum als eine Person bezeichnen ist Ausdruck der Verachtung.
Just as the abstract independence of Stoicism found its actualization here, so too will this latter repeat the movement of the former. The former transitions into the skeptical confusion of consciousness — a vacillating chatter of the Negative that formlessly oscillates between the contingency of being and thought, dissolving them in absolute independence while simultaneously regenerating them, revealing itself as nothing but the contradiction between consciousness’s independence and dependence. — Similarly, the personal independence of Right is rather this same universal confusion and mutual dissolution. For what holds as the absolute essence is self-consciousness as the pure empty unit of the person. Against this empty universality, substance assumes the form of fulfillment and content, which is now utterly released and disordered, for the Spirit that once subjugated and unified it is no longer present. — This empty unit of the person[356] thus manifests in its reality as a contingent existence and an essenceless movement and activity that never achieves stability. Like skepticism, the formalism of Right is inherently devoid of proper content; it encounters a manifold existence — possessions — and imposes upon them the same abstract universality by which they are called property, just as skepticism does. Yet whereas in skepticism such determined actuality is termed semblance and holds only negative value, in Right it assumes a positive one. That negative value consists in the actual being signifying the self as thought, as the in-itself universal; the positive value lies in its being mine in the sense of the category — as a recognized and actual validity. — Both are the same abstract universal. The actual content or determinacy of what is mine — whether an external possession or the inner wealth or poverty of spirit and character — is not contained within this empty form and remains indifferent to it. It thus belongs to an own power, which is other than the formally universal — namely, contingency and caprice. The consciousness of Right thereby experiences in its actual validity the loss of its reality and its complete insubstantiality, and to designate an individual as a person becomes an expression of contempt.
Die freie Macht des Inhalts bestimmt sich so, daß die Zerstreuung in die absolute Vielheit der persönlichen Atome durch die Natur dieser Bestimmtheit zugleich in einen ihnen fremden und ebenso geistlosen Punkt gesammelt ist, der einesteils gleich der Sprödigkeit ihrer Personalität rein einzelne Wirklichkeit ist, aber im Gegensatze gegen ihre leere Einzelheit zugleich die Bedeutung alles Inhalts, dadurch des realen Wesens für sie hat und gegen ihre vermeinte absolute, an sich aber wesenlose Wirklichkeit die allgemeine Macht und absolute Wirklichkeit ist. Dieser Herr der Welt ist sich auf diese Weise die absolute, zugleich alles Dasein in sich befassende Person, für deren Bewußtsein kein höherer Geist[357] existiert. Er ist Person, aber die einsame Person, welche allen gegenübergetreten; diese Alle machen die geltende Allgemeinheit der Person aus, denn das Einzelne als solches ist wahr nur als allgemeine Vielheit der Einzelheit; von dieser abgetrennt ist das einsame Selbst in der Tat das unwirkliche kraftlose Selbst. – Zugleich ist es das Bewußtsein des Inhalts, der jener allgemeinen Persönlichkeit gegenübergetreten ist. Dieser Inhalt aber, von seiner negativen Macht befreit, ist das Chaos der geistigen Mächte, die entfesselt als elementarische Wesen in wilder Ausschweifung sich gegeneinander toll und zerstörend bewegen; ihr kraftloses Selbstbewußtsein ist die machtlose Umschließung und der Boden ihres Tumultes. Sich so als den Inbegriff aller wirklichen Mächte wissend, ist dieser Herr der Welt das ungeheure Selbstbewußtsein, das sich als den wirklichen Gott weiß; indem er aber nur das formale Selbst ist, das sie nicht zu bändigen vermag, ist seine Bewegung und Selbstgenuß die ebenso ungeheure Ausschweifung.
The free power of content determines itself such that the dispersal into the absolute multiplicity of personal atoms is simultaneously gathered, through the nature of this determinacy, into one alien and equally spiritless point. This point is on the one hand, like the brittleness of their personality, a purely singular actuality; yet in opposition to their empty singularity, it also bears the significance of all content — thereby constituting their real essence — and stands as the universal power and absolute actuality against their presumed but essenceless absolute reality. This Lord of the World thus posits himself as the absolute person who encompasses all existence within himself, a person for whose consciousness no higher Spirit[357] exists. He is person, but the solitary person who confronts all; these all constitute the valid universality of personhood, for the singular as such is true only as the universal multiplicity of singularities. Isolated from this multiplicity, the solitary self is in truth the unreal, powerless self. — Simultaneously, he is the consciousness of the content that stands opposed to this universal personality. Yet this content, liberated from its negative power, is the chaos of spiritual powers — unchained elemental essences that rage and destructively whirl against one another in wild excess; their powerless self-consciousness is the impotent enclosure and soil of their tumult. Knowing himself thus as the epitome of all actual powers, this Lord of the World is the monstrous self-consciousness that knows itself as the actual God. But since he is only the formal self, incapable of taming them, his movement and self-indulgence are equally monstrous excess.
Der Herr der Welt hat das wirkliche Bewußtsein dessen, was er ist, der allgemeinen Macht der Wirklichkeit, in der zerstörenden Gewalt, die er gegen das ihm gegenüberstehende Selbst seiner Untertanen ausübt. Denn seine Macht ist nicht die Einigkeit des Geistes, worin die Personen ihr eigenes Selbstbewußtsein erkennten, vielmehr sind sie als Personen für sich und schließen die Kontinuität mit anderen aus der absoluten Sprödigkeit ihrer Punktualität aus; sie sind also in einem nur negativen Verhältnisse wie zueinander so zu ihm, der ihre Beziehung oder Kontinuität ist. Als diese Kontinuität ist er das Wesen und der Inhalt ihres Formalismus, aber der ihnen fremde Inhalt und das feindliche Wesen, welches gerade dasjenige, was für sie als ihr Wesen gilt, das inhaltsleere Fürsichsein, vielmehr aufhebt – und als die Kontinuität ihrer Persönlichkeit eben diese zerstört. Die rechtliche Persönlichkeit erfährt also, indem der ihr fremde Inhalt sich in ihr geltend macht – und er macht sich in ihnen geltend, weil er ihre Realität ist –, vielmehr ihre Substanzlosigkeit.[358] Das zerstörende Wühlen in diesem wesenlosen Boden gibt sich dagegen das Bewußtsein seiner Allherrschaft, aber dieses Selbst ist bloßes Verwüsten, daher nur außer sich und vielmehr das Wegwerfen seines Selbstbewußtseins.
The Lord of the World attains actual consciousness of what he is — the universal power of actuality — through the destructive violence he exercises against the self of his subjects, which opposes him. For his power is not the unity of Spirit in which persons recognize their own self-consciousness; rather, they exist as persons for themselves, excluding continuity with others through the absolute brittleness of their punctuality. They thus stand in a purely negative relation, both to one another and to him, who is their connection or continuity. As this continuity, he is the essence and content of their formalism, but a content alien to them and a hostile essence that negates what they hold as their essence — the contentless being-for-itself — and as the continuity of their personality, precisely destroys it. The legal personality thereby experiences, as this alien content asserts itself within them (and it does assert itself, for it is their reality), its own substantiallessness.[358] Conversely, the destructive churning within this essenceless soil gives consciousness its sense of omnipotence, but this self is mere devastation — thus external to itself and rather the abandonment of its self-consciousness.
So ist die Seite beschaffen, in welcher das Selbstbewußtsein als absolutes Wesen wirklich ist. Das aus dieser Wirklichkeit aber in sich zurückgetriebene Bewußtsein denkt diese seine Unwesenheit; wir sahen früher die stoische Selbständigkeit des reinen Denkens durch den Skeptizismus hindurchgehen und in dem unglücklichen Bewußtsein ihre Wahrheit finden – die Wahrheit, welche Bewandtnis es mit seinem Anundfürsichsein hat. Wenn dies Wissen damals nur als die einseitige Ansicht des Bewußtseins als eines solchen erschien, so ist hier ihre wirkliche Wahrheit eingetreten. Sie besteht darin, daß dies allgemeine Gelten des Selbstbewußtseins die ihm entfremdete Realität ist. Dies Gelten ist die allgemeine Wirklichkeit des Selbsts, aber sie ist unmittelbar ebenso die Verkehrung; sie ist der Verlust seines Wesens. – Die in der sittlichen Welt nicht vorhandene Wirklichkeit des Selbsts ist durch ihr Zurückgehen in die Person gewonnen worden; was in jener einig war, tritt nun entwickelt, aber sich entfremdet auf.[359]
Thus is constituted the aspect in which self-consciousness is actual as the absolute essence. The consciousness driven back into itself, however, thinks this its unessentiality; we earlier saw the Stoic independence of pure thought pass through Skepticism and find its truth in the Unhappy Consciousness – the truth of what its being-in-and-for-itself amounts to. If this knowing then appeared merely as the one-sided view of consciousness as such, here its actual truth has emerged. It consists in this: that this universal validity of self-consciousness is the alienated reality confronting it. This validity is the universal actuality of the Self, but it is immediately equally inversion – the loss of its essence. – The actuality of the Self, absent in the ethical world, is attained through its regression into the person; what was unified in that world now emerges developed, yet alienated.[359]
B. Der sich entfremdete Geist. Die Bildung
B. The Self-Alienated Spirit. Bildung
Die sittliche Substanz erhielt den Gegensatz in ihr einfaches Bewußtsein eingeschlossen und dieses in unmittelbarer Einheit mit seinem Wesen. Das Wesen hat darum die einfache Bestimmtheit des Seins für das Bewußtsein, das unmittelbar darauf gerichtet und dessen Sitte es ist; weder gilt das Bewußtsein sich als dieses ausschließende Selbst, noch hat die Substanz die Bedeutung eines aus ihm ausgeschlossenen Daseins, mit dem es sich nur durch die Entfremdung seiner selbst eins zu setzen und sie zugleich hervorzubringen hätte. Aber derjenige Geist, dessen Selbst das absolut diskrete ist, hat seinen Inhalt sich als eine ebenso harte Wirklichkeit[359] gegenüber, und die Welt hat hier die Bestimmung, ein Äußerliches, das Negative des Selbstbewußtseins zu sein. Aber diese Welt ist geistiges Wesen, sie ist an sich die Durchdringung des Seins und der Individualität; dies ihr Dasein ist das Werk des Selbstbewußtseins; aber ebenso eine unmittelbar vorhandene, ihm fremde Wirklichkeit, welche eigentümliches Sein hat und worin es sich nicht erkennt. Sie ist das äußerliche Wesen und der freie Inhalt des Rechts; aber diese äußerliche Wirklichkeit, welche der Herr der Welt des Rechts in sich befaßt, ist nicht nur dieses zufällig für das Selbst vorhandene elementarische Wesen, sondern sie ist seine, aber nicht positive Arbeit, – vielmehr seine negative. Sie erhält ihr Dasein durch die eigene Entäußerung und Entwesung des Selbstbewußtseins, welche ihm in der Verwüstung, die in der Welt des Rechts herrscht, die äußerliche Gewalt der losgebundenen Elemente anzutun scheint. Diese für sich sind nur das reine Verwüsten und die Auflösung ihrer selbst; diese Auflösung aber, dies ihr negatives Wesen ist eben das Selbst; es ist ihr Subjekt, ihr Tun und Werden. Dies Tun und Werden aber, wodurch die Substanz wirklich wird, ist die Entfremdung der Persönlichkeit, denn das unmittelbar, d.h. ohne Entfremdung an und für sich geltende Selbst ist ohne Substanz und das Spiel jener tobenden Elemente; seine Substanz ist also seine Entäußerung selbst, und die Entäußerung ist die Substanz oder die zu einer Welt sich ordnenden und sich dadurch erhaltenden geistigen Mächte.
The ethical substance contained the opposition within its simple consciousness, and this consciousness in immediate unity with its essence. The essence therefore has the simple determinacy of being for consciousness, which is immediately directed toward it and whose custom it is; consciousness neither posits itself as this exclusive Self, nor does the substance have the significance of an existence excluded from it, which it would have to unite with through self-alienation and thereby produce. But the Spirit whose Self is absolutely discrete has its content confronting it as an equally hardened actuality[359], and the world here has the determination of being an externality, the negative of self-consciousness. Yet this world is a spiritual essence – it is in itself the interpenetration of being and individuality; its existence is the work of self-consciousness, but equally an immediately present, alien actuality possessing peculiar being, in which it does not recognize itself. It is the external essence and the free content of Right; but this external actuality, which the lord of the world of Right encompasses within himself, is not merely this elemental being contingently present for the Self – rather, it is its own, though not positive labor – but rather its negative labor. It attains its existence through the Self’s own externalization and de-essentialization, which seems to inflict upon it the external violence of unleashed elements in the devastation reigning in the world of Right. These elements in themselves are only pure devastation and self-dissolution; yet this dissolution, this their negative essence, is precisely the Self – their subject, their doing and becoming. This doing and becoming, through which substance becomes actual, is the alienation of personality, for the Self that is valid immediately, i.e., without alienation in and for itself, is substance-less and the plaything of those raging elements; its substance is therefore its externalization itself, and externalization is the substance – the spiritual powers that order themselves into a world and thereby sustain themselves.
Die Substanz ist auf diese Weise Geist, selbstbewußte Einheit des Selbsts und des Wesens; aber beides hat auch die Bedeutung der Entfremdung füreinander. Er ist Bewußtsein einer für sich freien gegenständlichen Wirklichkeit; diesem Bewußtsein aber steht jene Einheit des Selbsts und des Wesens gegenüber, dem wirklichen das reine Bewußtsein. Einerseits geht das wirkliche Selbstbewußtsein durch seine Entäußerung in die wirkliche Welt über und diese in jenes zurück; andererseits aber ist eben diese Wirklichkeit, sowohl die Person wie die Gegenständlichkeit, aufgehoben; sie sind[360] rein allgemeine. Diese ihre Entfremdung ist das reine Bewußtsein oder das Wesen. Die Gegenwart hat unmittelbar den Gegensatz an ihrem Jenseits, das ihr Denken und Gedachtsein, sowie dies am Diesseits, das seine ihm entfremdete Wirklichkeit ist.
Substance is thus Spirit, the self-conscious unity of the Self and essence; yet both also have the significance of being alienated from one another. Spirit is the consciousness of an objective actuality existing freely for itself; but opposed to this consciousness stands that unity of the Self and essence – the pure consciousness confronting the actual. On one hand, actual self-consciousness passes over into the actual world through its externalization, and this world returns into it; on the other hand, precisely this actuality – both the person and objectivity – is sublated; they are[360] purely universal. This their alienation is pure consciousness or the essence. The present has its antithesis immediately in its Beyond, which is its thinking and thought-content, just as this Beyond has the Here-and-Now as its alienated actuality.
Dieser Geist bildet sich daher nicht nur eine Welt, sondern eine gedoppelte, getrennte und entgegengesetzte aus. – Die Welt des sittlichen Geistes ist seine eigene Gegenwart, und daher [ist] jede Macht derselben in dieser Einheit und, insofern beide sich unterscheiden, im Gleichgewichte mit dem Ganzen. Nichts hat die Bedeutung des Negativen des Selbstbewußtseins; selbst der abgeschiedene Geist ist im Blute der Verwandtschaft, im Selbst der Familie gegenwärtig, und die allgemeine Macht der Regierung ist der Wille, das Selbst des Volks, Hier aber bedeutet das Gegenwärtige nur gegenständliche Wirklichkeit, die ihr Bewußtsein jenseits hat; jedes einzelne Moment als Wesen empfängt dies und damit die Wirklichkeit von einem Anderen, und insofern es wirklich ist, ist sein Wesen ein Anderes als seine Wirklichkeit. Nichts hat einen in ihm selbst gegründeten und inwohnenden Geist, sondern ist außer sich in einem fremden; das Gleichgewicht des Ganzen [ist] nicht die bei sich selbst bleibende Einheit und ihre in sich zurückgekehrte Beruhigung, sondern beruht auf der Entfremdung des Entgegengesetzten. Das Ganze ist daher wie jedes einzelne Moment eine sich entfremdete Realität; es zerfällt in ein Reich, worin das Selbstbewußtsein wirklich sowohl es als sein Gegenstand ist, und in ein anderes, das Reich des reinen Bewußtseins, welches jenseits des ersten nicht wirkliche Gegenwart hat, sondern im Glauben ist. Wie nun die sittliche Welt aus der Trennung des göttlichen und menschlichen Gesetzes und ihrer Gestalten und ihr Bewußtsein aus der Trennung in das Wissen und in die Bewußtlosigkeit zurück in sein Schicksal, in das Selbst als die negative Macht dieses Gegensatzes geht, so werden auch diese beiden Reiche des sich entfremdeten Geistes in das Selbst zurückkehren; aber wenn jenes das erste[361] unmittelbar geltende Selbst, die einzelne Person war, so wird dies zweite, das aus seiner Entäußerung in sich zurückkehrt, das allgemeine Selbst, das den Begriff erfassende Bewußtsein sein, und diese geistigen Welten, deren alle Momente eine fixierte Wirklichkeit und ungeistiges Bestehen von sich behaupten, werden sich in der reinen Einsicht auflösen. Sie als das sich selbst erfassende Selbst vollendet die Bildung; sie faßt nichts als das Selbst und alles als das Selbst auf, d.h. sie begreift alles, tilgt alle Gegenständlichkeit und verwandelt alles Ansichsein in ein Fürsichsein. Gegen den Glauben als das fremde, jenseits liegende Reich des Wesens gekehrt, ist sie die Aufklärung. Diese vollendet auch an diesem Reiche, wohin sich der entfremdete Geist als in das Bewußtsein der sich selbst gleichen Ruhe rettet, die Entfremdung; sie verwirrt ihm die Haushaltung, die er hier führt, dadurch, daß sie die Gerätschaften der diesseitigen Welt hineinbringt, die er als sein Eigentum nicht verleugnen kann, weil sein Bewußtsein ihr gleichfalls angehört. – In diesem negativen Geschäfte realisiert zugleich die reine Einsicht sich selbst und bringt ihren eigenen Gegenstand, das unerkennbare absolute Wesen und das Nützliche hervor. Indem auf diese Weise die Wirklichkeit alle Substantialität verloren [hat] und nichts mehr an sich in ihr ist, so ist wie das Reich des Glaubens, so auch das der realen Welt gestürzt, und diese Revolution bringt die absolute Freiheit hervor, womit der vorher entfremdete Geist vollkommen in sich zurückgegangen ist, dies Land der Bildung verläßt und in ein anderes Land, in das Land des moralischen Bewußtseins übergeht.[362]
This Spirit thus fashions not merely one world but a doubled, separated and opposed one. – The world of the ethical Spirit is its own presence, and hence every power within this unity [maintains equilibrium with the whole], insofar as they are distinct. Nothing bears the significance of the negative of self-consciousness; even the departed Spirit is present in the blood of kinship, in the Self of the family, and the universal power of government is the will, the Self of the people. Here, however, the present signifies merely objective actuality, which has its consciousness beyond itself; each singular moment as essence receives this, and thereby actuality, from an Other. Insofar as it is actual, its essence is other than its actuality. Nothing has a spirit grounded and indwelling within itself but exists externally in an alien [form]; the equilibrium of the whole [rests] not on the unity remaining self-contained and its inwardly returned repose, but on the alienation of opposites. The whole, like each singular moment, is an alienated reality; it splits into a realm where self-consciousness is actual both as itself and as its object, and another realm, that of pure consciousness, which lies beyond the former, having no actual presence but existing in faith. Just as the ethical world proceeds from the division of divine and human law and their forms, and its consciousness retreats from its division into knowledge and unconsciousness into its destiny – the Self as the negative power of this opposition – so too will these two realms of the self-alienated Spirit return into the Self. But if the former was the first[361] immediately valid Self, the singular person, this latter Self, returning into itself from its self-externalization, will be the universal Self, the consciousness that grasps the Concept. And these spiritual worlds, whose moments all assert a fixed actuality and unspiritual subsistence, will dissolve in pure insight. As the self-apprehending Self, pure insight completes Bildung; it conceives nothing but the Self and all as the Self, i.e., it comprehends everything, erases all objectivity, and transforms all being-in-itself into being-for-itself. Directed against faith as the alien realm of essence lying beyond, it is the Enlightenment. This Enlightenment also consummates the alienation within that realm where the alienated Spirit takes refuge as the consciousness of self-identical repose, disrupting its domestic economy by introducing the implements of the this-worldly realm – possessions it cannot disavow, since its consciousness equally belongs to them. – In this negative labor, pure insight simultaneously actualizes itself and produces its own object: the unknowable absolute essence and the Useful. As reality thereby loses all substantiality and contains nothing more in itself, both the realm of faith and that of the real world are overthrown. This revolution gives rise to absolute freedom, through which the previously alienated Spirit fully returns into itself, abandons this land of Bildung, and transitions into another land – that of moral consciousness.[362]
I. Die Welt des sich entfremdeten Geistes
I. The World of Self-Alienated Spirit
Die Welt dieses Geistes zerfällt in die gedoppelte: die erste ist die Welt der Wirklichkeit oder seiner Entfremdung selbst; die andere aber die, welche er, über die erste sich erhebend,[362] im Äther des reinen Bewußtseins sich erbaut. Diese, jener Entfremdung entgegengesetzt, ist eben darum nicht frei davon, sondern vielmehr nur die andere Form der Entfremdung, welche eben darin besteht, in zweierlei Welten das Bewußtsein zu haben, und beide umfaßt. Es ist also nicht das Selbstbewußtsein des absoluten Wesens, wie es an und für sich ist, nicht die Religion, welche hier betrachtet wird, sondern der Glaube, insofern er die Flucht aus der wirklichen Welt und also nicht an und für sich ist. Diese Flucht aus dem Reiche der Gegenwart ist daher an ihr selbst unmittelbar die gedoppelte. Das reine Bewußtsein ist das Element, in welches der Geist sich erhebt; aber es ist nicht nur das Element des Glaubens, sondern ebenso des Begriffs, beide treten daher zugleich miteinander ein, und jener kommt nur in Betracht im Gegensatze gegen diesen. [363]
The world of this Spirit splits into two: the first is the world of actuality or its own alienation; the second, which it erects above the first[362] in the ether of pure consciousness, is opposed to that alienation. Precisely by being opposed, however, it remains unfree from it, being rather another form of alienation, which consists in consciousness holding two kinds of worlds and encompassing both. What is here considered is not the self-consciousness of the absolute essence as it is in and for itself, not religion, but faith insofar as it is the flight from the actual world and thus not in and for itself. This flight from the realm of presence is in itself immediately doubled. Pure consciousness is the element into which Spirit ascends, but it is not only the element of faith but equally of the Concept. Both therefore enter simultaneously, and faith comes into consideration only in opposition to the latter.[363]
a. Die Bildung und ihr Reich der Wirklichkeit
a. Bildung and Its Realm of Actuality
Der Geist dieser Welt ist das von einem Selbstbewußtsein durchdrungene geistige Wesen, das sich als dieses für sich seiende unmittelbar gegenwärtig und das Wesen als eine Wirklichkeit sich gegenüber weiß. Aber das Dasein dieser Welt sowie die Wirklichkeit des Selbstbewußtseins beruht auf der Bewegung, daß dieses seiner Persönlichkeit sich entäußert, hierdurch seine Welt hervorbringt und sich gegen sie als eine fremde so verhält, daß es sich ihrer nunmehr zu bemächtigen hat. Aber die Entsagung seines Fürsichseins ist selbst die Erzeugung der Wirklichkeit, und durch sie bemächtigt es sich also unmittelbar derselben. – Oder das Selbstbewußtsein ist nur etwas, es hat nur Realität, insofern es sich selbst entfremdet; hierdurch setzt es sich als Allgemeines, und diese seine Allgemeinheit ist sein Gelten und [seine] Wirklichkeit. Diese Gleichheit mit Allen ist daher nicht jene Gleichheit des Rechts, nicht jenes unmittelbare Anerkanntsein und Geltendes Selbstbewußtseins, darum weil es ist, sondern daß es gelte, ist durch die entfremdende[363] Vermittlung, sich dem Allgemeinen gemäß gemacht zu haben. Die geistlose Allgemeinheit des Rechts nimmt jede natürliche Weise des Charakters wie des Daseins in sich auf und berechtigt sie. Die Allgemeinheit aber, welche hier gilt, ist die gewordene, und darum ist sie wirklich.
The Spirit of this world is the spiritual essence permeated by a Self-consciousness that knows itself as immediately present for itself and confronts the essence as an actuality. But the existence of this world, as well as the actuality of self-consciousness, rests on the movement whereby the latter externalizes its personality, thereby producing its world and relates to it as to something alien, which it must now appropriate. Yet the renunciation of its being-for-self is itself the generation of actuality, and through this, it immediately appropriates it. – Or self-consciousness is only something, has reality only insofar as it alienates itself; thereby it posits itself as universal, and this universality is its validity and [its] actuality. This equality with all is thus not the equality of right – not that immediate recognition and validity of self-consciousness because it is – but its validity arises through the alienating[363] mediation of having conformed itself to the universal. The spiritless universality of right absorbs every natural mode of character and existence into itself and legitimates them. The universality that here holds validity, however, is the developed one, and hence it is actual.
Wodurch also das Individuum hier Gelten und Wirklichkeit hat, ist die Bildung. Seine wahre ursprüngliche Natur und Substanz ist der Geist der Entfremdung des natürlichen Seins. Diese Entäußerung ist daher ebenso Zweck als Dasein desselben; sie ist zugleich das Mittel oder der Übergang sowohl der gedachten Substanz in die Wirklichkeit als umgekehrt der bestimmten Individualität in die Wesentlichkeit. Diese Individualität bildet sich zu dem, was sie an sich ist, und erst dadurch ist sie an sich und hat wirkliches Dasein; soviel sie Bildung hat, soviel Wirklichkeit und Macht. Obwohl das Selbst als Dieses sich hier wirklich weiß, so besteht doch seine Wirklichkeit allein in dem Aufheben des natürlichen Selbsts; die ursprünglich bestimmte Natur reduziert sich daher auf den unwesentlichen Unterschied der Größe, auf eine größere oder geringere Energie des Willens. Zweck und Inhalt aber desselben gehört allein der allgemeinen Substanz selbst an und kann nur ein Allgemeines sein; die Besonderheit einer Natur, die Zweck und Inhalt wird, ist etwas Unmächtiges und Unwirkliches; sie ist eine Art, die sich vergeblich und lächerlich abmüht, sich ins Werk zu setzen; sie ist der Widerspruch, dem Besonderen die Wirklichkeit zu geben, die unmittelbar das Allgemeine ist. Wenn daher fälschlicherweise die Individualität in die Besonderheit der Natur und des Charakters gesetzt wird, so finden sich in der realen Welt keine Individualitäten und Charaktere, sondern die Individuen haben ein gleiches Dasein füreinander; jene vermeintliche Individualität ist eben nur das gemeinte Dasein, welches in dieser Welt, worin nur das Sichselbstentäußernde und darum nur das Allgemeine Wirklichkeit erhält, kein Bleiben hat. – Das Gemeinte gilt darum für das, was es ist, für eine Art. Art ist nicht ganz dasselbe, was Espèce,[364] »von allen Spitznamen der fürchterlichste; denn er bezeichnet die Mittelmäßigkeit und drückt die höchste Stufe der Verachtung aus«. Art und in seiner Art gut sein ist aber ein deutscher Ausdruck, welcher dieser Bedeutung die ehrliche Miene hinzufügt, als ob es nicht so schlimm gemeint sei, oder auch in der Tat das Bewußtsein, was Art und was Bildung und Wirklichkeit ist, noch nicht in sich schließt.
The validity and actuality of the individual here is thus achieved through Bildung. Its true original nature and substance is the spirit of the alienation of natural being. This externalization is therefore equally its purpose and its existence; it is simultaneously the means or transition both of the thought substance into actuality and, conversely, of the determinate individuality into essentiality. This individuality cultivates itself into what it is in-itself, and only thereby does it exist in-itself and attain actual existence; its degree of Bildung corresponds to its degree of actuality and power. Though the self as this particular self knows itself here as actual, its actuality consists solely in the sublation of the natural self; the originally determinate nature is thereby reduced to an inessential quantitative difference — a greater or lesser intensity of will. Yet the purpose and content of this will belong solely to the universal substance itself and can only be universal. The particularity of a nature that becomes purpose and content is something powerless and unreal; it is a species that vainly and absurdly strives to actualize itself; it is the contradiction of seeking to give reality to the particular, which is immediately the universal. Thus, if individuality is erroneously posited in the particularity of nature and character, no individualities or characters are found in the real world; instead, individuals exist as equals for one another. That supposed individuality is merely a merely intended existence, which cannot endure in this world — a world where only self-externalization, and thus only the universal, attains actuality. — The merely intended is thus recognized for what it is: a species. “Species” is not entirely equivalent to Espèce, [364] “the most dreadful of all epithets, for it denotes mediocrity and expresses the highest degree of contempt.” Yet the German expression Art (species) and the phrase in seiner Art gut (good of its kind) retain an air of innocence, as if not meant so harshly — or perhaps still lack the consciousness of what Art truly is in contrast to Bildung and actuality.
Was in Beziehung auf das einzelne Individuum als seine Bildung erscheint, ist das wesentliche Moment der Substanz selbst, nämlich das unmittelbare Übergehen ihrer gedachten Allgemeinheit in die Wirklichkeit, oder die einfache Seele derselben, wodurch das Ansich Anerkanntes und Dasein ist. Die Bewegung der sich bildenden Individualität ist daher unmittelbar das Werden derselben als des allgemeinen gegenständlichen Wesens, d.h. das Werden der wirklichen Welt. Diese, obwohl geworden durch die Individualität, ist für das Selbstbewußtsein ein unmittelbar Entfremdetes und hat für es die Form unverrückter Wirklichkeit. Aber gewiß zugleich, daß sie seine Substanz ist, geht es, sich derselben zu bemächtigen; es erlangt diese Macht über sie durch die Bildung, welche von dieser Seite so erscheint, daß es sich der Wirklichkeit gemäß macht und so viel, als die Energie des ursprünglichen Charakters und Talents ihm zuläßt. Was hier als die Gewalt des Individuums erscheint, unter welche die Substanz komme und hiermit aufgehoben werde, ist dasselbe, was die Verwirklichung der letzteren ist. Denn die Macht des Individuums besteht darin, daß es sich ihr gemäß macht, d.h. daß es sich seines Selbsts entäußert, also sich als die gegenständliche seiende Substanz setzt. Seine Bildung und seine eigene Wirklichkeit ist daher die Verwirklichung der Substanz selbst.
What appears in relation to the singular individual as its Bildung is the essential moment of the Substance itself — namely, the immediate transition of its thought universality into actuality, or the simple soul through which the in-itself as acknowledged becomes existence. The movement of the self-cultivating individuality is thus immediately the becoming of that individuality as the universal objective essence — i.e., the becoming of the actual world. Though this world arises through individuality, it is for self-consciousness an immediately alienated reality and assumes the form of unyielding actuality. Yet precisely because self-consciousness recognizes this world as its substance, it seeks to appropriate it. It gains power over the world through Bildung, which here appears as the process of conforming itself to actuality — within the limits permitted by the energy of its original character and talents. What seems here as the individual’s power, under which substance is subsumed and thereby sublated, is identical with the actualization of substance itself. For the individual’s power consists precisely in making itself conform to substance — i.e., in externalizing its self and thereby positing itself as the objective existent substance. Its Bildung and self-actualization are thus the actualization of substance itself.
Das Selbst ist sich nur als aufgehobenes wirklich. Es macht daher für es nicht die Einheit des Bewußtseins seiner selbst und des Gegenstandes aus; sondern dieser ist ihm das Negative[365] seiner. – Durch das Selbst als die Seele wird die Substanz also so in ihren Momenten ausgebildet, daß das Entgegengesetzte das Andere begeistet, jedes durch seine Entfremdung dem Anderen Bestehen gibt und es ebenso von ihm erhält. Zugleich hat jedes Moment seine Bestimmtheit als ein unüberwindliches Gelten und eine feste Wirklichkeit gegen das Andere. Das Denken fixiert diesen Unterschied auf die allgemeinste Weise durch die absolute Entgegensetzung von Gut und Schlecht, die, sich fliehend, auf keine Weise dasselbe werden können. Aber dieses feste Sein hat zu seiner Seele den unmittelbaren Übergang in das Entgegengesetzte; das Dasein ist vielmehr die Verkehrung jeder Bestimmtheit in ihre entgegengesetzte, und nur diese Entfremdung ist das Wesen und Erhaltung des Ganzen. Diese verwirklichende Bewegung und Begeistung der Momente ist nun zu betrachten; die Entfremdung wird sich selbst entfremden und das Ganze durch sie in seinen Begriff sich zurücknehmen.
The self becomes actual only as a sublated self. It thus does not constitute the unity of consciousness of itself and the object; rather, the object is the negative [365] of the self. — Through the self as soul, the Substance is articulated into moments such that each opposite animates the other, each granting subsistence to the other through its alienation and receiving it in turn. Simultaneously, each moment asserts its determinacy as an inviolable validity and a fixed actuality against the other. Thought fixes this difference in its most universal form through the absolute opposition of Good and Bad, which, fleeing one another, can never become the same. Yet this fixed being has as its soul the immediate transition into its opposite; existence is rather the inversion of each determinacy into its counterpoint, and only this alienation constitutes the essence and preservation of the whole. This actualizing movement and spiritualization of the moments must now be examined; alienation will alienate itself, and the whole will return into its concept through this process.
Zuerst ist die einfache Substanz selbst in der unmittelbaren Organisation ihrer daseienden, noch unbegeisteten Momente zu betrachten. – Wie die Natur sich in die allgemeinen Elemente auslegt – worunter die Luft das bleibende, rein allgemeine durchsichtige Wesen ist, das Wasser aber das Wesen, das immer aufgeopfert wird, das Feuer ihre beseelende Einheit, welche ihren Gegensatz ebenso immer auflöst als ihre Einfachheit in ihn entzweit, die Erde endlich der feste Knoten dieser Gliederung und das Subjekt dieser Wesen wie ihres Prozesses, ihr Ausgehen und ihre Rückkehr ist –, so legt sich in eben solche allgemeine, aber geistige Massen das innere Wesen oder der einfache Geist der selbstbewußten Wirklichkeit als eine Welt aus, – in die erste Masse, das an sich allgemeine, sich selbst gleiche geistige Wesen; in die andere, das fürsichseiende, in sich ungleich gewordene, sich aufopfernde und hingebende Wesen; und in das dritte, welches als Selbstbewußtsein Subjekt ist und die Kraft des Feuers unmittelbar an ihm selbst hat. Im ersten[366] Wesen ist es seiner als des Ansichseins bewußt, in dem zweiten aber hat es das Werden des Fürsichseins durch die Aufopferung des Allgemeinen. Der Geist aber selbst ist das Anundfürsichsein des Ganzen, das sich in die Substanz als bleibende und in sie als sich aufopfernde entzweit und ebenso sie auch wieder in seine Einheit zurücknimmt, sowohl als die ausbrechende, sie verzehrende Flamme wie als die bleibende Gestalt derselben. – Wir sehen, daß diese Wesen dem Gemeinwesen und der Familie der sittlichen Welt entsprechen, ohne aber den heimischen Geist zu besitzen, den diese haben; dagegen, wenn diesem das Schicksal fremd ist, so ist und weiß sich hier das Selbstbewußtsein als die wirkliche Macht derselben.
First, the simple substance itself must be considered in the immediate organization of its existent, still unanimated moments. – Just as nature unfolds into universal elements – among which air is the enduring, purely universal transparent essence, water the essence that is perpetually sacrificed, fire their animating unity, which equally dissolves their opposition as it divides their simplicity into it, and earth finally the fixed nodal point of this articulation and the Subject of these essences as well as their process, their emergence and return – so too does the inner essence or simple spirit of self-conscious actuality unfold into similar universal yet spiritual masses as a world – into the first mass, the in-itself universal, self-identical spiritual essence; into the second, the being-for-itself, inwardly unequal essence that sacrifices and surrenders itself; and into the third, which as self-consciousness is Subject and immediately possesses the power of fire within itself. In the first[366] essence, it is conscious of itself as being-in-itself; in the second, it attains the becoming of being-for-itself through the sacrifice of the universal. Spirit itself, however, is the in-and-for-itself of the whole, which divides itself into substance as enduring and into substance as self-sacrificing, and equally reintegrates them into its unity – both as the erupting flame that consumes them and as their enduring form. – We see that these essences correspond to the community and family of the ethical world, yet without possessing the indwelling spirit that these have; whereas, if fate is alien to the latter, here self-consciousness is and knows itself as their actual power.
Diese Glieder sind, sowohl wie sie zunächst innerhalb des reinen Bewußtseins als Gedanken oder ansichseiende, als auch wie sie im wirklichen Bewußtsein als gegenständliche Wesen vorgestellt werden, zu betrachten. – In jener Form der Einfachheit ist das erste, als das sich selbst gleiche, unmittelbare und unwandelbare Wesen aller Bewußtsein[e], das Gute, – die unabhängige geistige Macht des Ansich, bei der die Bewegung des fürsichseienden Bewußtseins nur beiherspielt. Das andere dagegen ist das passive geistige Wesen oder das Allgemeine, insofern es sich preisgibt und die Individuen das Bewußtsein ihrer Einzelheit sich an ihm nehmen läßt; es ist das nichtige Wesen, das Schlechte. – Dieses absolute Aufgelöstwerden des Wesens ist selbst bleibend; wie das erste Wesen Grundlage, Ausgangspunkt und Resultat der Individuen und diese rein allgemein darin sind, so ist das zweite dagegen einerseits das sich aufopfernde Sein für Anderes, andrerseits eben darum deren beständige Rückkehr zu sich selbst als das Einzelne und ihr bleibendes Fürsichwerden.
These moments must be examined both as they initially subsist within pure consciousness as thoughts or in-itself and as they are present in actual consciousness as objective essences. – In that form of simplicity, the first, as the self-identical, is the immediate and immutable essence of all consciousness, the Good – the independent spiritual power of the in-itself, where the movement of being-for-itself consciousness merely plays a subsidiary role. The other, conversely, is the passive spiritual essence or the universal insofar as it surrenders itself and allows individuals to take consciousness of their singularity from it; it is the null essence, the Bad. – This absolute dissolution of essence is itself enduring; just as the first essence is the foundation, starting point, and result of individuals, and they are purely universal within it, the second, on the one hand, is the self-sacrificing Being-for-Others, and on the other, precisely thereby the individuals' constant return to themselves as the singular and their enduring becoming-for-themselves.
Aber diese einfachen Gedanken des Guten und Schlechten sind ebenso unmittelbar sich entfremdet; sie sind wirklich und im wirklichen Bewußtsein als gegenständliche Momente. So ist das erste Wesen die Staatsmacht, das andere der Reichtum. – Die Staatsmacht ist wie die einfache Substanz so[367] das allgemeine Werk, die absolute Sache selbst, worin den Individuen ihr Wesen ausgesprochen und ihre Einzelheit schlechthin nur Bewußtsein ihrer Allgemeinheit ist; sie ist ebenso das Werk und einfache Resultat, aus welchem dies, daß es aus ihrem Tun herkommt, verschwindet; es bleibt die absolute Grundlage und Bestehen alles ihres Tuns. – Diese einfache ätherische Substanz ihres Lebens ist durch diese Bestimmung ihrer unwandelbaren Sichselbstgleichheit Sein und damit nur Sein für Anderes. Sie ist also an sich unmittelbar das Entgegengesetzte ihrer selbst, Reichtum. Ob er zwar das Passive oder Nichtige ist, ist er ebenfalls allgemeines geistiges Wesen, ebenso das beständig werdende Resultat der Arbeit und des Tuns Aller, wie es sich wieder in den Genuß Aller auflöst. In dem Genusse wird die Individualität zwar für sich oder als einzelne, aber dieser Genuß selbst ist Resultat des allgemeinen Tuns, so wie er gegenseitig die allgemeine Arbeit und den Genuß aller hervorbringt. Das Wirkliche hat schlechthin die geistige Bedeutung, unmittelbar allgemein zu sein. Es meint wohl in diesem Momente jeder Einzelne eigennützig zu handeln; denn es ist das Moment, worin er sich das Bewußtsein gibt, für sich zu sein, und er nimmt es deswegen nicht für etwas Geistiges; allein auch nur äußerlich angesehen zeigt es sich, daß in seinem Genüsse jeder allen zu genießen gibt, in seiner Arbeit ebenso für alle arbeitet als für sich und alle für ihn. Sein Fürsichsein ist daher an sich allgemein und der Eigennutz etwas nur Gemeintes, das nicht dazu kommen kann, dasjenige wirklich zu machen, was es meint, nämlich etwas zu tun, das nicht allen zugut käme.
But these simple thoughts of Good and Bad are likewise immediately self-alienated; they are actual and present in actual consciousness as objective moments. Thus, the first essence is State Power, the second Wealth. – State Power is both the simple Substance and the universal work, the absolute matter itself, wherein the individuals' essence is articulated and their singularity is strictly consciousness of their universality; it is equally the work and simple result, from which the fact that it stems from their action vanishes; it remains the absolute foundation and subsistence of all their doing. – This simple ethereal substance of their life, by virtue of its determination as unalterable self-identity, is Being and thereby only Being-for-Others. It is thus in itself immediately the opposite of itself: Wealth. Although Wealth is passive or null, it too is a universal spiritual essence, equally the perpetual becoming result of the labor and action of All, just as it dissolves again into the enjoyment of All. In enjoyment, individuality indeed becomes for itself or singular, but this enjoyment itself is the result of universal action, just as it reciprocally produces universal labor and the enjoyment of all. The Actual has the spiritual significance of being immediately universal. In this moment, each individual may self-interestedly intend to act; for it is the moment where he gives himself consciousness of existing for himself, and he therefore does not take it for something spiritual; yet even viewed externally, it shows itself that in his enjoyment, each gives enjoyment to all, in his labor works for all as much as for himself, and all work for him. His being-for-itself is thus in itself universal, and self-interest is something merely intended, which cannot actualize what it intends – namely, to do something that would not benefit all.
In diesen beiden geistigen Mächten erkennt also das Selbstbewußtsein seine Substanz, Inhalt und Zweck; es schaut sein Doppelwesen darin an, in der einen sein Ansichsein, in der anderen sein Fürsichsein. – Es ist aber zugleich, als der Geist, die negative Einheit ihres Bestehens und der Trennung der Individualität und des Allgemeinen oder der Wirklichkeit und des Selbsts. Herrschaft und Reichtum sind daher für das[368] Individuum als Gegenstände vorhanden, d.h. als solche, von denen es sich frei weiß und zwischen denen und selbst keines von beiden [es] wählen zu können meint. Es tritt als dieses freie und reine Bewußtsein dem Wesen als einem solchen gegenüber, das nur für es ist. Es hat alsdann das Wesen als Wesen in sich. – In diesem reinen Bewußtsein sind ihm die Momente der Substanz nicht Staatsmacht und Reichtum, sondern die Gedanken von Gut und Schlecht. – Das Selbstbewußtsein ist aber ferner die Beziehung seines reinen Bewußtseins auf sein wirkliches, des Gedachten auf das gegenständliche Wesen, es ist wesentlich das Urteil. – Es hat sich zwar schon für die beiden Selten des wirklichen Wesens durch ihre unmittelbaren Bestimmungen ergeben, welche das Gute und welche das Schlechte sei; jenes die Staatsmacht, dies der Reichtum. Allein dies erste Urteil kann nicht als ein geistiges Urteil angesehen werden; denn in ihm ist die eine Seite nur als das Ansichseiende oder Positive, die andere nur als das Fürsichseiende und Negative bestimmt worden. Aber sie sind, als geistige Wesen, jedes die Durchdringung beider Momente, also in jenen Bestimmungen nicht erschöpft, und das Selbstbewußtsein, das sich auf sie bezieht, ist an und für sich, es muß daher sich auf jedes auf die gedoppelte Weise beziehen, wodurch sich ihre Natur, sich selbst entfremdete Bestimmungen zu sein, herauskehren wird.
In these two spiritual powers, self-consciousness thus recognizes its substance, content, and purpose; it beholds its dual essence therein: in the one, its being-in-itself, in the other, its being-for-itself. – But it is simultaneously, as spirit, the negative unity of their subsistence and the separation of individuality and universality, or of actuality and the self. Thus, Lordship and Wealth exist for the[368] individual as objects – i.e., as entities from which it knows itself to be free and between which it presumes itself capable of choosing, or even of choosing neither. It stands opposed to the essence as such, which is only for it, as this free and pure consciousness. It thereby carries the essence as essence within itself. – In this pure consciousness, the moments of the substance are not State Power and Wealth but the thoughts of Good and Bad. – However, self-consciousness is further the relation of its pure consciousness to its actual consciousness, of thought to objective essence; it is essentially judgment. – Although it has already, through the immediate determinations of the two sides of the actual essence, concluded which is the Good and which the Bad – the former being State Power, the latter Wealth – this first judgment cannot yet be regarded as a spiritual judgment. For in it, one side is determined merely as being-in-itself or the positive, the other only as being-for-itself and the negative. But as spiritual essences, each is the interpenetration of both moments and thus not exhausted in those determinations. Moreover, the self-consciousness that relates to them is in-and-for-itself; it must therefore relate to each in a twofold manner, through which their nature – as self-alienated determinations – will be revealed.
Dem Selbstbewußtsein ist nun derjenige Gegenstand gut und an sich, worin es sich selbst, derjenige aber schlecht, worin es das Gegenteil seiner findet; das Gute ist die Gleichheit der gegenständlichen Realität mit ihm, das Schlechte aber ihre Ungleichheit. Zugleich was für es gut und schlecht ist, ist an sich gut und schlecht; denn es ist eben dasjenige, worin diese beiden Momente des Ansich– und des Für-es-Seins dasselbe sind; es ist der wirkliche Geist der gegenständlichen Wesen und das Urteil der Erweis seiner Macht an ihnen, die sie zu dem macht, was sie an sich sind. Nicht dies, wie sie[369] unmittelbar an sich selbst das Gleiche oder Ungleiche, d.h. das abstrakte Ansich- oder Fürsichsein sind, ist ihr Kriterium und ihre Wahrheit, sondern was sie in der Beziehung des Geistes auf sie sind: ihre Gleichheit oder Ungleichheit mit ihm. Seine Beziehung auf sie, die zuerst als Gegenstände gesetzt, durch ihn zum Ansich werden, wird zugleich ihre Reflexion in sich selbst, durch welche sie wirkliches geistiges Sein erhalten und, was ihr Geist ist, hervortritt. Aber wie ihre erste unmittelbare Bestimmung sich von der Beziehung des Geistes auf sie unterscheidet, so wird auch das dritte, der eigene Geist derselben, sich von dem zweiten unterscheiden. – Das zweite Ansich derselben zunächst, das durch die Beziehung des Geistes auf sie hervortritt, muß schon anders ausfallen als das unmittelbare, denn diese Vermittlung des Geistes bewegt vielmehr die unmittelbare Bestimmtheit und macht sie zu etwas anderem.
For self-consciousness, the object in which it finds itself is good and in-itself, whereas the object in which it finds the opposite of itself is bad; the Good is the equality of objective reality with itself, the Bad its inequality. Simultaneously, what is good and bad for it is also good and bad in-itself; for it is precisely that in which these two moments of being-in-itself and being-for-it are identical. It is the actual spirit of objective essences, and judgment is the demonstration of its power over them, which makes them what they are in-themselves. The criterion and truth of these essences lie not in how they are immediately equal or unequal in-themselves – i.e., as abstract being-in-itself or being-for-itself – but in their relation to spirit: their equality or inequality with it. Its relation to them, which first posits them as objects, thereby through it becomes their being-in-itself. At the same time, this relation is their reflection into themselves, through which they attain actual spiritual being and reveal what their spirit is. However, just as their initial immediate determination differs from their relation to spirit, so too will their third moment – their own spirit – differ from the second. – The second being-in-itself that emerges through spirit’s relation to them must already diverge from the immediate one, for this mediation by spirit transforms the immediate determinacy into something other.
Hiernach findet nun das an und für sich seiende Bewußtsein in der Staatsmacht wohl sein einfaches Wesen und Bestehen überhaupt, allein nicht seine Individualität als solche, wohl sein Ansich-, nicht sein Fürsichsein, es findet darin vielmehr das Tun als einzelnes Tun verleugnet und zum Gehorsam unterjocht. Das Individuum reflektiert sich also vor dieser Macht in sich selbst; sie ist ihm das unterdrückende Wesen und das Schlechte; denn statt das Gleiche zu sein, ist sie das der Individualität schlechthin Ungleiche. – Hingegen der Reichtum ist das Gute; er geht auf allgemeinen Genuß, gibt sich preis und verschafft allen das Bewußtsein ihres Selbsts. Er ist an sich allgemeines Wohltun; wenn er irgendeine Wohltat versagt und nicht jedem Bedürfnisse gefällig ist, so ist dies eine Zufälligkeit, welche seinem allgemeinen notwendigen Wesen, sich allen Einzelnen mitzuteilen und tausendhändiger Geber zu sein, keinen Eintrag tut.
Accordingly, the consciousness that is in and for itself finds in State Power its simple essence and subsistence as such, but not its individuality as such; it finds there its being-in-itself, but not its being-for-itself. Rather, it discovers its singular action disavowed and subjugated to obedience. The individual thus reflects itself back into itself in the face of this power; to it, State Power is the oppressive essence and the Bad, for instead of being the equal, it is the absolutely unequal to individuality. – Conversely, wealth is the Good; it leads to universal enjoyment, surrenders itself, and procures for all the consciousness of their selves. It is in itself universal beneficence; if it withholds a benefit and does not comply with every need, this is a contingency that does no injury to its universal and necessary essence of communicating itself to all individuals and being the thousand-handed giver.
Diese beiden Urteile geben den Gedanken von Gut und Schlecht einen Inhalt, welcher das Gegenteil von dem ist, den sie für uns hatten. – Das Selbstbewußtsein hat sich aber nur erst unvollständig auf seine Gegenstände bezogen, nämlich[370] nur nach dem Maßstabe des Fürsichseins. Aber das Bewußtsein ist ebenso ansichseiendes Wesen und muß diese Seite gleichfalls zum Maßstabe machen, wodurch sich erst das geistige Urteil vollendet. Nach dieser Seite spricht ihm die Staatsmacht sein Wesen aus; sie ist teils ruhendes Gesetz, teils Regierung und Befehl, welcher die einzelnen Bewegungen des allgemeinen Tuns anordnet; das eine die einfache Substanz selbst, das andere ihr sich selbst und alle belebendes und erhaltendes Tun. Das Individuum findet also darin seinen Grund und Wesen ausgedrückt, organisiert und betätigt. – Hingegen durch den Genuß des Reichtums erfährt es nicht sein allgemeines Wesen, sondern erhält nur das vergängliche Bewußtsein und den Genuß seiner selbst als einer fürsichseienden Einzelheit und der Ungleichheit mit seinem Wesen. – Die Begriffe von Gut und Schlecht erhalten also hier den entgegengesetzten Inhalt gegen den vorherigen.
These two judgments bestow upon the thoughts of Good and Bad a content that is the opposite of what they had for us. – However, self-consciousness has thus far related itself incompletely to its objects, namely [370] only according to the measure of being-for-itself. Yet consciousness is equally an in-itself essence and must also make this side into its measure, through which the spiritual judgment is first completed. According to this side, State Power expresses its essence: it is partly the quiescent law, partly government and command, which directs the singular movements of universal action – the former being the simple substance itself, the latter its self-animating and sustaining activity that vitalizes all. The individual thus finds its ground and essence articulated, organized, and actualized therein. – Conversely, through the enjoyment of wealth, it experiences not its universal essence but only the transient consciousness and enjoyment of itself as a for-itself singularity and the inequality with its essence. – The concepts of Good and Bad thus acquire here the opposite content compared to the previous ones.
Diese beiden Weisen des Urteilens finden jede eine Gleichheit und eine Ungleichheit, das erste urteilende Bewußtsein findet die Staatsmacht ungleich, den Genuß des Reichtums gleich mit ihm; das zweite hingegen die erstere gleich und den letzteren ungleich mit ihm. Es ist ein zweifaches Gleich-finden und ein zweifaches Ungleichfinden, eine entgegengesetzte Beziehung auf die beiden realen Wesenheiten vorhanden. – Wir müssen dieses verschiedene Urteilen selbst beurteilen, wozu wir den aufgestellten Maßstab anzulegen haben. Die gleichfindende Beziehung des Bewußtseins ist hiernach das Gute, die ungleichfindende das Schlechte; und diese beiden Weisen der Beziehung sind nunmehr selbst als verschiedene Gestalten des Bewußtseins festzuhalten. Das Bewußtsein kommt dadurch, daß es sich auf verschiedene Weise verhält, selbst unter die Bestimmung der Verschiedenheit, gut oder schlecht zu sein, nicht danach, daß es entweder das Fürsichsein oder das reine Ansichsein zum Prinzip hätte, denn beide sind gleich wesentliche Momente; das gedoppelte Urteilen, das betrachtet wurde, stellte die Prinzipien getrennt vor und enthält daher nur abstrakte Weisen des Urteilens.[371] Das wirkliche Bewußtsein hat beide Prinzipien an ihm, und der Unterschied fällt allein in sein Wesen, nämlich in die Beziehung seiner selbst auf das Reale.
These two modes of judgment each discover an equality and an inequality. The first judging consciousness finds State Power unequal and the enjoyment of wealth equal to itself; the second, conversely, finds the former equal and the latter unequal to itself. There is a twofold equality-finding and a twofold inequality-finding – an opposed relation to the two real essences present. – We must ourselves judge this diverse form of judging, applying the standard established. The equality-finding relation of consciousness is accordingly the Good, the inequality-finding the Bad; and these two modes of relation are now to be fixed as distinct shapes of consciousness. Through relating itself in diverse ways, consciousness itself falls under the determination of difference – of being good or bad – not according to whether it has being-for-itself or pure being-in-itself as its principle, for both are equally essential moments. The twofold judging examined above presented the principles as separate and thus contains only abstract modes of judging. [371] Actual consciousness has both principles within itself, and the distinction falls solely into its essence, namely into the relation of itself to the real.
Die Weise dieser Beziehung ist die entgegengesetzte, die eine ist Verhalten zu Staatsmacht und Reichtum als zu einem Gleichen, die andere als zu einem Ungleichen. – Das Bewußtsein der gleichfindenden Beziehung ist das edelmütige. In der öffentlichen Macht betrachtet es das mit ihm Gleiche, daß es in ihr sein einfaches Wesen und dessen Betätigung hat und im Dienste des wirklichen Gehorsams wie der inneren Achtung gegen es steht. Ebenso in dem Reichtume, daß er ihm das Bewußtsein seiner anderen wesentlichen Seite, des Fürsichseins, verschafft; daher es ihn ebenfalls als Wesen in Beziehung auf sich betrachtet und denjenigen, von welchem es genießt, als Wohltäter anerkennt und sich zum Danke verpflichtet hält.
The mode of this relation is twofold: one relates to State Power and Wealth as to the Equal, the other as to the Unequal. – The consciousness of the equal relation is the noble-minded. In the public power, it beholds what is equal to itself – namely, the simple essence and its actualization – and stands in the service of real obedience as well as inner reverence. Similarly, in wealth, it obtains consciousness of its other essential aspect, being-for-itself; thus, it likewise regards wealth as an essence in relation to itself, acknowledges the one from whom it enjoys benefits as a benefactor, and feels obligated to gratitude.
Das Bewußtsein der anderen Beziehung dagegen ist das niederträchtige, das die Ungleichheit mit den beiden Wesenheiten festhält, in der Herrschergewalt also eine Fessel und Unterdrückung des Fürsichseins sieht und daher den Herrscher haßt, nur mit Heimtücke gehorcht und immer auf dem Sprunge zum Aufruhr steht, – im Reichtum, durch den es zum Genüsse seines Fürsichseins gelangt, ebenso nur die Ungleichheit, nämlich mit dem bleibenden Wesen betrachtet; indem es durch ihn nur zum Bewußtsein der Einzelheit und des vergänglichen Genusses kommt, ihn liebt, aber verachtet, und mit dem Verschwinden des Genusses, des an sich Verschwindenden, auch sein Verhältnis zu dem Reichen für verschwunden ansieht.
By contrast, the consciousness of the unequal relation is base-minded, which maintains inequality with both essences. In the sovereign power, it sees a shackle and suppression of being-for-itself, hence hates the ruler, obeys only with subterfuge, and remains ever on the brink of rebellion. In wealth – through which it attains enjoyment of its being-for-itself – it equally perceives only inequality, i.e., disparity with the enduring essence. Since wealth brings it merely to consciousness of singularity and transient pleasure, it loves wealth yet despises it, and with the disappearance of enjoyment (which is inherently evanescent), it regards its relation to the wealthy as likewise dissolved.
Diese Beziehungen drücken nun erst das Urteil aus, die Bestimmung dessen, was die beiden Wesen als Gegenstände für das Bewußtsein sind, noch nicht an und für sich. Die Reflexion, die im Urteil vorgestellt ist, ist teils erst für uns ein Setzen der einen sowie der anderen Bestimmung und daher[372] ein gleiches Aufheben beider, noch nicht die Reflexion derselben für das Bewußtsein selbst. Teils sind sie erst unmittelbar Wesen, weder dies geworden noch an ihnen Selbstbewußtsein; dasjenige, für welches sie sind, ist noch nicht ihre Belebung; sie sind Prädikate, die noch nicht selbst Subjekt sind. Um dieser Trennung willen fällt auch das Ganze des geistigen Urteilens noch an zwei Bewußtsein[e] auseinander, deren jedes unter einer einseitigen Bestimmung liegt. – Wie sich nun zuerst die Gleichgültigkeit der beiden Seiten der Entfremdung – der einen, des Ansich des reinen Bewußtseins, nämlich der bestimmten Gedanken von Gut und Schlecht; der ändern, ihres Daseins als Staatsmacht und Reichtum – zur Beziehung beider, zum Urteil erhob, so hat sich diese äußere Beziehung zur inneren Einheit oder als Beziehung des Denkens zur Wirklichkeit zu erheben und der Geist der beiden Gestalten des Urteils hervorzutreten. Dies geschieht, indem das Urteil zum Schlüsse wird, zur vermittelnden Bewegung, worin die Notwendigkeit und Mitte der beiden Seiten des Urteils hervortritt.
These relations now first express the judgment – the determination of what the two essences are as objects for consciousness – but not yet their being in and for themselves. The reflection presented in judgment is, on the one hand, still a positing of one determination as much as the other – thus an equal cancellation of both – but not yet the reflection of these determinations for consciousness itself. On the other hand, they are merely immediate essences, neither having become such nor being self-consciousness in themselves. That for which they exist has not yet animated them; they are predicates that have not themselves become subjects. Due to this separation, the totality of spiritual judgment still fractures into two consciousnesses, each confined to a one-sided determination. – Just as the initial indifference of the two sides of alienation – the in-itself of pure consciousness (the determinate thoughts of Good and Bad) and their existence as State Power and Wealth – was elevated into their relation (judgment), so must this external relation ascend to an inner unity, or to the relation of thought to actuality, allowing the spirit of both judgmental forms to emerge. This occurs when judgment becomes a syllogism – the mediating movement wherein the necessity and middle term of judgment’s two sides come forth.
Das edelmütige Bewußtsein findet also im Urteil sich so der Staatsmacht gegenüber, daß sie zwar noch nicht ein Selbst sondern erst die allgemeine Substanz [ist], deren es aber als seines Wesens, als des Zwecks und absoluten Inhalts sich bewußt ist. Sich so positiv auf sie beziehend, verhält es sich negativ gegen seine eigenen Zwecke, seinen besonderen Inhalt und Dasein, und läßt sie verschwinden. Es ist der Heroismus des Dienstes, – die Tugend, welche das einzelne Sein dem Allgemeinen aufopfert und dies dadurch ins Dasein bringt, – die Person, welche dem Besitze und Genüsse von selbst entsagt und für die vorhandene Macht handelt und wirklich ist.
The noble-minded consciousness thus finds itself, in judgment, confronting State Power as something not yet a Self but merely the universal substance. Yet it is conscious of this substance as its essence – as the purpose and absolute content. Relating positively to it, the consciousness behaves negatively toward its own purposes, particular content, and existence, letting them vanish. This is the heroism of service – virtue – which sacrifices singular being to the Universal, thereby bringing the latter into existence: the person who spontaneously renounces possession and enjoyment to act and exist for the established power.
Durch diese Bewegung wird das Allgemeine mit dem Dasein überhaupt zusammengeschlossen, wie das daseiende Bewußtsein durch diese Entäußerung sich zur Wesentlichkeit bildet. Wessen dieses im Dienste sich entfremdet, ist sein in das Dasein versenktes Bewußtsein; das sich entfremdete [373] Sein ist aber das Ansich; es bekommt also durch diese Bildung Achtung vor sich selbst und bei den anderen. – Die Staatsmacht aber, die nur erst das gedachte Allgemeine, das Ansich war, wird durch eben diese Bewegung zum seienden Allgemeinen, zur wirklichen Macht. Sie ist diese nur in dem wirklichen Gehorsam, welchen sie durch das Urteil des Selbstbewußtseins, daß sie das Wesen ist, und durch die freie Aufopferung desselben erlangt. Dieses Tun, das das Wesen mit dem Selbst zusammenschließt, bringt die gedoppelte Wirklichkeit hervor, sich als das, welches wahre Wirklichkeit hat, und die Staatsmacht als das Wahre, welches gilt.
Through this movement, the universal becomes united with existence as such, just as the existent consciousness forms itself into essentiality through this self-alienation. What this consciousness alienates in service is its consciousness immersed in existence; yet the alienated [373] being is the in-itself. Through this formation, it thus gains respect for itself and from others. — However, the State Power, which was initially only the thought universal, the in-itself, becomes through this very movement the existent universal, actual power. It is this only in the actual obedience it secures through the judgment of self-consciousness that it is the essence and through the free sacrifice of that self-consciousness. This action, which binds essence with the self, produces the doubled actuality: the self as that which has true actuality, and the State Power as the True that has validity.
Diese ist aber durch diese Entfremdung noch nicht ein sich als Staatsmacht wissendes Selbstbewußtsein; es ist nur ihr Gesetz oder ihr Ansich, das gilt; sie hat noch keinen besonderen Willen, denn noch hat das dienende Selbstbewußtsein nicht sein reines Selbst entäußert und die Staatsmacht damit begeistet, sondern erst mit seinem Sein; ihr nur sein Dasein aufgeopfert, nicht sein Ansichsein. – Dies Selbstbewußtsein gilt als ein solches, das dem Wesen gemäß ist, es ist anerkannt um seines Ansichseins willen. Die anderen finden in ihm ihr Wesen betätigt, nicht aber ihr Fürsichsein, – ihr Denken oder reines Bewußtsein erfüllt, nicht ihre Individualität. Es gilt daher in ihren Gedanken und genießt der Ehre. Es ist der stolze Vasall, der für die Staatsmacht tätig ist, insofern sie nicht eigener Willen, sondern wesentlicher ist, und der sich nur in dieser Ehre gilt, nur in dem wesentlichen Vorstellen der allgemeinen Meinung, nicht in dem dankbaren der Individualität, denn dieser hat er nicht zu ihrem Fürsichsein verholfen. Seine Sprache, wenn es sich zum eigenen Willen der Staatsmacht verhielte, der noch nicht geworden ist, wäre der Rat, den es zum allgemeinen Besten erteilt.
Yet through this alienation, the State Power has not yet become a self-consciousness that knows itself as State Power; only its law or its in-itself has validity. It still lacks a particular will, for the serving self-consciousness has not yet alienated its pure self and thereby spiritualized the State Power but has merely sacrificed its being to it — only its existence, not its being-in-itself. — This self-consciousness is valid as one that conforms to the essence; it is recognized for its being-in-itself. Others find in it the actualization of their essence, but not their being-for-itself — their thinking or pure consciousness fulfilled, not their individuality. It is thus valid in their thoughts and enjoys honor. It is the proud vassal who acts for the State Power insofar as it is not a will of its own but an essential power, and who counts as valid only in this honor, only in the essential representation of universal opinion, not in the grateful recognition of individuality, for it has not aided their being-for-itself. Its language, if it were to relate to the State Power’s own will — which has not yet emerged — would be the counsel it offers for the universal good.
Die Staatsmacht ist daher noch willenlos gegen den Rat und nicht entscheidend zwischen den verschiedenen Meinungen über das allgemeine Beste. Sie ist noch nicht Regierung und[374] somit noch nicht in Wahrheit wirkliche Staatsmacht. – Das Fürsichsein, der Wille, der als Wille noch nicht aufgeopfert ist, ist der innere abgeschiedene Geist der Stände, der seinem Sprechen vom allgemeinen Besten gegenüber sich sein besonderes Bestes vorbehält und dies Geschwätz vom allgemeinen Besten zu einem Surrogate für das Handeln zu machen geneigt ist. Die Aufopferung des Daseins, die im Dienste geschieht, ist zwar vollständig, wenn sie bis zum Tode fortgegangen ist; aber die bestandene Gefahr des Todes selbst, der überlebt wird, läßt ein bestimmtes Dasein und damit ein besonderes Fürsich übrig, welches den Rat fürs allgemeine Beste zweideutig und verdächtig macht und sich in der Tat die eigene Meinung und den besonderen Willen gegen die Staatsgewalt vorbehält. Es verhält sich daher noch ungleich gegen dieselbe und fällt unter die Bestimmung des niederträchtigen Bewußtseins, immer auf dem Sprunge zur Empörung zu stehen.
The State Power thus remains will-less toward counsel and does not arbitrate between differing opinions about the universal good. It is not yet government and [374] therefore not yet truly actual State Power. — The being-for-itself, the will that has not yet been sacrificed, is the inner withdrawn spirit of the estates, which reserves its particular good in opposition to its talk of the universal good and tends to make such chatter about the universal good a substitute for action. The sacrifice of existence that occurs in service is indeed complete when it proceeds to the point of death; but the endured danger of death itself, which is survived, leaves behind a determinate existence and thus a particular being-for-itself, rendering counsel for the universal good ambiguous and suspect and in fact reserving its own opinion and particular will against State Power. It thus still relates unequally to State Power and falls under the determination of the base consciousness, ever poised on the brink of rebellion.
Dieser Widerspruch, den es aufzuheben hat, enthält in dieser Form, in der Ungleichheit des Fürsichseins gegen die Allgemeinheit der Staatsmacht zu stehen, zugleich die Form, daß jene Entäußerung des Daseins, indem sie sich, im Tode nämlich, vollendet, selbst eine seiende, nicht eine ins Bewußtsein zurückkehrende ist, – daß dieses sie nicht überlebt und an und für sich ist, sondern nur ins unversöhnte Gegenteil übergeht. Die wahre Aufopferung des Fürsichseins ist daher allein die, worin es sich so vollkommen als im Tode hingibt, aber in dieser Entäußerung sich ebensosehr erhält; es wird dadurch als das wirklich, was es an sich ist, als die identische Einheit seiner selbst und seiner als des Entgegengesetzten. Dadurch, daß der abgeschiedene innere Geist, das Selbst als solches, hervortritt und sich entfremdet, wird zugleich die Staatsmacht zu eigenem Selbst erhoben; so wie ohne diese Entfremdung die Handlungen der Ehre, des edlen Bewußtseins und die Ratschläge seiner Einsicht das Zweideutige bleiben würden, das noch jenen abgeschiedenen Hinterhalt der besonderen Absicht und des Eigenwillens hätte.[375]
This contradiction it must resolve contains within this form—of standing in the inequality of being-for-itself against the universality of State Power—simultaneously the form that this alienation of existence, in being completed (namely in death), is itself a being that does not return into consciousness, such that consciousness does not survive it as in and for itself, but rather passes over into an unreconciled opposite. The true sacrifice of being-for-itself is therefore solely that in which it surrenders itself as completely as in death, yet in this alienation equally preserves itself; it thereby becomes actual as what it is in itself, the identical unity of itself and its opposite. Through the emergence and alienation of the inner withdrawn spirit—the self as such—State Power is likewise elevated to being a self; without this alienation, the actions of honor, of noble consciousness, and the counsels of its insight would remain ambiguous, still harboring that withdrawn reserve of particular purpose and self-will.[375]
Diese Entfremdung aber geschieht allein in der Sprache, welche hier in ihrer eigentümlichen Bedeutung auftritt. – In der Welt der Sittlichkeit Gesetz und Befehl, in der Welt der Wirklichkeit erst Rat, hat sie das Wesen zum Inhalte und ist dessen Form; hier aber erhält sie die Form, welche sie ist, selbst zum Inhalte und gilt als Sprache; es ist die Kraft des Sprechens als eines solchen, welche das ausführt, was auszuführen ist. Denn sie ist das Dasein des reinen Selbsts, als Selbsts; in ihr tritt die für sich seiende Einzelheit des Selbstbewußtseins als solche in die Existenz, so daß sie für andere ist. Ich als dieses reine Ich ist sonst nicht da, in jeder anderen Äußerung ist es in eine Wirklichkeit versenkt und in einer Gestalt, aus welcher es sich zurückziehen kann; es ist aus seiner Handlung wie aus seinem physiognomischen Ausdrucke in sich reflektiert und läßt solches unvollständige Dasein, worin immer ebensosehr zuviel als zuwenig ist, entseelt liegen. Die Sprache aber enthält es in seiner Reinheit, sie allein spricht Ich aus, es selbst. Dies sein Dasein ist als Dasein eine Gegenständlichkeit, welche seine wahre Natur an ihr hat. Ich ist dieses Ich – aber ebenso allgemeines, sein Erscheinen ist ebenso unmittelbar die Entäußerung und das Verschwinden dieses Ichs und dadurch sein Bleiben in seiner Allgemeinheit. Ich, das sich ausspricht, ist vernommen, es ist eine Ansteckung, worin es unmittelbar in die Einheit mit denen, für welche es da ist, übergegangen und allgemeines Selbstbewußtsein ist. – Daß es vernommen wird, darin ist sein Dasein selbst unmittelbar verhallt, dies sein Anderssein ist in sich zurückgenommen; und eben dies ist sein Dasein, als selbstbewußtes Jetzt, wie es da ist, nicht da zu sein und durch dies Verschwinden da zu sein. Dies Verschwinden ist also selbst unmittelbar sein Bleiben; es ist sein eigenes Wissen von sich und sein Wissen von sich als einem, das in anderes Selbst übergegangen, das vernommen worden und allgemeines ist.
This alienation, however, occurs solely in language, which here appears in its distinctive significance. —In the ethical world as law and command, and in the actual world as counsel, language has the essence as its content and is its form; here, however, it receives the form itself as content and is valid as language; it is the power of speech as such that accomplishes what must be accomplished. For language is the existence of the pure self as self; in it, the self-sufficient singularity of self-consciousness enters existence as such, so that it is for others. The I as this pure I is otherwise not present; in every other expression, it is immersed in an actuality and in a shape from which it can withdraw; it reflects itself back into itself from its action as from its physiognomic expression, leaving such incomplete existence—which always contains equally too much and too little—lifeless. Language alone contains the I in its purity; it alone utters the I, the self itself. This its existence, as existence, is an objectivity that has its true nature within it. The I is this I—but equally universal; its appearance is immediately the alienation and vanishing of this I, and thereby its remaining within its universality. The I that expresses itself is heard; it is an infection through which it immediately passes over into unity with those for whom it is present, becoming universal self-consciousness. —That it is heard means that its existence itself has immediately faded; this its otherness has been withdrawn into itself. And precisely this is its existence: as self-conscious Now, to be present by not being present and through this vanishing. This vanishing is therefore immediately its abiding; it is its own knowledge of itself and its knowledge of itself as one that has passed over into other selves—that has been heard and is universal.
Der Geist erhält hier diese Wirklichkeit, weil die Extreme, deren Einheit er ist, ebenso unmittelbar die Bestimmung[376] haben, für sich eigene Wirklichkeiten zu sein. Ihre Einheit ist zersetzt in spröde Seiten, deren jede für die andere wirklicher, von ihr ausgeschlossener Gegenstand ist. Die Einheit tritt daher als eine Mitte hervor, welche von der abgeschiedenen Wirklichkeit der Seiten ausgeschlossen und unterschieden wird; sie hat daher selbst eine wirkliche, von ihren Seiten unterschiedene Gegenständlichkeit und ist für sie, d.h. sie ist Daseiendes. Die geistige Substanz tritt als solche in die Existenz, erst indem sie zu ihren Seiten solche Selbstbewußtsein[e] gewonnen hat, welche dieses reine Selbst als unmittelbar geltende Wirklichkeit wissen und darin ebenso unmittelbar wissen, dies nur durch die entfremdende Vermittlung zu sein. Durch jenes sind die Momente zu der sich selbst wissenden Kategorie und damit bis dahin geläutert, daß sie Momente des Geistes sind; durch dieses tritt er als Geistigkeit in das Dasein. – Er ist so die Mitte, welche jene Extreme voraussetzt und durch ihr Dasein erzeugt wird, – aber ebenso das zwischen ihnen hervorbrechende geistige Ganze, das sich in sie entzweit und jedes erst durch diese Berührung zum Ganzen in seinem Prinzip erzeugt. – Daß die beiden Extreme schon an sich aufgehoben und zersetzt sind, bringt ihre Einheit hervor, und diese ist die Bewegung, welche beide zusammenschließt, ihre Bestimmungen austauscht und sie, und zwar in jedem Extreme, zusammenschließt. Diese Vermittlung setzt hiermit den Begriff eines jeden der beiden Extreme in seine Wirklichkeit, oder sie macht das, was jedes an sich ist, zu seinem Geiste.
Spirit here attains this actuality because the extremes whose unity it is immediately have the determination[376] of being independent actualities for themselves. Their unity is fragmented into rigid sides, each of which is an actual, excluded object for the other. The unity thus appears as a middle term excluded from and distinct from the estranged actuality of the sides; it therefore has itself an actual objectivity distinct from its sides and exists for them, i.e., it is a being-there. The spiritual substance comes into existence as such only when it has attained for its sides such self-consciousnesses that know this pure self as immediately valid actuality and therein just as immediately know this to be so only through estranging mediation. Through the former, the moments are purified into the self-knowing category and thus into moments of Spirit; through the latter, Spirit enters into existence as spirituality. – It is thus the middle term that presupposes these extremes and is generated by their existence – but equally the spiritual whole that erupts between them, dividing itself into them and thereby first producing each as a whole through this contact. – The fact that both extremes are already in themselves sublated and dissolved generates their unity, and this is the movement that binds them together, exchanges their determinations, and binds them together in each extreme. This mediation thereby posits the Concept of each of the two extremes into its actuality, or it makes what each is in itself into its Spirit.
Die beiden Extreme, die Staatsmacht und das edelmütige Bewußtsein, sind durch dieses zersetzt, jene in das abstrakte Allgemeine, dem gehorcht wird, und in den fürsichseienden Willen, welcher ihm aber noch nicht selbst zukommt, – dieses in den Gehorsam des aufgehobenen Daseins oder in das Ansichsein der Selbstachtung und der Ehre und in das noch nicht aufgehobene reine Fürsichsein, den im Hinterhalte noch bleibenden Willen. Die beiden Momente, zu welchen beide Seiten gereinigt und die daher Momente der Sprache[377] sind, sind das abstrakte Allgemeine, welches das allgemeine Beste heißt, und das reine Selbst, das im Dienste seinem ins vielfache Dasein versenkten Bewußtsein absagte. Beide sind im Begriffe dasselbe; denn reines Selbst ist eben das abstrakt Allgemeine, und daher ist ihre Einheit als ihre Mitte gesetzt. Aber das Selbst ist nur erst am Extreme des Bewußtseins wirklich, – das Ansich aber erst am Extreme der Staatsmacht; dem Bewußtsein fehlt dies, daß die Staatsmacht nicht nur als Ehre, sondern wirklich an es übergegangen wäre, der Staatsmacht, daß ihr nicht nur als dem sogenannten allgemeinen Besten gehorcht würde, sondern als Willen, oder daß sie das entscheidende Selbst ist. Die Einheit des Begriffs, in welchem die Staatsmacht noch steht und zu dem das Bewußtsein sich geläutert hat, wird in dieser vermittelnden Bewegung wirklich, deren einfaches Dasein, als Mitte, die Sprache ist. – Sie hat jedoch zu ihren Seiten noch nicht zwei als Selbst vorhandene Selbst; denn die Staatsmacht wird erst zum Selbst begeistet; diese Sprache ist daher noch nicht der Geist, wie er sich vollkommen weiß und ausspricht.
The two extremes – State Power and the noble consciousness – are dissolved through this mediation: the former into the abstract universal that is obeyed and the self-existing will that does not yet belong to it; the latter into the obedience of sublated existence or the being-in-itself of self-respect and honor, and the still unsublated pure being-for-itself, the will that remains in reserve. The two moments into which both sides are purified – and which are thus moments of language[377] – are the abstract universal called the universal good and the pure Self that renounced its consciousness, submerged in manifold existence, through service. In the Concept, both are the same; for pure Self is precisely the abstract universal, and thus their unity is posited as their middle term. But the Self is actual only at the extreme of consciousness – being-in-itself only at the extreme of State Power; consciousness lacks the knowledge that State Power has not merely become honor but actually transitioned into it, and State Power lacks the knowledge that it is obeyed not merely as the so-called universal good but as will, or that it is the decisive Self. The unity of the Concept, in which State Power still resides and to which consciousness has purified itself, becomes actual in this mediating movement, whose simple existence as the middle term is language. – However, this language does not yet have two selves existing as Selves on its sides; for State Power is only first spiritualized into Self; this language is thus not yet Spirit as it fully knows and expresses itself.
Das edelmütige Bewußtsein, weil es das Extrem des Selbsts ist, erscheint als dasjenige, von dem die Sprache ausgeht, durch welche sich die Seiten des Verhältnisses zu beseelten Ganzen gestalten. – Der Heroismus des stummen Dienstes wird zum Heroismus der Schmeichelei. Diese sprechende Reflexion des Dienstes macht die geistige, sich zersetzende Mitte aus und reflektiert nicht nur ihr eigenes Extrem in sich selbst, sondern auch das Extrem der allgemeinen Gewalt in dieses selbst zurück und macht sie, die erst an sich ist, zum Fürsichsein und zur Einzelheit des Selbstbewußtseins. Es wird hierdurch der Geist dieser Macht, ein unumschränkter Monarch zu sein; – unumschränkt: die Sprache der Schmeichelei erhebt die Macht in ihre geläuterte Allgemeinheit, das Moment als Erzeugnis der Sprache, des zum Geiste geläuterten Daseins, ist eine gereinigte Sichselbstgleichheit; – Monarch: sie erhebt ebenso die Einzelheit auf ihre Spitze; dasjenige, dessen das edelmütige Bewußtsein sich nach dieser[378] Seite der einfachen geistigen Einheit entäußert, ist das reine Ansich seines Denkens, sein Ich selbst. Bestimmter erhebt sie die Einzelheit, die sonst nur ein Gemeintes ist, dadurch in ihre daseiende Reinheit, daß sie dem Monarchen den eigenen Namen gibt; denn es ist allein der Name, worin der Unterschied des Einzelnen von allen anderen nicht gemeint ist, sondern von allen wirklich gemacht wird; in dem Namen gilt der Einzelne als rein Einzelner nicht mehr nur in seinem Bewußtsein, sondern im Bewußtsein aller. Durch ihn also wird der Monarch schlechthin von allen abgesondert, ausgenommen und einsam; in ihm ist er das Atom, das von seinem Wesen nichts mitteilen kann und nicht seinesgleichen hat. – Dieser Name ist hiermit die Reflexion-in-sich oder die Wirklichkeit, welche die allgemeine Macht an ihr selbst hat; durch ihn ist sie der Monarch. Er, dieser Einzelne, weiß umgekehrt dadurch sich, diesen Einzelnen, als die allgemeine Macht, daß die Edlen nicht nur als zum Dienst der Staatsmacht bereit, sondern als Zierate sich um den Thron stellen und daß sie dem, der darauf sitzt, es immer sagen, was er ist.
The noble consciousness, as the extreme of the Self, appears as that from which language proceeds, through which the sides of the relation are shaped into ensouled wholes. – The heroism of silent service becomes the heroism of flattery. This speaking reflection of service constitutes the spiritual, self-dissolving middle term and reflects not only its own extreme into itself but also reflects the extreme of universal power back into itself, making it – which was first in itself – into being-for-itself and into the singularity of self-consciousness. Thereby, the Spirit of this power becomes an absolute monarch – absolute because the language of flattery elevates power into its purified universality, a moment produced by language, the existence purified into Spirit, which is a cleansed self-equality; – monarch because it equally raises singularity to its apex. What the noble consciousness renounces in this[378] aspect of simple spiritual unity is the pure in-itself of its thinking, its own I. More precisely, it elevates singularity – which is otherwise only meant – into existing purity by bestowing upon the monarch the proper name; for it is solely in the name that the distinction of the individual from all others is not merely meant but actually made by all. In the name, the individual counts as purely singular no longer only in his own consciousness but in the consciousness of all. Through it, the monarch is absolutely segregated, excluded, and solitary; in the name, he is the atom that can impart nothing of its essence and has no equal. – This name is thus the reflection-into-self or the actuality that universal power has within itself; through it, power becomes the monarch. Conversely, this individual thereby knows himself, this individual, as universal power, for the nobles not only stand ready to serve State Power but as ornaments around the throne, ever telling him who sits there what he is.
Die Sprache ihres Preises ist auf diese Weise der Geist, der in der Staatsmacht selbst die beiden Extreme zusammenschließt; sie reflektiert die abstrakte Macht in sich und gibt ihr das Moment des anderen Extrems, das wollende und entscheidende Fürsichsein, und hierdurch selbstbewußte Existenz; oder dadurch kommt dies einzelne wirkliche Selbstbewußtsein dazu, sich als die Macht gewiß zu wissen. Sie ist der Punkt des Selbsts, in den durch die Entäußerung der inneren Gewißheit die vielen Punkte zusammengeflossen sind. – Indem aber dieser eigene Geist der Staatsmacht darin besteht, seine Wirklichkeit und Nahrung an dem Opfer des Tuns und des Denkens des edelmütigen Bewußtseins zu haben, ist sie die sich entfremdete Selbständigkeit; das edelmütige Bewußtsein, das Extrem des Fürsichseins,[379] erhält das Extrem der wirklichen Allgemeinheit für die Allgemeinheit des Denkens, der es sich entäußerte, zurück; die Macht des Staats ist auf es übergegangen. An ihm wird die Staatsgewalt erst wahrhaft betätigt; in seinem Fürsichsein hört sie auf, das träge Wesen, wie sie als Extrem des abstrakten Ansichseins erschien, zu sein. – An sich betrachtet heißt die in sich reflektierte Staatsmacht oder dies, daß sie Geist geworden, nichts anderes, als daß sie Moment des Selbstbewußtseins geworden, d.h. nur als aufgehobene ist. Hiermit ist sie nun das Wesen als ein solches, dessen Geist es ist, aufgeopfert und preisgegeben zu sein, oder sie existiert als Reichtum. – Sie bleibt zwar dem Reichtume, zu welchem sie dem Begriffe nach immer wird, gegenüber zugleich als eine Wirklichkeit bestehen, aber eine solche, deren Begriff eben diese Bewegung ist, durch den Dienst und die Verehrung, wodurch sie wird, in ihr Gegenteil, in die Entäußerung der Macht, überzugehen. Für sich wird also das eigentümliche Selbst, das ihr Wille ist, durch die Wegwerfung des edelmütigen Bewußtseins zur sich entäußernden Allgemeinheit, zu einer vollkommenen Einzelheit und Zufälligkeit, die jedem mächtigeren Willen preisgegeben ist; was ihm an allgemein anerkannter und nicht mitteilbarer Selbständigkeit bleibt, ist der leere Name.
The language of their praise is thus the Spirit that binds the two extremes within State Power itself. It reflects the abstract power into itself and bestows upon it the moment of the other extreme — the willing and decisive being-for-itself — thereby granting it self-conscious existence. Through this, the singular actual self-consciousness comes to know itself with certainty as the power. It is the point of the Self into which, through the externalization of inner certainty, the many points have coalesced. — However, since the proper Spirit of State Power consists in deriving its reality and sustenance from the sacrifice of the noble consciousness’s action and thought, it is an alienated self-subsistence. The noble consciousness, as the extreme of being-for-itself, reclaims the extreme of actual universality for the universality of thought from which it had externalized itself. State Power has transitioned to it. Only through this consciousness is State Power truly activated; in its being-for-itself, State Power ceases to be the inert essence it appeared as when standing as the extreme of abstract being-in-itself. — Considered in itself, the State Power reflected into itself, or its having become Spirit, means nothing other than that it has become a moment of self-consciousness — i.e., it exists only as sublated. Thus, State Power is now the essence whose Spirit consists in being sacrificed and relinquished — in other words, it exists as wealth. — While State Power remains opposed to wealth (into which it always conceptually transitions), it persists as a reality whose very concept is this movement: through service and veneration — through which it comes to be — it transitions into its opposite, the externalization of power. The distinctive Self, which is its will, thus becomes, through the self-abnegation of the noble consciousness, a self-externalizing universality — a perfect singularity and contingency surrendered to any more potent will. What remains of its universally recognized and incommunicable self-subsistence is the empty name.
Wenn also das edelmütige Bewußtsein sich als dasjenige bestimmte, welches sich auf die allgemeine Macht auf eine gleiche Weise bezöge, so ist die Wahrheit desselben vielmehr, in seinem Dienste sein eigenes Fürsichsein sich zu behalten, in der eigentlichen Entsagung seiner Persönlichkeit aber das wirkliche Aufheben und Zerreißen der allgemeinen Substanz zu sein. Sein Geist ist das Verhältnis der völligen Ungleichheit, einerseits in seiner Ehre seinen Willen zu behalten, andererseits in dem Aufgeben desselben teils seines Innern sich zu entfremden und zur höchsten Ungleichheit mit sich selbst zu werden, teils die allgemeine Substanz darin sich zu unterwerfen und diese sich selbst völlig ungleich zu machen. – Es erhellt, daß damit seine Bestimmtheit, die es im Urteile[380] gegen das hatte, welches niederträchtiges Bewußtsein hieß, und hierdurch auch dieses verschwunden ist. Das letztere hat seinen Zweck erreicht, nämlich die allgemeine Macht unter das Fürsichsein zu bringen.
If the noble consciousness defined itself as maintaining an equal relation to universal power, its truth lies rather in preserving its own being-for-itself through service, while in the actual renunciation of its personality, effecting the real sublation and dissolution of the universal substance. Its Spirit is the relation of absolute inequality: on one hand, retaining its will in honor; on the other, in abandoning this will, both alienating its innermost self and becoming utterly unequal to itself, and thereby subjugating the universal substance and rendering it wholly unequal to itself. — It becomes evident that with this, its determinacy — which lay in its judgment against what was called the base consciousness — vanishes, and so too does the latter. The base consciousness has achieved its purpose: to subordinate universal power to being-for-itself.
So durch die allgemeine Macht bereichert, existiert das Selbstbewußtsein als die allgemeine Wohltat, oder sie ist der Reichtum, der selbst wieder Gegenstand für das Bewußtsein ist. Denn er ist diesem das zwar unterworfene Allgemeine, das aber durch dies erste Aufheben noch nicht absolut in das Selbst zurückgegangen ist. – Das Selbst hat noch nicht sich als Selbst, sondern das aufgehobene allgemeine Wesen zum Gegenstande. Indem dieser erst geworden, ist die unmittelbare Beziehung des Bewußtseins auf ihn gesetzt, das also noch nicht seine Ungleichheit mit ihm dargestellt hat; es ist das edelmütige Bewußtsein, welches an dem unwesentlich gewordenen Allgemeinen sein Fürsichsein erhält, daher ihn anerkennt und gegen den Wohltäter dankbar ist.
Enriched by universal power, self-consciousness now exists as universal beneficence — or as wealth, which again becomes an object for consciousness. For consciousness, wealth is the subjugated universal, yet through this initial sublation, it has not fully returned into the Self. — The Self does not yet have itself as Self for its object but rather the sublated universal essence. Since this essence has only just come to be, consciousness relates to it immediately and has not yet exhibited its inequality with it. It is the noble consciousness, which preserves its being-for-itself in the now inessential universal, thereby acknowledging wealth and expressing gratitude toward the benefactor.
Der Reichtum hat an ihm selbst schon das Moment des Fürsichseins. Er ist nicht das selbstlose Allgemeine der Staatsmacht oder die unbefangene unorganische Natur des Geistes, sondern sie, wie sie durch den Willen an ihr selbst festhält gegen den, der sich ihrer zum Genuß bemächtigen will. Aber indem der Reichtum nur die Form des Wesens hat, ist dies einseitige Fürsichsein, das nicht an sich, sondern vielmehr das aufgehobene Ansich ist, die in seinem Genüsse wesenlose Rückkehr des Individuums in sich selbst. Er bedarf also selbst der Belebung; und die Bewegung seiner Reflexion besteht darin, daß er, der nur für sich ist, zum Anundfürsichsein, daß er, der das aufgehobene Wesen ist, zum Wesen werde; so erhält er seinen eigenen Geist an ihm selbst. Da vorhin die Form dieser Bewegung auseinandergesetzt worden, so ist es hinreichend, hier den Inhalt derselben zu bestimmen.
Wealth itself already contains the moment of being-for-itself. It is not the selfless universality of State Power or the naïve inorganic nature of Spirit but rather Spirit as it is held fast by the will against those who would seize it for enjoyment. However, since wealth possesses only the form of essence, this one-sided being-for-itself is not in itself but rather the sublated in-itself — the insubstantial return of the individual into itself through enjoyment. Wealth thus requires vivification. The movement of its reflection consists in transforming what is merely for-itself into being-in-and-for-itself, and what is the sublated essence into essence itself. In this way, wealth attains its own Spirit within itself. As the form of this movement has already been explicated, it suffices here to determine its content.
Das edelmütige Bewußtsein bezieht sich also hier nicht auf den Gegenstand als Wesen überhaupt, sondern es ist das Fürsichsein selbst, das ihm ein Fremdes ist; es findet sein[381] Selbst als solches entfremdet vor, als- eine gegenständliche feste Wirklichkeit, die es von einem anderen festen Fürsichsein zu empfangen hat. Sein Gegenstand ist das Fürsichsein, also das Seinige; aber dadurch, daß es Gegenstand ist, ist es zugleich unmittelbar eine fremde Wirklichkeit, welche eigenes Fürsichsein, eigener Wille ist, d.h. es sieht sein Selbst in der Gewalt eines fremden Willens, von dem es abhängt, ob er ihm dasselbe ablassen will.
The noble consciousness here relates not to the object as essence in general but to being-for-itself itself as something alien. It discovers its Self as thus alienated — as an objective, fixed reality that it must receive from another fixed being-for-itself. Its object is being-for-itself, hence its own essence. But since this object is immediately an alien reality — a being-for-itself and will belonging to another — it sees its Self at the mercy of a foreign will, dependent on whether this will chooses to relinquish it.
Von jeder einzelnen Seite kann das Selbstbewußtsein abstrahieren und behält darum in einer Verbindlichkeit, die eine solche betrifft, sein Anerkanntsein und Ansichgelten als für sich seienden Wesens. Hier aber sieht es sich von der Seite seiner reinen eigensten Wirklichkeit oder seines Ichs außer sich und einem Anderen angehörig, sieht seine Persönlichkeit als solche abhängig von der zufälligen Persönlichkeit eines Anderen, von dem Zufall eines Augenblicks, einer Willkür oder sonst des gleichgültigsten Umstandes, – Im Rechtszustande erscheint, was in der Gewalt des gegenständlichen Wesens ist, als ein zufälliger Inhalt, von dem abstrahiert werden kann, und die Gewalt betrifft nicht das Selbst als solches, sondern dieses ist vielmehr anerkannt. Allein hier sieht es die Gewißheit seiner, als solche das Wesenloseste, [und] die reine Persönlichkeit, absolute Unpersönlichkeit zu sein. Der Geist seines Danks ist daher das Gefühl wie dieser tiefsten Verworfenheit so auch der tiefsten Empörung. Indem das reine Ich selbst sich außer sich und zerrissen anschaut, ist in dieser Zerrissenheit zugleich alles, was Kontinuität und Allgemeinheit hat, was Gesetz, gut und recht heißt, auseinander und zugrunde gegangen; alles Gleiche ist aufgelöst, denn die reinste Ungleichheit, die absolute Unwesentlichkeit des absolut Wesentlichen, das Außersichsein des Fürsichseins ist vorhanden; das reine Ich selbst ist absolut zersetzt.
Self-consciousness can abstract from each individual aspect and thus retains its recognized intrinsic validity [Ansichgelten] as a being-for-itself even within obligations pertaining to such aspects. Here, however, it finds its pure actuality or its very "I" externalized and belonging to another, sees its personality as such dependent on the contingent personality of another, on the accident of a moment, a whim, or some equally indifferent circumstance. – In the legal order, what lies within the power of objective being appears as a contingent substance [zufälliger Inhalt] from which one can abstract, and this power does not concern the Self as such; rather, the Self is acknowledged. But here, self-consciousness perceives the certainty of itself as the most essence-less, [and] pure personality as absolute impersonality. The spirit of its gratitude is thus the feeling of both this deepest degradation and the most profound rebellion. Since the pure "I" beholds itself as externalized and torn asunder, in this rupture all that has continuity and universality, all that is called law, good, and right, is dissolved and destroyed; all equivalence is dissolved, for the purest inequality — the absolute inessentiality of the absolutely essential, the being-outside-itself of being-for-itself — is now present; the pure "I" itself is utterly fragmented.
Wenn also von dem Reichtum dies Bewußtsein wohl die Gegenständlichkeit des Fürsichseins zurückerhält und sie aufhebt, so ist es nicht nur seinem Begriffe nach, wie die vorhergehende[382] Reflexion, nicht vollendet, sondern für es selbst unbefriedigt; die Reflexion, da das Selbst sich als ein Gegenständliches empfängt, ist der unmittelbare Widerspruch im reinen Ich selbst gesetzt. Als Selbst steht es aber zugleich unmittelbar über diesem Widerspruche, ist die absolute Elastizität, welche dies Aufgehobensein des Selbsts wieder aufhebt, diese Verworfenheit, daß ihm sein Fürsichsein als ein Fremdes werde, verwirft und, gegen dies Empfangen seiner selbst empört, im Empfangen selbst für sich ist.
Therefore, even if this consciousness retrieves the objectivity of being-for-itself from wealth and sublates it, this retrieval is not only conceptually incomplete, as in the preceding [382] reflection, but is inherently unsatisfying for consciousness itself. This reflection, wherein the Self receives itself as an objective entity, posits an immediate contradiction within the pure "I." Yet as Self, it simultaneously transcends this contradiction, becoming the absolute elasticity that sublates this sublatedness of the Self — this degradation whereby its being-for-itself becomes alien — and, revolting against this reception of itself, exists for itself precisely in receiving itself.
Indem also das Verhältnis dieses Bewußtseins mit dieser absoluten Zerrissenheit verknüpft ist, fällt in seinem Geiste der Unterschied desselben, als edelmütiges gegen das niederträchtige bestimmt zu sein, hinweg, und beide sind dasselbe. – Der Geist des wohltuenden Reichtums kann ferner von dem Geiste des die Wohltat empfangenden Bewußtseins unterschieden werden und ist besonders zu betrachten. – Er war das wesenlose Fürsichsein, das preisgegebene Wesen. Durch seine Mitteilung aber wird er zum Ansich; indem er seine Bestimmung erfüllte, sich aufzuopfern, hebt er die Einzelheit, für sich nur zu genießen, auf, und als aufgehobene Einzelheit ist er Allgemeinheit oder Wesen. – Was er mitteilt, was er anderen gibt, ist das Fürsichsein. Er gibt sich aber nicht hin als eine selbstlose Natur, als die unbefangen sich preisgebende Bedingung des Lebens, sondern als selbstbewußtes, sich für sich haltendes Wesen; er ist nicht die unorganische Macht des Elements, welche von dem empfangenden Bewußtsein als an sich vergänglich gewußt wird, sondern die Macht über das Selbst, die sich unabhängig und willkürlich weiß und die zugleich weiß, daß, was sie ausspendet, das Selbst eines Anderen ist. – Der Reichtum teilt also mit dem Klienten die Verworfenheit, aber an die Stelle der Empörung tritt der Übermut. Denn er weiß nach der einen Seite, wie der Klient, das Fürsichsein als ein zufälliges Ding; aber er selbst ist diese Zufälligkeit, in deren Gewalt die Persönlichkeit steht. In diesem Übermute, der durch eine Mahlzeit ein fremdes Ich-Selbst erhalten und sich dadurch[383] die Unterwerfung von dessen Innerstem Wesen erworben zu haben meint, übersieht er die innere Empörung des anderen; er übersieht die vollkommene Abwertung aller Fessel, diese reine Zerrissenheit, welcher, indem ihr die Sichselbstgleichheit des Fürsichseins schlechthin ungleich geworden, alles Gleiche, alles Bestehen zerrissen ist und die daher die Meinung und Ansicht des Wohltäters am meisten zerreißt. Er steht unmittelbar vor diesem innersten Abgrunde, vor dieser bodenlosen Tiefe, worin aller Halt und Substanz verschwunden ist; und er sieht in dieser Tiefe nichts als ein gemeines Ding, ein Spiel seiner Laune, einen Zufall seiner Willkür; sein Geist ist die ganz wesenlose Meinung, die geistverlassene Oberfläche zu sein.
Since the relation of this consciousness is entwined with absolute rupture, the distinction within its spirit — its determination as noble-minded versus base-minded [niederträchtige] — collapses, and both become identical. – The spirit of beneficent wealth can further be distinguished from the spirit of the consciousness receiving the benefaction and must be examined separately. – This spirit was the essence-less being-for-itself, the surrendered essence. Through its communication, however, it becomes the in-itself [Ansich]; by fulfilling its determination to sacrifice itself, it sublates singularity — existing merely for enjoyment — and as sublated singularity, it becomes universality or essence. – What it communicates, what it gives to others, is being-for-itself. Yet it does not surrender itself as a selfless nature, as the naively self-sacrificing condition of life, but as a self-conscious essence asserting itself for itself; it is not the inorganic power of the element, which the receiving consciousness knows to be inherently transient, but the power over the Self that knows itself as independent and arbitrary [willkürlich] and simultaneously knows that what it dispenses is the Self of another. – Wealth thus shares in the degradation of the client, but arrogance replaces rebellion. For on one hand, like the client, it knows being-for-itself as a contingent thing [Ding]; yet it itself is this contingency, in whose power personality stands. In this arrogance — which presumes that through a meal it has sustained a foreign "I"-Self and thereby [383] secured the submission of that Self's innermost essence — it overlooks the other's inner rebellion; it fails to see the complete dissolution of all bonds, this pure rupture wherein, as the self-equality [Sichselbstgleichheit] of being-for-itself has become utterly unequal, all equivalence and stability are torn apart, and thus the benefactor's opinion and perspective are most violently rent asunder. It stands immediately before this innermost abyss, this bottomless depth where all grounding and substance have vanished; and in this depth, it sees nothing but a common thing, a plaything of its caprice, an accident of its arbitrariness. Its spirit is the entirely essence-less opinion, the spiritless superficiality.
Wie das Selbstbewußtsein gegen die Staatsmacht seine Sprache hatte oder der Geist zwischen diesen Extremen als wirkliche Mitte hervortrat, so hat es auch Sprache gegen den Reichtum, noch mehr aber hat seine Empörung ihre Sprache. Jene, welche dem Reichtum das Bewußtsein seiner Wesenheit gibt und sich seiner dadurch bemächtigt, ist gleichfalls die Sprache der Schmeichelei, aber der unedlen; – denn was sie als Wesen ausspricht, weiß sie als das preisgegebene, das nicht an sich seiende Wesen. Die Sprache der Schmeichelei aber ist, wie vorhin schon erinnert, der noch einseitige Geist. Denn seine Momente sind zwar das durch die Bildung des Dienstes zur reinen Existenz geläuterte Selbst und das Ansichsein der Macht. Allein der reine Begriff, in welchem das einfache Selbst und das Ansich, jenes reine Ich und dies reine Wesen oder Denken dasselbe sind, – diese Einheit beider Seiten, zwischen welchen die Wechselwirkung stattfindet, ist nicht in dem Bewußtsein dieser Sprache; der Gegenstand ist ihm noch das Ansich im Gegensatze gegen das Selbst, oder der Gegenstand ist ihm nicht zugleich sein eigenes Selbst als solches. – Die Sprache der Zerrissenheit aber ist die vollkommene Sprache und der wahre existierende Geist dieser ganzen Welt der Bildung. Dies Selbstbewußtsein, dem die seine Verworfenheit verwerfende Empörung zukommt, ist[384] unmittelbar die absolute Sichselbstgleichheit in der absoluten Zerrissenheit, die reine Vermittlung des reinen Selbstbewußtseins mit sich selbst. Es ist die Gleichheit des identischen Urteils, worin eine und dieselbe Persönlichkeit sowohl Subjekt als Prädikat ist. Aber dies identische Urteil ist zugleich das unendliche; denn diese Persönlichkeit ist absolut entzweit, und Subjekt und Prädikat [sind] schlechthin gleichgültige Seiende, die einander nichts angehen, ohne notwendige Einheit, sogar daß jedes die Macht einer eigenen Persönlichkeit ist. Das Fürsichsein hat sein Fürsichsein zum Gegenstande, als ein schlechthin Anderes und zugleich ebenso unmittelbar als sich selbst, – sich als ein Anderes, nicht daß dieses einen anderen Inhalt hätte, sondern der Inhalt ist dasselbe Selbst in der Form absoluter Entgegensetzung und vollkommen eigenen gleichgültigen Daseins. – Es ist also hier der seiner in seiner Wahrheit und seines Begriffes bewußte Geist dieser realen Welt der Bildung vorhanden.
Just as self-consciousness had its language in relation to State Power—or as Spirit emerged as the actual middle term between these extremes—so too does it have language against Wealth, and even more so does its rebellion find expression. The language that gives Wealth consciousness of its essence and thereby seizes control of it is likewise the language of flattery—but of ignoble flattery. For what it pronounces as essence, it knows to be a surrendered essence, one that is not in-itself. The language of flattery, however, as noted earlier, remains a one-sided Spirit. Its moments are indeed the Self purified through the Bildung of service into pure existence and the being-in-itself of power. Yet the pure Concept—in which the simple Self and being-in-itself, this pure I and pure essence or thought, are identical—this unity of the two sides, between which the interaction occurs, is not present in the consciousness of this language. The object remains for it the in-itself in opposition to the Self, or the object is not simultaneously its own Self as such. —The language of disintegration, however, is the perfected language and the true existing Spirit of this entire world of Bildung. This self-consciousness, to which belongs the rebellion that rejects its own degradation, is immediately absolute self-equality within absolute disintegration—the pure mediation of pure self-consciousness with itself. It is the identity of the identical judgment, in which one and the same personality is both subject and predicate. But this identical judgment is at the same time infinite; for this personality is absolutely rent asunder, and subject and predicate are utterly indifferent beings that have nothing to do with one another, lacking necessary unity—indeed, each is the power of an independent personality. Being-for-itself has its own being-for-itself as its object, as an absolutely other, yet just as immediately as itself—itself as an other, not in the sense that this other has a different content, but that the content is the same Self in the form of absolute opposition and utterly distinct existence. —Here, therefore, we encounter the Spirit of the real world of Bildung, conscious of itself in its truth and its Concept.
Er ist diese absolute und allgemeine Verkehrung und Entfremdung der Wirklichkeit und des Gedankens; die reine Bildung. Was in dieser Welt erfahren wird, ist, daß weder die wirklichen Wesen der Macht und des Reichtums noch ihre bestimmten Begriffe, Gut und Schlecht, oder das Bewußtsein des Guten und Schlechten, das edelmütige und niederträchtige, Wahrheit haben; sondern alle diese Momente verkehren sich vielmehr eins im ändern, und jedes ist das Gegenteil seiner selbst. – Die allgemeine Macht, welche die Substanz ist, indem sie durch das Prinzip der Individualität zur eigenen Geistigkeit gelangt, empfängt das eigene Selbst nur als den Namen an ihr und ist, indem sie wirkliche Macht ist, vielmehr das ohnmächtige Wesen, das sich selbst aufopfert. – Aber dies preisgegebene selbstlose Wesen oder das zum Dinge gewordene Selbst ist vielmehr die Rückkehr des Wesens in sich selbst; es ist das fürsichseiende Fürsichsein, die Existenz des Geistes. – Die Gedanken dieser Wesen, des Guten und Schlechten, verkehren sich ebenso in dieser Bewegung; was als gut bestimmt ist, ist schlecht; was als[385] schlecht, ist gut. Das Bewußtsein eines jeden dieser Momente, als das edle und niederträchtige Bewußtsein beurteilt, sind in ihrer Wahrheit vielmehr ebensosehr das Verkehrte dessen, was diese Bestimmungen sein sollen, das edelmütige ebenso niederträchtig und verworfen, als die Verworfenheit zum Adel der gebildetsten Freiheit des Selbstbewußtseins umschlägt. – Alles ist ebenso, formell betrachtet, nach außen das Verkehrte dessen, was es für sich ist; und wieder was es für sich ist, ist es nicht in Wahrheit, sondern etwas anderes, als es sein will, das Fürsichsein vielmehr der Verlust seiner selbst und die Entfremdung seiner vielmehr die Selbsterhaltung. – Was vorhanden ist, ist also dies, daß alle Momente eine allgemeine Gerechtigkeit gegeneinander ausüben, jedes ebensosehr an sich selbst sich entfremdet, als es sich in sein Gegenteil einbildet und es auf diese Weise verkehrt. – Der wahre Geist aber ist eben diese Einheit der absolut Getrennten, und zwar kommt er eben durch die freie Wirklichkeit dieser selbstlosen Extreme selbst als ihre Mitte zur Existenz. Sein Dasein ist das allgemeine Sprechen und zerreißende Urteilen, welchem alle jene Momente, die als Wesen und wirkliche Glieder des Ganzen gelten sollen, sich auflösen und welches ebenso dies sich auflösende Spiel mit sich selbst ist. Dies Urteilen und Sprechen ist daher das Wahre und Unbezwingbare, während es alles überwältigt; dasjenige, um welches es in dieser realen Welt allein wahrhaft zu tun ist. Jeder Teil dieser Welt kommt darin dazu, daß sein Geist ausgesprochen oder daß mit Geist von ihm gesprochen und von ihm gesagt wird, was er ist. – Das ehrliche Bewußtsein nimmt jedes Moment als eine bleibende Wesenheit und ist die ungebildete Gedankenlosigkeit, nicht zu wissen, daß es ebenso das Verkehrte tut. Das zerrissene Bewußtsein aber ist das Bewußtsein der Verkehrung, und zwar der absoluten Verkehrung; der Begriff ist das Herrschende in ihm, der die Gedanken zusammenbringt, welche der Ehrlichkeit weit auseinanderliegen, und dessen Sprache daher geistreich ist.
This Spirit is the absolute and universal inversion and alienation of reality and thought—pure Bildung. What is experienced in this world is that neither the actual essences of power and wealth, nor their specific Concepts of Good and Bad, nor the consciousness of Good and Bad—noble-mindedness and baseness—hold truth. Rather, all these moments invert themselves into one another, and each is the opposite of itself. —The universal power, which as substance attains its own spirituality through the principle of individuality, receives the Self only as an empty name; as actual power, it is instead the impotent essence that sacrifices itself. —But this surrendered selfless essence, or the Self transformed into a thing, is rather the return of essence into itself; it is being-for-itself that is for itself, the existence of Spirit. —The thoughts of these essences—Good and Bad—are likewise inverted in this movement: what is determined as Good is Bad; what is determined as Bad is Good. The consciousness of each of these moments—judged as noble or base—is in truth equally the inversion of what these determinations purport to be: the noble-minded is just as base and depraved as depravity itself flips into the nobility of the most cultivated freedom of self-consciousness. —Formally considered, everything is equally externally the inversion of what it is for itself; and again, what it is in itself is not its truth but something other than it claims to be. Being-for-itself is rather the loss of itself, and its alienation is rather self-preservation. —What is present, therefore, is that all moments exercise universal justice against one another: each is as much alienated from itself as it transfigures itself into its opposite and is thereby inverted. —The true Spirit, however, is precisely this unity of the absolutely separated, and it comes to existence as their middle term through the free actuality of these selfless extremes themselves. Its existence is the universal speaking and disintegrative judging that dissolves all those moments which claim to be essences and actual members of the whole—and which is equally this self-dissolving play with itself. This judging and speaking is therefore the true and invincible element that overpowers everything—the sole authentic concern in this real world. Every part of this world comes to have its Spirit expressed—or to be spoken of with Spirit, to have said of it what it is. —The honest consciousness takes each moment as an abiding essence and is the uneducated thoughtlessness that does not realize it is doing the very inversion. The disintegrated consciousness, however, is the consciousness of inversion—indeed, of absolute inversion. The Concept dominates within it, bringing together thoughts that lie far apart for honesty, and its language is therefore witty.
Der Inhalt der Rede des Geistes von und über sich selbst ist[386] also die Verkehrung aller Begriffe und Realitäten, der allgemeine Betrug seiner selbst und der anderen; und die Schamlosigkeit, diesen Betrug zu sagen, ist eben darum die größte Wahrheit. Diese Rede ist die Verrücktheit des Musikers, der »dreißig Arien, italienische, französische, tragische, komische, von aller Art Charakter, häufte und vermischte; bald mit einem tiefen Baß stieg er bis in die Hölle, dann zog er die Kehle zusammen, und mit einem Fistelton zerriß er die Höhe der Lüfte ..., wechselweise rasend, besänftigt, gebieterisch und spöttisch.« – Dem ruhigen Bewußtsein, das ehrlicherweise die Melodie des Guten und Wahren in die Gleichheit der Tone, d.h. in eine Note setzt, erscheint diese Rede als ›eine Faselei von Weisheit und Tollheit, als ein Gemisch von ebensoviel Geschick als Niedrigkeit, von ebenso richtigen als falschen Ideen, von einer so völligen Verkehrtheit der Empfindung, so vollkommener Schändlichkeit als gänzlicher Offenheit und Wahrheit. Es wird es nicht versagen können, in alle diese Töne einzugehen und die ganze Skala der Gefühle von der tiefsten Verachtung und Verwerfung bis zur höchsten Bewunderung und Rührung auf und nieder zu laufen; in diese wird ein lächerlicher Zug verschmolzen sein, der ihnen ihre Natur benimmt‹; jene werden an ihrer Offenheit selbst einen versöhnenden, an ihrer erschütternden Tiefe den allgewaltigen Zug haben, der den Geist sich selbst gibt.
The content of Spirit’s discourse about itself is thus [386] the inversion of all concepts and realities – the universal deception of itself and others. The shamelessness to articulate this deception is precisely its greatest truth. This discourse is the madness of the musician who »heaped together and blended thirty arias – Italian, French, tragic, comic, of every character; now descending with a deep bass into hell, then contracting his throat to a falsetto tone that tore apart the heights of the air… alternating between frenzy, calmness, imperiousness, and mockery.« – To the tranquil consciousness, which in its honesty reduces the melody of the True and Good to monotony (i.e., to a single note), this discourse appears as »a farrago of wisdom and madness, a mixture of as much skill as baseness, of correct and false ideas, a total perversity of feeling, complete disgracefulness and utter candor and truth.« It cannot refrain from entering into all these tones and ascending and descending the entire scale of emotions from the deepest contempt and rejection to the highest admiration and tenderness – in which a ridiculous element will be blended, stripping them of their nature. Yet these tones will themselves bear a reconciling candor and a shattering profundity that restores Spirit to itself.
Betrachten wir der Rede dieser sich selbst klaren Verwirrung gegenüber die Rede jenes einfachen Bewußtseins des Wahren und Guten, so kann sie gegen die offene und ihrer bewußte Beredsamkeit des Geistes der Bildung nur einsilbig sein; denn es kann diesem nichts sagen, was er nicht selbst weiß und sagt. Geht es über seine Einsilbigkeit hinaus, so sagt es daher dasselbe, was er ausspricht, begeht aber darin noch dazu die Torheit zu meinen, daß es etwas Neues und Anderes[387] sage. Selbst seine Silben, schändlich, niederträchtig, sind schon diese Torheit, denn jener sagt sie von sich selbst. Wenn dieser Geist in seiner Rede alles Eintönige verkehrt, weil dieses sich Gleiche nur eine Abstraktion, in seiner Wirklichkeit aber die Verkehrung an sich selbst ist, und wenn dagegen das gerade Bewußtsein das Gute und Edle, d.h. das sich in seiner Äußerung Gleichhaltende, auf die einzige Weise, die hier möglich ist, in Schutz nimmt – daß es nämlich seinen Wert nicht darum verliere, weil es an das Schlechte geknüpft oder mit ihm gemischt sei; denn dies sei seine Bedingung und Notwendigkeit, hierin bestehe die Weisheit der Natur –, so hat dies Bewußtsein, indem es zu widersprechen meinte, damit nur den Inhalt der Rede des Geistes in eine triviale Weise zusammengefaßt, welche gedankenlos, indem sie das Gegenteil des Edlen und Guten zur Bedingung und Notwendigkeit des Edlen und Guten macht, etwas anderes zu sagen meint als dies, daß das edel und gut Genannte in seinem Wesen das Verkehrte seiner selbst, so wie das Schlechte umgekehrt das Vortreffliche ist.
When we compare this lucidly self-aware confusion to the discourse of the simple consciousness of the True and Good, the latter can only respond with monosyllabism against the explicit, self-conscious eloquence of the cultured Spirit. For it can tell him nothing he does not already know and articulate. Should it venture beyond monosyllabism, it merely repeats what he proclaims – while compounding this folly by imagining it expresses something novel and different. [387] Even its syllables – disgraceful, base – are already this folly, for he utters them about himself. If this Spirit inverts all monotony through its discourse (since uniformity is merely abstraction, while actuality is inherently inversion), and if the straightforward consciousness defends the Good and Noble (i.e., that which maintains self-identity in its expression) in the only way possible here – namely, by asserting that its worth is not lost through being linked to or mixed with Evil (for this is its condition and necessity, constituting the wisdom of nature) – then this consciousness, believing itself to contradict, has merely condensed the content of Spirit’s discourse into a trivial formula. Thoughtlessly positing the opposite of the Noble and Good as their condition and necessity, it imagines it says something other than that the so-called Noble and Good are in their essence the inversion of themselves, just as Evil is conversely the Excellent.
Ersetzt das einfache Bewußtsein diesen geistlosen Gedanken durch die Wirklichkeit des Vortrefflichen, indem es dasselbe in dem Beispiele eines fingierten Falles oder auch einer wahren Anekdote aufführt und so zeigt, daß es kein leerer Name, sondern vorhanden ist, so steht die allgemeine Wirklichkeit des verkehrten Tuns der ganzen realen Welt entgegen, worin jenes Beispiel also nur etwas ganz Vereinzeltes, eine Espèce ausmacht; und das Dasein des Guten und Edlen als eine einzelne Anekdote, sie sei fingiert oder wahr, darstellen, ist das Bitterste, was von ihm gesagt werden kann. – Fordert das einfache Bewußtsein endlich die Auflösung dieser ganzen Welt der Verkehrung, so kann es nicht an das Individuum die Entfernung aus ihr fordern, denn Diogenes im Fasse ist durch sie bedingt, und die Forderung an den Einzelnen ist gerade das, was für das Schlechte gilt, nämlich für sich als Einzelnen zu sorgen. An die allgemeine Individualität aber gerichtet, kann die Forderung dieser Entfernung[388] nicht die Bedeutung haben, daß die Vernunft das geistige gebildete Bewußtsein, zu dem sie gekommen ist, wieder aufgebe, den ausgebreiteten Reichtum ihrer Momente in die Einfachheit des natürlichen Herzens zurückversenke und in die Wildnis und Nähe des tierischen Bewußtseins, welche Natur auch Unschuld genannt wird, zurückfalle; sondern die Forderung dieser Auflösung kann nur an den Geist der Bildung selbst gehen, daß er aus seiner Verwirrung als Geist zu sich zurückkehre und ein noch höheres Bewußtsein gewinne.
If the simple consciousness replaces this spiritless thought with the actuality of Excellence – presenting it through the example of a fictional case or true anecdote to demonstrate it is no empty name but exists – this stands opposed to the universal actuality of inverted action permeating the entire real world. Such an example thus constitutes only an utterly isolated species, and to portray the existence of the Good and Noble as a singular anecdote (whether fabricated or true) is the bitterest thing that can be said of it. – Finally, should the simple consciousness demand the dissolution of this entire world of inversion, it cannot require the individual to withdraw from it: Diogenes in his barrel is conditioned by this world, and demanding that the individual care for himself as an isolated being is precisely what counts as Evil. Addressed to universal individuality, however, the demand for withdrawal [388] cannot mean that Reason should abandon the cultured consciousness it has attained, submerge the expanded wealth of its moments into the simplicity of the natural heart, and regress into the savagery and immediacy of animal consciousness (which is also called innocence). Rather, this demand for dissolution can only be directed to the Spirit of Bildung itself – that it return from its confusion as Spirit to itself and attain a still higher consciousness.
In der Tat aber hat der Geist dies schon an sich vollbracht. Die ihrer selbst bewußte und sich aussprechende Zerrissenheit des Bewußtseins ist das Hohngelächter über das Dasein sowie über die Verwirrung des Ganzen und über sich selbst; es ist zugleich das sich noch vernehmende Verklingen dieser ganzen Verwirrung. – Diese sich selbst vernehmende Eitelkeit aller Wirklichkeit und alles bestimmten Begriffs ist die gedoppelte Reflexion der realen Welt in sich selbst; einmal in diesem Selbst des Bewußtseins, als diesem, das andere Mal in der reinen Allgemeinheit desselben oder im Denken. Nach jener Seite hat der zu sich gekommene Geist den Blick in die Welt der Wirklichkeit hineingerichtet und sie noch zu seinem Zwecke und unmittelbaren Inhalte; nach der ändern aber ist sein Blick teils nur in sich und negativ gegen sie, teils von ihr weg gen Himmel gewendet und das Jenseits derselben sein Gegenstand.
In truth, however, Spirit has already accomplished this inwardly. The self-conscious and self-expressing disintegration of consciousness is the hollow laughter over existence, over the confusion of the whole, and over itself. It is simultaneously the still-audible reverberation of this entire confusion. – This self-perceiving vanity of all actuality and every determinate concept is the twofold reflection of the real world into itself: once into this Self of consciousness as this particular Self, the other time into the pure universality of Self or into thought. From the former perspective, Spirit – having returned to itself – directs its gaze into the world of actuality, which remains its purpose and immediate content. From the latter, its gaze is partly turned only inward and negatively against actuality, partly directed beyond it toward heaven, where the Beyond becomes its object.
In jener Seite der Rückkehr in das Selbst ist die Eitelkeit aller Dinge seine eigene Eitelkeit, oder es ist eitel. Es ist das fürsichseiende Selbst, das alles nicht nur zu beurteilen und zu beschwatzen, sondern geistreich die festen Wesen der Wirklichkeit wie die festen Bestimmungen, die das Urteil setzt, in ihrem Widerspreche zu sagen weiß, und dieser Widerspruch ist ihre Wahrheit. – Nach der Form betrachtet, weiß es alles sich selbst entfremdet, das Fürsichsein vom Ansichsein getrennt, das Gemeinte und den Zweck von der Wahrheit, und von beiden wieder das Sein für Anderes, das Vorgegebene[389] von der eigentlichen Meinung und der wahren Sache und Absicht. – Es weiß also jedes Moment gegen das andere, überhaupt die Verkehrung aller, richtig auszusprechen; es weiß besser, was jedes ist, als es ist, es sei bestimmt, wie es wolle. Indem es das Substantielle nach der Seite der Uneinigkeit und des Widerstreits, den es in sich einigt, aber nicht nach der Seite dieser Einigkeit kennt, versteht es das Substantielle sehr gut zu beurteilen, aber hat die Fähigkeit verloren, es zu fassen. – Diese Eitelkeit bedarf dabei der Eitelkeit aller Dinge, um aus ihnen sich das Bewußtsein des Selbsts zu geben, erzeugt sie daher selbst und ist die Seele, welche sie trägt. Macht und Reichtum sind die höchsten Zwecke seiner Anstrengung; es weiß, daß es durch Entsagung und Aufopferung sich zum Allgemeinen bildet, zum Besitze desselben gelangt und in diesem Besitze allgemeine Gültigkeit hat; sie sind die wirklichen anerkannten Mächte. Aber dieses sein Gelten ist selbst eitel; und eben indem es sich ihrer bemächtigt, weiß es sie, nicht Selbstwesen zu sein, sondern vielmehr sich als ihre Macht, sie aber als eitel. Daß es so in ihrem Besitze selbst daraus heraus ist, stellt es in der geistreichen Sprache dar, die daher sein höchstes Interesse und die Wahrheit des Ganzen ist; in ihr wird dieses Selbst, als dies reine, nicht den wirklichen noch gedachten Bestimmungen angehörige Selbst, sich zum geistigen, wahrhaft allgemeingültigen. Es ist die sich selbst zerreißende Natur aller Verhältnisse und das bewußte Zerreißen derselben; nur als empörtes Selbstbewußtsein aber weiß es seine eigene Zerrissenheit, und in diesem Wissen derselben hat es sich unmittelbar darüber erhoben. In jener Eitelkeit wird aller Inhalt zu einem Negativen, welches nicht mehr positiv gefaßt werden kann; der positive Gegenstand ist nur das reine Ich selbst, und das zerrissene Bewußtsein ist an sich diese reine Sichselbstgleichheit des zu sich zurückgekommenen Selbstbewußtseins.[390]
In this aspect of returning into the self, the vanity of all things is its own vanity, or it is vain. It is the self that exists for itself, which not only judges and prattles about everything but also knows how to articulate the fixed essences of actuality and the firm determinations posited by judgment in their contradiction — and this contradiction is their truth. — Considered formally, it knows everything as self-alienated: being-for-itself separated from being-in-itself, intention and purpose from truth, and from both again being-for-others — the pretext from the genuine opinion and the true matter and aim. — Thus, it knows how to correctly express each moment in its opposition to the other, indeed the inversion of all. It knows better what each is than it actually is, however it may be determined. Since it recognizes the substantial only from the side of its disunity and conflict, which it unites within itself — but not from the side of this unity — it thoroughly understands how to judge the substantial but has lost the capacity to apprehend it. — This vanity requires the vanity of all things to derive from them the consciousness of the self; thus, it itself generates them and is the soul that sustains them. Power and wealth are the supreme goals of its striving; it knows that through renunciation and sacrifice, it cultivates itself into universality, attains possession of it, and in this possession gains universal validity. These are the actual recognized powers. But this validity is itself vain; precisely in mastering them, it knows them not to be self-subsistent essences but rather knows itself as their power, while they are vanity. That it thus stands outside them even in their possession is demonstrated in its witty language, which is therefore its highest interest and the truth of the whole. In this language, this self — as this pure self belonging neither to actual nor to thought determinations — becomes the spiritual, truly universal self. It is the self-sundering nature of all relations and the conscious sundering of them. Yet only as outraged self-consciousness does it know its own fragmentation, and in this knowledge of it, it has immediately transcended it. In this vanity, all content becomes a negative that can no longer be grasped positively; the positive object is only the pure I itself, and the fragmented consciousness is in itself this pure self-equality of the self-consciousness that has returned to itself.
b. Der Glaube und die reine Einsicht
b. Faith and Pure Insight
Der Geist der Entfremdung seiner selbst hat in der Welt der Bildung sein Dasein; aber indem dieses Ganze sich selbst entfremdet worden, steht jenseits ihrer die unwirkliche Welt des reinen Bewußtseins oder des Denkens. Ihr Inhalt ist das rein Gedachte, das Denken ihr absolutes Element. Indem aber das Denken zunächst das Element dieser Welt ist, hat das Bewußtsein nur diese Gedanken, aber es denkt sie noch nicht oder weiß nicht, daß es Gedanken sind; sondern sie sind für es in der Form der Vorstellung. Denn es tritt aus der Wirklichkeit in das reine Bewußtsein, aber es ist selbst überhaupt noch in der Sphäre und Bestimmtheit der Wirklichkeit. Das zerrissene Bewußtsein ist an sich erst die Sichselbstgleichheit des reinen Bewußtseins für uns, nicht für sich selbst. Es ist also nur die unmittelbare, noch nicht in sich vollendete Erhebung und hat sein entgegengesetztes Prinzip, wodurch es bedingt ist, noch in sich, ohne durch die vermittelte Bewegung darüber Meister geworden zu sein. Daher gilt ihm das Wesen seines Gedankens nicht als Wesen nur in der Form des abstrakten Ansich, sondern in der Form eines Gemeinwirklichen, einer Wirklichkeit, die nur in ein anderes Element erhoben worden, ohne in diesem die Bestimmtheit einer nicht gedachten Wirklichkeit verloren zu haben. – Es ist wesentlich von dem Ansich zu unterscheiden, welches das Wesen des stoischen Bewußtseins ist; diesem galt nur die Form des Gedankens als solchen, der dabei irgendeinen ihm fremden, aus der Wirklichkeit genommenen Inhalt hat; jenem Bewußtsein ist aber nicht die Form des Gedankens das Geltende; – ebenso [ist es wesentlich zu unterscheiden] von dem Ansich des tugendhaften Bewußtseins, dem das Wesen zwar in Beziehung auf die Wirklichkeit steht, dem es Wesen der Wirklichkeit selbst, aber nur erst unwirkliches Wesen ist; – jenem Bewußtsein gilt es, obzwar Jenseits der Wirklichkeit, doch wirkliches Wesen zu sein. Ebenso hat das an sich Rechte und Gute der gesetzgebenden Vernunft und[391] das Allgemeine des gesetzprüfenden Bewußtseins nicht die Bestimmung der Wirklichkeit. – Wenn daher innerhalb der Welt der Bildung selbst das reine Denken als eine Seite der Entfremdung fiel, nämlich als der Maßstab des abstrakten Guten und Schlechten im Urteilen, so ist es, hindurchgegangen durch die Bewegung des Ganzen, um das Moment der Wirklichkeit und dadurch des Inhalts bereichert worden. Diese Wirklichkeit des Wesens ist aber zugleich nur eine Wirklichkeit des reinen, nicht des wirklichen Bewußtseins; in das Element des Denkens zwar erhoben, gilt sie diesem Bewußtsein noch nicht als ein Gedanke, sondern vielmehr ist sie ihm Jenseits seiner eigenen Wirklichkeit; denn jene ist die Flucht aus dieser.
The spirit of self-alienation has its existence in the world of culture. But since this whole has become self-alienated, beyond it lies the unreal world of pure consciousness or of thinking. Its content is what is purely thought, and thinking is its absolute element. But since thinking is initially the element of this world, consciousness merely has these thoughts but does not yet think them or know them to be thoughts. Rather, they exist for it in the form of representation. For it emerges from actuality into pure consciousness, yet remains within the sphere and determinacy of actuality. The fragmented consciousness is in itself the self-equality of pure consciousness for us, not yet for itself. Thus, it is only the immediate, still incomplete elevation into itself, and it still contains within itself the opposing principle by which it is conditioned, not having mastered it through mediated movement. Hence, the essence of its thought does not count as essence merely in the form of abstract in-itself but as a communal actuality — an actuality elevated into another element without losing in this element the determinacy of a non-thought actuality. — It is essentially distinct from the in-itself that was the essence of the Stoic consciousness. For the Stoic, only the form of thought as such was valid, which nonetheless had a content foreign to it, drawn from actuality. For the present consciousness, however, it is not the form of thought that holds validity. — [It is equally distinct] from the in-itself of the virtuous consciousness, for whom essence, though related to actuality, was still only an unreal essence. — For this consciousness, essence, even as beyond actuality, is nonetheless actual essence. Similarly, the inherently right and good of legislative reason and the universal of law-testing consciousness lack the determinacy of actuality. — Thus, whereas within the world of culture itself pure thinking appeared as one side of alienation — namely, as the standard of abstract good and evil in judgment — now, having traversed the movement of the whole, it is enriched by the moment of actuality and thereby of content. But this actuality of essence is at the same time only an actuality of pure, not of actual, consciousness. Though elevated into the element of thinking, it still does not count as a thought for this consciousness but rather as a beyond of its own actuality; for it is the flight from this actuality.
Wie hier die Religion – denn es erhellt, daß von ihr die Rede ist – als der Glaube der Welt der Bildung auftritt, tritt sie noch nicht auf, wie sie an und für sich ist. – Sie ist uns schon in anderen Bestimmtheiten erschienen, als unglückliches Bewußtsein nämlich, als Gestalt der substanzlosen Bewegung des Bewußtseins selbst. – Auch an der sittlichen Substanz erschien sie als Glaube an die Unterwelt; aber das Bewußtsein des abgeschiedenen Geistes ist eigentlich nicht Glaube, nicht das Wesen im Elemente des reinen Bewußtseins jenseits des Wirklichen gesetzt, sondern er hat selbst unmittelbare Gegenwart; sein Element ist die Familie. Hier aber ist die Religion teils aus der Substanz hervorgegangen und ist reines Bewußtsein derselben; teils ist dies reine Bewußtsein seinem wirklichen, das Wesen seinem Dasein entfremdet. Sie ist also zwar nicht mehr die substanzlose Bewegung des Bewußtseins, aber hat noch die Bestimmtheit des Gegensatzes gegen die Wirklichkeit als diese überhaupt und gegen die des Selbstbewußtseins insbesondere; sie ist daher wesentlich nur ein Glauben.
Here, where religion—for it is evident that the reference is to religion—appears as the faith of the world of culture, it does not yet appear as it is in and for itself. It has appeared to us previously in other determinations, namely as unhappy consciousness, as the shape of the substanceless movement of consciousness itself. In the ethical substance, too, it appeared as faith in the underworld; but the consciousness of the departed spirit is not properly faith, not the essence posited in the element of pure consciousness beyond the actual; rather, it has immediate presence; its element is the family. Here, however, religion has, on the one hand, emerged from the Substance and is the pure consciousness of it; on the other hand, this pure consciousness is alienated from its actuality, the essence from its existence. Thus, though it is no longer the substanceless movement of consciousness, it still has the determinacy of opposition to actuality as actuality in general and to the actuality of self-consciousness in particular; it is therefore essentially only a faith.
Dies reine Bewußtsein des absoluten Wesens ist ein entfremdetes. Es ist näher zu sehen, wie dasjenige sich bestimmt, dessen Anderes es ist, und es ist nur in Verbindung mit diesem zu betrachten. Zunächst nämlich scheint dies reine Bewußtsein[392] nur die Welt der Wirklichkeit sich gegenüber zu haben; aber indem es die Flucht aus dieser und dadurch die Bestimmtheit des Gegensatzes ist, so hat es diese an ihm selbst; das reine Bewußtsein ist daher wesentlich an ihm selbst sich entfremdet, und der Glaube macht nur eine Seite desselben aus. Die andere Seite ist uns zugleich schon entstanden. Das reine Bewußtsein ist nämlich so die Reflexion aus der Welt der Bildung, daß die Substanz derselben sowie die Massen, in welche sie sich gliedert, sich als das zeigten, was sie an sich sind, als geistige Wesenheiten, als absolut unruhige Bewegungen oder Bestimmungen, die sich unmittelbar in ihrem Gegenteil aufheben. Ihr Wesen, das einfache Bewußtsein ist also die Einfachheit des absoluten Unterschiedes, der unmittelbar kein Unterschied ist. Es ist hiermit das reine Fürsichsein, nicht als dieses Einzelnen, sondern das in sich allgemeine Selbst als unruhige Bewegung, die das ruhige Wesen der Sache angreift und durchdringt. In ihm ist also die Gewißheit, welche sich selbst unmittelbar als Wahrheit weiß, das reine Denken als der absolute Begriff in der Macht seiner Negativität vorhanden, die alles gegenständliche, dem Bewußtsein gegenüber sein sollende Wesen vertilgt und es zu einem Sein des Bewußtseins macht. – Dies reine Bewußtsein ist zugleich ebensosehr einfach, weil eben sein Unterschied kein Unterschied ist. Als diese Form der einfachen Reflexion-in-sich aber ist es das Element des Glaubens, worin der Geist die Bestimmtheit der positiven Allgemeinheit, des Ansichseins gegen jenes Fürsichsein des Selbstbewußtseins hat. – Aus der wesenlosen, sich nur auflösenden Welt in sich zurückgedrängt, ist der Geist, nach der Wahrheit, in ungetrennter Einheit sowohl die absolute Bewegung und Negativität seines Erscheinens wie ihr in sich befriedigtes Wesen und ihre positive Ruhe. Aber überhaupt unter der Bestimmtheit der Entfremdung liegend, treten diese beiden Momente als ein gedoppeltes Bewußtsein auseinander. Jenes ist die reine Einsicht, als der sich im Selbstbewußtsein zusammenfassende geistige Prozeß, welcher das Bewußtsein des Positiven,[393] die Form der Gegenständlichkeit oder des Vorstellens sich gegenüber hat und sich dagegen richtet; ihr eigener Gegenstand aber ist nur das reine Ich. – Das einfache Bewußtsein des Positiven oder der ruhigen Sichselbstgleichheit hat hingegen das innere Wesen als Wesen zum Gegenstande. Die reine Einsicht hat daher zunächst an ihr selbst keinen Inhalt, weil sie das negative Fürsichsein ist; dem Glauben dagegen gehört der Inhalt an, ohne Einsicht. Wenn jene nicht aus dem Selbstbewußtsein heraustritt, so hat dieser seinen Inhalt zwar ebenfalls im Element des reinen Selbstbewußtseins, aber im Denken, nicht in Begriffen, im reinen Bewußtsein, nicht im reinen Selbstbewußtsein. Er ist hiermit zwar reines Bewußtsein des Wesens, d.h. des einfachen Innern, und ist also Denken, – das Hauptmoment in der Natur des Glaubens, das gewöhnlich übersehen wird. Die Unmittelbarkeit, mit der das Wesen in ihm ist, liegt darin, daß sein Gegenstand Wesen, d.h. reiner Gedanke ist. Diese Unmittelbarkeit aber, insofern das Denken ins Bewußtsein oder das reine Bewußtsein in das Selbstbewußtsein eintritt, erhält die Bedeutung eines gegenständlichen Seins, das jenseits des Bewußtseins des Selbsts liegt. Durch diese Bedeutung, welche die Unmittelbarkeit und Einfachheit des reinen Denkens im Bewußtsein erhält, ist es, daß das Wesen des Glaubens in die Vorstellung aus dem Denken herabfällt und zu einer übersinnlichen Welt wird, welche wesentlich ein Anderes des Selbstbewußtseins sei. – In der reinen Einsicht hingegen hat der Übergang des reinen Denkens ins Bewußtsein die entgegengesetzte Bestimmung; die Gegenständlichkeit hat die Bedeutung eines nur negativen, sich aufhebenden und in das Selbst zurückkehrenden Inhalts, d.h. nur das Selbst ist sich eigentlich der Gegenstand, oder der Gegenstand hat nur Wahrheit, insofern er die Form des Selbsts hat.
This pure consciousness of the absolute essence is an alienated one. We must examine more closely how that which constitutes its other is determined, and it must be considered only in connection with this. At first, this pure consciousness seems to have only the world of actuality opposed to it; but since it is the flight from this actuality and thereby the determinacy of opposition, it carries this opposition within itself. Pure consciousness is thus essentially self-alienated, and faith constitutes only one side of it. The other side has already emerged for us. For pure consciousness, as the reflection from the world of culture, is such that the substance of that world and the masses into which it articulates itself have shown themselves to be what they are in themselves: spiritual essences, absolutely restless movements or determinations that immediately sublate themselves into their opposites. Their essence, simple consciousness, is thus the simplicity of the absolute difference, which is immediately no difference. It is thereby the pure being-for-itself, not as this individual but the universal self within itself as a restless movement that assails and penetrates the quiescent essence of the matter at hand. In it, therefore, is the certainty that immediately knows itself as truth—pure thinking as the absolute Concept present in the power of its negativity, which annihilates every objective essence that is supposed to stand over against consciousness and makes it into a being of consciousness. This pure consciousness is at the same time equally simple, for its difference is no difference. Yet, as this form of simple reflection-into-self, it is the element of faith in which Spirit has the determinacy of positive universality, of being-in-itself, over against the being-for-itself of self-consciousness. Compelled back into itself from the insubstantial, ever-dissolving world, Spirit is, in truth, in undivided unity both the absolute movement and negativity of its appearing and the satisfied essence and positive quiescence within itself. But lying under the general determinacy of alienation, these two moments fall apart into a doubled consciousness. The one is pure insight as the spiritual process that gathers itself into self-consciousness, confronting the consciousness of the positive, the form of objectivity or representation, and directing itself against it; yet its own object is only the pure I. The simple consciousness of the positive or quiescent self-equivalence, on the other hand, has the inner essence as essence for its object. Pure insight thus initially has no content within itself, for it is the negative being-for-itself; faith, conversely, possesses content without insight. If the former does not step beyond self-consciousness, the latter, though it too has its content in the element of pure self-consciousness, is in thinking, not in concepts; in pure consciousness, not in pure self-consciousness. It is thus indeed the pure consciousness of the essence, i.e., of the simple inner, and is thereby thinking—the principal moment in the nature of faith, which is usually overlooked. The immediacy with which the essence is present in faith consists in the fact that its object is essence, i.e., pure thought. But this immediacy, insofar as thinking enters into consciousness or pure consciousness enters into self-consciousness, acquires the significance of an objective being that lies beyond the consciousness of the self. It is through this significance imparted to the immediacy and simplicity of pure thinking within consciousness that the essence of faith descends from thinking into representation and becomes a supersensible world that is essentially an other to self-consciousness. In pure insight, by contrast, the transition of pure thinking into consciousness has the opposite determination: objectivity has the significance of a merely negative content that sublates itself and returns into the self, i.e., only the self is properly the object, or the object has truth only insofar as it has the form of the self.
Wie der Glaube und die reine Einsicht gemeinschaftlich dem Elemente des reinen Bewußtseins angehören, so sind sie auch gemeinschaftlich die Rückkehr aus der wirklichen Welt der Bildung. Sie bieten sich daher nach drei Seiten dar. Das eine[394] Mal ist jedes außer allem Verhältnisse an und für sich; das andere Mal bezieht jedes sich auf die wirkliche, dem reinen Bewußtsein entgegengesetzte Welt, und zum dritten bezieht sich jedes innerhalb des reinen Bewußtseins auf das andere.
Just as faith and pure insight both belong to the element of pure consciousness, they also share the return from the actual world of Bildung. They thus present themselves in three aspects. On one [394] hand, each exists in and for itself, outside all relation; on another, each relates to the actual world opposed to pure consciousness; and thirdly, each relates to the other within pure consciousness.
Die Seite des Anundfürsichseins im glaubenden Bewußtsein ist sein absoluter Gegenstand, dessen Inhalt und Bestimmung sich ergeben hat. Denn er ist nach dem Begriffe des Glaubens nichts anderes als die in die Allgemeinheit des reinen Bewußtseins erhobene reale Welt. Die Gliederung der letzteren macht daher auch die Organisation der ersteren aus, nur daß die Teile in dieser in ihrer Begeistung sich nicht entfremden, sondern an und für sich seiende Wesen, in sich zurückgekehrte und bei sich selbst bleibende Geister sind. Die Bewegung ihres Übergehens ist daher nur für uns eine Entfremdung der Bestimmtheit, in der sie in ihrem Unterschiede sind, und nur für uns eine notwendige Reihe; für den Glauben aber ist ihr Unterschied eine ruhige Verschiedenheit und ihre Bewegung ein Geschehen.
The aspect of being-in-and-for-itself in the faithful consciousness is its absolute object, whose content and determinacy have been established. For, according to the Concept of faith, this object is nothing other than the real world elevated into the universality of pure consciousness. The articulation of the latter thus also constitutes the organization of the former, except that in the latter, the parts do not alienate themselves in their spiritualization but are self-subsistent beings, spirits returned into themselves and remaining self-identical. The movement of their transition is thus, for us, an alienation of determinacy in which they exist in their difference, and only for us a necessary series; but for faith, their difference is a tranquil diversity, and their movement a mere happening.
Sie nach der äußeren Bestimmung ihrer Form kurz zu nennen, so ist, wie in der Welt der Bildung die Staatsmacht oder das Gute das Erste war, auch hier das Erste das absolute Wesen, der anundfürsichseiende Geist, insofern er die einfache ewige Substanz ist. In der Realisierung ihres Begriffes, Geist zu sein, aber geht sie in das Sein für Anderes über; ihre Sichselbstgleichheit wird zum wirklichen, sich aufopfernden absoluten Wesen; es wird zum Selbst, aber zum vergänglichen Selbst. Daher ist das Dritte die Rückkehr dieses entfremdeten Selbsts und der erniedrigten Substanz in ihre erste Einfachheit; erst auf diese Weise ist sie als Geist vorgestellt.
To briefly name them according to their external formal determination: just as in the world of Bildung, state power or the Good was primary, here too the first is the absolute essence, the Spirit that is in and for itself insofar as it is the simple eternal Substance. However, in realizing its Concept of being Spirit, it transitions into Being-for-Other; its self-identity becomes the actual, self-sacrificing absolute essence—it becomes the Self, but a perishable Self. The third moment is thus the return of this alienated Self and the abased Substance into their initial simplicity; only in this way is Spirit represented.
Diese unterschiedenen Wesen, aus dem Wandel der wirklichen Welt durch das Denken in sich zurückgenommen, sind sie wandellose ewige Geister, deren Sein ist, die Einheit, welche sie ausmachen, zu denken. So entrückt dem Selbstbewußtsein, greifen diese Wesen jedoch in es ein; wäre das Wesen unverrückt in der Form der ersten einfachen Substanz,[395] so bliebe es ihm fremd. Aber die Entäußerung dieser Substanz und dann ihr Geist hat das Moment der Wirklichkeit an ihm und macht sich hierdurch des glaubenden Selbstbewußtseins teilhaftig, oder das glaubende Bewußtsein gehört der realen Welt an.
These differentiated beings, withdrawn from the flux of the actual world into thought, are immutable eternal spirits whose being consists in thinking the unity they form. Though elevated beyond self-consciousness, these beings nevertheless intervene in it; had the essence remained in the form of the first simple Substance, [395] it would have remained foreign to self-consciousness. But the externalization of this Substance and its subsequent Spirit incorporates the moment of actuality, thereby partaking of the faithful self-consciousness—or the faithful consciousness belongs to the real world.
Nach diesem zweiten Verhältnisse hat das glaubende Bewußtsein teils selbst seine Wirklichkeit in der realen Welt der Bildung und macht ihren Geist und ihr Dasein aus, das betrachtet worden ist; teils aber tritt es dieser seiner Wirklichkeit als dem Eitlen gegenüber und ist die Bewegung, sie aufzuheben. Diese Bewegung besteht nicht darin, daß es ein geistreiches Bewußtsein über ihre Verkehrung hätte; denn es ist das einfache Bewußtsein, welches das Geistreiche zum Eitlen zählt, weil dieses noch die reale Welt zu seinem Zwecke hat. Sondern dem ruhigen Reiche seines Denkens steht die Wirklichkeit als ein geistloses Dasein gegenüber, das daher auf eine äußerliche Weise zu überwinden ist. Dieser Gehorsam des Dienstes und des Preises bringt durch das Aufheben des sinnlichen Wissens und Tuns das Bewußtsein der Einheit mit dem anundfürsichseienden Wesen hervor, doch nicht als angeschaute wirkliche Einheit, sondern dieser Dienst ist nur das fortwährende Hervorbringen, das sein Ziel in der Gegenwart nicht vollkommen erreicht. Die Gemeinde gelangt zwar dazu, denn sie ist das allgemeine Selbstbewußtsein; aber dem einzelnen Selbstbewußtsein bleibt notwendig das Reich des reinen Denkens ein Jenseits seiner Wirklichkeit, oder indem dieses durch die Entäußerung des ewigen Wesens in die Wirklichkeit getreten, ist sie eine unbegriffene sinnliche Wirklichkeit; eine sinnliche Wirklichkeit aber bleibt gleichgültig gegen die andere, und das Jenseits hat nur die Bestimmung der Entfernung in Raum und Zeit noch dazuerhalten. – Der Begriff aber, die sich selbst gegenwärtige Wirklichkeit des Geistes, bleibt im glaubenden Bewußtsein das innere, welches alles ist und wirkt, aber nicht selbst hervortritt.
According to this second relation, the faithful consciousness has, on one hand, its actuality in the real world of Bildung, constituting its spirit and existence, as previously examined; on the other hand, it confronts this actuality as the Vain and is the movement to sublate it. This movement does not consist in having a witty consciousness about its perversion, for it is the simple consciousness that counts the witty as vain, since the latter still takes the real world as its purpose. Rather, opposed to the tranquil realm of its thinking is actuality as a spiritless existence, which must therefore be overcome externally. This obedience of service and praise generates, through the sublation of sensuous knowing and acting, the consciousness of unity with the in-and-for-itself being—yet not as an intuited actual unity, for this service is merely a continual production that does not fully attain its goal in the present. While the community indeed achieves this, as it is the universal self-consciousness, for the individual self-consciousness, the realm of pure thinking necessarily remains a Beyond of its actuality; or, since this realm has entered actuality through the externalization of the eternal essence, it becomes an uncomprehended sensuous actuality—a sensuous actuality indifferent to another, with the Beyond acquiring only the additional determination of spatial and temporal remoteness. —Yet the Concept, the self-present actuality of Spirit, remains in the faithful consciousness as the inner, which is all and acts but does not itself emerge.
In der reinen Einsicht aber ist der Begriff das allein Wirkliche;[396] und diese dritte Seite des Glaubens, Gegenstand für die reine Einsicht zu sein, ist das eigentliche Verhältnis, in welchem er hier auftritt. – Die reine Einsicht selbst ist ebenso teils an und für sich, teils im Verhältnisse zur wirklichen Welt, insofern sie noch positiv, nämlich als eitles Bewußtsein vorhanden ist, teils endlich in jenem Verhältnisse zum Glauben zu betrachten.
In pure insight, however, the Concept alone is actual; [396] and the third aspect of faith—being an object for pure insight—is the proper relation in which faith here appears. —Pure insight is likewise to be considered, in part, as in and for itself; in part, in relation to the actual world insofar as the latter still exists positively as vain consciousness; and finally, in relation to faith itself.
Was die reine Einsicht an und für sich ist, haben wir gesehen; wie der Glaube das ruhige reine Bewußtsein des Geistes als des Wesens, so ist sie das Selbstbewußtsein desselben; sie weiß das Wesen daher nicht als Wesen, sondern als absolutes Selbst. Sie geht also darauf, alle dem Selbstbewußtsein andere Selbständigkeit, es sei des Wirklichen oder Ansichseienden, aufzuheben und sie zum Begriffe zu machen. Sie ist nicht nur die Gewißheit der selbstbewußten Vernunft, alle Wahrheit zu sein; sondern sie weiß, daß sie dies ist.
What pure insight is in and for itself, we have seen. Just as faith is the tranquil pure consciousness of Spirit as essence, pure insight is Spirit’s self-consciousness. It thus knows essence not as essence but as absolute Self. It therefore aims to sublate all self-subsistence other to self-consciousness—whether actual or in-itself—and reduce it to the Concept. It is not merely the certainty of self-conscious reason that it is all truth; it knows itself to be so.
Wie aber der Begriff derselben auftritt, ist er noch nicht realisiert. Sein Bewußtsein erscheint hiernach noch als ein zufälliges, einzelnes, und das, was ihm das Wesen ist, als Zweck, den es zu verwirklichen hat. Es hat erst die Absicht, die reine Einsicht allgemein, d.h. alles, was wirklich ist, zum Begriffe, und zu einem Begriffe in allen Selbstbewußtsein[en] zu machen. Die Absicht ist rein, denn sie hat die reine Einsicht zum Inhalte; und diese Einsicht ist ebenso rein, denn ihr Inhalt ist nur der absolute Begriff, der keinen Gegensatz an einem Gegenstande hat, noch an ihm selbst beschränkt ist. In dem unbeschränkten Begriffe liegen unmittelbar die beiden Seiten, daß alles Gegenständliche nur die Bedeutung des Fürsichseins, des Selbstbewußtseins, und daß dieses die Bedeutung eines Allgemeinen habe, daß die reine Einsicht Eigentum aller Selbstbewußtsein[e] werde. Diese zweite Seite der Absicht ist insofern Resultat der Bildung, als darin wie die Unterschiede des gegenständlichen Geistes, die Teile und Urteilsbestimmungen seiner Welt, so auch die Unterschiede, welche als ursprünglich bestimmte Naturen erscheinen, zugrunde gegangen sind. Genie, Talent,[397] die besonderen Fähigkeiten überhaupt, gehören der Welt der Wirklichkeit an, insofern sie an ihr noch die Seite hat, geistiges Tierreich zu sein, welches in gegenseitiger Gewalttätigkeit und Verwirrung sich um die Wesen der realen Welt bekämpft und betrügt. – Die Unterschiede haben in ihr zwar nicht als ehrliche Espècen Platz; weder begnügt sich die Individualität mit der unwirklichen Sache selbst, noch hat sie besonderen Inhalt und eigene Zwecke. Sondern sie gilt nur als ein Allgemeingültiges, nämlich als Gebildetes; und der Unterschied reduziert sich auf die geringere oder größere Energie, – einen Unterschied der Größe, d.h. den unwesentlichen. Diese letzte Verschiedenheit aber ist darin zugrunde gegangen, daß der Unterschied in der vollkommenen Zerrissenheit des Bewußtseins zum absolut qualitativen umschlug. Was darin dem Ich das Andere ist, ist nur das Ich selbst. In diesem unendlichen Urteile ist alle Einseitigkeit und Eigenheit des ursprünglichen Fürsichseins getilgt; das Selbst weiß sich, als reines Selbst, sein Gegenstand zu sein; und diese absolute Gleichheit beider Seiten ist das Element der reinen Einsicht. – Sie ist daher das einfache in sich ununterschiedene Wesen und ebenso das allgemeine Werk und allgemeiner Besitz. In dieser einfachen geistigen Substanz gibt und erhält sich das Selbstbewußtsein ebenso in allem Gegenstande das Bewußtsein dieser seiner Einzelheit oder des Tuns, als umgekehrt die Individualität desselben darin sich selbst gleich und allgemein ist. – Diese reine Einsicht ist also der Geist, der allem Bewußtsein zuruft: seid für euch selbst, was ihr alle an euch selbst seid, – vernünftig.[398]
However, as the Concept of pure insight appears, it is not yet realized. Its consciousness thus still appears as contingent, singular, and what is essence to it remains a purpose to be actualized. It initially has the intention to make pure insight universal—i.e., to transform all that is actual into the Concept and into a Concept present within all self-consciousness[es]. The intention is pure because its content is pure insight; and this insight is equally pure, for its content is solely the absolute Concept, which has no opposition to an object nor is limited within itself. Within the unrestricted Concept lie two sides immediately: first, that all objectivity has the significance of being-for-itself, of self-consciousness; second, that this self-consciousness must attain the significance of the universal—that pure insight becomes the property of all self-consciousness[es]. This second aspect of the intention is, in part, the result of Bildung (formation), wherein the differences of objective Spirit—the parts and judgmental determinations of its world—as well as the differences that appear as originally determinate natures, have perished. Genius, talent, particular abilities in general belong to the world of actuality insofar as it still retains the aspect of being a spiritual animal kingdom, which battles and deceives itself in mutual violence and confusion over the essences of the real world. These differences, however, have no place in it as honest species; individuality neither contents itself with the unreal matter itself nor possesses particular content or its own purposes. Rather, it is valid only as something universally acknowledged—namely, as cultivated; and the difference reduces itself to a matter of lesser or greater energy—a difference of magnitude, i.e., an inessential distinction. But even this final difference has perished, for in the perfect disintegration of consciousness, difference transformed into an absolutely qualitative one. What is Other to the I here is only the I itself. In this infinite judgment, all one-sidedness and peculiarity of the original being-for-itself is erased; the Self knows itself, as pure Self, to be its own object; and this absolute equality of both sides is the element of pure insight. Pure insight is thus the simple, self-undifferentiated essence and equally the universal work and universal possession. Within this simple spiritual substance, self-consciousness both gives and maintains for itself, in every object, the consciousness of this its singularity or activity—and conversely, the individuality of self-consciousness becomes self-equivalent and universal therein. This pure insight is therefore the Spirit that proclaims to all consciousness: Be for yourselves what you all are in yourselves—rational.
II. Die Aufklärung
II. The Enlightenment
Der eigentümliche Gegenstand, gegen welchen die reine Einsicht die Kraft des Begriffes richtet, ist der Glaube als die ihr in demselben Elemente gegenüberstehende Form des reinen Bewußtseins. Sie hat aber auch Beziehung auf die[398] wirkliche Welt, denn sie ist wie jener die Rückkehr aus derselben in das reine Bewußtsein, Es ist zuerst zu sehen, wie ihre Tätigkeit gegen die unlauteren Absichten und verkehrten Einsichten derselben beschaffen ist.
The specific object against which pure insight directs the force of the Concept is faith, as the form of pure consciousness standing opposed to it within the same element. However, pure insight also relates to the actual world, for like faith, it is a return from that world into pure consciousness. First, we must observe how its activity operates against the impure intentions and perverted insights of the actual world.
Oben wurde schon des ruhigen Bewußtseins erwähnt, das diesem sich in sich auflösenden und wieder erzeugenden Wirbel gegenübersteht; es macht die Seite der reinen Einsicht und Absicht aus. In dies ruhige Bewußtsein fällt aber, wie wir sahen, keine besondere Einsicht über die Welt der Bildung; diese hat vielmehr selbst das schmerzlichste Gefühl und die wahrste Einsicht über sich selbst – das Gefühl, die Auflösung alles sich Befestigenden, durch alle Momente ihres Daseins hindurch gerädert und an allen Knochen zerschlagen zu sein; ebenso ist sie die Sprache dieses Gefühls und die beurteilende geistreiche Rede über alle Seiten ihres Zustands. Die reine Einsicht kann daher hier keine eigene Tätigkeit und Inhalt haben und sich also nur als das formelle treue Auffassen dieser eigenen geistreichen Einsicht der Welt und ihrer Sprache verhalten. Indem diese Sprache zerstreut, die Beurteilung eine Faselei des Augenblicks, die sich sogleich wieder vergißt, und ein Ganzes nur für ein drittes Bewußtsein ist, so kann sich dieses als reine Einsicht nur dadurch unterscheiden, daß es jene sich zerstreuenden Züge in ein allgemeines Bild zusammenfaßt und sie dann zu einer Einsicht Aller macht.
Earlier, we mentioned the tranquil consciousness that stands opposed to this self-dissolving and regenerating vortex; it constitutes the aspect of pure insight and intention. However, as we saw, this tranquil consciousness does not involve any particular insight into the world of Bildung; rather, the world itself harbors the most painful feeling and truest insight about itself—the feeling of being the dissolution of all that stabilizes, broken on the wheel through every moment of its existence, and crushed in all its bones. Similarly, it is the language of this feeling and the clever, judgmental discourse on all aspects of its condition. Pure insight can thus have no independent activity or content here and can only relate as the formal, faithful apprehension of this self-generated clever insight of the world and its language. Since this language is scattered, its judgments are momentary witticisms immediately forgotten, and the whole exists only for a third consciousness, pure insight distinguishes itself only by gathering these scattered traits into a universal image and thereby rendering them an insight for All.
Sie wird durch dies einfache Mittel die Verwirrung dieser Welt zur Auflösung bringen. Denn es hat sich ergeben, daß nicht die Massen und die bestimmten Begriffe und Individualitäten das Wesen dieser Wirklichkeit sind, sondern daß sie ihre Substanz und Halt allein in dem Geiste hat, der als Urteilen und Besprechen existiert, und daß das Interesse, für dies Räsonieren und Schwatzen einen Inhalt zu haben, allein das Ganze und die Massen seiner Gliederung erhält, In dieser Sprache der Einsicht ist ihr Selbstbewußtsein sich noch ein Fürsichseiendes, dieses Einzelne, aber die Eitelkeit des Inhalts ist zugleich Eitelkeit des ihn eitel wissenden[399] Selbsts. Indem nun das ruhig auffassende Bewußtsein von diesem ganzen geistreichen Geschwätze der Eitelkeit die treffendsten und die Sache durchschneidenden Fassungen in eine Sammlung bringt, geht zu der übrigen Eitelkeit des Daseins die das Ganze noch erhaltende Seele, die Eitelkeit des geistreichen Beurteilens, zugrunde. Die Sammlung zeigt den meisten einen besseren oder allen wenigstens einen vielfacheren Witz, als der ihrige ist, und das Besserwissen und Beurteilen überhaupt als etwas Allgemeines und nun allgemein Bekanntes; damit tilgt sich das einzige Interesse, das noch vorhanden war, und das einzelne Einsehen löst sich in die allgemeine Einsicht auf.
Through this simple means, it will dissolve the confusion of this world. For it has become evident that masses, determinate concepts, and individualities are not the essence of this actuality; rather, they have their substance and sustenance solely in the Spirit that exists as judging and discoursing. The interest in having content for this reasoning and chatter alone sustains the whole and the masses of its articulation. In this language of insight, its self-consciousness still appears as a being-for-itself, this singular individual; yet the vanity of the content is simultaneously the vanity of the Self that knows it as vain. When the tranquil, apprehending consciousness collects the most incisive and penetrating formulations from this entire clever babble of vanity, the soul that still sustains the whole—the vanity of clever judgment—collapses along with the remaining vanity of existence. The collection shows most a superior wit, or at least a more varied one, than their own, and knowing-better and judging in general as something universal and now universally known. Thus, the sole remaining interest is erased, and singular insight dissolves into universal insight.
Noch aber steht über dem eitlen Wissen das Wissen von dem Wesen fest, und die reine Einsicht erscheint erst in eigentlicher Tätigkeit, insofern sie gegen den Glauben auftritt.[400]
Yet above this vain knowing stands the knowledge of essence, and pure insight first appears in genuine activity when it confronts faith.
a. Der Kampf der Aufklärung mit dem Aberglauben
a. The Struggle of the Enlightenment with Superstition
Die verschiedenen Weisen des negativen Verhaltens des Bewußtseins, teils des Skeptizismus, teils des theoretischen und praktischen Idealismus, sind untergeordnete Gestalten gegen diese der reinen Einsicht und ihrer Verbreitung, der Aufklärung; denn sie ist aus der Substanz geboren, weiß das reine Selbst des Bewußtseins als absolut und nimmt es mit dem reinen Bewußtsein des absoluten Wesens aller Wirklichkeit auf. – Indem Glaube und Einsicht dasselbe reine Bewußtsein, der Form nach aber entgegengesetzt sind, dem Glauben das Wesen als Gedanke, nicht als Begriff, und daher ein dem Selbstbewußtsein schlechthin Entgegengesetztes, der reinen Einsicht aber das Wesen das Selbst ist, sind sie füreinander das eine das schlechthin Negative des anderen. Dem Glauben kommt, wie beide gegeneinander auftreten, aller Inhalt zu; denn in seinem ruhigen Elemente des Denkens gewinnt jedes Moment Bestehen; – die reine Einsicht aber ist zunächst ohne Inhalt und vielmehr reines Verschwinden[400] desselben; durch die negative Bewegung gegen das ihr Negative aber wird sie sich realisieren und einen Inhalt geben.
The various modes of negative comportment of consciousness—skepticism, theoretical and practical idealism—are subordinate forms compared to that of pure insight and its dissemination, the Enlightenment; for pure insight is born from substance, knows the pure Self of consciousness as absolute, and engages with the pure consciousness of the absolute essence of all reality. — Since faith and insight are the same pure consciousness yet opposed in form—for faith posits the essence as thought, not as Concept, and thus as utterly opposed to self-consciousness, whereas pure insight takes the essence to be the Self—they stand as each other’s absolute negation. When confronting each other, all content belongs to faith, for in its tranquil element of thinking, every moment attains subsistence; pure insight, however, is initially contentless, being rather the pure vanishing[400] of content. Yet through its negative movement against its own negation, it will realize itself and acquire content.
Sie weiß den Glauben als das ihr, der Vernunft und Wahrheit, Entgegengesetzte. Wie er ihr im allgemeinen ein Gewebe von Aberglauben, Vorurteilen und Irrtümern ist, so organisiert sich ihr weiter das Bewußtsein dieses Inhalts in ein Reich des Irrtums, worin die falsche Einsicht einmal als die allgemeine Masse des Bewußtseins unmittelbar, unbefangen und ohne Reflexion in sich selbst ist, aber das Moment der Reflexion-in-sich oder des Selbstbewußtseins, getrennt von der Unbefangenheit, auch an ihr hat als eine im Hintergrunde für sich bleibende Einsicht und böse Absicht, von welcher jenes betört wird. Jene Masse ist das Opfer des Betrugs einer Priesterschaft, die ihre neidische Eitelkeit, allein im Besitze der Einsicht zu bleiben, sowie ihren sonstigen Eigennutz ausführt und zugleich mit dem Despotismus sich verschwört, der als die synthetische begrifflose Einheit des realen und dieses idealen Reichs – ein seltsam inkonsequentes Wesen – über der schlechten Einsicht der Menge und der schlechten Absicht der Priester steht und beides auch in sich vereinigt, aus der Dummheit und Verwirrung des Volks durch das Mittel der betrügenden Priesterschaft, beide verachtend, den Vorteil der ruhigen Beherrschung und der Vollführung seiner Lüste und Willkür zieht, zugleich aber dieselbe Dumpfheit der Einsicht, der gleiche Aberglaube und Irrtum ist.
Pure insight knows faith as opposed to itself, to reason and truth. Just as it regards faith in general as a web of superstition, prejudice, and error, so too does it organize its consciousness of this content into a realm of error. Here, false insight appears as the universal mass of consciousness—immediate, unreflective, and self-unaware—while the moment of reflection-into-self or self-consciousness, separated from naïveté, persists in the background as a self-contained insight and malicious intent that deludes the masses. The masses become victims of the deceit of a priesthood, which enacts its envious vanity to monopolize insight, along with other self-interests, and conspires with despotism. The latter, as the synthetic, conceptless unity of the real and this ideal realm—a strangely inconsistent entity—dominates the defective insight of the multitude and the priesthood’s malicious designs, uniting both within itself. Through the priests’ deception, it exploits the people’s stupidity and confusion, deriving the advantages of tranquil domination and the execution of its lusts and caprices, while itself being equally mired in the same obtuseness of insight, the same superstition and error.
Gegen diese drei Seiten des Feindes läßt die Aufklärung sich nicht ohne Unterschied ein; denn indem ihr Wesen reine Einsicht, das an und für sich Allgemeine ist, so ist ihre wahre Beziehung auf das andere Extrem diejenige, in welcher sie auf das Gemeinschaftliche und Gleiche beider geht. Die Seite der aus dem allgemeinen unbefangenen Bewußtsein sich isolierenden Einzelheit ist das ihr Entgegengesetzte, das sie nicht unmittelbar berühren kann. Der Wille der betrügenden Priesterschaft und des unterdrückenden Despoten ist[401] daher nicht unmittelbarer Gegenstand ihres Tuns, sondern die willenlose, nicht zum Fürsichsein sich vereinzelnde Einsicht, der Begriff des vernünftigen Selbstbewußtseins, der an der Masse sein Dasein hat, aber in ihr noch nicht als Begriff vorhanden ist. Indem aber die reine Einsicht diese ehrliche Einsicht und ihr unbefangenes Wesen den Vorurteilen und Irrtümern entreißt, windet sie der schlechten Absicht die Realität und Macht ihres Betrugs aus den Händen, deren Reich an dem begrifflosen Bewußtsein der allgemeinen Masse seinen Boden und Material, – [wie] das Fürsichsein an dem einfachen Bewußtsein überhaupt seine Substanz hat.
Enlightenment does not engage with these three aspects of its adversary indiscriminately. Since its essence is pure insight—the universal in and for itself—its true relation to the opposing extreme lies in addressing what is common and identical to both. The side of singularity, which isolates itself from the universal naïve consciousness, is what remains directly inaccessible to Enlightenment. The will of the deceiving priesthood and the oppressive despot is[401] thus not the immediate object of its activity. Rather, its focus is the will-less insight that does not consolidate into being-for-itself—the Concept of rational self-consciousness, which exists in the masses but has not yet emerged there as Concept. By wresting this honest insight and its naïve essence from prejudices and errors, pure insight strips the malicious intent of the reality and power of its deceit—a power rooted in the conceptless consciousness of the universal masses, whose ground and material lie in [the fact that] being-for-itself finds its substance in simple consciousness as such.
Die Beziehung der reinen Einsicht auf das unbefangene Bewußtsein des absoluten Wesens hat nun die gedoppelte Seite, daß sie einesteils an sich dasselbe mit ihm ist, andernteils aber, daß dieses in dem einfachen Elemente seines Gedankens das absolute Wesen sowie seine Teile gewähren und sich Bestehen geben und sie nur als sein Ansich und darum in gegenständlicher Weise gelten läßt, sein Fürsichsein aber in diesem Ansich verleugnet. – Insofern nach der ersten Seite dieser Glaube an sich für die reine Einsicht reines Selbstbewußtsein ist und er dies nur für sich werden soll, so hat sie an diesem Begriffe desselben das Element, worin sie statt der falschen Einsicht sich realisiert.
The relation of pure insight to the naïve consciousness of the absolute essence now has a dual aspect. On one side, pure insight is in itself identical with faith; on the other, this faith, within the simple element of its thought, grants subsistence to the absolute essence and its parts, allowing them validity only as its in-itself and thus in an objective manner, while disavowing its own being-for-itself within this in-itself. — Insofar as, according to the first aspect, faith is in itself pure self-consciousness for pure insight and must become this for itself, pure insight finds in faith’s Concept the element wherein it actualizes itself in place of false insight.
Von dieser Seite, daß beide wesentlich dasselbe sind und die Beziehung der reinen Einsicht durch und in demselben Elemente geschieht, ist ihre Mitteilung eine unmittelbare und ihr Geben und Empfangen ein ungestörtes Ineinanderfließen. Was auch sonst weiter in das Bewußtsein für Pflöcke eingeschlagen seien, es ist an sich diese Einfachheit, in welcher alles aufgelöst, vergessen und unbefangen und die daher des Begriffs schlechthin empfänglich ist. Die Mitteilung der reinen Einsicht ist deswegen einer ruhigen Ausdehnung oder dem Verbreiten wie eines Duftes in der widerstandslosen Atmosphäre zu vergleichen. Sie ist eine durchdringende Ansteckung, welche sich nicht vorher gegen das gleichgültige Element, in das sie sich insinuiert, als Entgegengesetztes[402] bemerkbar macht und daher nicht abgewehrt werden kann. Erst wenn die Ansteckung sich verbreitet hat, ist sie für das Bewußtsein, das sich ihr unbesorgt überließ. Denn es war zwar das einfache, sich und ihm gleiche Wesen, was es in sich empfing, aber zugleich die Einfachheit der in sich reflektierten Negativität, welche nachher auch sich nach ihrer Natur als Entgegengesetztes entfaltet und das Bewußtsein hierdurch an seine vorige Weise erinnert; sie ist der Begriff, der das einfache Wissen ist, welches sich selbst und zugleich sein Gegenteil, aber dieses in ihm als aufgehoben weiß. Sowie daher die reine Einsicht für das Bewußtsein ist, hat sie sich schon verbreitet; der Kampf gegen sie verrät die geschehene Ansteckung; er ist zu spät, und jedes Mittel verschlimmert nur die Krankheit, denn sie hat das Mark des geistigen Lebens ergriffen, nämlich das Bewußtsein in seinem Begriffe oder sein reines Wesen selbst; es gibt darum auch keine Kraft in ihm, welche über ihr wäre. Weil sie im Wesen selbst ist, lassen sich ihre noch vereinzelten Äußerungen zurückdrängen und die oberflächlichen Symptome dämpfen. Es ist ihr dies höchst vorteilhaft; denn sie vergeudet nun nicht unnütz die Kraft, noch zeigt sie sich ihres Wesens unwürdig, was dann der Fall ist, wenn sie in Symptome und einzelne Eruptionen gegen den Inhalt des Glaubens und gegen den Zusammenhang seiner äußeren Wirklichkeit hervorbricht, Sondern nun ein unsichtbarer und unbemerkter Geist, durchschleicht sie die edlen Teile durch und durch und hat sich bald aller Eingeweide und Glieder des bewußtlosen Götzen gründlich bemächtigt, und ›an einem schönen Morgen gibt sie mit dem Ellbogen dem Kameraden einen Schub, und Bautz! Baradautz! der Götze liegt am Boden‹. – An einem schönen Morgen, dessen Mittag nicht blutig ist, wenn die Ansteckung alle Organe des geistigen Lebens durchdrungen hat; nur das Gedächtnis bewahrt dann noch als eine, man weiß nicht wie, vergangene Geschichte die tote Weise der[403] vorigen Gestalt des Geistes auf; und die neue, für die Anbetung erhöhte Schlange der Weisheit hat auf diese Weise nur eine welke Haut schmerzlos abgestreift.
From this side, since both are essentially the same and the relation of pure insight occurs through and within the same element, their communication is immediate, and their giving and receiving is an undisturbed interpenetration. Whatever other stakes may have been driven into consciousness, it is in itself this simplicity in which everything is dissolved, forgotten, and ingenuous, and which is therefore absolutely receptive to the Concept. The communication of pure insight is thus comparable to a tranquil diffusion or the spreading of a fragrance in a unresisting atmosphere. It is a pervasive contagion that does not beforehand announce itself to the indifferent element it infiltrates as opposed to it [402], and hence cannot be warded off. Only when the contagion has spread does it become for consciousness, which surrendered to it unsuspectingly. For though it received into itself the simple, self-identical essence, this essence is at the same time the simplicity of negativity reflected into itself, which later unfolds itself according to its nature as opposition, thereby reminding consciousness of its previous mode; it is the Concept, which is the simple knowing that knows itself and its opposite, but this opposite as sublated within it. Once pure insight thus becomes for consciousness, it has already spread; the struggle against it reveals that the infection has occurred; it is too late, and every remedy only worsens the disease, for it has seized the marrow of spiritual life—consciousness in its Concept or its pure essence itself. There is thus no power in consciousness that could surpass it. Since it is within the essence itself, its still isolated manifestations can be suppressed and their superficial symptoms subdued. This is most advantageous to it; for it now does not waste its power uselessly, nor does it appear unworthy of its essence, which is the case when it erupts in symptoms and sporadic outbursts against the content of faith and the coherence of its external actuality. Rather, as an invisible and unnoticed spirit, it now insinuates itself through every noble part, thoroughly seizing possession of all the entrails and limbs of the unconscious idol, and ›one fine morning it gives its comrade a shove with the elbow, and—thwack! baddaboom!—the idol lies prostrate‹. — On one fine morning whose noon is not blood-red, once the infection has permeated every organ of spiritual life; only memory then preserves as a past history—no one knows how—the dead form of the [403] previous shape of Spirit. And the new serpent of wisdom, elevated for adoration, has in this manner merely painlessly sloughed off a withered skin.
Aber dieses stumme Fortweben des Geistes im einfachen Innern seiner Substanz, der sich sein Tun verbirgt, ist nur eine Seite der Realisierung der reinen Einsicht. Ihre Verbreitung besteht nicht nur darin, daß Gleiches mit Gleichem zusammengeht; und ihre Verwirklichung ist nicht nur eine gegensatzlose Ausdehnung. Sondern das Tun des negativen Wesens ist ebenso wesentlich eine entwickelte, sich in sich unterscheidende Bewegung, welche als bewußtes Tun ihre Momente in bestimmtem offenbaren Dasein aufstellen und als ein lauter Lärm und gewaltsamer Kampf mit Entgegengesetztem als solchem vorhanden sein muß.
But this silent weaving of Spirit within the simple inwardness of its substance, which conceals its activity, is only one side of the realization of pure insight. Its dissemination consists not merely in like joining with like; and its actualization is not merely an oppositionless expansion. Rather, the activity of the negative essence is equally essentially a developed, self-differentiating movement, which must posit its moments in determinate, manifest existence as conscious activity and exist as a clamorous, violent struggle with opposition as such.
Es ist daher zu sehen, wie die reine Einsicht und Absicht gegen das andere ihr Entgegengesetzte, das sie vorfindet, sich negativ verhält. – Die reine Einsicht und Absicht, welche sich negativ verhält, kann, da ihr Begriff alle Wesenheit und nichts außer ihr ist, nur das Negative ihrer selbst sein. Sie wird daher als Einsicht zum Negativen der reinen Einsicht, sie wird Unwahrheit und Unvernunft und als Absicht zum Negativen der reinen Absicht, zur Lüge und Unlauterkeit des Zwecks.
It is therefore necessary to observe how pure insight and intention behave negatively toward the other opposed to it that it encounters. — Pure insight and intention, which negate themselves, can, since their Concept is all essentiality and nothing exists outside them, only be the negative of themselves. Thus, as insight, they become the negative of pure insight—untruth and unreason—and as intention, the negative of pure intention—the lie and impurity of purpose.
In diesen Widerspruch verwickelt sie sich dadurch, daß sie sich in Streit einläßt und etwas anderes zu bekämpfen meint. – Sie meint dies nur, denn ihr Wesen als die absolute Negativität ist dieses, das Anderssein an ihr selbst zu haben, Der absolute Begriff ist die Kategorie; er ist dies, daß das Wissen und der Gegenstand des Wissens dasselbe ist. Was hiermit die reine Einsicht als ihr Anderes, was sie als Irrtum oder Lüge ausspricht, kann nichts anderes sein als sie selbst; sie kann nur das verdammen, was sie ist. Was nicht vernünftig ist, hat keine Wahrheit, oder was nicht begriffen ist, ist nicht; indem also die Vernunft von einem Anderen spricht, als sie ist, spricht sie in der Tat nur von sich selbst; sie tritt darin nicht aus sich heraus. – Dieser Kampf mit dem Entgegengesetzten[404] vereinigt darum die Bedeutung in sich, ihre Verwirklichung zu sein. Diese besteht nämlich eben in der Bewegung, die Momente zu entwickeln und sie in sich zurückzunehmen; ein Teil dieser Bewegung ist die Unterscheidung, in welcher [sich] die begreifende Einsicht sich selbst als Gegenstand gegenüberstellt; solange sie in diesem Momente verweilt, ist sie sich entfremdet. Als reine Einsicht ist sie ohne allen Inhalt, die Bewegung ihrer Realisierung besteht darin, daß sie selbst sich als Inhalt wird, denn ein anderer kann ihr nicht werden, weil sie das Selbstbewußtsein der Kategorie ist. Aber indem sie ihn zuerst in dem Entgegensetzen nur als Inhalt und ihn noch nicht als sich selbst weiß, verkennt sie sich in ihm. Ihre Vollendung hat daher diesen Sinn, den ihr zuerst gegenständlichen Inhalt als den ihrigen zu erkennen. Ihr Resultat wird dadurch aber weder die Wiederherstellung der Irrtümer, welche sie bekämpft, noch nur ihr erster Begriff sein, sondern eine Einsicht, welche die absolute Negation ihrer selbst als ihre eigene Wirklichkeit, als sich selbst erkennt, oder ihr sich selbst erkennender Begriff. – Diese Natur des Kampfs der Aufklärung mit den Irrtümern, in ihnen sich selbst zu bekämpfen und das darin zu verdammen, was sie behauptet, ist für uns, oder was sie und ihr Kampf an sich ist. Die erste Seite desselben aber, ihre Verunreinigung durch die Aufnahme des negativen Verhaltens in ihre sichselbstgleiche Reinheit ist es, wie sie für den Glauben Gegenstand ist, der sie also als Lüge, Unvernunft und schlechte Absicht erfährt, so wie er für sie Irrtum und Vorurteil ist. – In Rücksicht auf ihren Inhalt ist sie zunächst die leere Einsicht, der ihr Inhalt als ein Anderes erscheint, sie findet ihn daher in dieser Gestalt, daß er noch nicht der ihrige ist, vor als ein von ihr ganz unabhängiges Dasein, in dem Glauben.
It becomes entangled in this contradiction because it enters into a dispute and believes it is combating something other. — It only believes this, for its essence as absolute negativity is to have otherness within itself. The absolute Concept is the category; it is this: that knowledge and the object of knowledge are the same. What pure insight thus pronounces as its other, as error or lie, can be nothing but itself; it can only condemn what it itself is. What is not rational has no truth, or what is not comprehended is not; hence, when reason speaks of an other than itself, it in fact speaks only of itself — it does not thereby step outside itself. — This struggle with the opposed [404] thus inherently signifies its realization. For this precisely consists in developing the moments and reintegrating them into itself. One part of this movement is the differentiation in which comprehending insight posits itself as object over against itself. As long as it remains in this moment, it is estranged from itself. As pure insight, it is without any content; the movement of its realization consists in itself becoming content, for no other can become its content, as it is the self-consciousness of the category. But since it initially knows this content only as an object in opposition and not yet as itself, it misrecognizes itself in it. Its completion thus lies in recognizing the content that was first posited as objective as its own. However, its result will thereby be neither the restoration of the errors it combats nor merely its initial concept, but rather an insight that recognizes absolute negation as its own actuality — as itself — or the self-knowing Concept. — The nature of the Enlightenment’s struggle against errors — that it combats itself within them and condemns therein what it asserts — is for us, or what it and its struggle are in themselves. The first aspect of this struggle, its contamination through the incorporation of negative behavior into its self-identical purity, is how it appears as an object for faith, which thus experiences it as lie, unreason, and wicked intent, just as the Enlightenment experiences faith as error and prejudice. — Regarding its content, pure insight is initially empty insight for which its content appears as an other; it therefore finds this content in the form of something not yet its own — as an existence wholly independent of it — in faith.
Die Aufklärung faßt also ihren Gegenstand zuerst und allgemein so auf, daß sie ihn als reine Einsicht nimmt und ihn so, sich selbst nicht erkennend, für Irrtum erklärt. In der Einsicht als solcher faßt das Bewußtsein einen Gegenstand[405] so, daß er ihm zum Wesen des Bewußtseins oder zu einem Gegenstande wird, den es durchdringt, worin es sich erhält, bei sich selbst und sich gegenwärtig bleibt und, indem es hiermit seine Bewegung ist, ihn hervorbringt. Als eben dieses spricht die Aufklärung den Glauben richtig aus, indem sie von ihm sagt, daß das, was ihm das absolute Wesen ist, ein Sein seines eigenen Bewußtseins, sein eigener Gedanke, ein vom Bewußtsein Hervorgebrachtes sei. Sie erklärt ihn hiermit für Irrtum und Erdichtung über dasselbe, was sie ist. – Sie, die den Glauben die neue Weisheit lehren will, sagt ihm damit nichts Neues; denn sein Gegenstand ist ihm auch gerade dieses, nämlich reines Wesen seines eigenen Bewußtseins, so daß dieses darin sich nicht verloren und negiert setzt, sondern ihm vielmehr vertraut, das heißt eben in ihm sich als dieses Bewußtsein oder als Selbstbewußtsein findet. Wem ich vertraue, dessen Gewißheit seiner selbst ist mir die Gewißheit meiner selbst; ich erkenne mein Fürmichsein in ihm, daß er es anerkennt und es ihm Zweck und Wesen ist. Vertrauen ist aber der Glaube, weil sein Bewußtsein sich unmittelbar auf seinen Gegenstand bezieht und also auch dies anschaut, daß es eins mit ihm, in ihm ist. – Ferner, indem dasjenige mir Gegenstand ist, worin ich mich selbst erkenne, bin ich mir darin zugleich überhaupt als anderes Selbstbewußtsein, d.h. als ein solches, welches darin seiner besonderen Einzelheit, nämlich seiner Natürlichkeit und Zufälligkeit entfremdet worden, aber teils darin Selbstbewußtsein bleibt, teils eben darin wesentliches Bewußtsein wie die reine Einsicht ist. – In dem Begriffe der Einsicht liegt nicht nur dies, daß das Bewußtsein in seinem eingesehenen Gegenstande sich selbst erkennt und, ohne das Gedachte zu verlassen und daraus in sich erst zurückzugehen, sich unmittelbar darin hat, sondern es ist seiner selbst als auch der vermittelnden Bewegung oder seiner als des Tuns oder Hervorbringens bewußt; dadurch ist in dem Gedanken für es diese Einheit seiner als des Selbsts und des Gegenstandes. – Eben dies Bewußtsein ist auch der Glaube; der Gehorsam[406] und das Tun ist ein notwendiges Moment, durch welches die Gewißheit des Seins in dem absoluten Wesen zustande kommt. Dies Tun des Glaubens erscheint zwar nicht so, daß das absolute Wesen selbst dadurch hervorgebracht werde. Aber das absolute Wesen des Glaubens ist wesentlich nicht das abstrakte Wesen, das jenseits des glaubenden Bewußtseins sei, sondern es ist der Geist der Gemeinde, es ist die Einheit des abstrakten Wesens und des Selbstbewußtseins. Daß es dieser Geist der Gemeine sei, darin ist das Tun der Gemeine ein wesentliches Moment; er ist es nur durch das Hervorbringen des Bewußtseins, – oder vielmehr nicht ohne vorn Bewußtsein hervorgebracht zu sein; denn so wesentlich das Hervorbringen ist, so wesentlich ist es auch nicht der einzige Grund des Wesens, sondern es ist nur ein Moment. Das Wesen ist zugleich an und für sich selbst.
The Enlightenment thus initially and generally apprehends its object in such a way that it takes it as pure insight and, not recognizing itself in it, declares it to be error. In insight as such, consciousness grasps an object [405] such that it becomes the essence of consciousness or an object that consciousness penetrates, in which it sustains itself, remains present to itself, and, being its own movement, produces it. As precisely this, the Enlightenment correctly expresses faith when it says that faith’s absolute essence is a being of its own consciousness, its own thought, a product of consciousness. It thereby declares faith to be an error and fiction about the very thing that it itself is. — The Enlightenment, which would teach faith the new wisdom, thereby tells it nothing new; for faith’s object is also precisely this — namely, the pure essence of its own consciousness, so that consciousness does not posit itself as lost and negated therein but rather trusts it, which means precisely that it finds itself within it as this consciousness or as self-consciousness. In whom I trust, their certainty of themselves is my certainty of myself; I recognize my being-for-myself in them, that they acknowledge it and that it is their purpose and essence. But trust is faith, because consciousness relates immediately to its object and thus also intuits that it is one with it, existing within it. — Furthermore, when the object in which I recognize myself becomes my object, I am therein at once generally another self-consciousness — that is, one that has been estranged from its particular individuality (its naturality and contingency) yet remains self-consciousness therein and, precisely thereby, becomes essential consciousness, like pure insight. — The concept of insight includes not only that consciousness recognizes itself in its comprehended object and has itself immediately therein without abandoning the thought and returning into itself, but also that it is conscious of itself as the mediating movement or as action and production. Through this, the unity of itself as the Self and the object is present for it in thought. — This very consciousness is also faith; obedience [406] and action are the necessary moment through which the certainty of being in the absolute essence is brought about. This action of faith does not appear to produce the absolute essence itself. However, the absolute essence of faith is essentially not the abstract essence beyond the faithful consciousness but rather the Spirit of the community — the unity of the abstract essence and self-consciousness. That it is this Spirit of the community means that the community’s action is an essential moment; this Spirit is only through the production of consciousness — or rather, it cannot exist without being produced by consciousness. For as essential as production is, the essence is also not solely grounded therein; production is only a moment. The essence is simultaneously in and for itself.
Von der ändern Seite ist der Begriff der reinen Einsicht sich ein Anderes als sein Gegenstand; denn eben diese negative Bestimmung macht den Gegenstand aus. So spricht sie also von der ändern Seite auch das Wesen des Glaubens aus als ein dem Selbstbewußtsein Fremdes, das nicht sein Wesen, sondern als ein Wechselbalg ihm unterschoben sei. Allein die Aufklärung ist hier völlig töricht; der Glaube erfährt sie als ein Sprechen, das nicht weiß, was es sagt, und die Sache nicht versteht, wenn es von Pfaffenbetrug und Volkstäuschung redet. Sie spricht hiervon, als ob durch ein Hokuspokus der taschenspielerischen Priester dem Bewußtsein etwas absolut Fremdes und Anderes für das Wiesen untergeschoben würde, und sagt zugleich, daß dies ein Wesen des Bewußtseins sei, daß es daran glaube, ihm vertraue und sich es geneigt zu machen suche, – d.h. daß es darin sein reines Wesen ebensosehr als seine einzelne und allgemeine Individualität anschaue und durch sein Tun diese Einheit seiner selbst mit seinem Wesen hervorbringe. Sie sagt unmittelbar das, was sie als ein dem Bewußtsein Fremdes aussagt, als das Eigenste desselben aus. – Wie mag also sie von Betrug und Täuschung sprechen? Indem sie unmittelbar das Gegenteil dessen, was[407] sie vom Glauben behauptet, selbst von ihm ausspricht, zeigt sie diesem vielmehr sich als die bewußte Lüge. Wie soll Täuschung und Betrug da stattfinden, wo das Bewußtsein in seiner Wahrheit unmittelbar die Gewißheit seiner selbst hat, wo es in seinem Gegenstande sich selbst besitzt, indem es sich ebensowohl darin findet als hervorbringt? Der Unterschied ist sogar in den Worten nicht mehr vorhanden. – Wenn die allgemeine Frage aufgestellt worden ist, ob es erlaubt sei, ein Volk zu täuschen, so müßte in der Tat die Antwort sein, daß die Frage nichts tauge, weil es unmöglich ist, hierin ein Volk zu täuschen. – Messing statt Goldes, nachgemachte Wechsel statt echter mögen wohl einzeln verkauft, eine verlorene Schlacht als eine gewonnene mehreren aufgeheftet und sonstige Lügen übersinnliche Dinge und einzelne Begebenheiten auf eine Zeitlang glaubhaft gemacht werden; aber in dem Wissen von dem Wesen, worin das Bewußtsein die unmittelbare Gewißheit seiner selbst hat, fällt der Gedanke der Täuschung ganz hinweg.
On the other hand, the Concept of pure insight is itself something other than its object; for it is precisely this negative determination that constitutes the object. Thus, from this other side, it also expresses the essence of faith as something alien to self-consciousness, as something that is not its essence but is foisted upon it as a changeling. Here, however, Enlightenment is utterly foolish; faith experiences it as a discourse that does not know what it is saying and fails to comprehend the matter when it speaks of priestly deception and the delusion of the people. It speaks of this as though, through the hocus-pocus of sleight-of-hand priests, something absolutely alien and other were substituted for consciousness in place of knowledge. Yet at the same time, it claims that this is an essence of consciousness, that consciousness believes in it, trusts it, and seeks to incline itself toward it—i.e., that consciousness therein intuits its own pure essence just as much as its singular and universal individuality, and through its action produces this unity of itself with its essence. What Enlightenment immediately declares to be an alien imposition on consciousness, it simultaneously pronounces to be consciousness’s innermost possession. How, then, can it speak of deception and delusion? By immediately asserting the opposite of what it attributes to faith, it reveals itself to faith rather as the conscious lie. How could deception and fraud occur where consciousness in its truth has the immediate certainty of itself, where it possesses itself in its object by both finding and producing itself therein? The distinction is no longer even present in words. —If the general question were raised, whether it is permissible to deceive a people, the answer would in truth be that the question is meaningless, for it is impossible to deceive a people in such matters. —Brass passed off as gold, forged bills instead of genuine ones—these may indeed be sold to individuals; a lost battle may be presented as a victory to the masses, and other lies about supersensible matters or singular events may be believed for a time. But in the knowledge of the essence where consciousness has the immediate certainty of itself, the very thought of deception vanishes entirely.
Sehen wir weiter, wie der Glaube die Aufklärung in den unterschiedenen Momenten seines Bewußtseins erfährt, auf welches die aufgezeigte Ansicht nur erst im allgemeinen ging. Diese Momente aber sind das reine Denken oder, als Gegenstand, das absolute Wesen an und für sich selbst; dann seine Beziehung – als ein Wissen – darauf, der Grund seines Glaubens, und endlich seine Beziehung darauf in seinem Tun oder sein Dienst. Wie die reine Einsicht sich im Glauben überhaupt verkennt und verleugnet hat, so wird sie in diesen Momenten ebenso verkehrt sich verhalten.
Let us further observe how faith experiences Enlightenment in the distinct moments of its consciousness, to which the aforementioned view has thus far only referred in general. These moments are pure thinking or, as object, the absolute essence in and for itself; then its relation—as a knowing—to this essence, the ground of its faith; and finally its relation to this essence in its action or its service. Just as pure insight has misrecognized and disavowed itself in faith as such, so too will it behave perversely in relation to these moments.
Die reine Einsicht verhält sich zu dem absoluten Wesen des glaubenden Bewußtseins negativ. Dies Wesen ist reines Denken, und das reine Denken innerhalb seiner selbst als Gegenstand oder als das Wesen gesetzt; im glaubenden Bewußtsein erhält dies Ansich des Denkens zugleich für das für sich[408] seiende Bewußtsein die Form, aber auch nur die leere Form der Gegenständlichkeit; es ist in der Bestimmung eines Vorgestellten. Der reinen Einsicht aber, indem sie das reine Bewußtsein nach der Seite des für sich seienden Selbst; ist, erscheint das Andere als ein Negatives des Selbstbewußtseins. Dies könnte noch entweder als das reine Ansich des Denkens oder auch als das Sein der sinnlichen Gewißheit genommen werden. Aber indem es zugleich für das Selbst und dieses als Selbst, das einen Gegenstand hat, wirkliches Bewußtsein ist, so ist ihr eigentümlicher Gegenstand als solcher ein seiendes gemeines Ding der sinnlichen Gewißheit. Dieser ihr Gegenstand erscheint ihr an der Vorstellung des Glaubens. Sie verdammt diese und in ihr ihren eigenen Gegenstand. Gegen den Glauben aber begeht sie schon darin das Unrecht, seinen Gegenstand so aufzufassen, daß er der ihrige ist. Sie sagt hiernach über den Glauben, daß sein absolutes Wesen ein Steinstück, ein Holzblock sei, der Augen habe und nicht sehe, oder auch etwas Brotteig, der, auf dem Acker gewachsen, von Menschen verwandelt darauf zurückgeschickt werde, – oder nach welchen Weisen sonst der Glaube das Wesen anthropomorphosiere, sich gegenständlich und vorstellig mache.
Pure insight relates negatively to the absolute essence of faithful consciousness. This essence is pure thinking, and pure thinking within itself as object or as essence. In faithful consciousness, this in-itself of thinking also assumes, for the self-subsistent consciousness, the form of objectivity—though only the empty form thereof; it is determined as a represented. For pure insight, however, which takes pure consciousness from the side of the self-subsistent self, the other appears as a negative of self-consciousness. This could still be taken either as the pure in-itself of thinking or as the being of sense-certainty. But since it is at the same time for the self, and this self, as a self that has an object, is actual consciousness, its proper object as such is a being, common thing of sense-certainty. This object of insight appears to it in the representation of faith. Insight condemns this representation and in it condemns its own object. Yet in relation to faith, it already commits the injustice of apprehending its object as if it were insight’s own. Enlightenment thus declares of faith that its absolute essence is a block of stone, a piece of wood with eyes that do not see, or a lump of dough that, having grown in the field, is transformed by humans and returned to it—or however else faith anthropomorphizes the essence, rendering it objective and representational.
Die Aufklärung, die sich für das Reine ausgibt, macht hier das, was dem Geiste ewiges Leben und heiliger Geist ist, zu einem wirklichen vergänglichen Dinge und besudelt es mit der an sich nichtigen Ansicht der sinnlichen Gewißheit – mit einer Ansicht, welche dem anbetenden Glauben gar nicht vorhanden ist, so daß sie ihm dieselbe rein anlügt. Was er verehrt, ist ihm durchaus weder Stein oder Holz oder Brotteig noch sonst ein zeitliches sinnliches Ding. Wenn es der Aufklärung einfällt zu sagen, sein Gegenstand sei doch dies auch, oder gar, er sei dieses an sich und in Wahrheit, so kennt teils der Glaube ebensowohl jenes Auch, aber es ist ihm außer seiner Anbetung; teils aber ist ihm überhaupt nicht so etwas wie ein Stein usf. an sich, sondern an sich ist ihm allein das Wesen des reinen Denkens.[409]
Enlightenment, which proclaims itself pure, here transforms what is to Spirit eternal life and holy Spirit into an actual perishable thing, defiling it with the inherently null perspective of sense-certainty—a perspective wholly absent from worshipful faith, such that Enlightenment merely lies this perspective into faith. What faith venerates is by no means a stone, wood, dough, or any other temporal sensible thing. If Enlightenment presumes to say that faith’s object is also this, or even that in itself and in truth it is this, then faith is aware of that “also”—but this lies outside its worship. Moreover, for faith, there is no such thing as a stone, etc., in itself; for it, the essence of pure thinking alone is in itself.
Das zweite Moment ist die Beziehung des Glaubens als wissenden Bewußtseins auf dieses Wesen. Als denkendem, reinem Bewußtsein ist ihm dies Wesen unmittelbar; aber das reine Bewußtsein ist ebensosehr vermittelte Beziehung der Gewißheit auf die Wahrheit; eine Beziehung, welche den Grund des Glaubens ausmacht. Dieser Grund wird für die Aufklärung ebenso zu einem zufälligen Wissen von zufälligen Begebenheiten. Der Grund des Wissens aber ist das wissende Allgemeine und in seiner Wahrheit der absolute Geist, der in dem abstrakten reinen Bewußtsein oder dem Denken als solchem nur absolutes Wesen, als Selbstbewußtsein aber das Wissen von sich ist. Die reine Einsicht setzt dies wissende Allgemeine, den einfachen sich selbst wissenden Geist, ebenso als Negatives des Selbstbewußtseins. Sie ist zwar selbst das reine vermittelte, d.h. sich mit sich vermittelnde Denken, sie ist das reine Wissen; aber indem sie reine Einsicht, reines Wissen ist, das sich selbst noch nicht weiß, d.h. für welches es noch nicht ist, daß sie diese reine vermittelnde Bewegung ist, erscheint sie ihr, wie alles, was sie selbst ist, als ein Anderes. In ihrer Verwirklichung also begriffen, entwickelt sie dies ihr wesentliches Moment, aber es erscheint ihr als dem Glauben angehörend und in seiner Bestimmtheit, ein ihr Äußeres zu sein, als ein zufälliges Wissen eben solcher gemein wirklicher Geschichten. Sie dichtet also hier dem religiösen Glauben an, daß seine Gewißheit sich auf einige einzelne historische Zeugnisse gründe, welche als historische Zeugnisse betrachtet freilich nicht den Grad von Gewißheit über ihren Inhalt gewähren würden, den uns Zeitungsnachrichten über irgendeine Begebenheit geben; daß seine Gewißheit ferner auf dem Zufall der Aufbewahrung dieser Zeugnisse beruhe – der Aufbewahrung durch Papier einerseits und andererseits durch die Geschicklichkeit und Ehrlichkeit der Übertragung von einem Papier auf ein anderes –, und endlich auf der richtigen Auffassung des Sinnes toter Worte und Buchstaben. In der Tat aber fällt es dem Glauben nicht ein, an solche Zeugnisse und Zufälligkeiten[410] seine Gewißheit zu knüpfen; er ist in seiner Gewißheit unbefangenes Verhältnis zu seinem absoluten Gegenstande, ein reines Wissen desselben, welches nicht Buchstaben, Papier und Abschreiber in sein Bewußtsein des absoluten Wesens einmischt und nicht durch solcherlei Dinge sich damit vermittelt. Sondern dies Bewußtsein ist der sich selbst vermittelnde Grund seines Wissens; es ist der Geist selbst, der das Zeugnis von sich ist, ebenso im Innern des einzelnen Bewußtseins als durch die allgemeine Gegenwart des Glaubens aller an ihn. Wenn der Glaube sich aus dem Geschichtlichen auch jene Weise von Begründung oder wenigstens Bestätigung seines Inhalts, von der die Aufklärung spricht, geben will und ernsthaft meint und tut, als ob es darauf ankäme, so hat er sich schon von der Aufklärung verführen lassen; und seine Bemühungen, sich auf solche Weise zu begründen oder zu befestigen, sind nur Zeugnisse, die er von seiner Ansteckung gibt.
The second moment is the relation of faith as a knowing consciousness to this essence. As thinking, pure consciousness, this essence is immediately present to it; but pure consciousness is equally a mediated relation of certainty to truth—a relation that constitutes the ground of faith. For the Enlightenment, this ground becomes a contingent knowledge of contingent events. However, the ground of knowledge is the knowing universal, and in its truth, it is absolute Spirit, which, in abstract pure consciousness or thinking as such, is merely absolute essence, but as self-consciousness, it is the knowledge of itself. Pure insight posits this knowing universal, the simple self-knowing Spirit, equally as the negative of self-consciousness. Though pure insight is itself pure mediated thinking—i.e., thinking that mediates itself with itself—and is pure knowledge, as pure insight or pure knowledge that does not yet know itself (i.e., for which it is not yet apparent that it is this pure mediating movement), everything it itself is appears to it as an Other. Thus, in its realization, it develops this essential moment of itself, but this appears to it as belonging to faith and, in its determinacy, as an external contingency—a knowledge of such commonplace actual histories. It thus attributes to religious faith the claim that its certainty rests on individual historical testimonies, which, considered as historical testimonies, would certainly not provide the degree of certainty about their content that newspaper reports offer about any event; that its certainty further depends on the contingency of the preservation of these testimonies—preservation through paper on the one hand and through the skill and honesty of their transmission from one paper to another on the other—and finally on the correct interpretation of the meaning of dead words and letters. In truth, however, faith does not bind its certainty to such testimonies and contingencies;[410] in its certainty, it has an unmediated relation to its absolute object, a pure knowledge of it, which does not intermingle letters, paper, or copyists into its consciousness of the absolute essence, nor mediate itself with it through such things. Rather, this consciousness is the self-mediating ground of its knowledge; it is Spirit itself that bears witness to itself, both within the inner being of the singular consciousness and through the universal presence of all believers’ faith in it. If faith seeks to derive from history that mode of justification or at least confirmation of its content of which the Enlightenment speaks, and if it earnestly believes and acts as though this were essential, it has already allowed itself to be seduced by the Enlightenment; and its efforts to ground or fortify itself in this way are merely testimonies to its own infection.
Noch ist die dritte Seite übrig, die Beziehung des Bewußtseins auf das absolute Wesen, als ein Tun. Dies Tun ist das Aufheben der Besonderheit des Individuums oder der natürlichen Weise seines Fürsichseins, woraus ihm die Gewißheit hervorgeht, reines Selbstbewußtsein nach seinem Tun, d.h. als fürsichseiendes einzelnes Bewußtsein eins mit dem Wesen zu sein. – Indem an dem Tun Zweckmäßigkeit und Zweck sich unterscheidet und die reine Einsicht ebenso in Beziehung auf dieses Tun sich negativ verhält und wie in den anderen Momenten sich selbst verleugnet, so muß sie in Ansehung der Zweckmäßigkeit als Unverstand sich darstellen, indem die Einsicht mit der Absicht verbunden, Übereinstimmung des Zwecks und des Mittels, ihr als Anderes, vielmehr als das Gegenteil erscheint, – in Ansehung des Zwecks aber [muß sie] das Schlechte, Genuß und Besitz zum Zwecke machen und sich hiermit als die unreinste Absicht beweisen, indem die reine Absicht ebenso, als Anderes, unreine Absicht ist.
There remains the third aspect: the relation of consciousness to the absolute essence as an action. This action is the sublation of the particularity of the individual or the natural mode of its being-for-itself, from which arises the certainty that pure self-consciousness, through its action as a being-for-itself singular consciousness, is united with the essence. – Since purposiveness and purpose are distinguished in action, and pure insight likewise relates negatively to this action, denying itself as in the other moments, it must appear as lack of understanding concerning purposiveness. For insight combined with intention – the correspondence of purpose and means – appears to it rather as their opposite. Regarding the purpose, it [must] posit enjoyment and possession as the end, thereby proving itself to have the most impure intention, since the pure intention, as other, is equally impure.
Hiernach sehen wir in Ansehung der Zweckmäßigkeit die Aufklärung es töricht finden, wenn das glaubende Individuum[411] sich das höhere Bewußtsein, nicht an den natürlichen Genuß und Vergnügen gefesselt zu sein, dadurch gibt, daß es sich natürlichen Genuß und Vergnügen wirklich versagt und durch die Tat erweist, daß es die Verachtung derselben nicht lügt, sondern daß sie wahr ist. – Ebenso findet sie es töricht, daß das Individuum von seiner Bestimmtheit, absolut einzelnes, alle anderen ausschließendes und Eigentum besitzendes zu sein, sich dadurch absolviert, daß es von seinem Eigentum selbst abläßt; womit es in Wahrheit zeigt, daß es mit seinem Isolieren nicht Ernst, sondern daß es über die Naturnotwendigkeit, sich zu vereinzeln und in dieser absoluten Vereinzelung des Fürsichseins die anderen als dasselbe mit sich zu verleugnen, erhaben ist. – Die reine Einsicht findet beides sowohl unzweckmäßig als unrecht, – unzweckmäßig, um von Vergnügen und Besitz sich frei zu erweisen, sich Vergnügen zu versagen und einen Besitz wegzugeben; sie wird also im Gegenteil den für einen Toren erklären, der, um zu essen, das Mittel ergreift, wirklich zu essen. – Sie findet es auch unrecht, sich eine Mahlzeit zu versagen und Butter, Eier nicht gegen Geld oder Geld nicht gegen Butter und Eier, sondern geradezu, ohne so was dafür zurückzuerhalten, wegzugeben; sie erklärt eine Mahlzeit oder den Besitz von dergleichen Dingen für einen Selbstzweck und sich damit in der Tat für eine sehr unreine Absicht, der es um solchen Genuß und Besitz ganz wesentlich zu tun ist. Sie behauptet als reine Absicht auch wieder die Notwendigkeit der Erhebung über die natürliche Existenz und über die Habsucht um ihre Mittel; nur findet sie es töricht und unrecht, daß diese Erhebung durch die Tat bewiesen werden soll, oder diese reine Absicht ist in Wahrheit Betrug, welcher eine innerliche Erhebung vorgibt und fordert, aber Ernst daraus zu machen, sie wirklich ins Werk zu richten und ihre Wahrheit zu erweisen für überflüssig, töricht und selbst für unrecht ausgibt. – Sie verleugnet sich also sowohl als reine Einsicht, denn sie verleugnet das unmittelbar zweckmäßige Tun, wie als reine Absicht, denn sie verleugnet [412] die Absicht, sich von den Zwecken der Einzelheit befreit zu erweisen.
Accordingly, concerning purposiveness, the Enlightenment considers it foolish when the faithful individual[411] demonstrates higher consciousness – not being shackled by natural enjoyment and pleasures – by actually renouncing natural enjoyment and pleasures through deed, thereby proving that its contempt for them is not a lie but true. – Similarly, it deems it foolish for an individual to absolve itself from its determinacy of being absolutely singular, excluding all others and possessing property, by relinquishing its property. For this in truth shows that its isolation is not earnest, but that it transcends the natural necessity of isolating itself and, in this absolute singularity of being-for-itself, denying others as the same within itself. – Pure insight finds both equally inexpedient and wrongful – inexpedient because to prove freedom from pleasure and possession, one renounces pleasure and gives up property; it will thus declare anyone a fool who, to eat, employs the means of actually eating. – It also finds it wrongful to deny oneself a meal or to give away butter, eggs, or money without receiving something in return; it declares a meal or possession of such things to be an end in itself, thereby revealing itself as a very impure intention fundamentally concerned with such enjoyment and possession. While asserting as pure intention the necessity of elevation above natural existence and avarice for its means, it nevertheless considers it foolish and wrongful to prove this elevation through deed. Or rather, this pure intention is in truth a deception that pretends to and demands an inward elevation but dismisses making it earnest, actually enacting it, and demonstrating its truth as superfluous, foolish, and even wrongful. – Thus it denies itself both as pure insight, for it denies immediately purposive action, and as pure intention, for it denies [412] the intention to demonstrate liberation from the purposes of singularity.
So gibt die Aufklärung sich dem Glauben zu erfahren. Sie tritt in diesem schlechten Aussehen auf, weil sie eben durch das Verhältnis zu einem Anderen sich eine negative Realität gibt oder sich als das Gegenteil ihrer selbst darstellt; die reine Einsicht und Absicht muß sich aber dies Verhältnis geben, denn es ist ihre Verwirklichung. – Diese erschien zunächst als negative Realität. Vielleicht ist ihre positive Realität besser beschaffen; sehen wir, wie diese sich verhält. – Wenn alles Vorurteil und Aberglauben verbannt worden, so tritt die Frage ein, was nun weiter? Welches ist die Wahrheit, welche die Aufklärung statt jener verbreitet hat? – Sie hat diesen positiven Inhalt in ihrem Ausrotten des Irrtums schon ausgesprochen, denn jene Entfremdung ihrer selbst ist ebensosehr ihre positive Realität. – An demjenigen, was dem Glauben absoluter Geist ist, faßt sie, was sie von Bestimmung daran entdeckt, als Holz, Stein usf., als einzelne wirkliche Dinge auf; indem sie überhaupt alle Bestimmtheit, d.h. allen Inhalt und Erfüllung desselben auf diese Weise als eine Endlichkeit, als menschliches Wesen und Vorstellung begreift, wird ihr das absolute Wesen zu einem Vakuum, dem keine Bestimmungen, keine Prädikate beigelegt werden können. Ein solches Beilager wäre an sich sträflich; und es ist es eben, in welchem die Ungeheuer des Aberglaubens erzeugt worden sind. Die Vernunft, die reine Einsicht ist wohl selbst nicht leer, indem das Negative ihrer selbst für sie und ihr Inhalt ist, sondern reich, aber nur an Einzelheit und Schranke; dem absoluten Wesen dergleichen nichts zukommen zu lassen noch beizulegen, ist ihre einsichtsvolle Lebensart, welche sich und ihren Reichtum der Endlichkeit an ihren Ort zu stellen und das Absolute würdig zu behandeln weiß.
Thus the Enlightenment makes itself known to faith. It appears in this wretched form because it acquires a negative reality through its relation to an Other, thereby presenting itself as its own opposite. Yet pure insight and intention must enter into this relation, for it constitutes their actualization. – This actualization initially appeared as negative reality. Perhaps their positive reality fares better; let us examine its nature. – Once all prejudice and superstition have been banished, the question arises: What now? What truth has the Enlightenment propagated in place of those errors? – In eradicating error, it has already articulated this positive content, for its self-alienation is equally its positive actuality. – Regarding what faith holds to be absolute Spirit, the Enlightenment grasps every determination it discovers there as wood, stone, etc. – as singular, actual things. By comprehending all determinacy (i.e., all content and fulfillment of Spirit) as finitude and as human essence and representation, the absolute essence becomes a void to which no determinations or predicates can be attributed. Such attribution would inherently be reprehensible, for it is precisely this that spawned the monstrosities of superstition. Reason, or pure insight, is not itself empty, since the negative of itself exists for it as its content. Rather, it is rich – but only in singularity and limitation. To ascribe nothing of this sort to the absolute essence is the enlightened mode of existence, which knows to situate itself and its wealth of finitude appropriately while treating the Absolute with dignity.
Diesem leeren Wesen gegenüber steht als zweites Moment der positiven Wahrheit der Aufklärung die aus einem absoluten Wesen ausgeschlossene Einzelheit überhaupt des Bewußtseins und alles Seins, als absolutes Anundfürsichsein.[413] Das Bewußtsein, welches in seiner allerersten Wirklichkeit sinnliche Gewißheit und Meinung ist, kehrt hier aus dem ganzen Wege seiner Erfahrung dahin zurück und ist wieder ein Wissen von rein Negativem seiner selbst oder von sinnlichen Dingen, d.h. seienden, welche seinem Fürsichsein gleichgültig gegenüberstehen. Es ist hier aber nicht unmittelbares natürliches Bewußtsein, sondern es ist sich solches geworden. Zuerst preisgegeben aller Verwicklung, worein es durch seine Entfaltung gestürzt wird, jetzt durch die reine Einsicht auf seine erste Gestalt zurückgeführt, hat es sie als das Resultat erfahren. Auf die Einsicht der Nichtigkeit aller anderen Gestalten des Bewußtseins und somit alles Jenseits der sinnlichen Gewißheit gegründet, ist diese sinnliche Gewißheit nicht mehr Meinung, sondern sie ist vielmehr die absolute Wahrheit. Diese Nichtigkeit alles dessen, was über die sinnliche Gewißheit hinausgeht, ist zwar nur ein negativer Beweis dieser Wahrheit; aber sie ist keines anderen fähig, denn die positive Wahrheit der sinnlichen Gewißheit an ihr selbst ist eben das unvermittelte Fürsichsein des Begriffs selbst als Gegenstandes, und zwar in der Form des Andersseins, – daß es jedem Bewußtsein schlechthin gewiß ist, daß es ist, und andere wirkliche Dinge außer ihm, und daß es in seinem natürlichen Sein, sowie diese Dinge, an und für sich oder absolut ist.
Opposed to this empty essence, as the second moment of the Enlightenment’s positive truth, stands the singularity of consciousness and all being excluded from the absolute essence, posited as absolute being-in-and-for-itself.[413] Consciousness, which in its most primal actuality is sense-certainty and opinion, here returns from the entire trajectory of its experience to its origin, becoming once more a knowledge of pure negativity of itself or of sensuous things – i.e., beings that stand indifferently opposed to its being-for-itself. Yet this is no longer immediate natural consciousness but consciousness that has become such. Initially abandoned to the entanglements into which its development plunged it, it is now restored to its primal form by pure insight, having experienced the latter as a result. Grounded in the insight of the nullity of all other shapes of consciousness and thus of all beyond sense-certainty, this sense-certainty is no longer mere opinion but rather the absolute truth. While the nullity of everything transcending sense-certainty is only a negative proof of this truth, no other proof is possible. For the positive truth of sense-certainty is precisely the unmediated being-for-itself of the Concept itself as object – albeit in the form of otherness – the certainty that every consciousness absolutely knows that it is, that other actual things exist outside it, and that in its natural being, just like these things, it is in and for itself or absolute.
Das dritte Moment der Wahrheit der Aufklärung endlich ist das Verhältnis der einzelnen Wesen zum absoluten Wesen, die Beziehung der beiden ersten. Die Einsicht als reine Einsicht des Gleichen oder Unbeschränkten geht auch über das Ungleiche, nämlich die endliche Wirklichkeit, oder über sich als bloßes Anderssein hinaus. Sie hat zum Jenseits desselben das Leere, auf welches sie also die sinnliche Wirklichkeit bezieht. In die Bestimmung dieses Verhältnisses treten nicht die beiden Seiten als Inhalt ein, denn die eine ist das Leere, und ein Inhalt ist also nur durch die andere, die sinnliche Wirklichkeit, vorhanden. Die Form der Beziehung aber, in deren Bestimmung die Seite des Ansich mithilft, kann nach Belieben[414] gemacht werden; denn die Form ist das an sich Negative und darum das sich Entgegengesetzte; Sein sowohl als Nichts; Ansich wie das Gegenteil; oder, was dasselbe, die Beziehung der Wirklichkeit auf Ansich als das Jenseits ist ebensowohl ein Negieren als ein Setzen derselben. Die endliche Wirklichkeit kann daher eigentlich, wie man es gerade braucht, genommen werden. Das Sinnliche wird also jetzt auf das Absolute als auf das Ansich positiv bezogen, und die sinnliche Wirklichkeit ist selbst an sich; das Absolute macht, hegt und pflegt sie. Wiederum ist sie auch darauf als auf das Gegenteil, als auf ihr Nichtsein bezogen; nach diesem Verhältnisse ist sie nicht an sich, sondern nur für ein Anderes. Wenn in der vorhergehenden Gestalt des Bewußtseins die Begriffe des Gegensatzes sich als Gut und Schlecht bestimmten, so werden sie dagegen der reinen Einsicht zu den reineren Abstraktionen des Ansich– und Für-ein-Anderes-Seins.
The third moment of the Enlightenment’s truth is finally the relation of singular beings to the absolute essence – the connection between the first two moments. Insight, as pure insight into the identical or unbounded, also transcends the non-identical, namely finite actuality, or itself as mere otherness. It posits the void as the beyond of this otherness, to which it then relates sensible actuality. In determining this relation, the two sides do not enter as content, for one side is the void, leaving content present only through the other – sensible actuality. However, the form of the relation, in whose determination the aspect of the in-itself participates, can be arbitrarily[414] constructed. For the form is the inherently negative and thus self-opposing: Being as much as Nothing; in-itself as well as its opposite. Equivalently, the relation of actuality to the in-itself as the beyond is both a negating and a positing of actuality. Finite actuality can therefore be interpreted however one pleases. The sensible is now positively related to the Absolute as the in-itself, and sensible actuality is in-itself; the Absolute creates, nurtures, and sustains it. Conversely, the sensible is also related to the Absolute as its non-being; in this relation, it exists not in-itself but only for-an-other. Whereas in the preceding shape of consciousness, the opposed concepts were determined as Good and Evil, pure insight elevates them to the purer abstractions of being-in-itself and being-for-an-other.
Beide Betrachtungsweisen, der positiven wie der negativen Beziehung des Endlichen auf das Ansich, sind aber in der Tat gleich notwendig, und alles ist also so sehr an sich, als es für ein Anderes ist, oder alles ist nützlich. – Alles gibt sich anderen preis, läßt sich jetzt von anderen gebrauchen und ist für sie; und jetzt stellt es sich, es so zu sagen, wieder auf die Hinterbeine, tut spröde gegen Anderes, ist für sich und gebraucht das Andere seinerseits. – Für den Menschen, als das dieser Beziehung bewußte Ding, ergibt sich daraus sein Wesen und seine Stellung. Er ist, wie er unmittelbar ist, als natürliches Bewußtsein an sich, gut, als Einzelnes absolut, und Anderes ist für ihn; und zwar, da für ihn als das seiner bewußte Tier die Momente die Bedeutung der Allgemeinheit haben, ist alles für sein Vergnügen und Ergötzlichkeit, und er geht, wie er aus Gottes Hand gekommen, in der Welt als einem für ihn gepflanzten Garten umher. – Er muß auch vom Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen gepflückt haben; er besitzt darin einen Nutzen, der ihn von allem anderen unterscheidet, denn zufälligerweise ist seine an sich gute Natur auch so beschaffen, daß ihr das Übermaß[415] der Ergötzlichkeit Schaden tut, oder vielmehr seine Einzelheit hat auch ihr Jenseits an ihr, kann über sich selbst hinausgehen und sich zerstören. Hiergegen ist ihm die Vernunft ein nützliches Mittel, dies Hinausgehen gehörig zu beschränken oder vielmehr im Hinausgehen über das Bestimmte sich selbst zu erhalten; denn dies ist die Kraft des Bewußtseins. Der Genuß des bewußten an sich allgemeinen Wesens muß nach Mannigfaltigkeit und Dauer selbst nicht ein Bestimmtes, sondern allgemein sein; das Maß hat daher die Bestimmung, zu verhindern, daß das Vergnügen in seiner Mannigfaltigkeit und Dauer abgebrochen werde; d.h. die Bestimmung des Maßes ist die Unmäßigkeit. – Wie dem Menschen alles nützlich ist, so ist er es ebenfalls und seine Bestimmung ebensosehr, sich zum gemeinnützlichen und allgemein brauchbaren Mitgliede des Trupps zu machen. Soviel er für sich sorgt, gerade so viel muß er sich auch hergeben für die anderen, und soviel er sich hergibt, soviel sorgt er für sich selbst; eine Hand wäscht die andere. Wo er aber sich befindet, ist er recht daran; er nützt anderen und wird genützt.
Both perspectives – the positive and negative relations of the finite to the in-itself – are in fact equally necessary. Thus, everything is as much in itself as it is for another, or everything is useful. Everything surrenders itself to others, allows itself to be used by them, and exists for them. Yet at the same time, it reasserts itself, so to speak, on its hind legs, resists others, exists for itself, and in turn uses them. For humans, as the conscious beings of this relation, their essence and position emerge accordingly. As he is immediately, as natural consciousness, he is in itself good, as a singular being absolute, and others exist for him. Moreover, since for him – as the self-aware animal whose moments carry the significance of universality – all things exist for his pleasure and delight, he strolls through the world as through a garden planted for him. Yet he must also have plucked from the tree of the knowledge of good and evil. In this, he possesses a utility that distinguishes him from all else, for his inherently good nature is also such that excess[415] of delight harms him – or rather, his singularity also contains its own Beyond, capable of transcending and destroying itself. Against this, reason is a useful means to properly limit such transcendence or, more precisely, to preserve itself while transcending determinacy – for this is the power of consciousness. The enjoyment of the conscious universal essence in itself must not be a determinate pleasure in its diversity and duration but universal. The measure thus has the determination to prevent pleasure from being interrupted in its diversity and duration – that is, the determination of measure is precisely immoderation. Just as everything is useful to humans, so too is he himself, and his vocation is to become a communally useful and universally serviceable member of the troop. In caring for himself, he must equally give himself to others, and in giving himself, he cares for himself: one hand washes the other. Wherever he finds himself, he is justified: he benefits others and is benefited.
Anderes ist auf andere Weise einander nützlich; alle Dinge aber haben diese nützliche Gegenseitigkeit durch ihr Wesen, nämlich auf das Absolute auf die gedoppelte Weise bezogen zu sein, – die positive, dadurch an und für sich selbst zu sein, die negative, dadurch für andere zu sein. Die Beziehung auf das absolute Wesen oder die Religion ist daher unter aller Nützlichkeit das Allernützlichste; denn sie ist der reine Nutzen selbst, sie ist dies Bestehen aller Dinge oder ihr Anundfürsichsein und das Fallen aller Dinge oder ihr Sein für Anderes.
Other things benefit each other in different ways, but all things share this mutual utility through their essence – namely, being related to the Absolute in a twofold manner: positively, by which they are in and for themselves, and negatively, by which they are for others. The relation to the absolute essence, or religion, is thus the most useful of all utilities, for it is pure utility itself – the subsistence of all things as their being-in-and-for-itself and the perishing of all things as their being-for-others.
Dem Glauben freilich ist dieses positive Resultat der Aufklärung so sehr ein Greuel als ihr negatives Verhalten gegen ihn. Diese Einsicht in das absolute Wesen, die nichts in ihm sieht als eben das absolute Wesen, das être suprême, oder das Leere, – diese Absicht, daß alles in seinem unmittelbaren Dasein an sich oder gut ist, daß endlich die Beziehung des[416] einzelnen bewußten Seins auf das absolute Wesen, die Religion, der Begriff der Nützlichkeit erschöpfend ausdrückt, ist dem Glauben schlechthin abscheulich. Diese eigene Weisheit der Aufklärung erscheint ihm notwendig zugleich als die Plattheit selbst und als das Geständnis der Plattheit; weil sie darin besteht, vom absoluten Wesen nichts oder, was dasselbe ist, von ihm diese ganz ebene Wahrheit zu wissen, daß es eben nur das absolute Wesen ist, dagegen nur von der Endlichkeit, und zwar sie als das Wahre [zu wissen] und dies Wissen von derselben als dem Wahren als das Höchste zu wissen.
To faith, of course, this positive result of the Enlightenment is as abhorrent as its negative stance toward it. This insight into the absolute essence, which sees nothing in it but the absolute essence itself – the être suprême, or the void – this intent that everything in its immediate existence is in itself or good, and finally that the relation of singular conscious being to the absolute essence – religion – is exhaustively expressed by the concept of utility, is utterly abominable to faith. This wisdom of the Enlightenment appears to faith as sheer banality and a confession of banality, for it consists in knowing nothing of the absolute essence – or, equivalently, knowing this flat truth: that it is merely the absolute essence, while knowing only finitude [as truth] and regarding this knowledge of finitude as the highest truth.
Der Glaube hat das göttliche Recht, das Recht der absoluten Sichselbstgleichheit oder des reinen Denkens, gegen die Aufklärung und erfährt von ihr durchaus Unrecht; denn sie verdreht ihn in allen seinen Momenten und macht sie zu etwas anderem, als sie in ihm sind. Sie aber hat nur menschliches Recht gegen ihn und für ihre Wahrheit; denn das Unrecht, das sie begeht, ist das Recht der Ungleichheit und besteht in dem Verkehren und Verändern, ein Recht, das der Natur des Selbstbewußtseins im Gegensatze gegen das einfache Wesen oder das Denken angehört. Aber indem ihr Recht das Recht des Selbstbewußtseins ist, wird sie nicht nur auch ihr Recht behalten, so daß zwei gleiche Rechte des Geistes einander gegenüber stehenblieben und keins das andere befriedigen könnte, sondern sie wird das absolute Recht behaupten, weil das Selbstbewußtsein die Negativität des Begriffs ist, die nicht nur für sich ist, sondern auch über ihr Gegenteil übergreift; und der Glaube selbst, weil er Bewußtsein ist, wird ihr ihr Recht nicht verweigern können.
Faith possesses the divine right, the right of absolute self-equality or pure thinking, against the Enlightenment and suffers absolute wrong from it. For the Enlightenment distorts every moment of faith into something alien. Yet the Enlightenment has only human right against faith and for its truth, for the wrong it commits is the right of inequality – the inversion and alteration that belongs to the nature of self-consciousness in opposition to simple essence or thinking. However, since its right is the right of self-consciousness, the Enlightenment will not merely retain its right (leaving two equal rights of Spirit in stalemate) but will assert the absolute right. For self-consciousness is the negativity of the Concept, which exists not only for itself but overreaches its opposite. And faith itself, being consciousness, cannot deny the Enlightenment its right.
Denn die Aufklärung verhält sich gegen das glaubende Bewußtsein nicht mit eigentümlichen Prinzipien, sondern mit solchen, welche dieses selbst an ihm hat. Sie bringt ihm nur seine eigenen Gedanken zusammen, die ihm bewußtlos auseinanderfallen; sie erinnert es nur bei der einen seiner Weisen an die anderen, die es auch hat, aber deren eine es immer bei der anderen vergißt. Sie erweist sich eben dadurch gegen[417] es als reine Einsicht, daß sie bei einem bestimmten Momente das Ganze sieht, also das auf jenes Moment sich beziehende Entgegengesetzte herbeibringt und eins im ändern verkehrend das negative Wesen beider Gedanken, den Begriff, hervortreibt. Sie erscheint dem Glauben darum als Verdrehung und Lüge, weil sie das Anderssein seiner Momente aufzeigt; sie scheint ihm damit unmittelbar etwas anderes aus ihnen zu machen, als sie in ihrer Einzelheit sind; aber dies Andere ist ebenso wesentlich, und es ist in Wahrheit in dem glaubenden Bewußtsein selbst vorhanden, nur daß dieses daran nicht denkt, sondern es sonstwo hat; daher ist es ihm weder fremd, noch kann es von ihm abgeleugnet werden.
For the Enlightenment does not oppose faith with unique principles but with those faith already harbors within itself. The Enlightenment merely gathers faith’s own thoughts, which unconsciously lie fragmented within it. It reminds faith, in one of its modes, of the others it also possesses but always forgets when fixated on one. The Enlightenment thereby demonstrates itself as pure insight by seeing the whole in any determinate moment – summoning the opposite related to that moment, inverting each into the other, and drawing forth the negative essence of both thoughts: the Concept. To faith, this appears as distortion and lies, for the Enlightenment exposes the otherness of faith’s moments. It seems to faith that the Enlightenment makes them into something alien, but this other is equally essential. It is in truth already present within faith itself, though faith does not think of it there, reserving it elsewhere. Thus, this otherness is neither foreign to faith nor can it be disowned.
Die Aufklärung selbst aber, welche den Glauben an das Entgegengesetzte seiner abgesonderten Momente erinnert, ist ebensowenig über sich selbst aufgeklärt. Sie verhält sich rein negativ gegen den Glauben, insofern sie ihren Inhalt aus ihrer Reinheit ausschließt und ihn für das Negative ihrer selbst nimmt. Sie erkennt daher weder in diesem Negativen, in dem Inhalte des Glaubens, sich selbst, noch bringt auch sie aus diesem Grunde die beiden Gedanken zusammen, den, welchen sie herbeibringt, und den, gegen welchen sie ihn herbeibringt. Indem sie nicht erkennt, daß dasjenige, was sie am Glauben verdammt, unmittelbar ihr eigener Gedanke ist, so ist sie selbst in der Entgegensetzung der beiden Momente, deren eines, nämlich jedesmal das dem Glauben Entgegengesetzte, sie nur anerkennt, das andere aber, gerade wie der Glaube tut, davon trennt. Sie bringt daher nicht die Einheit beider als Einheit derselben, d. i. den Begriff hervor; aber er entsteht ihr für sich, oder sie findet ihn nur als vorhanden. Denn an sich ist eben dies die Realisierung der reinen Einsicht, daß sie, deren Wesen der Begriff ist, zuerst sich selbst als ein absolut Anderes wird und sich verleugnet – denn der Gegensatz des Begriffes ist der absolute – und aus diesem Anderssein zu sich selbst oder zu ihrem Begriffe kommt. – Die Aufklärung ist aber nur diese Bewegung, sie ist die noch bewußtlose Tätigkeit des reinen Begriffs, die[418] zwar zu sich selbst als Gegenstand kommt, aber diesen für ein Anderes nimmt, auch die Natur des Begriffs nicht kennt, daß nämlich das Nichtunterschiedene es ist, was sich absolut trennt. – Gegen den Glauben also ist die Einsicht insofern die Macht des Begriffs, als sie die Bewegung und das Beziehen der in seinem Bewußtsein auseinanderliegenden Momente ist, ein Beziehen, worin der Widerspruch derselben zum Vorschein kommt. Hierin liegt das absolute Recht der Gewalt, welche sie über ihn ausübt; die Wirklichkeit aber, zu der sie diese Gewalt bringt, eben darin, daß das glaubende Bewußtsein selbst der Begriff ist und also das Entgegengesetzte, das ihm die Einsicht herbeibringt, selbst anerkennt. Sie behält darum gegen es recht, weil sie an ihm das geltend macht, was ihm selbst notwendig ist und was es an ihm selbst hat.
Yet the Enlightenment itself, which reminds faith of the opposite of its isolated moments, is equally unenlightened about itself. It relates purely negatively to faith insofar as it excludes its content from its own purity and takes it as the negative of itself. Thus, it neither recognizes itself in this negative, in the content of faith, nor does it, for this reason, bring together the two thoughts—the one it introduces and the one it opposes. Since it does not recognize that what it condemns in faith is immediately its own thought, it itself remains trapped in the opposition of the two moments, recognizing only one of them—each time the one opposed to faith—while separating the other, just as faith does. Therefore, it does not produce the unity of both as their unity, i.e., the Concept; but the Concept arises for itself, or it finds it only as present. For in-itself, this is precisely the actualization of pure insight: that it, whose essence is the Concept, first becomes an absolutely Other to itself and denies itself—since the opposition of the Concept is absolute—and from this Otherness returns to itself or to its Concept. However, the Enlightenment is only this movement—the still unconscious activity of the pure Concept that arrives at itself as an object but takes this object as an Other, and does not know the nature of the Concept, namely, that the undifferentiated is what absolutely divides itself. Against faith, then, insight is the power of the Concept insofar as it is the movement and relation of the moments that lie apart in faith’s consciousness—a relation through which their contradiction comes to light. Herein lies the absolute right of the force it exerts over faith; the actuality of this force, however, lies precisely in the fact that the faithful consciousness itself is the Concept and thus acknowledges the opposite that insight brings forth. Hence, insight retains its right against faith because it enforces upon faith what faith itself necessarily is and contains within itself.
Zuerst behauptet die Aufklärung, das Moment des Begriffs, ein Tun des Bewußtseins zu sein; sie behauptet dies gegen den Glauben, – daß sein absolutes Wesen Wesen seines Bewußtseins als eines Selbsts oder daß es durch das Bewußtsein hervorgebracht sei. Dem glaubenden Bewußtsein ist sein absolutes Wesen, ebenso wie es ihm Ansich ist, zugleich nicht wie ein fremdes Ding, welches darin, man weiß nicht wie und woher, stünde; sondern sein Vertrauen besteht gerade darin, sich als dieses persönliche Bewußtsein darin zu finden, und sein Gehorsam und Dienst darin, es als sein absolutes Wesen durch sein Tun hervorzubringen. Hieran erinnert eigentlich nur den Glauben die Aufklärung, wenn er rein das Ansich des absoluten Wesens jenseits des Tuns des Bewußtseins ausspricht. – Aber indem sie zwar der Einseitigkeit des Glaubens das entgegengesetzte Moment des Tuns desselben gegen das Sein, an das er hier allein denkt, herbei-, selbst aber ihre Gedanken ebenso nicht zusammenbringt, isoliert sie das reine Moment des Tuns und spricht von dem Ansich des Glaubens aus, daß es nur ein Hervorgebrachtes des Bewußtseins sei. Das isolierte, dem Ansich entgegengesetzte Tun ist aber ein zufälliges Tun und als ein vorstellendes[419] ein Erzeugen von Fiktionen, – Vorstellungen, die nicht an sich sind; und so betrachtet sie den Inhalt des Glaubens. – Umgekehrt aber sagt die reine Einsicht ebenso das Gegenteil. Indem sie das Moment des Andersseins, das der Begriff an ihm hat, behauptet, spricht sie das Wesen des Glaubens als ein solches aus, welches das Bewußtsein nichts angehe, jenseits desselben, ihm fremd und unerkannt sei. Dem Glauben ist es ebenso, wie er einerseits ihm vertraut und darin die Gewißheit seiner selbst hat, andererseits in seinen Wegen unerforschlich und in seinem Sein unerreichbar.
First, the Enlightenment asserts that the moment of the Concept—the activity of consciousness—is the essence. It asserts this against faith, claiming that faith’s absolute essence is the essence of its consciousness as a self, or that the essence is produced through consciousness. To the faithful consciousness, its absolute essence is indeed in-itself, yet it is not like a foreign thing that stands there inexplicably; rather, its trust consists precisely in finding itself as this personal consciousness within the essence, and its obedience and service consist in producing this essence as its own through its activity. In truth, the Enlightenment merely reminds faith of this when faith posits the in-itself of the absolute essence as Beyond the activity of consciousness. However, while the Enlightenment counterposes the one-sidedness of faith with the opposing moment of faith’s activity against being—which alone faith here considers—it equally fails to unite its own thoughts, isolating the pure moment of activity and asserting of faith’s in-itself that it is merely a product of consciousness. But isolated activity, opposed to the in-itself, is contingent activity and, as representational activity, a production of fictions—representations that are not in-themselves; thus, the Enlightenment views the content of faith. Conversely, pure insight states the opposite. By asserting the moment of Otherness inherent in the Concept, it posits the essence of faith as something that does not concern consciousness, as Beyond it, foreign and unknown. To faith, however, just as it on one hand finds trust and therein the certainty of itself, on the other hand, this essence is inscrutable in its ways and unattainable in its being.
Ferner behauptet die Aufklärung gegen das glaubende Bewußtsein darin ein Recht, das es selbst einräumt, wenn sie den Gegenstand seiner Verehrung als Stein und Holz oder sonst als eine endliche anthropomorphische Bestimmtheit betrachtet. Denn da es dies entzweite Bewußtsein ist, ein Jenseits der Wirklichkeit und ein reines Diesseits von jenem Jenseits zu haben, so ist in ihm in der Tat auch diese Ansicht des sinnlichen Dinges vorhanden, nach welcher es an und für sich gilt; es bringt aber diese beiden Gedanken des Anundfürsichseienden, das ihm einmal das reine Wesen, das andere Mal ein gemeines sinnliches Ding ist, nicht zusammen. – Selbst sein reines Bewußtsein ist von der letzteren Ansicht affiziert; denn die Unterschiede seines übersinnlichen Reichs sind, weil es des Begriffs entbehrt, eine Reihe von selbständigen Gestalten und ihre Bewegung ein Geschehen, d.h. sie sind nur in der Vorstellung und haben die Weise des sinnlichen Seins an ihnen. – Die Aufklärung isoliert ihrerseits ebenso die Wirklichkeit als ein vom Geiste verlassenes Wesen, die Bestimmtheit als eine unverrückte Endlichkeit, welche nicht in der geistigen Bewegung des Wesens selbst ein Moment wäre, nicht Nichts, auch nicht ein an und für sich seiendes Etwas, sondern ein Verschwindendes.
Furthermore, the Enlightenment claims a right against the faithful consciousness that the latter itself concedes when it regards the object of its veneration as stone, wood, or some other finite, anthropomorphic determination. For since faith is this divided consciousness—having a Beyond of actuality and a pure This-World over against that Beyond—this view of the sensory thing as valid in-and-for-itself is indeed also present within it. Yet faith does not unite these two thoughts of being-in-and-for-itself, which are, on one hand, the pure essence and, on the other, a common sensory thing. Even its pure consciousness is tainted by the latter view; for the distinctions of its supersensible realm, lacking the Concept, are a series of independent shapes, and their movement is an event—i.e., they exist only in representation and bear the form of sensory being. The Enlightenment, for its part, similarly isolates actuality as an essence abandoned by spirit and determinacy as an unshaken finitude—not as a moment within the spiritual movement of essence itself, not as nothingness, nor as an in-and-for-itself existing something, but as a vanishing.
Es ist klar, daß dasselbe bei dem Grunde des Wissens der Fall ist. Das glaubende Bewußtsein anerkennt selbst ein zufälliges Wissen; denn es hat ein Verhältnis zu Zufälligkeiten, und das absolute Wesen selbst ist ihm in der Form einer[420] vorgestellten gemeinen Wirklichkeit; hiermit ist das glaubende Bewußtsein auch eine Gewißheit, welche nicht die Wahrheit an ihr selbst hat, und es bekennt sich als ein solches unwesentliches Bewußtsein diesseits des sich selbst vergewissernden und bewährenden Geistes. – Dies Moment vergißt es aber in seinem geistigen unmittelbaren Wissen von dem absoluten Wesen. – Die Aufklärung aber, welche es daran erinnert, denkt wieder nur an das zufällige Wissen und vergißt das Andere, – denkt nur an die Vermittlung, welche durch ein fremdes Drittes geschieht, nicht an die, worin das Unmittelbare sich selbst das Dritte ist, wodurch es sich mit dem Anderen, nämlich mit sich selbst, vermittelt.
It is evident that the same applies to the ground of knowledge. The faithful consciousness itself acknowledges a contingent knowledge; for it relates to contingencies, and the absolute essence itself appears to it in the form of a[420] represented common reality; thus, the faithful consciousness is also a certainty that lacks truth within itself, and it confesses to being an inessential consciousness on this side of the self-assured and self-confirming Spirit. – Yet it forgets this moment in its spiritual immediate knowledge of the absolute essence. – The Enlightenment, which reminds it of this, again thinks only of contingent knowledge and forgets the other aspect – thinks only of mediation through a foreign third term, not of mediation in which the immediate itself becomes the third term, through which it mediates itself with the Other, namely with itself.
Endlich findet sie in ihrer Ansicht des Tuns des Glaubens das Wegwerfen des Genusses und der Habe unrecht und unzweckmäßig. – Was das Unrecht betrifft, so erhält sie die Übereinstimmung des glaubenden Bewußtseins darin, daß dieses selbst diese Wirklichkeit anerkennt, Eigentum zu besitzen, festzuhalten und zu genießen; es beträgt sich in der Behauptung des Eigentums um so isolierter und hartnäckiger sowie in seinem Genüsse um so roher dahingegeben, da Jenseits dieser Wirklichkeit sein religiöses – Besitz und Genuß aufgebendes – Tun fällt und ihm die Freiheit für jene Seite erkauft. Dieser Dienst der Aufopferung des natürlichen Treibens und Genießens hat durch diesen Gegensatz in der Tat keine Wahrheit; die Beibehaltung hat neben der Aufopferung statt; diese ist nur ein Zeichen, das die wirkliche Aufopferung nur an einem kleinen Teile vollbringt und sie daher in der Tat nur vorstellt.
Finally, in its view of the action of faith, the Enlightenment finds the renunciation of enjoyment and possession unjust and inexpedient. – Concerning the injustice, it receives confirmation from the faithful consciousness itself, which acknowledges this reality of possessing, retaining, and enjoying property. The more isolated and stubbornly the faithful consciousness asserts its property, and the more crudely it indulges in enjoyment, the more its religious act – which renounces possession and enjoyment – falls beyond this reality, purchasing freedom for that side. This service of sacrificing natural impulses and enjoyment, through this opposition, has no truth in fact; the retention exists alongside the sacrifice, which is merely a sign, accomplishing actual sacrifice only in a small part and thus essentially only representing it.
In Ansehung der Zweckmäßigkeit findet die Aufklärung das Wegwerfen einer Habe, um von der Habe, die Versagung eines Genusses, um von dem Genüsse sich befreit zu wissen und zu erweisen, für ungeschickt. Das glaubende Bewußtsein selbst faßt das absolute Tun als ein allgemeines Tun; nicht nur das Handeln seines absoluten Wesens als seines Gegenstandes ist ihm ein allgemeines, sondern auch das einzelne Bewußtsein soll sich ganz und allgemein von seinem[421] sinnlichen Wesen befreit erweisen. Das Wegwerfen einer einzelnen Habe oder das Verzichttun auf einen einzelnen Genuß ist aber nicht diese allgemeine Handlung; und indem in der Handlung wesentlich der Zweck, der ein allgemeiner, und die Ausführung, die eine einzelne ist, vor dem Bewußtsein in ihrer Unangemessenheit stehen müßte, so erweist sie sich als ein solches Handeln, woran das Bewußtsein keinen Anteil hat, und hiermit dies Handeln eigentlich als zu naiv, um eine Handlung zu sein; es ist zu naiv zu fasten, um von der Lust der Mahlzeit sich befreit, – zu naiv, sich, wie Origenes, andere Lust vom Leibe wegzuschaffen, um sie abgetan zu erweisen. Die Handlung selbst erweist sich als ein äußerliches und einzelnes Tun; die Begierde aber ist innerlich eingewurzelt und ein Allgemeines, ihre Lust verschwindet weder mit dem Werkzeuge noch durch einzelne Entbehrung.
Regarding purposiveness, the Enlightenment considers the renunciation of one possession to prove liberation from possession as such, and the denial of one enjoyment to demonstrate freedom from enjoyment as such, as inept. The faithful consciousness itself grasps the absolute act as a universal act; not only is the action of its absolute essence as its object universal, but the individual consciousness must also demonstrate itself as entirely and universally liberated from its[421] sensory essence. However, the renunciation of a singular possession or the abstention from a singular enjoyment is not this universal action. Since in action the purpose, which is universal, and the execution, which is singular, must stand before consciousness in their inadequacy, the action reveals itself as one in which consciousness has no share, thereby exposing this action as too naive to count as genuine action. It is too naive to fast in order to free oneself from the pleasure of meals – too naive, like Origen, to cast off bodily pleasures to prove their elimination. The action proves itself to be an external and singular deed, while desire is inwardly rooted and universal; its pleasure does not vanish through the instrumentality of a tool or through singular abstention.
Die Aufklärung aber isoliert ihrerseits hier das innerliche, Unwirkliche gegen die Wirklichkeit, wie sie gegen die Innerlichkeit des Glaubens in seiner Anschauung und Andacht die Äußerlichkeit der Dingheit festhielt. Sie legt das Wesentliche in die Absicht, in den Gedanken, und erspart dadurch das wirkliche Vollbringen der Befreiung von den natürlichen Zwecken; im Gegenteil ist diese Innerlichkeit selbst das Formale, das an den natürlichen Trieben seine Erfüllung hat, welche eben dadurch gerechtfertigt sind, daß sie innerlich [sind], daß sie dem allgemeinen Sein, der Natur angehören.
The Enlightenment, however, here isolates the inward, unreal from reality, just as it upheld the externality of thinghood against the inwardness of faith in its intuition and devotion. It places the essence in the intention and the thought, thereby sparing itself the actual accomplishment of liberation from natural ends. Conversely, this inwardness itself is the formal element that finds fulfillment in natural drives, which are justified precisely because they are inward – because they belong to universal being, to nature.
Die Aufklärung hat also über den Glauben darum eine unwiderstehliche Gewalt, daß sich in seinem Bewußtsein selbst die Momente finden, welche sie geltend macht. Die Wirkung dieser Kraft näher betrachtet, so scheint ihr Verhalten gegen ihn die schöne Einheit des Vertrauens und der unmittelbaren Gewißheit zu zerreißen, sein geistiges Bewußtsein durch niedrige Gedanken der sinnlichen Wirklichkeit zu verunreinigen, sein in seiner Unterwerfung beruhigtes und sicheres Gemüt durch die Eitelkeit des Verstandes und des eigenen Willens und Vollbringens zu zerstören. Aber in der Tat leitet[422] sie vielmehr die Aufhebung der gedankenlosen oder vielmehr begrifflosen Trennung ein, welche in ihm vorhanden ist. Das glaubende Bewußtsein führt doppeltes Maß und Gewicht, es hat zweierlei Augen, zweierlei Ohren, zweierlei Zunge und Sprache, es hat alle Vorstellungen verdoppelt, ohne diese Doppelsinnigkeit zu vergleichen. Oder der Glaube lebt in zweierlei Wahrnehmungen, der einen, der Wahrnehmung des schlafenden, rein in begrifflosen Gedanken, der anderen des wachen, rein in der sinnlichen Wirklichkeit lebenden Bewußtseins, und in jeder führt er eine eigene Haushaltung, – Die Aufklärung beleuchtet jene himmlische Welt mit den Vorstellungen der sinnlichen und zeigt jener diese Endlichkeit auf, die der Glaube nicht verleugnen kann, weil er Selbstbewußtsein und hiermit die Einheit ist, welcher beide Vorstellungsweisen angehören und worin sie nicht auseinanderfallen; denn sie gehören demselben untrennbaren einfachen Selbst an, in welches er übergegangen ist.
The Enlightenment thus possesses an irresistible power over faith because the moments it asserts are found within faith’s own consciousness. Examining the effect of this power more closely, its conduct toward faith appears to tear apart the beautiful unity of trust and immediate certainty, to pollute its spiritual consciousness with base thoughts of sensory reality, and to destroy its tranquil and assured heart through the vanity of understanding and self-willed action. In truth, however, it initiates the sublation of the thoughtless, or rather conceptless separation inherent in faith. The faithful consciousness employs a double standard; it has two eyes, two ears, two tongues and languages – it has duplicated all representations without comparing this twofoldness. Or faith lives in two perceptions: one of the slumbering consciousness dwelling purely in conceptless thoughts, and the other of the waking consciousness existing purely in sensory reality. In each, it maintains a separate household. – The Enlightenment illuminates that heavenly world with the representations of the sensory and reveals to faith the finitude it cannot deny, for faith is self-consciousness and thus the unity to which both modes of representation belong and within which they do not disintegrate; they belong to the same inseparable simple Self into which faith has merged.
Der Glaube hat hierdurch den Inhalt, der sein Element erfüllte, verloren und sinkt in ein dumpfes Weben des Geistes in ihm selbst zusammen. Er ist aus seinem Reiche vertrieben, oder dies Reich ist ausgeplündert, indem alle Unterscheidung und Ausbreitung desselben das wache Bewußtsein an sich riß und seine Teile alle der Erde als ihr Eigentum vindizierte und zurückgab. Aber befriedigt ist er darum nicht, denn durch diese Beleuchtung ist allenthalben nur einzelnes Wesen entstanden, so daß den Geist nur wesenlose Wirklichkeit und von ihm verlassene Endlichkeit anspricht. – Indem er ohne Inhalt ist und in dieser Leere nicht bleiben kann, oder indem er über das Endliche, das der einzige Inhalt ist, hinausgehend nur das Leere findet, ist er ein reines Sehnen, seine Wahrheit ein leeres Jenseits, dem sich kein gemäßer Inhalt mehr finden läßt, denn alles ist anders verwandt. – Der Glaube ist in der Tat hiermit dasselbe geworden, was die Aufklärung, nämlich das Bewußtsein der Beziehung des an sich seienden Endlichen auf das prädikatlose, unerkannte und unerkennbare Absolute; nur daß sie die befriedigte, er[423] aber die unbefriedigte Aufklärung ist. Es wird sich jedoch an ihr zeigen, ob sie in ihrer Befriedigung bleiben kann; jenes Sehnen des trüben Geistes, der über den Verlust seiner geistigen Welt trauert, steht im Hinterhalte. Sie selbst hat diesen Makel des unbefriedigten Sehnens an ihr, – als reinen Gegenstand an ihrem leeren absoluten Wesen, – als Tun und Bewegung an dem Hinausgehen über ihr Einzelwesen zum unerfüllten Jenseits, – als erfüllten Gegenstand an der Selbstlosigkeit des Nützlichen. Sie wird diesen Makel aufheben; aus der näheren Betrachtung des positiven Resultates, das ihr die Wahrheit ist, wird sich ergeben, daß er an sich darin schon aufgehoben ist.[424]
Through this process, faith has lost the content that once filled its element and collapses into a dull ferment of Spirit within itself. It has been expelled from its kingdom — or rather, this kingdom has been plundered, since the waking consciousness has seized and reclaimed all distinctions and extensions of that realm as earthly property. Yet faith remains unsatisfied, for through this illumination, only isolated entities emerge everywhere, leaving Spirit confronted by a reality devoid of essence and an abandoned finitude. — Deprived of content and unable to abide in this emptiness — or, in transcending the finite (which now stands as its sole content), finding only vacancy — faith becomes a pure yearning, its truth an empty beyond to which no adequate content can correspond, for all has been otherwise appropriated. — In truth, faith has thus become identical to the Enlightenment: a consciousness of the relation between finite being-in-itself and a predicate-less, unrecognized and unknowable Absolute. The difference lies only in this: the Enlightenment is satisfied, whereas faith is unsatisfied. However, we shall see whether the Enlightenment can sustain its satisfaction. The longing of the somber Spirit mourning the loss of its spiritual world lurks in ambush. The Enlightenment itself bears the blemish of this unsatisfied yearning — as the pure object in its empty absolute essence, as activity and movement in the transcendence of its individual being toward an unfulfilled beyond, and as the fulfilled object in the self-lessness of utility. It will annul this blemish. A closer examination of the positive result it holds as truth will reveal that the blemish is already implicitly abolished therein.
b. Die Wahrheit der Aufklärung
b. The Truth of Enlightenment
Das dumpfe, nichts mehr in sich unterscheidende Weben des Geistes ist also in sich selbst jenseits des Bewußtseins getreten, welches dagegen sich klar geworden ist. Das erste Moment dieser Klarheit ist in seiner Notwendigkeit und Bedingung dadurch bestimmt, daß die reine Einsicht oder sie, die an sich Begriff ist, sich verwirklicht; sie tut dies, indem sie das Anderssein oder die Bestimmtheit an ihr setzt. Auf diese Weise ist sie negative reine Einsicht, d. i. Negation des Begriffs; diese ist ebenso rein; und es ist damit das reine Ding, das absolute Wesen, das sonst keine weitere Bestimmung hat, geworden. Dies näher bestimmt, so ist sie, als absoluter Begriff, ein Unterscheiden von Unterschieden, die keine mehr sind, von Abstraktionen oder reinen Begriffen, die sich selbst nicht mehr tragen, sondern nur durch das Ganze der Bewegung Halt und Unterscheidung haben. Dieses Unterscheidendes Nichtunterschiedenen besteht gerade darin, daß der absolute Begriff sich selbst zu seinem Gegenstände macht und jener Bewegung gegenüber sich als das Wesen setzt. Dies entbehrt hierdurch der Seite, worin die Abstraktionen oder Unterschiede auseinandergehalten werden, und wird daher das reine Denken als reines Ding. –[424] Dies ist also eben jenes dumpfe bewußtlose Weben des Geistes in ihm selbst, zu dem der Glaube herabsank, indem er den unterschiedenen Inhalt verlor; – es ist zugleich jene Bewegung des reinen Selbstbewußtseins, der es das absolut fremde Jenseits sein soll. Denn weil dies reine Selbstbewußtsein die Bewegung in reinen Begriffen, in Unterschieden ist, die keine sind, so fällt es in der Tat in das bewußtlose Weben, d. i. in das reine Fühlen oder in die reine Dingheit zusammen. – Der sich selbst entfremdete Begriff – denn er steht hier noch auf der Stufe dieser Entfremdung – aber erkennt nicht dies gleiche Wesen beider Seiten, der Bewegung des Selbstbewußtseins und seines absoluten Wesens, nicht das gleiche Wesen derselben, welches in der Tat ihre Substanz und Bestehen ist. Indem er diese Einheit nicht erkennt, so gilt ihm das Wesen nur in der Form des gegenständlichen Jenseits, das unterscheidende Bewußtsein aber, das auf diese Weise das Ansich außer ihm hat, als ein endliches Bewußtsein.
The dull, no longer self-differentiating ferment of Spirit has thus withdrawn into itself beyond consciousness, which in turn has achieved clarity. The first moment of this clarity is determined in its necessity and condition by the realization of pure insight — or insight that is in itself the Concept. This realization occurs through the positing of otherness or determinacy within insight itself. As such, pure insight becomes negative pure insight — i.e., the negation of the Concept. This negation is equally pure, thereby producing the pure Thing, the absolute essence that admits no further determination. More precisely, as the absolute Concept — the differentiation of differences that are no longer differences, of abstractions or pure concepts that no longer sustain themselves but find stability and distinction only through the whole of the movement — this insight consists in distinguishing the indistinct. The absolute Concept posits itself as its own object and, counterposed to that movement, asserts itself as essence. Here, essence lacks the dimension wherein abstractions or distinctions are held apart, thus becoming pure thinking as pure Thing. — This is precisely the dull, unconscious ferment of Spirit within itself, into which faith descended upon losing its differentiated content. It is simultaneously the movement of pure self-consciousness, which is supposed to be an utterly alien beyond. For since this pure self-consciousness is movement in pure concepts — in distinctions that are not distinctions — it collapses into unconscious ferment, i.e., into pure feeling or pure thinghood. — The self-alienated Concept (for it still resides at this stage of alienation) fails to recognize the identical essence of both sides — the movement of self-consciousness and its absolute essence — an essence that is in truth their substance and subsistence. Unaware of this unity, the Concept apprehends essence only in the form of an objective beyond, while the differentiating consciousness, having thus externalized the in-itself, is reduced to finite consciousness.
Über jenes absolute Wesen gerät die Aufklärung selbst mit sich in den Streit, den sie vorher mit dem Glauben hatte, und teilt sich in zwei Parteien. Eine Partei bewährt sich erst dadurch als die siegende, daß sie in zwei Parteien zerfällt; denn darin zeigt sie das Prinzip, das sie bekämpfte, an ihr selbst zu besitzen und hiermit die Einseitigkeit aufgehoben zu haben, in der sie vorher auftrat. Das Interesse, das sich zwischen ihr und der anderen teilte, fällt nun ganz in sie und vergißt der anderen, weil es in ihr selbst den Gegensatz findet, der es beschäftigt. Zugleich aber ist er in das höhere siegende Element erhoben worden, worin er geläutert sich darstellt. So daß also die in einer Partei entstehende Zwietracht, welche ein Unglück scheint, vielmehr ihr Glück beweist.
The Enlightenment itself now falls into the same conflict with the absolute essence that it previously waged against faith, dividing into two factions. A party first proves itself victorious by splitting into two factions, thereby revealing that it harbors within itself the very principle it opposed and thus has sublated its prior one-sidedness. The interest previously divided between it and the other party now falls entirely within it, eclipsing the other, for the opposition now resides within itself. Moreover, this opposition has been elevated into a higher, triumphant element where it appears purified. Thus, the schism arising within a single party — seemingly a misfortune — in fact demonstrates its triumph.
Das reine Wesen selbst hat keinen Unterschied an ihm, daher kommt er so an dasselbe, daß sich zwei solche reine Wesen für das Bewußtsein oder ein zweifaches Bewußtsein desselben hervortut. – Das reine absolute Wesen ist nur in dem reinen Denken, oder vielmehr es ist das reine Denken selbst,[425] also schlechthin jenseits des Endlichen, des Selbstbewußtseins, und nur das negative Wesen. Aber auf diese Weise ist es eben das Sein, das Negative des Selbstbewußtseins. Als Negatives desselben ist es auch darauf bezogen; es ist das äußere Sein, welches auf es, worin die Unterschiede und Bestimmungen fallen, bezogen die Unterschiede an ihm erhält, geschmeckt, gesehen usf. zu werden; und das Verhältnis ist die sinnliche Gewißheit und Wahrnehmung.
The pure essence itself has no distinction within it; thus difference emerges externally as two such pure essences for consciousness or as a twofold consciousness of the same. – The pure absolute essence exists only in pure thinking, or rather it is pure thinking itself;[425] hence absolutely beyond the finite, beyond self-consciousness, and only the negative essence. But in this way, it is precisely Being, the negative of self-consciousness. As the Negative of self-consciousness, it is also related to it; it is external Being, which, referred to self-consciousness – wherein differences and determinations fall – receives differences within itself, such as being tasted, seen, etc.; and the relation is sensuous certainty and perception.
Wird von diesem sinnlichen Sein, worein jenes negative Jenseits notwendig übergeht, ausgegangen, aber von diesen bestimmten Weisen der Beziehung des Bewußtseins abstrahiert, so bleibt die reine Materie übrig als das dumpfe Weben und Bewegen in sich selbst. Es ist hierbei wesentlich, dies zu betrachten, daß die reine Materie nur das ist, was übrigbleibt, wenn wir vom Sehen, Fühlen, Schmecken usf. abstrahieren, d.h. sie ist nicht das Gesehene, Geschmeckte, Gefühlte usf.; es ist nicht die Materie, die gesehen, gefühlt, geschmeckt wird, sondern die Farbe, ein Stein, ein Salz usf.; sie ist vielmehr die reine Abstraktion, und dadurch ist das reine Wesen des Denkens oder das reine Denken selbst vorhanden, als das nicht in sich unterschiedene, nicht bestimmte, prädikatlose Absolute.
If we start from this sensuous Being into which that negative Beyond necessarily transitions, yet abstract from these determinate modes of consciousness’s relation, what remains is pure matter as the obscure weaving and movement within itself. Here it is essential to observe that pure matter is merely what remains when we abstract from seeing, feeling, tasting, etc. – that is, it is not the seen, tasted, felt, etc.; it is not the matter that is seen, felt, or tasted, but rather color, a stone, salt, etc.; it is instead the pure abstraction, and thereby the pure essence of thinking or pure thinking itself is present as the undifferentiated, indeterminate, predicate-less Absolute.
Die eine Aufklärung nennt das absolute Wesen jenes prädikatlose Absolute, das Jenseits des wirklichen Bewußtseins im Denken ist, von welchem ausgegangen wurde; – die andere nennt es Materie. Wenn sie als Natur und Geist oder Gott unterschieden würden, so würde dem bewußtlosen Weben in sich selbst, um Natur zu sein, der Reichtum des entfalteten Lebens fehlen, dem Geiste oder Gotte das sich in sich unterscheidende Bewußtsein. Beides ist, wie wir gesehen, schlechthin derselbe Begriff; der Unterschied liegt nicht in der Sache, sondern rein nur in dem verschiedenen Ausgangspunkte beider Bildungen und darin, daß jede auf einem eigenen Punkte in der Bewegung des Denkens stehenbleibt. Wenn sie darüber hinwegsetzten, würden sie zusammentreffen und als dasselbe erkennen, was der einen, wie sie[426] vorgibt, ein Greuel, der anderen eine Torheit ist. Denn der einen ist das absolute Wesen in ihrem reinen Denken oder unmittelbar für das reine Bewußtsein, außer dem endlichen Bewußtsein, das negative Jenseits desselben. Würde sie darauf reflektieren, daß teils jene einfache Unmittelbarkeit des Denkens nichts anderes ist als das reine Sein, teils das, was negativ für das Bewußtsein ist, sich zugleich darauf bezieht, daß im negativen Urteile das »ist« (Kopula) beide Getrennten ebenso zusammenhält, – so würde sich die Beziehung dieses Jenseits in der Bestimmung eines äußeren Seienden auf das Bewußtsein ergeben und hiermit als dasselbe, was reine Materie genannt wird; das fehlende Moment der Gegenwart wäre gewonnen. – Die andere Aufklärung geht von dem sinnlichen Sein aus, abstrahiert dann von der sinnlichen Beziehung des Schmeckens, Sehens usf. und macht es zum reinen Ansich, zur absoluten Materie, dem nicht Gefühlten noch Geschmeckten; dies Sein ist auf diese Weise das prädikatlose Einfache, Wesen des reinen Bewußtseins geworden; es ist der reine Begriff als an sich seiend oder das reine Denken in sich selbst. Diese Einsicht macht in ihrem Bewußtsein nicht den entgegengesetzten Schritt vom Seienden, welches rein Seiendes ist, zum Gedachten, das dasselbe ist als das rein Seiende, oder nicht vom rein Positiven zum rein Negativen; indem doch das Positive rein schlechthin nur durch die Negation ist, das rein Negative aber, als reines, sich in sich selbst gleich und eben dadurch positiv ist. – Oder beide sind nicht zum Begriffe der Cartesischen Metaphysik gekommen, daß an sich Sein und Denken dasselbe ist, nicht zu dem Gedanken, daß Sein, reines Sein nicht ein konkretes Wirkliches ist, sondern die reine Abstraktion, und umgekehrt das reine Denken, die Sichselbstgleichheit oder das Wesen, teils das Negative des Selbstbewußtseins und hiermit Sein, teils als unmittelbare Einfachheit ebenso nichts anderes als Sein ist; das Denken ist Dingheit, oder Dingheit ist Denken.
One Enlightenment names the absolute essence that predicate-less Absolute, the Beyond of actual consciousness in thinking, from which it proceeds; – the other names it matter. If they were distinguished as nature and spirit or God, then the unconscious weaving within itself – to be nature – would lack the richness of developed life, and spirit or God would lack self-differentiating consciousness. Both, as we have seen, are absolutely the same concept; the difference lies not in the matter itself but purely in the divergent starting points of both formations and in each remaining fixed at a distinct point in the movement of thinking. If they transcended this, they would converge and recognize as identical what one claims is an abomination and the other a folly. For the first, the absolute essence in its pure thinking or as immediately for pure consciousness lies outside finite consciousness as its negative Beyond. If it were to reflect that, on the one hand, this simple immediacy of thinking is nothing but pure Being, and on the other, that what is negative for consciousness simultaneously relates to it – since in the negative judgment the copula “is” binds the separated terms – it would recognize the relation of this Beyond as determined by an external Being to consciousness and thus as identical to what is called pure matter; the missing moment of presence would be attained. – The other Enlightenment starts from sensuous Being, abstracts from the sensuous relation of tasting, seeing, etc., and posits it as pure in-itself, as absolute matter – unfelt, untasted; this Being thereby becomes the predicate-less simple, the essence of pure consciousness; it is the pure concept as in-itself or pure thinking within itself. This insight does not take the counter-step in its consciousness from Being, which is purely Being, to the thought that is identical to purely Being, nor from the purely positive to the purely negative – even though the positive is purely so only through negation, and the purely negative, as pure, is self-identical and thereby positive. – Alternatively, neither has arrived at the concept of Cartesian metaphysics – that Being-in-itself and thinking are the same – nor at the thought that Being, pure Being is not a concrete actuality but the pure abstraction, and conversely that pure thinking – self-identity or essence – is, on the one hand, the Negative of self-consciousness and thus Being, and on the other, as immediate simplicity, is nothing other than Being; thinking is thinghood, or thinghood is thinking.
Das Wesen hat hier die Entzweiung erst so an ihm, daß es zwei Arten der Betrachtungsweise angehört; teils muß das[427] Wesen den Unterschied an ihm selbst haben, teils gehen eben darin die beiden Betrachtungsarten in eine zusammen; denn die abstrakten Momente des reinen Seins und des Negativen, wodurch sie sich unterscheiden, sind alsdann in dem Gegenstande dieser Betrachtungsweisen vereinigt. – Das gemeinschaftliche Allgemeine ist die Abstraktion des reinen Erzitterns in sich selbst oder des reinen Sich-selbst-Denkens. Diese einfache achsendrehende Bewegung muß sich auseinanderwerfen, weil sie selbst nur Bewegung ist, indem sie ihre Momente unterscheidet. Diese Unterscheidung der Momente läßt das Unbewegte als die leere Hülse des reinen Seins, das kein wirkliches Denken, kein Leben in sich selbst mehr ist, zurück; denn sie ist als der Unterschied aller Inhalt. Sie, die sich außer jener Einheit setzt, ist aber hiermit der nicht in sich zurückkehrende Wechsel der Momente, des Ansich– und des Für-ein-Anderes– und des Fürsichseins, – die Wirklichkeit, wie sie Gegenstand für das wirkliche Bewußtsein der reinen Einsicht ist, – die Nützlichkeit.
Here, the essence first has the sundering within itself such that it belongs to two modes of consideration; on the one hand, the essence must have difference within itself; on the other, in this very difference, the two modes collapse into one. For the abstract moments of pure Being and the Negative – through which they are distinguished – are thereby united in the object of these modes of consideration. – The common universal is the abstraction of pure trembling-within-itself or pure self-thinking. This simple axial rotation must disintegrate because it is itself movement only by differentiating its moments. This differentiation of moments leaves behind the immobile as the empty husk of pure Being, which is no longer actual thinking or life within itself; for it is, as the difference, all content. This differentiation, positing itself outside that unity, is thereby the non-self-returning alternation of moments – in-itself, being-for-an-other, and being-for-itself – the actuality that is the object for the actual consciousness of pure insight: utility.
So schlecht die Nützlichkeit dem Glauben oder der Empfindsamkeit oder auch der sich Spekulation nennenden Abstraktion, welche sich das Ansich fixiert, aussehen mag, so ist sie es, worin die reine Einsicht ihre Realisierung vollendet und sich selbst ihr Gegenstand ist, den sie nun nicht mehr verleugnet und der auch nicht den Wert des Leeren oder des reinen Jenseits für sie hat. Denn die reine Einsicht ist, wie wir sahen, der seiende Begriff selbst oder die sich selbst gleiche reine Persönlichkeit, so sich in sich unterscheidend, daß jedes der Unterschiedenen selbst reiner Begriff, d.h. unmittelbar nicht unterschieden ist; sie ist einfaches reines Selbstbewußtsein, welches ebensowohl für sich als an sich in einer unmittelbaren Einheit ist. Sein Ansichsein ist daher nicht bleibendes Sein, sondern hört unmittelbar auf, in seinem Unterschiede etwas zu sein; ein solches Sein aber, das unmittelbar keinen Halt hat, ist nicht an sich, sondern wesentlich für ein Anderes, das die Macht ist, die es absorbiert. Aber dies zweite, dem ersten, dem Ansichsein, entgegengesetzte[428] Moment verschwindet ebenso unmittelbar als das erste; oder als Sein nur für Anderes ist es vielmehr das Verschwinden selbst, und es ist das in sich Zurückgekehrt-, das Fürsichsein gesetzt. Dies einfache Fürsichsein ist aber als die Sichselbstgleichheit vielmehr ein Sein oder damit für ein Anderes. – Diese Natur der reinen Einsicht in der Entfaltung ihrer Momente oder sie als Gegenstand druckt das Nützliche aus. Es ist ein an sich Bestehendes oder Ding, dies Ansichsein ist zugleich nur reines Moment; es ist somit absolut für ein Anderes, aber es ist ebenso nur für ein Anderes, als es an sich ist; diese entgegengesetzten Momente sind in die unzertrennliche Einheit des Fürsichseins zurückgekehrt. Wenn aber das Nützliche wohl den Begriff der reinen Einsicht ausdrückt, so ist es jedoch nicht als solche, sondern sie als Vorstellung oder als ihr Gegenstand; es ist nur der rastlose Wechsel jener Momente, deren eines zwar das in sich selbst Zurückgekehrtsein selbst ist, aber nur als Fürsichsein, d.h. als ein abstraktes, gegen die anderen auf die Seite tretendes Moment. Das Nützliche selbst ist nicht das negative Wesen, diese Momente in ihrer Entgegensetzung zugleich ungetrennt in einer und derselben Rücksicht oder als ein Denken an sich zu haben, wie sie als reine Einsicht sind; das Moment des Fürsichseins ist wohl an dem Nützlichen, aber nicht so, daß es über die anderen Momente, das Ansich und das Sein für Anderes, übergreift und somit das Selbst wäre. Die reine Einsicht hat also an dem Nützlichen ihren eigenen Begriff in seinen reinen Momenten zum Gegenstandes sie ist das Bewußtsein dieser Metaphysik, aber noch nicht das Begreifen derselben; es ist noch nicht zu der Einheit des Seins und des Begriffs selbst gekommen. Weil das Nützliche noch die Form eines Gegenstandes für sie hat, hat sie eine zwar nicht mehr an und für sich seiende, aber doch noch eine Welt, welche sie von sich unterscheidet. Allein indem die Gegensätze auf die Spitze des Begriffs herausgetreten sind, wird dies die nächste Stufe sein, daß sie zusammenstürzen und die Aufklärung die Früchte ihrer Taten erfährt.[429]
However contemptible utility may appear to faith, sensibility, or even to the abstraction that fixates on the in-itself while calling itself speculation, it is through utility that pure insight completes its realization and becomes its own object, which it no longer disavows and which no longer holds the value of emptiness or a pure beyond. For pure insight, as we have seen, is the self-existent Concept itself—the self-identical pure personality that differentiates itself internally such that each differentiated moment is itself a pure Concept, i.e., immediately undifferentiated. It is the simple pure self-consciousness that is for itself and in itself in an immediate unity. Its being-in-itself is thus not an enduring Being but immediately ceases to be anything determinate in its difference. Such a Being, having no immediate stability, is not in-itself but essentially for-an-Other, which is the power that absorbs it. Yet this second moment, opposed to the first (the in-itself), vanishes just as immediately as the first. Or, as Being-for-Other, it is rather vanishing itself, posited as the return into itself—as being-for-itself. However, this simple being-for-itself, as self-identity, is instead a Being and thereby for-an-Other. The nature of pure insight, in the unfolding of its moments or as object, is expressed through utility. Utility is an in-itself subsisting as a thing, but this in-itself is at the same time only a pure moment; it is thus absolutely for-an-Other, yet it is for-an-Other only insofar as it is in-itself. These opposed moments collapse into the indivisible unity of being-for-itself. Though utility expresses the Concept of pure insight, it does so not as insight itself but as insight’s representation or object. Utility is merely the restless alternation of these moments, one of which is indeed the return into itself—but only as being-for-itself, i.e., as an abstract moment set apart against the others. Utility itself is not the negative essence that holds these moments undivided in their opposition, both in one and the same regard and as implicit thought, as they exist in pure insight. The moment of being-for-itself is present in utility, but not in such a way that it transcends the other moments (the in-itself and Being-for-Other) and thereby becomes the Self. Pure insight thus finds its own Concept in utility’s pure moments as its object; it is the consciousness of this metaphysics but not yet its comprehension. It has not yet attained the unity of Being and the Concept itself. Because utility still retains the form of an object for insight, insight retains a world distinct from itself, though one no longer existing in and for itself. Yet once the oppositions are pushed to the pinnacle of the Concept, the next stage will be their collapse, and Enlightenment will reap the fruits of its deeds.[429]
Den erreichten Gegenstand in Beziehung auf diese ganze Sphäre betrachtet, so hatte die wirkliche Welt der Bildung sich in die Eitelkeit des Selbstbewußtseins zusammengefaßt, – in das Fürsichsein, das ihre Verworrenheit noch zu seinem Inhalte hat und noch der, einzelne Begriff, noch nicht der für sich allgemeine ist. In sich aber zurückgekehrt ist er die reine Einsicht, – das reine Bewußtsein als das reine Selbst oder die Negativität, wie der Glaube ebendasselbe als das reine Denken oder die Positivität. Der Glaube hat in jenem Selbst das ihn vervollständigende Moment; – aber durch diese Ergänzung untergehend, ist es nun an der reinen Einsicht, daß wir die beiden Momente sehen, als das absolute Wesen, das rein gedacht oder Negatives, und als Materie, die das positive Seiende ist. – Es fehlt dieser Vollständigkeit noch jene Wirklichkeit des Selbstbewußtseins, welche dem eitlen Bewußtsein angehört, – die Welt, aus welcher das Denken sich zu sich erhob. Dies Fehlende ist in der Nützlichkeit insofern erreicht, als die reine Einsicht daran die positive Gegenständlichkeit erlangte; sie ist dadurch wirkliches in sich befriedigtes Bewußtsein. Diese Gegenständlichkeit macht nun ihre Welt aus; sie ist die Wahrheit der vorhergehenden ganzen, der ideellen wie der reellen Welt geworden. Die erste Welt des Geistes ist das ausgebreitete Reich seines sich zerstreuenden Daseins und der vereinzelten Gewißheit seiner selbst; wie die Natur ihr Leben in unendlich mannigfaltige Gestalten zerstreut, ohne daß die Gattung derselben vorhanden wäre. Die zweite enthält die Gattung und ist das Reich des Ansichseins oder der Wahrheit, entgegengesetzt jener Gewißheit. Das dritte aber, das Nützliche, ist die Wahrheit, welche ebenso die Gewißheit seiner selbst ist. Dem Reiche der Wahrheit des Glaubens fehlt das Prinzip der Wirklichkeit oder Gewißheit seiner selbst als dieses Einzelnen. Der Wirklichkeit aber oder Gewißheit seiner selbst als dieses Einzelnen fehlt das Ansich. In dem Gegenstande der reinen Einsicht sind beide Welten vereinigt. Das Nützliche ist der Gegenstand, insofern das Selbstbewußtsein ihn durchschaut[430] und die einzelne Gewißheit seiner selbst, seinen Genuß (sein Fürsichsein) in ihm hat; es sieht ihn auf diese Weise ein, und diese Einsicht enthält das wahre Wesen des Gegenstandes (ein Durchschautes oder für ein Anderes zu sein); sie ist also selbst wahres Wissen, und das Selbstbewußtsein hat ebenso unmittelbar die allgemeine Gewißheit seiner selbst, sein reines Bewußtsein in diesem Verhältnisse, in welchem also ebenso Wahrheit wie Gegenwart und Wirklichkeit vereinigt sind. Beide Welten sind versöhnt und der Himmel auf die Erde herunter verpflanzt.[431]
Considering the attained object in relation to this entire sphere, the actual world of culture had coalesced into the vanity of self-consciousness — into being-for-itself, which still contains this confusion as its content and remains the singular concept, not yet the universal concept existing for itself. But when returned into itself, it becomes pure insight — pure consciousness as the pure self or negativity, just as faith is precisely the same as pure thinking or positivity. Faith possesses in that self the moment that completes it — yet through this completion, having perished, we now see in pure insight the two moments as the absolute essence: as purely thought or negative, and as matter, which is positive being. — What is still lacking in this completeness is the actuality of self-consciousness belonging to vain consciousness — the world from which thinking elevated itself to itself. This lack is fulfilled through utility insofar as pure insight attains positive objectivity in it; thereby, insight becomes actual consciousness satisfied within itself. This objectivity now constitutes its world; it has become the truth of the entire preceding sphere, both the ideal and the real. The first world of spirit is the expansive realm of its dispersed existence and the singular certainty of itself — just as nature disperses its life into infinitely manifold forms without the genus of them being present. The second world contains the genus and is the realm of being-in-itself or truth, opposed to that certainty. The third, however, the useful, is truth that is equally the certainty of itself. The realm of faith's truth lacks the principle of actuality or certainty of itself as this singular individual. Conversely, actuality or certainty of itself as this singular individual lacks being-in-itself. In the object of pure insight, both worlds are united. The useful is the object insofar as self-consciousness sees through it [430] and possesses within it the singular certainty of itself, its enjoyment (its being-for-itself); it grasps the object in this way insightfully, and this insight contains the true essence of the object (to be something seen through or being-for-an-other); it is thus itself true knowledge, and self-consciousness immediately has the universal certainty of itself, its pure consciousness, in this relationship wherein truth and presence as well as actuality are united. Both worlds are reconciled, and heaven is transplanted onto earth. [431]
III. Die absolute Freiheit und der Schrecken
III. Absolute Freedom and Terror
Das Bewußtsein hat in der Nützlichkeit seinen Begriff gefunden. Aber er ist teils noch Gegenstand, teils eben darum noch Zweck, in dessen Besitze es sich noch nicht unmittelbar befindet. Die Nützlichkeit ist noch Prädikat des Gegenstandes, nicht Subjekt selbst oder seine unmittelbare und einzige Wirklichkeit. Es ist dasselbe, was vorhin so erschien, daß das Fürsichsein noch nicht sich als die Substanz der übrigen Momente erwiesen, wodurch das Nützliche unmittelbar nichts anderes als das Selbst des Bewußtseins und dieses hierdurch in seinem Besitze wäre. – Diese Rücknahme der Form der Gegenständlichkeit des Nützlichen ist aber an sich schon geschehen, und aus dieser inneren Umwälzung tritt die wirkliche Umwälzung der Wirklichkeit, die neue Gestalt des Bewußtseins, die absolute Freiheit hervor.
Consciousness has found its concept in utility. But this concept is still partly an object and partly, for that very reason, a purpose that it does not yet immediately possess. Utility remains a predicate of the object, not the subject itself or its immediate and sole actuality. This is the same as what appeared earlier: being-for-itself has not yet demonstrated itself as the substance of the other moments, through which the useful would immediately be nothing other than the self of consciousness, and consciousness would thereby possess it. — However, this retraction of the form of the objectivity of the useful has already occurred in-itself, and from this inner upheaval emerges the actual upheaval of reality — the new shape of consciousness: absolute freedom.
Es ist nämlich in der Tat nicht mehr als ein leerer Schein von Gegenständlichkeit vorhanden, der das Selbstbewußtsein von dem Besitze trennt. Denn teils ist überhaupt alles Bestehen und Gelten der bestimmten Glieder der Organisation der wirklichen und geglaubten Welt in diese einfache Bestimmung als in ihren Grund und Geist zurückgegangen; teils aber hat diese nichts Eigenes mehr für sich, sie ist vielmehr reine Metaphysik, reiner Begriff oder Wissen des[431] Selbstbewußtseins. Von dem Anundfürsichsein des Nützlichen als Gegenstandes erkennt nämlich das Bewußtsein, daß sein Ansichsein wesentlich Sein für Anderes ist; das Ansichsein als das Selbstlose ist in Wahrheit das passive oder was für ein anderes Selbst ist. Der Gegenstand ist aber für das Bewußtsein in dieser abstrakten Form des reinen Ansichseins, denn es ist reines Einsehen, dessen Unterschiede in der reinen Form der Begriffe sind. – Das Fürsichsein aber, in welches das Sein für Anderes zurückgeht, das Selbst, ist nicht ein von dem Ich verschiedenes, eigenes Selbst dessen, was Gegenstand heißt; denn das Bewußtsein als reine Einsicht ist nicht einzelnes Selbst, dem der Gegenstand ebenso als eigenes Selbst gegenüberstände, sondern es ist der reine Begriff, das Schauen des Selbsts in das Selbst, das absolute sich selbst doppelt Sehen; die Gewißheit seiner ist das allgemeine Subjekt und sein wissender Begriff das Wesen aller Wirklichkeit. Wenn also das Nützliche nur der nicht in seine eigene Einheit zurückkehrende Wechsel der Momente und daher noch Gegenstand für das Wissen war, so hört er auf, dieses zu sein; denn das Wissen ist selbst die Bewegung jener abstrakten Momente, es ist das allgemeine Selbst, das Selbst ebenso seiner als des Gegenstandes, und als allgemeines die in sich zurückkehrende Einheit dieser Bewegung.
For in truth, there is no longer anything more than an empty semblance of objectivity separating self-consciousness from possession. On the one hand, all subsistence and validity of the determinate members of the organized system of the actual and believed world have returned into this simple determination as their ground and spirit; on the other hand, this determination no longer has anything of its own — it is rather pure metaphysics, pure concept, or the knowledge of [431] self-consciousness. Regarding the being-in-and-for-itself of the useful as an object, consciousness recognizes that its being-in-itself is essentially being-for-an-other; being-in-itself as the self-less is in truth the passive or what exists for another self. But the object is present for consciousness in this abstract form of pure being-in-itself, for consciousness is pure insight, whose distinctions are in the pure form of concepts. — The being-for-itself into which being-for-an-other returns — the self — is not a self distinct from the I, a self belonging to what is called the object; for consciousness as pure insight is not a singular self to which the object would stand opposed as an own self. Rather, it is the pure concept, the seeing of the self into the self — the absolute self doubling itself in vision. Its certainty is the universal subject, and its knowing concept is the essence of all actuality. Thus, if the useful was merely the non-returning alternation of moments and hence still an object for knowledge, it now ceases to be such. For knowledge is itself the movement of those abstract moments — it is the universal self, the self of both itself and the object, and as the universal, it is the inwardly returning unity of this movement.
Hiermit ist der Geist als absolute Freiheit vorhanden; er ist das Selbstbewußtsein, welches sich erfaßt, daß seine Gewißheit seiner selbst das Wesen aller geistigen Massen der realen sowie der übersinnlichen Welt, oder umgekehrt, daß Wesen und Wirklichkeit das Wissen des Bewußtseins von sich ist. – Es ist [sich] seiner reinen Persönlichkeit und darin aller geistigen Realität bewußt, und alle Realität ist nur Geistiges; die Welt ist ihm schlechthin sein Wille, und dieser ist allgemeiner Wille. Und zwar ist er nicht der leere Gedanke des Willens, der in stillschweigende oder repräsentierte Einwilligung gesetzt wird, sondern reell allgemeiner Wille, Wille aller Einzelnen als solcher. Denn der Wille ist an sich das Bewußtsein der Persönlichkeit oder eines jeden, und als[432] dieser wahrhafte wirkliche Wille soll er sein, als selbstbewußtes Wesen aller und jeder Persönlichkeit, so daß jeder immer ungeteilt alles tut und [daß,] was als Tun des Ganzen auftritt, das unmittelbare und bewußte Tun eines Jeden ist.
Herewith Spirit is present as absolute freedom; it is self-consciousness that comprehends itself as the certainty that its self-certainty is the essence of all spiritual masses of both the real and supersensible worlds – or conversely, that essence and actuality are consciousness’s knowledge of itself. – It is conscious of its pure personality, and therein of all spiritual reality; all reality is solely spiritual; the world is absolutely its will, and this will is the universal will. Moreover, it is not the empty thought of the will, posited in tacit or represented consent, but the real universal will, the will of all singular individuals as such. For the will is inherently the consciousness of personality or of each, and as[432] this true actual will it is meant to be – as the self-conscious essence of all and every personality – so that each always undividedly performs everything, and what appears as the deed of the whole is the immediate and conscious deed of each.
Diese ungeteilte Substanz der absoluten Freiheit erhebt sich auf den Thron der Welt, ohne daß irgendeine Macht ihr Widerstand zu leisten vermöchte. Denn indem in Wahrheit das Bewußtsein allein das Element ist, worin die geistigen Wesen oder Mächte ihre Substanz haben, so ist ihr ganzes System, das sich durch die Teilung in Massen organisierte und erhielt, zusammengefallen, nachdem das einzelne Bewußtsein den Gegenstand so erfaßt, daß er kein anderes Wesen habe als das Selbstbewußtsein selbst, oder daß er absolut der Begriff ist. Was den Begriff zum seienden Gegenstande machte, war seine Unterscheidung in abgesonderte bestehende Massen; indem aber der Gegenstand zum Begriffe wird, ist nichts Bestehendes mehr an ihm; die Negativität hat alle seine Momente durchdrungen. Er tritt so in die Existenz, daß jedes einzelne Bewußtsein aus der Sphäre, der es zugeteilt war, sich erhebt, nicht mehr in dieser besonderten Masse sein Wesen und sein Werk findet, sondern sein Selbst als den Begriff des Willens, alle Massen als Wesen dieses Willens erfaßt und sich hiermit auch nur in einer Arbeit verwirklichen kann, welche ganze Arbeit ist. In dieser absoluten Freiheit sind also alle Stände, welche die geistigen Wesen sind, worein sich das Ganze gliedert, getilgt; das einzelne Bewußtsein, das einem solchen Gliede angehörte und in ihm wollte und vollbrachte, hat seine Schranke aufgehoben; sein Zweck ist der allgemeine Zweck, seine Sprache das allgemeine Gesetz, sein Werk das allgemeine Werk.
This undivided substance of absolute freedom ascends the throne of the world without any power being able to resist it. For since consciousness alone is the element in which spiritual beings or powers have their substance, their entire system – which organized and sustained itself through division into masses – has collapsed now that individual consciousness has grasped the object as having no essence other than self-consciousness itself, or as being absolutely the Concept. What made the Concept into an existing object was its differentiation into separate subsisting masses; but since the object has become the Concept, nothing subsisting remains in it; negativity has permeated all its moments. It enters existence in such a way that each individual consciousness rises above the sphere assigned to it, no longer finds its essence and work in this particularized mass, but grasps its self as the Concept of the will, all masses as essences of this will, and can therefore realize itself only in a labor that is total labor. In this absolute freedom, therefore, all estates – which are the spiritual beings into which the whole is articulated – are abolished; the individual consciousness that belonged to such a member, willed and accomplished within it, has removed its limitation; its purpose is the universal purpose, its language the universal law, its work the universal work.
Der Gegenstand und der Unterschied hat hier die Bedeutung der Nützlichkeit, die Prädikat alles realen Seins war, verloren; das Bewußtsein fängt seine Bewegung nicht an ihm an als an einem Fremden, von dem aus es erst in sich zurückkehrte, sondern der Gegenstand ist ihm das Bewußtsein[433] selbst; der Gegensatz besteht also allein in dem Unterschiede des einzelnen und allgemeinen Bewußtseins; aber das einzelne ist sich unmittelbar selbst dasjenige, was nur den Schein des Gegensatzes hatte, es ist allgemeines Bewußtsein und Willen. Das Jenseits dieser seiner Wirklichkeit schwebt über dem Leichnam der verschwundenen Selbständigkeit des realen oder geglaubten Seins nur als die Ausdünstung eines faden Gases, des leeren être suprême.
Here, the object and distinction have lost the significance of utility, which was the predicate of all real being. Consciousness does not begin its movement from the object as something alien from which it first returns into itself; rather, the object is consciousness[433] itself. The opposition now consists solely in the distinction between singular and universal consciousness. But the singular is immediately aware that it is itself what only seemed to be opposed; it is universal consciousness and will. The Beyond of its actuality hovers over the corpse of the vanished independence of real or believed being only as the exhalation of a vapid gas – the empty être suprême [Supreme Being].
Es ist nach Aufhebung der unterschiedenen geistigen Massen und des beschränkten Lebens der Individuen sowie seiner beiden Welten also nur die Bewegung des allgemeinen Selbstbewußtseins in sich selbst vorhanden, als eine Wechselwirkung desselben in der Form der Allgemeinheit und des persönlichen Bewußtseins; der allgemeine Wille geht in sich und ist einzelner Wille, dem das allgemeine Gesetz und Werk gegenübersteht. Aber dies einzelne Bewußtsein ist sich seiner ebenso unmittelbar als allgemeinen Willens bewußt; es ist sich bewußt, daß sein Gegenstand von ihm gegebenes Gesetz und von ihm vollbrachtes Werk ist; in Tätigkeit übergehend und Gegenständlichkeit erschaffend, macht es also nichts Einzelnes, sondern nur Gesetze und Staatsaktionen.
After the sublation of the differentiated spiritual masses and the restricted life of individuals along with their two worlds, there remains only the movement of universal self-consciousness within itself, as an interaction between itself in the form of universality and personal consciousness. The universal will withdraws into itself and becomes an individual will, over against which stand universal law and work. Yet this individual consciousness is immediately aware of itself as the universal will; it knows that its object is the law it has given and the work it has accomplished. When transitioning into activity and creating objectivity, it thus produces nothing singular but only laws and acts of state.
Diese Bewegung ist hierdurch die Wechselwirkung des Bewußtseins mit sich selbst, worin es nichts in der Gestalt eines freien ihm gegenübertretenden Gegenstandes entläßt. Es folgt daraus, daß es zu keinem positiven Werke, weder zu allgemeinen Werken der Sprache noch der Wirklichkeit, weder zu Gesetzen und allgemeinen Einrichtungen der bewußten, noch zu Taten und Werken der wollenden Freiheit kommen kann. – Das Werk, zu welchem die sich Bewußtsein gebende Freiheit sich machen könnte, würde darin bestehen, daß sie als allgemeine Substanz sich zum Gegenstande und bleibenden Sein machte. Dies Anderssein wäre der Unterschied an ihr, wonach sie sich in bestehende geistige Massen und in die Glieder verschiedener Gewalten teilte; teils daß diese Massen die Gedankendinge einer gesonderten[434] gesetzgebenden, richterlichen und ausübenden Gewalt wären, teils aber die realen Wesen, die sich in der realen Welt der Bildung ergaben, und, indem der Inhalt des allgemeinen Tuns näher beachtet würde, die besonderen Massen des Arbeitens, welche weiter als speziellere Stände unterschieden werden. – Die allgemeine Freiheit, die sich auf diese Weise in ihre Glieder gesondert und ebendadurch zur seienden Substanz gemacht hätte, wäre dadurch frei von der einzelnen Individualität und teilte die Menge der Individuen unter ihre verschiedenen Glieder. Das Tun und Sein der Persönlichkeit fände sich aber dadurch auf einen Zweig des Ganzen, auf eine Art des Tuns und Seins beschränkt; in das Element des Seins gesetzt, erhielte sie die Bedeutung einer bestimmten; sie hörte auf, in Wahrheit allgemeines Selbstbewußtsein zu sein. Dieses läßt sich dabei nicht durch die Vorstellung des Gehorsams unter selbstgegebenen Gesetzen, die ihm einen Teil zuwiesen, noch durch seine Repräsentation beim Gesetzgeben und allgemeinen Tun um die Wirklichkeit betrügen, – nicht um die Wirklichkeit, selbst das Gesetz zu geben und nicht ein einzelnes Werk, sondern das Allgemeine selbst zu vollbringen; denn wobei das Selbst nur repräsentiert und vorgestellt ist, da ist es nicht wirklich, wo es vertreten ist, ist es nicht.
This movement is thereby the self-interaction of consciousness, in which it releases nothing in the shape of a free object standing opposed to it. It follows that it cannot arrive at any positive work—neither at universal works of language nor of actuality, neither at laws and institutions of conscious freedom, nor at deeds and works of willing freedom. – The work that freedom, which gives itself consciousness, could produce would consist in its making itself, as universal substance, into an object and enduring being. This otherness would be the distinction within it, through which it divides itself into subsisting spiritual masses and the limbs of different powers: partly that these masses would be the thought-entities of separated[434] legislative, judicial, and executive powers, and partly the real essences that emerged in the real world of culture. Moreover, if the content of universal activity were more closely examined, they would include the particular masses of labor, further differentiated as specific estates. – Universal freedom, having thus particularized itself into its members and thereby become existent substance, would thereby be free from singular individuality and distribute the multitude of individuals among its various members. However, the activity and being of personality would thereby find itself restricted to one branch of the whole, to one kind of activity and being. Placed into the element of being, it would acquire the significance of being determinate; it would cease to be universal self-consciousness in truth. This universal self-consciousness cannot be deceived about actuality through the representation of obedience to self-given laws that assign it a portion, nor through its representation in legislation and universal activity – not about the reality of itself giving the law and not merely a singular work, but itself accomplishing the universal. For where the self is only represented and imagined, it is not actual; where it is represented by another, it is not.
Wie in diesem allgemeinen Werke der absoluten Freiheit als daseiender Substanz sich das einzelne Selbstbewußtsein nicht findet, ebensowenig in eigentlichen Taten und individuellen Handlungen ihres Willens. Daß das Allgemeine zu einer Tat komme, muß es sich in das Eins der Individualität zusammennehmen und ein einzelnes Selbstbewußtsein an die Spitze stellen; denn der allgemeine Wille ist nur in einem Selbst, das Eines ist, wirklicher Wille. Dadurch aber sind alle anderen Einzelnen von dem Ganzen dieser Tat ausgeschlossen und haben nur einen beschränkten Anteil an ihr, so daß die Tat nicht Tat des wirklichen allgemeinen Selbstbewußtseins sein würde. – Kein positives Werk noch Tat kann also die allgemeine Freiheit hervorbringen; es bleibt[435] ihr nur das negative Tun; sie ist nur die Furie des Verschwindens.
Just as individual self-consciousness does not find itself in this universal work of absolute freedom as existent substance, neither does it find itself in actual deeds and individual acts of its will. For the universal to become an act, it must gather itself into the One of individuality and place a singular self-consciousness at the forefront; for the universal will is an actual will only in a self that is One. But through this, all other individuals are excluded from the whole of this act and have only a limited share in it, so that the act would not be an act of actual universal self-consciousness. – Thus, no positive work or deed can bring forth universal freedom; only negative doing remains for it;[435] it is merely the fury of vanishing.
Aber die höchste und der allgemeinen Freiheit entgegengesetzteste Wirklichkeit oder vielmehr der einzige Gegenstand, der für sie noch wird, ist die Freiheit und Einzelheit des wirklichen Selbstbewußtseins selbst. Denn jene Allgemeinheit, die sich nicht zu der Realität der organischen Gliederung kommen läßt und in der ungeteilten Kontinuität sich zu erhalten den Zweck hat, unterscheidet sich in sich zugleich, weil sie Bewegung oder Bewußtsein überhaupt ist. Und zwar um ihrer eigenen Abstraktion willen trennt sie sich in ebenso abstrakte Extreme, in die einfache, unbiegsame, kalte Allgemeinheit und in die diskrete, absolute, harte Sprödigkeit und eigensinnige Punktualität des wirklichen Selbstbewußtseins. Nachdem sie mit der Vertilgung der realen Organisation fertig geworden und nun für sich besteht, ist dies ihr einziger Gegenstand – ein Gegenstand, der keinen anderen Inhalt, Besitz, Dasein und äußerliche Ausdehnung mehr hat, sondern er ist nur dies Wissen von sich als absolut reinem und freiem einzelnen Selbst. An was er erfaßt werden kann, ist allein sein abstraktes Dasein überhaupt. – Das Verhältnis also dieser beiden, da sie unteilbar absolut für sich sind und also keinen Teil in die Mitte schicken können, wodurch sie sich verknüpften, ist die ganz unvermittelte reine Negation, und zwar die Negation des Einzelnen als Seienden in dem Allgemeinen. Das einzige Werk und Tat der allgemeinen Freiheit ist daher der Tod, und zwar ein Tod, der keinen inneren Umfang und Erfüllung hat; denn was negiert wird, ist der unerfüllte Punkt des absolut freien Selbsts; er ist also der kälteste, platteste Tod, ohne mehr Bedeutung als das Durchhauen eines Kohlhaupts oder ein Schluck Wassers.
But the highest reality – indeed, the sole object still available to universal freedom – is the freedom and singularity of actual self-consciousness itself. For this universality, which cannot attain the reality of organic articulation and whose purpose is to preserve itself in undivided continuity, inherently differentiates itself because it is movement or consciousness as such. Precisely due to its own abstraction, it splits into equally abstract extremes: the simple, inflexible, cold universality on one side, and the discrete, absolute, brittle rigidity and stubborn punctuality of actual self-consciousness on the other. Having eradicated real organization and now subsisting for itself, this universality finds its only object – an object that has no other content, possession, existence, or external extension but is solely this knowledge of itself as an absolutely pure and free singular self. What can be grasped here is nothing but its abstract existence as such. – The relation between these two, since they are indivisibly absolute for themselves and thus cannot interpose any mediating element, is one of wholly unmediated pure negation: the negation of the singular as being within the universal. The sole work and deed of universal freedom is therefore death – a death devoid of inner scope or fulfillment. For what is negated is the empty point of the absolutely free self; hence, this death is the coldest, flattest termination, carrying no more significance than chopping through a cabbage head or swallowing a mouthful of water.
In der Plattheit dieser Silbe besteht die Weisheit der Regierung, der Verstand des allgemeinen Willens, sich zu vollbringen. Die Regierung ist selbst nichts anderes als der sich festsetzende Punkt oder die Individualität des allgemeinen[436] Willens. Sie, ein Wollen und Vollbringen, das aus einem Punkte ausgeht, will und vollbringt zugleich eine bestimmte Anordnung und Handlung. Sie schließt damit einerseits die übrigen Individuen aus ihrer Tat aus, andererseits konstituiert sie sich dadurch als eine solche, die ein bestimmter Wille und dadurch dem allgemeinen Willen entgegengesetzt ist; sie kann daher schlechterdings nicht anders denn als eine Faktion sich darstellen. Die siegende Faktion nur heißt Regierung, und eben darin, daß sie Faktion ist, liegt unmittelbar die Notwendigkeit ihres Untergangs; und daß sie Regierung ist, dies macht sie umgekehrt zur Faktion und schuldig. Wenn der allgemeine Wille sich an ihr wirkliches Handeln als an das Verbrechen hält, das sie gegen ihn begeht, so hat sie dagegen nichts Bestimmtes und Äußeres, wodurch die Schuld des ihr entgegengesetzten Willens sich darstellte; denn ihr als dem wirklichen allgemeinen Willen steht nur der unwirkliche reine Wille, die Absicht, gegenüber. Verdächtigwerden tritt daher an die Stelle oder hat die Bedeutung und Wirkung des Schuldigseins, und die äußerliche Reaktion gegen diese Wirklichkeit, die in dem einfachen Innern der Absicht liegt, besteht in dem trockenen Vertilgen dieses seienden Selbsts, an dem nichts sonst wegzunehmen ist als nur sein Sein selbst.
In this flatness lies the wisdom of government, the understanding of the universal will to actualize itself. The government itself is nothing but the self-positing point or individuality of the universal will. As a willing and acting that proceeds from a single point, it wills and executes specific orders and actions. On one hand, it thereby excludes other individuals from its deed; on the other, it constitutes itself as a particular will and thus opposed to the universal will. It can therefore present itself only as a faction. The victorious faction alone is called government, yet precisely by being a faction, it contains the immediate necessity of its downfall. Conversely, its status as government renders it a faction and guilty. When the universal will recognizes its actual action as a crime committed against itself, the government has no specific external determinant to expose the guilt of the opposing will. For against it, the actual universal will, stands only the unreal pure will – mere intention. Becoming suspect thus replaces or assumes the meaning and effect of being guilty, and the external reaction against this reality – which resides in the simple interiority of intention – consists in the arid eradication of this existent self, from which nothing can be removed except its very being.
In diesem ihrem eigentümlichen Werke wird die absolute Freiheit sich zum Gegenstande, und das Selbstbewußtsein erfährt, was sie ist. An sich ist sie eben dies abstrakte Selbstbewußtsein, welches allen Unterschied und alles Bestehen des Unterschiedes in sich vertilgt. Als dieses ist sie sich der Gegenstand; der Schrecken des Todes ist die Anschauung dieses ihres negativen Wesens. Diese seine Realität findet aber das absolut freie Selbstbewußtsein ganz anders, als ihr Begriff von ihr selbst war, daß nämlich der allgemeine Wille nur das positive Wesen der Persönlichkeit sei und diese in ihm sich nur positiv oder erhalten wisse. Sondern hier ist für es, das als reine Einsicht sein positives und negatives Wesen – das prädikatlose Absolute als reines Denken und[437] als reine Materie – schlechthin trennt, der absolute Übergang von dem einen in das andere in seiner Wirklichkeit vorhanden. – Der allgemeine Wille, als absolut positives wirkliches Selbstbewußtsein, schlägt, weil es diese zum reinen Denken oder zur abstrakten Materie gesteigerte selbstbewußte Wirklichkeit ist, in das negative Wesen um und erweist sich, ebenso Aufheben des Sichselbstdenkens oder des Selbstbewußtseins zu sein.
In this its proper work, absolute freedom becomes its own object, and self-consciousness experiences what it is. In itself, it is precisely this abstract self-consciousness that annihilates all difference and the subsistence of difference within itself. As such, it is its own object; the terror of death is the intuition of this its negative essence. However, this reality reveals itself to the absolutely free self-consciousness entirely otherwise than its self-conception – which held that the universal will is solely the positive essence of personality and that personality knows itself preserved positively within it. Here, instead, the absolute transition from one to the other becomes present in its reality – a transition already inherent in its concept as pure insight, which absolutely separates its positive and negative essence (the predicate-less Absolute as pure thought and as pure matter). – The universal will, as the absolutely positive actual self-consciousness, proves itself to be equally the sublation of self-thinking or self-consciousness, since it is this self-conscious reality heightened into pure thought or abstract matter, thereby reversing into the negative essence.
Die absolute Freiheit hat also als reine Sichselbstgleichheit des allgemeinen Willens die Negation, damit aber den Unterschied überhaupt an ihr und entwickelt diesen wieder als wirklichen Unterschied. Denn die reine Negativität hat an dem sichselbstgleichen allgemeinen Willen das Element des Bestehens oder die Substanz, worin ihre Momente sich realisieren; sie hat die Materie, welche sie in ihre Bestimmtheit verwenden kann; und insofern diese Substanz sich als das Negative für das einzelne Bewußtsein gezeigt hat, bildet sich also wieder die Organisation der geistigen Massen aus, denen die Menge der individuellen Bewußtsein[e] zugeteilt wird. Diese, welche die Furcht ihres absoluten Herrn, des Todes, empfunden, lassen sich die Negation und die Unterschiede wieder gefallen, ordnen sich unter die Massen und kehren zu einem geteilten und beschränkten Werke, aber dadurch zu ihrer substantiellen Wirklichkeit zurück.
Absolute freedom, as the pure self-identity of the universal will, thus contains negation and thereby difference as such, which it again develops as actual difference. For pure negativity finds in the self-identical universal will the element of subsistence or substance in which its moments are realized. It possesses the matter that it can shape into determinacy. Since this substance has shown itself as the negative for singular consciousness, the organization of spiritual masses re-emerges, to which the multitude of individual consciousnesses is assigned. These, having felt the terror of their absolute master – death – submit again to negation and differences, subordinate themselves to the masses, and return to a divided and limited work, thereby regaining their substantial reality.
Der Geist wäre aus diesem Tumulte zu seinem Ausgangspunkte, der sittlichen und realen Welt der Bildung, zurückgeschleudert, welche durch die Furcht des Herrn, die wieder in die Gemüter gekommen, nur erfrischt und verjüngt worden. Der Geist müßte diesen Kreislauf der Notwendigkeit von neuem durchlaufen und immer wiederholen, wenn nur die vollkommene Durchdringung des Selbstbewußtseins und der Substanz das Resultat wäre – eine Durchdringung, worin das Selbstbewußtsein, das die gegen es negative Kraft seines allgemeinen Wesens erfahren, sich nicht als dieses Besondere, sondern nur als Allgemeines wissen und finden wollte und daher auch die gegenständliche, es als Besonderes[438] ausschließende Wirklichkeit des allgemeinen Geistes ertragen könnte. – Aber in der absoluten Freiheit war weder das Bewußtsein, das in mannigfaltiges Dasein versenkt ist oder das sich bestimmte Zwecke und Gedanken festsetzt, noch eine äußere geltende Welt, es sei der Wirklichkeit oder des Denkens, miteinander in Wechselwirkung, sondern die Welt schlechthin in der Form des Bewußtseins, als allgemeiner Wille, und ebenso das Selbstbewußtsein zusammengezogen aus allem ausgedehnten Dasein oder mannigfaltigem Zweck und Urteil in das einfache Selbst. Die Bildung, die es in der Wechselwirkung mit jenem Wesen erlangt, ist daher die erhabenste und letzte, seine reine einfache Wirklichkeit unmittelbar verschwinden und in das leere Nichts übergehen zu sehen. In der Welt der Bildung selbst kommt es nicht dazu, seine Negation oder Entfremdung in dieser Form der reinen Abstraktion anzuschauen; sondern seine Negation ist die erfüllte, entweder die Ehre oder der Reichtum, die es an die Stelle des Selbsts, dessen es sich entfremdete, gewinnt, oder die Sprache des Geistes und der Einsicht, die das zerrissene Bewußtsein erlangt; oder sie ist der Himmel des Glaubens oder das Nützliche der Aufklärung. Alle diese Bestimmungen sind in dem Verluste, den das Selbst in der absoluten Freiheit erfährt, verloren; seine Negation ist der bedeutungslose Tod, der reine Schrecken des Negativen, das nichts Positives, nichts Erfüllendes in ihm hat. – Zugleich aber ist diese Negation in ihrer Wirklichkeit nicht ein Fremdes, sie ist weder die allgemeine, Jenseits liegende Notwendigkeit, worin die sittliche Welt untergeht, noch der einzelne Zufall des eigenen Besitzes oder der Laune des Besitzenden, von dem das zerrissene Bewußtsein sich abhängig sieht, – sondern sie ist der allgemeine Wille, der in dieser seiner letzten Abstraktion nichts Positives hat und daher nichts für die Aufopferung zurückgeben kann; – aber eben darum ist er unvermittelt eins mit dem Selbstbewußtsein,[439] oder er ist das rein Positive, weil er das rein Negative ist; und der bedeutungslose Tod, die unerfüllte Negativität des Selbsts, schlägt im inneren Begriffe zur absoluten Positivität um. Für das Bewußtsein verwandelt sich die unmittelbare Einheit seiner mit dem allgemeinen Willen, seine Forderung, sich als diesen bestimmten Punkt im allgemeinen Willen zu wissen, in die schlechthin entgegengesetzte Erfahrung um. Was ihm darin verschwindet, ist das abstrakte Sein oder die Unmittelbarkeit des substanzlosen Punkts, und diese verschwundene Unmittelbarkeit ist der allgemeine Wille selbst, als welchen es sich nun weiß, insofern es aufgehobene Unmittelbarkeit, insofern es reines Wissen oder reiner Wille ist. Hierdurch weiß es ihn als sich selbst und sich als Wesen, aber nicht als das unmittelbar seiende Wesen, weder ihn als die revolutionäre Regierung oder als die die Anarchie zu konstituieren strebende Anarchie, noch sich als Mittelpunkt dieser Faktion oder der ihr entgegengesetzten, sondern der allgemeine Wille ist sein reines Wissen und Wollen, und es ist allgemeiner Wille, als dieses reine Wissen und Wollen. Es verliert darin nicht sich selbst, denn das reine Wissen und Wollen ist vielmehr es, als der atome Punkt des Bewußtseins. Es ist also die Wechselwirkung des reinen Wissens mit sich selbst; das reine Wissen als Wesen ist der allgemeine Wille; aber dieses Wesen ist schlechthin nur das reine Wissen. Das Selbstbewußtsein ist also das reine Wissen von dem Wesen als reinem Wissen, Es ferner als einzelnes Selbst ist nur die Form des Subjekts oder wirklichen Tuns, die von ihm als Form gewußt wird; ebenso ist für es die gegenständliche Wirklichkeit, das Sein, schlechthin selbstlose Form, denn sie wäre das nicht Gewußte; dies Wissen aber weiß das Wissen als das Wesen.
Spirit would be hurled back from this turmoil to its starting point, the ethical and real world of culture, which would merely have been refreshed and rejuvenated by the return of the fear of the lord into men’s hearts. Spirit would be compelled to traverse anew this cycle of necessity and to repeat it perpetually, were the result merely the complete interpenetration of self-consciousness and substance – an interpenetration wherein self-consciousness, having experienced the negative power of its universal essence against itself as a particular being, would not recognize itself as this particular entity but only as universal, and thus could endure the objective actuality of universal spirit that excludes it as a particular. – But in absolute freedom, neither the consciousness submerged in the manifoldness of existence nor the consciousness that posits determinate purposes and thoughts, nor any external valid world – whether of actuality or thought – stood in reciprocal interaction. Rather, the world exists purely as consciousness in the form of the universal will, just as self-consciousness is condensed out of all extended existence or manifold purposes and judgments into the simple self. The Bildung it attains through its interaction with that essence is thus the most sublime and final Bildung: to behold its pure and simple actuality immediately vanish and pass over into empty nothingness. In the world of Bildung itself, it does not come to intuit its negation or alienation in this form of pure abstraction; rather, its negation is fulfilled – whether as the honor or wealth it gains in place of the self from which it alienated itself, or as the language of spirit and insight attained by the fractured consciousness, or as the heaven of faith or the Utility of Enlightenment. All these determinations are lost in the loss that the self suffers in absolute freedom; its negation is the meaningless death, the pure terror of the negative that contains nothing positive, nothing fulfilling. – Yet this negation is, in its actuality, not something alien. It is neither the universal, transcendent necessity in which the ethical world perishes, nor the singular contingency of ownership or the caprice of the owner upon which the fractured consciousness sees itself dependent – but rather it is the universal will, which in this its ultimate abstraction has nothing positive and therefore can offer nothing in return for sacrifice. – Precisely thereby, however, it is immediately one with self-consciousness; or it is the purely positive because it is the purely negative. The meaningless death, the unfulfilled negativity of the self, reverts within its inner concept to absolute positivity. For consciousness, the immediate unity of itself with the universal will – its demand to know itself as this determinate point within the universal will – transforms into the diametrically opposed experience. What vanishes here is the abstract Being or the immediacy of the substanceless point, and this vanished immediacy is the universal will itself, which consciousness now knows itself to be, insofar as it is sublated immediacy, insofar as it is pure knowing or pure willing. Thereby, consciousness knows the universal will as itself and itself as essence – but not as the immediately existent essence, whether as the revolutionary government or as the anarchy striving to institute anarchy, nor as the center of this faction or its opposite. Rather, the universal will is its pure knowing and willing, and it is the universal will as this pure knowing and willing. It does not lose itself here, for pure knowing and willing are none other than itself as the atomic point of consciousness. It is thus the reciprocal interaction of pure knowledge with itself. Pure knowledge as essence is the universal will, but this essence is absolutely nothing but pure knowledge. Self-consciousness is therefore pure knowledge of essence as pure knowledge. Further, as singular self, it is merely the form of the subject or actual doing, which is known by it as form. Similarly, for it, objective actuality – Being – is utterly selfless form, for such actuality would be the unknown. This knowledge, however, knows knowledge itself as the essence.
Die absolute Freiheit hat also den Gegensatz des allgemeinen und einzelnen Willens mit sich selbst ausgeglichen; der sich entfremdete Geist, auf die Spitze seines Gegensatzes getrieben, in welchem das reine Wollen und das rein Wollende noch unterschieden sind, setzt ihn zur durchsichtigen[440] Form herab und findet darin sich selbst. – Wie das Reich der wirklichen Welt in das Reich des Glaubens und der Einsicht übergeht, so geht die absolute Freiheit aus ihrer sich selbstzerstörenden Wirklichkeit in ein anderes Land des selbstbewußten Geistes über, worin sie in dieser Unwirklichkeit als das Wahre gilt, an dessen Gedanken er sich labt, insofern er Gedanke ist und bleibt und dieses in das Selbstbewußtsein eingeschlossene Sein als das vollkommene und vollständige Wesen weiß. Es ist die neue Gestalt des moralischen Geistes entstanden.[441]
Absolute freedom has thus reconciled the opposition between the universal and singular will within itself; the self-alienated Spirit, driven to the pinnacle of its opposition where pure willing and the purely willed remain distinct, reduces this opposition to a transparent[440] form and therein finds itself. – Just as the realm of the actual world transitions into the realm of faith and insight, so absolute freedom passes from its self-destructive actuality into another land of self-conscious Spirit, where in this unreality it is valid as the True, whose thought nourishes the Spirit insofar as it is thought and remains so, knowing this being enclosed within self-consciousness as the perfect and complete essence. Here arises the new shape of the moral Spirit.[441]
C. Der seiner selbst gewisse Geist. Die Moralität
C. Spirit Certain of Itself. Morality
Die sittliche Welt zeigte den in ihr nur abgeschiedenen Geist, das einzelne Selbst, als ihr Schicksal und ihre Wahrheit. Diese Person des Rechts aber hat ihre Substanz und Erfüllung außer ihr. Die Bewegung der Welt der Bildung und des Glaubens hebt diese Abstraktion der Person auf, und durch die vollendete Entfremdung, durch die höchste Abstraktion, wird dem Selbst des Geistes die Substanz zuerst zum allgemeinen Willen und endlich zu seinem Eigentum. Hier also scheint das Wissen endlich seiner Wahrheit vollkommen gleich geworden zu sein, denn seine Wahrheit ist dies Wissen selbst, und aller Gegensatz beider Seiten verschwunden, und zwar nicht für uns oder an sich, sondern für das Selbstbewußtsein selbst. Es ist nämlich über den Gegensatz des Bewußtseins selbst Meister geworden. Dieses beruht auf dem Gegensatze der Gewißheit seiner selbst und des Gegenstandes; nun aber ist der Gegenstand ihm selbst die Gewißheit seiner, das Wissen – so wie die Gewißheit seiner selbst als solche nicht mehr eigene Zwecke hat, also nicht mehr in der Bestimmtheit, sondern reines Wissen ist.
The ethical world showed only the departed Spirit within it, the singular Self, as its fate and truth. But this legal person has its substance and fulfillment outside itself. The movement of the world of Bildung and faith sublates this abstraction of the person, and through completed alienation, through supreme abstraction, the substance of Spirit's Self becomes first the universal will and finally its own property. Here, therefore, knowledge seems at last to have become perfectly equal to its truth, for its truth is this knowledge itself, and all opposition between the two sides has vanished – not merely for us or in itself, but for self-consciousness itself. For it has mastered the opposition of consciousness itself. This opposition rests on the antithesis between the certainty of itself and the object; now, however, the object is for it the certainty of itself, knowledge – just as this certainty of itself as such no longer has its own purposes, hence no longer resides in determinacy, but is pure knowledge.
Das Wissen des Selbstbewußtseins ist ihm also die Substanz selbst. Sie ist für es ebenso unmittelbar als absolut vermittelt[441] in einer ungetrennten Einheit. Unmittelbar – wie das sittliche Bewußtsein weiß und tut es selbst die Pflicht und gehört ihr als seiner Natur an; aber es ist nicht Charakter wie dieses, das um seiner Unmittelbarkeit willen ein bestimmter Geist ist, nur einer der sittlichen Wesenheiten angehört und die Seite hat, nicht in. wissen. – Es ist absolute Vermittlung, wie das sich bildende und das glaubende Bewußtsein; denn es ist wesentlich die Bewegung des Selbsts, die Abstraktion des unmittelbaren Daseins aufzuheben und sich Allgemeines zu werden, – aber weder durch reine Entfremdung und Zerreißung seines Selbsts und der Wirklichkeit noch durch die Flucht. Sondern es ist sich unmittelbar in seiner Substanz gegenwärtig, denn sie ist sein Wissen, sie ist die angeschaute reine Gewißheit seiner selbst; und eben diese Unmittelbarkeit, die seine eigene Wirklichkeit ist, ist alle Wirklichkeit, denn das Unmittelbare ist das Sein selbst, und als die reine, durch die absolute Negativität geläuterte Unmittelbarkeit ist sie reines, ist sie Sein überhaupt oder alles Sein.
The knowledge of self-consciousness is thus the substance itself. For it, substance is equally immediate and absolutely mediated[441] in an undivided unity. Immediate – like ethical consciousness, which knows and itself performs duty, belonging to duty as to its nature; but it is not character like ethical consciousness, which, owing to its immediacy, is a determinate Spirit, belonging only to one of the ethical essences and having the aspect of not knowing. – It is absolute mediation, like the self-cultivating and faithful consciousness; for it is essentially the movement of the Self to sublate the abstraction of immediate existence and become universal – yet neither through pure alienation and rending of its Self and actuality nor through flight. Rather, it is immediately present within its substance, for substance is its knowledge, the intuited pure certainty of itself; and precisely this immediacy, which is its own actuality, is all actuality, for the immediate is being itself, and as pure immediacy, purified through absolute negativity, it is pure being, it is being as such or all being.
Das absolute Wesen ist daher nicht in der Bestimmung erschöpft, das einfache Wesen des Denkens zu sein, sondern es ist alle Wirklichkeit, und diese Wirklichkeit ist nur als Wissen; was das Bewußtsein nicht wüßte, hätte keinen Sinn und kann keine Macht für es sein; in seinen wissenden Willen hat sich alle Gegenständlichkeit und Welt zurückgezogen. Es ist absolut frei darin, daß es seine Freiheit weiß, und eben dies Wissen seiner Freiheit ist seine Substanz und Zweck und einziger Inhalt.[442]
The absolute essence is therefore not exhausted in the determination of being the simple essence of thought, but it is all actuality, and this actuality exists solely as knowledge; what consciousness does not know has no meaning and cannot hold power over it; all objectivity and world have withdrawn into its knowing will. It is absolutely free in knowing its freedom, and precisely this knowledge of its freedom is its substance, purpose, and sole content.[442]
a. Die moralische Weltanschauung
a. The Moral Worldview
Das Selbstbewußtsein weiß die Pflicht als das absolute Wesen; es ist nur durch sie gebunden, und diese Substanz ist sein eigenes reines Bewußtsein; die Pflicht kann nicht die Form eines Fremden für es erhalten. So aber in sich selbst beschlossen ist das moralische Selbstbewußtsein noch nicht als Bewußtsein gesetzt und betrachtet. Der Gegenstand ist[442] unmittelbares Wissen, und so rein von dem Selbst durchdrungen ist er nicht Gegenstand. Aber wesentlich die Vermittlung und Negativität, hat es in seinem Begriffe die Beziehung auf ein Anderssein und ist Bewußtsein. Dies Anderssein ist einerseits, weil die Pflicht seinen einzigen wesentlichen Zweck und Gegenstand ausmacht, für es eine völlig bedeutungslose Wirklichkeit. Weil dies Bewußtsein aber so vollkommen in sich beschlossen ist, so verhält es sich gegen dies Anderssein vollkommen frei und gleichgültig, und das Dasein ist daher andererseits ein vom Selbstbewußtsein völlig freigelassenes, sich ebenso nur auf sich beziehendes Dasein; je freier das Selbstbewußtsein wird, desto freier auch der negative Gegenstand seines Bewußtseins. Er ist hierdurch eine zur eigenen Individualität in sich vollendete Welt, ein selbständiges Ganzes eigentümlicher Gesetze sowie ein selbständiger Gang und freie Verwirklichung derselben, – eine Natur überhaupt, deren Gesetze wie ihr Tun ihr selbst angehören, als einem Wesen, das unbekümmert um das moralische Selbstbewußtsein ist, wie dieses um sie.
Self-consciousness knows duty as the absolute essence; it is bound only through duty, and this substance is its own pure consciousness. Duty cannot assume the form of something alien to it. Yet even as thus enclosed within itself, moral self-consciousness is not yet posited and considered as consciousness. The object is immediate knowledge, and being so thoroughly permeated by the self, it is not an object. But since consciousness essentially contains mediation and negativity, its concept entails a relation to an otherness. This otherness, on the one hand, is for it a wholly insignificant reality, since duty constitutes its sole essential purpose and object. However, because this consciousness is so completely self-enclosed, it relates to this otherness with perfect freedom and indifference. Existence, on the other hand, is thereby a reality entirely released by self-consciousness, a self-referential existence; the freer self-consciousness becomes, the freer too becomes the negative object of its consciousness. This object thus becomes a world perfected in its own individuality – an independent whole with peculiar laws and an autonomous course of free actualization – a nature in general, whose laws and actions belong to it as a being unconcerned with moral self-consciousness, just as the latter is unconcerned with nature.
Von dieser Bestimmung an bildet sich eine moralische Weltanschauung aus, die in der Beziehung des moralischen Anundfürsichseins und des natürlichen Anundfürsichseins besteht. Dieser Beziehung liegt zum Grunde sowohl die völlige Gleichgültigkeit und eigene Selbständigkeit der Natur und der moralischen Zwecke und Tätigkeit gegeneinander als auf der ändern Seite das Bewußtsein der alleinigen Wesenheit der Pflicht und der völligen Unselbständigkeit und Unwesenheit der Natur. Die moralische Weltanschauung enthält die Entwicklung der Momente, die in dieser Beziehung so ganz widerstreitender Voraussetzungen vorhanden sind.
From this determination arises a moral worldview, which consists in the relation between moral being-in-and-for-itself and natural being-in-and-for-itself. This relation is grounded both in the complete indifference and intrinsic independence of nature vis-à-vis moral purposes and activity, and conversely, in the consciousness of duty's sole substantiality and nature's utter non-substantiality. The moral worldview encompasses the development of moments present in this relation of thoroughly conflicting presuppositions.
Zuerst also ist das moralische Bewußtsein überhaupt vorausgesetzt; die Pflicht gilt ihm als das Wesen, ihm, das wirklich und tätig ist und in seiner Wirklichkeit und Tat die Pflicht erfüllt. Für dies moralische Bewußtsein ist aber zugleich die vorausgesetzte Freiheit der Natur, oder es erfährt, daß die Natur unbekümmert darum ist, ihm das Bewußtsein der[443] Einheit seiner Wirklichkeit mit der ihrigen zu geben, und es also vielleicht glücklich werden läßt, vielleicht auch nicht. Das unmoralische Bewußtsein dagegen findet vielleicht zufälligerweise seine Verwirklichung, wo das moralische nur Veranlassung zum Handeln, aber durch dasselbe nicht das Glück der Ausführung und des Genusses der Vollbringung ihm zuteil werden sieht. Es findet daher vielmehr Grund zu Klagen über solchen Zustand der Unangemessenheit seiner und des Daseins [den] und der Ungerechtigkeit, die es darauf einschränkt, seinen Gegenstand nur als reine Pflicht zu haben, aber ihm denselben und sich verwirklicht zu sehen versagt.
First, then, moral consciousness in general is presupposed; duty is valid for it as the essence, and it is this consciousness that is actual and active, fulfilling duty through its actuality and deed. Yet for this moral consciousness, the presupposed freedom of nature means that it experiences nature's indifference to whether it attains the consciousness of unity between its own reality and nature's – hence, whether it perhaps becomes happy or perhaps not. Conversely, the immoral consciousness may accidentally find its actualization, while the moral consciousness sees only the occasion for action, yet is denied the happiness of execution and the enjoyment of accomplishment. It thus finds reason to lament this state of incongruity between itself and existence [Dasein], and the injustice that confines it to having its object only as pure duty, while denying it the vision of this object and itself actualized.
Das moralische Bewußtsein kann nicht auf die Glückseligkeit Verzicht tun und dies Moment aus seinem absoluten Zwecke weglassen. Der Zweck, der als reine Pflicht ausgesprochen wird, hat wesentlich dies an ihm, dies einzelne Selbstbewußtsein zu enthalten; die individuelle Überzeugung und das Wissen von ihr machten ein absolutes Moment der Moralität aus. Dieses Moment an dem gegenständlich gewordenen Zwecke, an der erfüllten Pflicht, ist das sich als verwirklicht anschauende einzelne Bewußtsein oder der Genuß, der hiermit im Begriffe, zwar nicht unmittelbar der Moralität, als Gesinnung betrachtet, liegt, allein im Begriffe der Verwirklichung derselben. Hierdurch aber liegt er auch in ihr als Gesinnung; denn diese geht darauf, nicht Gesinnung im Gegensatze des Handelns zu bleiben, sondern zu handeln oder sich zu verwirklichen. Der Zweck als das Ganze mit dem Bewußtsein seiner Momente ausgesprochen, ist also dies, daß die erfüllte Pflicht ebensowohl rein moralische Handlung als realisierte Individualität sei und die Natur, als die Seite der Einzelheit gegen den abstrakten Zweck, eins sei mit diesem. – So notwendig die Erfahrung von der Disharmonie beider Seiten ist, weil die Natur frei ist, ebenso ist auch die Pflicht allein das Wesentliche und die Natur gegen sie das Selbstlose. Jener ganze Zweck, den die Harmonie ausmacht, enthält die Wirklichkeit selbst in sich. Er ist zugleich[444] der Gedanke der Wirklichkeit. Die Harmonie der Moralität und der Natur oder – indem die Natur nur insofern in Betracht kommt, als das Bewußtsein ihre Einheit mit ihm erfährt – die Harmonie der Moralität und der Glückseligkeit ist gedacht als notwendig seiend, oder sie ist postuliert. Denn Fordern drückt aus, daß etwas seiend gedacht wird, das noch nicht wirklich ist; eine Notwendigkeit nicht des Begriffs als Begriffs, sondern des Seins. Aber die Notwendigkeit ist zugleich wesentlich die Beziehung durch den Begriff. Das geforderte Sein gehört also nicht dem Vorstellen des zufälligen Bewußtseins an, sondern es liegt im Begriffe der Moralität selbst, dessen wahrer Inhalt die Einheit des reinen und einzelnen Bewußtseins ist; dem letzteren gehört dies an, daß diese Einheit für es als eine Wirklichkeit sei, was im Inhalte des Zwecks Glückseligkeit, in seiner Form aber Dasein überhaupt ist. – Dies geforderte Dasein oder die Einheit beider ist darum nicht ein Wunsch oder, als Zweck betrachtet, nicht ein solcher, dessen Erreichung noch ungewiß wäre, sondern er ist eine Forderung der Vernunft oder unmittelbare Gewißheit und Voraussetzung derselben.
Moral consciousness cannot renounce happiness or exclude this moment from its absolute purpose. The purpose expressed as pure duty essentially contains within itself this individual self-consciousness; the individual conviction and knowledge thereof constitute an absolute moment of morality. This moment in the objectified purpose – in fulfilled duty – is the individual consciousness that intuits itself as actualized, or the enjoyment that thereby lies in the concept, though not immediately in morality considered as sentiment [Gesinnung], but rather in the concept of its actualization. Yet through this, enjoyment also resides within morality as sentiment, for such sentiment aims not to remain mere sentiment opposed to action, but to act or actualize itself. The purpose, expressed as the totality with consciousness of its moments, is thus that fulfilled duty be equally pure moral action and realized individuality, and that nature, as the aspect of particularity opposed to the abstract purpose, be one with this purpose. – Just as the experience of their disharmony is necessary, since nature is free, so too is duty alone the essential, with nature as the non-substantial against it. The entire purpose comprising this harmony contains actuality within itself. It is simultaneously[444] the thought of actuality. The harmony of morality and nature – or, insofar as nature is considered only in terms of consciousness experiencing their unity – the harmony of morality and happiness is thought as necessarily existing, or it is postulated. For demanding expresses that something is thought as existing which is not yet actual – a necessity not of the concept as concept, but of being. Yet necessity is essentially a relation mediated by the concept. The demanded being thus belongs not to the representation of contingent consciousness, but resides in the concept of morality itself, whose true content is the unity of pure and individual consciousness. To the latter belongs this: that such unity be an actuality for it – which in the content of the purpose is happiness, and in its form, existence [Dasein] as such. – This demanded existence or unity is therefore not a wish nor, considered as purpose, one whose attainment remains uncertain, but a demand of reason – an immediate certainty and presupposition thereof.
Jene erste Erfahrung und dies Postulat ist nicht das einzige, sondern es tut sich ein ganzer Kreis von Postulaten auf. Die Natur ist nämlich nicht nur diese ganz freie äußerliche Weise, in welcher als einem reinen Gegenstande das Bewußtsein seinen Zweck zu realisieren hätte. Dieses ist an ihm selbst wesentlich ein solches, für welches dies andere freie Wirkliche ist, d.h. es ist selbst ein Zufälliges und Natürliches. Diese Natur, die ihm die seinige ist, ist die Sinnlichkeit, die in der Gestalt des Wollens, als Triebe und Neigungen, für sich eigene bestimmte Wesenheit oder einzelne Zwecke hat, also dem reinen Willen und seinem reinen Zwecke entgegengesetzt ist. Gegen diese Entgegensetzung aber ist dem reinen Bewußtsein vielmehr die Beziehung der Sinnlichkeit auf es, ihre absolute Einheit mit ihm das Wesen. Beides, das reine Denken und die Sinnlichkeit des Bewußtseins, sind an sich ein Bewußtsein, und das reine Denken ist eben dieses,[445] für welches und in welchem diese reine Einheit ist; für es aber als Bewußtsein ist der Gegensatz seiner selbst und der Triebe. In diesem Widerstreit der Vernunft und der Sinnlichkeit ist für jene dies das Wesen, daß er sich auflöse und als Resultat die Einheit beider hervorgehe, die nicht jene ursprüngliche, daß beide in einem Individuum sind, sondern eine solche ist, die aus dem gewußten Gegensatze beider hervorgeht. Solche Einheit erst ist die wirkliche Moralität, denn in ihr ist der Gegensatz, wodurch das Selbst Bewußtsein oder erst wirkliches und in der Tat Selbst und zugleich Allgemeines ist, enthalten; oder es ist diejenige Vermittlung darin ausgedruckt, welche der Moralität, wie wir sehen, wesentlich ist. – Indem unter den beiden Momenten des Gegensatzes die Sinnlichkeit schlechthin das Anderssein oder das Negative, hingegen das reine Denken der Pflicht das Wesen ist, von welchem nichts aufgegeben werden kann, so scheint die hervorgebrachte Einheit nur durch das Aufheben der Sinnlichkeit zustande kommen zu können. Da sie aber selbst Moment dieses Werdens, das Moment der Wirklichkeit ist, so wird man sich für die Einheit zunächst mit dem Ausdrucke begnügen müssen, daß die Sinnlichkeit der Moralität gemäß sei. – Diese Einheit ist gleichfalls ein postuliertes Sein, sie ist nicht da; denn was da ist, ist das Bewußtsein oder der Gegensatz der Sinnlichkeit und des reinen Bewußtseins. Sie ist aber zugleich nicht ein Ansich wie das erste Postulat, worin die freie Natur eine Seite ausmacht und die Harmonie derselben mit dem moralischen Bewußtsein daher außer diesem fällt; sondern die Natur ist hier diejenige, welche an ihm selbst [ist], und es ist hier um die Moralität als solche zu tun, um eine Harmonie, welche die eigene des tuenden Selbsts ist; das Bewußtsein hat sie daher selbst zustande zu bringen und in der Moralität immer Fortschritte zu machen. Die Vollendung derselben aber ist ins Unendliche hinauszuschieben; denn wenn sie wirklich einträte, so höbe sich das moralische Bewußtsein auf. Denn die Moralität ist nur moralisches Bewußtsein als[446] das negative Wesen, für dessen reine Pflicht die Sinnlichkeit nur eine negative Bedeutung, nur nicht gemäß ist. In der Harmonie aber verschwindet die Moralität als Bewußtsein oder ihre Wirklichkeit, wie in dem moralischen Bewußtsein oder der Wirklichkeit ihre Harmonie verschwindet. Die Vollendung ist darum nicht wirklich zu erreichen, sondern nur als eine absolute Aufgabe zu denken, d.h. als eine solche, welche schlechthin Aufgabe bleibt. Zugleich ist jedoch ihr Inhalt als ein solcher zu denken, der schlechthin sein müsse und nicht Aufgabe bleibe; es sei nun, daß man sich in diesem Ziele das Bewußtsein ganz aufgehoben, oder auch nicht, vorstelle; wie es eigentlich damit zu halten, läßt sich in der dunklen Ferne der Unendlichkeit, wohin eben deswegen die Erreichung des Ziels zu schieben ist, nicht mehr deutlich unterscheiden. Es wird eigentlich gesagt werden müssen, daß die bestimmte Vorstellung nicht interessieren und nicht gesucht werden soll, weil dies auf Widersprüche führt, – einer Aufgabe, die Aufgabe bleiben und doch erfüllt werden, einer Moralität, die nicht Bewußtsein, nicht wirklich mehr sein soll. Durch die Betrachtung aber, daß die vollendete Moralität einen Widerspruch enthielte, würde die Heiligkeit der moralischen Wesenheit leiden und die absolute Pflicht als etwas Unwirkliches erscheinen.
That first experience and this postulate are not the only ones; rather, an entire circle of postulates unfolds. For nature is not merely this entirely free external mode in which consciousness, as a pure object, would have to realize its purpose. Consciousness is in itself essentially that for which this other free actuality exists—i.e., it is itself contingent and natural. This nature, which is its own, is sensibility, which in the form of willing, as drives and inclinations, has its own determinate essentiality or particular purposes, and is thus opposed to pure will and its pure purpose. However, against this opposition, what is essential for pure consciousness is the relation of sensibility to it—their absolute unity. Both, pure thinking and the sensibility of consciousness, are in themselves one consciousness, and pure thinking is precisely this [consciousness][445] for which and in which this pure unity exists; but for it as consciousness, the opposition between itself and the drives persists. In this conflict between reason and sensibility, the essence for the former is that the conflict dissolves and yields as a result the unity of both—a unity not as the original one where both are in one individual, but one that emerges from the known opposition of both. Only such unity is actual morality, for within it lies the opposition through which the self becomes consciousness or first becomes actual and in fact a self while also being universal; or it expresses the mediation that, as we have seen, is essential to morality. — Since, among the two moments of the opposition, sensibility is absolutely the otherness or the negative, while pure thinking of duty is the essence from which nothing can be relinquished, it appears that the produced unity can only come about through the sublation of sensibility. However, since sensibility itself is a moment of this becoming—the moment of actuality—we must initially content ourselves with the expression that sensibility is in accordance with morality. — This unity is likewise a postulated being; it is not present, for what is present is consciousness or the opposition between sensibility and pure consciousness. Yet it is also not an in-itself like the first postulate, where free nature constitutes one side, and the harmony between it and moral consciousness thus lies outside the latter. Here, however, nature is that which is in itself, and the concern here is with morality as such—a harmony that is the own [achievement] of the acting self. Therefore, consciousness must itself bring this harmony about and continually progress in morality. But the perfection of this harmony must be postponed into infinity; for if it were actually attained, moral consciousness would abolish itself. For morality is only moral consciousness as[446] the negative essence, for whose pure duty sensibility has only a negative significance—only as not in accordance. In harmony, however, morality vanishes as consciousness, or its actuality vanishes, just as in moral consciousness or actuality, their harmony vanishes. Thus, perfection cannot actually be reached but must be thought only as an absolute task—that is, as one that remains absolutely a task. At the same time, however, its content must be thought as something that absolutely ought to be and not remain a task—whether one imagines consciousness as entirely abolished in this goal or not. How this is properly to be grasped can no longer be clearly discerned in the obscure remoteness of infinity, to which the attainment of the goal is thereby deferred. It must actually be said that the determinate representation should neither interest nor be sought, for this leads to contradictions—a task that remains a task yet must be fulfilled, a morality that is no longer supposed to be consciousness or actuality. Through the consideration that perfected morality would contain a contradiction, the holiness of the moral essence would suffer, and absolute duty would appear as something unreal.
Das erste Postulat war die Harmonie der Moralität und der gegenständlichen Natur, der Endzweck der Welt, das andere die Harmonie der Moralität und des sinnlichen Willens, der Endzweck des Selbstbewußtseins als solchen; das erste also die Harmonie in der Form des Ansich-, das andere in der Form des Fürsichseins. Was aber diese beiden extremen Endzwecke, die gedacht sind, als Mitte verbindet, ist die Bewegung des wirklichen Handelns selbst. Sie sind Harmonien, deren Momente in ihrer abstrakten Unterschiedenheit noch nicht zum Gegenstande geworden; dies geschieht in der Wirklichkeit, worin die Seiten im eigentlichen Bewußtsein, jede als die andere der anderen auftritt. Die hierdurch entstehenden Postulate enthalten, wie vorher nur die getrennten [447] an sich und für sich seiende Harmonien [enthielten], jetzt an und für sich seiende.
The first postulate was the harmony of morality and objective nature — the final purpose of the world; the second, the harmony of morality and the sensuous will — the final purpose of self-consciousness as such. The former thus exists in the form of in-itself, the latter in the form of being-for-itself. What connects these two extreme final purposes — which are posited as thought — as their middle term is the movement of actual action itself. They are harmonies whose moments have not yet become objects in their abstract differentiation; this occurs in actuality, where the sides appear in proper consciousness as each being the other of the other. The postulates arising here now contain in and for themselves existing harmonies — just as the previous ones contained only the separate [447] in-itself and for-itself existing harmonies.
Das moralische Bewußtsein ist als das einfache Wissen und Wollen der reinen Pflicht im Handeln auf den seiner Einfachheit entgegengesetzten Gegenstand, auf die Wirklichkeit des mannigfaltigen Falles bezogen und hat dadurch ein mannigfaltiges moralisches Verhältnis. Es entstehen hier dem Inhalte nach die vielen Gesetze überhaupt und der Form nach die widersprechenden Mächte des wissenden Bewußtseins und des Bewußtlosen. – Was fürs erste die vielen Pflichten betrifft, so gilt dem moralischen Bewußtsein überhaupt nur die reine Pflicht in ihnen; die vielen Pflichten als viele sind bestimmte und daher als solche für das moralische Bewußtsein nichts Heiliges. Zugleich aber durch den Begriff des Handelns, das eine mannigfaltige Wirklichkeit und daher eine mannigfaltige moralische Beziehung in sich schließt, notwendig, müssen sie als an und für sich seiend betrachtet werden. Da sie ferner nur in einem moralischen Bewußtsein sein können, sind sie zugleich in einem anderen als jenem, dem nur die reine Pflicht als die reine an und für sich und heilig ist.
Moral consciousness, as the simple knowing and willing of pure duty in action, relates to an object opposed to its simplicity — the actuality of the manifold case — thereby entering into a manifold moral relation. Here, many laws emerge in terms of content, and in terms of form, the contradictory powers of the knowing consciousness and the unconscious. — Regarding the many duties first: for moral consciousness in general, only the pure duty within them is valid; the many duties as such are determinate and thus hold no sanctity for moral consciousness. Yet since action, by its concept, entails a manifold actuality and thus a manifold moral relation, they must necessarily be considered as existing in and for themselves. Moreover, since they can only exist within a moral consciousness, they also reside in another consciousness distinct from that which recognizes pure duty alone as the pure in-itself and the sacred.
Es ist also postuliert, daß ein anderes Bewußtsein sei, welches sie heiligt oder welches sie als Pflichten weiß und will. Das erste erhält die reine Pflicht gleichgültig gegen allen bestimmten Inhalt, und die Pflicht ist nur diese Gleichgültigkeit gegen ihn. Das andere aber enthält die ebenso wesentliche Beziehung auf das Handeln und die Notwendigkeit des bestimmten Inhalts; indem ihm die Pflichten als bestimmte Pflichten gelten, so ist ihm damit der Inhalt als solcher ebenso wesentlich als die Form, wodurch er Pflicht ist. Dies Bewußtsein ist hierdurch ein solches, worin das Allgemeine und das Besondere schlechthin eins ist, sein Begriff also derselbe als der Begriff der Harmonie der Moralität und Glückseligkeit. Denn dieser Gegensatz drückt ebenso die Trennung des sich selbst gleichen moralischen Bewußtseins von der Wirklichkeit aus, die als das vielfache Sein dem einfachen[448] Wesen der Pflicht widerstreitet. Wenn aber das erste Postulat nur die seiende Harmonie der Moralität und der Natur ausdrückt, weil die Natur darin dies Negative des Selbstbewußtseins, das Moment des Seins ist, so ist hingegen jetzt dies Ansich wesentlich als Bewußtsein gesetzt. Denn das Seiende hat nun die Form des Inhalts der Pflicht oder ist die Bestimmtheit an der bestimmten Pflicht. Das Ansich ist also die Einheit solcher, welche als einfache Wesenheiten, Wesenheiten des Denkens und daher nur in einem Bewußtsein sind. Dieses ist also nunmehr ein Herr und Beherrscher der Welt, der die Harmonie der Moralität und der Glückseligkeit hervorbringt und zugleich die Pflichten als viele heiligt. Das letztere heißt soviel, daß dem Bewußtsein der reinen Pflicht die bestimmte nicht unmittelbar heilig sein kann; weil sie aber um des wirklichen Handelns [willen], das ein bestimmtes ist, gleichfalls notwendig ist, so fällt ihre Notwendigkeit außer jenem Bewußtsein in ein anderes, das somit das vermittelnde der bestimmten und reinen Pflicht und der Grund ist, daß jene auch gilt.
It is therefore postulated that there is another consciousness which sanctifies them or knows and wills them as duties. The first consciousness maintains pure duty as indifferent toward all determinate content, so that duty is precisely this indifference toward content. The other, however, contains the equally essential relation to action and the necessity of determinate content; since it recognizes duties as determinate duties, the content as such is as essential to it as the form through which it becomes duty. This consciousness is thereby one in which the universal and the particular are absolutely one; its concept is thus identical with the concept of the harmony of morality and happiness. For this opposition likewise expresses the separation of the self-identical moral consciousness from actuality, which as manifold being contradicts the simple [448] essence of duty. Whereas the first postulate expresses the existent harmony of morality and nature — since nature here is the negative of self-consciousness, the moment of being — the present in-itself is essentially posited as consciousness. For the existent now has the form of the content of duty or the determinacy within the determinate duty. The in-itself is thus the unity of such duties, which as simple essences — essences of thought — exist only within a consciousness. This consciousness is now a lord and ruler of the world who produces the harmony of morality and happiness while simultaneously sanctifying duties as many. The latter means that for the consciousness of pure duty, the determinate duty cannot immediately hold sanctity; yet because the determinate is equally necessary for actual action (which is inherently determinate), this necessity falls outside that consciousness into another, which thereby becomes the mediator between the determinate and pure duty and the ground for the validity of the former.
In der wirklichen Handlung aber verhält sich das Bewußtsein als dieses Selbst, als ein vollkommen einzelnes; es ist auf die Wirklichkeit als solche gerichtet und hat sie zum Zwecke; denn es will vollbringen. Es fällt also die Pflicht überhaupt außer es in ein anderes Wesen, das Bewußtsein und der heilige Gesetzgeber der reinen Pflicht ist. Dem handelnden, eben weil es handelndes ist, gilt das Andere der reinen Pflicht unmittelbar; diese ist also Inhalt eines anderen Bewußtseins und nur mittelbar, nämlich in diesem, jenem heilig.
In actual action, however, consciousness conducts itself as this self — as a thoroughly singular being; it is directed toward actuality as such and makes it its purpose, for it seeks to accomplish. Thus, duty as such falls outside itself into another being, the consciousness and sacred lawgiver of pure duty. For the acting consciousness — precisely because it is acting — the other of pure duty holds immediate validity; this duty is therefore the content of another consciousness and is sacred only mediately, i.e., through this mediation.
Weil es hiermit gesetzt ist, daß das Gelten der Pflicht als des an und. für sich Heiligen außerhalb des wirklichen Bewußtseins fällt, so steht dieses hierdurch überhaupt als das unvollkommene moralische Bewußtsein auf der einen Seite. Sowohl seinem Wissen nach weiß es sich also als ein solches, dessen Wissen und Überzeugung unvollständig und zufällig ist; ebenso seinem Wollen nach als ein solches, dessen Zwecke[449] mit Sinnlichkeit affiziert sind. Um seiner Unwürdigkeit willen kann es daher die Glückseligkeit nicht notwendig, sondern als etwas Zufälliges ansehen und sie nur aus Gnade erwarten.
Since it is here posited that the validity of duty as the in and for itself sacred lies outside actual consciousness, the latter now stands on one side as the imperfect moral consciousness. In terms of its knowledge, it knows itself as one whose knowledge and conviction are incomplete and contingent; likewise, in terms of its willing, as one whose purposes [449] are tainted by sensibility. On account of its unworthiness, it cannot regard happiness as necessary but must see it as something contingent and expect it only through grace.
Ob aber schon seine Wirklichkeit unvollkommen ist, so gilt doch seinem reinen Willen und Wissen die Pflicht als das Wesen; im Begriffe, insofern er der Realität entgegengesetzt ist, oder im Denken ist es also vollkommen. Das absolute Wesen aber ist eben dies Gedachte und jenseits der Wirklichkeit Postulierte; es ist daher der Gedanke, in welchem das moralisch unvollkommene Wissen und Wollen für vollkommen gilt, hiermit auch, indem es dasselbe für vollwichtig nimmt, die Glückseligkeit nach der Würdigkeit, nämlich nach dem ihm zugeschriebenen Verdienst erteilt.
Though its actuality is imperfect, duty remains for its pure will and knowledge the essence. In the Concept — insofar as it is opposed to reality — or in thinking, consciousness is thus perfect. But the absolute essence is precisely this thought-content, postulated beyond actuality. It is therefore the thought in which the morally imperfect knowledge and will count as perfect; hence, in taking them as fully valid, happiness is dispensed according to worthiness — that is, according to the imputed merit.
Die Weltanschauung ist hierin vollendet; denn in dem Begriffe des moralischen Selbstbewußtseins sind die beiden Seiten, reine Pflicht und Wirklichkeit, in einer Einheit gesetzt und dadurch die eine wie [die] andere nicht als an und für sich seiend, sondern als Moment oder als aufgehoben. Dies wird in dem letzten Teile der moralischen Weltanschauung für das Bewußtsein; die reine Pflicht nämlich setzt es in ein anderes Wesen, als es selbst ist, d.h. es setzt sie teils als ein Vorgestelltes, teils als ein solches, das nicht das ist, was an und für sich gilt, sondern das Nichtmoralische gilt vielmehr als vollkommen. Ebenso sich selbst setzt es als ein solches, dessen Wirklichkeit, die der Pflicht unangemessen ist, aufgehoben [ist] und, als aufgehobene oder in der Vorstellung des absoluten Wesens, der Moralität nicht mehr widerspricht.
The worldview is here completed. For in the Concept of moral self-consciousness, the two sides — pure duty and actuality — are posited as a single unity, thereby sublating each as an in- and for-itself. This becomes explicit for consciousness in the final stage of the moral worldview. For the moral consciousness posits pure duty in another essence than itself — partly as a represented being, partly as one that is not what is valid in and for itself. Rather, the non-moral counts as perfect. Similarly, it posits itself as a consciousness whose actuality — being inadequate to duty — is sublated, and as sublated (or within the representation of the absolute essence), it no longer contradicts morality.
Für das moralische Bewußtsein selbst hat jedoch seine moralische Weltanschauung nicht die Bedeutung, daß es in ihr seinen eigenen Begriff entwickelt und ihn sich zum Gegenstande macht; es hat weder ein Bewußtsein über diesen Gegensatz der Form noch auch über den Gegensatz dem Inhalte nach, dessen Teile es nicht untereinander bezieht und vergleicht, sondern in seiner Entwicklung sich, ohne der zusammenhaltende [450] Begriff der Momente zu sein, fortwälzt. Denn es weiß nur das reine Wesen oder den Gegenstand, insofern er Pflicht, insofern er abstrakter Gegenstand seines reinen Bewußtseins ist, als reines Wissen oder als sich selbst. Es verhält sich also nur denkend, nicht begreifend. Daher ist ihm der Gegenstand seines wirklichen Bewußtseins noch nicht durchsichtig; es ist nicht der absolute Begriff, der allein das Anderssein als solches oder sein absolutes Gegenteil als sich selbst erfaßt. Seine eigene Wirklichkeit sowie alle gegenständliche Wirklichkeit gilt ihm zwar als das Unwesentliche; aber seine Freiheit ist die Freiheit des reinen Denkens, welcher darum zugleich die Natur gegenüber als ein ebenso Freies entstanden ist. Weil beides auf gleiche Weise in ihm ist, die Freiheit des Seins und das Eingeschlossensein desselben in das Bewußtsein, so wird sein Gegenstand als ein seiender, der zugleich nur gedacht [ist]; in dem letzten Teile seiner Anschauung wird der Inhalt wesentlich so gesetzt, daß sein Sein ein vorgestelltes ist, und diese Verbindung des Seins und des Denkens als das ausgesprochen, was sie in der Tat ist, das Vorstellen.
Yet for moral consciousness itself, its moral worldview does not signify that it has developed its own Concept here and made it its object. It is neither conscious of this opposition in form nor in content; it does not relate or compare the parts, but merely rolls onward in its development without being the Concept that holds the moments together. For it knows only the pure essence as its object — duty as abstract object of its pure consciousness — as pure knowing or as itself. Thus, it relates merely through thinking, not comprehending. Hence, the object of its actual consciousness remains opaque. It is not the absolute Concept, which grasps otherness as such or its absolute antithesis as itself. While its own actuality and all objective actuality count as the unessential, its freedom is that of pure thinking, which has thereby generated nature as equally free. Since both exist equally within it — the freedom of being and its containment within consciousness — its object is posited as a being that is simultaneously only thought. In the final part of its intuition, content is essentially posited such that its being is represented, and this unity of being and thinking is expressed as what it truly is: representation.
Indem wir die moralische Weltanschauung so betrachten, daß diese gegenständliche Weise nichts anderes ist als der Begriff des moralischen Selbstbewußtseins selbst, den es sich gegenständlich macht, so ergibt sich durch dies Bewußtsein über die Form ihres Ursprungs eine andere Gestalt ihrer Darstellung. – Das erste nämlich, wovon ausgegangen wird, ist das wirkliche moralische Selbstbewußtsein oder, daß es ein solches gibt. Denn der Begriff setzt es in der Bestimmung, daß ihm alle Wirklichkeit überhaupt Wesen nur insofern hat, als sie der Pflicht gemäß ist, und er setzt dies Wesen als Wissen, d.h. in unmittelbarer Einheit mit dem wirklichen Selbst; diese Einheit ist somit selbst wirklich, sie ist ein moralisches wirkliches Bewußtsein. – Dieses nun als Bewußtsein stellt sich seinen Inhalt als Gegenstand vor, nämlich als Endzweck der Welt, als Harmonie der Moralität und aller Wirklichkeit. Indem es aber diese Einheit als Gegenstand[451] vorstellt und noch nicht der Begriff ist, der die Macht über den Gegenstand als solchen hat, so ist sie ihm ein Negatives des Selbstbewußtseins, oder sie fällt außer ihm, als ein Jenseits seiner Wirklichkeit, aber zugleich als ein solches, das auch als seiend, aber nur gedacht wird.
When we regard the moral worldview such that this objective mode is nothing but the Concept of moral self-consciousness made objective, a new form of its exposition emerges through this consciousness of the form’s origin. — The starting point is the actual moral self-consciousness, or the proposition that such a consciousness exists. For the Concept posits that all actuality has essence only insofar as it conforms to duty, and it posits this essence as knowledge — i.e., in immediate unity with the actual self. This unity is thus actual; it is a moral actual consciousness. — As consciousness, this self now represents its content as an object: the ultimate purpose of the world, the harmony of morality and all actuality. But by representing this unity as an object — not yet as the Concept mastering the object as such — this unity becomes a negative of self-consciousness, a Beyond of its actuality. Yet it is also posited as being, albeit only in thought.
Was ihm, das als Selbstbewußtsein ein Anderes denn der Gegenstand ist, hiermit übrigbleibt, ist die Nichtharmonie des Pflichtbewußtseins und der Wirklichkeit, und zwar seiner eigenen. Der Satz lautet hiermit jetzt so: es gibt kein moralisch vollendetes wirkliches Selbstbewußtsein; und da das Moralische überhaupt nur ist, insofern es vollendet ist – denn die Pflicht ist das reine unvermischte Ansich, und die Moralität besteht nur in der Angemessenheit zu diesem Reinen –, so heißt der zweite Satz überhaupt so, daß es kein moralisch Wirkliches gibt.
What remains for consciousness — which, as self-consciousness, is other than the object — is the disharmony between duty-consciousness and actuality, specifically its own. The proposition now reads: there is no morally perfected actual self-consciousness. Since morality exists only as perfected (for duty is the pure, unmixed in-itself, and morality consists in conformity to this purity), the second proposition states that there is no moral actuality.
Indem es aber drittens ein Selbst ist, so ist es an sich die Einheit der Pflicht und der Wirklichkeit; diese Einheit wird ihm also Gegenstand, als die vollendete Moralität, – aber als ein Jenseits seiner Wirklichkeit, – aber das doch wirklich sein soll.
But thirdly, as a self, it is in-itself the unity of duty and actuality. This unity becomes its object as completed morality — yet as a Beyond of its actuality, though it ought to be actual.
In diesem Ziele der synthetischen Einheit der beiden ersten Sätze ist die selbstbewußte Wirklichkeit sowohl als die Pflicht nur als aufgehobenes Moment gesetzt; denn keines ist einzeln, aber sie, in deren wesentlicher Bestimmung ist, frei von dem anderen zu sein, sind somit jedes in der Einheit nicht mehr frei von dem anderen, also jedes aufgehoben, und somit werden sie dem Inhalt nach als solche Gegenstand, deren jedes für das andere gilt, und der Form nach so, daß diese Austauschung derselben zugleich nur vorgestellt ist. – Oder das wirklich nicht Moralische, weil es ebenso reines Denken und über seine Wirklichkeit erhaben ist, ist in der Vorstellung doch moralisch und wird für vollgültig genommen. Es wird hierdurch der erste Satz, daß es ein moralisches Selbstbewußtsein gibt, hergestellt, aber verbunden mit dem zweiten, daß es keines gibt, nämlich es gibt eines, aber nur in der Vorstellung; oder es gibt zwar keines, aber es wird von einem anderen doch dafür gelten gelassen.[452]
In this goal of synthetic unity of the first two propositions, self-conscious actuality and duty are posited as sublated moments. For neither is singular; each, whose essential determination is to be free from the other, is no longer free in this unity — thus each is sublated. Consequently, they become objects whose validity is for one another in content, and in form, this exchange is merely represented. — That is, the actually non-moral (since it is equally pure thinking elevated above its actuality) is represented as moral and taken as fully valid. Thereby, the first proposition (that a moral self-consciousness exists) is reinstated, but conjoined with the second (that none exists) — i.e., it exists only in representation; or while none exists, it is nonetheless recognized as such by another.
b. Die Verstellung
b. Dissemblance
In der moralischen Weltanschauung sehen wir einesteils das Bewußtsein selbst seinen Gegenstand mit Bewußtsein erzeugen; wir sehen es denselben weder als ein Fremdes vorfinden noch auch ihn bewußtlos ihm werden, sondern es verfährt überall nach einem Grunde, aus welchem es das gegenständliche Wesen setzt; es weiß dasselbe also als sich selbst, denn es weiß sich als das tätige, das es erzeugt. Es scheint somit hier zu seiner Ruhe und Befriedigung zu kommen, denn diese kann es nur da finden, wo es über seinen Gegenstand nicht mehr hinauszugehen braucht, weil dieser nicht mehr über es hinausgeht. Auf der ändern Seite aber setzt es selbst ihn vielmehr außer sich hinaus, als ein Jenseits seiner. Aber dies Anundfürsichseiende ist ebenso als ein solches gesetzt, das nicht frei vom Selbstbewußtsein, sondern zum Behuf des letzteren und durch dasselbe sei.
In the moral worldview, we see on the one hand consciousness itself consciously generating its object; we observe that it neither encounters this object as something alien nor allows it to emerge unconsciously, but rather proceeds everywhere according to a ground through which it posits the objective essence. It thus knows this essence as itself, for it knows itself as the active agent that produces it. Here, it appears to attain its repose and satisfaction, for such can only be found where consciousness no longer needs to go beyond its object, since the object no longer transcends it. On the other hand, however, consciousness precisely posits this object outside itself, as a Beyond. Yet this being-in-and-for-itself is equally posited as existing not freely from self-consciousness but for the sake of the latter and through it.
Die moralische Weltanschauung ist daher in der Tat nichts anderes als die Ausbildung dieses zum Grunde liegenden Widerspruchs nach seinen verschiedenen Seiten; sie ist, um einen Kantischen Ausdruck hier, wo er am passendsten ist, zu gebrauchen, ein ganzes Nest gedankenloser Widersprüche. Das Bewußtsein verhält sich in dieser Entwicklung so, daß es ein Moment festsetzt und von da unmittelbar zum anderen übergeht und das erste aufhebt; wie es aber nun dies zweite aufgestellt hat, verstellt es auch dasselbe wieder und macht vielmehr das Gegenteil zum Wesen. Zugleich ist es sich seines Widerspruchs und Verstellen; auch bewußt, denn es geht von einem Momente unmittelbar in Beziehung auf dieses selbst zu dem entgegengesetzten über; weil ein Moment keine Realität für es hat, setzt es eben dasselbe als reell, oder, was dasselbe ist, um ein Moment als[453] an sich seiend zu behaupten, behauptet es das entgegengesetzte als das ansichseiende. Es bekennt damit, daß es ihm in der Tat mit keinem derselben Ernst ist. Dies ist in den Momenten dieser schwindelnden Bewegung näher zu betrachten.
The moral worldview is therefore in truth nothing but the elaboration of this underlying contradiction in its various aspects; to use a Kantian expression here where it is most apt, it is a whole nest of thoughtless contradictions. In this development, consciousness behaves by fixating one moment and immediately passing over to the opposite, thereby sublating the first. Yet once the second moment is established, consciousness equally dissembles it, making the counterpoint into the essence instead. At the same time, it is aware of its contradiction and dissembling, for it transitions immediately from one moment in relation to itself to its opposite. Because one moment has no reality for it, consciousness posits precisely this moment as real—or, equivalently, to assert one moment as being-in-itself, it asserts the opposite as the in-itself. Thereby, it confesses that it is in truth not earnest about any of them. This must be examined more closely in the moments of this vertiginous movement.
Lassen wir die Voraussetzung, daß es ein wirkliches moralisches Bewußtsein gibt, zuerst auf sich beruhen, weil sie unmittelbar nicht in Beziehung auf etwas Vorhergehendes gemacht wird, und wenden uns an die Harmonie der Moralität und der Natur, das erste Postulat. Sie soll an sich sein, nicht für das wirkliche Bewußtsein, nicht gegenwärtig; sondern die Gegenwart ist vielmehr nur der Widerspruch beider. In der Gegenwart ist die Moralität als vorhanden angenommen und die Wirklichkeit so gestellt, daß sie nicht in Harmonie mit ihr sei. Das wirkliche moralische Bewußtsein aber ist ein handelndes; darin besteht eben die Wirklichkeit seiner Moralität. Im Handeln selbst aber ist jene Stellung unmittelbar verstellt; denn das Handeln ist nichts anderes als die Verwirklichung des inneren moralischen Zwecks, nichts anderes als die Hervorbringung einer durch den Zweck bestimmten Wirklichkeit oder der Harmonie des moralischen Zwecks und der Wirklichkeit selbst. Zugleich ist die Vollbringung der Handlung für das Bewußtsein, sie ist die Gegenwart dieser Einheit der Wirklichkeit und des Zwecks; und weil in der vollbrachten Handlung das Bewußtsein sich als dieses Einzelne verwirklicht oder das Dasein in es zurückgekehrt anschaut und der Genuß hierin besteht, so ist in der Wirklichkeit des moralischen Zwecks zugleich auch diejenige Form derselben enthalten, welche Genuß und Glückseligkeit genannt wird. – Das Handeln erfüllt also in der Tat unmittelbar dasjenige, was nicht stattzufinden aufgestellt war und nur ein Postulat, nur jenseits sein sollte. Das Bewußtsein spricht es also durch die Tat aus, daß es mit dem Postulieren nicht Ernst ist, weil der Sinn des Handelns vielmehr dieser ist, das zur Gegenwart zu machen, was nicht in der Gegenwart sein sollte. Und indem um des Handelns willen die[454] Harmonie postuliert wird – was nämlich durch das Handeln wirklich werden soll, muß an sich so sein, sonst wäre die Wirklichkeit nicht möglich –, so ist der Zusammenhang des Handelns und des Postulats so beschaffen, daß um des Handelns, d.h. um der wirklichen Harmonie des Zwecks und der Wirklichkeit willen diese Harmonie als nicht wirklich, als jenseits gesetzt wird.
Let us first leave aside the presupposition that an actual moral consciousness exists, since it is initially not related to anything preceding it, and instead turn to the harmony of morality and nature—the first postulate. This harmony is supposed to be in itself, not for actual consciousness, not present; rather, the present is precisely the contradiction between the two. In the present, morality is assumed as existent, and actuality is posited as not being in harmony with it. Yet the actual moral consciousness is an acting one; herein lies the actuality of its morality. But in action itself, this positing is immediately dissembled, for action is nothing other than the actualization of the inner moral purpose—the production of a purpose-determined actuality or the harmony of the moral purpose and actuality itself. Simultaneously, the completion of the action is for consciousness the presence of this unity of actuality and purpose. And since in the accomplished action, consciousness beholds itself as this singular being actualized—or existence returning into itself—and finds enjoyment therein, the actuality of the moral purpose also contains the form called enjoyment and happiness. Action thus directly accomplishes what was posited as not occurring and as merely a postulate, a Beyond. Through the deed, consciousness therefore declares that it is not earnest about postulating, for the meaning of action is rather to make present what ought not to be present. And since harmony is postulated for the sake of action—for what is to become actual through action must in itself be so, otherwise actuality would not be possible—the connection between action and the postulate is such that for the sake of action, i.e., for the sake of the actual harmony of purpose and actuality, this harmony is posited as not actual, as Beyond.
Indem gehandelt wird, ist es also mit der Unangemessenheit des Zwecks und der Wirklichkeit überhaupt nicht Ernst; dagegen scheint es mit dem Handeln selbst Ernst zu sein. Aber in der Tat ist die wirkliche Handlung nur Handlung des einzelnen Bewußtseins, also selbst nur etwas Einzelnes und das Werk zufällig. Der Zweck der Vernunft aber als der allgemeine, alles umfassende Zweck ist nichts Geringeres als die ganze Welt; ein Endzweck, der weit über den Inhalt dieser einzelnen Handlung hinausgeht und daher überhaupt über alles wirkliche Handeln hinauszustellen ist. Weil das allgemeine Beste ausgeführt werden soll, wird nichts Gutes getan. In der Tat aber ist die Nichtigkeit des wirklichen Handelns und die Realität nur des ganzen Zwecks, die jetzt aufgestellt sind, nach allen Seiten auch wieder verstellt. Die moralische Handlung ist nicht etwas Zufälliges und Beschränktes, denn sie hat die reine Pflicht zu ihrem Wesen; diese macht den einzigen ganzen Zweck aus, und die Handlung also als Verwirklichung desselben ist bei aller sonstigen Beschränkung des Inhalts die Vollbringung des ganzen absoluten Zwecks. Oder wenn wieder die Wirklichkeit als Natur, die ihre eigenen Gesetze hat und der reinen Pflicht entgegengesetzt ist, genommen wird, so daß also die Pflicht ihr Gesetz nicht in ihr realisieren kann, so ist es, indem die Pflicht als solche das Wesen ist, in der Tat nicht um die Vollbringung der reinen Pflicht, welche der ganze Zweck ist, zu tun; denn die Vollbringung hätte vielmehr nicht die reine Pflicht, sondern das ihr Entgegengesetzte, die Wirklichkeit, zum Zwecke. Aber daß es nicht um die Wirklichkeit zu tun sei, ist wieder verstellt; denn nach dem Begriffe des moralischen[455] Handelns ist die reine Pflicht wesentlich tätiges Bewußtsein; es soll also allerdings gehandelt, die absolute Pflicht in der ganzen Natur ausgedrückt und das Moralgesetz Naturgesetz werden.
Insofar as action occurs, the disproportion between purpose and actuality is not truly earnest; conversely, the acting itself appears earnest. Yet in truth, actual action is merely the action of singular consciousness, thus itself something singular and the work of contingency. The purpose of reason, however, as the universal, all-encompassing purpose, is nothing less than the entire world — a final purpose that far exceeds the content of this singular action and therefore must be positioned beyond all actual acting. Because the universal good is to be accomplished, no particular good is achieved. Yet in reality, the nullity of actual action and the reality solely of the whole purpose — now posited — are again distorted in every direction. Moral action is not something contingent and limited, for it has pure duty as its essence; this constitutes the sole entire purpose, and the action, as the actualization thereof, despite all other limitations of content, accomplishes the entire absolute purpose. Or, if actuality is again taken as nature — which has its own laws and stands opposed to pure duty — so that duty cannot realize its law within it, then, since duty as such is the essence, it is not about the accomplishment of pure duty, which is the whole purpose; for accomplishment would have not pure duty but its opposite, actuality, as its end. Yet that actuality is not the concern is again distorted; for according to the concept of moral[455] action, pure duty is essentially active consciousness; action must indeed occur, absolute duty must be expressed throughout nature, and the moral law must become natural law.
Lassen wir also dieses höchste Gut als das Wesen gelten, so ist es dem Bewußtsein mit der Moralität überhaupt nicht Ernst. Denn in diesem höchsten Gute hat die Natur nicht ein anderes Gesetz, als die Moralität hat. Somit fällt das moralische Handeln selbst hinweg, denn das Handeln ist nur unter der Voraussetzung eines Negativen, das durch die Handlung aufzuheben ist. Ist aber die Natur dem Sittengesetze gemäß, so würde ja dieses durch das Handeln, durch das Aufheben des Seienden verletzt. – Es wird also in jener Annahme als der wesentliche Zustand ein solcher eingestanden, worin das moralische Handeln überflüssig ist und gar nicht stattfindet. Das Postulat der Harmonie der Moralität und der Wirklichkeit – einer Harmonie, die durch den Begriff des moralischen Handelns, beide in Übereinstimmung zu bringen, gesetzt ist – drückt sich also auch von dieser Seite so aus: weil das moralische Handeln der absolute Zweck ist, so ist der absolute Zweck, daß das moralische Handeln gar nicht vorhanden sei.
If we accept this highest Good as the essence, then consciousness is not earnest about morality as such. For in this highest Good, nature has no law other than that of morality. Thus, moral action itself dissolves, since action presupposes a negative that is to be abolished through action. But if nature conforms to the moral law, this law would be violated by action — by the abolition of what exists. — Hence, in this assumption, a condition is admitted as essential in which moral action becomes superfluous and does not occur at all. The postulate of the harmony between morality and actuality — a harmony posited through the concept of moral action as bringing both into accord — thus expresses itself from this angle as follows: because moral action is the absolute purpose, the absolute purpose is that moral action should not exist at all.
Stellen wir diese Momente, durch die das Bewußtsein sich in seinem moralischen Vorstellen fortwälzte, zusammen, so erhellt, daß es jedes wieder in seinem Gegenteile aufhebt. Es geht davon aus, daß für es die Moralität und Wirklichkeit nicht harmoniere, aber es ist ihm damit nicht Ernst, denn in der Handlung ist für es die Gegenwart dieser Harmonie. Es ist ihm aber auch mit diesem Handeln, da es etwas Einzelnes ist, nicht Ernst; denn es hat einen so hohen Zweck, das höchste Gut. Dies ist aber wieder nur eine Verstellung der Sache, denn darin fiele alles Handeln und alle Moralität hinweg. Oder es ist ihm eigentlich mit dem moralischen Handeln nicht Ernst, sondern das Wünschenswerteste, Absolute ist, daß das höchste Gut ausgeführt und das moralische Handeln überflüssig wäre.[456]
If we assemble these moments through which consciousness ceaselessly contorts itself in its moral representation, it becomes evident that each moment is sublated into its opposite. It begins from the premise that for it, morality and actuality are not in harmony — yet it is not earnest in this, for in action, the presence of this harmony exists for it. Nor is it earnest about this action, since it is something singular; for it has so lofty a purpose — the highest Good. Yet this is again merely a distortion of the matter, for here all action and all morality would dissolve. Or, it is not truly earnest about moral action; rather, the most desirable, absolute condition is that the highest Good be accomplished and moral action rendered superfluous.[456]
Von diesem Resultate muß das Bewußtsein in seiner widersprechenden Bewegung sich weiter fortwälzen und das Aufheben des moralischen Handelns notwendig wieder verstellen. Die Moralität ist das An sich; daß sie statthabe, kann der Endzweck der Welt nicht ausgeführt sein, sondern das moralische Bewußtsein muß für sich sein und eine ihm entgegengesetzte Natur vorfinden. Aber es an ihm selbst muß vollendet sein. Dies führt zum zweiten Postulate der Harmonie seiner und der Natur, welche an ihm unmittelbar ist, der Sinnlichkeit. Das moralische Selbstbewußtsein stellt seinen Zweck als rein, als von Neigungen und Trieben unabhängig auf, so daß er die Zwecke der Sinnlichkeit in sich vertilgt hat. – Allein diese aufgestellte Aufhebung des sinnlichen Wesens verstellt es wieder. Es handelt, bringt seinen Zweck zur Wirklichkeit, und die selbstbewußte Sinnlichkeit, welche aufgehoben sein soll, ist gerade diese Mitte zwischen dem reinen Bewußtsein und der Wirklichkeit, – sie ist das Werkzeug des ersteren zu seiner Verwirklichung oder das Organ und das, was Trieb, Neigung genannt wird. Es ist daher nicht Ernst mit dem Aufheben der Neigungen und Triebe, denn eben sie sind das sich verwirklichende Selbstbewußtsein. Aber sie sollen auch nicht unterdrückt, sondern der Vernunft nur gemäß sein. Sie sind ihr auch gemäß, denn das moralische Handeln ist nichts anderes als das sich verwirklichende, also sich die Gestalt eines Triebes gebende Bewußtsein, d.h. es ist unmittelbar die gegenwärtige Harmonie des Triebes und der Moralität. Aber in der Tat ist der Trieb nicht nur diese leere Gestalt, die eine andere Feder, als er selbst ist, in sich haben und von ihr getrieben werden könnte. Denn die Sinnlichkeit ist eine Natur, die ihre eigenen Gesetze und Springfedern an ihr selbst hat; es kann der Moralität daher nicht Ernst damit sein, die Triebfeder der Triebe, der Neigungswinkel der Neigungen zu sein. Denn indem diese ihre eigene feste Bestimmtheit und eigentümlichen Inhalt haben, so wäre vielmehr das Bewußtsein, dem sie gemäß wären, ihnen gemäß; eine Gemäßheit, welche sich[457] das moralische Selbstbewußtsein verbittet. Die Harmonie beider ist also nur an sich und postuliert. – In dem moralischen Handeln war soeben die gegenwärtige Harmonie der Moralität und der Sinnlichkeit aufgestellt, dies aber ist nun verstellt; sie ist jenseits des Bewußtseins in einer nebligen Ferne, worin nichts mehr genau zu unterscheiden noch zu begreifen ist; denn mit dem Begreifen dieser Einheit, das wir soeben versuchten, ging es nicht. – In diesem Ansich gibt aber überhaupt das Bewußtsein sich auf. Dieses Ansich ist seine moralische Vollendung, worin der Kampf der Moralität und der Sinnlichkeit aufgehört hat und die letztere der ersteren auf eine Weise gemäß ist, die nicht zu fassen ist. – Darum ist diese Vollendung wieder nur eine Verstellung der Sache, denn in der Tat gäbe in ihr vielmehr die Moralität selbst sich auf, denn sie ist nur Bewußtsein des absoluten Zwecks als des reinen, also im Gegensatze gegen alle anderen Zwecke; sie ist ebenso die Tätigkeit dieses reinen Zwecks, als sie sich der Erhebung über die Sinnlichkeit, der Einmischung derselben und ihres Gegensatzes und Kampfes mit ihr bewußt ist. – Daß es mit der moralischen Vollendung nicht Ernst ist, spricht das Bewußtsein unmittelbar selbst darin aus, daß es sie in die Unendlichkeit hinaus verstellt, d.h. sie als niemals vollendet behauptet.
From this result, consciousness must propel itself further through its contradictory movement and necessarily obscure once more the sublation of moral action. Morality is the in-itself; for it to prevail, the ultimate purpose of the world cannot be actualized, but the moral consciousness must exist for itself and encounter a nature opposed to it. Yet it must be perfected in itself. This leads to the second postulate of the harmony between itself and the nature immediately within it—sensibility. The moral self-consciousness posits its purpose as pure, as independent of inclinations and drives, such that it has eradicated the purposes of sensibility within itself. —Yet this posited sublation of sensible being it again obscures. It acts, brings its purpose into actuality, and the self-conscious sensibility that was supposed to be sublated is precisely this mediation between pure consciousness and actuality—it is the instrument of the former for its actualization, or the organ and what is called drive and inclination. It is therefore not in earnest about the sublation of inclinations and drives, for precisely they are the self-actualizing self-consciousness. But they are also not to be suppressed but merely to be in accordance with reason. They are indeed in accordance with it, for moral action is nothing other than consciousness giving itself the form of a drive in its self-actualization—i.e., it is the immediately present harmony of drive and morality. But in truth, the drive is not merely this empty form that could contain a motive force other than itself and be propelled by it. For sensibility is a nature that has its own laws and springs within itself; morality cannot therefore be in earnest about becoming the motive force of drives or the hidden recess of inclinations. For since these possess their own fixed determinacy and peculiar content, the consciousness that were in accordance with them would instead conform to them—a conformity that the moral self-consciousness expressly rejects. The harmony of both is thus only in-itself and postulated. —In moral action, the present harmony of morality and sensibility was just posited, but this is now obscured; it lies beyond consciousness in a nebulous distance where nothing can be distinctly discerned or comprehended—for our recent attempt to grasp this unity proved unsuccessful. —Yet in this in-itself, consciousness relinquishes itself altogether. This in-itself is its moral perfection, wherein the struggle between morality and sensibility has ceased, and the latter conforms to the former in a manner that defies comprehension. —Therefore, this perfection is again merely a dissemblance of the matter, for in truth, morality itself would thereby be annulled. Morality is the consciousness of the absolute purpose as the pure purpose—hence in opposition to all other purposes—and it is equally the activity of this pure purpose insofar as it is conscious of elevating itself above sensibility, of the latter’s interference, and of the opposition and struggle with it. —That consciousness is not in earnest about moral perfection is directly expressed by itself in that it displaces this perfection into infinity—i.e., asserts it as never completed.
Vielmehr ist ihm also nur dieser Zwischenzustand der Nichtvollendung das Gültige – ein Zustand, der aber doch ein Fortschreiten zur Vollendung wenigstens sein soll. Allein er kann auch dies nicht sein, denn das Fortschreiten in der Moralität wäre vielmehr ein Zugehen zum Untergang derselben. Das Ziel nämlich wäre das obige Nichts oder Aufheben der Moralität und des Bewußtseins selbst; dem Nichts aber immer näher und näher kommen, heißt abnehmen. Außerdem nähme fortschreiten überhaupt ebenso wie Abnehmen Unterschiede der Größe in der Moralität an; allein von diesen kann in ihr keine Rede sein. In ihr als dem Bewußtsein, welchem der sittliche Zweck die reine Pflicht ist, ist an eine Verschiedenheit überhaupt nicht, am wenigsten an die[458] oberflächliche der Größe zu denken; es gibt nur eine Tugend, nur eine reine Pflicht, nur eine Moralität.
Rather, only this intermediate state of non-completion is valid for it – a state that should at least be a progression toward completion. Yet it cannot even be this, for progression in morality would rather be an approach to its dissolution. The goal, namely, would be the aforementioned nothingness or sublation of morality and consciousness itself; to come ever closer to nothingness is to diminish. Moreover, progression in general, like diminution, presupposes differences of magnitude in morality; but of these there can be no talk. In morality as the consciousness for which the ethical purpose is the pure duty, there is no room for difference as such, least of all for the superficial difference of magnitude; there is only one virtue, only one pure duty, only one morality.
Indem es also mit der moralischen Vollendung nicht Ernst ist, sondern vielmehr mit dem Mittelzustande, d.h., wie soeben erörtert, mit der Nichtmoralität, so kommen wir von einer ändern Seite auf den Inhalt des ersten Postulats zurück. Es ist nämlich nicht abzusehen, wie Glückseligkeit für dies moralische Bewußtsein um seiner Würdigkeit willen zu fordern ist. Es ist seiner Nichtvollendung sich bewußt und kann daher die Glückseligkeit in der Tat nicht als Verdienst, nicht als etwas, dessen es würdig wäre, fordern, sondern sie nur aus einer freien Gnade, d.h. die Glückseligkeit als solche an und für sich selbst verlangen und nicht aus jenem absoluten Grunde, sondern nach Zufall und Willkür erwarten. – Die Nichtmoralität spricht eben hierin aus, was sie ist, – daß es nicht um die Moralität, sondern um die Glückseligkeit an und für sich ohne Beziehung auf jene zu tun ist.
Since moral completion is not taken seriously but rather the intermediate state – that is, as just discussed, non-morality – we return from another angle to the content of the first postulate. For there is no discernible reason why happiness should be demanded for this moral consciousness on account of its worthiness. It is conscious of its own incompletion and thus cannot in truth demand happiness as a merit, as something it deserves, but can only seek happiness through free grace – that is, demand happiness as such in and for itself, expecting it not on that absolute ground but through chance and arbitrariness. – Herein lies the explicit expression of non-morality: that it is not morality but happiness in and for itself, unrelated to morality, that matters.
Durch diese zweite Seite der moralischen Weltanschauung wird auch noch die andere Behauptung der ersteren aufgehoben, worin die Disharmonie der Moralität und Glückseligkeit vorausgesetzt wird. – Es will nämlich die Erfahrung gemacht werden, daß es in dieser Gegenwart dem Moralischen oft schlecht, dem Unmoralischen hingegen oft glücklich gehe. Allein der Zwischenzustand der unvollendeten Moralität, der sich als das Wesentliche ergeben hat, zeigt offenbar, daß diese Wahrnehmung und seinsollende Erfahrung nur eine Verstellung der Sache ist. Denn da die Moralität unvollendet, d.h. die Moralität in der Tat nicht ist, was kann an der Erfahrung sein, daß es ihr schlecht gehe? – Indem es zugleich herausgekommen, daß es um die Glückseligkeit an und für sich zu tun ist, so zeigt es sich, daß bei Beurteilung, es gehe dem Unmoralischen gut, nicht ein Unrecht gemeint war, das hier stattfinde. Die Bezeichnung eines Individuums als eines unmoralischen fällt, indem die Moralität überhaupt unvollendet ist, an sich hinweg, hat also nur einen willkürlichen Grund. Der Sinn und Inhalt[459] des Urteils der Erfahrung ist dadurch allein dieser, daß einigen die Glückseligkeit an und für sich nicht zukommen sollte, d.h. er ist Neid, der sich zum Deckmantel die Moralität nimmt. Der Grund aber, warum anderen das sogenannte Glück zuteil werden sollte, ist die gute Freundschaft, die ihnen und sich selbst diese Gnade, d.h. diesen Zufall gönnt und wünscht.
Through this second aspect of the moral worldview, the other assertion of the first is also negated – namely, the presupposed disharmony between morality and happiness. – It is claimed that experience shows the moral often fare poorly in the present, while the immoral often prosper. However, the intermediate state of incomplete morality, which has revealed itself as essential, makes clear that this perception and supposed experience are merely a dissemblance. For since morality is incomplete – that is, in truth not morality – what significance can there be in the experience that it fares poorly? – Since it has also become evident that what matters is happiness in and for itself, it is apparent that in judging the immoral to prosper, no injustice was intended. The designation of an individual as immoral in itself collapses, since morality is generally incomplete, and thus has only an arbitrary basis. The meaning and content[459] of the judgment of experience is solely that happiness in and for itself should not belong to some – that is, it is envy cloaking itself in morality. The reason why others should partake in so-called happiness is good-natured friendship, which grants and wishes them – and itself – this favor, this contingency.
Die Moralität also im moralischen Bewußtsein ist unvollendet; dies ist es, was jetzt aufgestellt wird. Aber es ist ihr Wesen, nur das Vollendete, Reine zu sein; die unvollendete Moralität ist daher unrein, oder sie ist Immoralität. Die Moralität selbst ist also in einem anderen Wesen als in dem wirklichen Bewußtsein; es ist ein heiliger moralischer Gesetzgeber, – Die im Bewußtsein unvollendete Moralität, welche der Grund dieses Postulierens ist, hat zunächst die Bedeutung, daß die Moralität, indem sie im Bewußtsein als wirklich gesetzt wird, in der Beziehung auf ein Anderes, auf ein Dasein steht, also selbst an ihr das Anderssein oder den Unterschied erhält, wodurch eine vielfache Menge von moralischen Geboten entsteht. Das moralische Selbstbewußtsein hält aber zugleich diese vielen Pflichten für unwesentlich; denn es ist nur um die eine reine Pflicht zu tun, und für es haben sie, insofern sie bestimmte sind, keine Wahrheit. Sie können ihre Wahrheit also nur in einem Anderen haben und sind, was sie für es nicht sind, heilig durch einen heiligen Gesetzgeber. – Allein dies ist selbst wieder nur eine Verstellung der Sache. Denn das moralische Selbstbewußtsein ist sich das Absolute, und Pflicht schlechthin nur das, was es als Pflicht weiß. Es weiß aber nur die reine Pflicht als Pflicht; was ihm nicht heilig ist, ist an sich nicht heilig, und was an sich nicht heilig ist, kann durch das heilige Wesen nicht geheiligt werden. Es ist dem moralischen Bewußtsein auch überhaupt damit nicht Ernst, etwas durch ein anderes Bewußtsein, als es selbst ist, heiligen zu lassen; denn es ist ihm schlechthin nur das heilig, was ihm durch sich selbst und in ihm heilig ist. – Es ist also ebensowenig damit Ernst, daß[460] dies andere Wesen ein heiliges sei, denn in ihm sollte etwas zur Wesenheit gelangen, was für das moralische Bewußtsein, d.h. an sich keine Wesenheit hat.
Morality in the moral consciousness is thus incomplete; this is now established. But its essence is to be only the completed, the pure; incomplete morality is therefore impure or immoral. Morality itself thus resides in another essence distinct from actual consciousness – in a holy moral lawgiver. – The incomplete morality within consciousness, which grounds this postulation, firstly signifies that morality, insofar as it is posited as actual in consciousness, stands in relation to an other, to existence, and thus inherently retains otherness or difference, through which a manifold multiplicity of moral commandments arises. Yet the moral self-consciousness simultaneously regards these many duties as inessential, for it is concerned solely with the one pure duty, and for it, insofar as they are determinate, they have no truth. Their truth can thus lie only in an other, and they are – contrary to what they are for it – sanctified by a holy lawgiver. – But this, too, is merely a dissemblance. For the moral self-consciousness is itself the absolute, and duty is absolutely only what it knows as duty. Yet it knows only pure duty as duty; what is not holy to it is not holy in itself, and what is not holy in itself cannot be sanctified by a holy essence. The moral consciousness, in general, does not seriously intend to let something be sanctified through another consciousness distinct from itself; for it holds sacred only what is sanctified through itself and within it. – Thus, it is equally insincere in positing this other essence as holy, for in it something would attain essentiality that, for moral consciousness – that is, in itself – has no essentiality.
Wenn das heilige Wesen postuliert wurde, daß in ihm die Pflicht nicht als reine Pflicht, sondern als eine Vielheit bestimmter Pflichten ihre Gültigkeit hätte, so muß also dieses wieder verstellt und das andere Wesen allein insofern heilig sein, als in ihm nur die reine Pflicht Gültigkeit hat. Die reine Pflicht hat auch in der Tat Gültigkeit nur in einem anderen Wesen, nicht in dem moralischen Bewußtsein. Obschon in ihm die reine Moralität allein zu gelten scheint, so muß doch dieses anders gestellt werden, denn es ist zugleich natürliches Bewußtsein. Die Moralität ist in ihm von der Sinnlichkeit affiziert und bedingt, also nicht an und für sich, sondern eine Zufälligkeit des freien Willens, in ihm aber als reinem Willen eine Zufälligkeit des Wissens, an und für sich ist die Moralität daher in einem anderen Wesen.
If the holy essence was postulated so that within it duty might hold validity not as pure duty but as a multiplicity of determinate duties, then this too must be dissembled, and the other essence is holy only insofar as pure duty alone has validity within it. In truth, pure duty has validity only in another essence, not in the moral consciousness. Although pure morality alone seems to hold sway within it, this must be otherwise construed, for it is simultaneously natural consciousness. Morality within it is affected and conditioned by sensibility; it is thus not in and for itself but a contingency of the free will – yet as pure will, a contingency of knowledge. In and for itself, morality therefore resides in another essence.
Dieses Wesen ist also hier die rein vollendete Moralität darum, weil sie in ihm nicht in Beziehung auf Natur und Sinnlichkeit steht. Allein die Realität der reinen Pflicht ist ihre Verwirklichung in Natur und Sinnlichkeit. Das moralische Bewußtsein setzt seine Unvollkommenheit darein, daß in ihm die Moralität eine positive Beziehung auf die Natur und Sinnlichkeit hat, da ihm dies für ein wesentliches Moment derselben gilt, daß sie schlechthin nur eine negative Beziehung darauf habe. Das reine moralische Wesen dagegen, weil es erhaben über den Kampf mit der Natur und Sinnlichkeit ist, steht nicht in einer negativen Beziehung darauf. Es bleibt ihm also in der Tat nur die positive Beziehung darauf übrig, d.h. eben dasjenige, was soeben als das Unvollendete, als das Unmoralische galt. Die reine Moralität aber ganz getrennt von der Wirklichkeit, so daß sie ebensosehr ohne positive Beziehung auf diese wäre, wäre eine bewußtlose, unwirkliche Abstraktion, worin der Begriff der Moralität, Denken der reinen Pflicht und ein Wille und Tun zu sein, schlechthin aufgehoben wäre. Dieses so rein[461] moralische Wesen ist daher wieder eine Verstellung der Sache und aufzugeben.
This essence is thus here the purely perfected morality precisely because it stands in no relation to nature and sensibility. However, the reality of pure duty is its realization in nature and sensibility. Moral consciousness posits its imperfection in the fact that morality has a positive relation to nature and sensibility within it, since it regards this as an essential moment of morality — that it should have only a negative relation to them. In contrast, the purely moral essence, being elevated above the struggle with nature and sensibility, does not stand in a negative relation to them. Thus, in reality, only the positive relation to them remains, i.e., precisely what was just deemed incomplete and immoral. But pure morality entirely divorced from reality — such that it would equally lack any positive relation to it — would be an unconscious, unreal abstraction, wherein the concept of morality, as the thinking of pure duty and as a will and action, would be utterly abolished. This supposedly pure[461] moral essence is thus again a dissemblance of the matter and must be relinquished.
In diesem rein moralischen Wesen aber nähern sich die Momente des Widerspruchs, in welchem dies synthetische Vorstellen sich herumtreibt, und die entgegengesetzten Auchs, die es, ohne diese seine Gedanken zusammenzubringen, aufeinanderfolgen und ein Gegenteil immer durch das andere ablösen läßt, so sehr, daß das Bewußtsein hier seine moralische Weltanschauung aufgeben und in sich zurückfliehen muß.
However, in this purely moral essence, the moments of contradiction in which this synthetic representation labors — and the opposing Also’s that it allows to alternate without bringing these thoughts together, each supplanting the other — converge so closely that consciousness must abandon its moral worldview and retreat into itself.
Es erkennt seine Moralität darum als nicht vollendet, weil es von einer ihr entgegengesetzten Sinnlichkeit und Natur affiziert ist, welche teils die Moralität selbst als solche trübt, teils eine Menge von Pflichten entstehen macht, durch die es im konkreten Falle des wirklichen Handelns in Verlegenheit gerät; denn jeder Fall ist die Konkretion vieler moralischer Beziehungen, wie ein Gegenstand der Wahrnehmung überhaupt ein Ding von vielen Eigenschaften ist; und indem die bestimmte Pflicht Zweck ist, hat sie einen Inhalt, und ihr Inhalt ist ein Teil des Zwecks und die Moralität nicht rein. – Diese hat also in einem anderen Wesen ihre Realität. Aber diese Realität heißt nichts anderes, als daß die Moralität hier an und für sich sei, – für sich, d.h. Moralität eines Bewußtseins sei, an sich, d.h. Dasein und Wirklichkeit habe. – In jenem ersten unvollendeten Bewußtsein ist die Moralität nicht ausgeführt; sie ist darin das Ansich im Sinne eines Gedankendinges; denn sie ist mit Natur und Sinnlichkeit, mit der Wirklichkeit des Seins und des Bewußtseins vergesellschaftet, die ihren Inhalt ausmacht, und Natur und Sinnlichkeit ist das moralisch Nichtige. – In dem zweiten ist die Moralität als vollendet und nicht als ein unausgeführtes Gedankending vorhanden. Aber diese Vollendung besteht eben darin, daß die Moralität in einem Bewußtsein Wirklichkeit sowie freie Wirklichkeit, Dasein überhaupt hat, nicht das Leere, sondern das Erfüllte, Inhaltsvolle ist; – d.h. die Vollendung der Moralität wird darein gesetzt, daß[462] das, was soeben als das moralisch Nichtige bestimmt wurde, in ihr und an ihr vorhanden ist. Sie soll das eine Mal schlechthin nur als das unwirkliche Gedankending der reinen Abstraktion Gültigkeit, aber ebensowohl in dieser Weise keine Gültigkeit haben; ihre Wahrheit soll darin bestehen, der Wirklichkeit entgegengesetzt und von ihr ganz frei und leer, und wieder darin, Wirklichkeit zu sein.
It recognizes its morality as incomplete because it is affected by a sensibility and nature opposed to it, which partly obscures morality as such and partly gives rise to a multiplicity of duties, thereby plunging it into perplexity in concrete cases of actual action. For each case is the concretion of many moral relations, just as a perceptual object is a thing with many properties. And since the determinate duty is the purpose, it has a content, and its content is a part of the purpose, rendering morality impure. — Thus, morality finds its reality in another essence. But this reality signifies nothing other than that morality here exists in and for itself — for itself, meaning it is the morality of a consciousness; in itself, meaning it has existence and actuality. — In that first incomplete consciousness, morality is not actualized; within it, morality is the in-itself in the sense of a thought-entity. For it is conjoined with nature and sensibility, with the reality of being and consciousness, which constitutes its content — and nature and sensibility are the morally null. — In the second, morality is present as perfected, not as an unrealized thought-entity. Yet this perfection consists precisely in the fact that morality has actuality in a consciousness as well as free actuality — existence as such, not emptiness but fullness, the content-laden. — That is, the perfection of morality is posited such that[462] what was just determined as morally null is present within and through it. At one moment, morality is valid only as the unreal thought-entity of pure abstraction, yet in this form it is equally invalid; its truth is supposed to lie in being opposed to reality and utterly free from it, yet also in being reality itself.
Der Synkretismus dieser Widersprüche, der in der moralischen Weltanschauung auseinandergelegt ist, fällt in sich zusammen, indem der Unterschied, worauf er beruht, von solchem, das notwendig gedacht und gesetzt werden müsse und doch zugleich unwesentlich sei, zu einem Unterschiede wird, der nicht einmal mehr in den Worten liegt. Was am Ende als ein Verschiedenes gesetzt wird, sowohl als das Nichtige wie als das Reelle, ist ein und ebendasselbe, das Dasein und die Wirklichkeit; und was absolut nur als das Jenseits des wirklichen Seins und Bewußtseins und ebensowohl nur in ihm und als ein Jenseits das Nichtige sein soll, ist die reine Pflicht und das Wissen derselben als des Wesens. Das Bewußtsein, das diesen Unterschied macht, der keiner ist, die Wirklichkeit für das Nichtige und das Reale zugleich, die reine Moralität ebenso für das wahre Wesen sowie für das Wesenlose aussagt, spricht die Gedanken, die es vorher trennte, zusammen aus, spricht es selbst aus, daß es ihm mit dieser Bestimmung und der Auseinanderstellung der Momente des Selbsts und des Ansichs nicht Ernst ist, sondern daß es das, was es als das absolute, außer dem Bewußtsein Seiende aussagt, vielmehr in dem Selbst des Selbstbewußtseins eingeschlossen behält, und was es als das absolut Gedachte oder das absolute Ansich aussagt, eben darum für ein nicht Wahrheit Habendes nimmt. – Es wird für das Bewußtsein, daß das Auseinanderstellen dieser Momente eine Verstellung ist, und es wäre Heuchelei, wenn es sie doch beibehielte. Aber als moralisches reines Selbstbewußtsein flieht es aus dieser Ungleichheit seines Vorstellen; mit dem, was sein Wesen ist, aus dieser Unwahrheit, welche das für wahr[463] aussagt, was ihm für unwahr gilt, mit Abscheu in sich zurück. Es ist reines Gewissen, welches eine solche moralische Weltvorstellung verschmäht; es ist in sich selbst der einfache, seiner gewisse Geist, der ohne die Vermittlung jener Vorstellungen unmittelbar gewissenhaft handelt und in dieser Unmittelbarkeit seine Wahrheit hat. – Wenn aber diese Welt der Verstellung nichts anderes als die Entwicklung des moralischen Selbstbewußtseins in seinen Momenten und hiermit seine Realität ist, so wird es durch sein Zurückgehen in sich seinem Wesen nach nichts anderes werden; sein Zurückgehen in sich ist vielmehr nur das erlangte Bewußtsein, daß seine Wahrheit eine vorgegebene ist. Es müßte sie noch immer für seine Wahrheit ausgeben, denn es müßte sich als gegenständliche Vorstellung aussprechen und darstellen, aber wüßte, daß dies nur eine Verstellung ist; es wäre hiermit in der Tat die Heuchelei und jenes Verschmähen jener Verstellung schon die erste Äußerung der Heuchelei.[464]
The syncretism of these contradictions, which are unfolded in the moral worldview, collapses inward, for the distinction on which it rests — between what must necessarily be thought and posited yet is simultaneously inessential — becomes a distinction that no longer even resides in words. What is posited as different at the end — both as the null and as the real — is one and the same: existence and actuality. And what is absolutely to be only the Beyond of actual being and consciousness, yet as a Beyond is equally the null, is pure duty and the knowledge of it as essence. The consciousness that makes this distinction — which is no distinction — declaring reality to be both the null and the real, proclaiming pure morality as the true essence and yet as essence-less, utters the thoughts it previously separated in conjunction. It thereby reveals that it is not in earnest with this determination and the opposition of the moments of the Self and the in-itself. Rather, what it declares to be the absolute Being beyond consciousness is in fact retained within the Self of self-consciousness, and what it posits as the absolutely thought or the absolute in-itself is for that very reason taken as lacking truth. — It becomes clear to consciousness that this positing of moments apart is dissembling, and it would be hypocrisy if it nevertheless retained them. But as a pure moral self-consciousness, it flees from this disparity in its representation; with revulsion, it withdraws into itself from this untruth that asserts as true what it holds to be untrue. It is pure conscience, which disdains such a moral world-representation; it is in itself the simple Spirit certain of itself, which acts conscientiously without the mediation of those representations and finds its truth in this immediacy. — Yet if this world of dissemblance is nothing but the development of moral self-consciousness in its moments and thereby its reality, then by retreating into itself, it will in essence become nothing other than this. Its retreat into itself is rather merely the attained consciousness that its truth is a pretense. It would still have to present this truth as its own, for it must express and represent itself as objective representation. But it knows that this is mere dissemblance; thus, it is in fact hypocrisy, and that very disdain for dissemblance is already the first expression of hypocrisy.[464]
c. Das Gewissen. Die schöne Seele, das Böse und seine Verzeihung
c. Conscience. The Beautiful Soul, Evil, and its Forgiveness
Die Antinomie der moralischen Weltanschauung, daß es ein moralisches Bewußtsein gibt und daß es keines gibt, – oder daß das Gelten der Pflicht ein Jenseits des Bewußtseins ist und umgekehrt nur in ihm stattfindet, war in die Vorstellung zusammengefaßt worden, worin das nichtmoralische Bewußtsein für moralisch gelte, sein zufälliges Wissen und Wollen für vollwichtig angenommen und die Glückseligkeit ihm aus Gnade zuteil werde. Diese sich selbst widersprechende Vorstellung nahm das moralische Selbstbewußtsein nicht über sich, sondern verlegte sie in ein ihm anderes Wesen. Aber dies Hinaussetzen dessen, was es als notwendig denken muß, außer sich selbst ist ebenso der Widerspruch der Form nach, wie jener es dem Inhalte nach ist. Weil aber an sich eben das, was als widersprechend erscheint und in dessen Trennung und Wiederauflösung die moralische Weltanschauung[464] sich herumtreibt, dasselbe ist, die reine Pflicht nämlich als das reine Wissen nichts anderes als das Selbst des Bewußtseins und das Selbst des Bewußtseins das Sein und Wirklichkeit [ist], – ebenso, was Jenseits des wirklichen Bewußtseins sein soll, nichts anderes als das reine Denken, also in der Tat das Selbst ist, so geht für uns oder an sich das Selbstbewußtsein in sich zurück und weiß dasjenige Wesen als sich selbst, worin das Wirkliche zugleich reines Wissen und reine Pflicht ist. Es selbst ist sich das in seiner Zufälligkeit Vollgültige, das seine unmittelbare Einzelheit als das reine Wissen und Handeln, als die wahre Wirklichkeit und Harmonie weiß.
The antinomy of the moral worldview — that there is a moral consciousness and yet there is none, or that the validity of duty is a Beyond of Consciousness and yet conversely exists only within it — had been synthesized in the representation wherein the non-moral consciousness is deemed moral, its contingent knowing and willing is accepted as fully valid, and happiness is granted to it through grace. This self-contradictory representation was not assumed by the moral self-consciousness itself but was projected into another being distinct from it. Yet this positing of what it must think as necessary outside itself is a contradiction in form, just as the former was in content. However, since what appears as contradictory — and in whose separation and re-synthesis the moral worldview[464] revolves — is in itself the same, namely, that pure duty as pure knowledge is nothing other than the Self of consciousness, and the Self of consciousness is Being and actuality; and since what is supposed to lie Beyond actual consciousness is likewise nothing but pure thinking and thus in truth the Self — then for us or in itself, self-consciousness returns into itself and knows that essence, in which the actual is simultaneously pure knowledge and pure duty, as itself. It is to itself the fully valid in its contingency, knowing its immediate singularity as pure knowing and acting, as the true actuality and harmony.
Dies Selbst des Gewissens, der seiner unmittelbar als der absoluten Wahrheit und des Seins gewisse Geist, ist das dritte Selbst, das uns aus der dritten Welt des Geistes geworden ist, und ist mit den vorherigen kurz zu vergleichen. Die Totalität oder Wirklichkeit, welche sich als die Wahrheit der sittlichen Welt darstellt, ist das Selbst der Person; ihr Dasein ist das Anerkanntsein. Wie die Person das substanzleere Selbst ist, so ist dies ihr Dasein ebenso die abstrakte Wirklichkeit; die Person gilt, und zwar unmittelbar; das Selbst ist der in dem Elemente seines Seins unmittelbar ruhende Punkt; er ist ohne die Abtrennung von seiner Allgemeinheit, beide daher nicht in Bewegung und Beziehung aufeinander; das Allgemeine ist ohne Unterscheidung in ihm und weder Inhalt des Selbsts, noch ist das Selbst durch sich selbst erfüllt. – Das zweite Selbst ist die zu ihrer Wahrheit gekommene Welt der Bildung oder der sich wiedergegebene Geist der Entzweiung, – die absolute Freiheit. In diesem Selbst tritt jene erste unmittelbare Einheit der Einzelheit und Allgemeinheit auseinander; das Allgemeine, das ebenso rein geistiges Wesen, Anerkanntsein oder allgemeiner Wille und Wissen bleibt, ist Gegenstand und Inhalt des Selbsts und seine allgemeine Wirklichkeit. Aber es hat nicht die Form des vom Selbst freien Daseins; es kommt in diesem Selbst daher zu keiner Erfüllung und zu keinem positiven Inhalt, zu[465] keiner Welt. Das moralische Selbstbewußtsein läßt seine Allgemeinheit zwar frei, so daß sie eine eigene Natur wird, und ebenso hält es sie in sich als aufgehoben fest. Aber es ist nur das verstellende Spiel der Abwechslung dieser beiden Bestimmungen. Als Gewissen erst hat es in seiner Selbstgewißheit den Inhalt für die vorhin leere Pflicht sowie für das leere Recht und den leeren allgemeinen Willen; und [hat,] weil diese Selbstgewißheit ebenso das Unmittelbare ist, das Dasein selbst.
This Self of conscience, the Spirit immediately certain of itself as absolute truth and Being, is the third Self that has emerged for us from the third world of Spirit, and it shall be briefly compared with the previous forms. The totality or actuality that presents itself as the truth of the ethical world is the Self of the person; its existence is being-recognized. Just as the person is the substance-less Self, so too is its existence abstract actuality; the person is valid, and indeed immediately so. The Self is the point resting immediately in the element of its Being, without separation from its universality; these two are thus not in motion or relation to one another. The universal is undifferentiated within it and is neither the content of the Self nor is the Self fulfilled through itself. — The second Self is the world of Bildung that has attained its truth, or the Spirit of Estrangement returned to itself — absolute freedom. In this Self, the first immediate unity of singularity and universality splits apart. The universal, which remains equally pure spiritual essence, being-recognized, or universal will and knowledge, becomes the object and content of the Self and its universal actuality. Yet it lacks the form of existence free from the Self; thus, within this Self, it attains no fulfillment, no positive content, no[465] world. The moral self-consciousness does release its universality as free, so that it becomes an independent nature, yet it simultaneously holds this universality within itself as sublated. But this is merely the dissembling play of alternating these two determinations. Only as conscience does it possess in its self-certainty the content for the previously empty duty, as well as for empty right and the empty universal will; and because this self-certainty is equally the immediate, it is existence itself.
Zu dieser seiner Wahrheit gelangt, verläßt also oder hebt das moralische Selbstbewußtsein vielmehr die Trennung in sich selbst auf, woraus die Verstellung entsprungen, die Trennung des Ansich und des Selbsts, der reinen Pflicht als des reinen Zwecks und der Wirklichkeit als einer dem reinen Zwecke entgegengesetzten Natur und Sinnlichkeit. Es ist, so in sich zurückgekehrt, konkreter moralischer Geist, der nicht am Bewußtsein der reinen Pflicht sich einen leeren Maßstab gibt, welcher dem wirklichen Bewußtsein entgegengesetzt wäre; sondern die reine Pflicht ebenso wie die ihr entgegengesetzte Natur sind aufgehobene Momente; er ist in unmittelbarer Einheit sich verwirklichendes moralisches Wesen und die Handlung unmittelbar konkrete moralische Gestalt.
Having thus attained its truth, the moral self-consciousness rather abandons or sublates the division within itself from which dissemblance arose — the separation of the in-itself and the Self, of pure duty as pure purpose and actuality as a nature and sensibility opposed to pure purpose. In returning into itself, it becomes concrete moral Spirit, which no longer provides itself with an empty standard of pure duty opposed to actual consciousness; instead, both pure duty and the nature opposed to it are sublated moments. As Spirit in immediate unity with itself, it is the self-actualizing moral essence, and the action is immediately concrete moral form.
Es ist ein Fall des Handelns vorhanden; er ist eine gegenständliche Wirklichkeit für das wissende Bewußtsein. Dieses als Gewissen weiß ihn auf unmittelbare konkrete Weise, und er ist zugleich nur, wie es ihn weiß. Zufällig ist das Wissen, insofern es ein anderes ist als der Gegenstand; der seiner selbst gewisse Geist aber ist nicht mehr ein solches zufälliges Wissen und Erschaffen von Gedanken in sich, von denen die Wirklichkeit verschieden wäre, sondern indem die Trennung des Ansich und des Selbsts aufgehoben ist, so ist der Fall unmittelbar in der sinnlichen Gewißheit des Wissens, wie er an sich ist, und er ist nur so an sich, wie er in diesem Wissen ist. – Das Handeln als die Verwirklichung ist hierdurch die reine Form des Willens; die bloße Umkehrung der Wirklichkeit als eines seienden Falles in eine getane Wirklichkeit, der[466] bloßen Weise des gegenständlichen Wissens in die Weise des Wissens von der Wirklichkeit als einem vom Bewußtsein Hervorgebrachten. Wie die sinnliche Gewißheit unmittelbar in das Ansich des Geistes aufgenommen oder vielmehr umgekehrt ist, so ist auch diese Umkehrung einfach und unvermittelt, ein Übergang durch den reinen Begriff ohne Änderung des Inhalts, der durch das Interesse des von ihm wissenden Bewußtseins bestimmt ist. – Das Gewissen sondert ferner die Umstände des Falles nicht in verschiedene Pflichten ab. Es verhält sich nicht als positives allgemeines Medium, worin die vielen Pflichten, jede für sich, unverrückte Substantialität erhielten, so daß entweder gar nicht gehandelt werden könnte, weil jeder konkrete Fall die Entgegensetzung überhaupt und als moralischer Fall die Entgegensetzung der Pflichten enthält, in der Bestimmung des Handelns also eine Seite, eine Pflicht immer verletzt würde, – oder daß, wenn gehandelt wird, die Verletzung einer der entgegengesetzten Pflichten wirklich einträte. Das Gewissen ist vielmehr das negative Eins oder absolute Selbst, welches diese verschiedenen moralischen Substanzen vertilgt; es ist einfaches pflichtmäßiges Handeln, das nicht diese oder jene Pflicht erfüllt, sondern das konkrete Rechte weiß und tut. Es ist daher überhaupt erst das moralische Handeln als Handeln, worein das vorhergehende tatlose Bewußtsein der Moralität übergegangen ist. – Die konkrete Gestalt der Tat mag vom unterscheidenden Bewußtsein in verschiedene Eigenschaften, d.h. hier in verschiedene moralische Beziehungen analysiert und diese entweder jede, wie es sein muß, wenn sie Pflicht sein soll, für absolut geltend ausgesagt oder auch verglichen und geprüft werden. In der einfachen moralischen Handlung des Gewissens sind die Pflichten so verschüttet, daß allen diesen einzelnen Wesen unmittelbar Abbruch getan wird und das prüfende Rütteln an der Pflicht in der unwankenden Gewißheit des Gewissens gar nicht stattfindet.
A case for action exists; it is an objective actuality for the knowing consciousness. As conscience, this consciousness knows the case in an immediate, concrete manner, and the case exists only as the consciousness knows it. Knowledge is contingent insofar as it is other than the object; but Spirit certain of itself is no longer such contingent knowledge and internal generation of thoughts distinct from actuality. Since the separation of the in-itself and the Self is sublated, the case is immediately present in the sensuous certainty of knowledge as it is in-itself, and it is in-itself only as it is within this knowledge. — Action as actualization thereby becomes the pure form of will — the mere inversion of actuality as an existent case into an effected actuality, the mere transformation of the mode of objective knowledge into the mode of knowledge of actuality as something produced by consciousness. Just as sensuous certainty is immediately taken up into the in-itself of Spirit — or rather, is inverted — so too this inversion is simple and unmediated, a transition through pure concept without alteration of content, which is determined by the interest of the consciousness that knows it. — Furthermore, conscience does not dissect the circumstances of the case into distinct duties. It does not comport itself as a positive universal medium in which the manifold duties, each subsisting independently, would acquire immovable substantiality — such that either no action could occur at all (since every concrete case contains opposition as such, and as a moral case contains the opposition of duties, so that in determining action, one side, one duty, would always be violated), or else, if action were taken, the violation of one of the opposed duties would actually occur. Rather, conscience is the negative One or absolute Self that annihilates these diverse moral substances; it is simple dutiful action that fulfills not this or that duty but knows and does what is concretely right. It is therefore, first and foremost, moral action as action, into which the preceding inactive consciousness of morality has transitioned. — The concrete form of the deed may be analyzed by distinguishing consciousness into diverse attributes (i.e., here, into diverse moral relations), and these may each be posited as absolutely valid (as they must be if they are to count as duties) or compared and examined. Yet in the simple moral action of conscience, duties are so interred that all these singular essences suffer immediate abrogation, and the vacillating scrutiny of duty finds no place within the unshaken certainty of conscience.
Ebensowenig ist im Gewissen jene hin- und hergehende Ungewißheit[467] des Bewußtseins vorhanden, welches bald die sogenannte reine Moralität außer sich in ein anderes heiliges Wesen setzt und sich selbst als das unheilige gilt, bald aber auch wieder die moralische Reinheit in sich und die Verknüpfung des Sinnlichen mit dem Moralischen in das andere Wesen setzt.
Conscience is equally free from that vacillating uncertainty[467] of consciousness which sometimes posits so-called pure morality outside itself in another holy being and regards itself as unholy, yet at other times locates moral purity within itself and transfers the entanglement of sensibility with morality into that external being.
Es entsagt allen diesen Stellungen und Verstellungen der moralischen Weltanschauung, indem es dem Bewußtsein entsagt, das die Pflicht und die Wirklichkeit als widersprechend faßt. Nach diesem letzteren handle ich moralisch, indem ich mir bewußt bin, nur die reine Pflicht zu vollbringen, nicht Irgend etwas anderes, dies heißt in der Tat, indem ich nicht handle. Indem ich aber wirklich handle, bin ich mir eines Anderen, einer Wirklichkeit, die vorhanden ist, und einer, die ich hervorbringen will, bewußt, habe einen bestimmten Zweck und erfülle eine bestimmte Pflicht; es ist was anderes darin als die reine Pflicht, die allein beabsichtigt werden sollte. – Das Gewissen ist dagegen das Bewußtsein darüber, daß, wenn das moralische Bewußtsein die reine Pflicht als das Wesen seines Handelns aussagt, dieser reine Zweck eine Verstellung der Sache ist; denn die Sache selbst ist, daß die reine Pflicht in der leeren Abstraktion des reinen Denkens besteht und ihre Realität und Inhalt nur an einer bestimmten Wirklichkeit hat, einer Wirklichkeit, welche Wirklichkeit des Bewußtseins selbst und desselben nicht als eines Gedankendings, sondern als eines Einzelnen ist. Das Gewissen hat für sich selbst seine Wahrheit an der unmittelbaren Gewißheit seiner selbst. Diese unmittelbare konkrete Gewißheit seiner selbst ist das Wesen; sie nach dem Gegensatze des Bewußtseins betrachtet, so ist die eigene unmittelbare Einzelheit der Inhalt des moralischen Tuns; und die Form desselben ist eben dieses Selbst als reine Bewegung, nämlich als das Wissen oder die eigene Überzeugung.
It renounces all these positions and dissemblings of the moral worldview by renouncing the consciousness that grasps duty and actuality as contradictory. According to the latter, I act morally only when I am conscious of fulfilling pure duty and nothing else—which in truth means when I do not act. But when I actually act, I am conscious of an other, an actuality that is present and one I aim to produce; I have a specific purpose and fulfill a specific duty—there is something else here than pure duty, which alone should be intended. —Conscience, by contrast, is the awareness that when moral consciousness declares pure duty as the essence of its action, this pure purpose is a dissembling of the matter at hand. For the matter itself is that pure duty consists in the empty abstraction of pure thinking and has its reality and content only in a specific actuality—an actuality that is the actuality of consciousness itself, not as a mere thought-entity but as an individual. Conscience has for itself its truth in the immediate certainty of itself. This immediate concrete certainty of itself is the essence. Considered through the opposition of consciousness, the own immediate singularity is the content of moral action, and its form is precisely this Self as pure movement—that is, as knowledge or own conviction.
Dies in seiner Einheit und in der Bedeutung der Momente näher betrachtet, so erfaßte das moralische Bewußtsein sich nur als das Ansich oder Wesen, als Gewissen aber erfaßt es[468] sein Fürsichsein oder sein Selbst. – Der Widerspruch der moralischen Weltanschauung löst sich auf, d.h. der Unterschied, der ihm zugrunde liegt, zeigt sich, kein Unterschied zu sein, und er läuft in die reine Negativität zusammen; diese aber ist eben das Selbst; ein einfaches Selbst, welches ebensowohl reines Wissen als Wissen seiner als dieses einzelnen Bewußtseins ist. Dies Selbstmacht daher den Inhalt des vorher leeren Wesens aus, denn es ist das wirkliche, welches nicht mehr die Bedeutung hat, eine dem Wesen fremde und in eigenen Gesetzen selbständige Natur zu sein. Es ist als das Negative der Unterschied des reinen Wesens, ein Inhalt, und zwar ein solcher, welcher an und für sich gilt.
Examining this unity and the significance of its moments more closely, moral consciousness previously grasped itself only as the in-itself or essence, but as conscience, it grasps its[468] being-for-itself or its Self. —The contradiction of the moral worldview dissolves, that is, the difference underlying it proves to be no difference at all and collapses into pure negativity. Yet this negativity is precisely the Self—a simple Self that is equally pure knowledge and knowledge of itself as this singular consciousness. This Self thereby constitutes the content of what was previously the empty essence, for it is the actual, which no longer has the significance of being a nature alien to the essence and independent through its own laws. As the negative, it is the distinction of the pure essence—a content that is valid in and for itself.
Ferner ist dies Selbst als reines sich selbst gleiches Wissen das schlechthin Allgemeine, so daß eben dies Wissen als sein eigenes Wissen, als Überzeugung die Pflicht ist. Die Pflicht ist nicht mehr das dem Selbst gegenübertretende Allgemeine, sondern ist gewußt, in dieser Getrenntheit kein Gelten zu haben; es ist jetzt das Gesetz, das um des Selbsts willen, nicht um dessen willen das Selbst ist. Das Gesetz und die Pflicht hat aber darum nicht allein die Bedeutung des Fürsichseins, sondern auch des Ansichseins, denn dies Wissen ist um seiner Sichselbstgleichheit willen eben das Ansich. Dies Ansich trennt sich auch im Bewußtsein von jener unmittelbaren Einheit mit dem Fürsichsein; so gegenübertretend ist es Sein, Sein für Anderes. – Die Pflicht eben wird jetzt als Pflicht, die vom Selbst verlassen ist, gewußt, nur Moment zu sein; sie ist von ihrer Bedeutung, absolutes Wesen zu sein, zum Sein, das nicht Selbst, nicht für sich ist, herabgesunken und also Sein für Anderes. Aber dies Sein für Anderes bleibt eben darum wesentliches Moment, weil das Selbst als Bewußtsein den Gegensatz des Fürsichseins und des Seins für Anderes ausmacht und jetzt die Pflicht an ihr unmittelbar Wirkliches, nicht mehr bloß das abstrakte reine Bewußtsein ist.
Furthermore, this Self as pure self-identical knowing is the absolutely universal, such that this very knowing as its own knowing, as conviction, is duty. Duty is no longer the universal that stands opposed to the Self but is known to have no validity in this separation; it is now the law that exists for the sake of the Self, not the Self for the sake of the law. Nevertheless, the law and duty do not merely have the significance of being-for-itself but also of being-in-itself, for this knowing, precisely through its self-identity, is the in-itself. This in-itself also separates itself in consciousness from that immediate unity with being-for-itself; when thus opposed, it is Being, Being-for-Others. – Duty is now known, as duty abandoned by the Self, to be only a moment; it has descended from its significance as absolute essence to a Being that is not Self, not for-itself, and thus becomes Being-for-Others. But this Being-for-Others remains for that very reason an essential moment, since the Self as consciousness constitutes the opposition of being-for-itself and Being-for-Others, and duty is now the actual within it, no longer merely abstract pure consciousness.
Dies Sein für Anderes ist also die ansichseiende, vom Selbst unterschiedene Substanz. Das Gewissen hat die reine Pflicht[469] oder das abstrakte Ansich nicht aufgegeben, sondern sie ist das wesentliche Moment, als Allgemeinheit sich zu anderen zu verhalten. Es ist das gemeinschaftliche Element der Selbstbewußtsein[e] und dieses die Substanz, worin die Tat Bestehen und Wirklichkeit hat; das Moment des Anerkanntwerdens von den anderen. Das moralische Selbstbewußtsein hat dies Moment des Anerkanntseins, des reinen Bewußtseins, welches da ist, nicht und ist dadurch überhaupt nicht handelndes, nicht verwirklichendes. Sein Ansich ist ihm entweder das abstrakte unwirkliche Wesen oder das Sein als eine Wirklichkeit, welche nicht geistig ist. Die seiende Wirklichkeit des Gewissens aber ist eine solche, welche Selbst ist, d.h. das seiner bewußte Dasein, das geistige Element des Anerkanntwerdens. Das Tun ist daher nur das Übersetzen seines einzelnen Inhalts in das gegenständliche Element, worin er allgemein und anerkannt ist, und eben dies, daß er anerkannt ist, macht die Handlung zur Wirklichkeit. Anerkannt und dadurch wirklich ist die Handlung, weil die daseiende Wirklichkeit unmittelbar mit der Überzeugung oder dem Wissen verknüpft oder das Wissen von seinem Zwecke unmittelbar das Element des Daseins, das allgemeine Anerkennen ist. Denn das Wesen der Handlung, die Pflicht besteht in der Überzeugung des Gewissens von ihr; diese Überzeugung ist eben das Ansich selbst; es ist das an sich allgemeine Selbstbewußtsein oder das Anerkanntsein und hiermit die Wirklichkeit. Das mit der Überzeugung von der Pflicht Getane ist also unmittelbar ein solches, das Bestand und Dasein hat. Es ist also da keine Rede mehr davon, daß die gute Absicht nicht zustande komme oder daß es dem Guten schlecht gehe; sondern das als Pflicht Gewußte vollführt sich und kommt zur Wirklichkeit, weil eben das Pflichtmäßige das Allgemeine aller Selbstbewußtsein[e], das Anerkannte und also Seiende ist. Getrennt und allein genommen, ohne den Inhalt des Selbsts, aber ist diese Pflicht das Sein für Anderes, das Durchsichtige, das nur die Bedeutung gehaltloser Wesenheit überhaupt hat.[470]
This Being-for-Others is thus the in-itself as substance distinct from the Self. Conscience has not abandoned pure duty[469] or the abstract in-itself, but this in-itself is the essential moment of relating itself as universality to others. It is the common element of self-consciousness, and this Self is the substance in which the act has subsistence and actuality—the moment of being recognized by others. The moral self-consciousness lacks this moment of recognition, this pure consciousness that exists, and is therefore not an acting, actualizing consciousness. Its in-itself is either the unreal abstract essence or Being as a reality that is not spiritual. The existent actuality of conscience, however, is one that is Self—i.e., self-conscious existence, the spiritual element of being recognized. Action is thus merely the translation of its singular content into the objective element, where it becomes universal and recognized, and precisely this recognition constitutes the act’s actuality. The action is recognized and thereby actual because existent reality is immediately bound to conviction or knowledge, or because knowledge of its purpose is immediately the element of existence—universal recognition. For the essence of the action, duty, consists in the conscience’s conviction of it; this conviction is itself the in-itself—it is the in-itself universal self-consciousness, or being recognized, and hence actuality. What is done with the conviction of duty is therefore immediately something that has subsistence and existence. There can no longer be any talk of the good intention failing to materialize or of the good faring poorly; rather, what is known as duty is accomplished and attains actuality, precisely because the dutiful is the universal of all self-consciousness—the recognized and thus existent. Taken separately and alone, devoid of the Self’s content, this duty is Being-for-Others, the transparent, which has only the significance of an essence devoid of content.[470]
Sehen wir auf die Sphäre zurück, mit der überhaupt die geistige Realität eintrat, so war es der Begriff, daß das Aussprechen der Individualität das Anundfürsich sei. Aber die Gestalt, welche diesen Begriff unmittelbar ausdrückte, war das ehrliche Bewußtsein, das sich mit der abstrakten Sache selbst herumtrieb. Diese Sache selbst war dort Prädikat; im Gewissen aber erst ist sie Subjekt, das alle Momente des Bewußtseins an ihm gesetzt hat und für welches alle diese Momente, Substantialität überhaupt, äußeres Dasein und Wesen des Denkens in dieser Gewißheit seiner selbst enthalten sind. Substantialität überhaupt hat die Sache selbst in der Sittlichkeit, äußeres Dasein in der Bildung, sich selbst wissende Wesenheit des Denkens in der Moralität; und im Gewissen ist sie das Subjekt, das diese Momente an ihm selbst weiß. Wenn das ehrliche Bewußtsein nur immer die leere Sache selbst ergreift, so gewinnt dagegen das Gewissen sie in ihrer Erfüllung, die es ihr durch sich gibt. Es ist diese Macht dadurch, daß es die Momente des Bewußtseins als Momente weiß und als ihr negatives Wesen sie beherrscht.
Looking back at the sphere through which spiritual reality first entered, its concept was that the expression of individuality constitutes the in-and-for-itself. But the shape that immediately expressed this concept was the honest consciousness, which busied itself with the abstract matter itself. This matter itself was there a predicate; in conscience, however, it first becomes Subject, which has all moments of consciousness posited within it and for which all these moments — substantiality as such, external existence, and the essence of thinking — are contained in this certainty of itself. Substantiality as such belongs to the matter itself in Ethical Life, external existence in Bildung, and the self-knowing essentiality of thinking in morality; in conscience, it is the Subject that knows these moments within itself. Whereas the honest consciousness merely grasps the empty matter itself, conscience, by contrast, attains it in its fulfillment, which it gives to it through itself. It is this power because it knows the moments of consciousness as moments and dominates them as their negative essence.
Das Gewissen in Beziehung auf die einzelnen Bestimmungen des Gegensatzes, der am Handeln erscheint, und sein Bewußtsein über die Natur derselben betrachtet, so verhält es sich zuerst als Wissendes zur Wirklichkeit des Falles, worin zu handeln ist. Insofern das Moment der Allgemeinheit an diesem Wissen ist, gehört zum Wissen des gewissenhaften Handelns, die vorliegende Wirklichkeit auf uneingeschränkte Weise zu umfassen und also die Umstände des Falles genau zu wissen und in Erwägung zu ziehen. Dies Wissen aber, da es die Allgemeinheit als ein Moment kennt, ist daher ein solches Wissen von diesen Umständen, das sich bewußt ist, sie nicht zu umfassen oder darin nicht gewissenhaft zu sein. Die wahrhaft allgemeine und reine Beziehung des Wissens wäre eine Beziehung auf ein nicht Entgegengesetztes, auf sich selbst; aber das Handeln durch den Gegensatz, der in ihm wesentlich ist, bezieht sich auf ein Negatives des Bewußtseins,[471] auf eine an sich seiende Wirklichkeit. Gegen die Einfachheit des reinen Bewußtseins, das absolut Andere oder die Mannigfaltigkeit an sich, ist sie eine absolute Vielheit der Umstände, die sich rückwärts in ihre Bedingungen, seitwärts in ihrem Nebeneinander, vorwärts in ihren Folgen unendlich teilt und ausbreitet, – Das gewissenhafte Bewußtsein ist [sich] dieser Natur der Sache und seines Verhältnisses zu ihr bewußt und weiß, daß es den Fall, in dem es handelt, nicht nach dieser geforderten Allgemeinheit kennt und daß sein Vorgeben dieser gewissenhaften Erwägung aller Umstände nichtig ist. Diese Kenntnis und Erwägung aller Umstände aber ist nicht gar nicht vorhanden; allein nur als Moment, als etwas, das nur für andere ist; und sein unvollständiges Wissen, weil es sein Wissen ist, gilt ihm als hinreichendes vollkommenes Wissen.
Considering conscience in relation to the individual determinations of the opposition that appears in action and its consciousness about their nature, it first relates as knowing to the actuality of the case in which action is to occur. Insofar as the moment of universality belongs to this knowledge, the knowledge of conscientious action includes comprehending the present actuality without restriction and thus knowing and weighing the circumstances of the case precisely. Yet this knowledge, since it recognizes universality as a moment, is thereby a knowledge of these circumstances that is conscious of not comprehending them or of not being conscientious therein. The truly universal and pure relation of knowledge would be a relation to something not opposed, to itself; but action, through the opposition essential to it, relates to a negative of consciousness, to an in-itself actuality. Against the simplicity of pure consciousness, this actuality as the absolutely Other or the manifold in itself is an absolute multiplicity of circumstances that infinitely divides and expands backward into its conditions, sideways into its coexisting elements, and forward into its consequences. The conscientious consciousness is aware of this nature of the matter and of its relation to it and knows that it does not cognize the case in which it acts according to this demanded universality and that its pretense of this conscientious consideration of all circumstances is null. Yet this knowledge and consideration of all circumstances is not entirely absent; rather, it exists only as a moment, as something merely for others; and its incomplete knowledge, because it is its knowledge, counts for it as sufficient and complete knowledge.
Auf gleiche Weise verhält es sich mit der Allgemeinheit des Wesens oder der Bestimmung des Inhalts durchs reine Bewußtsein. – Das zum Handeln schreitende Gewissen bezieht sich auf die vielen Seiten des Falles. Dieser schlägt sich auseinander und ebenso die Beziehung des reinen Bewußtseins auf ihn, wodurch die Mannigfaltigkeit des Falles eine Mannigfaltigkeit von Pflichten ist. – Das Gewissen weiß, daß es unter ihnen zu wählen und zu entscheiden hat; denn keine ist in ihrer Bestimmtheit oder in ihrem Inhalte absolut, sondern nur die reine Pflicht. Aber dies Abstraktum hat in seiner Realität die Bedeutung des selbstbewußten Ich erlangt. Der seiner selbst gewisse Geist ruht als Gewissen in sich, und seine reale Allgemeinheit oder seine Pflicht liegt in seiner reinen Überzeugung von der Pflicht. Diese reine Überzeugung ist als solche so leer als die reine Pflicht, rein in dem Sinne, daß nichts in ihr, kein bestimmter Inhalt Pflicht ist. Es soll aber gehandelt, es muß von dem Individuum bestimmt werden; und der seiner selbst gewisse Geist, in dem das Ansich die Bedeutung des selbstbewußten Ich erlangt hat, weiß diese Bestimmung und Inhalt in der unmittelbaren Gewißheit seiner selbst zu haben. Diese ist als Bestimmung[472] und Inhalt das natürliche Bewußtsein, d.h. die Triebe und Neigungen. – Das Gewissen erkennt keinen Inhalt für es als absolut, denn es ist absolute Negativität alles Bestimmten. Es bestimmt aus sich selbst; der Kreis des Selbsts aber, worein die Bestimmtheit als solche fällt, ist die sogenannte Sinnlichkeit; einen Inhalt aus der unmittelbaren Gewißheit seiner selbst zu haben, findet sich nichts bei der Hand als sie. – Alles, was in früheren Gestalten als Gut oder Schlecht, als Gesetz und Recht sich darstellte, ist ein Anderes als die unmittelbare Gewißheit seiner selbst; es ist ein Allgemeines, das jetzt ein Sein für Anderes ist; oder anders betrachtet, ein Gegenstand, welcher, das Bewußtsein mit sich selbst vermittelnd, zwischen es und seine eigene Wahrheit tritt und es vielmehr von sich absondert, als daß er seine Unmittelbarkeit wäre. – Dem Gewissen aber ist die Gewißheit seiner selbst die reine unmittelbare Wahrheit; und diese Wahrheit ist also seine als Inhalt vorgestellte unmittelbare Gewißheit seiner selbst, d.h. überhaupt die Willkür des Einzelnen und die Zufälligkeit seines bewußtlosen natürlichen Seins.
The same applies to the universality of the essence or the determination of content through pure consciousness. — The conscience that proceeds to act relates to the multiple aspects of the case. The case splits apart, and so does the relation of pure consciousness to it, whereby the multiplicity of the case becomes a multiplicity of duties. — Conscience knows that it must choose and decide among them, for none is absolute in its determinacy or content but only pure duty. Yet this abstraction has attained the significance of the self-conscious I in its actuality. The spirit certain of itself, resting within itself as conscience, finds its real universality or duty in its pure conviction of duty. This pure conviction is as empty as pure duty — pure in the sense that nothing within it, no determinate content, is duty. Yet action must occur, and the individual must determine itself; and the spirit certain of itself, in which the in-itself has acquired the significance of the self-conscious I, knows that it has this determination and content in the immediate certainty of itself. This certainty, as determination and content, is natural consciousness — that is, drives and inclinations. — Conscience recognizes no content as absolute, for it is the absolute negativity of everything determinate. It determines from within itself; but the sphere of the self into which determinacy as such falls is so-called sensibility. To have a content from the immediate certainty of itself, it finds nothing at hand but sensibility. — Everything that in earlier forms presented itself as good or evil, as law and right, is an Other than the immediate certainty of itself; it is a universal that now is a being-for-others; or, viewed otherwise, it is an object that, mediating consciousness with itself, interposes between consciousness and its own truth and rather separates it from itself than being its immediacy. — For conscience, however, the certainty of itself is pure immediate truth; and this truth is thus its own immediate certainty of itself represented as content — in general, the arbitrariness of the individual and the contingency of its unconscious natural being.
Dieser Inhalt gilt zugleich als moralische Wesenheit oder als Pflicht. Denn die reine Pflicht ist, wie schon bei dem Prüfen der Gesetze sich ergab, schlechthin gleichgültig gegen jeden Inhalt und verträgt jeden Inhalt. Hier hat sie zugleich die wesentliche Form des Fürsichseins, und diese Form der individuellen Überzeugung ist nichts anderes als das Bewußtsein von der Leerheit der reinen Pflicht und davon, daß sie nur Moment, daß seine Substantialität ein Prädikat ist, welches sein Subjekt an dem Individuum hat, dessen Willkür ihr den Inhalt gibt, jeden an diese Form knüpfen und seine Gewissenhaftigkeit an ihn heften kann. – Ein Individuum vermehrt sein Eigentum auf eine gewisse Weise; es ist Pflicht, daß jedes für die Erhaltung seiner selbst wie auch seiner Familie, nicht weniger für die Möglichkeit sorgt, seinen Nebenmenschen nützlich zu werden und Hilfsbedürftigen Gutes zu tun. Das Individuum ist sich bewußt, daß dies[473] Pflicht ist, denn dieser Inhalt ist unmittelbar in der Gewißheit seiner selbst enthalten; es sieht ferner ein, daß es diese Pflicht in diesem Falle erfüllt. Andere halten vielleicht diese gewisse Weise für Betrug; sie halten sich an andere Seiten des konkreten Falles, es aber hält diese Seite dadurch fest, daß es sich der Vermehrung des Eigentums als reiner Pflicht bewußt ist. – So erfüllt das, was andere Gewalttätigkeit und Unrecht nennen, die Pflicht, gegen andere seine Selbständigkeit zu behaupten; was sie Feigheit nennen, die Pflicht, sich das Leben und die Möglichkeit der Nützlichkeit für die Nebenmenschen zu erhalten; was sie aber die Tapferkeit nennen, verletzt vielmehr beide Pflichten. Die Feigheit darf aber nicht so ungeschickt sein, nicht zu wissen, daß die Erhaltung des Lebens und der Möglichkeit, anderen nützlich zu sein, Pflichten sind, – nicht von der Pflichtmäßigkeit ihres Handelns überzeugt zu sein und nicht zu wissen, daß in dem Wissen das Pflichtmäßige besteht; sonst beginge sie die Ungeschicklichkeit, unmoralisch zu sein. Da die Moralität in dem Bewußtsein, die Pflicht erfüllt zu haben, liegt, so wird dem Handeln, das Feigheit, ebensowenig als dem, das Tapferkeit genannt wird, dies nicht fehlen; das Abstraktum, das Pflicht heißt, ist wie jedes, so auch dieses Inhalts fähig, – es weiß also, was es tut, als Pflicht, und indem es dies weiß und die Überzeugung von der Pflicht das Pflichtmäßige selbst ist, so ist es anerkannt von den anderen; die Handlung gilt dadurch und hat wirkliches Dasein.
This content is simultaneously valid as moral essence or as duty. For pure duty, as already revealed in the examination of laws, is absolutely indifferent to any content and can accommodate any content. Here it also possesses the essential form of being-for-itself, and this form of individual conviction is nothing other than the consciousness of the emptiness of pure duty and of the fact that it is merely a moment, that its substantiality is a predicate whose subject lies in the individual whose arbitrariness provides it with content, allowing any content to be bound to this form and attaching conscientiousness to it. – An individual increases their property in a certain manner; it is a duty that each person cares for the preservation of themselves and their family, no less than for the possibility of being useful to others and doing good to those in need. The individual is conscious that this[473] is a duty, for this content is immediately contained in the certainty of itself; it further recognizes that it fulfills this duty in this case. Others may consider this specific manner to be fraud; they focus on other aspects of the concrete case, but the individual holds fast to this aspect by being conscious of the increase of property as pure duty. – Thus, what others call violence and injustice fulfills the duty of asserting one’s independence against others; what they call cowardice fulfills the duty of preserving one’s life and the possibility of being useful to others; but what they call bravery violates both duties. However, cowardice must not be so inept as not to know that the preservation of life and the possibility of being useful to others are duties – not to be convinced of the dutifulness of its action and not to know that the dutiful lies in knowledge itself; otherwise, it would commit the ineptitude of being immoral. Since morality consists in the consciousness of having fulfilled duty, the action called cowardice will no more lack this than the one called bravery; the abstraction named duty is capable of any content, including this one – thus, the individual knows what it does as duty, and since this knowledge and the conviction of duty are the dutiful itself, it is recognized by others; the action thereby becomes valid and attains actual existence.
Gegen diese Freiheit, die jeden beliebigen Inhalt in das allgemeine passive Medium der reinen Pflicht und Wissens einlegt so gut als einen anderen, hilft es nichts, zu behaupten, daß ein anderer Inhalt eingelegt werden sollte; denn welcher es sei, jeder hat den Makel der Bestimmtheit an ihm, von der das reine Wissen frei ist, die es verschmähen, ebenso wie es jede aufnehmen kann. Aller Inhalt steht darin, daß er ein bestimmter ist, auf gleicher Linie mit dem anderen, wenn er auch gerade den Charakter zu haben scheint, daß in ihm das[474] Besondere aufgehoben sei. Es kann scheinen, daß, indem an dem wirklichen Falle die Pflicht sich überhaupt in den Gegensatz und dadurch den der Einzelheit und Allgemeinheit entzweit, diejenige Pflicht, deren Inhalt das Allgemeine selbst ist, dadurch unmittelbar die Natur der reinen Pflicht an ihr habe und Form und Inhalt hiermit sich ganz gemäß werden; so daß also z.B. die Handlung für das allgemeine Beste der für das individuelle vorzuziehen sei. Allein diese allgemeine Pflicht ist überhaupt dasjenige, was als an und für sich seiende Substanz, als Recht und Gesetz vorhanden ist und unabhängig von dem Wissen und der Überzeugung wie von dem unmittelbaren Interesse des Einzelnen gilt; es ist also gerade dasjenige, gegen dessen Form die Moralität überhaupt gerichtet ist. Was aber seinen Inhalt betrifft, so ist auch er ein bestimmter, insofern das allgemeine Beste dem Einzelnen entgegengesetzt ist; hiermit ist sein Gesetz ein solches, von welchem das Gewissen sich schlechthin frei weiß und hinzu und davon zu tun, es zu unterlassen sowie zu erfüllen sich die absolute Befugnis gibt. – Alsdann ist ferner jene Unterscheidung der Pflicht gegen das Einzelne und gegen das Allgemeine der Natur des Gegensatzes überhaupt nach nichts Festes. Sondern vielmehr was der Einzelne für sich tut, kommt auch dem Allgemeinen zugute; je mehr er für sich gesorgt hat, desto größer ist nicht nur seine Möglichkeit, anderen zu nützen; sondern seine Wirklichkeit selbst ist nur dies, im Zusammenhange mit anderen zu sein und zu leben; sein einzelner Genuß hat wesentlich die Bedeutung, damit anderen das Seinige preiszugeben und ihnen zum Erwerb ihres Genusses zu verhelfen. In der Erfüllung der Pflicht gegen den Einzelnen, also gegen sich, wird also auch die gegen das Allgemeine erfüllt. – Die Erwägung und Vergleichung der Pflichten, welche hier einträte, liefe auf die Berechnung des Vorteils hinaus, den das Allgemeine von einer Handlung hätte; aber teils fällt die Moralität hierdurch der notwendigen Zufälligkeit der Einsicht anheim, teils ist es gerade das Wesen des Gewissens, dies Berechnen[475] und Erwägen abzuschneiden und ohne solche Gründe aus sich zu entscheiden.
Against this freedom, which inserts any arbitrary content into the universal passive medium of pure duty and knowledge just as well as another, it is futile to claim that a different content should be inserted; for whatever it may be, each bears the stain of determinacy, from which pure knowledge is free and which it can both disdain and accept. All content, insofar as it is determinate, stands on the same level as others, even if it seems to have the character of sublating the particular within itself. It may appear that, in the actual case where duty generally falls into opposition and thereby splits into the antithesis of singularity and universality, the duty whose content is the universal itself would thereby immediately possess the nature of pure duty, and form and content would thus correspond perfectly; so that, for example, acting for the universal good should take precedence over acting for the individual good. However, this universal duty is in general that which exists as substance in and for itself, as right and law, and is independent of the knowledge and conviction as well as the immediate interest of the individual; it is precisely that against whose form morality as such is directed. But regarding its content, this too is determinate, insofar as the universal good is opposed to the individual; here, its law is one from which conscience knows itself to be absolutely free, granting itself the absolute authority to fulfill or neglect it. – Furthermore, that distinction between duty to the individual and to the universal is, according to the nature of opposition itself, nothing fixed. Rather, what the individual does for itself also benefits the universal; the more it has cared for itself, the greater not only is its possibility of being useful to others, but its actuality itself consists precisely in existing and living in connection with others; its singular enjoyment essentially has the significance of thereby surrendering its own to others and assisting them in acquiring their enjoyment. In fulfilling duty to the individual – that is, to itself – duty to the universal is also fulfilled. – The consideration and comparison of duties that would enter here would amount to calculating the advantage the universal gains from an action; but on the one hand, morality thereby falls prey to the necessary contingency of insight, and on the other, it is precisely the essence of conscience to cut short such calculation[475] and consideration and to decide from itself without such reasons.
Auf diese Weise handelt und erhält sich also das Gewissen in der Einheit des Ansich– und des Fürsichseins, in der Einheit des reinen Denkens und der Individualität, und ist der seiner gewisse Geist, der seine Wahrheit an ihm selbst, in seinem Selbst, in seinem Wissen und darin als dem Wissen von der Pflicht hat. Er erhält sich eben dadurch darin, daß, was Positives in der Handlung ist, sowohl der Inhalt als die Form der Pflicht und das Wissen von ihr ist, dem Selbst, der Gewißheit seiner angehört; was aber dem Selbst als eigenes Ansich gegenübertreten will, als nichts Wahres, nur als Aufgehobenes, nur als Moment gilt. Es gilt daher nicht das allgemeine Wissen überhaupt, sondern seine Kenntnis von den Umständen. In die Pflicht, als das allgemeine Ansichsein, legt es den Inhalt ein, den es aus seiner natürlichen Individualität nimmt; denn er ist der an ihm selbst vorhandene; dieser wird durch das allgemeine Medium, worin er ist, die Pflicht, die es ausübt, und die leere reine Pflicht ist eben hierdurch als Aufgehobenes oder als Moment gesetzt; dieser Inhalt ist ihre aufgehobene Leerheit oder die Erfüllung. – Aber ebenso ist das Gewissen von jedem Inhalt überhaupt frei; es absolviert sich von jeder bestimmten Pflicht, die als Gesetz gelten soll; in der Kraft der Gewißheit seiner selbst hat es die Majestät der absoluten Autarkie, zu binden und zu lösen. – Diese Selbstbestimmung ist darum unmittelbar das schlechthin Pflichtmäßige; die Pflicht ist das Wissen selbst; diese einfache Selbstheit aber ist das Ansich; denn das Ansich ist die reine Sichselbstgleichheit, und diese ist in diesem Bewußtsein.
In this way, conscience acts and sustains itself in the unity of being-in-itself and being-for-itself, in the unity of pure thinking and individuality, and is the self-certain Spirit that finds its truth within itself, in its Self, in its knowledge, and therein as the knowledge of duty. It sustains itself precisely because the positive element in the action—both the content and the form of duty and the knowledge of it—belongs to the Self, to the certainty of itself. What seeks to confront the Self as its own in-itself is valid only as sublated, only as a moment. Thus, it is not universal knowledge in general that matters but its awareness of the circumstances. Into duty, as the universal being-in-itself, it introduces the content drawn from its natural individuality; for this content is inherent in it. Through the universal medium in which it exists—the duty it exercises—this content becomes duty, and the empty pure duty is thereby posited as sublated or as a moment; this content is duty’s sublated emptiness or its fulfillment. Yet conscience is equally free from every content as such; it absolves itself of every determinate duty that claims to be law. In the strength of its self-certainty, it possesses the majesty of absolute self-sufficiency to bind and to loose. This self-determination is thus immediately the absolutely dutiful; duty is knowledge itself. But this simple selfhood is the in-itself, for the in-itself is pure self-equivalence, which resides in this consciousness.
Dies reine Wissen ist unmittelbar Sein für Anderes, denn als die reine Sichselbstgleichheit ist es die Unmittelbarkeit oder das Sein. Dies Sein ist aber zugleich das reine Allgemeine, die Selbstheit Aller; oder das Handeln ist anerkannt und daher wirklich. Dies Sein ist das Element, wodurch das Gewissen unmittelbar mit allen Selbstbewußtsein[en] in der[476] Beziehung der Gleichheit steht; und die Bedeutung dieser Beziehung ist nicht das selbstlose Gesetz, sondern das Selbst des Gewissens.
This pure knowledge is immediately Being-for-Others, for as pure self-equivalence, it is immediacy or Being. Yet this Being is also the pure universal, the selfhood of all; or the action is recognized and thereby actual. This Being is the element through which conscience is immediately related to all self-consciousnesses in the [476] relation of equality. The meaning of this relation is not the selfless law but the Self of conscience.
Darin aber, daß dies Rechte, was das Gewissen tut, zugleich Sein für Anderes ist, scheint eine Ungleichheit an es zu kommen. Die Pflicht, die es vollbringt, ist ein bestimmter Inhalt; er ist zwar das Selbst des Bewußtseins und darin sein Wissen von sich, seine Gleichheit mit sich selbst. Aber vollbracht, in das allgemeine Medium des Seins gestellt, ist diese Gleichheit nicht mehr Wissen, nicht mehr dieses Unterscheiden, welches seine Unterschiede ebenso unmittelbar aufhebt; sondern im Sein ist der Unterschied bestehend gesetzt und die Handlung eine bestimmte, ungleich mit dem Elemente des Selbstbewußtseins Aller, also nicht notwendig anerkannt. Beide Seiten, das handelnde Gewissen und das allgemeine, diese Handlung als Pflicht anerkennende Bewußtsein, sind gleich frei von der Bestimmtheit dieses Tuns. Um dieser Freiheit willen ist die Beziehung in dem gemeinschaftlichen Medium des Zusammenhangs vielmehr ein Verhältnis der vollkommenen Ungleichheit; wodurch das Bewußtsein, für welches die Handlung ist, sich in vollkommener Ungewißheit über den handelnden, seiner selbst gewissen Geist befindet. Er handelt, er setzt eine Bestimmtheit als seiend; an dies Sein als an seine Wahrheit halten sich die anderen und sind darin seiner gewiß; er hat darin ausgesprochen, was ihm als Pflicht gilt. Allein er ist frei von irgendeiner bestimmten Pflicht; er ist da heraus, wo sie meinen, daß er wirklich sei; und dies Medium des Seins selbst und die Pflicht als an sich seiend gilt ihm nur als Moment. Was er ihnen also hinstellt, verstellt er auch wieder oder vielmehr hat es unmittelbar verstellt. Denn seine Wirklichkeit ist ihm nicht diese hinausgestellte Pflicht und Bestimmung, sondern diejenige, – welche er in der absoluten Gewißheit seiner selbst hat.
However, in that this rightness, which conscience enacts, is simultaneously Being-for-Others, an inequality seems to arise. The duty it fulfills is a determinate content. This content is indeed the Self of consciousness and thus its knowledge of itself, its equality with itself. But when actualized and placed into the universal medium of Being, this equality is no longer knowledge, no longer this distinguishing that immediately sublates its distinctions. Instead, in Being, the difference is posited as subsisting, and the action is a determinate one, unequal to the element of universal self-consciousness and thus not necessarily recognized. Both sides—the acting conscience and the universal consciousness that acknowledges this action as duty—are equally free from the determinacy of this deed. Owing to this freedom, their relation within the shared medium of connection is rather one of absolute inequality. Consequently, the consciousness for which the action exists finds itself in complete uncertainty regarding the acting, self-certain Spirit. The latter acts; it posits a determinacy as existing. Others cling to this Being as its truth and are thereby certain of it. In this act, it has expressed what it holds as duty. Yet it is free from any determinate duty; it is beyond the sphere where others believe it to be actual. For it, this medium of Being itself and duty as in-itself are valid only as moments. What it presents to others, it also displaces—or rather, it has already displaced it. For its actuality is not this externalized duty and determination but the one it possesses in the absolute certainty of itself.
Sie wissen also nicht, ob dies Gewissen moralisch gut oder ob es böse ist, oder vielmehr sie können es nicht nur nicht[477] wissen, sondern müssen es auch für böse nehmen. Denn wie es frei von der Bestimmtheit der Pflicht und von der Pflicht als an sich seiender ist, sind sie es gleichfalls. Was es ihnen hinstellt, wissen sie selbst zu verstellen; es ist ein solches, wodurch nur das Selbst eines anderen ausgedrückt ist, nicht ihr eigenes; sie wissen sich nicht nur frei davon, sondern müssen es in ihrem eigenen Bewußtsein auflösen, durch Urteilen und Erklären zunichte machen, um ihr Selbst zu erhalten.
Thus, others do not know whether this conscience is morally good or evil—or rather, they not only cannot know it but must also take it to be evil. For just as conscience is free from the determinacy of duty and from duty as in-itself, so too are they. What it presents to them, they themselves know how to displace. It is something that expresses only the Self of another, not their own. Not only do they know themselves free from it, but they must dissolve it in their own consciousness, annihilate it through judgment and explanation, to preserve their own Self.
Allein die Handlung des Gewissens ist nicht nur diese von dem reinen Selbst verlassene Bestimmung des Seins. Was als Pflicht gelten und anerkannt werden soll, ist es allein durch das Wissen und die Überzeugung davon als von der Pflicht, durch das Wissen seiner selbst in der Tat. Wenn die Tat aufhört, dieses Selbst an ihr zu haben, hört sie auf, das zu sein, was allein ihr Wesen ist. Ihr Dasein, von diesem Bewußtsein verlassen, wäre eine gemeine Wirklichkeit, und die Handlung erschiene uns als ein Vollbringen seiner Lust und Begierde. Was da sein soll, ist hier allein Wesenheit dadurch, daß es als sich selbst aussprechende Individualität gewußt wird; und dies Gewußtsein ist es, was das Anerkannte ist und was, als solches, Dasein haben soll.
Yet the action of conscience is not merely this determination of Being abandoned by the pure Self. What is to hold as duty and be recognized as such exists solely through the knowledge and conviction of it as duty, through the Self’s knowledge of itself in the deed. When the deed ceases to have this Self within it, it ceases to be what alone is its essence. Its existence, abandoned by this consciousness, would be a base actuality, and the action would appear to us as the fulfillment of its pleasure and desire. What is to exist here is essential only insofar as it is known as the self-expressing individuality. And this being-known is what is recognized and what, as such, is to have existence.
Das Selbst tritt ins Dasein als Selbst; der seiner gewisse Geist existiert als solcher für andere; seine unmittelbare Handlung ist nicht das, was gilt und wirklich ist; nicht das Bestimmte, nicht das Ansichseiende ist das Anerkannte, sondern allein das sich wissende Selbst als solches. Das Element des Bestehens ist das allgemeine Selbstbewußtsein; was in dieses Element tritt, kann nicht die Wirkung der Handlung sein; diese hält nicht darin aus und erhält kein Bleiben, sondern nur das Selbstbewußtsein ist das Anerkannte und gewinnt die Wirklichkeit.
The Self enters into existence as Self; the self-certain Spirit exists as such for others. Its immediate action is not what holds valid and actual. What is recognized is not the determinate or the being-in-itself but solely the Self that knows itself as such. The element of subsistence is universal self-consciousness. What enters this element cannot be the effect of the action, for this effect does not endure within it and gains no permanence. Only self-consciousness is recognized and attains actuality.
Wir sehen hiermit wieder die Sprache als das Dasein des Geistes. Sie ist das für andere seiende Selbstbewußtsein, welches unmittelbar als solches vorhanden und als dieses allgemeines ist. Sie ist das sich von sich selbst abtrennende[478] Selbst, das als reines Ich = Ich sich gegenständlich wird, in dieser Gegenständlichkeit sich ebenso als dieses Selbst erhält, wie es unmittelbar mit den anderen zusammenfließt und ihr Selbstbewußtsein ist; es vernimmt ebenso sich, als es von den anderen vernommen wird, und das Vernehmen ist eben das zum Selbst gewordene Dasein.
Here we again encounter language as the existence [Dasein] of Spirit. It is self-consciousness existing for others, which is immediately present as such and as this universal self-consciousness. Language is the Self that separates itself from itself, becomes objective as the pure I = I, and in this objectivity equally maintains itself as this Self while immediately merging with others and becoming their self-consciousness. It hears itself just as it is heard by others, and this act of hearing is precisely the existence [Dasein] that has become Self.
Der Inhalt, den die Sprache hier gewonnen, ist nicht mehr das verkehrte und verkehrende und zerrissene Selbst der Welt der Bildung, sondern der in sich zurückgekehrte, seiner und in seinem Selbst seiner Wahrheit oder seines Anerkennens gewisse und als dieses Wissen anerkannte Geist. Die Sprache des sittlichen Geistes ist das Gesetz und der einfache Befehl und die Klage, die mehr eine Träne über die Notwendigkeit ist; das moralische Bewußtsein hingegen ist noch stumm, bei sich in seinem Innern verschlossen, denn in ihm hat das Selbst noch nicht Dasein, sondern das Dasein und das Selbst stehen erst in äußerer Beziehung aufeinander. Die Sprache aber tritt nur als die Mitte selbständiger und anerkannter Selbstbewußtsein[e] hervor, und das daseiende Selbst ist unmittelbar allgemeines, vielfaches und in dieser Vielheit einfaches Anerkanntsein. Der Inhalt der Sprache des Gewissens ist das sich als Wesen wissende Selbst. Dies allein spricht sie aus, und dieses Aussprechen ist die wahre Wirklichkeit des Tuns und das Gelten der Handlung, Das Bewußtsein spricht seine Überzeugung aus; diese Überzeugung ist es, worin allein die Handlung Pflicht ist; sie gilt auch allein dadurch als Pflicht, daß die Überzeugung ausgesprochen wird. Denn das allgemeine Selbstbewußtsein ist frei von der nur seienden bestimmten Handlung; sie als Dasein gilt ihm nichts, sondern die Überzeugung, daß sie Pflicht ist, und diese ist in der Sprache wirklich. – Die Handlung verwirklichen, heißt hier nicht, ihren Inhalt aus der Form des Zwecks oder Fürsichseins in die Form der abstrakten Wirklichkeit übersetzen, sondern aus der Form der unmittelbaren Gewißheit seiner selbst, die ihr Wissen oder Fürsichsein als das Wesen weiß, in die Form der Versicherung,[479] daß das Bewußtsein von der Pflicht überzeugt ist und die Pflicht als Gewissen aus sich selbst weiß; diese Versicherung versichert also, daß es davon überzeugt ist, daß seine Überzeugung das Wesen ist.
The content that language here attains is no longer the perverted, self-alienating, and fractured Self of the world of culture, but Spirit that has returned into itself, certain of itself and of its truth or recognition within its Self, and acknowledged as this knowing. The language of the ethical Spirit is the law, the simple command, and the lament — which is more a tear shed over necessity — whereas moral consciousness remains silent, withdrawn into its inwardness, for in it the Self does not yet have existence [Dasein]; rather, existence and the Self stand in an external relation to each other. Language, however, emerges only as the medium of independent and recognized self-consciousnesses, and the existing Self is immediately universal, multiple, and in this multiplicity a simple acknowledgedness. The content of the language of conscience is the Self that knows itself as essence. This alone it expresses, and this expression is the true actuality of action and the validity of the deed. Consciousness declares its conviction; it is this conviction alone that renders the action a duty, and the action counts as duty solely because the conviction is expressed. For universal self-consciousness is free from the merely existent determinacy of action; the action as existence [Dasein] is of no significance to it — only the conviction that it is a duty, and this conviction becomes actual through language. — To actualize the action here does not mean translating its content from the form of purpose or being-for-itself into the form of abstract actuality, but rather transforming it from the form of immediate certainty of itself — which knows its own knowledge or being-for-itself as the essence — into the form of assurance that consciousness is convinced of duty and knows duty from itself as conscience. This assurance thus affirms that consciousness is convinced that its conviction is the essence.
Ob die Versicherung, aus Überzeugung von der Pflicht zu handeln, wahr ist, ob es wirklich die Pflicht ist, was getan wird, – diese Fragen oder Zweifel haben keinen Sinn gegen das Gewissen. – Bei jener Frage, ob die Versicherung wahr ist, würde vorausgesetzt, daß die innere Absicht von der vorgegebenen verschieden sei, d.h. daß das Wollen des einzelnen Selbsts sich von der Pflicht, von dem Willen des allgemeinen und reinen Bewußtseins trennen könne; der letztere wäre in die Rede gelegt, das erstere aber eigentlich die wahre Triebfeder der Handlung. Allein dieser unterschied des allgemeinen Bewußtseins und des einzelnen Selbsts ist es eben, der sich aufgehoben [hat] und dessen Aufheben das Gewissen ist. Das unmittelbare Wissen des seiner gewissen Selbsts ist Gesetz und Pflicht; seine Absicht ist dadurch, daß sie seine Absicht ist, das Rechte; es wird nur erfordert, daß es dies wisse, und dies, daß es die Überzeugung davon, sein Wissen und Wollen sei das Rechte, sage. Das Aussprechen dieser Versicherung hebt an sich selbst die Form seiner Besonderheit auf; es anerkennt darin die notwendige Allgemeinheit des Selbsts, indem es sich Gewissen nennt, nennt es sich reines Sichselbstwissen und reines abstraktes Wollen, d.h. es nennt sich ein allgemeines Wissen und Wollen, das die anderen anerkennt, ihnen gleich ist, denn sie sind eben dies reine Sichwissen und Wollen, und das darum auch von ihnen anerkannt wird. In dem Wollen des seiner gewissen Selbsts, in diesem Wissen, daß das Selbst das Wesen ist, liegt das Wesen des Rechten. – Wer also sagt, er handle so aus Gewissen, der spricht wahr, denn sein Gewissen ist das wissende und wollende Selbst. Er muß dies aber wesentlich sagen, denn dies Selbst muß zugleich allgemeines Selbst sein. Dies ist es nicht in dem Inhalt der Handlung, denn dieser ist um seiner Bestimmtheit willen an sich gleichgültig;[480] sondern die Allgemeinheit liegt in der Form derselben; diese Form ist es, welche als wirklich zu setzen ist; sie ist das Selbst, das als solches in der Sprache wirklich ist, sich als das Wahre aussagt, eben darin alle Selbst anerkennt und von ihnen anerkannt wird.
Whether the assurance of acting from conviction of duty is true, whether what is done is actually duty — such questions or doubts are meaningless when directed against conscience. — To ask whether the assurance is true would presuppose that the inner intention differs from the professed one — that is, that the willing of the individual Self could separate itself from duty, from the will of universal and pure consciousness. The latter would be attributed to the utterance, while the former would in truth be the actual motive of the action. Yet it is precisely this distinction between universal consciousness and the individual Self that has been sublated, and conscience is this sublation. The immediate knowledge of the Self certain of itself is law and duty; its intention, by virtue of being its intention, is the right. The only requirement is that it know this and declare its conviction that its knowledge and willing are the right. The utterance of this assurance inherently sublates the form of its particularity; in calling itself conscience, it acknowledges the necessary universality of the Self — it names itself as pure self-knowing and pure abstract willing, i.e., as universal knowing and willing that others recognize, being equal to them (for they too are this pure self-knowing and willing), and which is therefore acknowledged by them. In the willing of the Self certain of itself — in this knowledge that the Self is the essence — lies the essence of the right. — Thus, he who declares that he acts from conscience speaks the truth, for his conscience is the knowing and willing Self. Yet he must essentially declare this, for the Self must simultaneously be universal Self. This universality does not reside in the content of the action, for such content is inherently indifferent due to its determinacy; rather, universality lies in the form of the action. It is this form that must be posited as actual; it is the Self, which as such becomes actual in language, declares itself as the True, and in so doing acknowledges all Selves and is acknowledged by them.
Das Gewissen also in der Majestät seiner Erhabenheit über das bestimmte Gesetz und jeden Inhalt der Pflicht legt den beliebigen Inhalt in sein Wissen und Wollen; es ist die moralische Genialität, welche die innere Stimme ihres unmittelbaren Wissens als göttliche Stimme weiß, und indem sie an diesem Wissen ebenso unmittelbar das Dasein weiß, ist sie die göttliche Schöpferkraft, die in ihrem Begriffe die Lebendigkeit hat. Sie ist ebenso der Gottesdienst in sich selbst; denn ihr Handeln ist das Anschauen dieser ihrer eigenen Göttlichkeit.
Conscience, in the majesty of its sublimity above determinate law and any content of duty, inserts any arbitrary content into its knowing and willing. It is the moral genius that knows the inner voice of its immediate knowledge as the divine voice, and since it immediately knows existence [Dasein] in this knowledge, it is the divine creative power whose concept contains vitality. Equally, it is the divine worship within itself, for its action is the contemplation of its own divinity.
Dieser einsame Gottesdienst ist zugleich wesentlich der Gottesdienst einer Gemeinde, und das reine innere sich selbst Wissen und Vernehmen geht zum Momente des Bewußtseins fort. Die Anschauung seiner ist sein gegenständliches Dasein, und dies gegenständliche Element ist das Aussprechen seines Wissens und Wollens als eines Allgemeinen. Durch dies Aussprechen wird das Selbst zum Geltenden und die Handlung zur ausführenden Tat. Die Wirklichkeit und das Bestehen seines Tuns ist das allgemeine Selbstbewußtsein; das Aussprechen des Gewissens aber setzt die Gewißheit seiner selbst als reines und dadurch als allgemeines Selbst; die anderen lassen die Handlung um dieser Rede willen, worin das Selbst als das Wesen ausgedrückt und anerkannt ist, gelten. Der Geist und die Substanz ihrer Verbindung ist also die gegenseitige Versicherung von ihrer Gewissenhaftigkeit, guten Absichten, das Erfreuen über diese wechselseitige Reinheit und das Laben an der Herrlichkeit des Wissens und Aussprechens, des Hegens und Pflegens solcher Vortrefflichkeit. – Insofern dies Gewissen sein abstraktes Bewußtsein noch von seinem Selbstbewußtsein unterscheidet, hat es sein Leben nur verborgen in Gott; er ist zwar unmittelbar seinem Geist[481] und Herzen, seinem Selbst gegenwärtig; aber das Offenbare, sein wirkliches Bewußtsein und die vermittelnde Bewegung desselben ist ihm ein Anderes als jenes verborgene Innere und die Unmittelbarkeit des gegenwärtigen Wesens. Allein in der Vollendung des Gewissens hebt sich der Unterschied seines abstrakten und seines Selbstbewußtseins auf. Es weiß, daß das abstrakte Bewußtsein eben dieses Selbst, dieses seiner gewisse Fürsichsein ist, daß in der Unmittelbarkeit der Beziehung des Selbsts auf das Ansich, das außer dem Selbst gesetzt das abstrakte Wesen und das ihm Verborgene ist, eben die Verschiedenheit aufgehoben ist. Denn diejenige Beziehung ist eine vermittelnde, worin die Bezogenen nicht ein und dasselbe, sondern ein Anderes füreinander und nur in einem Dritten eins sind; die unmittelbare Beziehung aber heißt in der Tat nichts anderes als die Einheit. Das Bewußtsein, über die Gedankenlosigkeit, diese Unterschiede, die keine sind, noch für Unterschiede zu halten, erhoben, weiß die Unmittelbarkeit der Gegenwart des Wesens in ihm als Einheit des Wesens und seines Selbsts, sein Selbst also als das lebendige Ansich und dies sein Wissen als die Religion, die als angeschautes oder daseiendes Wissen das Sprechen der Gemeinde über ihren Geist ist.
This solitary divine worship is at the same time essentially the divine worship of a community, and the pure inner self-knowing and apprehension proceeds to the moment of consciousness. Its intuition is its objective existence, and this objective element is the expression of its knowledge and willing as something universal. Through this expression, the Self becomes what is valid, and the action becomes an executed deed. The actuality and subsistence of its deed is universal self-consciousness; but the expression of conscience posits the certainty of itself as pure and thereby as universal Self. Others let the action hold valid on account of this discourse in which the Self is expressed and recognized as the essence. The spirit and substance of their union is thus the mutual assurance of their conscientiousness, good intentions, the rejoicing over this reciprocal purity, and the nourishing of the glory of knowing and expressing, of cherishing and cultivating such excellence. – To the extent that conscience still distinguishes its abstract consciousness from its self-consciousness, it has its life only hidden in God; God is indeed immediately present to its spirit[481] and heart, to its Self. But what is manifest, its actual consciousness and the mediating movement thereof, is for it something other than that hidden inwardness and the immediacy of the present essence. However, in the consummation of conscience, the distinction between its abstract consciousness and its self-consciousness is sublated. It knows that abstract consciousness is precisely this Self, this self-certain being-for-itself; that in the immediacy of the relation of the Self to the in-itself, which is posited outside the Self as the abstract essence and as what is hidden from it, the distinction is itself sublated. For such a relation is a mediating one, where the related terms are not identical but other for each other and only one in a third. But the immediate relation in truth signifies nothing other than unity. Consciousness, elevated above the thoughtlessness that still takes these non-differences for differences, knows the immediacy of the presence of the essence within it as the unity of the essence and its Self; thus it knows its Self as the living in-itself, and this knowledge as religion, which as intuited or existent knowledge is the discourse of the community concerning its spirit.
Wir sehen hiermit hier das Selbstbewußtsein in sein Innerstes zurückgegangen, dem alle Äußerlichkeit als solche verschwindet, – in die Anschauung des Ich = Ich, worin dieses Ich alle Wesenheit und Dasein ist. Es versinkt in diesem Begriffe seiner selbst, denn es ist auf die Spitze seiner Extreme getrieben, und zwar so, daß die unterschiedenen Momente, wodurch es real oder noch Bewußtsein ist, nicht für uns nur diese reinen Extreme sind, sondern das, was es für sich und was ihm an sich und was ihm Dasein ist, zu Abstraktionen verflüchtigt, die keinen Halt, keine Substanz mehr für dies Bewußtsein selbst haben; und alles, was bisher für das Bewußtsein Wesen war, ist in diese Abstraktionen zurückgegangen. – Zu dieser Reinheit geläutert, ist das Bewußtsein seine ärmste Gestalt, und die Armut, die seinen einzigen[482] Besitz ausmacht, ist selbst ein Verschwinden; diese absolute Gewißheit, in welche sich die Substanz aufgelöst hat, ist die absolute Unwahrheit, die in sich zusammenfällt; es ist das absolute Selbstbewußtsein, in dem das Bewußtsein versinkt.
Herewith, we see self-consciousness withdrawn into its innermost core, where all externality as such vanishes – into the intuition of I = I, in which this I is all essence and existence. It sinks into this concept of itself, for it is driven to the pinnacle of its extremes, such that the distinct moments through which it is real or still consciousness are not merely these pure extremes for us, but what is for itself and what is in-itself and existence for it dissipates into abstractions that no longer have any hold or substance for this consciousness itself; and all that previously counted as essence for consciousness has withdrawn into these abstractions. – Purified to this purity, consciousness is its most destitute shape, and the poverty constituting its sole[482] possession is itself a vanishing; this absolute certainty, into which substance has dissolved, is absolute untruth collapsing inwardly; it is absolute self-consciousness, in which consciousness sinks.
Dies Versinken innerhalb seiner selbst betrachtet, so ist für das Bewußtsein die ansichseiende Substanz das Wissen als sein Wissen. Als Bewußtsein ist es in den Gegensatz seiner und des Gegenstandes, der für es das Wesen ist, getrennt; aber dieser Gegenstand eben ist das vollkommen Durchsichtige, es ist sein Selbst, und sein Bewußtsein ist nur das Wissen von sich. Alles Leben und alle geistige Wesenheit ist in dies Selbst zurückgegangen und hat seine Verschiedenheit von dem Ich-Selbst verloren. Die Momente des Bewußtseins sind daher diese extremen Abstraktionen, deren keine steht, sondern in der anderen sich verliert und sie erzeugt. Es ist der Wechsel des unglücklichen Bewußtseins mit sich, der aber für es selbst innerhalb seiner vorgeht und der Begriff der Vernunft zu sein sich bewußt ist, der jenes nur an sich ist. Die absolute Gewißheit seiner selbst schlägt ihr also als Bewußtsein unmittelbar in ein Austönen, in Gegenständlichkeit seines Fürsichseins um; aber diese erschaffene Welt ist seine Rede, die es ebenso unmittelbar vernommen und deren Echo nur zu ihm zurückkommt. Diese Rückkehr hat daher nicht die Bedeutung, daß es an und für sich darin ist; denn das Wesen ist ihm kein Ansich, sondern es selbst; ebensowenig hat es Dasein, denn das Gegenständliche kommt nicht dazu, ein Negatives des wirklichen Selbsts zu sein, so wie dieses nicht zur Wirklichkeit [kommt]. Es fehlt ihm die Kraft der Entäußerung, die Kraft, sich zum Dinge zu machen und das Sein zu ertragen. Es lebt in der Angst, die Herrlichkeit seines Innern durch Handlung und Dasein zu beflecken; und um die Reinheit seines Herzens zu bewahren, flieht es die Berührung der Wirklichkeit und beharrt in der eigensinnigen Kraftlosigkeit, seinem zur letzten Abstraktion zugespitzten Selbst zu entsagen und sich Substantialität zu geben oder sein Denken in Sein zu verwandeln und sich dem absoluten[483] Unterschiede anzuvertrauen. Der hohle Gegenstand, den es sich erzeugt, erfüllt es daher nun mit dem Bewußtsein der Leerheit; sein Tun ist das Sehnen, das in dem Werden seiner selbst zum wesenlosen Gegenstande sich nur verliert und, über diesen Verlust hinaus und zurück zu sich fallend, sich nur als verlorenes findet; – in dieser durchsichtigen Reinheit seiner Momente eine unglückliche sogenannte schöne Seele, verglimmt sie in sich und schwindet als ein gestaltloser Dunst, der sich in Luft auflöst.
Considering this sinking into itself, the in-itself substance is for consciousness knowledge as its knowledge. As consciousness, it is divided into the opposition between itself and the object, which is the essence for it; but this object is perfectly transparent – it is its Self, and its consciousness is only knowledge of itself. All life and all spiritual essence has withdrawn into this Self and has lost its distinction from the I-Self. The moments of consciousness are thus these extreme abstractions, none of which abides but each loses itself in the other and engenders it. It is the internal alternation of the unhappy consciousness with itself, which, however, occurs within itself and is conscious of being the concept of reason, which is only in-itself for that consciousness. Absolute certainty of itself thus immediately inverts, for it as consciousness, into a resonant echo, into the objectivity of its being-for-itself; but this created world is its discourse, which it has likewise immediately heard and whose echo returns only to it. This return therefore does not have the significance that it is in and for itself therein; for the essence is not an in-itself for it, but itself; nor does it have existence, for the objective does not attain to being a negative of the actual Self, just as this Self does not attain to actuality. It lacks the power of externalization, the power to make itself into a thing and endure being. It lives in dread of besmirching the splendor of its inwardness through action and existence; and to preserve the purity of its heart, it flees contact with actuality and persists in impotent stubbornness, renouncing its Self sharpened to the utmost abstraction and refusing to give itself substantiality or transform its thought into being and entrust itself to the absolute[483] difference. The hollow object it engenders thus fills it with the consciousness of emptiness; its doing is the longing that, in becoming itself into an essence-less object, merely loses itself and, falling back into itself beyond this loss, finds itself only as lost; – in this transparent purity of its moments, an unhappy so-called beautiful soul, it flickers out within itself and vanishes as a formless vapor dissolving into thin air.
Dies stille Zusammenfließen der marklosen Wesenheiten des verflüchtigten Lebens ist aber noch in der anderen Bedeutung der Wirklichkeit des Gewissens und in der Erscheinung seiner Bewegung zu nehmen und das Gewissen als handelnd zu betrachten. – Das gegenständliche Moment in diesem Bewußtsein hat sich oben als allgemeines Bewußtsein bestimmt; das sich selbst wissende Wissen ist als dieses Selbst unterschieden von anderen Selbst; die Sprache, in der sich alle gegenseitig als gewissenhaft handelnd anerkennen, diese allgemeine Gleichheit zerfällt in die Ungleichheit des einzelnen Fürsichseins, jedes Bewußtsein ist aus seiner Allgemeinheit ebenso schlechthin in sich reflektiert; hierdurch tritt der Gegensatz der Einzelheit gegen die anderen Einzelnen und gegen das Allgemeine notwendig ein, und dieses Verhältnis und seine Bewegung ist zu betrachten. – Oder diese Allgemeinheit und die Pflicht hat die schlechthin entgegengesetzte Bedeutung der bestimmten, von dem Allgemeinen sich ausnehmenden Einzelheit, für welche die reine Pflicht nur die an die Oberfläche getretene und nach außen gekehrte Allgemeinheit ist; die Pflicht liegt nur in den Worten und gilt als ein Sein für Anderes. Das Gewissen, zunächst nur negativ gegen die Pflicht als diese bestimmte vorhandene gerichtet, weiß sich frei von ihr; aber indem es die leere Pflicht mit einem bestimmten Inhalte aus sich selbst anfüllt, hat es das positive Bewußtsein darüber, daß es als dieses Selbst sich den Inhalt macht; sein reines Selbst, als leeres Wissen, ist das Inhalts- und Bestimmungslose; der Inhalt, den es ihm gibt,[484] ist aus seinem Selbst als diesem bestimmten, aus sich als natürlicher Individualität genommen, und in dem Sprechen von der Gewissenhaftigkeit seines Handelns ist es sich wohl seines reinen Selbsts, aber, im Zwecke seines Handelns als wirklichem Inhalt, seiner als dieses besonderen Einzelnen und des Gegensatzes desjenigen bewußt, was es für sich und was es für andere ist, des Gegensatzes der Allgemeinheit oder Pflicht und seines Reflektiertseins aus ihr.
This silent coalescence of the insubstantial essences of evaporated life must, however, also be grasped in its other significance as the actuality of conscience and in the appearance of its movement — that is, conscience as acting. — The objective moment in this consciousness has earlier been determined as universal consciousness; the self-knowing knowledge, as this self, is distinguished from other selves. The language in which all reciprocally recognize one another as acting conscientiously — this universal equality — disintegrates into the inequality of singular being-for-itself, for each consciousness is absolutely reflected into itself from its universality. Hereby the opposition of singularity against other singularities and against the universal necessarily arises, and this relation and its movement must be examined. — Alternatively, this universality and duty has the utterly opposed meaning of the singularity that excludes itself from the universal and for which pure duty is only universality that has risen to the surface and turned outward; duty resides merely in words and counts as a being-for-others. Conscience, initially only negative toward duty as this specific existent, knows itself free from it. But by filling the empty duty with a determinate content from itself, it possesses the positive consciousness that, as this self, it makes the content. Its pure self, as empty knowing, is contentless and determinationless; the content it gives to duty [484] is taken from its self as this determinate self, from itself as natural individuality. In speaking of the conscientiousness of its action, it is indeed aware of its pure self, but in the purpose of its action as actual content, it is conscious of itself as this particular singularity and of the opposition between what it is for itself and what it is for others — the opposition of universality or duty and its being-reflected-out-of-duty.
Wenn sich so der Gegensatz, in den das Gewissen als handelnd eintritt, in seinem Innern ausdrückt, so ist er zugleich die Ungleichheit nach außen in dem Elemente des Daseins, die Ungleichheit seiner besonderen Einzelheit gegen anderes Einzelnes. – Seine Besonderheit besteht darin, daß die beiden sein Bewußtsein konstituierenden Momente, das Selbst und das Ansich, mit ungleichem Werte, und zwar mit der Bestimmung in ihm gelten, daß die Gewißheit seiner selbst das Wesen ist gegen das Ansich oder das Allgemeine, das nur als Moment gilt. Dieser innerlichen Bestimmung steht also das Element des Daseins oder das allgemeine Bewußtsein gegenüber, welchem vielmehr die Allgemeinheit, die Pflicht das Wesen [ist], dagegen die Einzelheit, die gegen das Allgemeine für sich ist, nur als aufgehobenes Moment gilt. Diesem Festhalten an der Pflicht gilt das erste Bewußtsein als das Böse, weil es die Ungleichheit seines Insichseins mit dem Allgemeinen ist, und, indem dieses zugleich sein Tun als Gleichheit mit sich selbst, als Pflicht und Gewissenhaftigkeit ausspricht, als Heuchelei.
If the opposition into which conscience enters as acting is thus expressed inwardly, it is simultaneously the external inequality in the element of existence — the inequality of its particular singularity against other singularities. — Its particularity consists in the fact that the two moments constituting its consciousness, the self and the in-itself, count within it with unequal value, and indeed with the determination that the certainty of itself is the essence against the in-itself or the universal, which counts only as a moment. To this internal determination stands opposed the element of existence or universal consciousness, for which universality, duty, is rather the essence, whereas singularity, which is for itself against the universal, counts only as a sublated moment. To this adherence to duty, the first consciousness counts as evil because it is the inequality of its being-within-itself with the universal. And since this consciousness simultaneously pronounces its action as equality with itself, as duty and conscientiousness, it is deemed hypocrisy.
Die Bewegung dieses Gegensatzes ist zunächst die formelle Herstellung der Gleichheit zwischen dem, was das Böse in sich ist und was es ausspricht; es muß zum Vorschein kommen, daß es böse und so sein Dasein seinem Wesen gleich [ist], die Heuchelei muß entlarvt werden. – Diese Rückkehr der in ihr vorhandenen Ungleichheit in die Gleichheit ist nicht darin schon zustande gekommen, daß die Heuchelei, wie man zu sagen pflegt, eben dadurch ihre Achtung für Pflicht und Tugend beweise, daß sie den Schein derselben[485] annehme und als Maske für ihr eigenes nicht weniger als für fremdes Bewußtsein gebrauche; in welchem Anerkennen des Entgegengesetzten an sich die Gleichheit und Übereinstimmung enthalten sei, – Allein sie ist zugleich aus diesem Anerkennen der Sprache ebensosehr heraus und in sich reflektiert, und darin, daß sie das Ansichseiende nur als ein Sein für Anderes gebraucht, ist vielmehr die eigene Verachtung desselben und die Darstellung seiner Wesenlosigkeit für alle enthalten. Denn was sich als ein äußerliches Werkzeug gebrauchen läßt, zeigt sich als ein Ding, das keine eigene Schwere in sich hat.
The movement of this opposition is initially the formal establishment of equality between what evil is in itself and what it expresses; it must become evident that evil is evil and thus that its existence corresponds to its essence — hypocrisy must be unmasked. This return of the inherent inequality into equality is not yet accomplished by the fact that hypocrisy, as is commonly said, demonstrates its respect for duty and virtue precisely by adopting their semblance and using it as a mask for its own consciousness as much as for others — in which recognition of the opposed in itself equality and agreement are supposedly contained. Rather, hypocrisy simultaneously withdraws from this recognition through language and reflects back into itself, and in using the in-itself merely as Being-for-Others, it contains within itself the contempt for the in-itself and the demonstration of its essential nullity for all. For what allows itself to be used as an external instrument reveals itself as a thing without intrinsic gravity.
Auch kommt diese Gleichheit weder durch das einseitige Beharren des bösen Bewußtseins auf sich noch durch das Urteil des Allgemeinen zustande. – Wenn jenes sich gegen das Bewußtsein der Pflicht verleugnet und, was dieses für Schlechtigkeit, für absolute Ungleichheit mit dem Allgemeinen aussagt, als ein Handeln nach dem inneren Gesetze und Gewissen behauptet, so bleibt in dieser einseitigen Versicherung der Gleichheit seine Ungleichheit mit dem Anderen, da ja dieses sie nicht glaubt und nicht anerkennt. – Oder da das einseitige Beharren auf einem Extreme sich selbst auflöst, so würde das Böse sich zwar dadurch als Böses eingestehen, aber darin sich unmittelbar aufheben und nicht Heuchelei sein, noch als solche sich entlarven. Es gesteht sich in der Tat als Böses durch die Behauptung ein, daß es, dem anerkannten Allgemeinen entgegengesetzt, nach seinem inneren Gesetze und Gewissen handle. Denn wäre dies Gesetz und Gewissen nicht das Gesetz seiner Einzelheit und Willkür, so wäre es nicht etwas Inneres, Eigenes, sondern das allgemein Anerkannte. Wer darum sagt, daß er nach seinem Gesetze und Gewissen gegen die anderen handle, sagt in der Tat, daß er sie mißhandle. Aber das wirkliche Gewissen ist nicht dieses Beharren auf dem Wissen und Willen, der dem Allgemeinen sich entgegensetzt, sondern das Allgemeine ist das Element seines Daseins, und seine Sprache sagt sein Tun als die anerkannte Pflicht aus.[486]
Nor does this equality come about through the one-sided insistence of the evil consciousness on itself or through the judgment of the universal. If the former denies itself in the face of the consciousness of duty and asserts that what the latter declares to be wickedness — absolute inequality with the universal — is action according to inner law and conscience, then in this one-sided assertion of equality its inequality with the other remains, since the latter neither believes nor recognizes it. Or, since the one-sided insistence on one extreme dissolves itself, evil would indeed confess itself as evil through this act and thereby immediately sublate itself, ceasing to be hypocrisy and thus not unmasking itself as such. In truth, it confesses itself as evil by asserting that it acts according to its own inner law and conscience in opposition to the recognized universal. For if this law and conscience were not the law of its singularity and arbitrariness, they would not be something internal and proper to it but rather the universally acknowledged. Thus, whoever claims to act according to their own law and conscience against others in truth declares that they are wronging them. But the actual conscience is not this insistence on a knowledge and will opposed to the universal; rather, the universal is the element of its existence, and its language proclaims its action as recognized duty.
Ebensowenig ist das Beharren des allgemeinen Bewußtseins auf seinem Urteile Entlarvung und Auflösung der Heuchelei. – Indem es gegen sie schlecht, niederträchtig usf. ausruft, beruft es sich in solchem Urteil auf sein Gesetz, wie das böse Bewußtsein auf das seinige. Denn jenes tritt im Gegensatz gegen dieses und dadurch als ein besonderes Gesetz auf. Es hat also nichts vor dem anderen voraus, legitimiert vielmehr dieses, und dieser Eifer tut gerade das Gegenteil dessen, was er zu tun meint, – nämlich das, was er wahre Pflicht nennt und das allgemein anerkannt sein soll, als ein Nichtanerkanntes zu zeigen und hierdurch dem anderen das gleiche Recht des Fürsichseins einzuräumen.
Similarly, the universal consciousness's insistence on its judgment does not unmask and dissolve hypocrisy. By denouncing hypocrisy as wicked, base, etc., it appeals in such judgment to its own law, just as the evil consciousness appeals to its own. For the former enters into opposition with the latter and thereby presents itself as a particular law. It thus has no superiority over the other; rather, it legitimizes it, and this zeal accomplishes precisely the opposite of what it intends — namely, it demonstrates that what it calls true duty and claims should be universally recognized is in fact unrecognized, thereby granting the other the same right of being-for-itself.
Dies Urteil aber hat zugleich eine andere Seite, von welcher es die Einleitung zur Auflösung des vorhandenen Gegensatzes wird. – Das Bewußtsein des Allgemeinen verhält sich nicht als Wirkliches und Handelndes gegen das erste – denn dieses ist vielmehr das Wirkliche –, sondern ihm entgegengesetzt als dasjenige, das nicht in dem Gegensatze der Einzelheit und Allgemeinheit befangen ist, welcher in dem Handeln eintritt. Es bleibt in der Allgemeinheit des Gedankens, verhält sich als auffassendes, und seine erste Handlung ist nur das Urteil. – Durch dies Urteil stellt es sich nun, wie soeben bemerkt wurde, neben das erste, und dieses kommt durch diese Gleichheit zur Anschauung seiner selbst in diesem anderen Bewußtsein. Denn das Bewußtsein der Pflicht verhält sich auffassend, passiv, es ist aber hierdurch im Widerspruche mit sich als dem absoluten Willen der Pflicht, mit sich, dem schlechthin aus sich selbst Bestimmenden. Es hat gut sich in der Reinheit bewahren, denn es handelt nicht; es ist die Heuchelei, die das Urteilen für wirkliche Tat genommen wissen will und, statt durch Handlung, durch das Aussprechen vortrefflicher Gesinnungen die Rechtschaffenheit beweist. Es ist also ganz so beschaffen wie dasjenige, dem der Vorwurf gemacht wird, daß es nur in seine Rede die Pflicht legt. In beiden ist die Seite der Wirklichkeit gleich unterschieden von der Rede, in dem einen durch den eigennützigen[487] Zweck der Handlung, in dem anderen durch das Fehlen des Handelns überhaupt, dessen Notwendigkeit in dem Sprechen von der Pflicht selbst liegt, denn diese hat ohne Tat gar keine Bedeutung.
This judgment, however, also has another aspect through which it becomes the prelude to resolving the existing opposition. The consciousness of the universal does not relate to the first consciousness as actual and active — for the latter is indeed the actual one — but rather opposes it as that which is not entangled in the opposition of singularity and universality arising in action. It remains within the universality of thought, comporting itself as apprehending, and its first act is merely judgment. Through this judgment, as noted above, it now places itself alongside the first consciousness, and the latter comes through this equality to behold itself in this other consciousness. For the consciousness of duty relates itself apprehendingly and passively, yet thereby contradicts itself as the absolute will of duty, as that which determines absolutely from itself. It may pride itself on preserving purity, but this is because it does not act; it is hypocrisy that wants its judging to be taken as actual deed and proves its rectitude not through action but by uttering excellent sentiments. It is thus entirely like the consciousness it accuses of merely paying lip service to duty. In both, the aspect of actuality is equally distinct from speech: in the one through the self-interested purpose of action, in the other through the absence of action altogether — whose necessity lies in the very discourse about duty, for duty without deed has no meaning.
Das Urteilen ist aber auch als positive Handlung des Gedankens zu betrachten und hat einen positiven Inhalt; durch diese Seite wird der Widerspruch, der in dem auffassenden Bewußtsein vorhanden ist, und seine Gleichheit mit dem ersten noch vollständiger. – Das handelnde Bewußtsein spricht dies sein bestimmtes Tun als Pflicht aus, und das beurteilende kann ihm dies nicht ableugnen; denn die Pflicht selbst ist die jeden Inhalts fähige, inhaltlose Form, – oder die konkrete Handlung, in ihrer Vielseitigkeit an ihr selbst verschieden, hat die allgemeine Seite, welche die ist, die als Pflicht genommen wird, ebensosehr an ihr als die besondere, die den Anteil und das Interesse des Individuums ausmacht. Das beurteilende Bewußtsein bleibt nun nicht bei jener Seite der Pflicht und bei dem Wissen des Handelnden davon, daß dies seine Pflicht, das Verhältnis und der Stand seiner Wirklichkeit sei, stehen. Sondern es hält sich an die andere Seite, spielt die Handlung in das Innere hinein und erklärt sie aus ihrer von ihr selbst verschiedenen Absicht und eigennützigen Triebfeder. Wie jede Handlung der Betrachtung ihrer Pflichtgemäßheit fähig ist, ebenso dieser anderen Betrachtung der Besonderheit; denn als Handlung ist sie die Wirklichkeit des Individuums. – Dieses Beurteilen setzt also die Handlung aus ihrem Dasein heraus und reflektiert sie in das Innere oder in die Form der eigenen Besonderheit. – Ist sie von Ruhm begleitet, so weiß es dies Innere als Ruhmsucht, – ist sie dem Stande des Individuums überhaupt angemessen, ohne über diesen hinauszugehen, und so beschaffen, daß die Individualität den Stand nicht als eine äußere Bestimmung an ihr hängen hat, sondern diese Allgemeinheit durch sich selbst ausfüllt und eben dadurch sich als eines Höheren fähig zeigt, so weiß das Urteil ihr Inneres als Ehrbegierde usf. Indem in der Handlung überhaupt das Handelnde[488] zur Anschauung seiner selbst in der Gegenständlichkeit oder zum Selbstgefühl seiner in seinem Dasein und also zum Genusse gelangt, so weiß das Urteil das Innere als Trieb nach eigener Glückseligkeit, bestünde sie auch nur in der inneren moralischen Eitelkeit, dem Genüsse des Bewußtseins der eigenen Vortrefflichkeit und dem Vorschmacke der Hoffnung einer künftigen Glückseligkeit. – Es kann sich keine Handlung solchem Beurteilen entziehen, denn die Pflicht um der Pflicht willen, dieser reine Zweck, ist das Unwirkliche; seine Wirklichkeit hat er in dem Tun der Individualität und die Handlung dadurch die Seite der Besonderheit an ihr. – Es gibt keinen Helden für den Kammerdiener; nicht aber weil jener nicht ein Held, sondern weil dieser – der Kammerdiener ist, mit welchem jener nicht als Held, sondern als Essender, Trinkender, sich Kleidender, überhaupt in der Einzelheit des Bedürfnisses und der Vorstellung zu tun hat. So gibt es für das Beurteilen keine Handlung, in welcher es nicht die Seite der Einzelheit der Individualität der allgemeinen Seite der Handlung entgegensetzen und gegen den Handelnden den Kammerdiener der Moralität machen könnte.
Judging must also be considered as a positive act of thought with positive content; through this aspect, the contradiction inherent in the apprehending consciousness and its equality with the first becomes more complete. – The acting consciousness declares its determinate action as duty, and the judging consciousness cannot deny this; for duty itself is the form capable of any content yet devoid of content – or the concrete action, in its manifoldness different in itself, contains the universal aspect (taken as duty) just as much as the particular aspect constituting the individual’s share and interest. The judging consciousness does not remain with this side of duty and the acting consciousness’s knowledge that this is its duty – its relation and state of actuality. Rather, it clings to the other side, projects the action into the interior, and interprets it through an intention distinct from the action itself and through selfish motives. Just as every action is susceptible to being considered in terms of its conformity to duty, so too to this other consideration of particularity; for as action, it is the actuality of the individual. – This judgment thus removes the action from its existence and reflects it into the interior or into the form of self-particularity. – If accompanied by fame, it knows this interior as ambition. – If the action corresponds to the individual’s station without exceeding it – such that the individuality does not bear this station as an external determination but fulfills this universality through itself and thereby demonstrates its capacity for higher things – then judgment knows its interior as thirst for honor, etc. Since in action generally, the acting individual attains the intuition of itself in objectivity or the self-feeling of its existence, and thus enjoyment, judgment knows the interior as a drive toward personal happiness – even if this consists only in inner moral vanity, the enjoyment of consciousness of one’s own excellence, and the foretaste of hoped-for future bliss. – No action can escape such judgment, for duty for duty’s sake – this pure purpose – is unreal; its actuality lies in the doing of individuality, and action thereby bears the mark of particularity. – There is no hero for the valet; not because the former is not a hero, but because the latter is a valet – one who deals with the hero not as a hero but as someone eating, drinking, dressing, in short, within the singularity of need and representation. Similarly, for judging consciousness, there is no action in which it cannot oppose the particularity of individuality to the universal side of action and play the valet of morality against the agent.
Dies beurteilende Bewußtsein ist hiermit selbst niederträchtig, weil es die Handlung teilt und ihre Ungleichheit mit ihr selbst hervorbringt und festhält. Es ist ferner Heuchelei, weil es solches Beurteilen nicht für eine andere Manier, böse zu sein, sondern für das rechte Bewußtsein der Handlung ausgibt, in dieser seiner Unwirklichkeit und Eitelkeit des Gut- und Besserwissens sich selbst über die heruntergemachten Taten hinaufsetzt und sein tatloses Reden für eine vortreffliche Wirklichkeit genommen wissen will. – Hierdurch also dem Handelnden, welches von ihm beurteilt wird, sich gleich machend, wird es von diesem als dasselbe mit ihm erkannt. Dieses findet sich von jenem nicht nur aufgefaßt als ein Fremdes und mit ihm Ungleiches, sondern vielmehr jenes nach dessen eigener Beschaffenheit mit ihm gleich. Diese Gleichheit anschauend und sie aussprechend, gesteht es sich[489] ihm ein und erwartet ebenso, daß das Andere, wie es sich in der Tat ihm gleichgestellt hat, so auch seine Rede erwidern, in ihr seine Gleichheit aussprechen und [somit] das anerkennende Dasein eintreten werde. Sein Geständnis ist nicht eine Erniedrigung, Demütigung, Wegwerfung im Verhältnisse gegen das Ändere; denn dieses Aussprechen ist nicht das einseitige, wodurch es seine Ungleichheit mit ihm setzte, sondern allein um der Anschauung der Gleichheit des Anderen willen mit ihm spricht es sich, es spricht ihre Gleichheit von seiner Seite in seinem Geständnisse aus und spricht sie darum aus, weil die Sprache das Dasein des Geistes als unmittelbaren Selbsts ist; es erwartet also, daß das Andere das Seinige zu diesem Dasein beitrage.
This judging consciousness is thereby itself base because it divides the action and produces and maintains its inequality with itself. It is further hypocrisy because it presents such judgment not as another manner of being evil but as the authentic consciousness of action. In its unreality and vanity of righteous knowing, it elevates itself above the deeds it disparages and demands that its inactive discourse be taken as an excellent actuality. – By thus making itself equal to the acting consciousness it judges, it is recognized by the latter as identical. The acting consciousness finds itself not merely apprehended as something alien and unequal but rather sees the judging consciousness as equal in its own constitution. Perceiving this equality and articulating it, the acting consciousness confesses itself to the other and expects that the latter – having in fact equalized itself – will reciprocate in discourse, articulate their equality, and thereby allow mutual recognition to emerge. This confession is not an abasement, humiliation, or self-abandonment toward the other; for such articulation is not one-sided positing of its inequality but rather the expression of their equality from its own side. It speaks their equality in its confession because language is the existence [Dasein] of Spirit as immediate selfhood. It thus expects the other to contribute its part to this existence.
Allein auf das Eingeständnis des Bösen: Ich bin's, erfolgt nicht diese Erwiderung des gleichen Geständnisses. So war es mit jenem Urteilen nicht gemeint; im Gegenteil! Es stößt diese Gemeinschaft von sich und ist das harte Herz, das für sich ist und die Kontinuität mit dem Anderen verwirft. – Hierdurch kehrt sich die Szene um. Dasjenige, das sich bekannte, sieht sich zurückgestoßen und das Andere im Unrecht, welches das Heraustreten seines Innern in das Dasein der Rede verweigert und dem Bösen die Schönheit seiner Seele, dem Bekenntnisse aber den steifen Nacken des sich gleichbleibenden Charakters und die Stummheit, sich in sich zu behalten und sich nicht gegen einen anderen wegzuwerfen, entgegensetzt. Es ist hier die höchste Empörung des seiner selbst gewissen Geistes gesetzt; denn er schaut sich als dieses einfache Wissen des Selbsts im Anderen an, und zwar so, daß auch die äußere Gestalt dieses Anderen nicht wie im Reichtume das Wesenlose, nicht ein Ding ist, sondern es ist der Gedanke, das Wissen selbst, was ihm entgegengehalten [wird], es ist diese absolut flüssige Kontinuität des reinen Wissens, die sich verweigert, ihre Mitteilung mit Ihm zu setzen – mit ihm, der schon in seinem Bekenntnisse dem abgesonderten Fürsichsein entsagte und sich als aufgehobene Besonderheit und hierdurch als die Kontinuität mit dem Anderen,[490] als Allgemeines setzte. Das Andere aber behält an ihm selbst sich sein sich nicht mitteilendes Fürsichsein bevor; an dem Bekennenden behält es eben dasselbe, was aber von diesem schon abgeworfen ist. Es zeigt sich dadurch als das geistverlassene und den Geist verleugnende Bewußtsein, denn es erkennt nicht, daß der Geist in der absoluten Gewißheit seiner selbst über alle Tat und Wirklichkeit Meister [ist] und sie abwerfen und ungeschehen machen kann. Zugleich erkennt es nicht den Widerspruch, den es begeht, die Abwertung, die in der Rede geschehen ist, nicht für das wahre Abwerfen gelten zu lassen, während es selbst die Gewißheit seines Geistes nicht in einer wirklichen Handlung, sondern in seinem Innern und dessen Dasein in der Rede seines Urteils hat. Es ist es also selbst, das die Rückkehr des Anderen aus der Tat in das geistige Dasein der Rede und in die Gleichheit des Geistes hemmt und durch diese Härte die Ungleichheit hervorbringt, welche noch vorhanden ist.
However, upon the confession of evil: I am the one, there does not follow this reciprocal confession. Such was not the intent of that judging consciousness; on the contrary! It repudiates this community and is the hardened heart that exists for itself and rejects the continuity with the Other. – Thereby the scene is reversed. The one who confessed sees itself repelled, and the other stands in the wrong by refusing to externalize its inwardness into the existence of speech. The latter opposes the beautiful soul’s purity to evil, and against confession it sets the obstinate rigidity of its unyielding character and the silence through which it retains itself within itself and refuses to cast itself away before another. Here lies the supreme rebellion of the self-certain Spirit; for it beholds itself as this simple self-knowledge in the Other – and indeed in such a way that even the external form of this Other is not an essenceless thing, as in wealth, but rather the thought, the very knowledge itself, which is held against it. It is this absolutely fluid continuity of pure knowledge that refuses to establish communication with it – with it, who in its confession had already renounced isolated being-for-itself and thereby posited itself as sublated particularity and hence as universal through this continuity with the Other. But the Other preserves for itself the non-communicative being-for-itself; in the confessing consciousness, it retains precisely what the latter has already cast off. The Other thereby reveals itself as a consciousness abandoned by Spirit and denying Spirit, for it does not recognize that Spirit, in the absolute certainty of itself, is master over every deed and actuality and can cast them off and make them undone. At the same time, it fails to recognize the contradiction it commits by refusing to regard the abrogation enacted in speech as the true renunciation, while it itself has the certainty of its Spirit not in an actual deed but in its inwardness and the latter’s existence in the speech of judgment. It is thus itself that obstructs the return of the Other from the deed into the spiritual existence of speech and into the equality of Spirit, and through this hardness produces the inequality that still persists.
Insofern nun der seiner selbst gewisse Geist als schöne Seele nicht die Kraft der Entäußerung des an sich haltenden Wissens ihrer selbst besitzt, kann sie nicht zur Gleichheit mit dem zurückgestoßenen Bewußtsein und also nicht zur angeschauten Einheit ihrer selbst im Anderen, nicht zum Dasein gelangen; die Gleichheit kommt daher nur negativ, als ein geistloses Sein, zustande. Die wirklichkeitslose schöne Seele, in dem Widerspruche ihres reinen Selbsts und der Notwendigkeit desselben, sich zum Sein zu entäußern und in Wirklichkeit umzuschlagen, in der Unmittelbarkeit dieses festgehaltenen Gegensatzes – einer Unmittelbarkeit, die allein die Mitte und Versöhnung des auf seine reine Abstraktion gesteigerten Gegensatzes und die reines Sein oder das leere Nichts ist –, ist also, als Bewußtsein dieses Widerspruchs in seiner unversöhnten Unmittelbarkeit, zur Verrücktheit zerrüttet und zerfließt in sehnsüchtiger Schwindsucht. Es gibt damit in der Tat das harte Festhalten seines Fürsichseins auf, bringt aber nur die geistlose Einheit des Seins hervor.
Insofar as the self-certain Spirit, as the beautiful soul, lacks the power to externalize the self-certainty that clings to itself in principle, it cannot attain equality with the repelled consciousness and thus cannot arrive at the intuited unity of itself in the Other, nor at existence. This equality therefore emerges only negatively, as a spiritless being. The beautiful soul devoid of actuality, caught in the contradiction between its pure self and the necessity for this self to externalize itself into being and convert into actuality, held fast in the immediacy of this unresolved opposition – an immediacy that alone constitutes the middle term and reconciliation of the opposition heightened to its pure abstraction, and is pure being or empty nothingness – thus, as consciousness of this contradiction in its unreconciled immediacy, becomes deranged, disintegrates into a morbid yearning, and wastes away in consumption. It thereby in truth relinquishes the hard adherence to its being-for-itself, but only produces the spiritless unity of being.
Die wahre, nämlich die selbstbewußte und daseiende Ausgleichung[491] ist nach ihrer Notwendigkeit schon in dem Vorhergehenden enthalten. Das Brechen des harten Herzens und seine Erhebung zur Allgemeinheit ist dieselbe Bewegung, welche an dem Bewußtsein ausgedrückt war, das sich selbst bekannte. Die Wunden des Geistes heilen, ohne daß Narben bleiben; die Tat ist nicht das Unvergängliche, sondern wird von dem Geiste in sich zurückgenommen, und die Seite der Einzelheit, die an ihr, es sei als Absicht oder als daseiende Negativität und Schranke derselben vorhanden ist, ist das unmittelbar Verschwindende. Das verwirklichende Selbst, die Form seiner Handlung, ist nur ein Moment des Ganzen und ebenso das durch Urteil bestimmende und den Unterschied der einzelnen und allgemeinen Seite des Handelns festsetzende Wissen. Jenes Böse setzt diese Entäußerung seiner oder sich als Moment, hervorgelockt in das bekennende Dasein durch die Anschauung seiner selbst im Anderen. Diesem Anderen aber muß, wie jenem sein einseitiges, nicht anerkanntes Dasein des besonderen Fürsichseins, so ihm sein einseitiges, nicht anerkanntes Urteil brechen; und wie jenes die Macht des Geistes über seine Wirklichkeit darstellt, so dies die Macht über seinen bestimmten Begriff.
The true, that is, the self-conscious and existent reconciliation[491] is already contained in what preceded. The breaking of the hardened heart and its elevation to universality is the same movement that found expression in the consciousness that confessed itself. The wounds of Spirit heal without leaving scars; the deed is not imperishable, but is taken back into Spirit, and the aspect of individuality present in it – whether as intention or as the existent negativity and limitation of the deed – is the immediately vanishing moment. The actualizing self, the form of its action, is only a moment of the whole, as is the knowing that determines through judgment and fixes the distinction between the individual and universal aspects of action. That evil posits this externalization of itself or itself as a moment, drawn into the confessing existence through the intuition of itself in the Other. But just as the former must surrender its one-sided, unrecognized existence of particular being-for-itself, so must the latter surrender its one-sided, unrecognized judgment. And just as the former exhibits the power of Spirit over its actuality, so the latter exhibits the power of Spirit over its determinate concept.
Dieses entsagt aber dem teilenden Gedanken und der Härte des an ihm festhaltenden Fürsichseins darum, weil es in der Tat sich selbst im ersten anschaut. Dies, das seine Wirklichkeit wegwirft und sich zum aufgehobenen Diesen macht, stellt sich dadurch in der Tat als Allgemeines dar; es kehrt aus seiner äußeren Wirklichkeit in sich als Wesen zurück; das allgemeine Bewußtsein erkennt also darin sich selbst. – Die Verzeihung, die es dem ersten widerfahren läßt, ist die Verzichtleistung auf sich, auf sein unwirkliches Wesen, dem es jenes Andere, das wirkliches Handeln war, gleichsetzt und es, das von der Bestimmung, die das Handeln im Gedanken erhielt, Böses genannt wurde, als gut anerkennt oder vielmehr diesen Unterschied des bestimmten Gedankens und sein fürsichseiendes bestimmendes Urteil fahren läßt, wie das Andere das fürsichseiende Bestimmen der Handlung. –[492] Das Wort der Versöhnung ist der daseiende Geist, der das reine Wissen seiner selbst als allgemeinen Wesens in seinem Gegenteile, in dem reinen Wissen seiner als der absolut in sich seienden Einzelheit anschaut, – ein gegenseitiges Anerkennen, welches der absolute Geist ist.
The latter, however, renounces the divisive thought and the hardness of the being-for-itself clinging to it because in truth it already intuits itself in the former. The former, which casts off its actuality and posits itself as a sublated This, thereby presents itself in truth as universal; it returns out of its external reality into itself as essence; the universal consciousness thus recognizes itself therein. – The forgiveness it extends to the former is the renunciation of its own unreal essence, equating it with the Other, which was actual action. It acknowledges as good what was called evil in the thought-determined action – or rather, it relinquishes this distinction of determinate thought and its judging that clings to being-for-itself, just as the Other relinquishes the being-for-itself determination of action. –[492] The word of reconciliation is the existent Spirit, which beholds the pure knowledge of itself as universal essence in its opposite, in the pure knowledge of itself as absolute inward singularity – a mutual recognition that is absolute Spirit.
Er tritt ins Dasein nur auf der Spitze, auf welcher sein reines Wissen von sich selbst der Gegensatz und Wechsel mit sich selbst ist. Wissend, daß sein reines Wissen das abstrakte Wesen ist, ist er diese wissende Pflicht im absoluten Gegensatze gegen das Wissen, das sich als absolute Einzelheit des Selbsts das Wesen zu sein weiß. Jenes ist die reine Kontinuität des Allgemeinen, welches die sich als Wesen wissende Einzelheit als das an sich Nichtige, als das Böse weiß. Dies aber ist die absolute Diskretion, welche sich selbst in ihrem reinen Eins absolut und jenes Allgemeine als das Unwirkliche weiß, das nur für Andere ist. Beide Seiten sind zu dieser Reinheit geläutert, worin kein selbstloses Dasein, kein Negatives des Bewußtseins mehr an ihnen ist, sondern jene Pflicht ist der sich gleichbleibende Charakter seines Sichselbstwissens, und dieses Böse hat ebenso seinen Zweck in seinem Insichsein und seine Wirklichkeit in seiner Rede; der Inhalt dieser Rede ist die Substanz seines Bestehens; sie ist die Versicherung von der Gewißheit des Geistes in sich selbst. – Beide ihrer selbst gewissen Geister haben keinen anderen Zweck als ihr reines Selbst und keine andere Realität und Dasein als eben dieses reine Selbst. Aber sie sind noch verschieden, und die Verschiedenheit ist die absolute, weil sie in diesem Elemente des reinen Begriffs gesetzt ist. Sie ist es auch nicht nur für uns, sondern für die Begriffe selbst, die in diesem Gegensatze stehen. Denn diese Begriffe sind zwar bestimmte gegeneinander, aber zugleich an sich allgemeine, so daß sie den ganzen Umfang des Selbsts ausfüllen und dies Selbst keinen anderen Inhalt als diese seine Bestimmtheit hat, die weder über es hinausgeht noch beschränkter ist als es; denn die eine, das absolut Allgemeine, ist ebenso das reine Sichselbstwissen als das andere, die absolute Diskretion[493] der Einzelheit, und beide sind nur dies reine Sichwissen. Beide Bestimmtheiten sind also die wissenden reinen Begriffe, deren Bestimmtheit selbst unmittelbar Wissen oder deren Verhältnis und Gegensatz das Ich ist. Hierdurch sind sie füreinander diese schlechthin Entgegengesetzten; es ist das vollkommen Innere, das so sich selbst gegenüber und ins Dasein getreten ist; sie machen das reine Wissen aus, das durch diesen Gegensatz als Bewußtsein gesetzt ist. Aber noch ist es nicht Selbstbewußtsein. Diese Verwirklichung hat es in der Bewegung dieses Gegensatzes. Denn dieser Gegensatz ist vielmehr selbst die indiskrete Kontinuität und Gleichheit des Ich = Ich; und jedes für sich eben durch den Widerspruch seiner reinen Allgemeinheit, welche zugleich seiner Gleichheit mit dem Anderen noch widerstrebt und sich davon absondert, hebt an ihm selbst sich auf. Durch diese Entäußerung kehrt dies in seinem Dasein entzweite Wissen in die Einheit des Selbst! zurück; es ist das wirkliche Ich, das allgemeine Sichselbstwissen in seinem absoluten Gegenteile, in dem insichseienden Wissen, das um der Reinheit seines abgesonderten Insichseins [willen] selbst das vollkommen Allgemeine ist. Das versöhnende Ja, worin beide Ich von ihrem entgegengesetzten Dasein ablassen, ist das Dasein des zur Zweiheit ausgedehnten Ichs, das darin sich gleich bleibt und in seiner vollkommenen Entäußerung und Gegenteile die Gewißheit seiner selbst hat; – es ist der erscheinende Gott mitten unter ihnen, die sich als das reine Wissen wissen.[494]
It enters existence only at the apex where its pure knowledge of itself becomes opposition and interchange with itself. Knowing that its pure knowledge is the abstract essence, it is this knowing duty in absolute opposition to the knowledge that posits itself as the singularity of the Self claiming to be essence. The former is the pure continuity of the universal, which knows the self-certain singularity as inherently null, as evil. The latter is absolute discreteness, which knows itself in its pure oneness as absolute and that universal as the unreal, existing only for others. Both sides have attained this purity where no selfless existence or negative of consciousness remains; rather, that duty is the self-identical character of its self-knowing, and this evil has its purpose equally in its being-within-itself and its actuality in speech. The content of this speech is the substance of its being; it is the assurance of spirit’s certainty in itself. – Both spirits certain of themselves have no other purpose than their pure Self and no other actuality and existence than precisely this pure Self. Yet they remain distinct, and this distinction is absolute, for it is posited within the element of the pure Concept. The distinction exists not merely for us but for the Concepts themselves that stand in this opposition. For although these Concepts are determinate opposites, they are also inherently universal, such that they fill the entire scope of the Self, which has no other content than its own determinacy – a determinacy neither transcending nor more limited than itself. For one, the absolutely universal, is pure self-knowing just as the other, the absolute discreteness of singularity, and both are only this pure self-knowing. These two determinacies are thus the knowing pure Concepts whose determinacy is itself immediate knowing, or whose relation and opposition is the I. Through this, they are for one another these absolutely opposed terms: the perfectly inner now confronts itself and enters existence; they constitute pure knowledge, which through this opposition is posited as consciousness. Yet it is not yet self-consciousness. This actualization occurs in the movement of this opposition. For this opposition is itself the indiscrete continuity and equality of I = I. Each, for itself, through the contradiction of its pure universality – which still resists and separates itself from its equality with the other – sublates itself. Through this externalization, this knowledge, divided in its existence, returns into the unity of the Self! It is the actual I, the universal self-knowing in its absolute opposite, in the in-itself existing knowledge that, for the sake of the purity of its isolated being-within-itself, is itself the perfectly universal. The reconciling Yes, in which both I’s release themselves from their opposed existence, is the existence of the I expanded into duality – an I that remains self-identical in its complete externalization and opposition and possesses the certainty of itself. It is the God manifest amidst those who know themselves as pure knowledge.[494]
(CC) Die Religion
(CC) Religion
VII. Die Religion
VII. Religion
In den bisherigen Gestaltungen, die sich im allgemeinen als Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Vernunft und Geist unterscheiden, ist zwar auch die Religion als Bewußtsein des absoluten Wesens überhaupt vorgekommen, – allein vom Standpunkte des Bewußtseins aus, das sich des absoluten Wesens bewußt ist; nicht aber ist das absolute Wesen an und für sich selbst, nicht das Selbstbewußtsein des Geistes in jenen Formen erschienen.
In the previous formations, which are generally distinguished as Consciousness, Self-Consciousness, Reason, and Spirit, religion has indeed appeared as the consciousness of the absolute essence in general – yet from the standpoint of consciousness that is conscious of the absolute essence. However, the absolute essence has not yet appeared in and for itself, nor has the self-consciousness of Spirit manifested itself in those forms.
Schon das Bewußtsein wird, insofern es Verstand ist, Bewußtsein des Übersinnlichen oder Inneren des gegenständlichen Daseins. Aber das Übersinnliche, Ewige, oder wie man es sonst nennen mag, ist selbstlos, es ist nur erst das Allgemeine, das noch weit entfernt ist, der sich als Geist wissende Geist zu sein. – Alsdann war das Selbstbewußtsein, das in der Gestalt des unglücklichen Bewußtseins seine Vollendung hat, nur der sich zur Gegenständlichkeit wieder herausringende, aber sie nicht erreichende Schmerz des Geistes. Die Einheit des einzelnen Selbstbewußtseins und seines unwandelbaren Wesens, zu der jenes sich bringt, bleibt daher ein Jenseits desselben. – Das unmittelbare Dasein der Vernunft, die für uns aus jenem Schmerz hervorging, und ihre eigentümlichen Gestalten haben keine Religion, weil das Selbstbewußtsein derselben sich in der unmittelbaren Gegenwart weiß oder sucht.
Even consciousness, insofar as it is Understanding, becomes consciousness of the supersensible or inner aspect of objective existence. But the supersensible, the eternal, or however else it may be termed, is selfless; it is initially merely the universal, still far removed from being Spirit knowing itself as Spirit. – Subsequently, self-consciousness, which attains its completion in the form of unhappy consciousness, remains the anguish of Spirit struggling to reemerge into objectivity without achieving it. The unity of the singular self-consciousness and its immutable essence, which the former strives to attain, thus remains a Beyond for it. – The immediate existence of Reason, which for us emerged from that anguish, and its distinctive formations have no religion, for the self-consciousness of these formations either knows itself in immediate presence or seeks to do so.
Hingegen in der sittlichen Welt sahen wir eine Religion, und zwar die Religion der Unterwelt; sie ist der Glaube an die furchtbare unbekannte Nacht des Schicksals und an die Eumenide des abgeschiedenen Geistes; – jene die reine Negativität in der Form der Allgemeinheit, diese dieselbe in[495] der Form der Einzelheit. Das absolute Wesen ist in der letzteren Form also zwar das Selbst und gegenwärtiges, wie das Selbst nicht anders ist; allein das einzelne Selbst ist dieser einzelne Schatten, der die Allgemeinheit, welche das Schicksal ist, getrennt von sich hat. Er ist zwar Schatten, aufgehobener Dieser, und somit allgemeines Selbst; aber noch ist jene negative Bedeutung nicht in diese positive umgeschlagen, und daher bedeutet zugleich das aufgehobene Selbst noch unmittelbar diesen Besonderen und Wesenlosen. – Das Schicksal aber ohne das Selbst bleibt die bewußtlose Nacht, die nicht zur Unterscheidung in ihr noch zur Klarheit des Sichselbstwissens kommt.
By contrast, in the ethical world we encountered a religion, namely the religion of the underworld; it is the faith in the terrifying unknown Night of Fate and in the Eumenides of the departed spirit – the former being pure negativity in the form of universality, the latter the same in the form of singularity. In this latter form, the absolute essence is indeed the Self and present, just as the Self is nothing other; however, the singular Self remains this singular shadow, which has universality – Fate – separated from itself. It is indeed a shadow, a sublated This, and thus a universal Self; yet that negative signification has not yet transitioned into this positive one, and consequently the sublated Self still immediately signifies this particular and insubstantial being. – Fate without the Self persists as the unconscious Night that neither attains distinction within itself nor the clarity of self-knowing.
Dieser Glaube an das Nichts der Notwendigkeit und an die Unterwelt wird zum Glauben an den Himmel, weil das abgeschiedene Selbst mit seiner Allgemeinheit sich vereinen, in ihr das, was es enthält, auseinanderschlagen und so sich klar werden muß. Dieses Reich des Glaubens aber sahen wir nur im Elemente des Denkens seinen Inhalt ohne den Begriff entfalten und es darum in seinem Schicksale, nämlich in der Religion der Aufklärung untergehen. In dieser stellt sich das übersinnliche Jenseits des Verstandes wieder her, aber so, daß das Selbstbewußtsein diesseits befriedigt steht und das übersinnliche, das leere, nicht zu erkennende noch zu fürchtende Jenseits weder als Selbst noch als Macht weiß.
This faith in the nothingness of necessity and the underworld transforms into faith in Heaven, for the departed Self must unite with its universality, unfold what it contains within the latter, and thereby become clear to itself. However, we saw this realm of faith develop its content without the Concept solely within the element of thought, and thus perish in its destiny – namely, in the religion of Enlightenment. In the latter, the supersensible Beyond of the Understanding is reinstated, yet in such a manner that self-consciousness remains satisfied on this side, knowing neither the supersensible – that empty, unknowable and unfathomable Beyond – as Self nor as Power.
In der Religion der Moralität ist endlich dies wiederhergestellt, daß das absolute Wesen ein positiver Inhalt ist; aber er ist mit der Negativität der Aufklärung vereinigt. Er ist ein Sein, das ebenso ins Selbst zurückgenommen und darin eingeschlossen bleibt, und ein unterschiedener Inhalt, dessen Teile ebenso unmittelbar negiert, als sie aufgestellt sind. Das Schicksal aber, worin diese widersprechende Bewegung versinkt, ist das seiner als des Schicksals der Wesenheit und Wirklichkeit bewußte Selbst.
In the religion of morality, it is finally restored that the absolute essence is a positive content; yet this content is conjoined with the negativity of Enlightenment. It is a Being that is equally withdrawn into the Self and enclosed within it, and a differentiated content whose parts are negated as immediately as they are posited. The Fate into which this contradictory movement dissolves, however, is the Self that is conscious of itself as the Fate of essence and actuality.
Der sich selbst wissende Geist ist in der Religion unmittelbar sein eigenes reines Selbstbewußtsein. Diejenigen Gestalten desselben, die betrachtet worden – der wahre, der sich entfremdete[496] und der seiner selbst gewisse Geist –, machen zusammen ihn in seinem Bewußtsein aus, das seiner Welt gegenübertretend in ihr sich nicht erkennt. Aber im Gewissen unterwirft er sich wie seine gegenständliche Welt überhaupt, so auch seine Vorstellung und seine bestimmten Begriffe und ist nun bei sich seiendes Selbstbewußtsein. In diesem hat er für sich, als Gegenstand vorgestellt, die Bedeutung, der allgemeine Geist zu sein, der alles Wesen und alle Wirklichkeit in sich enthält, ist aber nicht in der Form freier Wirklichkeit oder der selbständig erscheinenden Natur. Er hat zwar Gestalt oder die Form des Seins, indem er Gegenstand seines Bewußtsein ist; aber weil dieses in der Religion in der wesentlichen Bestimmung, Selbstbewußtsein zu sein, gesetzt ist, ist die Gestalt sich vollkommen durchsichtig; und die Wirklichkeit, die er enthält, ist in ihm eingeschlossen oder in ihm aufgehoben, gerade auf die Weise, wie wenn wir alle Wirklichkeit sprechen; sie ist die gedachte allgemeine Wirklichkeit.
In religion, the self-knowing Spirit is immediately its own pure self-consciousness. Those shapes of Spirit previously considered — the true Spirit, the self-alienated Spirit[496], and the Spirit certain of itself — collectively constitute Spirit in its consciousness, which, confronting its world, does not recognize itself therein. But in conscience, Spirit subjugates both its objective world as such and its representations and determinate concepts, becoming a self-consciousness that is at one with itself. Within this self-consciousness, Spirit as a represented object has the significance of being the universal Spirit that contains all essence and actuality within itself, yet not in the form of free actuality or self-subsistent appearing nature. Though it possesses shape or the form of Being by being the object of its consciousness, because religion is essentially determined as self-consciousness, this shape becomes fully transparent. The actuality it contains is both enclosed within it and sublated, precisely in the manner we speak of all actuality — it is thought universal actuality.
Indem also in der Religion die Bestimmung des eigentlichen Bewußtseins des Geistes nicht die Form des freien Andersseins hat, so ist sein Dasein von seinem Selbstbewußtsein unterschieden, und seine eigentliche Wirklichkeit fällt außer der Religion; es ist wohl ein Geist beider, aber sein Bewußtsein umfaßt nicht beide zumal, und die Religion erscheint als ein Teil des Daseins und Tuns und Treibens, dessen anderer Teil das Leben in seiner wirklichen Welt ist. Wie wir nun es wissen, daß der Geist in seiner Welt und der seiner als Geist bewußte Geist oder der Geist in der Religion dasselbe sind, so besteht die Vollendung der Religion darin, daß beides einander gleich werde, nicht nur, daß seine Wirklichkeit von der Religion befaßt ist, sondern umgekehrt, daß er sich als seiner selbst bewußter Geist wirklich und Gegenstand seines Bewußtseins werde. – Insofern der Geist in der Religion sich ihm selbst vorstellt, ist er zwar Bewußtsein, und die in ihr eingeschlossene Wirklichkeit ist die Gestalt und das Kleid seiner Vorstellung. Der Wirklichkeit widerfährt aber in dieser Vorstellung nicht ihr vollkommenes Recht,[497] nämlich nicht nur Kleid zu sein, sondern selbständiges freies Dasein; und umgekehrt ist sie, weil ihr die Vollendung in ihr selbst mangelt, eine bestimmte Gestalt, die nicht dasjenige erreicht, was sie darstellen soll, nämlich den seiner selbst bewußten Geist. Daß seine Gestalt ihn selbst ausdrückte, müßte sie selbst nichts anderes sein als er und er sich so erschienen oder wirklich sein, wie er in seinem Wesen ist. Dadurch allein würde auch das erreicht, was die Forderung des Gegenteils zu sein scheinen kann, nämlich daß der Gegenstand seines Bewußtseins die Form freier Wirklichkeit zugleich hat; aber nur der Geist, der sich als absoluter Geist Gegenstand ist, ist sich eine ebenso freie Wirklichkeit, als er darin seiner selbst bewußt bleibt.
Since in religion the determination of Spirit’s proper consciousness does not take the form of free otherness, its existence is distinct from its self-consciousness, and its proper actuality lies outside religion. Though there is one Spirit of both, its consciousness does not simultaneously encompass both. Religion appears as one part of existence and activity, the other part being life in its actual world. As we now know, Spirit in its world and Spirit conscious of itself as Spirit — or Spirit in religion — are the same. The consummation of religion thus consists in both becoming equal: not merely that its actuality is comprehended by religion, but conversely, that Spirit as self-conscious Spirit becomes actual and the object of its own consciousness. — To the extent that Spirit represents itself to itself in religion, it is indeed consciousness, and the actuality enclosed within religion is the shape and garment of its representation. However, this actuality does not receive its full due in such representation — it remains not merely a garment but an independent, free existence. Conversely, because this actuality lacks consummation within itself, it is a determinate shape that fails to attain what it ought to manifest: the self-conscious Spirit. For its shape to express Spirit itself, it must be nothing other than Spirit, and Spirit must appear or be actual as it is in its essence. Only thus would what seems the contradictory demand be fulfilled: that the object of its consciousness simultaneously has the form of free actuality. Yet only Spirit that is its own object as absolute Spirit is both a free actuality and self-conscious within it.
Indem zunächst das Selbstbewußtsein und das eigentliche Bewußtsein, die Religion und der Geist in seiner Welt oder das Dasein des Geistes unterschieden wird, so besteht das letztere in dem Ganzen des Geistes, insofern seine Momente als auseinandertretend und jedes für sich sich darstellt. Die Momente aber sind das Bewußtsein, das Selbstbewußtsein, die Vernunft und der Geist, – der Geist nämlich als unmittelbarer Geist, der noch nicht das Bewußtsein des Geistes ist. Ihre zusammengefaßte Totalität macht den Geist in seinem weltlichen Dasein überhaupt aus; der Geist als solcher enthält die bisherigen Gestaltungen in den allgemeinen Bestimmungen, den soeben genannten Momenten. Die Religion setzt den ganzen Ablauf derselben voraus und ist die einfache Totalität oder das absolute Selbst derselben. – Der Verlauf derselben ist übrigens im Verhältnis zur Religion nicht in der Zeit vorzustellen. Der ganze Geist nur ist in der Zeit, und die Gestalten, welche Gestalten des ganzes Geistes als solchen sind, stellen sich in einer Aufeinanderfolge dar; denn nur das Ganze hat eigentliche Wirklichkeit und daher die Form der reinen Freiheit gegen Anderes, die sich als Zeit ausdrückt. Aber die Momente desselben, Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Vernunft und Geist, haben, weil sie Momente sind, kein voneinander verschiedenes Dasein. – Wie der[498] Geist von seinen Momenten unterschieden wurde, so ist noch drittens von diesen Momenten selbst ihre vereinzelte Bestimmung zu unterscheiden. Jedes jener Momente sahen wir nämlich wieder an ihm selbst sich in einem eigenen Verlaufe unterscheiden und verschieden gestalten; wie z.B. am Bewußtsein die sinnliche Gewißheit und die Wahrnehmung sich unterschied. Diese letzteren Seiten treten in der Zeit auseinander und gehören einem besonderen Ganzen an, – Denn der Geist steigt aus seiner Allgemeinheit durch die Bestimmung zur Einzelheit herab. Die Bestimmung oder Mitte ist Bewußtsein, Selbstbewußtsein usf. Die Einzelheit aber machen die Gestalten dieser Momente aus. Diese stellen daher den Geist in seiner Einzelheit oder Wirklichkeit dar und unterscheiden sich in der Zeit, so jedoch, daß die folgende die vorhergehenden an ihr behält.
Insofar as self-consciousness and proper consciousness — religion and the Spirit in its world or the existence of Spirit — are initially distinguished, the latter consists in the totality of Spirit insofar as its moments present themselves as diverging and each existing for itself. These moments are consciousness, self-consciousness, Reason, and Spirit — the latter here being immediate Spirit not yet conscious of itself as Spirit. Their comprehended totality constitutes Spirit in its worldly existence generally. Spirit as such contains the previous configurations within the universal determinations of the moments just named. Religion presupposes the entire trajectory of these moments and is their simple totality or absolute Self. — Moreover, this trajectory is not to be represented temporally in relation to religion. Only the whole Spirit exists in time, and the shapes that are shapes of the whole Spirit as such present themselves in succession. For only the whole has genuine actuality and thus the form of pure freedom toward otherness, which expresses itself as time. Yet the moments of Spirit — consciousness, self-consciousness, Reason, and Spirit — as moments, have no distinct existence from one another. — Just as Spirit was distinguished from its moments, so thirdly must their isolated determinations be distinguished from these moments themselves. Each of those moments, we saw, differentiates itself in its own course and assumes diverse configurations — as, for instance, sense-certainty and perception distinguish themselves within consciousness. These latter aspects fall apart in time and belong to a particular whole. For Spirit descends from its universality through determination into singularity. The determination or midpoint is consciousness, self-consciousness, etc. The singularity, however, comprises the shapes of these moments. These thus present Spirit in its singularity or actuality, differentiated in time but in such a way that each subsequent shape retains the preceding ones within itself.
Wenn daher die Religion die Vollendung des Geistes ist, worin die einzelnen Momente desselben, Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Vernunft und Geist, als in ihren Grund zurückgehen und zurückgegangen sind, so machen sie zusammen die daseiende Wirklichkeit des ganzen Geistes aus, welcher nur ist als die unterscheidende und in sich zurückgehende Bewegung dieser seiner Seiten. Das Werden der Religion überhaupt ist in der Bewegung der allgemeinen Momente enthalten. Indem aber jedes dieser Attribute, wie es nicht nur im allgemeinen sich bestimmt, sondern wie es an und für sich ist, d. h. wie es in sich selbst sich als Ganzes verläuft, dargestellt wurde, so ist damit auch nicht nur das Werden der Religion überhaupt entstanden, sondern jene vollständigen Verläufe der einzelnen Seiten enthalten zugleich die Bestimmtheiten der Religion selbst. Der ganze Geist, der Geist der Religion, ist wieder die Bewegung, aus seiner Unmittelbarkeit zum Wissen dessen zu gelangen, was er an sich oder unmittelbar ist, und es zu erreichen, daß die Gestalt, in welcher er für sein Bewußtsein erscheint, seinem Wesen vollkommen gleiche und er sich anschaue, wie er ist. – In diesem Werden ist er also selbst in bestimmten Gestalten,[499] welche die Unterschiede dieser Bewegung ausmachen; zugleich hat damit die bestimmte Religion ebenso einen bestimmten wirklichen Geist. Wenn also dem sich wissenden Geiste überhaupt Bewußtsein, Selbstbewußtsein, Vernunft und Geist angehören, so gehören den bestimmten Gestalten des sich wissenden Geistes die bestimmten Formen an, welche sich innerhalb des Bewußtseins, Selbstbewußtseins, der Vernunft und des Geistes an jedem besonders entwickelten. Die bestimmte Gestalt der Religion greift für ihren wirklichen Geist aus den Gestalten eines jeden seiner Momente diejenige heraus, welche ihr entspricht. Die eine Bestimmtheit der Religion greift durch alle Selten ihres wirklichen Daseins hindurch und drückt ihnen dies gemeinschaftliche Gepräge auf.
If religion is the completion of Spirit wherein its individual moments – consciousness, self-consciousness, reason, and spirit – retreat into their ground and have retreated, they together constitute the existent reality of the whole Spirit, which is only as the differentiating and inwardly retreating movement of these its aspects. The genesis of religion in general is contained within the movement of the universal moments. However, since each of these attributes – not merely as it determines itself in general, but as it is in and for itself, i.e., as it unfolds itself as a whole within itself – has been presented, this genesis is not only that of religion in general, but those complete developments of the individual aspects simultaneously contain the determinacies of religion itself. The whole Spirit, the Spirit of religion, is again the movement of progressing from its immediacy to knowing what it is in itself or immediately, and of attaining that the shape in which it appears for its consciousness becomes perfectly equal to its essence, and it intuits itself as it is. – In this genesis, it is therefore itself in determinate shapes that constitute the differences of this movement; at the same time, the determinate religion thereby equally has a determinate actual Spirit. Thus, just as the self-knowing Spirit in general includes consciousness, self-consciousness, reason, and spirit, so the determinate shapes of the self-knowing Spirit include the determinate forms that develop within each of these moments – consciousness, self-consciousness, reason, and spirit. The determinate shape of religion selects for its actual Spirit from the shapes of each of its moments those corresponding to it. The one determinacy of religion permeates all aspects of its actual existence and stamps them with this common character.
Auf diese Weise ordnen sich nun die Gestalten, die bis hierher auftraten, anders, als sie in ihrer Reihe erschienen, worüber vorher noch das Nötige kurz zu bemerken ist. – In der betrachteten Reihe bildete sich jedes Moment, sich in sich vertiefend, zu einem Ganzen in seinem eigentümlichen Prinzip aus; und das Erkennen war die Tiefe oder der Geist, worin sie, die für sich kein Bestehen haben, ihre Substanz hatten. Diese Substanz ist aber nunmehr herausgetreten; sie ist die Tiefe des seiner selbst gewissen Geistes, welche es dem einzelnen Prinzip nicht gestattet, sich zu isolieren und in sich selbst zum Ganzen zu machen, sondern diese Momente alle in sich versammelnd und zusammenhaltend schreitet sie in diesem gesamten Reichtum ihres wirklichen Geistes fort, und alle seine besonderen Momente nehmen und empfangen gemeinschaftlich die gleiche Bestimmtheit des Ganzen in sich. – Dieser seiner selbst gewisse Geist und seine Bewegung ist ihre wahrhafte Wirklichkeit und das Anundfürsichsein, das jedem Einzelnen zukommt. – Wenn also die bisherige eine Reihe in ihrem Fortschreiten durch Knoten die Rückgänge in ihr bezeichnete, aber aus ihnen sich wieder in eine Länge fortsetzte, so ist sie nunmehr gleichsam an diesen Knoten, den allgemeinen Momenten, gebrochen[500] und in viele Linien zerfallen, welche, in einen Bund zusammengefaßt, sich zugleich symmetrisch vereinen, so daß die gleichen Unterschiede, in welche jede besondere innerhalb ihrer sich gestaltete, zusammentreffen. – Es erhellt übrigens aus der ganzen Darstellung von selbst, wie diese hier vorgestellte Beiordnung der allgemeinen Richtungen zu verstehen ist, daß es überflüssig wird, die Bemerkung zu machen, daß diese Unterschiede wesentlich nur als Momente des Werdens, nicht als Teile zu fassen sind; an dem wirklichen Geiste sind sie Attribute seiner Substanz, an der Religion aber vielmehr nur Prädikate des Subjekts. – Ebenso sind an sich oder für uns wohl alle Formen überhaupt im Geiste und in jedem enthalten; aber es kommt bei seiner Wirklichkeit überhaupt allein darauf an, welche Bestimmtheit für ihn in seinem Bewußtsein ist, in welcher er sein Selbst ausgedrückt oder in welcher Gestalt er sein Wesen weiß.
In this way, the shapes that have appeared up to this point now arrange themselves differently than in their original sequence – a point requiring brief preliminary remark. – In the sequence considered, each moment, deepening itself within itself, developed into a whole under its particular principle; and cognition was the depth or Spirit wherein these moments, having no subsistence for themselves, found their substance. But this substance has now emerged; it is the depth of the self-certain Spirit, which permits no single principle to isolate itself and become a whole within itself but, gathering and holding together all these moments, advances through the entire wealth of its actual Spirit. All its particular moments adopt and receive into themselves the identical determinacy of the whole. – This self-certain Spirit and its movement are their true actuality and the being-in-and-for-itself belonging to each individual. – If the previous single sequence, in its progression through nodal points, marked regressions within itself but extended itself again into one linear continuity, it is now as if fractured at these nodes, the universal moments, and splintered into multiple lines which, bound into one bundle, simultaneously unite symmetrically, so that the same differences into which each particular moment formed itself within its sphere coincide. – Moreover, it is self-evident from the entire presentation how this here-proposed coordination of the universal directions is to be understood, rendering superfluous the remark that these differences are essentially to be grasped only as moments of becoming, not as parts. In the actual Spirit, they are attributes of its substance; in religion, however, they are rather predicates of the subject. – Similarly, in themselves or for us, all forms are indeed present in Spirit and in each moment; but regarding its actuality in general, everything depends on which determinacy is present in its consciousness – in which determinacy it has expressed its Self or in which shape it knows its essence.
Der Unterschied, der zwischen dem wirklichen Geiste und ihm, der sich als Geist weiß, oder zwischen sich selbst als Bewußtsein und als Selbstbewußtsein gemacht wurde, ist in dem Geiste aufgehoben, der sich nach seiner Wahrheit weiß; sein Bewußtsein und sein Selbstbewußtsein sind ausgeglichen. Wie aber hier die Religion erst unmittelbar ist, ist dieser Unterschied noch nicht in den Geist zurückgegangen. Es ist nur der Begriff der Religion gesetzt; in diesem ist das Wesen das Selbstbewußtsein, das sich alle Wahrheit ist und in dieser alle Wirklichkeit enthält. Dieses Selbstbewußtsein hat als Bewußtsein sich zum Gegenstande; der erst sich unmittelbar wissende Geist ist sich also Geist in der Form der Unmittelbarkeit, und die Bestimmtheit der Gestalt, worin er sich erscheint, ist die des Seins. Dies Sein ist zwar weder mit der Empfindung oder dem mannigfaltigen Stoffe noch mit sonstigen einseitigen Momenten, Zwecken und Bestimmungen erfüllt, sondern mit dem Geiste und wird von sich als alle Wahrheit und Wirklichkeit gewußt. Diese Erfüllung ist auf diese Weise ihrer Gestalt, er als Wesen seinem Bewußtsein nicht gleich. Er ist erst als absoluter Geist wirklich, indem er,[501] wie er in der Gewißheit seiner selbst, sich auch in seiner Wahrheit ist, oder die Extreme, in die er sich als Bewußtsein teilt, in Geistsgestalt füreinander sind. Die Gestaltung, welche der Geist als Gegenstand seines Bewußtseins annimmt, bleibt von der Gewißheit des Geistes als von der Substanz erfüllt; durch diesen Inhalt verschwindet dies, daß der Gegenstand zur reinen Gegenständlichkeit, zur Form der Negativität des Selbstbewußtseins herabsänke. Die unmittelbare Einheit des Geistes mit sich selbst ist die Grundlage oder reines Bewußtsein, innerhalb dessen das Bewußtsein auseinandertritt. Auf diese Weise in sein reines Selbstbewußtsein eingeschlossen, existiert er in der Religion nicht als der Schöpfer einer Natur überhaupt; sondern was er in dieser Bewegung hervorbringt, sind seine Gestalten als Geister, die zusammen die Vollständigkeit seiner Erscheinung ausmachen, und diese Bewegung selbst ist das Werden seiner vollkommenen Wirklichkeit durch die einzelnen Selten derselben oder seine unvollkommenen Wirklichkeiten.
The distinction made between the actual Spirit and Spirit knowing itself as Spirit – between itself as consciousness and as self-consciousness – is sublated in Spirit that knows itself according to its truth; its consciousness and self-consciousness are equilibrated. Yet since religion here is still immediate, this distinction has not yet retreated into Spirit. Only the Concept of religion is posited; in this Concept, the essence is self-consciousness, which knows itself as all truth and contains all actuality within it. This self-consciousness has itself as object in the form of consciousness; thus, Spirit that initially knows itself immediately is Spirit in the form of immediacy, and the determinacy of the shape in which it appears is that of being. This being, though neither filled with sensation nor with manifold material nor with other one-sided moments, purposes, or determinations, is filled with Spirit and knows itself as all truth and actuality. Yet this fulfillment thereby renders the shape unequal to it as essence for its consciousness. Spirit becomes actual as absolute Spirit only when it exists in its self-certainty as well as in its truth – when the extremes into which it divides itself as consciousness exist for each other in spiritual shape. The configuration Spirit adopts as the object of its consciousness remains filled by the certainty of Spirit as its substance; through this content, the possibility that the object might sink into pure objectivity – into the form of the negativity of self-consciousness – vanishes. The immediate unity of Spirit with itself is the foundation or pure consciousness within which consciousness bifurcates. Enclosed thus within its pure self-consciousness, Spirit in religion does not exist as the creator of a nature in general; rather, what it produces in this movement are its shapes as spirits, which together constitute the completeness of its manifestation. This movement itself is the genesis of its perfect actuality through the individual aspects thereof – or its imperfect actualities.
Die erste Wirklichkeit desselben ist der Begriff der Religion selbst oder sie als unmittelbare und also natürliche Religion; in ihr weiß der Geist sich als seinen Gegenstand in natürlicher oder unmittelbarer Gestalt. Die zweite aber ist notwendig diese, sich in der Gestalt der aufgehobenen Natürlichkeit oder des Selbsts zu wissen. Sie ist also die künstliche Religion, denn zur Form des Selbsts erhebt sich die Gestalt durch das Hervorbringen des Bewußtseins, wodurch dieses in seinem Gegenstande sein Tun oder das Selbst anschaut. Die dritte endlich hebt die Einseitigkeit der beiden ersten auf; das Selbst ist ebensowohl ein unmittelbares, als die Unmittelbarkeit Selbst ist. Wenn in der ersten der Geist überhaupt in der Form des Bewußtseins, in der zweiten des Selbstbewußtseins ist, so ist er in der dritten in der Form der Einheit beider; er hat die Gestalt des Anundfürsichseins; und indem er also vorgestellt ist, wie er an und für sich ist, so ist dies die offenbare Religion. Ob er aber in ihr wohl zu seiner wahren Gestalt gelangt, so ist eben die Gestalt selbst[502] und die Vorstellung noch die unüberwundene Seite, von der er in den Begriff übergehen muß, um die Form der Gegenständlichkeit in ihm ganz aufzulösen, in ihm, der ebenso dies sein Gegenteil in sich schließt. Alsdann hat der Geist den Begriff seiner selbst erfaßt, wie wir nur erst ihn erfaßt haben, und seine Gestalt oder das Element seines Daseins, indem sie der Begriff ist, ist er selbst.[503]
The first actuality of Spirit in religion is its immediate and hence natural religion, wherein Spirit knows itself as its object in natural or immediate form. The second necessarily entails knowing itself in the form of sublated naturality or as the Self. This is thus artificial religion, for the form of the Self is elevated through the productive activity of consciousness, whereby consciousness intuits its own activity or the Self in its object. The third finally sublates the one-sidedness of the first two: the Self is equally an immediate, just as immediacy itself is the Self. If in the first stage Spirit is in the form of consciousness, in the second of self-consciousness, then in the third it is in the unity of both: it has the form of being-in-and-for-itself. And since it is here represented as it is in and for itself, this is the revealed religion. Yet although Spirit here attains its true shape, the shape itself and representation remain the unresolved aspect from which it must transition into the Concept to dissolve the form of objectivity entirely within it—the Concept that equally contains its opposite within itself. Only then has Spirit grasped its own Concept as we have just grasped it, and its shape or the element of its existence, being the Concept, is Spirit itself.[503]
A. Die natürliche Religion
A. Natural Religion
Der den Geist wissende Geist ist Bewußtsein seiner selbst und ist sich in der Form des Gegenständlichen; er ist – und ist zugleich das Fürsichsein. Er ist für sich, er ist die Seite des Selbstbewußtseins, und zwar gegen die Seite seines Bewußtseins oder des sich auf sich als Gegenstand Beziehens. In seinem Bewußtsein ist die Entgegensetzung und hierdurch die Bestimmtheit der Gestalt, in welcher er sich erscheint und weiß. Um diese ist es in dieser Betrachtung der Religion allein zu tun, denn sein ungestaltetes Wesen oder sein reiner Begriff hat sich schon ergeben. Der Unterschied des Bewußtseins und Selbstbewußtseins fällt aber zugleich innerhalb des letzteren; die Gestalt der Religion enthält nicht das Dasein des Geistes, wie er vom Gedanken freie Natur noch wie er vom Dasein freier Gedanke ist; sondern sie ist das im Denken erhaltene Dasein, so wie ein Gedachtes, das sich da ist. – Nach der Bestimmtheit dieser Gestalt, in welcher der Geist sich weiß, unterscheidet sich eine Religion von einer anderen; allein es ist zugleich zu bemerken, daß die Darstellung dieses seines Wissens von sich nach dieser einzelnen Bestimmtheit in der Tat nicht das Ganze einer wirklichen Religion erschöpft. Die Reihe der verschiedenen Religionen, die sich ergeben werden, stellt ebensosehr wieder nur die verschiedenen Seiten einer einzigen, und zwar jeder einzelnen dar, und die Vorstellungen, welche eine wirkliche Religion vor einer anderen auszuzeichnen scheinen, kommen in[503] jeder vor. Allein zugleich muß die Verschiedenheit auch als eine Verschiedenheit der Religion betrachtet werden. Denn indem der Geist sich im Unterschiede seines Bewußtseins und seines Selbstbewußtseins befindet, so hat die Bewegung das Ziel, diesen Hauptunterschied aufzuheben und der Gestalt, die Gegenstand des Bewußtseins ist, die Form des Selbstbewußtseins zu geben. Dieser Unterschied ist aber nicht dadurch schon aufgehoben, daß die Gestalten, die jenes enthält, auch das Moment des Selbsts an ihnen haben und der Gott als Selbstbewußtsein vorgestellt wird. Das vorgestellte Selbst ist nicht das wirkliche, daß es, wie jede andere nähere Bestimmung der Gestalt, dieser in Wahrheit angehöre, muß es teils durch das Tun des Selbstbewußtseins in sie gesetzt werden, teils muß die niedrige Bestimmung von der höheren aufgehoben und begriffen zu sein sich zeigen. Denn das Vorgestellte hört nur dadurch auf, Vorgestelltes und seinem Wissen fremd zu sein, daß das Selbst es hervorgebracht hat und also die Bestimmung des Gegenstandes als die seinige, somit sich in ihm anschaut, – Durch diese Tätigkeit ist die niedrigere Bestimmung zugleich verschwunden; denn das Tun ist das negative, das sich auf Kosten eines anderen ausführt; insofern sie auch noch vorkommt, so ist sie in die Unwesentlichkeit zurückgetreten; so wie dagegen, wo die niedrigere noch herrschend ist, die höhere aber auch vorkommt, die eine selbstlos neben der anderen Platz hat. Wenn daher die verschiedenen Vorstellungen innerhalb einer einzelnen Religion zwar die ganze Bewegung ihrer Formen darstellen, so ist der Charakter einer jeden durch die besondere Einheit des Bewußtseins und des Selbstbewußtseins bestimmt, d. i. dadurch, daß das letztere die Bestimmung des Gegenstandes des ersteren in sich gefaßt, sie durch sein Tun sich vollkommen angeeignet [hat] und sie als die wesentliche gegen die anderen weiß, – Die Wahrheit des Glaubens an eine Bestimmung des religiösen Geistes zeigt sich darin, daß der wirkliche Geist so beschaffen ist wie die Gestalt, in der er sich in der Religion anschaut, – wie z.B.[504] die Menschwerdung Gottes, die in der morgenländischen Religion vorkommt, keine Wahrheit hat, weil ihr wirklicher Geist ohne diese Versöhnung ist. – Hierher gehört es nicht, von der Totalität der Bestimmungen zu der einzelnen zurückzukehren und zu zeigen, in welcher Gestalt innerhalb ihrer und ihrer besonderen Religion die Vollständigkeit der übrigen enthalten ist. Die höhere Form unter eine niedrigere zurückgestellt entbehrt ihrer Bedeutung für den selbstbewußten Geist, gehört ihm nur oberflächlich und seiner Vorstellung an. Sie ist in ihrer eigentümlichen Bedeutung und da zu betrachten, wo sie Prinzip dieser besonderen Religion und durch ihren wirklichen Geist bewährt ist.[505]
Spirit that knows itself as Spirit is consciousness of itself and exists as object in the form of objectivity. It is—and is simultaneously being-for-itself. It is for itself, the aspect of self-consciousness, counterposed to the aspect of its consciousness or its relating to itself as object. In its consciousness lies the opposition and thereby the determinacy of the shape in which it appears and knows itself. Our concern here, in this examination of religion, is solely with this determinacy, for Spirit’s unshaped essence or pure Concept has already emerged. Yet the distinction between consciousness and self-consciousness also falls within the latter. The religious shape does not contain Spirit’s existence as free nature liberated from thought, nor as free thought liberated from existence. Rather, it is existence preserved in thought, a thought that is self-manifesting. —The determinacy of this shape, in which Spirit knows itself, differentiates one religion from another. However, it must also be noted that presenting this self-knowledge through singular determinacy does not, in fact, exhaust the totality of an actual religion. The series of distinct religions that will emerge equally displays only the diverse aspects of a single religion—and indeed, of each individual religion. The representations that seemingly distinguish one actual religion from another appear within[503] every religion. Yet simultaneously, the diversity must also be regarded as a diversity of religions. For since Spirit finds itself in the difference between its consciousness and self-consciousness, the movement aims to sublate this primary distinction and to bestow upon the shape that is the object of consciousness the form of self-consciousness. This difference, however, is not yet sublated merely because the shapes contained in that object also bear the moment of the Self or because God is represented as self-consciousness. The represented Self is not the actual Self. For any specific determination of the shape to truly belong to it, it must be posited within the shape partly through the activity of self-consciousness, and partly the lower determination must show itself as sublated and comprehended by the higher. For the represented ceases to be merely represented and alien to knowledge only when the Self has produced it, thereby recognizing the determination of the object as its own and intuiting itself within it. —Through this activity, the lower determination simultaneously vanishes; for activity is the negative that executes itself at the expense of another. To the extent that the lower still appears, it has receded into unessentiality. Conversely, where the lower still dominates, the higher may also appear but exists selflessly alongside it. Therefore, while the diverse representations within a single religion indeed present the complete movement of its forms, the character of each religion is determined by the particular unity of consciousness and self-consciousness—i.e., by the latter having internalized the determination of the former’s object, having fully appropriated it through its activity, and knowing it as essential against others. —The truth of faith in a determination of religious Spirit is revealed when the actual Spirit corresponds to the shape in which it intuits itself in religion. For example,[504] the incarnation of God, which occurs in Oriental religion, lacks truth because its actual Spirit exists without this reconciliation. —It is not our task here to return from the totality of determinations to the singular and to show in what form the completeness of others is contained within it and its particular religion. A higher form subsumed under a lower loses its significance for self-conscious Spirit, belonging to it only superficially and to its representation. It must be considered in its proper significance where it is the principle of this particular religion and validated by its actual Spirit.[505]
a. Das Lichtwesen
a. The Luminous Essence
Der Geist, als das Wesen, welches Selbstbewußtsein ist – oder das selbstbewußte Wesen, welches alle Wahrheit ist und alle Wirklichkeit als sich selbst weiß –, ist gegen die Realität, die er in der Bewegung seines Bewußtseins sich gibt, nur erst sein Begriff; und dieser Begriff ist gegen den Tag dieser Entfaltung die Nacht seines Wesens, gegen das Dasein seiner Momente als selbständiger Gestalten das schöpferische Geheimnis seiner Geburt. Dies Geheimnis hat in sich selbst seine Offenbarung; denn das Dasein hat in diesem Begriffe seine Notwendigkeit, weil er der sich wissende Geist ist, also in seinem Wesen das Moment hat, Bewußtsein zu sein und sich gegenständlich vorzustellen. – Es ist das reine Ich, das in seiner Entäußerung, in sich als allgemeinem Gegenstande die Gewißheit seiner selbst hat, oder dieser Gegenstand ist für es die Durchdringung alles Denkens und aller Wirklichkeit.
Spirit, as the essence that is self-consciousness — or the self-conscious essence that is all truth and knows all actuality as itself — is, in contrast to the reality it gives itself through the movement of its consciousness, only its Concept. This Concept, compared to the daylight of its unfolding, is the night of its essence; compared to the existence of its moments as independent shapes, it is the creative mystery of its birth. This mystery contains its revelation within itself, for existence has its necessity in this Concept because it is self-knowing Spirit, thus inherently containing the moment of consciousness and objective self-representation. — It is the pure I that, in its externalization, finds the certainty of itself as the universal object, an object that for it is the interpenetration of all thought and all actuality.
In der unmittelbaren ersten Entzweiung des sich wissenden absoluten Geistes hat seine Gestalt diejenige Bestimmung, welche dem unmittelbaren Bewußtsein oder der sinnlichen Gewißheit zukommt. Er schaut sich in der Form des Seins an, jedoch nicht des geistlosen, mit zufälligen Bestimmungen[505] der Empfindung erfüllten Seins, das der sinnlichen Gewißheit angehört, sondern es ist das mit dem Geiste erfüllte Sein. Es schließt ebenso die Form in sich, welche an dem unmittelbaren Selbstbewußtsein vorkam, die Form des Herrn gegen das von seinem Gegenstande zurücktretende Selbstbewußtsein des Geistes. – Dies mit dem Begriffe des Geistes erfüllte Sein ist also die Gestalt der einfachen Beziehung des Geistes auf sich selbst oder die Gestalt der Gestaltlosigkeit. Sie ist vermöge dieser Bestimmung das reine, alles enthaltende und erfüllende Lichtwesen des Aufgangs, das – sich in seiner formlosen Substantialität erhält. Sein Anderssein ist das ebenso einfache Negative, die Finsternis; die Bewegungen seiner eigenen Entäußerung, seine Schöpfungen in dem widerstandslosen Elemente seines Andersseins sind Lichtgüsse; sie sind in ihrer Einfachheit zugleich sein Fürsichwerden und Rückkehr aus seinem Dasein, die Gestaltung verzehrende Feuerströme. Der Unterschied, den es sich gibt, wuchert zwar in der Substanz des Daseins fort und gestaltet sich zu den Formen der Natur; aber die wesentliche Einfachheit seines Denkens schweift bestandlos und unverständig in ihnen umher, erweitert ihre Grenzen zum Maßlosen und löst ihre zur Pracht gesteigerte Schönheit in ihrer Erhabenheit auf.
In the immediate first bifurcation of self-knowing absolute Spirit, its shape bears the determination proper to immediate consciousness or sensory certainty. It intuits itself in the form of Being, yet not the spiritless Being filled with contingent determinations of sensation that belongs to sensory certainty, but Being infused with Spirit. It equally contains the form that appears in immediate self-consciousness — the form of the Lord opposed to the self-consciousness of Spirit that withdraws from its object. — This Being, filled with the Concept of Spirit, is thus the shape of Spirit’s simple self-relation, the shape of shapelessness. By this determination, it is the pure, all-containing and all-fulfilling luminous essence of dawn, which — preserving itself in its formless substantiality — casts its simplicity into the infinity of forms. Its otherness is the equally simple negative: darkness. The movements of its self-externalization, its creations in the unresisting element of its otherness, are effusions of light; in their simplicity, they are at once its becoming-for-itself and its return from existence — fiery streams that consume all figuration. The difference it gives itself proliferates in the substance of existence and configures itself into the forms of nature, but the essential simplicity of its thought wanders unintelligibly and restlessly among them, expands their boundaries into boundlessness, and dissolves their magnificently heightened beauty into sublimity.
Der Inhalt, den dies reine Sein entwickelt, oder sein Wahrnehmen ist daher ein wesenloses Beiherspielen an dieser Substanz, die nur aufgeht, ohne in sich niederzugehen, Subjekt zu werden und durch das Selbst ihre Unterschiede zu befestigen. Ihre Bestimmungen sind nur Attribute, die nicht zur Selbständigkeit gedeihen, sondern nur Namen des vielnamigen Einen bleiben. Dieses ist mit den mannigfachen Kräften des Daseins und den Gestalten der Wirklichkeit als mit einem selbstlosen Schmucke angekleidet; sie sind nur eigenen Willens entbehrende Boten seiner Macht, Anschauungen seiner Herrlichkeit und Stimmen seines Preises. Dies taumelnde Leben aber muß sich zum Fürsichsein bestimmen und seinen verschwindenden Gestalten Bestehen[506] geben. Das unmittelbare Sein, in welchem es sich seinem Bewußtsein gegenüberstellt, ist selbst die negative Macht, die seine Unterschiede auflöst. Es ist also in Wahrheit das Selbst; und der Geist geht darum dazu über, sich in der Form des Selbsts zu wissen. Das reine Licht wirft seine Einfachheit als eine Unendlichkeit von Formen auseinander und gibt sich dem Fürsichsein zum Opfer dar, daß das Einzelne sich das Bestehen an seiner Substanz nehme.[507]
The content developed by this pure Being, or its perception, is thus an insubstantial play upon this substance, which only rises without descending into itself to become subject and fix its differences through the Self. Its determinations remain attributes that never attain self-sufficiency but linger as names of the many-named One. This One is adorned with the manifold forces of existence and the shapes of actuality as with selfless ornaments — mere heralds of its power, lacking their own will, visions of its glory, and voices of its praise. Yet this reeling life must determine itself into being-for-itself and grant permanence to its vanishing shapes. The immediate Being through which it confronts its consciousness is itself the negative power dissolving its differences. Hence, it is in truth the Self, and Spirit thus transitions to knowing itself in the form of the Self. The pure light scatters its simplicity into an infinity of forms and offers itself as a sacrifice to being-for-itself, so that the singular may take permanence from its substance.
b. Die Pflanze und das Tier
b. The Plant and the Animal
Der selbstbewußte Geist, der aus dem gestaltlosen Wesen in sich gegangen oder seine Unmittelbarkeit zum Selbst überhaupt erhoben, bestimmt seine Einfachheit als eine Mannigfaltigkeit des Fürsichseins und ist die Religion der geistigen Wahrnehmung, worin er in die zahllose Vielheit schwächerer und kräftigerer, reicherer und ärmerer Geister zerfällt. Dieser Pantheismus, zunächst das ruhige Bestehen dieser Geisteratome, wird zur feindseligen Bewegung in sich selbst. Die Unschuld der Blumenreligion, die nur selbstlose Vorstellung des Selbsts ist, geht in den Ernst des kämpfenden Lebens, in die Schuld der Tierreligion, die Ruhe und Ohnmacht der anschauenden Individualität in das zerstörende Fürsichsein über. – Es hilft nichts, den Dingen der Wahrnehmung den Tod der Abstraktion genommen und sie zu Wesen geistiger Wahrnehmung erhoben zu haben; die Beseelung dieses Geisterreichs hat ihn durch die Bestimmtheit und die Negativität an ihr, die über die unschuldige Gleichgültigkeit derselben übergreift. Durch sie wird die Zerstreuung in die Mannigfaltigkeit der ruhigen Pflanzengestalten eine feindselige Bewegung, worin sich der Haß ihres Fürsichseins aufreibt. – Das wirkliche Selbstbewußtsein dieses zerstreuten Geistes ist eine Menge vereinzelter ungeselliger Völkergeister, die in ihrem Hasse sich auf den Tod bekämpfen und bestimmter Tiergestalten als ihres Wesens sich bewußt werden, denn sie sind nichts anderes als Tiergeister,[507] sich absondernde, ihrer ohne Allgemeinheit bewußte Tierleben.
Self-conscious Spirit, having withdrawn from the formless essence into itself or elevated its immediacy to the Self as such, determines its simplicity into a multiplicity of being-for-itself and becomes the religion of spiritual perception, wherein it disintegrates into the countless multitude of weaker and stronger, richer and poorer spirits. This pantheism, initially the quiescent persistence of these spiritual atoms, turns into a hostile movement within itself. The innocence of the religion of flowers, which is merely the selfless representation of the Self, transitions into the earnestness of struggling life, into the guilt of the animal religion, as the tranquility and impotence of intuitive individuality transforms into destructive being-for-itself. — It avails nothing to have stripped the things of perception of the death of abstraction and elevated them to essences of spiritual perception; the ensoulment of this realm of spirits is tainted by the determinacy and negativity within it, which overpowers their innocent indifference. Through this, their dispersal into the multiplicity of tranquil plant-forms becomes a hostile movement in which the hatred of their being-for-itself consumes itself. — The actual self-consciousness of this scattered Spirit is a multitude of isolated, unsociable folk-spirits locked in mortal combat, aware of themselves as determinate animal shapes, for they are nothing but animal spirits — segregated animal lives conscious of themselves without universality.
In diesem Hasse reibt sich aber die Bestimmtheit des rein negativen Fürsichseins auf, und durch diese Bewegung des Begriffs tritt der Geist in eine andere Gestalt. Das aufgehobene Fürsichsein ist die Form des Gegenstandes, die durch das Selbst hervorgebracht oder die vielmehr das hervorgebrachte, sich aufreibende, d.h. zum Dinge werdende Selbst ist. Über die nur zerreißenden Tiergeister behält daher der Arbeitende die Oberhand, dessen Tun nicht nur negativ, sondern beruhigt und positiv ist. Das Bewußtsein des Geistes ist also nunmehr die Bewegung, die über das unmittelbare Ansichsein wie über das abstrakte Fürsichsein hinaus ist. Indem das Ansich zu einer Bestimmtheit durch den Gegensatz herabgesetzt ist, ist es nicht mehr die eigene Form des absoluten Geistes, sondern eine Wirklichkeit, die sein Bewußtsein sich entgegengesetzt als das gemeine Dasein vorfindet, sie aufhebt und ebenso nicht nur dies aufhebende Fürsichsein ist, sondern auch seine Vorstellung, das zur Form eines Gegenstandes herausgesetzte Fürsichsein, hervorbringt. Dies Hervorbringen ist jedoch noch nicht das vollkommene, sondern eine bedingte Tätigkeit und das Formieren eines Vorhandenen.[508]
In this hatred, however, the determinacy of purely negative being-for-itself is consumed, and through this movement of the Concept, Spirit enters another shape. Sublated being-for-itself is the form of the object produced by the Self – or rather, it is the Self that has been produced, self-consuming, i.e., becoming a Thing. The laboring consciousness thus gains ascendancy over the merely disruptive animal spirits, for its activity is not only negative but calm and positive. The consciousness of Spirit is now the movement that transcends both immediate being-in-itself and abstract being-for-itself. Since being-in-itself is reduced to a determinacy through opposition, it is no longer the proper form of absolute Spirit but a reality that consciousness encounters as mundane existence, sublates it, and is likewise not merely this negating being-for-itself but also produces its own representation – being-for-itself externalized into the form of an object. Yet this production is not yet perfected; it remains a conditioned activity, the shaping of what is already present.[508]
c. Der Werkmeister
c. The Artisan
Der Geist erscheint also hier als der Werkmeister, und sein Tun, wodurch er sich selbst als Gegenstand hervorbringt, aber den Gedanken seiner noch nicht erfaßt hat, ist ein instinktartiges Arbeiten, wie die Bienen ihre Zellen bauen.
Spirit thus appears here as the artisan, and its action – through which it produces itself as object, though not yet grasping its own thought – is an instinctive labor, like bees building their cells.
Die erste Form, weil sie die unmittelbare ist, ist sie die abstrakte des Verstandes, und das Werk [ist] noch nicht an ihm selbst vom Geiste erfüllt. Die Kristalle der Pyramiden und Obelisken, einfache Verbindungen gerader Linien mit ebenen Oberflächen und gleichen Verhältnissen der Teile, an denen die Inkommensurabilität des Runden vertilgt ist, sind die[508] Arbeiten dieses Werkmeisters der strengen Form. Um der bloßen Verständigkeit der Form willen ist sie nicht ihre Bedeutung an ihr selbst, nicht das geistige Selbst. Die Werke empfangen also nur den Geist entweder in sich als einen fremden, abgeschiedenen Geist, der seine lebendige Durchdringung mit der Wirklichkeit verlassen [hat], selbst tot in diese des Lebens entbehrenden Kristalle einkehrt; oder sie beziehen sich äußerlich auf ihn als auf einen solchen, der selbst äußerlich und nicht als Geist da ist, – als auf das aufgehende Licht, das seine Bedeutung auf sie wirft.
The first form, being immediate, is abstract and belongs to the Understanding; the work is not yet imbued with Spirit itself. The crystals of pyramids and obelisks – simple combinations of straight lines with flat surfaces and proportional parts, annihilating the incommensurability of the rounded – are the works of this artisan of strict form. For the sake of form’s mere intelligibility, it does not carry its own meaning, the spiritual Self. These works thus receive Spirit either as a foreign, departed spirit that has abandoned its living penetration of reality, returning dead into these lifeless crystals; or they relate externally to Spirit as something itself external and not present as Spirit – as the rising light that casts its significance upon them.
Die Trennung, von welcher der arbeitende Geist ausgeht, des Ansichseins, das zum Stoffe wird, den er verarbeitet, und des Fürsichseins, welches die Seite des arbeitenden Selbstbewußtseins ist, ist ihm in seinem Werke gegenständlich geworden. Seine fernere Bemühung muß dahin gehen, diese Trennung der Seele und des Leibes aufzuheben, jene an ihr selbst zu bekleiden und zu gestalten, diesen aber zu beseelen. Beide Seiten, indem sie einander nähergebracht werden, behalten dabei die Bestimmtheit des vorgestellten Geistes und seiner umgebenden Hülle gegeneinander; seine Einigkeit mit sich selbst enthält diesen Gegensatz der Einzelheit und Allgemeinheit. Indem das Werk in seinen Seiten sich selbst [sich] nähert, so geschieht dadurch zugleich auch das andere, daß es dem arbeitenden Selbstbewußtsein nähertritt und dieses zum Wissen seiner, wie es an und für sich ist, in dem Werke gelangt. So aber macht es nur erst die abstrakte Seite der Tätigkeit des Geistes aus, welche nicht in sich selbst noch ihren Inhalt, sondern [ihn] an seinem Werke, das ein Ding ist, weiß. Der Werkmeister selbst, der ganze Geist, ist noch nicht erschienen, sondern ist das noch innere verborgene Wesen, welches als Ganzes, nur zerlegt in das tätige Selbstbewußtsein und in seinen hervorgebrachten Gegenstand, vorhanden ist.
The division from which the laboring Spirit proceeds – between being-in-itself (which becomes the material it works upon) and being-for-itself (the side of the laboring self-consciousness) – has become objective to it in its work. Its further endeavor must be to sublate this division of soul and body: to clothe and shape the former in itself, while ensouling the latter. As these sides draw closer, they retain the determinacy of represented Spirit and its enveloping shell in opposition to one another; their unity contains the antithesis of individuality and universality. As the work’s aspects converge, the work also draws nearer to the laboring self-consciousness, allowing the latter to attain knowledge of itself as it is in and for itself through the work. Yet here it constitutes only the abstract side of the Spirit’s activity, which knows its content not within itself but through its work as a Thing. The artisan himself – the whole Spirit – has not yet appeared; he remains the inner, hidden essence present only as divided into the active self-consciousness and its produced object.
Die umgebende Behausung also, die äußere Wirklichkeit, die[509] nur erst in die abstrakte Form des Verstandes erhoben ist, arbeitet der Werkmeister zur beseelteren Form aus. Er verwendet das Pflanzenleben dazu, das nicht mehr wie dem früheren ohnmächtigen Pantheismus heilig ist, sondern von ihm, der sich als das fürsichseiende Wesen erfaßt, als etwas Brauchbares genommen und zur Außenseite und Zierde zurückgesetzt wird. Es wird aber nicht unverändert verwendet, sondern der Arbeiter der selbstbewußten Form vertilgt zugleich die Vergänglichkeit, welche die unmittelbare Existenz dieses Lebens an ihm hat, und nähert seine organischen Formen den strengeren und allgemeineren des Gedankens. Die organische Form, die freigelassen in der Besonderheit fortwuchert, ihrerseits von der Form des Gedankens unterjocht, erhebt andererseits diese geradlinigen und ebenen Gestalten zur beseelteren Rundung, – eine Vermischung, welche die Wurzel der freien Architektur wird.
The surrounding dwelling – the external reality elevated only into the abstract form of the Understanding – is thus refined by the artisan into more ensouled forms. He employs plant life, no longer sacred as in the earlier impotent pantheism but taken as something serviceable by a being that grasps itself as for-itself, relegating it to exterior ornamentation. Yet it is not used unchanged: the laborer of self-conscious form simultaneously annihilates the transience inherent in the plant’s immediate existence, approximating its organic forms to the stricter universality of thought. The organic form, which proliferates unchecked in particularity, is subjugated by the form of thought, while conversely elevating these rectilinear and planar shapes into the more ensouled curvature – a fusion that becomes the root of free architecture.
Diese Wohnung, die Seite des allgemeinen Elements oder der unorganischen Natur des Geistes, schließt nun auch eine Gestalt der Einzelheit in sich, die den vorher von dem Dasein abgeschiedenen, ihm inneren oder äußerlichen Geist der Wirklichkeit näherbringt und dadurch das Werk dem tätigen Selbstbewußtsein gleicher macht. Der Arbeiter greift zuerst zur Form des Fürsichseins überhaupt, zur Tiergestalt. Daß er sich seiner nicht mehr unmittelbar im Tierleben bewußt ist, beweist er dadurch, daß er gegen dieses sich als die hervorbringende Kraft konstituiert und in ihm als seinem Werke sich weiß; wodurch sie zugleich eine aufgehobene und die Hieroglyphe einer anderen Bedeutung, eines Gedankens wird. Daher wird sie auch nicht mehr allein und ganz vom Arbeiter gebraucht, sondern mit der Gestalt des Gedankens, mit der menschlichen, vermischt. Noch fehlt dem Werke aber die Gestalt und Dasein, worin das Selbst als Selbst existiert; – es fehlt ihm noch dies, an ihm selbst es auszusprechen, daß es eine innere Bedeutung in sich schließt, es fehlt ihm die Sprache, das Element, worin der erfüllende Sinn selbst vorhanden ist. Das Werk daher, wenn es sich von dem Tierischen[510] auch ganz gereinigt [hat] und die Gestalt des Selbstbewußtseins allein an ihm trägt, ist die noch tonlose Gestalt, die des Strahls der aufgehenden Sonne bedarf, um Ton zu haben, der, vom Lichte erzeugt, auch nur Klang und nicht Sprache ist, nur ein äußeres Selbst, nicht das innere zeigt.
This abode, the side of the universal element or the inorganic nature of Spirit, now also encloses within itself a shape of singularity, which brings the previously separated, inner or external Spirit of reality closer and thereby renders the work more akin to the active self-consciousness. The worker first transitions to the form of being-for-itself as such, to the animal shape. That he is no longer immediately self-aware in animal life is demonstrated by his constituting himself as the productive power over it and knowing himself in it as his work, through which it simultaneously becomes a sublated entity and a hieroglyph of another meaning, a thought. Hence, it is no longer used solely or entirely by the worker but is blended with the shape of thought, the human form. Yet the work still lacks the form and existence in which the Self exists as Self — it lacks the capacity to express within itself that it encloses an inner meaning; it lacks language, the element in which the fulfilling sense itself is present. Thus, even when the work has purified itself entirely from the animal[510] and bears only the shape of self-consciousness, it remains a voiceless form requiring the ray of the rising sun to produce sound — a sound generated by light, which is mere noise, not speech, revealing only an external Self, not the inner one.
Diesem äußeren Selbst der Gestalt steht die andere gegenüber, welche anzeigt, ein Inneres an ihr zu haben. Die in ihr Wesen zurückgehende Natur setzt ihre lebendige, sich vereinzelnde und in ihrer Bewegung sich verwirrende Mannigfaltigkeit zu einem unwesentlichen Gehäuse herab, das die Decke des Inneren ist; und dieses Innere ist zunächst noch die einfache Finsternis, das Unbewegte, der schwarze formlose Stein.
Opposed to this external Self of the shape is another that signifies the presence of an Inner within it. Nature, withdrawing into its essence, reduces its living, self-individuating, and self-entangling multiplicity to an inessential shell that serves as the veil of the inner; and this Inner is initially still simple darkness, the unmoving, the black formless stone.
Beide Darstellungen enthalten die Innerlichkeit und das Dasein, – die beiden Momente des Geistes; und beide Darstellungen [enthalten sie] beide zugleich in entgegengesetztem Verhältnisse, das Selbst sowohl als Inneres wie als Äußeres. Beides ist zu vereinigen. – Die Seele der menschlich geformten Bildsäule kommt noch nicht aus dem Innern, ist noch nicht die Sprache, das Dasein, das an ihm selbst innerlich ist, – und das Innere des vielförmigen Daseins ist noch das Tonlose, sich nicht in sich selbst Unterscheidende und von seinem Äußeren, dem alle Unterschiede gehören, noch Getrennte. – Der Werkmeister vereint daher beides in der Vermischung der natürlichen und der selbstbewußten Gestalt, und diese zweideutigen, sich selbst rätselhaften Wesen, das Bewußte ringend mit dem Bewußtlosen, das einfache Innere mit dem vielgestalteten Äußeren, die Dunkelheit des Gedankens mit der Klarheit der Äußerung paarend, brechen in die Sprache tiefer, schwerverständlicher Weisheit aus.
Both representations contain inwardness and existence — the two moments of Spirit. Both representations [contain] both simultaneously in an antithetical relation: the Self as both Inner and Outer. These must be united. The soul of the human-shaped statue does not yet emerge from within; it is not yet language, an existence that is inwardly self-contained. Likewise, the Inner of the multiform existence remains voiceless, undifferentiated within itself, and still separated from its Outer, to which all distinctions belong. The Werkmeister thus combines both in a blending of natural and self-conscious shapes, and these ambiguous, self-enigmatic beings — the conscious struggling with the unconscious, the simple Inner paired with the multiform Outer, the darkness of thought with the clarity of expression — erupt into the language of profound, cryptic wisdom.
In diesem Werke hört die instinktartige Arbeit auf, die dem Selbstbewußtsein gegenüber das bewußtlose Werk erzeugte; denn in ihm kommt der Tätigkeit des Werkmeisters, welche das Selbstbewußtsein ausmacht, ein ebenso selbstbewußtes, sich aussprechendes Inneres entgegen. Er hat sich darin zu der Entzweiung seines Bewußtseins emporgearbeitet, worin[511] der Geist dem Geiste begegnet. In dieser Einheit des selbstbewußten Geistes mit sich selbst, insofern er sich Gestalt und Gegenstand seines Bewußtseins ist, reinigen sich also seine Vermischungen mit der bewußtlosen Weise der unmittelbaren Naturgestalt. Diese Ungeheuer an Gestalt, Rede und Tat lösen sich zur geistigen Gestaltung auf, – einem Äußeren, das in sich gegangen, – einem Inneren, das sich aus sich und an sich selbst äußert; zum Gedanken, der sich gebärendes und seine Gestalt ihm gemäß erhaltendes und klares Dasein ist. Der Geist ist Künstler.[512]
In this work, the instinctual labor that produced the unconscious work in opposition to self-consciousness ceases; for here, the activity of the Werkmeister, which constitutes self-consciousness, encounters an equally self-conscious, self-expressing Inner. He has elevated himself to the division of his consciousness wherein[511] Spirit encounters Spirit. In this unity of the self-conscious Spirit with itself — insofar as it is the shape and object of its own consciousness — its amalgamations with the unconscious mode of immediate natural form are purified. These monstrosities of shape, speech, and deed dissolve into spiritual formation: an Outer that has withdrawn into itself, an Inner that externalizes itself from and within itself — into the thought that is a self-generating existence, maintaining its form in accordance with itself. Spirit is the Artist.[512]
B. Die Kunstreligion
B. The Art-Religion
Der Geist hat seine Gestalt, in welcher er für sein Bewußtsein ist, in die Form des Bewußtseins selbst erhoben und bringt eine solche sich hervor. Der Werkmeister hat das synthetische Arbeiten, das Vermischen der fremdartigen Formen des Gedankens und des Natürlichen aufgegeben; indem die Gestalt die Form der selbstbewußten Tätigkeit gewonnen, ist er geistiger Arbeiter geworden.
Spirit has elevated its shape — in which it exists for its consciousness — into the form of consciousness itself and produces such a shape. The Werkmeister has abandoned the synthetic labor, the blending of alien forms of thought and nature. Since the shape has attained the form of self-conscious activity, he has become a spiritual worker.
Fragen wir danach, welches der wirkliche Geist ist, der in der Kunstreligion das Bewußtsein seines absoluten Wesens hat, so ergibt sich, daß es der sittliche oder der wahre Geist ist. Er ist nicht nur die allgemeine Substanz aller Einzelnen, sondern indem sie für das wirkliche Bewußtsein die Gestalt des Bewußtseins hat, so heißt dies soviel, daß sie, die Individualisation hat, von ihnen als ihr eigenes Wesen und Werk gewußt wird. Weder ist sie so für sie das Lichtwesen, in dessen Einheit das Fürsichsein des Selbstbewußtseins nur negativ, nur vergehend enthalten ist und den Herrn seiner Wirklichkeit anschaut, noch ist sie das rastlose Verzehren sich hassender Volker, noch die Unterjochung derselben zu Kasten, die zusammen den Schein der Organisation eines vollendeten Ganzen ausmachen, dem aber die allgemeine Freiheit der Individuen fehlt. Sondern er ist das freie Volk, worin die Sitte[512] die Substanz aller ausmacht, deren Wirklichkeit und Dasein alle und jeder Einzelne als seinen Willen und Tat weiß.
If we inquire which is the actual Spirit that in the Art-Religion possesses consciousness of its absolute essence, it becomes evident that this is the ethical or true Spirit. It is not only the universal substance of all individuals but, insofar as it has the shape of consciousness for actual consciousness, this means that it — having individuation — is known by them as their own essence and work. For them, it is neither the light-essence in whose unity the being-for-itself of self-consciousness is only negatively, only transiently contained, nor the restless consumption of mutually hostile peoples, nor their subjugation into castes that together form the semblance of an organized totality but lack the universal freedom of individuals. Rather, it is the free people in whom custom[512] constitutes the substance of all, whose actuality and existence each and every individual knows as their own will and deed.
Die Religion des sittlichen Geistes ist aber seine Erhebung über seine Wirklichkeit, das Zurückgehen aus seiner Wahrheit in das reine Wissen seiner selbst. Indem das sittliche Volk in der unmittelbaren Einheit mit seiner Substanz lebt und das Prinzip der reinen Einzelheit des Selbstbewußtseins nicht an ihm hat, so tritt seine Religion in ihrer Vollendung erst im Scheiden von seinem Bestehen auf. Denn die Wirklichkeit der sittlichen Substanz beruht teils auf ihrer ruhigen Unwandelbarkeit gegen die absolute Bewegung des Selbstbewußtseins und hiermit darauf, daß dieses noch nicht aus seiner ruhigen Sitte und seinem festen Vertrauen in sich gegangen ist, teils auf seiner Organisation in eine Vielheit von Rechten und Pflichten sowie in die Verteilung in die Massen der Stände und ihres besonderen Tuns, das zum Ganzen zusammenwirkt, – hiermit darauf, daß der Einzelne mit der Beschränkung seines Daseins zufrieden ist und den schrankenlosen Gedanken seines freien Selbsts noch nicht erfaßt hat. Aber jenes ruhige unmittelbare Vertrauen zur Substanz geht in das Vertrauen zu sich und in die Gewißheit seiner selbst zurück, und die Vielheit der Rechte und Pflichten wie das beschränkte Tun ist dieselbe dialektische Bewegung des Sittlichen als die Vielheit der Dinge und ihrer Bestimmungen – eine Bewegung, die nur in der Einfachheit des seiner gewissen Geistes ihre Ruhe und Festigkeit findet. – Die Vollendung der Sittlichkeit zum freien Selbstbewußtsein und das Schicksal der sittlichen Welt ist daher die in sich gegangene Individualität, der absolute Leichtsinn des sittlichen Geistes, der alle festen Unterschiede seines Bestehens und die Massen seiner organischen Gliederung in sich aufgelöst [hat] und vollkommen seiner sicher zur schrankenlosen Freudigkeit und Zum freisten Genüsse seiner selbst gelangt ist. Diese einfache Gewißheit des Geistes in sich ist das Zweideutige, ruhiges Bestehen und feste Wahrheit sowie absolute Unruhe und das Vergehen der Sittlichkeit zu sein. Sie schlägt aber in das[513] letztere um, denn die Wahrheit des sittlichen Geistes ist nur erst noch dies substantielle Wesen und Vertrauen, worin das Selbst sich nicht als freie Einzelheit weiß und das daher in dieser Innerlichkeit oder in dem Freiwerden des Selbsts zugrunde geht. Indem also das Vertrauen gebrochen, die Substanz des Volks in sich geknickt ist, so ist der Geist, der die Mitte von bestandlosen Extremen war, nunmehr in das Extrem des sich als Wesen erfassenden Selbstbewußtseins herausgetreten. Dieses ist der in sich gewisse Geist, der über den Verlust seiner Welt trauert und sein Wesen, über die Wirklichkeit erhoben, nun aus der Reinheit des Selbsts hervorbringt.
The religion of the Ethical Spirit, however, is its elevation above its actuality, the retreat from its truth into the pure knowledge of itself. Since the ethical people lives in immediate unity with its Substance and does not have within itself the principle of the pure individuality of self-consciousness, its religion reaches its completion only in the division from its subsistence. For the actuality of the ethical Substance rests partly on its tranquil immutability against the absolute movement of self-consciousness, and hence on the fact that the latter has not yet emerged from its tranquil custom and its firm trust in itself; partly on its organization into a multiplicity of rights and duties as well as into the distribution into the masses of estates and their particular activities that work together into the whole – hence on the fact that the individual is content with the limitation of his existence and has not yet grasped the boundless thought of his free Self. But that tranquil immediate trust in Substance reverts into trust in itself and into the certainty of itself, and the multiplicity of rights and duties, like the limited activity, is the same dialectical movement of the Ethical as the multiplicity of things and their determinations – a movement that finds its rest and stability only in the simplicity of the Spirit certain of itself. – The completion of ethical life into free self-consciousness and the destiny of the ethical world is therefore the individuality that has withdrawn into itself, the absolute levity of the Ethical Spirit, which has dissolved all fixed distinctions of its subsistence and the masses of its organic articulation within itself and, being utterly self-assured, attains to boundless joy and the freest enjoyment of itself. This simple certainty of Spirit in itself is the ambiguity of being both a tranquil subsistence and firm truth, as well as absolute unrest and the perishing of ethical life. But it turns into the latter, for the truth of the Ethical Spirit is initially only this substantial essence and trust in which the Self does not know itself as free individuality, and which therefore perishes in this inwardness or in the becoming-free of the Self. Since, therefore, the trust is broken, and the Substance of the people is shattered within itself, the Spirit, which was the middle term between the insubstantial extremes, has now emerged into the extreme of self-consciousness that grasps itself as essence. This is the Spirit certain within itself, which mourns the loss of its world and now produces its essence, elevated above actuality, out of the purity of the Self.
In solcher Epoche tritt die absolute Kunst hervor; früher ist sie das instinktartige Arbeiten, das, ins Dasein versenkt, aus ihm heraus und in es hinein arbeitet, nicht an der freien Sittlichkeit seine Substanz und daher auch zum arbeitenden Selbst nicht die freie geistige Tätigkeit hat. Später ist der Geist über die Kunst hinaus, um seine höhere Darstellung zu gewinnen, – nämlich nicht nur die aus dem Selbstgeborene Substanz, sondern in seiner Darstellung als Gegenstand dieses Selbst zu sein, nicht nur aus seinem Begriffe sich zu gebären, sondern seinen Begriff selbst zur Gestalt zu haben, so daß der Begriff und das erzeugte Kunstwerk sich gegenseitig als ein und dasselbe wissen.
In such an epoch, absolute Art emerges; earlier, it was instinctive labor that, immersed in existence, works out of and into it, not having the free ethical life as its Substance and hence also lacking free spiritual activity for the laboring Self. Later, Spirit transcends Art to attain its higher representation – namely, not only to be the Substance born from the Self but to be, in its representation as object, this Self itself, not merely to generate itself from its Concept but to have its Concept itself as shape, so that the Concept and the generated artwork know each other as one and the same.
Indem also die sittliche Substanz aus ihrem Dasein sich in ihr reines Selbstbewußtsein zurückgenommen, so ist dieses die Seite des Begriffs oder der Tätigkeit, mit welcher der Geist sich als Gegenstand hervorbringt. Sie ist reine Form, weil der Einzelne im sittlichen Gehorsam und Dienste sich alles bewußtlose Dasein und feste Bestimmung so abgearbeitet hat, wie die Substanz selbst dies flüssige Wesen geworden ist. Diese Form ist die Nacht, worin die Substanz verraten ward und sich zum Subjekte machte; aus dieser Nacht der reinen Gewißheit seiner selbst ist es, daß der sittliche Geist als die von der Natur und seinem unmittelbaren Dasein befreite Gestalt aufersteht.[514]
Since, therefore, the ethical Substance has withdrawn from its existence into its pure self-consciousness, the latter is the side of the Concept or activity through which Spirit produces itself as object. It is pure form, because the individual, through ethical obedience and service, has worked off all unconscious existence and fixed determination, just as the Substance itself has become this fluid essence. This form is the night in which the Substance was betrayed and transformed into Subject; from this night of the pure certainty of itself, the Ethical Spirit rises as the shape liberated from Nature and its immediate existence.
Die Existenz des reinen Begriffs, in den der Geist aus seinem Körper geflohen, ist ein Individuum, das er sich zum Gefäße seines Schmerzes erwählt. Er ist an diesem als sein Allgemeines und seine Macht, von welcher es Gewalt leidet, – als sein Pathos, dem hingegeben sein Selbstbewußtsein die Freiheit verliert. Aber jene positive Macht der Allgemeinheit wird vom reinen Selbst des Individuums, als der negativen Macht, bezwungen. Diese reine Tätigkeit, ihrer unverlierbaren Kraft bewußt, ringt mit dem ungestalteten Wesen; Meister darüber werdend, hat sie das Pathos zu ihrem Stoffe gemacht und sich ihren Inhalt gegeben, und diese Einheit tritt als Werk heraus, der allgemeine Geist individualisiert und vorgestellt.[515]
The existence of the pure Concept, into which Spirit has fled from its body, is an individual that Spirit has chosen as the vessel of its grief. In this individual, Spirit is present as the universal and its power, from which the individual suffers violence – as the pathos to which its self-consciousness surrenders and loses freedom. But this positive power of universality is conquered by the pure Self of the individual as negative power. This pure activity, conscious of its indomitable strength, wrestles with the formless essence; becoming master over it, it makes the pathos its material and gives itself content, and this unity emerges as the work – the universal Spirit individualized and presented.
a. Das abstrakte Kunstwerk
a. The Abstract Artwork
Das erste Kunstwerk ist, als das unmittelbare, das abstrakte und einzelne. Seinerseits hat es sich aus der unmittelbaren und gegenständlichen Weise dem Selbstbewußtsein entgegenzubewegen, wie andererseits dieses für sich im Kultus darauf geht, die Unterscheidung aufzuheben, die es sich zuerst gegen seinen Geist gibt, und hierdurch das an ihm selbst belebte Kunstwerk hervorzubringen.
The first artwork, being immediate, is abstract and singular. On one hand, it must move from the immediate and objective mode toward self-consciousness; on the other hand, self-consciousness, for itself in the cultus, works to sublate the distinction it initially posits against its Spirit, thereby producing the artwork that is inherently animated.
Die erste Weise, in welcher der künstlerische Geist seine Gestalt und sein tätiges Bewußtsein am weitesten voneinander entfernt, ist die unmittelbare, daß jene als Ding überhaupt da ist. – Sie zerfällt an ihr in den Unterschied der Einzelheit, welche die Gestalt des Selbsts an ihr hat, und der Allgemeinheit, welche das unorganische Wesen in bezug auf die Gestalt, als seine Umgebung und Behausung, darstellt. Diese gewinnt durch die Erhebung des Ganzen in den reinen Begriff ihre reine, dem Geiste angehörige Form. Sie ist weder der verständige Kristall, der das Tote behaust oder von der äußerlichen Seele beschienen wird, noch die aus der Pflanze erst hervorgehende Vermischung der Formen der Natur und des Gedankens, dessen Tätigkeit hierin noch ein Nachahmen[515] ist. Sondern der Begriff streift das ab, was von der Wurzel, dem Geäste und Geblätter den Formen noch anklebt, und reinigt sie zu Gebilden, worin das Geradlinige und Ebene des Kristalls in inkommensurable Verhältnisse erhoben ist, so daß die Beseelung des Organischen in die abstrakte Form des Verstandes aufgenommen und zugleich ihr Wesen, die Inkommensurabilität, für den Verstand erhalten wird.
The first mode in which the artistic Spirit holds its shape and its active consciousness furthest apart is the immediate one, where the former exists as a thing in general. – It divides within itself into the distinction of individuality, which bears the shape of the Self, and universality, which represents the inorganic essence in relation to the shape as its environment and dwelling. The latter attains its pure, spiritual form through the elevation of the whole into the pure Concept. It is neither the crystalline structure of the understanding that houses the dead or is illuminated by the external soul, nor the mixture of natural and thought forms emerging from the plant, whose activity here is still an imitation. Rather, the Concept strips away what still clings to the forms from roots, branches, and foliage, purifying them into formations where the straight lines and planes of the crystal are elevated into incommensurable relations, so that the animation of the organic is absorbed into the abstract form of the understanding while preserving its essence – incommensurability – for the understanding.
Der inwohnende Gott aber ist der aus dem Tiergehäuse hervorgezogene schwarze Stein, der mit dem Lichte des Bewußtseins durchdrungen ist. Die menschliche Gestalt streift die tierische mit der sie vermischt war, ab; das Tier ist für den Gott nur eine zufällige Verkleidung; es tritt neben seine wahre Gestalt und gilt für sich nichts mehr, sondern ist zur Bedeutung eines Anderen, zum bloßen Zeichen, herabgesunken. Die Gestalt des Gottes streift eben dadurch an ihr selbst auch die Bedürftigkeit der natürlichen Bedingungen des tierischen Daseins ab und deutet die innerlichen Anstalten des organischen Lebens in ihre Oberfläche verschmolzen und nur dieser angehörig an. – Das Wesen des Gottes aber ist die Einheit des allgemeinen Daseins der Natur und des selbstbewußten Geistes, der in seiner Wirklichkeit jenem gegenüberstehend erscheint. Zugleich zunächst eine einzelne Gestalt, ist sein Dasein eines der Elemente der Natur, so wie seine selbstbewußte Wirklichkeit ein einzelner Volksgeist. Aber jenes ist in dieser Einheit das in den Geist reflektierte Element, die durch den Gedanken verklärte, mit dem selbstbewußten Leben geeinte Natur. Die Göttergestalt hat darum ihr Naturelement als ein aufgehobenes, als eine dunkle Erinnerung in ihr. Das wüste Wesen und der verworrene Kampf des freien Daseins der Elemente, das unsittliche Reich der Titanen, ist besiegt und an den Saum der sich klar gewordenen Wirklichkeit, an die trüben Grenzen der sich im Geiste findenden und beruhigten Welt verwiesen. Diese alten Götter, in welche das Lichtwesen, mit der Finsternis zeugend,[516] sich zunächst besondert, der Himmel, die Erde, der Ozean, die Sonne, das blinde typhonische Feuer der Erde usf. sind durch Gestalten ersetzt, die an ihnen nur noch den dunkel erinnernden Anklang an jene Titanen haben und nicht mehr Naturwesen, sondern klare sittliche Geister der selbstbewußten Völker sind.
The indwelling God, however, is the black stone drawn forth from its animal encasement, permeated with the light of consciousness. The human form strips away the animal elements with which it was commingled; the animal remains merely an accidental guise for the God, standing alongside his true form and now reduced to a signifier of otherness, a mere symbol. The God’s form thereby transcends the contingency of natural conditions inherent in animal existence, subsuming the organic processes of life into its surface as mere aesthetic attributes. – The essence of the God lies in the unity of nature’s universal existence and self-conscious Spirit, which in its actuality appears opposed to nature. Initially manifest as a singular form, its existence is one of nature’s elements, just as its self-conscious actuality is a singular National-Spirit. But in this unity, nature’s element is reflected into Spirit – nature transfigured through thought and united with self-conscious life. The divine form thus carries within it its natural element as a sublated moment, a dark memory. The chaotic essence and confused strife of elemental free existence – the unethical realm of Titans – is vanquished and relegated to the murky borders of the world clarified and pacified within Spirit. These ancient deities – Heaven, Earth, Ocean, Sun, the typhonic earth-fire, etc., through which the luminous essence first differentiated itself in union with darkness – are replaced by forms retaining only faint echoes of those Titans. They are no longer natural beings but clear ethical spirits of self-conscious peoples.
Diese einfache Gestalt hat also die Unruhe der unendlichen Vereinzelung – ihrer sowohl als des Naturelements, das nur als allgemeines Wesen notwendig, in seinem Dasein und Bewegung aber sich zufällig verhält, wie ihrer als des Volks, das, in die besonderen Massen des Tuns und in die individuellen Punkte des Selbstbewußtseins zerstreut, ein Dasein mannigfaltigen Sinnes und Tuns hat – an sich vertilgt und in ruhige Individualität zusammengefaßt. Es steht ihr daher das Moment der Unruhe, ihr – dem Wesen – das Selbstbewußtsein gegenüber, das als die Geburtsstätte derselben für sich nichts übrig behielt, als die reine Tätigkeit zu sein. Was der Substanz angehört, gab der Künstler ganz seinem Werke mit, sich selbst aber als einer bestimmten Individualität in seinem Werke keine Wirklichkeit; er konnte ihm die Vollendung nur dadurch erteilen, daß er seiner Besonderheit sich entäußerte und zur Abstraktion des reinen Tuns sich entkörperte und steigerte. – In dieser ersten unmittelbaren Erzeugung ist die Trennung des Werks und seiner selbstbewußten Tätigkeit noch nicht wieder vereinigt; das Werk ist daher nicht für sich das wirklich beseelte, sondern es ist Ganzes nur mit seinem Werden zusammen. Das Gemeine an dem Kunstwerke, daß es im Bewußtsein erzeugt und von Menschenhänden gemacht ist, ist das Moment des als Begriff existierenden Begriffs, der ihm gegenübertritt. Und wenn dieser, als Künstler oder als Betrachter, das Kunstwerk als an ihm selbst absolut beseelt auszusprechen und sich, den Tuenden oder Schauenden, zu vergessen uneigennützig genug ist, so muß hiergegen der Begriff des Geistes festgehalten werden, der des Moments nicht entbehren kann, seiner selbst bewußt zu sein. Dies Moment aber sieht dem Werke gegenüber, weil[517] er in dieser seiner ersten Entzweiung beiden Seiten ihre abstrakten Bestimmungen des Tuns und Dingseins gegeneinander gibt und ihre Rückkehr in die Einheit, von der sie ausgingen, noch nicht zustande gekommen ist.
This simple form has thus annihilated the restlessness of infinite particularization – both of the natural element (which, though necessary as universal essence, behaves contingently in its existence and motion) and of the people (dispersed into particular masses of action and individual points of self-consciousness, existing through manifold meanings and deeds) – subsuming them into tranquil individuality. Against this form stands the moment of unrest – self-consciousness as the birthplace of particularization, retaining nothing for itself but pure activity. The artist surrendered to the work all that belonged to substance, leaving no trace of his own particular individuality. He could perfect the work only by renouncing his particularity, ascending to the abstraction of pure activity. – In this first immediate production, the division between the work and its self-conscious activity remains unreconciled; the work is not yet self-animated but becomes a whole only in conjunction with its becoming. The prosaic fact that the artwork is consciousness-made and hand-wrought marks the moment of the Concept existing as Concept, standing opposed to it. Even if the artist or beholder selflessly declares the work inherently animate and forgets himself as creator or spectator, the Concept of Spirit must insist on retaining self-consciousness as indispensable. Yet this moment confronts the work abstractly, for[517] in this primal bifurcation, Spirit assigns the opposed determinations of action and thinghood to each side, their return to original unity not yet achieved.
Der Künstler erfährt also an seinem Werke, daß er kein ihm gleiches Wesen hervorbrachte. Es kommt ihm zwar daraus ein Bewußtsein so zurück, daß eine bewundernde Menge es als den Geist, der ihr Wesen ist, verehrt. Aber diese Beseelung, indem sie ihm sein Selbstbewußtsein nur als Bewunderung erwidert, ist vielmehr ein Bekenntnis, das diese Beseelung an den Künstler ablegt, nicht seinesgleichen zu sein. Indem es ihm als Freudigkeit überhaupt zurückkommt, findet er darin nicht den Schmerz seiner Bildung und Zeugung, nicht die Anstrengung seiner Arbeit. Sie mögen das Werk auch noch beurteilen oder ihm Opfer bringen, auf welche Art es sei, ihr Bewußtsein darein legen, – wenn sie sich mit ihrer Kenntnis darüber setzen, weiß er, wieviel mehr seine Tat als ihr Verstehen und Reden ist; wenn sie sich darunter setzen und ihr sie beherrschendes Wesen darin erkennen, weiß er sich als den Meister desselben.
The artist thus discovers through his work that he has not produced a being equal to himself. Though the work returns to him a consciousness wherein the admiring multitude venerates it as the Spirit that is their essence, this animation – reciprocating his self-consciousness only through admiration – confesses its inequality to the artist. When this animation returns as general jubilation, he finds therein neither the anguish of his cultivation and creation nor the strain of his labor. Whether they judge the work, offer sacrifices, or project their consciousness into it – should they presume to comprehend it through knowledge, he knows his deed surpasses their understanding and discourse; should they subordinate themselves, recognizing in it their governing essence, he knows himself as its master.
Das Kunstwerk erfordert daher ein anderes Element seines Daseins, der Gott einen anderen Hervorgang als diesen, worin er aus der Tiefe seiner schöpferischen Nacht in das Gegenteil, in die Äußerlichkeit, die Bestimmung des selbstbewußtlosen Dinges herabfällt. Dies höhere Element ist die Sprache, – ein Dasein, das unmittelbar selbstbewußte Existenz ist. Wie das einzelne Selbstbewußtsein in ihr da ist, ist es ebenso unmittelbar als eine allgemeine Ansteckung; die vollkommene Besonderung des Fürsichseins ist zugleich die Flüssigkeit und die allgemein mitgeteilte Einheit der vielen Selbst; sie ist die als Seele existierende Seele. Der Gott also, der die Sprache zum Elemente seiner Gestalt hat, ist das an ihm selbst beseelte Kunstwerk, das die reine Tätigkeit, die ihm, der als Ding existierte, gegenüber war, unmittelbar in seinem Dasein hat. Oder das Selbstbewußtsein bleibt in dem Gegenständlichwerden seines Wesens unmittelbar bei sich.[518] Es ist, so in seinem Wesen bei sich selbstseiend, reines Denken oder die Andacht, deren Innerlichkeit in der Hymne zugleich Dasein hat. Sie behält die Einzelheit des Selbstbewußtseins in ihr, und vernommen ist diese Einzelheit zugleich als allgemeine da; die Andacht, in allen angezündet, ist der geistige Strom, der, in der Vielfachheit des Selbstbewußtseins, seiner als eines gleichen Tuns aller und als einfaches Sein bewußt ist; der Geist hat als dieses allgemeine Selbstbewußtsein aller seine reine Innerlichkeit ebensowohl als das Sein für Andere und das Fürsichsein der Einzelnen in einer Einheit.
The artwork thus requires another element of its existence, the god a different mode of emergence than this descent from the depths of his creative night into the externality of selfless thinghood. This higher element is language — an existence that is immediately self-conscious existence. Just as the singular self-consciousness exists in language, it is equally immediately a universal contagion; the perfect particularization of being-for-itself is simultaneously fluidity and the universally communicated unity of many selves. It is the soul existing as soul. The god who has language as the element of his shape is thus the inherently ensouled artwork, which possesses the pure activity — which stood opposed to it as thing — immediately within its existence. Or, self-consciousness remains immediately with itself in the objectification of its essence. As thus being-within-itself in its essence, it is pure thinking or devotion, whose inwardness simultaneously attains existence in the hymn. This inwardness retains the singularity of self-consciousness within it, and when heard, this singularity is immediately universally present. Devotion, kindled in all, is the spiritual stream that, within the multiplicity of self-consciousness, is conscious of itself as an identical activity of all and as simple being. As this universal self-consciousness of all, spirit has its pure inwardness equally as the being-for-others and the being-for-self of singular individuals unified into one.
Diese Sprache unterscheidet sich von einer anderen Sprache des Gottes, die nicht die des allgemeinen Selbstbewußtseins ist. Das Orakel sowohl des Gottes der künstlerischen als der vorhergehenden Religionen ist die notwendige erste Sprache desselben; denn in seinem Begriffe liegt ebensowohl, daß er das Wesen der Natur als des Geistes ist und daher nicht nur natürliches sondern auch geistiges Dasein hat. Insofern dies Moment erst in seinem Begriffe liegt und noch nicht in der Religion realisiert ist, so ist die Sprache für das religiöse Selbstbewußtsein Sprache eines fremden Selbstbewußtseins. Das seiner Gemeine noch fremde Selbstbewußtsein ist noch nicht so da, wie sein Begriff fordert. Das Selbst ist das einfache und dadurch schlechthin allgemeine Fürsichsein; jenes aber, das von dem Selbstbewußtsein der Gemeine getrennt ist, ist nur erst ein einzelnes. – Der Inhalt dieser eigenen und einzelnen Sprache ergibt sich aus der allgemeinen Bestimmtheit, in welcher der absolute Geist überhaupt in seiner Religion gesetzt ist. – Der allgemeine Geist des Aufgangs, der sein Dasein noch nicht besondert hat, spricht also ebenso einfache und allgemeine Sätze vom Wesen aus, deren substantieller Inhalt in seiner einfachen Wahrheit erhaben ist, aber um dieser Allgemeinheit willen dem weiter sich fortbildenden Selbstbewußtsein zugleich trivial erscheint.
This language distinguishes itself from another language of the god that is not that of universal self-consciousness. The oracle, whether of the god of artistic religion or of the preceding religions, is the necessary first language of the god. For in his Concept, it is implicit that he is the essence of both nature and spirit, and thus possesses not only natural but also spiritual existence. Insofar as this moment still lies only in his Concept and has not yet been realized in religion, the language remains for religious self-consciousness the language of a foreign self-consciousness. The self-consciousness still alien to its congregation is not yet present in the manner its Concept demands. The self is the simple and thereby absolutely universal being-for-itself; but that self-consciousness separated from the congregation’s self-consciousness is only initially a singular one. — The content of this singular and individual language arises from the universal determinacy in which absolute spirit is posited within its religion. — The universal spirit of the East, which has not yet particularized its existence, thus utters equally simple and universal propositions about essence, whose substantive content in its simple truth is sublime. Yet due to this universality, it simultaneously appears trivial to the self-consciousness that further develops itself.
Das weitergebildete Selbst, das sich zum Fürsichsein erhebt, ist über das reine Pathos der Substanz, über die Gegenständlichkeit[519] des aufgehenden Lichtwesens Meister und weiß jene Einfachheit der Wahrheit als das Ansichseiende, das nicht die Form des zufälligen Daseins durch eine fremde Sprache hat, sondern als das sichere und ungeschriebene Gesetz der Götter, das ewig lebt und von dem niemand weiß, von wannen es erschien. – Wie die allgemeine Wahrheit, die vom Lichtwesen geoffenbart wurde, hier ins Innere oder Untere zurückgetreten und damit der Form der zufälligen Erscheinung enthoben ist, so ist dagegen in der Kunstreligion, weil die Gestalt des Gottes das Bewußtsein und damit die Einzelheit überhaupt angenommen hat, die eigene Sprache des Gottes, der der Geist des sittlichen Volkes ist, das Orakel, das die besonderen Angelegenheiten desselben weiß und das Nützliche darüber kundtut. Die allgemeinen Wahrheiten aber, weil sie als das Ansichseiende gewußt werden, vindiziert sich das wissende Denken, und die Sprache derselben ist ihm nicht mehr eine fremde, sondern die eigene. Wie jener Weise des Altertums, was gut und schön sei, in seinem eigenen Denken suchte, dagegen den schlechten zufälligen Inhalt des Wissens, ob es ihm gut sei, mit diesem oder jenem umzugehen, oder einem Bekannten gut, diese Reise zu machen, und dergleichen bedeutungslose Dinge, dem Dämon zu wissen überließ, ebenso holt das allgemeine Bewußtsein das Wissen vom Zufälligen von den Vögeln oder von den Bäumen oder von der gärenden Erde, deren Dampf dem Selbstbewußtsein seine Besonnenheit nimmt; denn das Zufällige ist das Unbesonnene und Fremde, und das sittliche Bewußtsein läßt sich also auch, wie durch ein Würfeln, auf eine unbesonnene und fremde Weise darüber bestimmen. Wenn der Einzelne durch seinen Verstand sich bestimmt und mit Überlegung das wählt, was ihm nützlich sei, so liegt dieser Selbstbestimmung die Bestimmtheit des besonderen Charakters zum Grunde; sie ist selbst das Zufällige, und jenes Wissen des Verstandes, was dem Einzelnen nützlich ist, daher ein ebensolches Wissen als das jener Orakel oder des Loses; nur daß der [, der] das Orakel oder Los befragt, damit[520] die sittliche Gesinnung der Gleichgültigkeit gegen das Zufällige ausdrückt, da jenes hingegen das an sich Zufällige als wesentliches Interesse seines Denkens und Wissens behandelt. Das Höhere als beide aber ist, zwar die Überlegung zum Orakel des zufälligen Tuns zu machen, aber diese überlegte Handlung selbst wegen ihrer Seite der Beziehung auf das Besondere und ihrer Nützlichkeit als etwas Zufälliges zu wissen.
The self that has developed further, elevating itself to being-for-itself, masters the pure pathos of substance and the objectivity of the Eastern light-essence. It knows that simplicity of truth as the in-itself-being, which does not assume the form of contingent existence through a foreign language but rather as the unwritten and secure law of the gods that lives eternally and of which no one knows whence it appeared. — Just as the universal truth revealed by the light-essence here recedes into the inner or nether regions and is thereby liberated from the form of contingent appearance, so conversely, in artistic religion — since the god’s shape has assumed consciousness and thus singularity as such — the proper language of the god, who is the spirit of the ethical people, is the oracle that knows the particular affairs of the people and proclaims what is expedient. However, the universal truths, being known as the in-itself, are vindicated by knowing thought, whose language is no longer foreign but its own. As that ancient sage sought the good and beautiful in his own thinking, consigning the contingent and base content of knowledge — whether it was good to associate with this or that person, whether a journey would benefit an acquaintance, and similar meaningless matters — to the daemon, so too does universal consciousness derive knowledge of the contingent from birds, trees, or the fermenting earth whose vapor robs self-consciousness of its sobriety. For the contingent is the unreflective and alien, and ethical consciousness thus allows itself to be determined about such matters in an unreflective and foreign manner, as if by casting lots. When the individual determines himself through his understanding and deliberately chooses what is useful to him, this self-determination is grounded in the determinacy of his particular character. It is itself contingent, and the understanding’s knowledge of what benefits the individual is thus no different from the knowledge of oracles or lots. Except that he who consults the oracle or lot thereby expresses the ethical disposition of indifference toward the contingent, whereas the other treats the inherently contingent as an essential interest of his thinking and knowing. Higher than both, however, is to make deliberation the oracle of contingent action, yet to know this deliberated action itself — due to its relation to the particular and utility — as something contingent.
Das wahre selbstbewußte Dasein, das der Geist in der Sprache erhält, die nicht die Sprache des fremden und also zufälligen, nicht allgemeinen Selbstbewußtseins ist, ist das Kunstwerk, das wir vorhin gesehen. Es steht dem Dinglichen der Bildsäule gegenüber. Wie diese das ruhende, so ist jenes das verschwindende Dasein; wie in diesem die Gegenständlichkeit frei entlassen des eigenen unmittelbaren Selbsts entbehrt, so bleibt sie dagegen in jenem zu sehr in das Selbst eingeschlossen, kommt zuwenig zur Gestaltung und ist, wie die Zeit, unmittelbar nicht mehr da, indem sie da ist.
The true self-conscious existence that spirit attains in language — which is not the language of a foreign and thus contingent, non-universal self-consciousness — is the artwork we have already considered. It stands opposed to the materiality of the statue. As the latter is a resting existence, so the former is an evanescent one. Just as in the statue, objectivity is freely released yet lacks the immediate self, so in language objectivity remains too enclosed within the self, achieves too little configuration, and — like time — is immediately no longer present even as it is present.
Die Bewegung beider Seiten, in der die im reinen empfindenden Elemente des Selbstbewußtseins bewegte und die im Elemente der Dingheit ruhende göttliche Gestalt gegenseitig ihre verschiedene Bestimmung aufgeben und die Einheit zum Dasein kommt, die der Begriff ihres Wesens ist, macht der Kultus aus. In ihm gibt sich das Selbst das Bewußtsein des Herabsteigens des göttlichen Wesens aus seiner Jenseitigkeit zu ihm, und dieses, das vorher das Unwirkliche und nur Gegenständliche ist, erhält dadurch die eigentliche Wirklichkeit des Selbstbewußtseins.
The movement of both sides — wherein the divine shape, animated in the pure sensuous element of self-consciousness and quiescent in the element of thinghood, mutually relinquish their distinct determinations, and the unity that constitutes the Concept of their essence comes into existence — forms the cultus. Through it, the self gains consciousness of the divine essence’s descent from its beyond into itself, and this essence, which was previously non-actual and merely objective, thereby attains the genuine actuality of self-consciousness.
Dieser Begriff des Kultus ist an sich schon in dem Strome des hymnischen Gesanges enthalten und vorhanden. Diese Andacht ist die unmittelbare reine Befriedigung des Selbsts durch und in sich selbst. Es ist die gereinigte Seele, welche in dieser Reinheit unmittelbar nur Wesen und eins mit dem Wesen ist. Sie ist um ihrer Abstraktion willen nicht das seinen Gegenstand von sich unterscheidende Bewußtsein und also nur die Nacht seines Daseins und die bereitete Stätte seiner Gestalt. Der abstrakte Kultus erhebt daher das Selbst[521] dazu, dieses reine göttliche Element zu sein. Die Seele vollbringt diese Läuterung mit Bewußtsein; doch ist sie noch nicht das Selbst, das in seine Tiefen hinabgestiegen sich als das Böse weiß, sondern es ist ein Seiendes, eine Seele, welche ihre Äußerlichkeit mit Waschen reinigt, sie mit weißen Kleidern antut und ihre Innerlichkeit den vorgestellten Weg der Arbeiten, Strafen und Belohnungen, den Weg der die Besonderheit entäußernden Bildung überhaupt [hin] durchführt, durch welchen sie in die Wohnungen und die Gemeinschaft der Seligkeit gelangt.
This Concept of the cultus is already implicitly present and contained in the stream of hymnical song. This devotion is the immediate, pure satisfaction of the self through and within itself. It is the purified soul, which, in this purity, is immediately one with essence and being. On account of its abstraction, it is not the consciousness that distinguishes its object from itself; it is merely the night of its existence and the prepared ground for the essence’s shape. The abstract cultus thus elevates the self[521] to become this pure divine element. The soul accomplishes this purification consciously; yet it is not yet the self that has descended into its depths and knows itself as evil. Rather, it is a being, a soul that purifies its externality through ablutions, adorns it with white garments, and traverses the imagined path of labors, punishments, and rewards — the path of education that externalizes particularity — through which it enters the dwellings and communion of blessedness.
Dieser Kultus ist nur erst ein geheimes, d.h. ein nur vorgestelltes, unwirkliches Vollbringen; er muß wirkliche Handlung sein, eine unwirkliche Handlung widerspricht sich selbst. Das eigentliche Bewußtsein erhebt sich dadurch in sein reines Selbstbewußtsein. Das Wesen hat in ihm die Bedeutung eines freien Gegenstandes; durch den wirklichen Kultus kehrt dieser in das Selbst zurück, – und insofern er im reinen Bewußtsein die Bedeutung des reinen, jenseits der Wirklichkeit wohnenden Wesens hat, steigt dies Wesen von seiner Allgemeinheit durch diese Vermittlung zur Einzelheit herunter und schließt sich so mit der Wirklichkeit zusammen.
This cultus is at first only a secret, i.e., a merely imagined, non-actual accomplishment; it must become actual action, for non-actual action contradicts itself. Proper consciousness thereby ascends to its pure self-consciousness. The essence within it has the significance of a free object; through the actual cultus, this object returns into the self — and insofar as the essence, in pure consciousness, has the significance of a pure being dwelling beyond actuality, it descends from its universality through this mediation into singularity and thereby unites itself with actuality.
Wie beide Seiten in die Handlung eintreten, bestimmt sich so, daß für die selbstbewußte Seite, insofern sie wirkliches Bewußtsein ist, das Wesen sich als die wirkliche Natur darstellt; einesteils gehört sie ihm als Besitz und Eigentum und gilt als das nicht ansichseiende Dasein; andernteils ist sie seine eigene unmittelbare Wirklichkeit und Einzelheit, die von ihm ebenso als Nichtwesen betrachtet und aufgehoben wird. Zugleich aber hat für sein reines Bewußtsein jene äußere Natur die entgegengesetzte Bedeutung, nämlich das ansichseiende Wesen zu sein, gegen welches das Selbst seine Unwesentlichkeit aufopfert, wie es umgekehrt die unwesentliche Seite der Natur sich selbst aufopfert. Die Handlung ist dadurch geistige Bewegung, weil sie dies Doppelseitige ist, die Abstraktion des Wesens, wie die Andacht den Gegenstand bestimmt, aufzuheben und es zum Wirklichen zu[522] machen und das Wirkliche, wie das Handelnde den Gegenstand und sich bestimmt, auf- und in die Allgemeinheit zu erheben.
The determination of how both sides enter into the action is as follows: For the self-conscious side, insofar as it is actual consciousness, the essence presents itself as actual nature. On one hand, nature belongs to it as possession and property and is valid as non-in-itself existence; on the other hand, nature is its own immediate actuality and singularity, which it equally regards as non-essential and sublates. Simultaneously, for its pure consciousness, this external nature has the opposite significance: to be the in-itself essence against which the self sacrifices its non-essentiality, just as conversely the self sacrifices the non-essential aspect of nature to itself. The action is thereby a spiritual movement because it is this twofold process: to sublate the abstraction of the essence (as devotion determines the object) and to make it actual, while elevating the actual (as the acting self determines both object and itself) into universality.[522]
Die Handlung des Kultus selbst beginnt daher mit der reinen Hingabe eines Besitzes, den der Eigentümer scheinbar für ihn ganz nutzlos vergießt oder in Rauch aufsteigen läßt. Er tut hierin vor dem Wesen seines reinen Bewußtseins auf Besitz und Recht des Eigentumes und des Genusses desselben, auf die Persönlichkeit und die Rückkehr des Tuns in das Selbst Verzicht und reflektiert die Handlung vielmehr in das Allgemeine oder in das Wesen als in sich. – Umgekehrt aber geht darin ebenso das seiende Wiesen zugrunde. Das Tier, das aufgeopfert wird, ist das Zeichen eines Gottes; die Früchte, die verzehrt werden, sind die lebendige Ceres und Bacchus selbst, – in jenem sterben die Mächte des oberen Rechts, welches Blut und wirkliches Leben hat; in diesen aber die Mächte des unteren Rechts, das blutlos die geheime listige Macht besitzt. – Die Aufopferung der göttlichen Substanz gehört, insofern sie Tun ist, der selbstbewußten Seite an; daß dieses wirkliche Tun möglich sei, muß das Wesen sich selbst schon an sich aufgeopfert haben. Dies hat es darin getan, daß es sich Dasein gegeben und zum einzelnen Tiere und zur Frucht gemacht hat. Diese Verzichtleistung, die also das Wesen schon an sich vollbracht, stellt das handelnde Selbst im Dasein und für sein Bewußtsein dar und ersetzt jene unmittelbare Wirklichkeit des Wesens durch die höhere, nämlich die seiner selbst. Denn die entstandene Einheit, die das Resultat der aufgehobenen Einzelheit und Trennung beider Seiten ist, ist nicht das nur negative Schicksal, sondern hat positive Bedeutung. Nur dem abstrakten unterirdischen Wesen wird das ihm Aufgeopferte ganz hingegeben und damit die Reflexion des Besitzes und des Fürsichseins in das Allgemeine, von dem Selbst als solchem unterschieden, bezeichnet. Zugleich aber ist dies nur ein geringer [523] Teil, und das andere Opfern ist nur die Zerstörung des Unbrauchbaren und vielmehr die Zubereitung des Geopferten zum Mahle, dessen Schmaus die Handlung um ihre negative Bedeutung betrügt. Der Opfernde behält bei jenem ersten Opfer das meiste und von diesem das Nutzbare seinem Genüsse auf. Dieser Genuß ist die negative Macht, welche das Wesen sowie die Einzelheit aufhebt, und zugleich ist er die positive Wirklichkeit, worin das gegenständliche Dasein des Wesens in selbstbewußtes verwandelt [ist] und das Selbst das Bewußtsein seiner Einheit mit dem Wesen hat.
The action of the cultus proper thus begins with the pure surrender of a possession — one that the owner seemingly squanders entirely for no purpose or lets vanish in smoke. In this act, he renounces before the essence of his pure consciousness all claim to possession, property rights, and enjoyment thereof — to personality and the return of action into the self — and instead reflects the action into the universal, or into the essence as itself. Conversely, however, the existent essence perishes therein. The animal that is sacrificed is the sign of a god; the fruits consumed are living Ceres and Bacchus themselves — in the former, the powers of the upper law (which has blood and actual life) die; in the latter, the powers of the lower law (which possesses bloodless, cunning secrecy). — The sacrifice of the divine substance, insofar as it is action, belongs to the self-conscious side. For this actual action to be possible, the essence must have already implicitly sacrificed itself. It has done so by giving itself existence and becoming a singular animal and fruit. This renunciation (which the essence has thus already accomplished implicitly) is presented by the acting self in existence and for its consciousness, replacing the immediate actuality of the essence with a higher one: namely, that of itself. For the resultant unity (which emerges from the sublated singularity and separation of both sides) is not merely negative fate but has positive significance. Only to the abstract chthonic essence is the sacrificed offering wholly surrendered, marking the reflection of possession and being-for-self into the universal, distinct from the self as such. Simultaneously, this is but a small [523] part, and the other sacrifices merely prepare the inedible for destruction, transforming the offering into a feast — a repast that strips the act of its negative meaning. The sacrificer retains the greater portion of the initial offering and reserves its useful parts for his enjoyment. This enjoyment is the negative power that sublates both the essence and singularity, while also being the positive actuality wherein the objective existence of the essence is transmuted into self-conscious existence, and the self gains consciousness of its unity with the essence.
Dieser Kultus ist übrigens zwar eine wirkliche Handlung, ihre Bedeutung liegt jedoch mehr nur in der Andacht; was dieser angehört, ist nicht gegenständlich hervorgebracht, so wie das Resultat im Genüsse sich selbst seines Daseins beraubt. Der Kultus geht daher weiter und ersetzt diesen Mangel zunächst dadurch, daß er seiner Andacht ein gegenständliches Bestehen gibt, indem er die gemeinsame oder einzelne, jedem tunliche Arbeit ist, welche die Wohnung und den Putz des Gottes ihm zu Ehren hervorbringt. – Es wird dadurch teils die Gegenständlichkeit der Bildsäule aufgehoben, denn durch diese Weihung seiner Geschenke und Arbeiten macht der Arbeitende den Gott sich geneigt und schaut sein Selbst ihm angehörig an; teils auch ist dies Tun nicht das einzelne Arbeiten des Künstlers, sondern diese Besonderheit ist in der Allgemeinheit aufgelöst. Es ist aber nicht nur die Ehre des Gottes, die zustande kommt, und der Segen seiner Geneigtheit fließt nicht nur in der Vorstellung auf den Arbeiter, sondern die Arbeit hat auch die umgekehrte Bedeutung gegen die erste der Entäußerung und der fremden Ehre. Die Wohnungen und Hallen des Gottes sind für den Gebrauch des Menschen, die Schätze, die in jenen aufbewahrt sind, im Notfalle die seinigen; die Ehre, die jener in seinem Schmucke genießt, ist die Ehre des kunstreichen und großmütigen Volkes. Am Feste schmückt dieses ebenso seine eigenen Wohnungen und Bekleidungen sowie seine Verrichtungen mit zierlichem Geräte. Es empfängt auf diese Weise für seine Gaben[524] die Erwiderung von dem dankbaren Gotte und die Beweise seiner Geneigtheit, in der es sich mit ihm durch die Arbeit verband, nicht in der Hoffnung und einer späten Wirklichkeit, sondern hat in der Ehrenbezeugung und Darbringung der Gaben unmittelbar den Genuß seines eigenen Reichtumes und Putzes.[525]
This cultus, to be sure, is an actual action, yet its significance lies more exclusively in devotion; what belongs to devotion is not objectively produced, just as the result in enjoyment deprives itself of its own existence. The cultus therefore progresses further and initially remedies this deficiency by giving its devotion an objective subsistence, for it is the communal or individual labor feasible to all, which produces the dwelling and adornments of the god in his honor. – Thereby, on the one hand, the objectivity of the statue is sublated, for through the consecration of its gifts and labors, the laborer renders the god favorable and beholds his Self as belonging to him; on the other hand, this activity is not the singular labor of the artist but this particularity is dissolved in universality. Yet it is not merely the honor of the god that is accomplished, nor does the blessing of his favor flow upon the laborer only in representation; rather, the labor also has the inverse significance against the initial one of externalization and alien honor. The dwellings and halls of the god are for human use; the treasures preserved within them are in times of need the people’s own; the honor that the god enjoys in his adornments is the honor of an artistic and magnanimous people. At the festival, this people likewise adorns its own dwellings, garments, and occupations with elegant utensils. In this way, it receives in return for its offerings[524] the recompense from the grateful god and the tokens of his favor, through which it united itself with him in labor—not in hope and a deferred reality—but in the homage and offering of gifts, it immediately enjoys its own wealth and splendor.[525]
b. Das lebendige Kunstwerk
b. The Living Artwork
Das Volk, das in dem Kultus der Kunstreligion sich seinem Gotte naht, ist das sittliche Volk, das seinen Staat und die Handlungen desselben als den Willen und das Vollbringen seiner selbst weiß. Dieser Geist, dem selbstbewußten Volke gegenübertretend, ist daher nicht das Lichtwesen, das selbstlos nicht die Gewißheit der Einzelnen in sich enthält, sondern vielmehr nur ihr allgemeines Wesen und die herrische Macht ist, worin sie verschwinden. Der Kultus der Religion dieses einfachen gestaltlosen Wesens gibt seinen Angehörigen daher nur dies im allgemeinen zurück, daß sie das Volk ihres Gottes sind; er erwirbt ihnen nur ihr Bestehen und einfache Substanz überhaupt, nicht aber ihr wirkliches Selbst, das vielmehr verworfen ist. Denn sie verehren ihren Gott als die leere Tiefe, nicht als Geist. Der Kultus aber der Kunstreligion entbehrt andererseits jener abstrakten Einfachheit des Wesens und daher der Tiefe desselben. Das Wesen aber, das mit dem Selbst unmittelbar geeinigt ist, ist an sich der Geist und die wissende Wahrheit, obzwar noch nicht die gewußte oder die sich selbst in ihrer Tiefe wissende. Weil das Wesen also hier das Selbst an ihm hat, so ist seine Erscheinung dem Bewußtsein freundlich, und im Kultus erhält dieses nicht nur die allgemeine Berechtigung seines Bestehens, sondern auch sein in ihm selbst bewußtes Dasein; so wie umgekehrt das Wesen nicht in einem verworfenen Volke, dessen Substanz nur anerkannt wird, selbstlose Wirklichkeit hat, sondern in dem Volke, dessen Selbst in seiner Substanz anerkannt ist.[525]
The people who approach their god in the cultus of the Art-Religion are the ethical people, who know their state and its actions as the will and accomplishment of their own selves. The spirit that confronts this self-conscious people is thus not the light-being, which, selfless, does not contain the certainty of individuals within itself, but rather is only their universal essence and the sovereign power in which they vanish. The cultus of the religion of this simple, formless essence therefore gives back to its adherents only this in general: that they are the people of their god; it secures for them merely their subsistence and simple substance as such, not their actual Self, which is rather rejected. For they revere their god as the empty depth, not as spirit. The cultus of the Art-Religion, however, on the other hand, lacks the simplicity of the essence and thereby its depth. But the essence that is immediately united with the Self is in itself spirit and knowing truth, even though not yet the truth known or knowing itself in its depth. Because the essence here has the Self within it, its manifestation is amiable to consciousness, and in the cultus, consciousness receives not only the general sanction of its subsistence but also its existence as conscious within itself; just as conversely, the essence does not have a selfless actuality in a rejected people whose substance is merely acknowledged, but in the people whose Self is acknowledged in its substance.[525]
Aus dem Kultus tritt also das in seinem Wesen befriedigte Selbstbewußtsein und der Gott eingekehrt in es als in seine Stätte. Diese Stätte ist für sich die Nacht der Substanz oder ihre reine Individualität, aber nicht mehr die gespannte des Künstlers, die noch nicht mit ihrem gegenständlich werdenden Wesen sich ausgesöhnt hat, sondern die befriedigte Nacht, welche ihr Pathos unbedürftig an ihr hat, weil sie aus der Anschauung, der aufgehobenen Gegenständlichkeit, zurückkehrt. – Dieses Pathos ist für sich das Wesen des Aufgangs, das aber nunmehr in sich untergegangen ist und seinen Untergang, das Selbstbewußtsein, und damit Dasein und Wirklichkeit an ihm selbst hat. – Es hat hier die Bewegung seiner Verwirklichung durchlaufen. Sich aus seiner reinen Wesenheit herabsetzend zu einer gegenständlichen Naturkraft und deren Äußerungen, ist es ein Dasein für das Andere, für das Selbst, von dem es verzehrt wird. Das stille Wesen der selbstlosen Natur gewinnt in seiner Frucht die Stufe, worin sie, sich selbst zubereitend und verdaut, sich dem selbstischen Leben darbietet; sie erreicht in der Nützlichkeit, gegessen und getrunken werden zu können, ihre höchste Vollkommenheit; denn sie ist darin die Möglichkeit einer höheren Existenz und berührt das geistige Dasein; – teils zur stillkräftigen Substanz, teils aber zur geistigen Gärung ist der Erdgeist in seiner Metamorphose dort zum weiblichen Prinzipe der Ernährung, hier zum männlichen Prinzipe der sich treibenden Kraft des selbstbewußten Daseins gediehen.
From the cultus, self-consciousness thus emerges satisfied in its essence, and the god returns into it as into its dwelling. This dwelling is for itself the night of Substance or its pure individuality, yet no longer the strained individuality of the artist, which has not yet reconciled itself with its objectively becoming essence, but the satisfied night that has no need of its pathos within itself, for it returns from the intuition — from sublated objectivity. — This pathos is in itself the essence of the rising, which has now descended into itself and possesses its descent, self-consciousness, and thereby existence and actuality within itself. — Here it has traversed the movement of its actualization. Descending from its pure essentiality into an objective natural force and its manifestations, it becomes an existence for the Other, for the Self by which it is consumed. The silent essence of selfless nature attains in its fruit the stage where, preparing and digesting itself, it offers itself to self-oriented life. In its utility — in being edible and drinkable — it achieves its highest perfection, for therein lies the possibility of a higher existence and contact with spiritual existence. The Earth-Spirit, in its metamorphosis, has matured here into the feminine principle of nourishment and the masculine principle of the self-propelling force of self-conscious existence, partly as the quiet-effective substance and partly as spiritual fermentation.
In diesem Genüsse ist also jenes aufgehende Lichtwesen verraten, was es ist; er ist das Mysterium desselben. Denn das Mystische ist nicht Verborgenheit eines Geheimnisses oder Unwissenheit, sondern besteht darin, daß das Selbst sich mit dem Wesen eins weiß und dieses also geoffenbart ist. Nur das Selbst ist sich offenbar, oder was offenbar ist, ist es nur in der unmittelbaren Gewißheit seiner. In dieser aber ist durch den Kultus das einfache Wesen gesetzt worden; es hat als brauchbares Ding nicht nur das Dasein, das gesehen, gefühlt, gerochen, geschmeckt wird, sondern ist auch Gegenstand[526] der Begierde und wird durch den wirklichen Genuß eins mit dem Selbst und dadurch vollkommen an dieses verraten und ihm offenbar. – Dasjenige, von dem gesagt wird, es sei der Vernunft, dem Herzen offenbar, ist in der Tat noch geheim, denn es fehlt noch die wirkliche Gewißheit des unmittelbaren Daseins, sowohl die gegenständliche als die genießende, welche in der Religion aber nicht nur die gedankenlose unmittelbare, sondern zugleich die rein wissende des Selbsts ist.
In this enjoyment, therefore, that rising luminous essence is betrayed as to what it truly is; it is the mystery of it. For the mystical is not the concealment of a secret or ignorance, but consists in the Self knowing itself united with the essence, and thus the essence is revealed. Only the Self is manifest to itself, or what is manifest exists solely in the immediate certainty of itself. Through the cultus, the simple essence has been posited in this certainty; as a usable thing, it not only has existence that is seen, felt, smelled, tasted, but is also the object[526] of desire. Through actual enjoyment, it becomes one with the Self and is thereby completely surrendered and revealed to it. — That which is said to be revealed to reason or the heart remains still secret, for it lacks the actual certainty of immediate existence, both objective and enjoyable. In religion, however, this certainty is not merely thoughtless immediacy but simultaneously the purely knowing Self.
Was hiermit durch den Kultus dem selbstbewußten Geiste in ihm selbst offenbar geworden, ist das einfache Wesen als die Bewegung, teils aus seiner nächtlichen Verborgenheit herauf in das Bewußtsein zu treten, dessen stillernährende Substanz zu sein, teils aber sich ebenso wieder in die unterirdische Nacht, in das Selbst zu verlieren und oben nur mit stiller Muttersehnsucht zu verweilen. – Der lautere Trieb aber ist das vielnamige Lichtwesen des Aufgangs und sein taumelndes Leben, das, von seinem abstrakten Sein ebenso abgelassen, sich zuerst in das gegenständliche Dasein der Frucht befaßt, dann, dem Selbstbewußtsein sich hingebend, in ihm zur eigentlichen Wirklichkeit gelangt, – nun als ein Haufen schwärmender Weiber umherschweift, der ungebändigte Taumel der Natur in selbstbewußter Gestalt.
What has thus become revealed to self-conscious Spirit within itself through the cultus is the simple essence as the movement: partly emerging from its nocturnal concealment into consciousness as its quiet-nourishing Substance, and partly sinking back into the subterranean night — into the Self — while lingering above only with silent maternal longing. — The pure drive, however, is the many-named luminous essence of the rising, its frenzied life which, having drained away from its abstract being, first encompasses itself in the objective existence of the fruit, then surrenders itself to self-consciousness, attaining therein true actuality — now roaming as a throng of ecstatic women, the untamed frenzy of Nature in self-conscious form.
Noch ist aber dem Bewußtsein nur der absolute Geist, der dieses einfache Wesen und nicht als der Geist an ihm selbst ist, verraten, oder nur der unmittelbare Geist, der Geist der Natur. Sein selbstbewußtes Leben ist daher nur das Mysterium des Brotes und des Weins, der Ceres und des Bacchus, nicht der anderen, der eigentlich oberen Götter, deren Individualität als wesentliches Moment das Selbstbewußtsein als solches in sich schließt. Noch hat sich ihm also der Geist als selbstbewußter Geist nicht geopfert, und das Mysterium des Brotes und Weins ist noch nicht Mysterium des Fleisches und Blutes.[527]
But what is thus betrayed to consciousness is only the absolute Spirit as this simple essence, not yet as Spirit proper — or only the immediate Spirit, the Spirit of Nature. Its self-conscious life is therefore only the mystery of bread and wine, of Ceres and Bacchus, not of the higher gods proper, whose individuality inherently includes self-consciousness as an essential moment. Thus, Spirit has not yet sacrificed itself to consciousness as self-conscious Spirit, and the mystery of bread and wine is not yet the Mystery of Flesh and Blood.[527]
Dieser unbefestigte Taumel des Gottes muß sich zum Gegenstande beruhigen und die Begeisterung, die nicht zum Bewußtsein kam, ein Werk hervorbringen, das ihr, wie der Begeisterung des vorhergehenden Künstlers die Bildsäule, zwar als ein ebenso vollendetes Werk gegenübertritt, aber nicht als ein an ihm lebloses, sondern als ein lebendiges Selbst. – Ein solcher Kultus ist das Fest, das der Mensch zu seiner eigenen Ehre sich gibt, jedoch in einen solchen noch nicht die Bedeutung des absoluten Wesens legt; denn das Wesen ist ihm erst offenbar, noch nicht der Geist; nicht als solches, das wesentlich menschliche Gestalt annimmt. Aber dieser Kultus legt den Grund zu dieser Offenbarung und legt ihre Momente einzeln auseinander. So hier das abstrakte Moment der lebendigen Körperlichkeit des Wesens, wie vorhin die Einheit beider in bewußtloser Schwärmerei. Der Mensch stellt also an die Stelle der Bildsäule sich selbst als zur vollkommen freien Bewegung erzogene und ausgearbeitete Gestalt, wie jene die vollkommen freie Ruhe ist. Wenn jeder Einzelne wenigstens als Fackelträger sich darzustellen weiß, so hebt sich einer aus ihnen hervor, der die gestaltete Bewegung, die glatte Ausarbeitung und flüssige Kraft aller Glieder ist, – ein beseeltes, lebendiges Kunstwerk, das mit seiner Schönheit die Stärke paart und dem der Schmuck, womit die Bildsäule geehrt wurde, als Preis seiner Kraft und die Ehre, unter seinem Volke statt des steinernen Gottes die höchste leibliche Darstellung ihres Wesens zu sein, zuteil wird.
This unsteady frenzy of the god must calm itself into an object, and the inspiration that did not attain consciousness must produce a work. Like the statue confronting the inspiration of the earlier artist, this work stands as an equally perfected creation, yet not as lifeless but as a living Self. — Such a cultus is the festival that humanity gives itself in its own honor, though it does not yet invest it with the significance of the absolute essence. For the essence is revealed to humanity, but not yet as Spirit — not as that which essentially assumes human form. Yet this cultus lays the foundation for such revelation, unfolding its moments individually. Here is the abstract moment of the living corporeality of essence, just as before the unity of both in unconscious frenzy. Thus, humanity replaces the statue with itself as a figure trained and wrought into perfectly free movement, just as the statue is perfectly free repose. If each individual knows how to present themselves at least as a torchbearer, one among them stands out as the shaped movement, the smooth elaboration and fluid power of all limbs — an ensouled, living artwork. To this figure is accorded the adornments bestowed upon the stone god, the prize of his strength, and the honor of being, among his people, the highest corporeal representation of their essence instead of the stony deity.
In den beiden Darstellungen, die soeben vorkamen, ist die Einheit des Selbstbewußtseins und des geistigen Wesens vorhanden; es fehlt ihnen aber noch ihr Gleichgewicht. In der bacchischen Begeisterung ist das Selbst außer sich, in der schönen Körperlichkeit aber das geistige Wesen. Jene Dumpfheit des Bewußtseins und ihr wildes Stammeln muß in das klare Dasein der letzteren und die geistlose Klarheit der letzteren in die Innerlichkeit der ersteren aufgenommen werden. Das vollkommene Element, worin die Innerlichkeit[528] ebenso äußerlich als die Äußerlichkeit innerlich ist, ist wieder die Sprache, aber weder die in ihrem Inhalte ganz zufällige und einzelne des Orakels, noch die empfindende und nur den einzelnen Gott preisende Hymne, noch das inhaltslose Stammeln der bacchischen Raserei. Sondern sie hat ihren klaren und allgemeinen Inhalt gewonnen, – ihren klaren Inhalt, denn der Künstler hat sich aus der ersten ganz substantiellen Begeisterung heraus zur Gestalt gearbeitet, die eigenes, in allen seinen Regungen von der selbstbewußten Seele durchdrungenes und mitlebendes Dasein ist, – ihren allgemeinen Inhalt, denn in diesem Feste, das die Ehre des Menschen ist, verschwindet die Einseitigkeit der Bildsäulen, die nur einen Nationalgeist, einen bestimmten Charakter der Göttlichkeit enthalten. Der schöne Fechter ist zwar die Ehre seines besonderen Volkes, aber er ist eine körperliche Einzelheit, worin die Ausführlichkeit und Ernst der Bedeutung und der innere Charakter des Geistes, der das besondere Leben, Anliegen, Bedürfnisse und Sitten seines Volkes trägt, untergegangen ist. In dieser Entäußerung zur völligen Körperlichkeit hat der Geist die besonderen Eindrücke und Anklänge der Natur abgelegt, die er als der wirkliche Geist des Volks in sich schloß. Sein Volk ist sich daher nicht mehr seiner Besonderheit in ihm, sondern vielmehr der Ablegung derselben und der Allgemeinheit seines menschlichen Daseins bewußt.[529]
In the two representations just discussed, the unity of self-consciousness and spiritual essence is present; however, they still lack equilibrium. In Bacchic enthusiasm, the Self is beside itself, while in beautiful corporeality the spiritual essence resides. The muffled consciousness and its wild stammering must transition into the clear existence of the latter, and the spiritless clarity of the latter must be absorbed into the inwardness of the former. The perfect element – where inwardness[528] is as external as externality is internal – is again language. Yet this is neither the utterly contingent and singular language of the oracle, nor the affective hymn praising an individual god, nor the contentless stammering of Bacchic frenzy. Rather, it has attained its clear and universal content – clear content, for the artist has worked through initial substantial enthusiasm into a form permeated by self-conscious soulfulness in all its movements, a co-living existence – universal content, for in this festival honoring humanity, the one-sidedness of statues containing only a National-Spirit or specific divine character vanishes. The beautiful combatant may honor his particular people, but he remains a corporeal singularity in which the breadth, seriousness of meaning, and inner character of the Spirit – bearer of his people’s particular life, concerns, needs, and customs – have perished. In this externalization into full corporeality, Spirit has shed the particular impressions and resonances of nature it contained as the actual Spirit of the people. Thus, its people no longer recognize their particularity in it but rather its shedding and the universality of their human existence.[529]
c. Das geistige Kunstwerk
c. The Spiritual Artwork
Die Volksgeister, die der Gestalt ihres Wesens in einem besonderen Tiere bewußt werden, gehen in einen zusammen; so vereinigen sich die besonderen schönen Volksgeister in ein Pantheon, dessen Element und Behausung die Sprache ist. Die reine Anschauung seiner selbst als allgemeiner Menschlichkeit hat an der Wirklichkeit des Volksgeistes die Form, daß er sich mit den anderen, mit denen er durch die Natur eine Nation ausmacht, zu einer gemeinschaftlichen Unternehmung[529] verbindet und für dieses Werk ein Gesamtvolk und damit einen Gesamthimmel bildet. Diese Allgemeinheit, zu der der Geist in seinem Dasein gelangt, ist jedoch nur diese erste, die von der Individualität des Sittlichen erst ausgeht, ihre Unmittelbarkeit noch nicht überwunden, nicht einen Staat aus diesen Völkerschaften gebildet hat. Die Sittlichkeit des wirklichen Volksgeistes beruht teils auf dem unmittelbaren Vertrauen der Einzelnen zu dem Ganzen ihres Volkes, teils auf dem unmittelbaren Anteil, den alle, des Unterschiedes von Ständen unerachtet, an den Entschlüssen und Handlungen der Regierung nehmen. In der Vereinigung, zunächst nicht zu einer bleibenden Ordnung, sondern nur zu einer gemeinsamen Handlung, ist jene Freiheit des Anteils Aller und jeder einstweilen auf die Seite gestellt. Diese erste Gemeinschaftlichkeit ist daher mehr eine Versammlung der Individualitäten als die Herrschaft des abstrakten Gedankens, der die Einzelnen ihres selbstbewußten Anteils an Willen und Tat des Ganzen berauben würde.
The national spirits, conscious of their essence’s form in a particular animal, coalesce into one; thus, the particular beautiful national spirits unite into one Pantheon, whose element and dwelling is language. The pure intuition of itself as universal humanity takes the form in the National-Spirit’s actuality of uniting with others – with whom it forms one nation by nature – in a collective undertaking[529], forming for this work a collective people and thereby a collective heaven. This universality, however, to which Spirit ascends in its existence, remains primary – emerging from the individuality of Ethical Life, not yet overcoming its immediacy, not having formed one state from these tribes. The Ethical Life of the actual National-Spirit rests partly on individuals’ immediate trust in their people’s totality, partly on the immediate participation of all – regardless of class distinctions – in the government’s decisions and actions. In this union, initially not a permanent order but merely a collective action, that freedom of participation by all is provisionally set aside. This first communality is thus more an assembly of individualities than the rule of abstract thought, which would deprive individuals of their self-conscious share in the whole’s will and deed.
Die Versammlung der Volksgeister macht einen Kreis von Gestalten aus, der jetzt die ganze Natur wie die ganze sittliche Welt befaßt. Auch sie stehen unter dem Oberbefehl mehr des Einen als seiner Oberherrschaft. Für sich sind sie die allgemeinen Substanzen dessen, was das selbstbewußte Wesen an sich ist und tut. Dieses aber macht die Kraft und zunächst den Mittelpunkt wenigstens aus, um den jene allgemeinen Wesen sich bemühen, der nur erst zufälligerweise ihre Geschäfte zu verbinden scheint. Aber die Rückkehr des göttlichen Wesens in das Selbstbewußtsein ist es, die schon den Grund enthält, daß dieses den Mittelpunkt für jene göttlichen Kräfte bildet und die wesentliche Einheit zunächst unter der Form einer freundlichen äußerlichen Beziehung beider Wehen verbirgt.
The assembly of national spirits constitutes a circle of figures encompassing all nature and the entire ethical world. These too stand under the supreme command more of the One than under his sovereignty. For themselves, they are the universal substances of what the self-conscious essence is and does in itself. Yet this essence constitutes the power and at least the focal point around which these universal beings strive – a center that only accidentally appears to unite their affairs. However, the divine essence’s return into self-consciousness already contains the ground for this essence forming the focal point for those divine forces, concealing their essential unity initially under the form of a friendly external relation between both worlds.
Dieselbe Allgemeinheit, welche diesem Inhalte zukommt, hat notwendig auch die Form des Bewußtseins, in welcher er auftritt. Es ist nicht mehr das wirkliche Tun des Kultus, sondern ein Tun, das zwar noch nicht in den Begriff, sondern[530] erst in die Vorstellung, in die synthetische Verknüpfung des selbstbewußten und des äußeren Daseins erhoben ist. Das Dasein dieser Vorstellung, die Sprache, ist die erste Sprache, das Epos als solches, das den allgemeinen Inhalt, wenigstens als Vollständigkeit der Welt, obzwar nicht als Allgemeinheit des Gedankens, enthält. Der Sänger ist der Einzelne und Wirkliche, aus dem als Subjekt dieser Welt sie erzeugt und getragen wird. Sein Pathos ist nicht die betäubende Naturmacht, sondern die Mnemosyne, die Besinnung und gewordene Innerlichkeit, die Erinnerung des vorhin unmittelbaren Wesens. Er ist das in seinem Inhalte verschwindende Organ; nicht sein eigenes Selbst gilt, sondern seine Muse, sein allgemeiner Gesang. Was aber in der Tat vorhanden ist, ist der Schluß, worin das Extrem der Allgemeinheit, die Götterwelt, durch die Mitte der Besonderheit mit der Einzelheit, dem Sänger, verknüpft ist. Die Mitte ist das Volk in seinen Helden, welche einzelne Menschen sind wie der Sänger, aber nur vorgestellte und dadurch zugleich allgemeine, wie das freie Extrem der Allgemeinheit, die Götter.
The same universality belonging to this content necessarily assumes the form of consciousness in which it appears. It is no longer the actual deed of the cultus but a deed elevated not yet into the Concept but into representation – the synthetic linkage of self-conscious and external existence. The existence of this representation, language, is the primal language: the epic as such, containing universal content at least as the totality of the world, though not as the universality of thought. The singer is the singular actual individual from whom, as the subject of this world, it is generated and sustained. His pathos is not stupefying natural power but Mnemosyne – reflection and matured inwardness, the recollection of what was once immediate essence. He is the organ vanishing into its content; not his own Self but his Muse, his universal song, holds significance. What is actually present is the syllogism in which the extreme of universality, the divine world, is linked through the middle term of particularity to the singular, the singer. The middle term is the people in their heroes – singular humans like the singer, yet represented and thereby simultaneously universal, like the free extreme of universality, the gods.
In diesem Epos stellt sich also überhaupt dem Bewußtsein dar, was im Kultus an sich zustande kommt, die Beziehung des Göttlichen auf das Menschliche. Der Inhalt ist eine Handlung des seiner selbst bewußten Wesens. Das Handeln stört die Ruhe der Substanz und erregt das Wesen, wodurch seine Einfachheit geteilt und in die mannigfaltige Welt der natürlichen und sittlichen Kräfte aufgeschlossen ist. Die Handlung ist die Verletzung der ruhigen Erde, die Grube, die, durch das Blut beseelt, die abgeschiedenen Geister hervorruft, welche, nach Leben durstend, es in dem Tun des Selbstbewußtseins erhalten. Das Geschäft, um welches die allgemeine Bemühung geht, bekommt die zwei Seiten, die selbstische, von einer Gesamtheit wirklicher Völker und den an ihrer Spitze stehenden Individualitäten, und die allgemeine, von ihren substantiellen Mächten vollbracht zu werden. Die Beziehung beider aber bestimmte sich vorhin so, daß sie die synthetische Verbindung des Allgemeinen und[531] Einzelnen oder das Vorstellen ist. Von dieser Bestimmtheit hängt die Beurteilung dieser Welt ab. – Das Verhältnis beider ist dadurch eine Vermischung, welche die Einheit des Tuns inkonsequent verteilt und die Handlung überflüssigerweise von der einen Seite zur ändern herüberwirft. Die allgemeinen Mächte haben die Gestalt der Individualität und damit das Prinzip des Handelns an ihnen; ihr Wirken erscheint daher als ein ebenso freies, von ihnen ganz ausgehendes Tun als das der Menschen. Ein und dasselbe haben daher ebensowohl die Götter als die Menschen getan. Der Ernst jener Mächte ist ein lächerlicher Überfluß, da diese in der Tat die Kraft der handelnden Individualität sind; – und die Anstrengung und Arbeit dieser ist eine ebenso unnütze Bemühung, da jene vielmehr alles lenken, – Die übertägigen Sterblichen, die das Nichts sind, sind zugleich das mächtige Selbst, das die allgemeinen Wesen sich unterwirft, die Götter verletzt und ihnen überhaupt die Wirklichkeit und ein Interesse des Tuns verschafft; wie umgekehrt diese ohnmächtigen Allgemeinheiten, die sich von den Gaben der Menschen nähren und durch sie erst etwas zu tun bekommen, das natürliche Wesen und der Stoff aller Begebenheiten und ebenso die sittliche Materie und das Pathos des Tuns sind. Wenn ihre elementarischen Naturen durch das freie Selbst der Individualität erst in Wirklichkeit und betätigtes Verhältnis gebracht werden, so sind sie ebensosehr das Allgemeine, das sich dieser Verbindung entzieht, in seiner Bestimmung unbeschränkt bleibt und durch die unüberwindliche Elastizität seiner Einheit die Punktualität des Tätigen und seine Figurationen auslöscht, sich selbst rein erhält und alles Individuelle in seiner Flüssigkeit auflöst.
In this epic, there thus presents itself to consciousness in general what occurs in itself within the cultus: the relation of the Divine to the Human. The content is an action of the self-conscious essence. Acting disturbs the repose of Substance and arouses the essence, thereby dividing its simplicity and unfolding it into the manifold world of natural and ethical powers. The action is the violation of the tranquil earth, the furrow which, animated by blood, summons forth the departed spirits thirsting for life, who attain it through the activity of self-consciousness. The enterprise towards which the universal striving is directed has two aspects: to be accomplished through the self-centered agency of a totality of actual peoples and the individualities standing at their head, and through the universal agency of their substantial powers. The relation between them, however, was previously determined as the synthetic union of the universal and the singular, or as representation. Upon this determinacy depends the judgment of this world. — The relation of both becomes a mingling which incoherently distributes the unity of action and superfluously shifts the deed from one side to the other. The universal powers assume the form of individuality and thus the principle of action within themselves; their efficacy thus appears as a deed equally free and entirely originating from them as from humans. The gods and men have therefore done one and the same. The earnestness of those powers becomes a laughable superfluity, since they are in truth the strength of the acting individuality; — while the exertion and labor of the latter is an equally futile endeavor, as the former rather govern all. — The daylight mortals, who are the Nothing, are at once the mighty Self that subjugates the universal beings, wounds the gods, and secures for them actuality and an interest in action; just as conversely, these impotent universalities, nourished by human offerings and only through them attaining something to do, are the natural essence and material of all events, as well as the ethical matter and pathos of action. While their elemental natures are brought into actuality and active relation through the free Self of individuality, they are equally the Universal that withdraws from this connection, remains unlimited in its determinacy, and through the invincible elasticity of its unity extinguishes the punctuality of the agent and his configurations, preserving itself pure and dissolving all individuality within its fluidity.
Wie sie mit der entgegenstehenden selbstischen Natur in diese widersprechende Beziehung fallen, ebenso gerät ihre Allgemeinheit mit ihrer eigenen Bestimmung und deren Verhältnis zu anderen in Widerstreit. Sie sind die ewigen schönen Individuen, die, in ihrem eigenen Dasein ruhend, der Vergänglichkeit und fremder Gewalt enthoben sind. –[532] Aber sie sind zugleich bestimmte Elemente, besondere Götter, die sich also zu anderen verhalten. Aber das Verhältnis zu anderen, das nach seiner Entgegensetzung ein Streit mit ihnen ist, ist eine komische Selbstvergessenheit ihrer ewigen Natur. – Die Bestimmtheit ist in das göttliche Bestehen eingewurzelt und hat in seiner Begrenzung die Selbständigkeit der ganzen Individualität; durch diese verlieren ihre Charaktere zugleich die Schärfe der Eigentümlichkeit und vermischen sich in ihrer Vieldeutigkeit. – Ein Zweck der Tätigkeit und ihre Tätigkeit selbst, da sie gegen ein Anderes und somit gegen eine unbesiegbare göttliche Kraft gerichtet ist, ist ein zufälliges leeres Aufspreizen, das ebenso zerfließt und den anscheinenden Ernst der Handlung in ein gefahrloses, seiner selbstsicheres Spiel ohne Resultat und Erfolg verwandelt. Wenn aber an der Natur ihrer Göttlichkeit das Negative oder die Bestimmtheit derselben nur als die Inkonsequenz ihrer Tätigkeit und der Widerspruch des Zwecks und des Erfolgs erscheint und jene selbständige Sicherheit über das Bestimmte das Übergewicht behält, so tritt ihr eben dadurch die reine Kraft des Negativen gegenüber, und zwar als ihre letzte Macht, über welche sie nichts vermögen. Sie sind das Allgemeine und Positive gegen das einzelne Selbst der Sterblichen, das nicht gegen ihre Macht aushält; aber das allgemeine Selbst schwebt darum über ihnen und über dieser ganzen Welt der Vorstellung, welcher der ganze Inhalt angehört, als die begrifflose Leere der Notwendigkeit, – ein Geschehen, gegen das sie sich selbstlos und trauernd verhalten, denn diese bestimmten Naturen finden sich nicht in dieser Reinheit.
Just as they enter into this contradictory relation with the opposing self-centered nature, so too does their universality conflict with their own determinacy and its relation to others. They are the eternal beautiful individuals, resting in their own existence, exempt from transience and alien power. — Yet they are also determinate elements, particular gods who thus relate to others. But this relation to others, which in its opposition becomes a struggle with them, is a comic self-forgetfulness of their eternal nature. — Determinacy is rooted in divine subsistence and possesses in its limitation the self-sufficiency of the whole individuality; through this, their characters simultaneously lose the sharpness of peculiarity and blur in their ambiguity. — A purpose of activity and the activity itself, being directed against an Other and thus against an invincible divine force, becomes a contingent, empty bravado that dissolves just as readily, transforming the apparent earnestness of action into a riskless, self-assured play devoid of result and success. Yet if, in the nature of their divinity, the Negative or determinacy appears only as the inconsistency of their activity and the contradiction between purpose and outcome, and if that self-sufficient certainty over the determinate retains predominance, then there confronts them the pure force of the Negative as their ultimate power, over which they can prevail not at all. They are the universal and positive against the singular Self of mortals, which cannot withstand their might; but the universal Self hovers above them and this entire world of representation — to which the whole content belongs — as the conceptless void of necessity, a happening towards which they comport themselves selflessly and mournfully, for these determinate natures do not find themselves in this purity.
Diese Notwendigkeit aber ist die Einheit des Begriffes, der die widersprechende Substantialität der einzelnen Momente unterworfen ist, worin die Inkonsequenz und Zufälligkeit ihres Tuns sich ordnet und das Spiel ihrer Handlungen seinen Ernst und Wert an ihnen selbst erhält. Der Inhalt der[533] Welt der Vorstellung spielt losgebunden für sich in der Mitte seine Bewegung, versammelt um die Individualität eines Helden, der aber in seiner Kraft und Schönheit sein Leben gebrochen fühlt und, einem frühen Tod entgegensehend, trauert. Denn die in sich feste und wirkliche Einzelheit ist an die Extremität ausgeschlossen und in ihre Momente entzweit, die sich noch nicht gefunden und vereint. Das eine Einzelne, das abstrakte Unwirkliche, ist die Notwendigkeit, die an dem Leben der Mitte nicht Anteil hat, sowenig als das andere, das wirkliche Einzelne, der Sänger, der sich außer ihm hält und in seiner Vorstellung untergeht. Beide Extreme müssen sich dem Inhalte nähern; das eine, die Notwendigkeit, hat sich mit dem Inhalte zu erfüllen, das andere, die Sprache des Sängers, muß Anteil an ihm haben und der sich selbst vorher überlassene Inhalt die Gewißheit und feste Bestimmung des Negativen an ihm erhalten.
This necessity, however, is the unity of the Concept, which subjugates the contradictory substantiality of the singular moments, ordering the inconsistency and contingency of their deeds, so that the play of their actions derives its earnestness and value from themselves. The content of the[533] world of representation unfolds its movement unrestrained in the middle, gathering around the individuality of a hero who yet feels his life broken in its strength and beauty, mourning as he approaches an early death. For the firm and actual singularity within itself is excluded to the extremity and divided into its moments, which have not yet found and united themselves. The one singularity, the abstract unreal, is necessity, which partakes no more in the life of the middle than does the other, the actual singularity — the singer, who remains external to it and vanishes in his representation. Both extremes must approach the content; the one, necessity, must become filled with the content, while the other, the singer’s language, must partake in it, and the content, previously abandoned to itself, must acquire the certainty and fixed determinacy of the Negative within it.
Diese höhere Sprache, die Tragödie, faßt also die Zerstreuung der Momente der wesentlichen und handelnden Welt näher zusammen; die Substanz des Göttlichen tritt nach der Natur des Begriffs in ihre Gestalten auseinander, und ihre Bewegung ist gleichfalls ihm gemäß. In Ansehung der Form hört die Sprache dadurch, daß sie in den Inhalt hereintritt, auf, erzählend zu sein, wie der Inhalt, ein vorgestellter [zu sein]. Der Held ist selbst der Sprechende, und die Vorstellung zeigt dem Zuhörer, der zugleich Zuschauer ist, selbstbewußte Menschen, die ihr Recht und ihren Zweck, die Macht und den Willen ihrer Bestimmtheit wissen und zu sagen wissen. Sie sind Künstler, die nicht, wie die das gemeine Tun im wirklichen Leben begleitende Sprache, bewußtlos, natürlich und naiv das Äußere ihres Entschlusses und Beginnens aussprechen, sondern das innere Wesen äußern, das Recht ihres Handelns beweisen und das Pathos, dem sie angehören, frei von zufälligen Umständen und von der Besonderheit der Persönlichkeiten in seiner allgemeinen Individualität besonnen behaupten und bestimmt aussprechen. Das Dasein dieser Charaktere sind endlich wirkliche Menschen,[534] welche die Personen der Helden anlegen und diese in wirklichem, nicht erzählendem, sondern eigenem Sprechen darstellen. So wesentlich es der Bildsäule ist, von Menschenhänden gemacht zu sein, ebenso wesentlich ist der Schauspieler seiner Maske, – nicht als äußerliche Bedingung, von der die Kunstbetrachtung abstrahieren müsse; oder insofern davon in ihr allerdings zu abstrahieren ist, so ist eben dies damit gesagt, daß die Kunst das wahre eigentliche Selbst noch nicht in ihr enthält.
This higher language, Tragedy, thus gathers more closely the dispersed moments of the essential and active world; the Substance of the Divine, according to the nature of the Concept, splits into its shapes, and its movement is likewise governed by it. Regarding form, language ceases to be narrative by entering into the content, just as the content ceases to be merely represented. The hero himself speaks, and the representation presents to the audience — who are simultaneously spectators — self-conscious humans who know their right and purpose, the power and will of their determinacy, and who know how to utter them. They are artists who do not unconsciously, naturally, and naively express the externality of their resolution and undertaking, as language accompanies ordinary action in actual life, but who articulate the inner essence, justify their actions, and with deliberation assert and distinctly express the pathos to which they belong — free from contingent circumstances and the particularity of personalities — in its universal individuality. The existence of these characters is ultimately actual individuals who assume the roles of heroes and portray them through real, not narrated, but self-possessed speech. Just as it is essential for a statue to be made by human hands, so too is the actor essential to his mask — not as an external condition from which artistic contemplation must abstract; or insofar as abstraction must indeed occur here, this very fact signifies that art does not yet contain the true authentic Self.
Der allgemeine Boden, worauf die Bewegung dieser aus dem Begriffe erzeugten Gestalten vorgeht, ist das Bewußtsein der ersten vorstellenden Sprache und ihres selbstlosen, auseinandergelassenen Inhalts. Es ist das gemeine Volk überhaupt, dessen Weisheit in dem Chore des Alters zur Sprache kommt; es hat an dessen Kraftlosigkeit seinen Repräsentanten, weil es selbst nur das positive und passive Material der ihm gegenübertretenden Individualität der Regierung ausmacht. Der Macht des Negativen entbehrend, vermag es den Reichtum und die bunte Fülle göttlichen Lebens nicht zusammenzuhalten und zu bändigen, sondern läßt es auseinanderlaufen und preist jedes einzelne Moment als einen selbständigen Gott, bald diesen, bald wieder einen anderen, in seinen verehrenden Hymnen. Wo es aber den Ernst des Begriffes, wie er über diese Gestalten, sie zertrümmernd, einherschreitet, verspürt und es zu sehen bekommt, wie schlecht es seinen gepriesenen Göttern geht, die sich auf diesen Boden, worauf der Begriff herrscht, wagen, ist es nicht selbst die negative Macht, die handelnd eingreift, sondern hält sich im selbstlosen Gedanken derselben, im Bewußtsein des fremden Schicksals, und bringt den leeren Wunsch der Beruhigung und die schwache Rede der Besänftigung herbei. In der Furcht vor den höheren Mächten, welche die unmittelbaren Arme der Substanz sind, vor ihrem Kampfe miteinander und vor dem einfachen Selbst der Notwendigkeit, das auch sie wie die Lebendigen, die an sie geknüpft sind, zermalmt, – in dem Mitleiden mit diesen, die es zugleich als[535] dasselbe mit sich selbst weiß, ist für es nur der untätige Schrecken dieser Bewegung, das ebenso hilflose Bedauern und als Ende die leere Ruhe der Ergebung in die Notwendigkeit, deren Werk nicht als die notwendige Handlung des Charakters und nicht als das Tun des absoluten Wesens in sich selbst erfaßt wird.
The universal ground upon which the movement of these Concept-generated figures unfolds is the consciousness of the initial representational language and its selfless, dispersed content. It is the common people generally, whose wisdom finds voice in the chorus of the elders; in their powerlessness, they find their representative, for they themselves constitute only the positive and passive material of the governing individuality confronting them. Lacking the power of the Negative, they cannot restrain or subdue the richness and variegated plenitude of divine life but let it scatter, praising each singular moment as an independent god — now this one, now another — in their reverent hymns. Yet where they sense the seriousness of the Concept striding over these figures, shattering them, and come to see how poorly their exalted gods fare when venturing onto this terrain where the Concept reigns, they themselves are not the negative power that intervenes actively. Instead, they remain in the selfless thought of this power, in the consciousness of alien fate, offering empty wishes for calm and feeble words of appeasement. In fear of the higher powers — the immediate arms of Substance — of their mutual strife, and of the simple Self of necessity that crushes them along with the living beings bound to them — in pity for these beings, whom they simultaneously recognize as identical with themselves — there remains for them only the inert terror of this movement, an equally helpless lament, and as its end, the empty repose of resignation to necessity, whose work is not grasped as the necessary action of character nor as the deed of the absolute essence within itself.
Auf diesem zuschauenden Bewußtsein als auf dem gleichgültigen Boden des Vorstellens tritt der Geist nicht in seiner zerstreuten Mannigfaltigkeit, sondern in der einfachen Entzweiung des Begriffs auf. Seine Substanz zeigt sich daher nur in ihre zwei extremen Mächte auseinandergerissen. Diese elementarischen allgemeinen Wesen sind zugleich selbstbewußte Individualitäten, – Helden, welche in eine dieser Mächte ihr Bewußtsein setzen, an ihr die Bestimmtheit des Charakters haben und ihre Betätigung und Wirklichkeit ausmachen. – Diese allgemeine Individualisierung steigt, wie erinnert, noch zur unmittelbaren Wirklichkeit des eigentlichen Daseins herunter und stellt sich eine Menge von Zuschauern dar, die an dem Chore ihr Gegenbild oder vielmehr ihre eigene, sich aussprechende Vorstellung hat.
Upon this spectating consciousness as the indifferent ground of representation, Spirit appears not in its dispersed multiplicity but in the simple diremption of the Concept. Its Substance therefore reveals itself only torn asunder into two extreme powers. These elemental universal essences are simultaneously self-conscious individualities — heroes who place their consciousness in one of these powers, derive the determinacy of their character from it, and actualize and realize it. — As noted earlier, this universal individuation descends into the immediate reality of authentic existence and presents itself as a multitude of spectators who find in the chorus their mirror image — or rather their own expressed representation.
Der Inhalt und die Bewegung des Geistes, der sich hier Gegenstand ist, ist bereits als die Natur und Realisierung der sittlichen Substanz betrachtet worden. In seiner Religion erlangt er das Bewußtsein über sich oder stellt sich seinem Bewußtsein in seiner reineren Form und einfacheren Gestaltung dar. Wenn also die sittliche Substanz sich durch ihren Begriff, ihrem Inhalte nach, in die beiden Mächte entzweite, die als göttliches und menschliches oder unterirdisches und oberes Recht bestimmt wurden – jenes die Familie, dies die Staatsmacht – und deren das erstere der weibliche, das andere der männliche Charakter war, so schränkt sich der vorher vielförmige und in seinen Bestimmungen schwankende Götterkreis auf diese Mächte ein, die durch diese Bestimmung der eigentlichen Individualität genähert sind. Denn die frühere Zerstreuung des Ganzen in die vielfachen und abstrakten Kräfte, die substantiiert erscheinen, ist die Auflösung[536] des Subjekts, das sie nur als Moment in seinem Selbst begreift, und die Individualität ist daher nur die oberflächliche Form jener Wesen. Umgekehrt ist ein weiterer Unterschied der Charaktere als der genannte zur zufälligen und an sich äußerlichen Persönlichkeit zu rechnen.
The content and movement of Spirit, which here becomes its own object, have already been considered as the nature and actualization of ethical Substance. In its religion, Spirit attains consciousness of itself or presents itself to its consciousness in its purer form and simpler configuration. If ethical Substance divided itself through its Concept — in terms of its content — into two powers determined as the divine and human or chthonic and celestial law — the former being the family, the latter the State Power — the former characterized as feminine, the latter as masculine — then the earlier manifold and wavering pantheon contracts into these powers, now approximated to genuine individuality through this determination. For the prior dispersal of the whole into the multiple and abstract forces that appear substantiated is the dissolution of the Subject, which comprehends them only as moments within its Self, such that individuality is merely the superficial form of those essences. Conversely, any further distinction of characters beyond the aforementioned must be ascribed to the contingent and inherently external personality.
Zugleich teilt sich das Wesen seiner Form oder dem Wissen nach. Der handelnde Geist tritt als Bewußtsein dem Gegenstande gegenüber, auf den es tätig und der somit als das Negative des Wissenden bestimmt ist; der Handelnde befindet sich dadurch im Gegensatze des Wissens und Nichtwissens. Er nimmt aus seinem Charakter seinen Zweck und weiß ihn als die sittliche Wesenheit; aber durch die Bestimmtheit des Charakters weiß er nur die eine Macht der Substanz, und die andere ist für ihn verborgen. Die gegenwärtige Wirklichkeit ist daher ein anderes an sich und ein anderes für das Bewußtsein; das obere und das untere Recht erhalten in dieser Beziehung die Bedeutung der wissenden und dem Bewußtsein sich offenbarenden und der sich verbergenden und im Hinterhalte lauernden Macht. Die eine ist die Lichtseite, der Gott des Orakels, der, nach seinem natürlichen Momente aus der alles beleuchtenden Sonne entsprungen, alles weiß und offenbart, – Phöbus und Zeus, der dessen Vater ist. Aber die Befehle dieses wahrredenden Gottes und seine Bekanntmachungen dessen, was ist, sind vielmehr trügerisch. Denn dies Wissen ist in seinem Begriffe unmittelbar das Nichtwissen, weil das Bewußtsein an sich selbst im Handeln dieser Gegensatz ist. Der, welcher die rätselhafte Sphinx selbst aufzuschließen vermochte, wie der kindlich Vertrauende werden darum durch das, was der Gott ihnen offenbart, ins Verderben geschickt. Diese Priesterin, aus der der schöne Gott spricht, ist nichts anderes als die doppelsinnigen Schicksalsschwestern, die durch ihre Verheißungen zum Verbrechen treiben und in der Zweizüngigkeit dessen, was sie als Sicherheit angaben, den, der sich auf den offenbaren Sinn verließ, betrügen. Daher das Bewußtsein, das reiner ist als das letztere, das den Hexen glaubt, und besonnener und gründlicher[537] als das erstere, das der Priesterin und dem schönen Gotte traut, auf die Offenbarung, die der Geist des Vaters selbst über das Verbrechen, das ihn mordete, machte, mit der Rache zaudert und andere Beweise noch veranstaltet, – aus dem Grunde, weil dieser offenbarende Geist auch der Teufel sein könnte.
Simultaneously, the essence divides itself according to its form or knowledge. The acting Spirit confronts its object as consciousness, which is determined as the Negative of the knower; the agent thereby finds itself in the opposition of knowing and not knowing. It takes its purpose from its character and knows it as the ethical essence; but through the determinacy of character, it knows only one power of Substance, while the other remains concealed from it. The present actuality is thus an in-itself that is other than it is for consciousness; in this relation, the upper and lower right acquire the significance of the knowing and self-revealing power and the self-concealing power lying in ambush. The former is the luminous side, the god of the oracle, who, arising from his natural moment in the all-illuminating sun, knows and reveals all—Phoebus and Zeus, who is his father. But the commands of this truth-speaking god and his proclamations of what is are rather deceptive. For this knowledge is immediately, in its concept, non-knowledge, because consciousness in action is inherently this opposition. He who could unravel the riddle of the Sphinx itself, like the childlike trusting one, is thereby led to ruin by what the god reveals to them. This priestess, from whom the beautiful god speaks, is none other than the ambiguous Fates, who drive one to crime through their promises and, in the duplicity of what they offer as assurance, deceive those who rely on the apparent meaning. Hence the consciousness that is purer than the latter, which believes in witches, and more circumspect and thorough than the former, which trusts the priestess and the beautiful god, hesitates over the revelation made by the Spirit of the father himself concerning the crime that murdered him and demands further proofs—for the reason that this revealing Spirit might also be the devil.
Dies Mißtrauen ist darum gegründet, weil das wissende Bewußtsein sich in den Gegensatz der Gewißheit seiner selbst und des gegenständlichen Wesens setzt. Das Recht des Sittlichen, daß die Wirklichkeit nichts an sich ist im Gegensatze gegen das absolute Gesetz, erfährt, daß sein Wissen einseitig, sein Gesetz nur Gesetz seines Charakters ist, daß es nur die eine Macht der Substanz ergriff. Die Handlung selbst ist diese Verkehrung des Gewußten in sein Gegenteil, das Sein, ist das Umschlagen des Rechts des Charakters und des Wissens in das Recht des Entgegengesetzten, mit dem jenes im Wesen der Substanz verknüpft ist, – in die Erinnye der anderen feindlich erregten Macht und Charakters. Dies untere Recht sitzt mit Zeus auf dem Throne und genießt mit dem offenbaren und dem wissenden Gotte gleiches Ansehen.
This distrust is grounded in the fact that the knowing consciousness posits itself in opposition to the certainty of itself and the objective essence. The right of the ethical, which holds that actuality is nothing in-itself in opposition to the absolute law, experiences that its knowledge is one-sided, its law merely the law of its character, and that it has grasped only one power of Substance. The action itself is this inversion of the known into its opposite, into Being—the overturning of the right of character and knowledge into the right of the opposed power, which is linked with the former in the essence of Substance—into the Fury of the other hostilely aroused power and character. This lower right sits enthroned alongside Zeus and enjoys equal authority with the revealed and knowing god.
Auf diese drei Wesen wird von der handelnden Individualität die Götterwelt des Chors eingeschränkt. Das eine ist die Substanz, ebensowohl die Macht des Herdes und der Geist der Familienpietät wie die allgemeine Macht des Staats und der Regierung. Indem der Substanz als solcher dieser Unterschied angehört, individualisiert er sich der Vorstellung nicht zu zwei unterschiedenen Gestalten, sondern hat in der Wirklichkeit die zwei Personen seiner Charaktere. Hingegen der Unterschied des Wissens und Nichtwissens fällt in ein jedes der wirklichen Selbstbewußtsein[e], – und nur in der Abstraktion, im Elemente der Allgemeinheit verteilt er sich an zwei individuelle Gestalten. Denn das Selbst des Heros hat nur Dasein als ganzes Bewußtsein und ist daher wesentlich der ganze Unterschied, der der Form angehört; aber seine Substanz ist bestimmt, und es gehört ihm nur die eine Seite des Unterschieds des Inhalts an. Daher erhalten die beiden[538] Seiten des Bewußtseins, die in der Wirklichkeit keine getrennte, einer jeden eigene Individualität haben, in der Vorstellung jede ihre besondere Gestalt, – die eine die des offenbarenden Gottes, die andere die der sich verborgen haltenden Erinnye. Beide genießen teils gleicher Ehre, teils ist die Gestalt der Substanz, Zeus, die Notwendigkeit der Beziehung beider aufeinander. Die Substanz ist die Beziehung, daß das Wissen für sich ist, aber seine Wahrheit an dem Einfachen, [daß] der Unterschied, wodurch das wirkliche Bewußtsein ist, seinen Grund an dem ihn tilgenden inneren Wesen, [daß] die sich klare Versicherung der Gewißheit ihre Bestätigung an der Vergessenheit hat.
Through the acting individuality, the divine world of the chorus is thus restricted to these three essences. One is the Substance, equally the power of the hearth and the spirit of familial piety as the universal power of the state and government. Since this distinction belongs to Substance as such, it does not individuate into two distinct shapes for representation but has in actuality the two persons of its characters. Conversely, the distinction between knowing and not knowing falls into each of the actual self-consciousnesses—and only in the abstraction, in the element of universality, is it distributed into two individual shapes. For the Self of the hero exists only as a whole consciousness and is therefore essentially the entire distinction that belongs to form; but its Substance is determined, and only one side of the distinction of content belongs to it. Hence the two sides of consciousness, which in actuality have no separate individuality of their own, each receive in representation their particular shape—the one as the revealing god, the other as the self-concealing Fury. Both enjoy equal honor in part, while the shape of Substance, Zeus, is the necessity of the relation between them. Substance is the relation that knowing is for itself, but has its truth in the simple; [that] the distinction through which actual consciousness exists has its ground in the inner essence that cancels it; [that] the clear assurance of certainty finds its confirmation in forgetting.
Das Bewußtsein schloß diesen Gegensatz durch das Handeln auf; nach dem offenbaren Wissen handelnd, erfährt es den Betrug desselben, und dem Innern nach dem einen Attribute der Substanz ergeben, verletzte es das andere und gab diesem dadurch das Recht gegen sich. Dem wissenden Gotte folgend, ergriff es vielmehr das nicht Offenbare und büßt dafür, dem Wissen vertraut zu haben, dessen Zweideutigkeit, da sie seine Natur ist, auch für es, und eine Warnung dafür vorhanden sein mußte. Die Raserei der Priesterin, die unmenschliche Gestalt der Hexen, die Stimme des Baumes, des Vogels, der Traum usf. sind nicht die Weisen, in welchen die Wahrheit erscheint, sondern warnende Zeichen des Betrugs, der Nichtbesonnenheit, der Einzelheit und Zufälligkeit des Wissens. Oder, was dasselbe ist, die entgegengesetzte Macht, die von ihm verletzt wird, ist als ausgesprochenes Gesetz und geltendes Recht vorhanden, es sei das Gesetz der Familie oder des Staats; das Bewußtsein folgte dagegen dem eigenen Wissen und verbarg sich selbst das Offenbare. Die Wahrheit aber der gegeneinander auftretenden Mächte des Inhalts und Bewußtseins ist das Resultat, daß beide gleiches Recht und darum in ihrem Gegensatz, den das Handeln hervorbringt, gleiches Unrecht haben. Die Bewegung des Tuns erweist ihre Einheit in dem gegenseitigen Untergange beider Mächte und der selbstbewußten Charaktere. Die Versöhnung[539] des Gegensatzes mit sich ist die Lethe der Unterwelt im Tode, – oder die Lethe der Oberwelt, als Freisprechung nicht von der Schuld, denn diese kann das Bewußtsein, weil es handelte, nicht verleugnen, sondern vom Verbrechen, und seine sühnende Beruhigung. Beide sind die Vergessenheit, das Verschwundensein der Wirklichkeit und des Tuns der Mächte der Substanz, ihrer Individualitäten, und der Mächte des abstrakten Gedankens des Guten und des Bösen; denn keine für sich ist das Wesen, sondern dieses ist die Ruhe des Ganzen in sich selbst, die unbewegte Einheit des Schicksals, das ruhige Dasein und damit die Untätigkeit und Unlebendigkeit der Familie und der Regierung, und die gleiche Ehre und damit die gleichgültige Unwirklichkeit Apolls und der Erinnye, und die Rückkehr ihrer Begeistung und Tätigkeit in den einfachen Zeus.
Consciousness resolved this opposition through action; acting in accordance with revealed knowledge, it experiences the deception of the latter, and while devoted to one attribute of Substance inwardly, it violated the other and thereby granted the latter a right against itself. By following the knowing god, it seized rather the non-manifest and atones for having trusted a knowledge whose ambiguity – since it is its nature – must also exist for consciousness itself, and a warning thereof must be present. The frenzy of the priestess, the inhuman form of the witches, the voice of the tree, the bird, the dream, etc., are not the modes in which truth appears but warning signs of deception, lack of reflection, particularity, and contingency of knowledge. Or, what is the same, the opposing power violated by consciousness exists as an articulated law and valid right – whether the law of family or state; consciousness, however, followed its own knowledge and concealed the manifest from itself. The truth of the conflicting powers of content and consciousness is the result that both have equal right and thus in their opposition, which action produces, equal wrong. The movement of action proves their unity in the mutual destruction of both powers and the self-conscious characters. The reconciliation[539] of the opposition with itself is the Lethe of the underworld in death – or the Lethe of the upper world as absolution not from guilt (for consciousness, since it acted, cannot deny guilt) but from crime, and its atoning consolation. Both are forgetting, the vanishing of the actuality and action of the powers of Substance, their individualities, and the powers of the abstract thought of good and evil; for none in itself is the essence, but rather the essence is the repose of the whole within itself, the immobile unity of fate, the tranquil existence and thereby the inactivity and lifelessness of family and government, and the equal honor – hence the indifferent unreality – of Apollo and the Furies, and the return of their spiritedness and activity into simple Zeus.
Dieses Schicksal vollendet die Entvölkerung des Himmels, der gedankenlosen Vermischung der Individualität und des Wesens – einer Vermischung, wodurch das Tun des Wesens als ein inkonsequentes, zufälliges, seiner unwürdiges erscheint; denn dem Wesen nur oberflächlich anhängend, ist die Individualität die unwesentliche. Die Vertreibung solcher wesenlosen Vorstellungen, die von Philosophen des Altertums gefordert wurde, beginnt also schon in der Tragödie überhaupt dadurch, daß die Einteilung der Substanz von dem Begriffe beherrscht, die Individualität hiermit die wesentliche und die Bestimmungen die absoluten Charaktere sind. Das Selbstbewußtsein, das in ihr vorgestellt ist, kennt und anerkennt deswegen nur eine höchste Macht und diesen Zeus nur als die Macht des Staats oder des Herdes und, im Gegensatze des Wissens, nur als den Vater des zur Gestalt werdenden Wissens des Besonderen – und als den Zeus des Eides und der Erinnye, des Allgemeinen, im Verborgenen wohnenden Innern. Die weiter aus dem Begriffe in die Vorstellung sich zerstreuenden Momente, die der Chor nacheinander gelten läßt, sind hingegen nicht das Pathos des Helden, sondern sinken ihm zur Leidenschaft herunter, – zu zufälligen[540] wesenlosen Momenten, die der selbstlose Chor wohl preist, aber die nicht fähig sind, den Charakter der Helden auszumachen, noch von ihnen als ihr Wesen ausgesprochen und geachtet zu werden.
This fate completes the depopulation of heaven – the thoughtless intermingling of individuality and essence, an intermingling whereby the action of essence appears as inconsistent, contingent, and unworthy of it; for individuality, adhering only superficially to essence, is inessential. The expulsion of such essenceless representations – demanded by ancient philosophers – thus begins already in tragedy as such through the division of Substance governed by the Concept, whereby individuality becomes essential and its determinations absolute characters. The self-consciousness represented therein therefore knows and acknowledges only one supreme power – this Zeus only as the power of the state or hearth – and, in opposition to knowledge, only as the father of the knowledge of the particular becoming shape, and as the Zeus of oaths and the Furies, the universal indwelling inwardness in concealment. The moments further dispersed from the Concept into representation – which the chorus allows to hold validity successively – are, however, not the pathos of the hero but sink into passion for him: into contingent,[540] essenceless moments that the selfless chorus may extol but which are incapable of constituting the character of the heroes or being expressed and honored by them as their essence.
Aber auch die Personen des göttlichen Wesens selbst sowie die Charaktere seiner Substanz gehen in die Einfachheit des Bewußtlosen zusammen. Diese Notwendigkeit hat gegen das Selbstbewußtsein die Bestimmung, die negative Macht aller auftretenden Gestalten zu sein, in ihr sich selbst nicht zu erkennen, sondern darin vielmehr unterzugehen. Das Selbst tritt nur den Charakteren zugeteilt auf, nicht als die Mitte der Bewegung. Aber das Selbstbewußtsein, die einfache Gewißheit seiner, ist in der Tat die negative Macht, die Einheit des Zeus, des substantiellen Wesens und der abstrakten Notwendigkeit; es ist die geistige Einheit, worein alles zurückgeht. Weil das wirkliche Selbstbewußtsein noch von der Substanz und dem Schicksale unterschieden wird, ist es teils der Chor oder vielmehr die zuschauende Menge, welche diese Bewegung des göttlichen Lebens als ein Fremdes mit Furcht erfüllt oder in der sie als ein Nahes nur die Rührung des nicht handelnden Mitleidens hervorbringt. Teils, insofern das Bewußtsein mithandelt und den Charakteren angehört, ist diese Vereinigung, weil die wahre, die des Selbsts, des Schicksals und der Substanz noch nicht vorhanden ist, eine äußerliche, eine Hypokrisie; der Held, der vor dem Zuschauer auftritt, zerfällt in seine Maske und in den Schauspieler, in die Person und das wirkliche Selbst.
But even the personae of the divine essence itself, as well as the characters of its Substance, collapse into the simplicity of the unconscious. This necessity has, against self-consciousness, the determination of being the negative power of all manifest shapes, not recognizing itself in them but rather perishing therein. The self only emerges allocated to the characters, not as the middle term of the movement. But self-consciousness – the simple certainty of itself – is in truth the negative power, the unity of Zeus, the substantial essence, and abstract necessity; it is the spiritual unity into which everything returns. Since actual self-consciousness is still distinguished from Substance and fate, it is partly the chorus or rather the spectating crowd, which this movement of divine life fills with terror as something alien or evokes in them only the emotion of non-acting pity as something proximate. Partly, insofar as consciousness co-acts and belongs to the characters, this union – since the true union of the self, fate, and Substance is not yet present – is an external one, a hypocrisy; the hero who appears before the audience splits into his mask and the actor, into persona and actual self.
Das Selbstbewußtsein der Helden muß aus seiner Maske hervortreten und sich darstellen, wie es sich als das Schicksal sowohl der Götter des Chors als der absoluten Mächte selbst weiß und von dem Chore, dem allgemeinen Bewußtsein, nicht mehr getrennt ist.
The self-consciousness of the heroes must step forth from its mask and present itself as knowing itself to be the fate both of the chorus’s gods and of the absolute powers themselves, no longer separated from the chorus, the universal consciousness.
Die Komödie hat also vorerst die Seite, daß das wirkliche Selbstbewußtsein sich als das Schicksal der Götter darstellt. Diese elementarischen Wesen sind, als allgemeine Momente, kein Selbst und nicht wirklich. Sie sind zwar mit der Form[541] der Individualität ausgestattet, aber diese ist ihnen nur eingebildet und kommt ihnen nicht an und für sich selbst zu; das wirkliche Selbst hat nicht ein solches abstraktes Moment zu seiner Substanz und Inhalt. Es, das Subjekt, ist daher über ein solches Moment als über eine einzelne Eigenschaft erhoben, und angetan mit dieser Maske spricht es die Ironie derselben aus, die für sich etwas sein will. Das Aufspreizen der allgemeinen Wesenheit ist an das Selbst verraten; es zeigt sich in einer Wirklichkeit gefangen und läßt die Maske fallen, eben indem es etwas Rechtes sein will. Das Selbst, hier in seiner Bedeutung als Wirkliches auftretend, spielt es mit der Maske, die es einmal anlegt, um seine Person zu sein; aber aus diesem Scheine tut es sich ebenso bald wieder in seiner eigenen Nacktheit und Gewöhnlichkeit hervor, die es von dem eigentlichen Selbst, dem Schauspieler, sowie von dem Zuschauer nicht unterschieden zu sein zeigt.
In comedy, therefore, the actual self-consciousness first reveals itself as the destiny of the gods. These elemental beings are, as universal moments, not a Self and not actual. Though endowed with the form of individuality, this is merely imagined and does not inherently belong to them; the actual Self does not have such an abstract moment as its substance and content. The subject, elevated above such a moment as a singular property, dons this mask and utters the irony of its pretense to substantiality. The posturing of universal essence is betrayed to the Self, which shows itself entangled in actuality and discards the mask precisely when claiming to be something essential. The Self, appearing here as actual reality, plays with the mask it temporarily assumes as its persona, yet just as swiftly reveals itself in its naked ordinariness – indistinguishable from the actual Self of the actor and the spectator.
Diese allgemeine Auflösung der gestalteten Wesenheit überhaupt in ihrer Individualität wird in ihrem Inhalte ernsthafter und dadurch mutwilliger und bitterer, insofern er seine ernstere und notwendigere Bedeutung hat. Die göttliche Substanz vereinigt in ihr die Bedeutung der natürlichen und sittlichen Wesenheit. In Ansehung des Natürlichen zeigt das wirkliche Selbstbewußtsein schon in der Verwendung desselben zu seinem Putze, Wohnung usf. und im Schmause seines Opfers sich als das Schicksal, dem das Geheimnis verraten ist, welche Bewandtnis es mit der Selbstwesenheit der Natur hat; in dem Mysterium des Brotes und Weines macht es dieselbe zusammen mit der Bedeutung des inneren Wesens sich zu eigen, und in der Komödie ist es sich der Ironie dieser Bedeutung überhaupt bewußt. – Insofern nun diese Bedeutung die sittliche Wesenheit enthält, ist sie teils das Volk in seinen beiden Seiten des Staats oder eigentlichen Demos und der Familieneinzelheit, teils aber das selbstbewußte reine Wissen oder das vernünftige Denken des Allgemeinen. – Jener Demos, die allgemeine Masse, die sich als Herrn und Regenten sowie als den zu respektierenden Verstand und[542] Einsicht weiß, zwingt und betört sich durch die Besonderheit seiner Wirklichkeit und stellt den lächerlichen Kontrast seiner Meinung von sich und seines unmittelbaren Daseins, seiner Notwendigkeit und Zufälligkeit, seiner Allgemeinheit und Gemeinheit dar. Wenn das Prinzip seiner vom Allgemeinen getrennten Einzelheit in der eigentlichen Gestalt der Wirklichkeit sich hervortut und des Gemeinwesens, dessen geheimer Schaden es ist, sich offenbar anmaßt und es einrichtet, so verrät sich unmittelbarer der Kontrast des Allgemeinen als einer Theorie und dessen, um was es in der Praxis zu tun ist, die gänzliche Befreiung der Zwecke der unmittelbaren Einzelheit von der allgemeinen Ordnung und der Spott jener über diese.
This universal dissolution of shaped substantiality into individuality becomes more earnest and thereby more insolent and bitter to the extent that its content assumes graver and more necessary significance. The divine substance combines within itself the meanings of natural and ethical essence. Regarding the natural, the actual self-consciousness already demonstrates itself as the destiny to which the secret is betrayed – through its use of nature for ornamentation, dwellings, and feasts of sacrifice. In the mystery of bread and wine, it appropriates the natural essence along with the meaning of inner being, and in comedy becomes conscious of the irony inherent in this significance. – Insofar as this meaning contains the ethical essence, it is partly the people in their two aspects of the State (the proper Demos) and familial singularity, and partly the self-conscious pure knowing or rational thinking of the universal. – The Demos, this universal mass that knows itself as sovereign ruler and as the respected understanding and insight, is constrained and deluded by the particularity of its actuality, displaying the ludicrous contrast between its opinion of itself and its immediate existence – between its necessity and contingency, universality and vulgarity. When the principle of its individuality, separated from the universal, manifests in the proper shape of actuality and openly arrogates to itself the commonwealth (whose hidden corruption it is), the contrast between the universal as theory and the practice of pursuing immediate singular ends – the complete liberation of these ends from the universal order – and the mockery of the latter by the former, becomes immediately evident.
Das vernünftige Denken enthebt das göttliche Wesen seiner zufälligen Gestalt, und entgegengesetzt der begrifflosen Weisheit des Chors, die mancherlei Sittensprüche vorbringt und eine Menge von Gesetzen und bestimmten Pflicht- und Rechtsbegriffen gelten läßt, hebt es sie in die einfachen Ideen des Schönen und Guten empor. – Die Bewegung dieser Abstraktion ist das Bewußtsein der Dialektik, welche diese Maximen und Gesetze an ihnen haben, und hierdurch des Verschwindens der absoluten Gültigkeit, in der sie vorher erschienen. Indem die zufällige Bestimmung und oberflächliche Individualität, welche die Vorstellung den göttlichen Wesenheiten lieh, verschwindet, haben sie nach ihrer natürlichen Seite nur noch die Nacktheit ihres unmittelbaren Daseins, sie sind Wolken, ein verschwindender Dunst, wie jene Vorstellungen. Nach ihrer gedachten Wesentlichkeit zu den einfachen Gedanken des Schönen und Guten geworden, vertragen diese es, mit jedem beliebigen Inhalt erfüllt zu werden. Die Kraft des dialektischen Wissens gibt die bestimmten Gesetze und Maximen des Handelns der Lust und dem Leichtsinne der – hiermit – verführten Jugend preis und [gibt] der Ängstlichkeit und Sorge des auf die Einzelheit des Lebens beschränkten Alters Waffen zum Betrug an die Hand. Die reinen Gedanken des Schönen und Guten zeigen[543] also das komische Schauspiel, durch die Befreiung von der Meinung, welche sowohl ihre Bestimmtheit als Inhalt wie ihre absolute Bestimmtheit, das Festhalten des Bewußtseins enthält, leer und eben dadurch das Spiel der Meinung und der Willkür der zufälligen Individualität zu werden.
Rational thinking strips the divine essence of its contingent form. Opposed to the conceptless wisdom of the chorus, which recites sundry moral maxims and validates a multitude of laws and specific duties and rights, it elevates them into the simple ideas of the Beautiful and the Good. – The movement of this abstraction is consciousness of the dialectic that these maxims and laws harbor within themselves, thereby revealing the disappearance of their absolute validity. As the contingent determination and superficial individuality ascribed to the divine essences by representation vanish, these essences retain only the nakedness of their immediate existence on their natural side – they are clouds, an evaporating mist, like those representations. Having become the simple thoughts of the Beautiful and Good in their conceptual essentiality, they tolerate being filled with any arbitrary content. The power of dialectical knowledge surrenders the determinate laws and maxims of action to the pleasure and caprice of – thereby corrupted – youth, and arms the anxiety and care of old age (confined to life's singularities) with instruments of deceit. The pure thoughts of the Beautiful and Good thus present the comic spectacle of becoming empty through liberation from opinion (which contains both their determinacy as content and their absolute determinacy as the fixity of consciousness) – thereby becoming the plaything of opinion and the arbitrariness of contingent individuality.
Hier ist also das vorher bewußtlose Schicksal, das in der leeren Ruhe und Vergessenheit besteht und von dem Selbstbewußtsein getrennt ist, mit diesem vereint. Das einzelne Selbst ist die negative Kraft, durch und in welcher die Götter sowie deren Momente, die daseiende Natur und die Gedanken ihrer Bestimmungen, verschwinden; zugleich ist es nicht die Leerheit des Verschwindens, sondern erhält sich in dieser Nichtigkeit selbst, ist bei sich und die einzige Wirklichkeit. Die Religion der Kunst hat sich in ihm vollendet und ist vollkommen in sich zurückgegangen. Dadurch, daß das einzelne Bewußtsein in der Gewißheit seiner selbst es ist, das als diese absolute Macht sich darstellt, hat diese die Form eines Vorgestellten, von dem Bewußtsein überhaupt Getrennten und ihm Fremden verloren, wie die Bildsäule, auch die lebendige schöne Körperlichkeit oder der Inhalt des Epos und die Mächte und Personen der Tragödie waren; – auch ist die Einheit nicht die bewußtlose des Kultus und der Mysterien, sondern das eigentliche Selbst des Schauspielers fällt mit seiner Person zusammen, so wie der Zuschauer in dem, was ihm vorgestellt wird, vollkommen zu Hause ist und sich selbst spielen sieht. Was dies Selbstbewußtsein anschaut, ist, daß in ihm, was die Form von Wesenheit gegen es annimmt, in seinem Denken, Dasein und Tun sich vielmehr auflöst und preisgegeben ist, es ist die Rückkehr alles Allgemeinen in die Gewißheit seiner selbst, die hierdurch diese vollkommene Furcht- und Wesenlosigkeit alles Fremden und ein Wohlsein und Sich-wohlsein-lassen des Bewußtseins ist, wie sich außer dieser Komödie keines mehr findet.[544]
Here, therefore, the previously unconscious fate – which consisted in empty tranquility and oblivion, separated from self-consciousness – becomes united with the latter. The singular Self is the negative power through and in which the gods, along with their moments (existent nature and the thoughts of their determinations), vanish. At the same time, it is not mere emptiness of disappearance but preserves itself in this nothingness, remaining self-identical and the sole actuality. The religion of art has consummated itself in it and fully returned into itself. Through the singular consciousness’s certainty of itself – as that which manifests as this absolute power – this power has lost the form of something represented, separated from consciousness in general and alien to it (as were the statue, the living beautiful corporeality, the epic’s content, and the tragic powers and personages). Nor is their unity the unconscious unity of cult and mystery; rather, the actual Self of the actor coincides with their persona, just as the spectator completely recognizes themselves in what is represented and sees their own Self enacted. What this self-consciousness beholds is that whatever assumes the form of essentiality against it – in its thinking, existence, and action – dissolves and surrenders itself. It is the return of all universality into the certainty of itself, which thereby becomes the utter fearlessness and essence-lessness of all that is alien, and the well-being and self-abandonment of consciousness – a state unsurpassed beyond this comedy.
C. Die offenbare Religion
C. Revealed Religion
Durch die Religion der Kunst ist der Geist aus der Form der Substanz in die des Subjekts getreten, denn sie bringt seine Gestalt hervor und setzt also in ihr das Tun oder das Selbstbewußtsein, das in der furchtbaren Substanz nur verschwindet und im Vertrauen sich nicht selbst erfaßt. Diese Menschwerdung des göttlichen Wesens geht von der Bildsäule aus, die nur die äußere Gestalt des Selbsts an ihr hat, das Innere aber, ihre Tätigkeit, fällt außer ihr; im Kultus aber sind beide Seiten eins geworden, in dem Resultate der Religion der Kunst ist diese Einheit in ihrer Vollendung zugleich auch auf das Extrem des Selbsts herübergegangen; in dem Geiste, der in der Einzelheit des Bewußtseins seiner vollkommen gewiß ist, ist alle Wesenheit versunken. Der Satz, der diesen Leichtsinn ausspricht, lautet so: das Selbst ist das absolute Wesen; das Wesen, das Substanz und an dem das Selbst die Akzidentalität war, ist zum Prädikate heruntergesunken, und der Geist hat in diesem Selbstbewußtsein, dem nichts in der Form des Wesens gegenübertritt, sein Bewußtsein verloren.
Through the religion of art, Spirit has transitioned from the form of Substance into that of the Subject, for it produces its own shape and thereby posits within it the act or self-consciousness — a self-consciousness that merely vanishes within the terrifying Substance and, through trust, fails to grasp itself. This incarnation of the divine essence begins with the statue, which bears only the external shape of the Self, while its inner activity falls outside it. In the cult, however, both sides become one; in the result of the religion of art, this unity, in its consummation, has also shifted to the extreme pole of the Self. In the Spirit that is fully certain of itself within the singularity of consciousness, all essentiality has dissolved. The proposition expressing this levity states: the Self is the absolute essence. The essence that was Substance — and for which the Self was mere accidentality — has been reduced to a predicate, and Spirit has lost its consciousness in this self-consciousness, where nothing stands opposed in the form of essence.
Dieser Satz: das Selbst ist das absolute Wesen, gehört, wie von selbst erhellt, dem nichtreligiösen, dem wirklichen Geiste an, und es ist sich zu erinnern, welches die Gestalt desselben ist, die ihn ausdrückt. Sie wird zugleich die Bewegung und die Umkehrung desselben enthalten, welche das Selbst zum Prädikate herunterstimmt und die Substanz zum Subjekte erhebt. So nämlich, daß der umgekehrte Satz nicht an sich oder für uns die Substanz zum Subjekte macht oder, was dasselbe ist, die Substanz so wiederherstellt, daß das Bewußtsein des Geistes zu seinem Anfange, der natürlichen Religion, zurückgeführt wird, sondern so, daß diese Umkehrung für und durch das Selbstbewußtsein selbst zustande gebracht wird. Indem dieses sich mit Bewußtsein aufgibt, so wird es in seiner Entäußerung erhalten und bleibt das Subjekt der Substanz, aber als sich eben so entäußertes hat es[545] zugleich das Bewußtsein derselben; oder indem es durch seine Aufopferung die Substanz als Subjekt hervorbringt, bleibt dieses sein eigenes Selbst. Es wird hierdurch erreicht, daß, wenn in den beiden Sätzen, in dem ersten der Substantialität das Subjekt nur verschwindet und in dem zweiten die Substanz nur Prädikat ist und beide Seiten also in jedem mit der entgegengesetzten Ungleichheit des Wertes vorhanden sind, – daß die Vereinigung und Durchdringung beider Naturen hervorgeht, in der beide mit gleichem Werte ebenso wesentlich als auch nur Momente sind; hierdurch ist also der Geist ebenso Bewußtsein seiner als seiner gegenständlichen Substanz wie einfaches, in sich bleibendes Selbstbewußtsein.
This proposition — the Self is the absolute essence — belongs, as is self-evident, to the non-religious, actual Spirit. We must recall which shape of Spirit expresses it. This shape will simultaneously contain the movement and inversion of the proposition that degrades the Self to a predicate and elevates Substance to the Subject. Thus, the inverted proposition does not in itself or for us make Substance into Subject — or, equivalently, restore Substance in such a way that the consciousness of Spirit reverts to its beginning in natural religion — but rather accomplishes this inversion for and through self-consciousness itself. When self-consciousness relinquishes itself with full awareness, it is preserved in its externalization and remains the Subject of Substance. Yet as thus externalized, it simultaneously attains consciousness of Substance. Or, through its self-sacrifice, it produces Substance as Subject, which thereby remains its own Self. Herein lies the resolution: whereas in the two propositions — the first of substantiality, where the Subject vanishes, and the second, where Substance is mere predicate — each side exists in each with the unequal value of its opposite, their unity and interpenetration emerge. Both natures are equally essential yet also mere moments. Thus, Spirit is both consciousness of itself as its objective Substance and a simple, self-contained self-consciousness.
Die Religion der Kunst gehört dem sittlichen Geiste an, den wir früher in dem Rechtszustande untergehen sahen, d.h. in dem Satze: das Selbst als solches, die abstrakte Person ist absolutes Wesen. Im sittlichen Leben ist das Selbst in dem Geiste seines Volks versenkt, es ist die erfüllte Allgemeinheit. Die einfache Einzelheit aber erhebt sich aus diesem Inhalte, und ihr Leichtsinn reinigt sie zur Person, zur abstrakten Allgemeinheit des Rechts. In dieser ist die Realität des sittlichen Geistes verloren, die inhaltsleeren Geister der Völkerindividuen sind in ein Pantheon versammelt, nicht in ein Pantheon der Vorstellung, deren ohnmächtige Form jeden gewähren läßt, sondern in das Pantheon der abstrakten Allgemeinheit, des reinen Gedankens, der sie entleibt und dem geistlosen Selbst, der einzelnen Person, das Anundfürsichsein erteilt.
The religion of art belongs to the ethical Spirit, which we earlier saw perish in the legal order — that is, in the proposition: the Self as such, the abstract person, is the absolute essence. In ethical life, the Self is immersed in the Spirit of its people; it is fulfilled universality. But simple singularity rises from this content, and its levity purifies it into the person — the abstract universality of right. Herein, the reality of the ethical Spirit is lost; the contentless spirits of national individualities are gathered into one pantheon — not a pantheon of representation, whose powerless form allows each to persist, but a pantheon of abstract universality, pure thought, which disembodies them and grants being-in-and-for-itself to the spiritless Self, the singular person.
Aber dies Selbst hat durch seine Leerheit den Inhalt freigelassen; das Bewußtsein ist nur in sich das Wesen; sein eigenes Dasein, das rechtliche Anerkanntsein der Person, ist die unerfüllte Abstraktion; es besitzt also vielmehr nur den Gedanken seiner selbst, oder wie es da ist und sich als Gegenstand weiß, ist es das unwirkliche. Es ist daher nur die stoische Selbständigkeit des Denkens, und diese findet, durch[546] die Bewegung des skeptischen Bewußtseins hindurchgehend, seine Wahrheit in derjenigen Gestalt, die das unglückliche Selbstbewußtsein genannt wurde.
Yet through its emptiness, this Self has released the content. Consciousness is the essence only in itself; its own existence — the legally recognized person — is an unfulfilled abstraction. It possesses, rather, only the thought of itself. Or, insofar as it exists and knows itself as an object, it is the unreal. It is thus merely the Stoic self-sufficiency of thought, which, traversing the movement of skeptical consciousness, finds its truth in the shape termed the unhappy self-consciousness.
Dieses weiß, welche Bewandtnis es mit dem wirklichen Gelten der abstrakten Person und ebenso mit dem Gelten derselben in dem reinen Gedanken hat. Es weiß ein solches Gelten vielmehr als den vollkommenen Verlust; es selbst ist dieser seiner bewußte Verlust und die Entäußerung seines Wissens von sich. – Wir sehen, daß dies unglückliche Bewußtsein die Gegenseite und Vervollständigung des in sich vollkommen glücklichen, des komischen Bewußtseins ausmacht. In das letztere geht alles göttliche Wesen zurück, oder es ist die vollkommene Entäußerung der Substanz. Jenes hingegen ist umgekehrt das tragische Schicksal der an und für sich sein sollenden Gewißheit seiner selbst. Es ist das Bewußtsein des Verlustes aller Wesenheit in dieser Gewißheit seiner und des Verlustes eben dieses Wissens von sich – der Substanz wie des Selbsts; es ist der Schmerz, der sich als das harte Wort ausspricht, daß Gott gestorben ist.
This consciousness knows the actual validity of the abstract person and likewise its validity in pure thought. It recognizes such validity as utter loss; it is itself this conscious loss — the externalization of its self-knowledge. We see that this unhappy consciousness constitutes the counterpart and consummation of the perfectly contented comic consciousness. Into the latter, all divine essence withdraws; it is the complete externalization of Substance. The former, conversely, is the tragic fate of the certainty of itself that ought to be in-and-for-itself. It is consciousness of the loss of all essentiality in this certainty — of Substance and of the Self. It is the anguish that utters the harsh words: God is dead.
In dem Rechtszustande ist also die sittliche Welt und die Religion derselben in dem komischen Bewußtsein versunken und das unglückliche das Wissen dieses ganzen Verlustes. Sowohl der Selbstwert seiner unmittelbaren Persönlichkeit ist ihm verloren als [der] seiner vermittelten, der gedachten. Ebenso ist das Vertrauen in die ewigen Gesetze der Götter, wie die Orakel, die das Besondere zu wissen taten, verstummt. Die Bildsäulen sind nun Leichname, denen die belebende Seele, so wie die Hymne Worte, deren Glauben entflohen ist, die Tische der Götter ohne geistige Speise und Trank, und aus seinen Spielen und Festen kommt dem Bewußtsein nicht die freudige Einheit seiner mit dem Wesen zurück. Den Werken der Muse fehlt die Kraft des Geistes, dem aus der Zermalmung der Götter und Menschen die Gewißheit seiner selbst hervorging. Sie sind nun das, was sie für uns sind, – vom Baume gebrochene schöne Früchte: ein freundliches Schicksal reichte sie uns dar, wie ein Mädchen[547] jene Früchte präsentiert; es gibt nicht das wirkliche Leben ihres Daseins, nicht den Baum, der sie trug, nicht die Erde und die Elemente, die ihre Substanz, noch das Klima, das ihre Bestimmtheit ausmachte, oder den Wechsel der Jahreszeiten, die den Prozeß ihres Werdens beherrschten. – So gibt das Schicksal uns mit den Werken jener Kunst nicht ihre Welt, nicht den Frühling und Sommer des sittlichen Lebens, worin sie blühten und reiften, sondern allein die eingehüllte Erinnerung dieser Wirklichkeit. – Unser Tun in ihrem Genüsse ist daher nicht das gottesdienstliche, wodurch unserem Bewußtsein seine vollkommene, es ausfüllende Wahrheit würde, sondern es ist das äußerliche Tun, das von diesen Früchten etwa Regentropfen oder Stäubchen abwischt und an die Stelle der inneren Elemente der umgebenden, erzeugenden und begeistenden Wirklichkeit des Sittlichen das weitläufige Gerüst der toten Elemente ihrer äußerlichen Existenz, der Sprache, des Geschichtlichen usf. errichtet, nicht um sich in sie hineinzuleben, sondern nur um sie in sich vorzustellen. Aber wie das Mädchen, das die gepflückten Früchte darreicht, mehr ist als die in ihre Bedingungen und Elemente, den Baum, Luft, Licht usf. ausgebreitete Natur derselben, welche sie unmittelbar darbot, indem es auf eine höhere Weise dies alles in den Strahl des selbstbewußten Auges und der darreichenden Gebärde zusammenfaßt, so ist der Geist des Schicksals, der uns jene Kunstwerke darbietet, mehr als das sittliche Leben und Wirklichkeit jenes Volkes, denn er ist die Erinnerung des in ihnen noch veräußerten Geistes, – er ist der Geist des tragischen Schicksals, das alle jene individuellen Götter und Attribute der Substanz in das eine Pantheon versammelt, in den seiner als Geist selbst bewußten Geist.
In the Legal Condition, the ethical world and its religion have thus sunk into the comic consciousness, and the unhappy consciousness is the knowledge of this total loss. The immediate self-worth of its personality is lost to it, as is its mediated self-worth, the thought self. Similarly, trust in the eternal laws of the gods, like the oracles that once proclaimed knowledge of the particular, has fallen silent. The statues are now corpses, their animating soul having fled, just as the hymns are words stripped of belief; the tables of the gods lack spiritual food and drink, and from its games and festivals, consciousness no longer retrieves the joyful unity with the essence. The works of the Muse lack the power of Spirit, which arose from the crushing of gods and men into the certainty of itself. They are now what they are for us—beautiful fruits plucked from the tree: a friendly fate offers them to us as a maiden presents those fruits. They do not bestow the actual life of their existence—not the tree that bore them, nor the earth and elements that constituted their substance, nor the climate that shaped their determinacy, nor the cycle of seasons that governed their becoming. Thus, fate gives us, along with those works of art, not their world—not the spring and summer of ethical life in which they blossomed and ripened—but only the veiled memory of that reality. Our act of enjoying them is therefore not a divine service that would bring our consciousness its perfect, fulfilling truth. Instead, it is an external act that perhaps wipes raindrops or dust from these fruits and erects, in place of the inner elements of the surrounding, generative, and inspiring reality of the Ethical, the sprawling scaffolding of the dead elements of their external existence—language, historical aspects, etc.—not to immerse itself in them but only to represent them within itself. Yet just as the maiden who presents the plucked fruits is more than the nature that spread them out into their conditions and elements—the tree, air, light, etc.—which offered them immediately, for she gathers all this into the radiance of the self-conscious eye and the gesture of offering in a higher way, so too the Spirit of fate, which offers us those artworks, is more than the ethical life and reality of that people. For it is the recollection of the Spirit that was still externalized within them—it is the Spirit of tragic fate, which gathers all those individual gods and attributes of Substance into a single Pantheon: the Spirit conscious of itself as Spirit.
Alle Bedingungen seines Hervorgangs sind vorhanden, und diese Totalität seiner Bedingungen macht das Werden, den Begriff oder das ansichseiende Hervorgehen desselben aus. – Der Kreis der Hervorbringungen der Kunst umfaßt die Formen der Entäußerungen der absoluten Substanz; sie ist in[548] der Form der Individualität, als ein Ding, als seiender Gegenstand des sinnlichen Bewußtseins, – als die reine Sprache oder das Werden der Gestalt, deren Dasein nicht aus dem Selbst heraustritt und rein verschwindender Gegenstand ist, – als unmittelbare Einheit mit dem allgemeinen Selbstbewußtsein in seiner Begeisterung und als vermittelte in dem Tun des Kultus, – als schöne selbstische Körperlichkeit und endlich als das in die Vorstellung erhobene Dasein und die Ausbreitung desselben zu einer Welt, die sich zuletzt in die Allgemeinheit, die ebenso reine Gewißheit ihrer selbst ist, zusammennimmt. – Diese Formen und auf der ändern Seite die Welt der Person und des Rechts, die verwüstende Wildheit der freigelassenen Elemente des Inhalts, ebenso die gedachte Person des Stoizismus und die haltlose Unruhe des skeptischen Bewußtseins machen die Peripherie der Gestalten aus, welche erwartend und drängend um die Geburtsstätte des als Selbstbewußtsein werdenden Geistes umherstehen; der alle durchdringende Schmerz und Sehnsucht des unglücklichen Selbstbewußtseins ist ihr Mittelpunkt und das gemeinschaftliche Geburtswehe seines Hervorgangs, – die Einfachheit des reinen Begriffs, der jene Gestalten als seine Momente enthält.
All conditions of its emergence are present, and this totality of conditions constitutes its becoming, the Concept, or its in-itself coming forth. The circle of art’s productions encompasses the forms of the externalizations of absolute Substance. In the form of individuality, as a thing, as a being object of sensory consciousness—as pure language or the becoming of a figure whose existence does not step outside the Self and is a purely vanishing object—as the immediate unity with the universal self-consciousness in its inspiration and as mediated unity in the act of worship—as beautiful self-ish corporeality, and finally as existence elevated into representation and expanded into a world that ultimately contracts into the universality that is equally pure certainty of itself. These forms, and on the other side, the world of the person and of right—the ravaging wildness of the released elemental content, as well as the thought person of Stoicism and the restless instability of skeptical consciousness—form the periphery of the shapes that, expectant and urgent, stand around the birthplace of Spirit becoming self-consciousness. The all-pervading pain and longing of the unhappy self-consciousness is their center and the shared birth-pangs of its emergence—the simplicity of the pure Concept, which contains those shapes as its moments.
Er hat die zwei Seiten an ihm, die oben als die beiden umgekehrten Sätze vorgestellt sind; die eine ist diese, daß die Substanz sich ihrer selbst entäußert und zum Selbstbewußtsein wird, die andere umgekehrt, daß das Selbstbewußtsein sich seiner entäußert und zur Dingheit oder zum allgemeinen Selbstmacht. Beide Seiten sind sich auf diese Weise entgegengekommen, und hierdurch [ist] ihre wahre Vereinigung entstanden. Die Entäußerung der Substanz, ihr Werden zum Selbstbewußtsein drückt den Übergang ins Entgegengesetzte, den bewußtlosen Übergang der Notwendigkeit oder dies aus, daß sie an sich Selbstbewußtsein ist; umgekehrt die Entäußerung des Selbstbewußtseins dies, daß es an sich das allgemeine Wesen ist, oder – weil das Selbst das reine Fürsichsein ist, das in seinem Gegenteile bei sich bleibt – dies,[549] daß für es es ist, daß die Substanz Selbstbewußtsein und eben dadurch Geist ist. Es kann daher von diesem Geiste, der die Form der Substanz verlassen und in der Gestalt des Selbstbewußtseins in das Dasein tritt, gesagt werden – wenn man sich der aus der natürlichen Zeugung hergenommenen Verhältnisse bedienen will –, daß er eine wirkliche Mutter, aber einen ansichseienden Vater hat; denn die Wirklichkeit oder das Selbstbewußtsein und das Ansich als die Substanz sind seine beiden Momente, durch deren gegenseitige Entäußerung, jedes zum anderen werdend, er als diese ihre Einheit ins Dasein tritt.
Spirit has two sides within itself, presented above as the two inverted propositions. One is that Substance externalizes itself and becomes self-consciousness; the other, conversely, that self-consciousness externalizes itself and becomes thinghood or universal self-power. In this way, both sides have moved toward each other, and through this, their true union has arisen. The externalization of Substance, its becoming self-consciousness, expresses the transition into the opposite—the unconscious transition of necessity—or the fact that Substance is in itself self-consciousness. Conversely, the externalization of self-consciousness expresses that it is in itself the universal essence—or, because the Self is pure being-for-itself, which remains with itself in its opposite—that for it, Substance is self-consciousness and thereby Spirit. Thus, of this Spirit, which has abandoned the form of Substance and enters existence in the shape of self-consciousness, it may be said—if one employs relations borrowed from natural generation—that it has an actual mother but an in-itself father. For actuality or self-consciousness and the in-itself as Substance are its two moments. Through their mutual externalization—each becoming the other—Spirit emerges into existence as their unity.
Insofern das Selbstbewußtsein einseitig nur seine eigene Entäußerung erfaßt, wenn ihm schon sein Gegenstand also ebensowohl Sein als Selbst ist und es alles Dasein als geistiges Wesen weiß, so ist dadurch dennoch noch nicht für es der wahre Geist geworden, insofern nämlich das Sein überhaupt oder die Substanz nicht an sich ebenso ihrerseits sich ihrer selbst entäußerte und zum Selbstbewußtsein wurde. Denn alsdann ist alles Dasein nur vom Standpunkte des Bewußtseins aus geistiges Wesen, nicht an sich selbst. Der Geist ist auf diese Weise dem Dasein nur eingebildet; dieses Einbilden ist die Schwärmerei, welche der Natur sowohl als der Geschichte, wie der Welt so den mythischen Vorstellungen der vorhergehenden Religionen einen anderen inneren Sinn unterlegt, als sie in ihrer Erscheinung dem Bewußtsein unmittelbar darbieten und, in Ansehung der Religionen, als das Selbstbewußtsein, dessen Religionen sie waren, darin wußte. Aber diese Bedeutung ist eine geliehene und ein Kleid, das die Blöße der Erscheinung nicht bedeckt und sich keinen Glauben und Verehrung erwirbt, sondern die trübe Nacht und eigene Verzückung des Bewußtseins bleibt.
Insofar as self-consciousness unilaterally grasps only its own externalization – even though its object is thereby equally Being and Self, and it knows all existence as spiritual essence – true Spirit has not yet emerged for it. This is because Being as such or Substance has not in itself likewise externalized itself and become self-consciousness. For in this case, all existence is spiritual essence only from the standpoint of consciousness, not in itself. Spirit is thereby merely projected into existence; this projection is ecstatic enthusiasm [Schwärmerei], which imposes an inner meaning upon nature, history, and the world – as well as upon the mythical representations of prior religions – that differs from what they immediately present to consciousness. Regarding religions, this differs from what the self-consciousness whose religions they were knew within them. Yet this imposed meaning remains borrowed raiment, failing to conceal the nakedness of appearance, commanding neither belief nor reverence, persisting as the murky night and solitary rapture of consciousness.
Daß diese Bedeutung des Gegenständlichen also nicht bloße Einbildung sei, muß sie an sich sein, d.h. einmal dem Bewußtsein aus dem Begriffe entspringen und in ihrer Notwendigkeit hervorgehen. So ist uns durch das Erkennen des unmittelbaren Bewußtseins oder des Bewußtseins des seienden[550] Gegenstandes, durch seine notwendige Bewegung der sich selbst wissende Geist entsprungen. Dieser Begriff, der als unmittelbarer auch die Gestalt der Unmittelbarkeit für sein Bewußtsein hatte, hat sich zweitens die Gestalt des Selbstbewußtseins an sich, d.h. nach eben der Notwendigkeit des Begriffes gegeben, als das Sein oder die Unmittelbarkeit, die der inhaltlose Gegenstand des sinnlichen Bewußtseins ist, sich seiner entäußert und Ich für das Bewußtsein wird. – Von dem denkenden Ansich oder dem Erkennen der Notwendigkeit ist aber das unmittelbare Ansich oder die seiende Notwendigkeit selbst unterschieden, – ein Unterschied, der zugleich aber nicht außer dem Begriffe liegt, denn die einfache Einheit des Begriffes ist das unmittelbare Sein selbst; er ist ebenso das sich selbst Entäußernde oder das Werden der angeschauten Notwendigkeit, als er in ihr bei sich ist und sie weiß und begreift. – Das unmittelbare Ansich des Geistes, der sich die Gestalt des Selbstbewußtseins gibt, heißt nichts anderes, als daß der wirkliche Weltgeist zu diesem Wissen von sich gelangt ist; dann erst tritt dies Wissen auch in sein Bewußtsein und als Wahrheit ein. Wie jenes geschehen, hat sich schon oben ergeben.
To ensure this signification of the objective is not mere projection, it must be in itself – i.e., it must first arise for consciousness from the Concept and emerge in its necessity. Thus, through the cognition of immediate consciousness – or consciousness of the existent object – the Spirit that knows itself has arisen for us via its necessary movement. This Concept, which as immediate also has the form of immediacy for its consciousness, secondly gives itself the form of self-consciousness in itself – i.e., according to the same necessity of the Concept through which Being or immediacy, the contentless object of sensory consciousness, externalizes itself and becomes the I-for-consciousness. – However, the immediate in-itself or existent necessity is distinct from the thinking in-itself or the cognition of necessity – a distinction that nevertheless does not lie outside the Concept. For the simple unity of the Concept is immediate Being itself; it is equally the self-externalizing movement or becoming of intuited necessity, as it is the being-at-home-within-itself that knows and comprehends this necessity. – The immediate in-itself of Spirit giving itself the form of self-consciousness signifies nothing other than the actual World-Spirit having attained this knowledge of itself. Only then does this knowledge enter its consciousness as truth. How this occurs has already been demonstrated above.
Dies, daß der absolute Geist sich die Gestalt des Selbstbewußtseins an sich und damit auch für sein Bewußtsein gegeben, erscheint nun so, daß es der Glaube der Welt ist, daß der Geist als ein Selbstbewußtsein, d. h. als ein wirklicher Mensch da ist, daß er für die unmittelbare Gewißheit ist, daß das glaubende Bewußtsein diese Göttlichkeit sieht und fühlt und hört. So ist es nicht Einbildung, sondern es ist wirklich an dem. Das Bewußtsein geht dann nicht aus seinem Innern von dem Gedanken aus und schließt in sich den Gedanken des Gottes mit dem Dasein zusammen, sondern es geht von dem unmittelbaren gegenwärtigen Dasein aus und erkennt den Gott in ihm. – Das Moment des unmittelbaren Seins ist in dem Inhalte des Begriffes so vorhanden, daß der religiöse Geist in der Rückkehr aller Wesenheit in das Bewußtsein einfaches positives Selbst geworden ist, ebenso wie[551] der wirkliche Geist als solcher im unglücklichen Bewußtsein eben diese einfache selbstbewußte Negativität. Das Selbst des daseienden Geistes hat dadurch die Form der vollkommenen Unmittelbarkeit; es ist weder als Gedachtes oder Vorgestelltes noch Hervorgebrachtes gesetzt, wie es mit dem unmittelbaren Selbst teils in der natürlichen, teils in der Kunstreligion der Fall ist. Sondern dieser Gott wird unmittelbar als Selbst, als ein wirklicher einzelner Mensch, sinnlich angeschaut; so nur ist er Selbstbewußtsein.
That the absolute Spirit has given itself the form of self-consciousness in itself – and thereby also for its consciousness – now appears as the faith of the world that Spirit is present as a self-consciousness, i.e., as an actual human being, that it exists for immediate certainty. The faithful consciousness sees, feels, and hears this divinity. Thus it is not imagination but actuality at hand. Consciousness does not proceed from its inner thought to synthetically unite the idea of God with existence, but begins from the immediately present existence and recognizes divinity within it. – The moment of immediate Being is present in the Concept’s content such that the religious Spirit, in the return of all essence into consciousness, has become a simple positive Self – just as[551] the actual Spirit as such in the unhappy consciousness becomes precisely this simple self-conscious negativity. The Self of the existent Spirit thereby assumes the form of perfect immediacy; it is posited neither as something thought, represented, nor produced – unlike the immediate Self in natural religion or the art-religion. Rather, this God is immediately intuited as Self, as an actual individual human being; only thus is He self-consciousness.
Diese Menschwerdung des göttlichen Wesens, oder daß es wesentlich und unmittelbar die Gestalt des Selbstbewußtseins hat, ist der einfache Inhalt der absoluten Religion. In ihr wird das Wesen als Geist gewußt, oder sie ist sein Bewußtsein über sich, Geist zu sein. Denn der Geist ist das Wissen seiner selbst in seiner Entäußerung; das Wesen, das die Bewegung ist, in seinem Anderssein die Gleichheit mit sich selbst zu behalten. Dies aber ist die Substanz, insofern sie in ihrer Akzidentalität ebenso in sich reflektiert, nicht dagegen als gegen ein Unwesentliches und somit in einem Fremden sich Befindendes gleichgültig, sondern darin in sich, d.h. insofern sie Subjekt oder Selbst ist. – In dieser Religion ist deswegen das göttliche Wesen geoffenbart. Sein Offenbarsein besteht offenbar darin, daß gewußt wird, was es ist. Es wird aber gewußt, eben indem es als Geist gewußt wird, als Wesen, das wesentlich Selbstbewußtsein ist. – Dem Bewußtsein ist in seinem Gegenstand dann etwas geheim, wenn er ein Anderes oder Fremdes für es ist und wenn es ihn nicht als sich selbst weiß. Dies Geheimsein hört auf, indem das absolute Wesen als Geist Gegenstand des Bewußtseins ist; denn so ist er als Selbst in seinem Verhältnisse zu ihm; d.h. dieses weiß unmittelbar sich darin, oder es ist sich in ihm offenbar. Es selbst ist sich nur in der eigenen Gewißheit seiner offenbar; jener sein Gegenstand ist das Selbst, das Selbst aber ist kein Fremdes, sondern die untrennbare Einheit mit sich, das unmittelbar Allgemeine. Es ist der reine Begriff, das reine Denken oder Fürsichsein, das unmittelbar Sein [ist][552] und damit Sein für Anderes und als dieses Sein für Anderes unmittelbar in sich zurückgekehrt und bei sich selbst; es ist also das wahrhaft und allein Offenbare. Das Gütige, Gerechte, Heilige, Schöpfer Himmels und der Erde usf. sind Prädikate eines Subjekts, – allgemeine Momente, die an diesem Punkte ihren Halt haben und nur erst im Rückgehen des Bewußtseins ins Denken sind. – Indem sie gewußt werden, ist ihr Grund und Wesen, das Subjekt selbst, noch nicht offenbar, und ebenso sind die Bestimmungen des Allgemeinen nicht dies Allgemeine selbst. Das Subjekt selbst und damit auch dies reine Allgemeine ist aber offenbar als Selbst, denn dies ist eben dies in sich reflektierte Innere, das unmittelbar da und die eigene Gewißheit desjenigen Selbsts ist, für welches es da ist. Dies – seinem Begriffe nach das Offenbare zu sein – ist also die wahre Gestalt des Geistes, und diese seine Gestalt, der Begriff, ist ebenso allein sein Wesen und Substanz. Er wird gewußt als Selbstbewußtsein und ist diesem unmittelbar offenbar, denn er ist dieses selbst; die göttliche Natur ist dasselbe, was die menschliche ist, und diese Einheit ist es, die angeschaut wird.
This incarnation of the divine essence — or the fact that it essentially and immediately assumes the shape of self-consciousness — is the simple content of absolute religion. Here, the essence is known as Spirit; or this religion is Spirit’s consciousness of itself as Spirit. For Spirit is the knowledge of itself in its externalization; the essence that, as movement, preserves equality with itself in its otherness. But this is Substance insofar as it reflects into itself even within its accidentality — not indifferently opposed to it as something non-essential, nor as existing in an alien element, but within itself, i.e., insofar as it is Subject or Self. — In this religion, therefore, the divine essence is revealed. Its revelation manifestly consists in being known as it truly is. It is known precisely by being known as Spirit — as an essence that is essentially self-consciousness. — For consciousness, something remains concealed in its object when the object is an Other or alien to it, and when consciousness does not recognize the object as itself. Such concealment ceases when the absolute essence becomes the object of consciousness as Spirit; for here, it is encountered as Self in its relation to consciousness. That is, consciousness knows itself immediately within the essence, and the essence is thereby disclosed to it. The essence is only disclosed to consciousness through the latter’s own certainty of itself; its object is the Self, which is no alien entity but an indivisible unity with itself, the immediately universal. It is the pure Concept, pure thinking or being-for-itself, which is immediately Being [and thus] Being-for-Others; yet as this Being-for-Others, it is immediately reflected back into itself and at one with itself. This is what is truly and exclusively revealed. Attributes like goodness, righteousness, holiness, Creator of heaven and earth, etc., are predicates of a Subject — universal moments that find their footing here and only emerge through consciousness’s return into thinking. — While these predicates are known, their ground and essence — the Subject itself — remains unrevealed. Similarly, the determinations of universality are not yet this Universality itself. But the Subject itself, and thereby this pure Universality, is revealed as Self, for the Self is precisely this inwardly reflected interiority that is immediately present and constitutes the self-certainty of the consciousness for which it exists. Thus, being revealed in accordance with its Concept is the true shape of Spirit, and this shape — the Concept — is at once its sole essence and substance. Spirit is known as self-consciousness and is immediately manifest to it, for Spirit is this self-consciousness. The divine nature is identical with the human, and this unity is what is intuited.
Hier also ist in der Tat das Bewußtsein oder die Weise, wie das Wesen für es selbst ist, seine Gestalt, seinem Selbstbewußtsein gleich; diese Gestalt ist selbst ein Selbstbewußtsein; sie ist damit zugleich seiender Gegenstand, und dieses Sein hat ebenso unmittelbar die Bedeutung des reinen Denkens, des absoluten Wesens. – Das absolute Wesen, welches als ein wirkliches Selbstbewußtsein da ist, scheint von seiner ewigen Einfachheit herabgestiegen zu sein, aber in der Tat hat es damit erst sein höchstes Wesen erreicht. Denn der Begriff des Wesens, erst indem er seine einfache Reinheit erlangt hat, ist er die absolute Abstraktion, welche reines Denken und damit die reine Einzelheit des Selbsts sowie um seiner Einfachheit willen das Unmittelbare oder Sein ist. – Was das sinnliche Bewußtsein genannt wird, ist eben diese reine Abstraktion, es ist dies Denken, für welches das Sein das Unmittelbare ist. Das Niedrigste ist also zugleich das[553] Höchste; das ganz an die Oberfläche herausgetretene Offenbare ist eben darin das Tiefste. Daß das höchste Wesen als ein seiendes Selbstbewußtsein gesehen, gehört usf. wird, dies ist also in der Tat die Vollendung seines Begriffes; und durch diese Vollendung ist das Wesen so unmittelbar da, als es Wesen ist.
Here, therefore, the consciousness — or the mode in which the essence exists for itself — is equal in form to its self-consciousness. This form is itself a self-consciousness, which is simultaneously an existent object; and this existence carries the immediate significance of pure thinking, the absolute essence. — The absolute essence, which exists as an actual self-consciousness, appears to have descended from its eternal simplicity, yet in truth it has thereby attained its supreme essence. For only when the Concept of essence achieves its simple purity does it become absolute abstraction — which is pure thinking and, by virtue of its simplicity, the pure singularity of the Self as well as the immediate or Being. — What is called sensible consciousness is precisely this pure abstraction; it is this thinking for which Being is the immediate. The lowest is thus simultaneously the highest; what has emerged entirely to the surface is precisely thereby the deepest. That the supreme essence is seen, heard, etc., as an existent self-consciousness is, therefore, the consummation of its Concept. Through this consummation, the essence is as immediately present as it is essence.
Dies unmittelbare Dasein ist zugleich nicht allein und bloß unmittelbares Bewußtsein, sondern es ist religiöses Bewußtsein; die Unmittelbarkeit hat ungetrennt die Bedeutung nicht nur eines seienden Selbstbewußtseins, sondern des rein gedachten oder absoluten Wesens. Wessen wir uns in unserem Begriffe bewußt sind, daß das Sein Wesen ist, ist das religiöse Bewußtsein sich bewußt. Diese Einheit des Seins und Wesens, des Denkens, das unmittelbar Dasein ist, ist, wie es der Gedanke dieses religiösen Bewußtseins oder sein vermitteltes Wissen ist, ebenso sein unmittelbares Wissen; denn diese Einheit des Seins und Denkens ist das Selbstbewußtsein und ist selbst da, oder die gedachte Einheit hat zugleich diese Gestalt dessen, was sie ist. Gott ist also hier offenbar, wie er ist, er ist so da, wie er an sich ist; er ist da, als Geist. Gott ist allein im reinen spekulativen Wissen erreichbar und ist nur in ihm und ist nur es selbst, denn er ist der Geist, und dieses spekulative Wissen ist das Wissen der offenbaren Religion. Jenes weiß ihn als Denken oder reines Wesen, und dies Denken als Sein und als Dasein, und das Dasein als die Negativität seiner selbst, hiermit als Selbst, dieses und allgemeines Selbst; eben dies weiß die offenbare Religion. – Die Hoffnungen und Erwartungen der vorhergehenden Welt drängten sich allein auf diese Offenbarung hin, anzuschauen. was das absolute Wesen ist, und sich selbst in ihm zu finden; diese Freude wird dem Selbstbewußtsein und ergreift die ganze Welt, im absoluten Wesen sich zu schauen, denn es ist Geist, es ist die einfache Bewegung jener reinen Momente, die dies selbst ausdrückt, daß das Wesen dadurch erst, daß es als unmittelbares Selbstbewußtsein angeschaut wird, als Geist gewußt wird.[554]
This immediate existence is not merely immediate consciousness but religious consciousness. The immediacy inseparably signifies not only an existent self-consciousness but also the purely thought or absolute essence. What we are conceptually aware of — that Being is essence — is what religious consciousness is aware of. This unity of Being and essence, of thinking that is immediately existence, exists both as the thought of this religious consciousness (its mediated knowledge) and as its immediate knowledge. For this unity of Being and thinking is self-consciousness and is itself present; the thought unity simultaneously assumes the form of what it is. Thus, God is here revealed as He is; He exists as He is in Himself — as Spirit. God is attainable only in pure speculative knowledge and exists solely within it, for He is Spirit, and this speculative knowledge is the knowledge of revealed religion. Such knowledge knows Him as thinking or pure essence, and this thinking as Being and existence — existence as the negativity of itself, hence as Self, as this and universal Self. This is precisely what revealed religion knows. — The hopes and expectations of the preceding world strained toward this revelation — to behold what the absolute essence is and to find oneself within it. This joy seizes self-consciousness and envelops the entire world in seeing itself within the absolute essence, for the essence is Spirit. It is the simple movement of those pure moments which express that only through being intuited as immediate self-consciousness is the essence known as Spirit.
Dieser Begriff des sich selbst als Geist wissenden Geistes ist selbst der unmittelbare und noch nicht entwickelt. Das Wesen ist Geist, oder es ist erschienen, es ist offenbar; dies erste Offenbarsein ist selbst unmittelbar, aber die Unmittelbarkeit ist ebenso reine Vermittlung oder Denken; sie muß daher an ihr selbst als solcher dies darstellen. – Bestimmter dies betrachtet, so ist der Geist in der Unmittelbarkeit des Selbstbewußtseins dieses einzelne Selbstbewußtsein, dem allgemeinen entgegengesetzt; er ist ausschließendes Eins, das für das Bewußtsein, für welches es da ist, die noch unaufgelöste Form eines sinnlichen Anderen hat; dieses weiß den Geist noch nicht als den seinen, oder der Geist ist noch nicht, wie er einzelnes Selbst ist, ebensowohl als allgemeines, als alles Selbst da. Oder die Gestalt hat noch nicht die Form des Begriffs, d.h. des allgemeinen Selbsts, des Selbsts, das in seiner unmittelbaren Wirklichkeit ebenso Aufgehobenes, Denken, Allgemeinheit ist, ohne in dieser jene zu verlieren. – Die nächste und selbst unmittelbare Form dieser Allgemeinheit ist aber nicht schon die Form des Denkens selbst, des Begriffes als Begriffes, sondern die Allgemeinheit der Wirklichkeit, die Allheit der Selbst[e] und die Erhebung des Daseins in die Vorstellung, – wie überall, und um ein bestimmtes Beispiel anzuführen, das aufgehobene sinnliche Dieses erst das Ding der Wahrnehmung, noch nicht das Allgemeine des Verstandes ist.
This Concept of Spirit that knows itself as Spirit is itself the immediate and not yet developed. The essence is Spirit, or it has appeared, it is revealed; this first revelation is itself immediate, but immediacy is equally pure mediation or thinking; it must therefore demonstrate this in its own self as such. – Considering this more precisely, Spirit in the immediacy of self-consciousness is this singular self-consciousness, opposed to the universal; it is the exclusive One that, for the consciousness for which it is present, still has the unresolved form of a sensuous Other; this consciousness does not yet know Spirit as its own, or Spirit is not yet, as it is a singular Self, equally as universal, as every Self present. Or the shape has not yet assumed the form of the Concept, i.e., of the universal Self, of the Self that in its immediate actuality is equally sublated, thinking, universality, without losing itself in this. – However, the nearest and itself immediate form of this universality is not yet the form of thinking itself, of the Concept as Concept, but the universality of actuality, the allness of Selves, and the elevation of existence into representation – as everywhere, and to cite a specific example, the sublated sensuous This first becomes the thing of perception, not yet the universal of the Understanding.
Dieser einzelne Mensch also, als welcher das absolute Wesen offenbar ist, vollbringt an ihm als Einzelnem die Bewegung des sinnlichen Seins. Er ist der unmittelbar gegenwärtige Gott; dadurch geht sein Sein in Gewesensein über. Das Bewußtsein, für welches er diese sinnliche Gegenwart hat, hört auf, ihn zu sehen, zu hören; es hat ihn gesehen und gehört; und erst dadurch, daß es ihn nur gesehen, gehört hat, wird es selbst geistiges Bewußtsein, oder wie er vorher als sinnliches Dasein für es aufstand, ist er jetzt im Geiste aufgestanden.[555] – Denn als solches, das ihn sinnlich sieht und hört, ist es selbst nur unmittelbares Bewußtsein, das die Ungleichheit der Gegenständlichkeit nicht aufgehoben, nicht ins reine Denken zurückgenommen hat, sondern diesen gegenständlichen Einzelnen, nicht aber sich selbst als Geist weiß. In dem Verschwinden des unmittelbaren Daseins des als absoluten Wesens Gewußten erhält das Unmittelbare sein negatives Moment; der Geist bleibt unmittelbares Selbst der Wirklichkeit, aber als das allgemeine Selbstbewußtsein der Gemeine, das in seiner eigenen Substanz ruht, so wie diese in ihm allgemeines Subjekt ist; nicht der Einzelne für sich, sondern zusammen mit dem Bewußtsein der Gemeine, und das, was er für diese ist, ist das vollständige Ganze desselben.
This singular man, then, as whom the absolute essence is revealed, accomplishes within himself as a singular individual the movement of sensuous being. He is the immediately present God; thereby his Being passes into having-been. The consciousness for which he has this sensuous presence ceases to see and hear him; it has seen and heard him; and only thereby, because it has merely seen and heard him, does it itself become spiritual consciousness, or just as he previously arose for it as sensuous existence, he has now arisen in Spirit. – For as that which sensuously sees and hears him, it is itself only immediate consciousness, which has not sublated the disparity of objectivity, not withdrawn into pure thinking, but knows this objective singular, not itself as Spirit. In the vanishing of the immediate existence of what is known as absolute essence, the immediate retains its negative moment; Spirit remains the immediate Self of actuality, but as the universal self-consciousness of the congregation, resting in its own substance, just as this substance is the universal subject within it; not the singular individual for himself, but together with the consciousness of the congregation, and what he is for this is the complete whole of the same.
Vergangenheit und Entfernung sind aber nur die unvollkommene Form, wie die unmittelbare Weise vermittelt oder allgemein gesetzt ist; diese ist nur oberflächlich in das Element des Denkens getaucht, ist als sinnliche Weise darin aufbewahrt und mit der Natur des Denkens selbst nicht in eins gesetzt. Es ist nur in das Vorstellen erhoben, denn dies ist die synthetische Verbindung der sinnlichen Unmittelbarkeit und ihrer Allgemeinheit oder des Denkens.
Pastness and distance are but the imperfect form in which the immediate mode is mediated or posited as universal; this is only superficially immersed in the element of thinking, preserved therein as sensuous mode, and not unified with the nature of thinking itself. It is merely elevated into representation, for this is the synthetic connection of sensuous immediacy and its universality or of thinking.
Diese Form des Vorstellens macht die Bestimmtheit aus, in welcher der Geist in dieser seiner Gemeine seiner bewußt wird. Sie ist noch nicht das zu seinem Begriffe als Begriffe gediehene Selbstbewußtsein desselben; die Vermittlung ist noch unvollendet. Es ist also in dieser Verbindung des Seins und Denkens der Mangel vorhanden, daß das geistige Wesen noch mit einer unversöhnten Entzweiung in ein Diesseits und Jenseits behaftet ist. Der Inhalt ist der wahre, aber alle seine Momente haben, in dem Elemente des Vorstellens gesetzt, den Charakter, nicht begriffen zu sein, sondern als vollkommen selbständige Seiten zu erscheinen, die sich äußerlich aufeinander beziehen. Daß der wahre Inhalt auch seine wahre Form für das Bewußtsein erhalte, dazu ist die höhere Bildung des letzteren notwendig, seine Anschauung der absoluten Substanz in den Begriff zu erheben und für es[556] selbst sein Bewußtsein mit seinem Selbstbewußtsein auszugleichen, wie dies für uns oder an sich geschehen ist.
This form of representation constitutes the determinacy in which Spirit becomes conscious of itself within its congregation. It is not yet the self-consciousness of Spirit that has matured into its Concept as Concept; the mediation remains incomplete. In this union of being and thought, the deficiency persists that the spiritual essence remains burdened with an unreconciled bifurcation into a "here" and a "beyond." The content is true, but all its moments, posited within the element of representation, bear the character of not having been comprehended, instead appearing as entirely independent sides that relate to one another externally. For the true content to attain its true form for consciousness, a higher cultivation of the latter is necessary: to elevate its intuition of absolute Substance into the Concept and to reconcile its consciousness with its self-consciousness for itself [556], as has occurred for us or in itself.
Dieser Inhalt ist in der Weise, wie er in seinem Bewußtsein ist, zu betrachten. – Der absolute Geist ist Inhalt, so ist er in der Gestalt seiner Wahrheit. Aber seine Wahrheit ist, nicht nur die Substanz der Gemeinde oder das Ansich derselben zu sein, noch auch nur aus dieser Innerlichkeit in die Gegenständlichkeit des Vorstellens heraufzutreten, sondern wirkliches Selbst zu werden, sich in sich zu reflektieren und Subjekt zu sein. Dies ist also die Bewegung, welche er in seiner Gemeinde vollbringt, oder dies ist das Leben desselben. Was dieser sich offenbarende Geist an und für sich ist, wird daher nicht dadurch herausgebracht, daß sein reiches Leben in der Gemeine gleichsam aufgedreht und auf seinen ersten Faden zurückgeführt wird, etwa auf die Vorstellungen der ersten unvollkommenen Gemeine oder gar auf das, was der wirkliche Mensch gesprochen hat. Dieser Zurückführung liegt der Instinkt zugrunde, auf den Begriff zu gehen; aber sie verwechselt den Ursprung als das unmittelbare Dasein der ersten Erscheinung mit der Einfachheit des Begriffes. Durch diese Verarmung des Lebens des Geistes, durch das Wegräumen der Vorstellung der Gemeine und ihres Tuns gegen ihre Vorstellung, entsteht daher statt des Begriffes vielmehr die bloße Äußerlichkeit und Einzelheit, die geschichtliche Weise der unmittelbaren Erscheinung und die geistlose Erinnerung einer einzelnen gemeinten Gestalt und ihrer Vergangenheit.
This content must be examined in the mode in which it exists within its consciousness. – Absolute Spirit is content; as such, it exists in the form of its truth. But its truth consists not merely in being the Substance of the congregation or the in-itself of the latter, nor in merely emerging from this inwardness into the objectivity of representation, but in becoming an actual Self, reflecting into itself, and being Subject. This, then, is the movement Spirit accomplishes within its congregation, or this is its life. What this self-manifesting Spirit is in and for itself cannot be uncovered by unraveling the rich life of the congregation back to its initial thread—say, to the representations of the first imperfect congregation or even to what the actual historical person spoke. Underlying this reduction is the instinct to grasp the Concept, but it conflates origin as the immediate existence of the first appearance with the simplicity of the Concept. Through this impoverishment of the life of Spirit—by stripping away the congregation’s representation and its activity against its representation—what arises is not the Concept but rather mere externality and singularity: the historical mode of immediate appearance and the spiritless recollection of an individual, imagined figure and its past.
Der Geist ist Inhalt seines Bewußtseins zuerst in der Form der reinen Substanz oder ist Inhalt seines reinen Bewußtseins. Dies Element des Denkens ist die Bewegung, zum Dasein oder der Einzelheit herunterzusteigen. Die Mitte zwischen ihnen ist ihre synthetische Verbindung, das Bewußtsein des Anderswerdens oder das Vorstellen als solches – Das dritte ist die Rückkehr aus der Vorstellung und dem Anderssein oder das Element des Selbstbewußtseins selbst. – Diese drei Momente machen den Geist aus; sein Auseinandertreten[557] in der Vorstellung besteht darin, auf eine bestimmte Weise zu sein; diese Bestimmtheit aber ist nichts anderes als eines seiner Momente. Seine ausführliche Bewegung ist also diese, in jedem seiner Momente als in einem Elemente seine Natur auszubreiten; indem jeder dieser Kreise sich in sich vollendet, ist diese seine Reflexion-in-sich zugleich der Übergang in den anderen. Die Vorstellung macht die Mitte zwischen dem reinen Denken und dem Selbstbewußtsein als solchem aus und ist nur eine der Bestimmtheiten; zugleich aber, wie sich gezeigt, ist ihr Charakter, die synthetische Verbindung zu sein, über alle diese Elemente ausgebreitet und ihre gemeinschaftliche Bestimmtheit.
Spirit is first the content of its consciousness in the form of pure Substance, or it is the content of its pure consciousness. This element of thought is the movement of descending into existence or singularity. The middle term between them is their synthetic connection: the consciousness of becoming-other or representation as such. The third moment is the return from representation and otherness, or the element of self-consciousness itself. – These three moments constitute Spirit. Its self-diremption [557] in representation consists in existing in a determinate mode, but this determinacy is nothing other than one of its moments. Its detailed movement, therefore, is this: to unfold its nature in each of its moments as in an element. As each of these circles completes itself inwardly, this self-reflection is simultaneously the transition into another. Representation serves as the midpoint between pure thinking and self-consciousness as such and is only one determinacy. Yet, as shown, its character—as the synthetic bond—is spread across all these elements and is their shared determinacy.
Der Inhalt selbst, der zu betrachten ist, ist zum Teil schon als die Vorstellung des unglücklichen und glaubenden Bewußtseins vorgekommen, – in jenem aber in der Bestimmung des aus dem Bewußtsein hervorgebrachten und ersehnten Inhalts, worin der Geist sich nicht ersättigen noch Ruhe finden kann, weil er noch nicht an sich oder als seine Substanz sein Inhalt ist; in diesem dagegen ist er als das selbstlose Wesen der Welt oder als wesentlich gegenständlicher Inhalt des Vorstellens betrachtet worden – eines Vorstellens, das der Wirklichkeit überhaupt entflieht und daher ohne die Gewißheit des Selbstbewußtseins ist, die sich teils als Eitelkeit des Wissens, teils als reine Einsicht von ihm trennt. – Das Bewußtsein der Gemeinde hingegen hat ihn zu seiner Substanz, ebenso als er ihre Gewißheit des eigenen Geistes ist.
This content, which we must now examine, has already partially appeared as the representation of unhappy and believing consciousness — in the former, however, under the determination of a content produced from consciousness and longed-for, in which Spirit cannot satiate itself nor find rest because it is not yet in itself or as its own Substance. In the latter, by contrast, it was considered as the selfless essence of the world or as essentially objective content of representation — a representation that flees from actuality altogether and thus lacks the certainty of self-consciousness, which separates itself from it partly as vanity of knowing and partly as pure insight. — The consciousness of the community, however, possesses this content as its Substance, just as the content is the community’s certainty of its own Spirit.
Der Geist zuerst als Substanz im Elemente des reinen Denkens vorgestellt, ist er hiermit unmittelbar das einfädle sich selbst gleiche ewige Wesen, das aber nicht diese abstrakte Bedeutung des Wesens, sondern die Bedeutung des absoluten Geistes hat. Allein der Geist ist dies, nicht Bedeutung, nicht das Innere, sondern das Wirkliche zu sein. Das einfache ewige Wesen daher würde nur dem leeren Worte nach Geist sein, wenn es bei der Vorstellung und dem Ausdrucke des[558] einfachen ewigen Wesens bliebe. Das einfache Wesen aber, weil es die Abstraktion ist, ist in der Tat das Negative an sich selbst, und zwar die Negativität des Denkens oder sie, wie sie im Wesen an sich ist; d.h. es ist der absolute Unterschied von sich oder sein reines Anderswerden. Als Wesen ist es nur an sich oder für uns; aber indem diese Reinheit eben die Abstraktion oder Negativität ist, ist es für sich selbst oder das Selbst, der Begriff. – Es ist also gegenständlich; und indem die Vorstellung die soeben ausgesprochene Notwendigkeit des Begriffs als ein Geschehen auffaßt und ausspricht, so wird gesagt werden, daß das ewige Wesen sich ein Anderes erzeugt. Aber in diesem Anderssein ist es ebenso unmittelbar in sich zurückgekehrt; denn der Unterschied ist der Unterschied an sich; d.h. er ist unmittelbar nur von sich selbst unterschieden, er ist also die in sich zurückgekehrte Einheit.
Spirit, first represented as Substance in the elements of pure thinking, is thereby immediately the simple self-identical eternal essence. Yet this essence does not have the abstract significance of essence but rather the significance of absolute Spirit. However, Spirit is this: not to be mere significance, not the inner, but the actual. The simple eternal essence would thus be Spirit only in name if it remained at the level of representation and expression of the simple eternal essence. But the simple essence, precisely because it is abstraction, is in truth the negative in itself — the negativity of thinking, or negativity as it is in itself within essence. That is, it is the absolute difference from itself or its pure becoming-other. As essence, it is only in itself or for us; but since this purity is precisely abstraction or negativity, it is for itself or the Self, the Concept. — It is thus objective; and insofar as representation apprehends and articulates the necessity of the Concept just articulated as an event, it will be said that the eternal essence generates an Other. Yet in this otherness, it is just as immediately returned into itself; for the difference is the difference in itself — that is, it is immediately differentiated only from itself and is thus the unity returned into itself.
Es unterscheiden sich also die drei Momente, des Wesens, des Fürsichseins, welches das Anderssein des Wesens ist und für welches das Wesen ist, und des Fürsichseins oder Sichselbstwissens im Anderen. Das Wesen schaut nur sich selbst in seinem Fürsichsein an; es ist in dieser Entäußerung nur bei sich; das Fürsichsein, das sich von dem Wesen ausschließt, ist das Wissen des Wesens seiner selbst, es ist das Wort, das ausgesprochen den Aussprechenden entäußert und ausgeleert zurückläßt, aber ebenso unmittelbar vernommen ist, und nur dieses Sichselbstvernehmen ist das Dasein des Wortes. So daß die Unterschiede, die gemacht sind, ebenso unmittelbar aufgelöst, als sie gemacht, und ebenso unmittelbar gemacht, als sie aufgelöst sind, und das Wahre und Wirkliche eben diese in sich kreisende Bewegung ist.
The three moments are thus distinguished: essence, being-for-itself (which is the otherness of essence and for which essence exists), and being-for-itself or self-knowing in the other. Essence beholds only itself in its being-for-itself; in this self-externalization, it remains with itself. The being-for-itself that excludes itself from essence is the essence’s knowledge of itself — it is the Word that, when uttered, externalizes and empties the speaker but is just as immediately heard, and only this self-hearing is the existence of the Word. Thus, the differences posited are just as immediately dissolved as they are posited, and the True and Actual are precisely this inwardly circling movement.
Diese Bewegung in sich selbst spricht das absolute Wesen als Geist aus; das absolute Wesen, das nicht als Geist erfaßt wird, ist nur das abstrakte Leere, so wie der Geist, der nicht als diese Bewegung erfaßt wird, nur ein leeres Wort ist. Indem seine Momente in ihrer Reinheit gefaßt werden, sind sie die ruhelosen Begriffe, die nur sind, ihr Gegenteil an sich[559] selbst zu sein und ihre Ruhe im Ganzen zu haben. Aber das Vorstellen der Gemeine ist nicht dies begreifende Denken, sondern hat den Inhalt ohne seine Notwendigkeit und bringt statt der Form des Begriffes die natürlichen Verhältnisse von Vater und Sohn in das Reich des reinen Bewußtseins. Indem es so im Denken selbst sich vorstellend verhält, ist ihm das Wesen zwar offenbar, aber die Momente desselben treten ihm um dieser synthetischen Vorstellung willen teils selbst auseinander, so daß sie nicht durch ihren eigenen Begriff sich aufeinander beziehen, teils tritt es von diesem seinem reinen Gegenstand zurück, bezieht sich nur äußerlich auf ihn; er ist ihm von einem Fremden geoffenbart, und in diesem Gedanken des Geistes erkennt es nicht sich selbst, nicht die Natur des reinen Selbstbewußtseins. Insofern über die Form des Vorstellens und jener Verhältnisse, die aus dem Natürlichen hergenommen sind, und damit besonders auch darüber hinausgegangen werden muß, die Momente der Bewegung, die der Geist ist, für isolierte nichtwankende Substanzen oder Subjekte statt für übergehende Momente zu nehmen, ist dies Hinausgehen, wie vorhin bei einer ändern Seite erinnert wurde, für ein Drängen des Begriffes anzusehen; aber indem es nur Instinkt ist, verkennt es sich, verwirft mit der Form auch den Inhalt und, was dasselbe ist, setzt ihn zu einer geschichtlichen Vorstellung und einem Erbstücke der Tradition herab; hierin ist das rein Äußerliche des Glaubens nur beibehalten und damit als ein erkenntnisloses Totes; das Innerliche desselben aber ist verschwunden, weil dies der Begriff wäre, der sich als Begriff weiß.
This movement within itself expresses the absolute essence as Spirit; the absolute essence not grasped as Spirit is merely the abstract void, just as Spirit not grasped as this movement is an empty word. When its moments are apprehended in their purity, they are restless Concepts that exist only by containing their opposite within themselves and finding repose in the whole. But the representation of the community is not this comprehending thought; rather, it possesses the content without its necessity and introduces the natural relations of Father and Son into the realm of pure consciousness instead of the form of the Concept. By thus comporting itself representationally within thinking itself, the essence is indeed revealed to it, but the moments of this essence, owing to this synthetic representation, partly fall asunder so that they do not relate to each other through their own Concept, and partly it withdraws from this pure object, relating to it only externally. The essence is revealed to it by a foreign agency, and in this thought of Spirit, it does not recognize itself, nor the nature of pure self-consciousness. To the extent that we must transcend the form of representation and those relations borrowed from the natural sphere—and particularly the misconception of taking the moments of the movement that Spirit is as isolated, immutable substances or subjects rather than transitional moments—this transcendence is to be regarded as the urgency of the Concept, as previously noted in another context. But since this transcendence remains instinctual, it misapprehends itself, rejecting not only the form but also the content, thereby reducing it to a historical representation and an inherited tradition. In this reduction, only the external aspect of faith is retained as something lifeless and devoid of cognition, while its inwardness vanishes—for inwardness would be the Concept that knows itself as Concept.
Der absolute Geist, im reinen Wesen vorgestellt, ist zwar nicht das abstrakte reine Wesen, sondern dieses ist vielmehr eben dadurch, daß es im Geiste nur Moment ist, zum Elemente herabgesunken. Die Darstellung des Geistes aber in diesem Elemente hat denselben Mangel der Form nach an sich, den das Wesen als Wesen hat. Das Wesen ist das Abstrakte und darum das Negative seiner Einfachheit, ein Anderes; ebenso der Geist im Elemente des Wesens ist die[560] Form der einfachen Einheit, die darum ebenso wesentlich ein Anderswerden ist. – Oder, was dasselbe ist, die Beziehung des ewigen Wesens auf sein Fürsichsein ist die unmittelbareinfache des reinen Denkens; in diesem einfachen Anschauen seiner selbst im Anderen ist also das Anderssein nicht als solches gesetzt; es ist der Unterschied, wie er im reinen Denken unmittelbar kein Unterschied ist; ein Anerkennen der Liebe, worin die beiden nicht ihrem Wesen nach sich entgegensetzten. – Der Geist, der im Elemente des reinen Denkens ausgesprochen ist, ist wesentlich selbst dieses, nicht in ihm nur, sondern wirklicher zu sein, denn in seinem Begriffe liegt selbst das Anderssein, d.h. das Aufheben des reinen, nur gedachten Begriffes.
Although absolute Spirit, when represented within the pure essence, is not the abstract pure essence, the latter is rather degraded to an element precisely because it is only a moment within Spirit. However, the presentation of Spirit in this element bears the same formal deficiency inherent in the essence as essence. The essence is the abstract and thus the negative of its simplicity—an Other; likewise, Spirit within the element of essence assumes the form of simple unity, which therefore is equally essentially a becoming-other. Alternatively, to state it differently: the relation of the eternal essence to its being-for-self is the immediate simplicity of pure thinking. In this simple intuition of itself in the Other, otherness as such is not posited; the distinction here is, as in pure thinking, immediately no distinction—a recognition of love wherein the two do not oppose each other in their essence. Spirit, when expressed in the element of pure thinking, is essentially this very element’s own transition into actuality, for its Concept inherently contains otherness—that is, the sublation of the pure, merely thought Concept.
Das Element des reinen Denkens, weil es das abstrakte ist, ist selbst vielmehr das Andere seiner Einfachheit und geht daher in das eigentliche Element des Vorstellens über – das Element, worin die Momente des reinen Begriffes ein substantielles Dasein ebenso gegeneinander erhalten, als sie Subjekte sind, die nicht für ein Drittes die Gleichgültigkeit des Seins gegeneinander haben, sondern in sich reflektiert sich selbst voneinander absondern und entgegenstellen.
The element of pure thinking, precisely because it is abstract, is itself rather the Other of its simplicity and thus transitions into the proper element of representation [Vorstellen] – the element in which the moments of the pure Concept obtain a substantial existence in opposition to one another, just as they are Subjects that do not maintain the indifference of Being toward each other for a third term, but rather, being inwardly reflected, separate and oppose themselves to one another.
Der also nur ewige oder abstrakte Geist wird sich ein Anderes oder tritt in das Dasein und unmittelbar in das unmittelbare Dasein. Er erschafft also eine Welt. Dieses Erschaffen ist das Wort der Vorstellung für den Begriff selbst nach seiner absoluten Bewegung oder dafür, daß das als absolut ausgesagte Einfache oder reine Denken, weil es das abstrakte ist, vielmehr das Negative und hiermit sich Entgegengesetzte oder Andere ist; – oder weil, um dasselbe noch in einer anderen Form zu sagen, das als Wesen Gesetzte die einfache Unmittelbarkeit oder das Sein ist, aber als Unmittelbarkeit oder Sein des Selbsts entbehrt und also, der Innerlichkeit ermangelnd, passiv oder Sein für Anderes ist. – Dies Sein für Anderes ist zugleich eine Welt; der Geist in der Bestimmung des Seins für Anderes ist das ruhige Bestehen der vorhin in das reine Denken eingeschlossenen Momente, also[561] die Auflösung ihrer einfachen Allgemeinheit und das Auseinandergehen derselben in ihre eigene Besonderheit.
The Spirit that is merely eternal or abstract becomes an Other or enters into existence [Dasein], and immediately into immediate existence. It thereby creates a world. This creation is the representational term for the Concept itself according to its absolute movement, or for the fact that what is posited as the absolute Simple – pure thinking – precisely because it is the abstract, is rather the Negative and hence that which is opposed to itself or the Other; – or, to express the same in another form, what is posited as essence is simple immediacy or Being, but as immediacy or Being that lacks selfhood and therefore, being devoid of inwardness, is passive or Being-for-Others. – This Being-for-Others is simultaneously a world; the Spirit in the determination of Being-for-Others is the tranquil subsistence of the moments previously enclosed within pure thinking, thus[561] the dissolution of their simple universality and their dispersal into their own particularity.
Die Welt ist aber nicht nur dieser auseinander in die Vollständigkeit und deren äußere Ordnung geworfene Geist, sondern da er wesentlich das einfache Selbst ist, ist dieses an ihr ebenso vorhanden: der daseiende Geist, der das einzelne Selbst ist, welches das Bewußtsein hat und sich als Anderes oder als Welt von sich unterscheidet. – Wie dieses einzelne Selbst so unmittelbar erst gesetzt ist, ist es noch nicht Geist für sich; es ist also nicht als Geist; es kann unschuldig, aber nicht wohl gut genannt werden. Daß es in der Tat Selbst und Geist sei, muß es ebenso, wie das ewige Wesen sich als die Bewegung, in seinem Anderssein sich selbst gleich zu sein, darstellt, zunächst sich selbst ein Anderes werden. Indem dieser Geist bestimmt ist als erst unmittelbar daseiend oder als in die Mannigfaltigkeit seines Bewußtseins zerstreut, so ist sein Anderswerden das Insichgehen des Wissens überhaupt. Das unmittelbare Dasein schlägt in den Gedanken oder das nur sinnliche Bewußtsein in das Bewußtsein des Gedankens um; und zwar weil er der aus der Unmittelbarkeit herkommende oder bedingte Gedanke ist, ist er nicht das reine Wissen, sondern der Gedanke, der das Anderssein an ihm hat, und also der sich selbst entgegengesetzte Gedanke des Guten und Bösen. Der Mensch wird so vorgestellt, daß es geschehen ist als etwas nicht Notwendiges, – daß er die Form der Sichselbstgleichheit durch das Pflücken vom Baume des Erkenntnisses des Guten und Bösen verlor und aus dem Zustande des unschuldigen Bewußtseins, aus der arbeitlos sich darbietenden Natur und dem Paradiese, dem Garten der Tiere, vertrieben wurde.
However, the world is not merely this Spirit cast asunder into the plenitude of existence and its external order; since Spirit is essentially the simple Self, this Self is equally present within it: the existing Spirit [daseiende Geist], which is the singular Self that possesses consciousness and distinguishes itself as an Other or as the world from itself. – When this singular Self is first immediately posited, it is not yet Spirit-for-itself; it therefore is not as Spirit; it may be called innocent, but not truly good. To be in truth Self and Spirit, it must – just as the eternal essence manifests itself as the movement of remaining self-identical in its otherness – first become an Other to itself. Insofar as this Spirit is determined as initially existing immediately or as dispersed into the manifold of its consciousness, its becoming-Other is the inwardization of knowledge as such. Immediate existence transforms into thought, or merely sensuous consciousness transitions into the consciousness of thought; and since this thought is conditioned, emerging from immediacy, it is not pure knowing but rather thought that bears otherness within itself – hence the self-opposed thought of the Good and Evil. Humanity is thereby represented as having occurred through something non-necessary – as having lost the form of self-identity by plucking from the tree of the knowledge of Good and Evil, and as being expelled from the state of innocent consciousness, from effortlessly available nature, and from Paradise, the garden of animals.
Indem dies Insichgehen des daseienden Bewußtseins sich unmittelbar als das sich selbst Ungleichwerden bestimmt, so erscheint das Böse als das erste Dasein des in sich gegangenen Bewußtseins; und weil die Gedanken des Guten und Bösen schlechthin entgegengesetzte und diese Entgegensetzung noch nicht aufgelöst ist, so ist dies Bewußtsein wesentlich nur das[562] böse. Zugleich aber ist um eben dieser Entgegensetzung willen auch das gute Bewußtsein gegen es vorhanden und ihr Verhältnis zueinander. – Insofern das unmittelbare Dasein in den Gedanken umschlägt und das Insichsein teils selbst Denken, teils das Moment des Anderswerdens des Wesens damit näher bestimmt ist, so kann das Bösewerden weiter rückwärts aus der daseienden Welt hinaus schon in das erste Reich des Denkens verlegt werden. Es kann also gesagt werden, daß schon der erstgeborene Lichtsohn, als in sich gehend, es sei, der abgefallen, aber an dessen Stelle sogleich ein anderer erzeugt worden. Solche bloß der Vorstellung, nicht dem Begriffe angehörige Form wie Abfallen, ebenso wie Sohn, setzt übrigens die Momente des Begriffs ebenso umgekehrt in das Vorstellen herab oder trägt das Vorstellen in das Reich des Gedankens hinüber. – Ebenso gleichgültig ist es, dem einfachen Gedanken des Andersseins im ewigen Wesen noch eine Mannigfaltigkeit anderer Gestalten beizuordnen und das Insichgehen in diese zu verlegen. Diese Beiordnung muß darum zugleich gutgeheißen werden, weil dadurch dies Moment des Anderssein, wie es soll, die Verschiedenheit zugleich ausdrückt, und zwar nicht als Vielheit überhaupt, sondern zugleich als bestimmte Verschiedenheit, so daß der eine Teil, der Sohn, das einfache sich selbst als Wesen Wissende ist, der andere Teil aber die Entäußerung des Fürsichseins, die nur im Preise des Wesens lebt; in diesen Teil kann dann auch wieder das Zurücknehmen des entäußerten Fürsichseins und das Insichgehen des Bösen gelegt werden. Insofern das Anderssein in zwei zerfällt, wäre der Geist in seinen Momenten bestimmter und, wenn sie gezählt werden, als Viereinigkeit oder, weil die Menge wieder selbst in zwei Teile, nämlich in gut geblichene und böse gewordene zerfällt, gar als Fünfeinigkeit ausgedrückt. – Die Momente aber zu zählen kann überhaupt als unnütz angesehen werden, indem teils das Unterschiedene selbst ebensosehr nur Eines ist, nämlich eben der Gedanke des Unterschiedes, der nur ein Gedanke ist, als er dieses Unterschiedene, das zweite[563] gegen das erste ist, – teils aber, weil der Gedanke, der das Viele in Eines befaßt, aus seiner Allgemeinheit aufgelöst und in mehr als drei oder vier Unterschiedene unterschieden werden muß, – welche Allgemeinheit gegen die absolute Bestimmtheit des abstrakten Eins, des Prinzips der Zahl, als Unbestimmtheit in der Beziehung auf die Zahl selbst erscheint, so daß nur von Zahlen überhaupt, d.h. nicht von einer Anzahl der Unterschiede die Rede sein konnte, also hier überhaupt an Zahl und ans Zählen zu denken ganz überflüssig, wie auch sonst der bloße Unterschied der Größe und Menge begrifflos und nichtssagend ist.
Insofar as this inwardization of existent consciousness immediately determines itself as becoming unequal to itself, evil appears as the first existence of self-inwardized consciousness. Since the thoughts of Good and evil are absolutely opposed and this opposition remains unresolved, this consciousness is essentially only the [562] evil one. Yet precisely because of this opposition, the good consciousness also stands opposed to it, and their mutual relation emerges. — To the extent that immediate existence transitions into thought, and being-within-itself is further determined partly as thought itself and partly as the moment of the essence’s becoming-other, the becoming-evil can be retrojected beyond the existent world into the first realm of thought. Thus, it may be said that even the firstborn light-son, through his inwardization, fell into apostasy, though another was immediately generated in his place. Such merely representational forms as apostasy and son — which belong to representation rather than the Concept — inversely transplant the moments of the Concept into representation or carry representation into the realm of thought. — Equally indifferent is the addition of other shapes to the simple thought of otherness within the eternal essence and the localization of inwardization within them. This addition must nevertheless be approved because it expresses the moment of otherness as both difference and, more precisely, as determinate difference: one part (the son) is the simple self-knowing essence, while the other embodies the self-externalization of being-for-itself, which lives only in praise of the essence. Into this latter part may be placed both the retrieval of externalized being-for-itself and the inwardization of evil. If otherness bifurcates, Spirit’s moments become more determinate; if enumerated, they might be expressed as a quaternity or even a quinquinity, since the multiplicity itself splits into two parts (those remaining good and those turning evil). — Yet enumerating the moments may generally be deemed superfluous. On one hand, the differentiated is equally One, namely the thought of difference as a single thought, even as it is this differentiated — the second [563] against the first. On the other, the thought that subsumes multiplicity into One, once dissolved from its universality, must be distinguished into more than three or four elements. This universality — opposed to the absolute determinacy of the abstract One (the principle of number) — appears as indeterminacy in relation to number itself. Thus, one could speak only of numbers in general, not a specific number of differences. Hence, thinking in terms of number and counting here is entirely superfluous, just as the mere distinction of magnitude and quantity is conceptually empty and meaningless elsewhere.
Das Gute und das Böse waren die bestimmten Unterschiede des Gedankens, die sich ergaben. Indem ihr Gegensatz sich noch nicht aufgelöst [hat] und sie als Wesen des Gedankens vorgestellt werden, deren jedes für sich selbständig ist, so ist der Mensch das wesenlose Selbst und der synthetische Boden ihres Daseins und Kampfs. Aber diese allgemeinen Mächte gehören ebensosehr dem Selbst an, oder das Selbst ist ihre Wirklichkeit. Nach diesem Momente geschieht es also, daß, wie das Böse nichts anderes ist als das Insichgehen des natürlichen Daseins des Geistes, umgekehrt das Gute in die Wirklichkeit tritt und als ein daseiendes Selbstbewußtsein erscheint. – Was im rein gedachten Geiste als das Anderswerden des göttlichen Wesens überhaupt nur angedeutet ist, tritt hier seiner Realisierung für das Vorstellen näher; sie besteht ihm in der Selbsterniedrigung des göttlichen Wesens, das auf seine Abstraktion und Unwirklichkeit Verzicht tut. – Die andere Seite, das Böse, nimmt das Vorstellen als ein dem göttlichen Wesen fremdes Geschehen; es in demselben selbst, als seinen Zorn zu fassen, ist die höchste, härteste Anstrengung des mit sich selbst ringenden Vorstellens, die, da sie des Begriffs entbehrt, fruchtlos bleibt.
Good and evil emerged as the determinate differences of thought. Since their opposition remains unresolved and they are represented as self-subsistent essences of thought, man — the insubstantial self — becomes the synthetic ground of their existence and conflict. Yet these universal powers equally belong to the self; the self is their actuality. According to this moment, just as evil is nothing but the inwardization of Spirit’s natural existence, conversely, the Good enters actuality and appears as an existent self-consciousness. — What in the purely thought Spirit is merely intimated as the becoming-other of the divine essence now approaches its realization for representation. This realization consists in the divine essence’s self-abasement, renouncing its abstraction and unreality. — Representation grasps the other side, evil, as an event foreign to the divine essence. To conceive it within the divine essence itself as its wrath is the supreme, most strenuous effort of representation struggling with itself — an effort that, lacking the Concept, remains futile.
Die Entfremdung des göttlichen Wesens ist also auf ihre gedoppelte Weise gesetzt; das Selbst des Geistes und sein einfacher Gedanke sind die beiden Momente, deren absolute Einheit der Geist selbst ist; seine Entfremdung besteht darin,[564] daß sie auseinandertreten und das eine einen ungleichen Wert gegen das andere hat. Diese Ungleichheit ist darum die gedoppelte, und es entstehen zwei Verbindungen, deren gemeinschaftliche Momente die angegebenen sind. In der einen gilt das göttliche Wesen als das Wesentliche, das natürliche Dasein aber und das Selbst als das Unwesentliche und Aufzuhebende; in der anderen gilt dagegen das Fürsichsein als das Wesentliche und das einfache Göttliche als das Unwesentliche. Ihre noch leere Mitte ist das Dasein überhaupt, die bloße Gemeinschaftlichkeit der beiden Momente derselben.
The alienation of the divine essence is thus doubly posited. The Spirit’s self and its simple thought are the two moments whose absolute unity is Spirit itself. Its alienation consists in their separation and the unequal valuation of one moment against the other. This inequality is likewise dual, producing two combinations with the aforementioned moments. In one, the divine essence is essential, while natural existence and the self are inessential and to be sublated. In the other, being-for-itself is essential, and the simple divine is inessential. Their still-empty middle term is existence as such — the mere commonality of both moments.
Die Auflösung dieses Gegensatzes geschieht nicht sowohl durch den Kampf der beiden, die als getrennte und selbständige Wesen vorgestellt sind. In ihrer Selbständigkeit liegt es, daß an sich, durch seinen Begriff, jedes an ihm selbst sich auflösen muß; der Kampf fällt erst dahin, wo beide aufhören, diese Vermischungen des Gedankens und des selbständigen Daseins zu sein, und wo sie nur als Gedanken einander gegenüberstehen. Denn alsdann sind sie als bestimmte Begriffe wesentlich nur in der entgegengesetzten Beziehung; als selbständige hingegen haben sie außer der Entgegensetzung ihre Wesentlichkeit; ihre Bewegung ist also die freie und eigene ihrer selbst. Wie also die Bewegung beider die Bewegung an sich ist, weil sie an ihnen selbst zu betrachten ist, so fängt sie auch dasjenige von beiden an, welches als das Ansichseiende gegen das andere bestimmt ist. Es wird dies als ein freiwilliges Tun vorgestellt; aber die Notwendigkeit seiner Entäußerung liegt in dem Begriffe, daß das Ansichseiende, welches nur im Gegensatze so bestimmt ist, eben darum nicht wahrhaftes Bestehen hat; – dasjenige also, dem nicht das Fürsichsein, sondern das Einfache als das Wesen gilt, ist es, das sich selbst entäußert, in den Tod geht und dadurch das absolute Wesen mit sich selbst versöhnt. Denn in dieser Bewegung stellt es sich als Geist dar; das abstrakte Wesen ist sich entfremdet, es hat natürliches Dasein und selbstische Wirklichkeit; dies sein Anderssein oder seine sinnliche[565] Gegenwart wird durch das zweite Anderswerden zurückgenommen und als aufgehobene, als allgemeine gesetzt; dadurch ist das Wesen in ihr sich selbst geworden; das unmittelbare Dasein der Wirklichkeit hat aufgehört, ein ihm fremdes oder äußerliches zu sein, indem es aufgehobenes, allgemeines ist; dieser Tod ist daher sein Erstehen als Geist.
The dissolution of this opposition occurs not so much through the struggle between the two, which are posited as separate and independent essences. Their independence implies that in itself, through its own concept, each must dissolve itself. The struggle only arises where both cease to be these admixtures of thought and independent existence and instead stand opposed as pure thoughts. For then, as determinate concepts, they are essentially only in opposed relation; as independent, however, they have their essentiality beyond opposition. Their movement is thus the free and proper movement of themselves. Just as the movement of both is the movement in itself — since it must be considered as inherent in them — so too does it originate from that moment which is determined as the in-itself over against the other. This is represented as a voluntary act, but the necessity of its externalization lies in the concept that the in-itself, which is determined only in opposition, for that very reason lacks genuine subsistence. Thus, that which holds not being-for-itself but the simple as essence is what externalizes itself, undergoes death, and thereby reconciles the absolute essence with itself. For in this movement, it presents itself as Spirit. The abstract essence has estranged itself; it has natural existence and self-actualizing reality. This its otherness, or its sensuous presence, is sublated through a second process of becoming-other and posited as universal. Thereby, the essence has come to be itself within this otherness. The immediate existence of reality has ceased to be something alien or external to it, for it is now sublated and universal. This death is therefore its resurrection as Spirit.
Die aufgehobene unmittelbare Gegenwart des selbstbewußten Wesens ist es als allgemeines Selbstbewußtsein; dieser Begriff des aufgehobenen einzelnen Selbsts, das absolutes Wesen ist, drückt daher unmittelbar die Konstituierung einer Gemeinde aus, die, bisher im Vorstellen verweilend, jetzt in sich, als in das Selbst, zurückkehrt; und der Geist geht somit aus dem zweiten Elemente seiner Bestimmung, dem Vorstellen, in das dritte, das Selbstbewußtsein als solches über. – Betrachten wir noch die Art, wie jenes Vorstellen sich in seinem Fortgange benimmt, so sehen wir zuerst dies ausgedrückt, daß das göttliche Wesen die menschliche Natur annimmt. Darin ist es schon ausgesprochen, daß an sich beide nicht getrennt sind; wie darin, daß das göttliche Wesen sich selbst von Anfang entäußert, sein Dasein in sich geht und böse wird, es nicht ausgesprochen, aber darin enthalten ist, daß an sich dies böse Dasein nicht ein ihm Fremdes ist; das absolute Wesen hätte nur diesen leeren Namen, wenn es in Wahrheit ein ihm Anderes, wenn es einen Abfall von ihm gäbe; – das Moment des Insichseins macht vielmehr das wesentliche Moment des Selbsts des Geistes aus. – Daß das Insichsein und damit erst Wirklichkeit dem Wesen selbst angehöre, dies, was für uns Begriff ist und insofern es Begriff ist, erscheint dem vorstellenden Bewußtsein als ein unbegreifliches Geschehen; das Ansich nimmt die Form des gleichgültigen Seins für es an. Der Gedanke aber, daß jene sich zu fliehen scheinenden Momente des absoluten Wesens und des fürsichseienden Selbsts nicht getrennt sind, erscheint diesem Vorstellen auch – denn es besitzt den wahren Inhalt –, aber nachher, in der Entäußerung des göttlichen Wesens, das[566] Fleisch wird. Diese Vorstellung, die auf diese Weise noch unmittelbar und daher nicht geistig ist oder die menschliche Gestalt des Wesens nur erst als eine besondere, noch nicht allgemeine weiß, wird für dies Bewußtsein geistig in der Bewegung des gestalteten Wesens, sein unmittelbares Dasein wieder aufzuopfern und zum Wesen zurückzukehren; das Wesen als in sich reflektiertes ist erst der Geist. – Die Versöhnung des göttlichen Wesens mit dem Anderen überhaupt und bestimmt mit dem Gedanken desselben, dem Bösen, ist also hierin vorgestellt. – Wenn diese Versöhnung nach ihrem Begriffe so ausgedrückt wird, daß sie darin bestehe, weil an sich das Böse dasselbe sei, was das Gute, oder auch das göttliche Wesen dasselbe, was die Natur in ihrem ganzen Umfange, so wie die Natur getrennt vom göttlichen Wesen nur das Nichts, – so ist dies als eine ungeistige Weise sich auszudrücken anzusehen, die notwendig Mißverständnisse erwecken muß. – Indem das Böse dasselbe ist, was das Gute, ist eben das Böse nicht Böses noch das Gute Gutes, sondern beide sind vielmehr aufgehoben, das Böse überhaupt das insichseiende Fürsichsein und das Gute das selbstlose Einfädle. Indem so beide nach ihrem Begriffe ausgesprochen werden, erhellt zugleich ihre Einheit; denn das insichseiende Fürsichsein ist das einfache Wissen; und das selbstlose Einfache ist ebenso das reine in sich seiende Fürsichsein. – Sosehr daher gesagt werden muß, daß nach diesem ihrem Begriffe das Gute und Böse, d.h. insofern sie nicht das Gute und das Böse sind, dasselbe seien, ebensosehr muß also gesagt werden, daß sie nicht dasselbe, sondern schlechthin verschieden sind, denn das einfache Fürsichsein oder auch das reine Wissen sind gleicher Weise die reine Negativität oder der absolute Unterschied an ihnen selbst. – Erst diese beiden Sätze vollenden das Ganze, und dem Behaupten und Versichern des ersten muß mit unüberwindlicher Hartnäckigkeit das Festhalten an dem anderen gegenübertreten; indem beide gleich recht haben, haben beide gleich unrecht, und ihr Unrecht besteht darin, solche abstrakte Formen, wie dasselbe[567] und nicht dasselbe, die Identität und die Nichtidentität, für etwas Wahres, Festes, Wirkliches zu nehmen und auf ihnen zu beruhen. Nicht das eine oder das andere hat Wahrheit, sondern eben ihre Bewegung, daß das einfache Dasselbe die Abstraktion und damit der absolute Unterschied, dieser aber, als Unterschied an sich, von sich selbst unterschieden, also die Sichselbstgleichheit ist. Eben dies ist der Fall mit der Dieselbigkeit des göttlichen Wesens und der Natur überhaupt und der menschlichen insbesondere; jenes ist Natur, insofern es nicht Wesen ist; diese ist göttlich nach ihrem Wesen; aber es ist der Geist, worin beide abstrakte Seiten, wie sie in Wahrheit sind, nämlich als aufgehobene gesetzt sind, – ein Setzen, das nicht durch das Urteil und das geistlose ist, die Kopula desselben, ausgedrückt werden kann. – Ebenso ist die Natur nichts außer ihrem Wesen; aber dies Nichts selbst ist ebensosehr; es ist die absolute Abstraktion, also das reine Denken oder Insichsein, und mit dem Momente seiner Entgegensetzung gegen die geistige Einheit ist es das Böse. Die Schwierigkeit, die in diesen Begriffen stattfindet, ist allein das Festhalten am Ist und das Vergessen des Denkens, worin die Momente ebenso sind als nicht sind, – nur die Bewegung sind, die der Geist ist. – Diese geistige Einheit oder die Einheit, worin die Unterschiede nur als Momente oder als aufgehobene sind, ist es, die für das vorstellende Bewußtsein in jener Versöhnung geworden, und indem sie die Allgemeinheit des Selbstbewußtseins ist, hat dieses aufgehört, vorstellendes zu sein; die Bewegung ist in es zurückgegangen.
The sublated immediate presence of the self-conscious essence is Spirit as universal self-consciousness; this Concept of the sublated singular self, which is the absolute essence, thus directly expresses the constitution of a community that, having hitherto lingered in representation, now returns into itself as into the Self; and Spirit thereby transitions from the second element of its determination, representation, into the third element, self-consciousness as such. – Considering further how that representation conducts itself in its progression, we first observe this expressed: that the divine essence assumes human nature. Herein it is already declared that in itself the two are not separate; just as in the fact that the divine essence from the beginning externalizes itself, its existence turns inward and becomes evil, it is not declared but implied that in itself this evil existence is not something alien to it. The absolute essence would be but an empty name if there truly existed an Other to it, if there were a falling away from it; – the moment of being-within-itself [Insichsein] constitutes rather the essential moment of the Self of Spirit. – That being-within-itself, and thereby actuality, belongs to the essence itself – this, which for us is the Concept and insofar as it is the Concept, appears to representational consciousness as an incomprehensible event; the in-itself assumes for it the form of indifferent being. Yet the thought that those seemingly opposed moments – the absolute essence and the self that is for-itself – are not separate, also appears to this representational consciousness (for it possesses the true content), though only subsequently, in the externalization of the divine essence, which becomes flesh. This representation, which in this manner remains immediate and thus not yet spiritual – or which knows the human form of the essence merely as a particular, not yet universal – becomes spiritual for this consciousness through the movement of the shaped essence sacrificing its immediate existence and returning to the essence; the essence as reflected into itself is Spirit proper. – The reconciliation of the divine essence with the Other in general, and specifically with the thought of that Other, i.e., evil, is thus presented here. – If this reconciliation is expressed according to its Concept as consisting in the fact that in itself the evil is the same as the good, or that the divine essence is the same as nature in its entire scope (just as nature, separated from the divine essence, is merely nothingness), this must be regarded as an unspiritual mode of expression, which necessarily invites misunderstanding. – For if evil is the same as good, then evil is precisely not evil nor good good; rather, both are sublated: evil as such is being-for-itself that is within itself, and good is the selfless simplicity. When both are expressed according to their Concept, their unity simultaneously becomes evident; for being-for-itself that is within itself is simple knowing, and the selfless simplicity is equally pure being-for-itself that is within itself. – Thus, while it must be said that according to their Concept (i.e., insofar as they are not good and evil) they are the same, it must equally be said that they are not the same but absolutely distinct, for simple being-for-itself or pure knowing is likewise pure negativity or absolute difference in itself. – Only these two propositions complete the whole, and the assertion and assurance of the first must be met with unyielding insistence on the second; since both are equally right, they are equally wrong, and their error lies in taking such abstract forms as sameness and non-sameness, identity and non-identity, for something true, fixed, actual, and resting upon them. Neither one nor the other has truth; rather, their truth lies precisely in their movement: that the simple sameness is abstraction and thus absolute difference, and this difference, as difference in itself, is differentiated from itself and thus self-equality. This is precisely the case with the sameness of the divine essence and nature in general, particularly human nature; the former is nature insofar as it is not essence; the latter is divine according to its essence. But it is Spirit in which both abstract sides are posited as they truly are – namely, as sublated – a positing that cannot be expressed through the judgment and the lifeless copula is. – Similarly, nature is nothing apart from its essence; but this nothingness itself is equally; it is absolute abstraction, hence pure thinking or being-within-itself, and with the moment of its opposition to spiritual unity, it is evil. The difficulty inherent in these Concepts lies solely in clinging to the is and forgetting the thinking in which the moments are as much as they are not – they are only the movement that Spirit is. – This spiritual unity, in which differences are only moments or sublated, has become for representational consciousness that reconciliation, and since it is the universality of self-consciousness, the latter has ceased to be representational; the movement has retreated into it.
Der Geist ist also in dem dritten Element, im allgemeinen Selbstbewußtsein gesetzt; er ist seine Gemeinde. Die Bewegung der Gemeinde als des Selbstbewußtseins, das sich von seiner Vorstellung unterscheidet, ist, das hervorzubringen, was an sich geworden ist. Der gestorbene göttliche Mensch oder menschliche Gott ist an sich das allgemeine Selbstbewußtsein; er hat dies für dies Selbstbewußtsein zu werden. Oder indem es die eine Seite des Gegensatzes der Vorstellung[568] ausmacht, nämlich die böse, der das natürliche Dasein und das einzelne Fürsichsein als das Wesen gilt, so hat diese, die als selbständig, noch nicht als Moment vorgestellt ist, um ihrer Selbständigkeit willen an und für sie selbst sich zum Geiste zu erheben oder die Bewegung desselben an ihr darzustellen.
Spirit is thus posited in the third element, in universal self-consciousness; it is its community. The movement of the community as self-consciousness distinguishing itself from its representation is to produce what has become in-itself. The deceased divine Man or human God is in-itself universal self-consciousness; he must become this for this self-consciousness. Or, since it constitutes one side of the opposition within representation[568] — namely, the evil side that regards natural existence and singular being-for-self as the essence — this self-subsistence, not yet grasped as a moment, must elevate itself to Spirit on account of its independence or exhibit the movement of Spirit within itself.
Sie ist der natürliche Geist, das Selbst hat aus dieser Natürlichkeit sich zurückzuziehen und in sich zu gehen, das hieße, böse zu werden. Aber sie ist schon an sich böse; das Insichgehen besteht daher darin, sich zu überzeugen, daß das natürliche Dasein das Böse ist. In das vorstellende Bewußtsein fällt das daseiende Bösewerden und Bösesein der Welt sowie die daseiende Versöhnung des absoluten Wesens; in das Selbstbewußtsein aber als solches fällt der Form nach dieses Vorgestellte nur als aufgehobenes Moment – denn das Selbst ist das Negative –, also das Wissen, ein Wissen, das ein reines Tun des Bewußtseins in sich selbst ist. – An dem Inhalte muß dies Moment des Negativen gleichfalls sich ausdrücken. Indem nämlich das Wesen an sich mit sich schon versöhnt und geistige Einheit ist, worin die Teile der Vorstellung aufgehobene oder Momente sind, so stellt sich dies dar, daß jeder Teil der Vorstellung hier die entgegengesetzte Bedeutung erhält, als er vorher hatte; jede Bedeutung vervollständigt sich dadurch an der ändern, und der Inhalt ist erst dadurch ein geistiger; indem die Bestimmtheit ebensosehr ihre entgegengesetzte ist, ist die Einheit im Anderssein, das Geistige vollendet; wie sich für uns oder an sich vorhin die entgegengesetzten Bedeutungen vereinigten und selbst die abstrakten Formen des Desselben und des Nichtdesselben, der Identität und Nichtidentität aufhoben.
This is natural Spirit; the Self must withdraw from this naturality into itself, which would mean becoming evil. But it is already in-itself evil; inwardization thus consists in convincing oneself that natural existence is evil. The existent becoming-evil and being-evil of the world, as well as the existent reconciliation of the absolute essence, fall within representational consciousness; but for self-consciousness as such, this represented content is only a sublated moment in form — for the Self is the Negative — hence knowledge, a knowledge that is a pure act of consciousness within itself. — This moment of the Negative must also express itself in the content. Since the essence is in-itself already reconciled with itself and a spiritual unity in which the parts of representation are sublated moments, this presents itself as each part of the representation here assuming the opposite significance it had before; each meaning completes itself through the other, and the content thereby becomes spiritual. Since determinateness is equally its opposite, the unity in otherness — the Spiritual — is consummated; just as for us or in-itself, the opposed meanings earlier united, and the abstract forms of sameness and non-sameness, identity and non-identity, were sublated.
Wenn also in dem vorstellenden Bewußtsein das Innerlichwerden des natürlichen Selbstbewußtseins das daseiende Böse war, so ist das Innerlichwerden im Element des Selbstbewußtseins das Wissen von dem Bösen als einem solchen, das an sich im Dasein ist. Dies Wissen ist also allerdings ein Bösewerden, aber nur Werden des Gedankens des Bösen,[569] und ist darum als das erste Moment der Versöhnung anerkannt. Denn als ein Zurückgehen in sich aus der Unmittelbarkeit der Natur, die als das Böse bestimmt ist, ist es ein Verlassen derselben und das Absterben der Sünde. Nicht das natürliche Dasein als solches wird von dem Bewußtsein verlassen, sondern es zugleich als ein solches, das als Böses gewußt wird. Die unmittelbare Bewegung des Insichgehens ist ebensosehr eine vermittelte, – sie setzt sich selbst voraus oder ist ihr eigener Grund; der Grund des Insichgehens ist nämlich, weil die Natur schon an sich in sich gegangen ist; um des Bösen willen muß der Mensch in sich gehen, aber das Böse ist selbst das Insichgehen. – Diese erste Bewegung ist eben darum selbst nur die unmittelbare oder ihr einfacher Begriff, weil sie dasselbe, was ihr Grund ist. Die Bewegung oder das Anderswerden muß daher in seiner eigentlicheren Form erst noch eintreten.
If, therefore, in representational consciousness the inwardization of natural self-consciousness was existent evil, then inwardization within the element of self-consciousness is the knowledge of evil as such, which is in-itself within existence. This knowledge is certainly a becoming-evil, but only the becoming of the thought of evil, [569] and is thus recognized as the first moment of reconciliation. For as a return into itself from the immediacy of nature — which is determined as evil — it is an abandonment of nature and the dying away of sin. Not natural existence as such is abandoned by consciousness, but rather existence as something known to be evil. The immediate movement of inwardization is equally mediated — it presupposes itself or is its own ground; the ground of inwardization is that nature has already in-itself turned inward. On account of evil, humanity must turn inward, but evil is itself inwardization. — This first movement is therefore itself merely immediate or its simple concept, because it is identical with its ground. The movement or becoming-other must thus still emerge in its more proper form.
Außer dieser Unmittelbarkeit ist also die Vermittlung der Vorstellung notwendig. An sich ist das Wissen von der Natur als dem unwahren Dasein des Geistes, und diese in sich gewordene Allgemeinheit des Selbsts [ist] die Versöhnung des Geistes mit sich selbst. Dies Ansich erhält für das nicht begreifende Selbstbewußtsein die Form eines Seienden und ihm Vorgestellten. Das Begreifen also ist ihm nicht ein Ergreifen dieses Begriffes, der die aufgehobene Natürlichkeit als allgemeine, also als mit sich selbst versöhnte weiß, sondern ein Ergreifen jener Vorstellung, daß durch das Geschehen der eigenen Entäußerung des göttlichen Wesens, durch seine geschehene Menschwerdung und seinen Tod das göttliche Wesen mit seinem Dasein versöhnt ist. – Das Ergreifen dieser Vorstellung drückt nun bestimmter dasjenige aus, was vorhin in ihr das geistige Auferstehen genannt wurde, oder das Werden seines einzelnen Selbstbewußtseins zum Allgemeinen oder zur Gemeinde. – Der Tod des göttlichen Menschen als Tod ist die abstrakte Negativität, das unmittelbare Resultat der Bewegung, die nur in die natürliche Allgemeinheit sich endigt. Diese natürliche Bedeutung[570] verliert er im geistigen Selbstbewußtsein, oder er wird sein soeben angegebener Begriff; der Tod wird von dem, was er unmittelbar bedeutet, von dem Nichtsein dieses Einzelnen verklärt zur Allgemeinheit des Geistes, der in seiner Gemeine lebt, in ihr täglich stirbt und aufersteht.
Beyond this immediacy, the mediation of representation is necessary. In-itself, knowledge of nature as the untrue existence of Spirit, and this inwardized universality of the Self [is] the reconciliation of Spirit with itself. This in-itself assumes for non-comprehending self-consciousness the form of a being and something represented to it. Comprehension is thus not a grasping of this Concept, which knows sublated naturality as universal and hence reconciled with itself, but a grasping of that representation that through the event of the divine essence’s self-externalization — through its accomplished becoming-human and death — the divine essence is reconciled with its existence. — The grasping of this representation now expresses more distinctly what was earlier called the spiritual resurrection, or the becoming of singular self-consciousness into the universal or the community. — The death of the divine man as death is abstract negativity, the immediate result of the movement that terminates only in natural universality. In spiritual self-consciousness, this natural meaning[570] is stripped away, or it becomes the aforementioned concept; death is transfigured from its immediate significance — the non-being of this singular individual — into the universality of Spirit, which lives in its community, dies there daily, and resurrects.
Dasjenige, was dem Elemente der Vorstellung angehört, daß der absolute Geist als ein einzelner oder vielmehr als ein besonderer an seinem Dasein die Natur des Geistes vorstellt, ist also hier in das Selbstbewußtsein selbst versetzt, in das in seinem Anderssein sich erhaltende Wissen; dies stirbt daher nicht wirklich, wie der Besondere vorgestellt wird, wirklich gestorben zu sein, sondern seine Besonderheit erstirbt in seiner Allgemeinheit, d.h. in seinem Wissen, welches das sich mit sich versöhnende Wesen ist. Das zunächst vorhergehende Element des Vorstellen; ist also hier als aufgehobenes gesetzt, oder es ist in das Selbst, in seinen Begriff, zurückgegangen; das in jenem nur Seiende ist zum Subjekte geworden. Eben damit ist auch das erste Element, das reine Denken und der in ihm ewige Geist nicht mehr jenseits des vorstellenden Bewußtseins noch des Selbsts, sondern die Rückkehr des Ganzen in sich ist eben dies, alle Momente in sich zu enthalten. Der vom Selbst ergriffene Tod des Mittlers ist das Aufheben seiner Gegenständlichkeit oder seines besonderen Fürsichseins; dies besondere Fürsichsein ist allgemeines Selbstbewußtsein geworden. – Auf der ändern Seite ist das Allgemeine eben dadurch Selbstbewußtsein und der reine oder unwirkliche Geist des bloßen Denkens wirklich geworden. – Der Tod des Mittlers ist Tod nicht nur der natürlichen Seite desselben oder seines besonderen Fürsichseins; es stirbt nicht nur die vom Wesen abgezogene, schon tote Hülle, sondern auch die Abstraktion des göttlichen Wesens. Denn er ist, insofern sein Tod die Versöhnung noch nicht vollendet hat, das Einseitige, welches das Einfache des Denkens als das Wesen weiß im Gegensatze gegen die Wirklichkeit; dies Extrem des Selbsts hat noch nicht gleichen Wert mit dem Wesen; dies hat das Selbst erst im Geiste. Der[571] Tod dieser Vorstellung enthält also zugleich den Tod der Abstraktion des göttlichen Wesens, das nicht als Selbst gesetzt ist. Er ist das schmerzliche Gefühl des unglücklichen Bewußtseins, daß Gott selbst gestorben ist. Dieser harte Ausdruck ist der Ausdruck des Innersten sich einfach Wissens, die Rückkehr des Bewußtseins in die Tiefe der Nacht des Ich = Ich, die nichts außer ihr mehr unterscheidet und weiß. Dies Gefühl ist also in der Tat der Verlust der Substanz und ihres Gegenübertretens gegen das Bewußtsein; aber zugleich ist es die reine Subjektivität der Substanz oder die reine Gewißheit seiner selbst, die ihr als dem Gegenstande oder dem Unmittelbaren oder dem reinen Wesen fehlte. Dies Wissen also ist die Begeistung, wodurch die Substanz Subjekt, ihre Abstraktion und Leblosigkeit gestorben, sie also wirklich und einfaches und allgemeines Selbstbewußtsein geworden ist.
What belongs to the element of representation — that absolute Spirit presents the nature of Spirit in the existence of a singular or rather a particular — is here transposed into self-consciousness itself, into the knowledge that preserves itself in its otherness; this knowledge therefore does not actually die, as the particular is represented as having actually died, but its particularity expires into its universality, i.e., into its knowledge, which is the essence reconciling itself with itself. The previously dominant element of representation is here posited as sublated, or it has returned into the Self, into its Concept; what in representation was merely Being has become Subject. Precisely thereby, the first element, pure thought, and the eternal Spirit within it are no longer beyond representational consciousness or beyond the Self. The return of the whole into itself consists in containing all moments within itself. The death of the mediator, as grasped by the Self, is the sublation of his objectivity or his particular being-for-itself; this particular being-for-itself has become universal self-consciousness. — Conversely, the Universal thereby becomes self-consciousness, and the pure or unreal Spirit of mere thought has become actual. — The death of the mediator is the death not only of his natural aspect or his particular being-for-itself; what dies is not merely the already dead husk stripped from essence, but also the abstraction of the divine essence. For inasmuch as his death has not yet completed the reconciliation, the mediator is the one-sidedness that knows the simplicity of thought as the essence in opposition to actuality; this extreme of the Self does not yet hold equal value with the essence. The Self attains this parity only in Spirit. The[571] death of this representation thus simultaneously contains the death of the abstraction of the divine essence, which is not posited as Self. This death is the painful feeling of the unhappy consciousness that God Himself has died. This harsh utterance is the expression of innermost self-certainty, the return of consciousness into the depth of the night of the I = I, which distinguishes and knows nothing beyond itself. This feeling is thus in truth the loss of Substance and its opposition to consciousness; but it is at the same time the pure subjectivity of Substance, or the pure certainty of itself, which was lacking in Substance as object, as the immediate, or as pure essence. This knowledge is thus the spiritualization through which Substance becomes Subject, its abstraction and lifelessness having died, and Substance has thereby become actual and the simple, universal self-consciousness.
So ist also der Geist sich selbst wissender Geist; er weiß sich, das, was ihm Gegenstand ist, ist, oder seine Vorstellung ist der wahre absolute Inhalt, er drückt, wie wir sahen, den Geist selbst aus. Er ist zugleich nicht nur Inhalt des Selbstbewußtseins und nicht nur für es Gegenstand, sondern er ist auch wirklicher Geist. Er ist dies, indem er die drei Elemente seiner Natur durchläuft; diese Bewegung durch sich selbst hindurchmacht seine Wirklichkeit aus; – was sich bewegt, ist er, er ist das Subjekt der Bewegung, und er ist ebenso das Bewegen selbst oder die Substanz, durch welche das Subjekt hindurchgeht. Wie uns der Begriff des Geistes geworden war, als wir in die Religion eintraten, nämlich als die Bewegung des seiner selbst gewissen Geistes, der dem Bösen verzeiht und darin zugleich von seiner eigenen Einfachheit und harten Unwandelbarkeit abläßt, oder die Bewegung, daß das absolut Entgegengesetzte sich als dasselbe erkennt und dies Erkennen als das Ja zwischen diesen Extremen hervorbricht, – diesen Begriff schaut das religiöse Bewußtsein, dem das absolute Wesen offenbar [ist], an und hebt die Unterscheidung seines Selbsts von seinem Angeschauten auf, – ist, wie[572] es das Subjekt ist, so auch die Substanz und ist also selbst der Geist, eben weil und insofern es diese Bewegung ist.
Thus, Spirit is Spirit that knows itself; it knows itself — that which is object to it is itself — or its representation is the true absolute content, which, as we saw, expresses Spirit itself. It is simultaneously not only the content of self-consciousness and not merely an object for it, but also actual Spirit. It is this because it traverses the three elements of its nature; this movement through itself constitutes its actuality. — What moves is Spirit itself; it is the subject of the movement, and it is equally the moving itself or the Substance through which the subject passes. When we entered the realm of religion, the Concept of Spirit had become for us the movement of the self-certain Spirit that forgives evil and thereby relinquishes its own simplicity and rigid immutability — the movement in which the absolutely opposed recognizes itself as the same, and this recognition erupts as the Yes between these extremes. — This Concept is what the religious consciousness, to whom the absolute essence is revealed, intuits, and it sublates the distinction between its Self and its intuited object. Insofar as it is the Subject, it is also the Substance, and it is itself Spirit precisely because and insofar as it is this movement.
Vollendet aber ist diese Gemeinde noch nicht in diesem ihrem Selbstbewußtsein; ihr Inhalt ist überhaupt in der Form des Vorstellens für sie, und diese Entzweiung hat auch die wirkliche Geistigkeit derselben, ihre Rückkehr aus ihrem Vorstellen, noch an ihr, wie das Element des reinen Denkens selbst damit behaftet war. Sie hat nicht auch das Bewußtsein über das, was sie ist; sie ist das geistige Selbstbewußtsein, das sich nicht als dieses Gegenstand ist oder sich nicht zum Bewußtsein seiner selbst aufschließt; sondern insofern sie Bewußtsein ist, hat sie Vorstellungen, die betrachtet wurden. – Wir sehen das Selbstbewußtsein auf seinem letzten Wendungspunkte sich innerlich werden und zum Wissen des Insichseins gelangen; wir sehen es sein natürliches Dasein entäußern und die reine Negativität gewinnen. Aber die positive Bedeutung, daß nämlich diese Negativität oder reine Innerlichkeit des Wissens ebensosehr das sichselbstgleiche Wesen ist – oder daß die Substanz hierin dazu gelangt, absolutes Selbstbewußtsein zu sein, dies ist ein Anderes für das andächtige Bewußtsein. Es ergreift diese Seite, daß das reine Innerlichwerden des Wissens an sich die absolute Einfachheit oder die Substanz ist, als die Vorstellung von etwas, das nicht dem Begriffe nach so ist, sondern als die Handlung einer fremden Genugtuung. Oder es ist nicht dies für es, daß diese Tiefe des reinen Selbsts die Gewalt ist, wodurch das abstrakte Wesen aus seiner Abstraktion herabgezogen und durch die Macht dieser reinen Andacht zum Selbst erhoben wird. – Das Tun des Selbsts behält dadurch diese negative Bedeutung gegen es, weil die Entäußerung der Substanz von ihrer Seite ein Ansich für jenes ist, das es nicht ebenso erfaßt und begreift oder nicht in seinem Tun als solchem findet. – Indem an sich diese Einheit des Wesens und des Selbsts zustande gekommen, so hat das Bewußtsein auch noch diese Vorstellung seiner Versöhnung, aber als Vorstellung. Es erlangt die Befriedigung dadurch, daß es seiner reinen Negativität[573] die positive Bedeutung der Einheit seiner mit dem Wesen äußerlich hinzufügt; seine Befriedigung bleibt also selbst mit dem Gegensatze eines Jenseits behaftet. Seine eigene Versöhnung tritt daher als ein Fernes in sein Bewußtsein ein, als ein Fernes der Zukunft, wie die Versöhnung, die das andere Selbst vollbrachte, als eine Ferne der Vergangenheit erscheint. So wie der einzelne göttliche Mensch einen ansichseienden Vater und nur eine wirkliche Mutter hat, so hat auch der allgemeine göttliche Mensch, die Gemeinde, ihr eigenes Tun und Wissen zu ihrem Vater, zu ihrer Mutter aber die ewige Liebe, die sie nur fühlt, nicht aber in ihrem Bewußtsein als wirklichen unmittelbaren Gegenstand anschaut. Ihre Versöhnung ist daher in ihrem Herzen, aber mit ihrem Bewußtsein noch entzweit und ihre Wirklichkeit noch gebrochen. Was als das Ansich oder die Seite der reinen Vermittlung in ihr Bewußtsein tritt, ist die jenseits liegende Versöhnung; was aber als gegenwärtig, als die Seite der Unmittelbarkeit und des Daseins, ist die Welt, die ihre Verklärung noch zu gewarten hat. Sie ist wohl an sich versöhnt mit dem Wesen; und vom Wesen wird wohl gewußt, daß es den Gegenstand nicht mehr als sich entfremdet erkennt, sondern in seiner Liebe als sich gleich. Aber für das Selbstbewußtsein hat diese unmittelbare Gegenwart noch nicht Geistsgestalt. Der Geist der Gemeinde ist so in seinem unmittelbaren Bewußtsein getrennt von seinem religiösen, das zwar es ausspricht, daß sie an sich nicht getrennt seien, aber ein Ansich, das nicht realisiert oder noch nicht ebenso absolutes Fürsichsein geworden.[574]
Yet this community is not yet perfected in its self-consciousness; its content is generally given to it in the form of representation, and this division still clings to its actual spirituality—its return from representation—just as the element of pure thinking itself remained burdened by it. It lacks consciousness of what it truly is; it is spiritual self-consciousness that does not yet objectify itself as such or unfold into self-awareness. Insofar as it remains consciousness, it harbors representations that have been examined. —We observe self-consciousness at its final turning point becoming inward and attaining the knowledge of being-within-itself; we see it externalize its natural existence and attain pure negativity. But the positive significance—that this negativity or pure inwardness of knowledge is equally the self-identical essence, or that substance here ascends to become absolute self-consciousness—remains an Other for the devout consciousness. It grasps this aspect, that the pure inwardness of knowledge is in itself absolute simplicity or substance, only as a representation of something that is not conceptually so, but rather as the act of a foreign satisfaction. Or, for this consciousness, the depth of the pure self is not the power that draws the abstract essence down from its abstraction and elevates it to the self through the might of this pure devotion. —The act of the self thus retains a negative significance for it, because the externalization of substance is an in-itself for the self, which neither grasps nor comprehends it nor finds it in its own act as such. —Though in itself the unity of essence and self has been achieved, consciousness still holds this representation of its reconciliation. It attains satisfaction by externally attributing the positive meaning of its unity with essence to its pure negativity[573]. Yet this satisfaction remains burdened with the opposition of a Beyond. Its own reconciliation thus enters its consciousness as a distant reality—a distance of the future, just as the reconciliation accomplished by the other self appears as a distance of the past. As the singular divine man has an in-itself-being father and only an actual mother, so too the universal divine man, the community, has its own act and knowledge as its father, while its mother is eternal love, which it merely feels but does not intuit in its consciousness as an actual immediate object. Its reconciliation thus dwells in its heart, yet remains divided from its consciousness, and its actuality is still fractured. What enters its consciousness as the in-itself or the aspect of pure mediation is the reconciliation lying beyond; what is present, as the aspect of immediacy and existence, is the world still awaiting its transfiguration. The community is indeed in itself reconciled with the essence, and the essence is known no longer to recognize the object as alienated but as equal to itself in love. Yet for self-consciousness, this immediate presence has not yet assumed spiritual form. The spirit of the community is thus divided in its immediate consciousness from its religious consciousness, which indeed declares that they are in themselves not divided—but this in-itself remains unrealized, not yet having become equally absolute being-for-itself.[574]
(DD) Das absolute Wissen
(DD) Absolute Knowing
VIII. Das absolute Wissen
VIII. Absolute Knowing
Der Geist der offenbaren Religion hat sein Bewußtsein als solches noch nicht überwunden, oder, was dasselbe ist, sein wirkliches Selbstbewußtsein ist nicht der Gegenstand seines Bewußtseins; er selbst überhaupt und die in ihm sich unterscheidenden Momente fallen in das Vorstellen und in die Form der Gegenständlichkeit. Der Inhalt des Vorstellens ist der absolute Geist; und es ist allein noch um das Aufheben dieser bloßen Form zu tun, oder vielmehr weil sie dem Bewußtsein als solchem angehört, muß ihre Wahrheit schon in den Gestaltungen desselben sich ergeben haben. – Diese Überwindung des Gegenstandes des Bewußtseins ist nicht als das Einseitige zu nehmen, daß er sich als in das Selbst zurückkehrend zeigte, sondern bestimmter so, daß er sowohl als solcher sich ihm als verschwindend darstellte, als noch vielmehr, daß die Entäußerung des Selbstbewußtseins es ist, welche die Dingheit setzt, und daß diese Entäußerung nicht nur negative, sondern positive Bedeutung, sie nicht nur für uns oder an sich, sondern für es selbst hat. Für es hat das Negative des Gegenstandes oder dessen sich selbst Aufheben dadurch die positive Bedeutung oder es weiß diese Nichtigkeit desselben dadurch einerseits, daß es sich selbst entäußert, – denn in dieser Entäußerung setzt es sich als Gegenstand oder den Gegenstand um der untrennbaren Einheit des Fürsichseins willen als sich selbst. Andererseits liegt hierin zugleich dies andere Moment, daß es diese Entäußerung und Gegenständlichkeit ebensosehr auch aufgehoben und in sich zurückgenommen hat, also in seinem Anderssein als solchem bei sich ist. – Dies ist die Bewegung des Bewußtseins, und dieses ist darin die Totalität seiner Momente. – Es muß sich[575] ebenso zu dem Gegenstande nach der Totalität seiner Bestimmungen verhalten und ihn nach jeder derselben so erfaßt haben. Diese Totalität seiner Bestimmungen macht ihn an sich zum geistigen Wesen, und für das Bewußtsein wird er dies in Wahrheit durch das Auffassen einer jeden einzelnen derselben als des Selbsts oder durch das eben genannte geistige Verhalten zu ihnen.
The Spirit of Manifest Religion has not yet overcome its consciousness as such – or, what amounts to the same, its actual self-consciousness is not the object of its consciousness. The Spirit as such and the moments distinguished within it fall into representation and the form of objectivity. The content of this representation is absolute Spirit, and all that remains is to sublate this mere form – or rather, since this form belongs to consciousness as such, its truth must already have emerged in the shapes of consciousness. – This overcoming of the object of consciousness is not to be taken one-sidedly as the object showing itself to return into the Self. Rather, it is more precisely determined in that the object as such presents itself as vanishing, and, even more so, that it is the externalization of self-consciousness that posits thinghood, and that this externalization has not merely negative but positive significance – not only for us or in itself but for self-consciousness itself. For self-consciousness, the negation of the object or its self-sublation has positive significance because it knows this nothingness of the object in two ways: on one hand, through its self-externalization (for in this externalization it posits itself as object, or the object as itself by virtue of the indivisible unity of being-for-itself). On the other hand, this also contains the other moment: that self-consciousness has equally sublated and retracted this externalization and objectivity into itself, thus remaining with itself in its otherness as such. – This is the movement of consciousness, and in this movement consciousness is the totality of its moments. – Consciousness must[575] relate to the object according to the totality of its determinations and have grasped it through each of them. This totality of determinations constitutes the object in itself as spiritual essence, and for consciousness, this becomes true by apprehending each individual determination as the Self – or through the aforementioned spiritual relation to them.
Der Gegenstand ist also teils unmittelbares Sein oder ein Ding überhaupt, was dem unmittelbaren Bewußtsein entspricht; teils ein Anderswerden seiner, sein Verhältnis oder Sein für Anderes und Fürsichsein, die Bestimmtheit, was der Wahrnehmung, teils Wesen oder als Allgemeines, was dem Verstande entspricht. Er ist, als Ganzes, der Schluß oder die Bewegung des Allgemeinen durch die Bestimmung zur Einzelheit, wie die umgekehrte, von der Einzelheit durch sie als aufgehobene oder die Bestimmung zum Allgemeinen. – Nach diesen drei Bestimmungen also muß das Bewußtsein ihn als sich selbst wissen. Es ist dies jedoch nicht das Wissen als reines Begreifen des Gegenstandes, von dem die Rede ist, sondern dies Wissen soll nur in seinem Werden oder in seinen Momenten nach der Seite aufgezeigt werden, die dem Bewußtsein als solchem angehört, und die Momente des eigentlichen Begriffes oder reinen Wissens in der Form von Gestaltungen des Bewußtseins. Darum erscheint der Gegenstand im Bewußtsein als solchem noch nicht als die geistige Wesenheit, wie sie von uns soeben ausgesprochen wurde, und sein Verhalten zu ihm ist nicht die Betrachtung desselben in dieser Totalität als solcher, noch in ihrer reinen Begriffsform, sondern teils Gestalt des Bewußtseins überhaupt, teils eine Anzahl solcher Gestalten, die wir zusammennehmen und in welchen die Totalität der Momente des Gegenstandes und des Verhaltens des Bewußtseins nur aufgelöst in ihre Momente aufgezeigt werden kann.
The object is thus, in part, immediate being – a thing in general, corresponding to immediate consciousness. In part, it is an alteration of itself, its relation or being-for-other and being-for-itself – determinateness, which corresponds to perception. In part, it is essence or the universal, corresponding to the Understanding. As a whole, it is the syllogism or the movement from the universal through determination to individuality, and conversely, from individuality through sublated determination to the universal. – Consciousness must therefore know the object in these three determinations as itself. However, this is not knowledge as the pure conceptual grasp of the object (of which we speak), but this knowing is to be shown only in its becoming – in its moments according to the aspect belonging to consciousness as such. The moments of the proper Concept or pure knowing appear here as configurations of consciousness. Hence, the object does not yet appear to consciousness as such as the spiritual essence we have just articulated, and consciousness’s relation to it is neither the contemplation of the object in this totality as such nor in its pure conceptual form. Rather, it is partly the form of consciousness in general, partly a multiplicity of such forms, which we gather together and in which the totality of the object’s moments and the comportment of consciousness can only be shown dissolved into their individual moments.
Es ist hiermit für diese Seite des Erfassens des Gegenstandes, wie es in der Gestalt des Bewußtseins ist, nur an die früheren Gestalten desselben zu erinnern, die schon vorgekommen[576] sind. – In Ansehung des Gegenstandes also, insofern er unmittelbar, ein gleichgültiges Sein ist, so sahen wir die beobachtende Vernunft in diesem gleichgültigen Dinge sich selbst suchen und finden, d.h. ihres Tuns als eines ebenso äußerlichen sich bewußt sein, als sie [sich] des Gegenstandes nur als eines unmittelbaren bewußt ist. – Wir sahen auch auf ihrer Spitze ihre Bestimmung in dem unendlichen Urteile aussprechen, daß das Sein des Ich ein Ding ist. Und zwar ein sinnliches, unmittelbares Ding; wenn Ich Seele genannt wird, so ist es zwar auch als Ding vorgestellt, aber als ein unsichtbares, unfühlbares usf., in der Tat also nicht als unmittelbares Sein und nicht als das, was man unter einem Dinge meint. – Jenes Urteil, so genommen wie es unmittelbar lautet, ist es geistlos oder vielmehr das Geistlose selbst. Seinem Begriffe nach aber ist es in der Tat das Geistreichste, und dieses Innere desselben, das an ihm noch nicht vorhanden ist, ist es, was die beiden anderen zu betrachtenden Momente aussprechen.
For this aspect of comprehending the object as it exists in the form of consciousness, we need only recall the earlier shapes of consciousness that have already appeared. – Concerning the object, insofar as it is immediate, an indifferent being, we saw observing reason seek and find itself in this indifferent thing – that is, becoming conscious of its own activity as equally external, just as it is conscious of the object merely as an immediate being. – At its apex, we saw it express its determination in the infinite judgment: the being of the I is a thing. Specifically, a sensible, immediate thing; when the I is called soul, it is indeed also represented as a thing, but as an invisible, imperceptible one, etc., thus in truth not as immediate being and not as what is meant by a thing. – Taken at face value, this judgment is spiritless – or rather, it is spiritlessness itself. But conceptually, it is in truth the most spiritual, and it is this inner aspect of it, which is not yet present within it, that the two other moments to be considered here articulate.
Das Ding ist Ich, in der Tat ist in diesem unendlichen Urteile das Ding aufgehoben; es ist nichts an sich; es hat nur Bedeutung im Verhältnisse, nur durch Ich und seine Beziehung auf dasselbe. – Dies Moment hat sich für das Bewußtsein in der reinen Einsicht und Aufklärung ergeben. Die Dinge sind schlechthin nützlich und nur nach ihrer Nützlichkeit zu betrachten. – Das gebildete Selbstbewußtsein, das die Welt des sich entfremdeten Geistes durchlaufen, hat durch seine Entäußerung das Ding als sich selbst erzeugt, behält daher in ihm noch sich selbst und weiß die Unselbständigkeit desselben oder daß das Ding wesentlich nur Sein für Anderes ist; oder vollständig das Verhältnis, d.h. das, was die Natur des Gegenstandes hier allein ausmacht, ausgedrückt, so gilt ihm das Ding als ein fürsichseiendes, es spricht die sinnliche Gewißheit als absolute Wahrheit aus, aber dies Fürsichsein selbst als Moment, das nur verschwindet und in sein Gegenteil, in das preisgegebene Sein für Anderes übergeht.[577]
The thing is I – in truth, through this infinite judgment, the thing is sublated; it is nothing in itself; it has significance only in relation, only through the I and its connection to it. – This moment revealed itself to consciousness in pure insight and Enlightenment. Things are absolutely useful and are to be considered solely according to their utility. – The cultivated self-consciousness, having traversed the world of Spirit’s self-alienation, generates the thing as itself through its self-externalization, thereby retaining itself within it and knowing the thing’s lack of independence – or that the thing is essentially only Being-for-Others. Or, to express this fully as the relation that here alone constitutes the object’s nature: the thing is valid to it as a being-for-itself, it asserts sense-certainty as absolute truth, but this Being-for-itself itself as a moment that merely vanishes and transitions into its opposite, the relinquished Being-for-Others.
Hierin ist aber das Wissen des Dinges noch nicht vollendet; es muß nicht nur nach der Unmittelbarkeit des Seins und nach der Bestimmtheit, sondern auch als Wesen oder inneres, als das Selbst gewußt werden. Dies ist in dem moralischen Selbstbewußtsein vorhanden. Dies weiß sein Wissen als die absolute Wesenheit oder das Sein schlechthin als den reinen Willen oder Wissen; es ist nichts als nur dieser Willen und Wissen; anderem kommt nur unwesentliches Sein, d.h. nicht ansichseiendes, nur seine leere Hülse zu. Insofern das moralische Bewußtsein das Dasein in seiner Weltvorstellung aus dem Selbst entläßt, nimmt es dasselbe ebensosehr wieder in sich zurück. Als Gewissen ist es endlich nicht mehr dieses noch abwechselnde Stellen und Verstellen des Daseins und des Selbsts, sondern es weiß, daß sein Dasein als solches diese reine Gewißheit seiner selbst ist; das gegenständliche Element, in welches es als handelnd sich hinausstellt, ist nichts anderes als das reine Wissen des Selbsts von sich.
Yet here the knowledge of the thing is not yet complete; it must be known not only according to the immediacy of being and determinacy, but also as essence or inner, as the self. This is present in moral self-consciousness. This consciousness knows its knowledge as the absolute essence or being as such – as pure will or knowledge; it is nothing but this will and knowledge; to all else belongs only inessential being, i.e., not in-itself being, merely its empty husk. While moral consciousness releases existence from the self in its world-representation, it equally takes existence back into itself. As conscience, it is ultimately no longer this alternating positing and displacing of existence and the self, but knows that its existence as such is this pure certainty of itself; the objective element into which it projects itself as acting is nothing other than the pure self-knowledge of the self.
Dies sind die Momente, aus denen sich die Versöhnung des Geistes mit seinem eigentlichen Bewußtsein zusammensetzt; sie für sich sind einzeln, und ihre geistige Einheit allein ist es, welche die Kraft dieser Versöhnung ausmacht. Das letzte dieser Momente ist aber notwendig diese Einheit selbst und verbindet, wie erhellt, sie in der Tat alle in sich. Der seiner selbst in seinem Dasein gewisse Geist hat zum Elemente des Daseins nichts anderes als dies Wissen von sich; das Aussprechen, daß, was er tut, er nach Überzeugung von der Pflicht tut, diese seine Sprache ist das Gelten seines Handelns. – Das Handeln ist das erste ansichseiende Trennen der Einfachheit des Begriffs und die Rückkehr aus dieser Trennung. Diese erste Bewegung schlägt in die zweite um, indem das Element des Anerkennens sich als einfaches Wissen von der Pflicht gegen den Unterschied und die Entzweiung setzt, die im Handeln als solchem liegt und auf diese Weise eine eiserne Wirklichkeit gegen das Handeln bildet. In der Verzeihung sahen wir aber, wie diese Härte von sich selbst abläßt und sich entäußert. Die Wirklichkeit[578] hat also hier für das Selbstbewußtsein sowohl als unmittelbares Dasein keine andere Bedeutung, als das reine Wissen zu sein; – ebenso als bestimmtes Dasein oder als Verhältnis ist das sich Gegenüberstehende ein Wissen teils von diesem rein einzelnen Selbst, teils von dem Wissen als allgemeinem. Hierin ist zugleich dies gesetzt, daß das dritte Moment, die Allgemeinheit oder das Wesen jedem der beiden Gegenüberstehenden nur als Wissen gilt; und den leeren noch übrigen Gegensatz heben sie endlich ebenso auf und sind das Wissen des Ich = Ich; dieses einzelne Selbst, das unmittelbar reines Wissen oder allgemeines ist.
These are the moments composing the reconciliation of Spirit with its actual consciousness; taken singly, they are individual, and their spiritual unity alone constitutes the force of this reconciliation. The last of these moments is necessarily this unity itself and, as illuminated, indeed gathers them all within itself. The Spirit certain of itself in its existence has no other element of existence than this self-knowledge; the declaration that it acts from conviction of duty constitutes the validity of its action. – Action is the first in-itself separation of the simplicity of the Concept and the return from this separation. This first movement converts into the second when the element of recognition posits itself as simple knowledge of duty against the distinction and sundering inherent in action as such, thereby forming an iron reality opposed to action. But in forgiveness, we saw this rigidity relinquish and externalize itself. Existence here thus has no other significance for self-consciousness than being pure knowledge – both as immediate existence and as determinate existence or relation. The confronting terms are knowledge, partly of this purely singular self, partly of knowledge as universal. Herein is also posited that the third moment, universality or essence, is valid for each of the confronting terms only as knowledge; and they finally abolish the remaining empty opposition, becoming the knowledge of I = I – this singular self that is immediately pure knowledge or universal.
Diese Versöhnung des Bewußtseins mit dem Selbstbewußtsein zeigt sich hiermit von der gedoppelten Seite zustande gebracht: das eine Mal im religiösen Geiste, das andere Mal im Bewußtsein selbst als solchem. Sie unterscheiden sich beide so voneinander, daß jene diese Versöhnung in der Form des Ansichseins, diese in der Form des Fürsichseins ist. Wie sie betrachtet worden, fallen sie zunächst auseinander; das Bewußtsein ist in der Ordnung, in der uns seine Gestalten vorkamen, teils zu den einzelnen Momenten derselben, teils zu ihrer Vereinigung längst gekommen, ehe auch die Religion ihrem Gegenstande die Gestalt des wirklichen Selbstbewußtseins gab. Die Vereinigung beider Selten ist noch nicht aufgezeigt; sie ist es, welche diese Reihe der Gestaltungen des Geistes beschließt; denn in ihr kommt der Geist dazu, sich zu wissen, nicht nur wie er an sich oder nach seinem absoluten Inhalte, noch nur wie er für sich nach seiner inhaltslosen Form oder nach der Seite des Selbstbewußtseins, sondern wie er an und für sich ist.
This reconciliation of consciousness with self-consciousness is thus shown to be accomplished in a twofold manner: once in religious Spirit, and again in consciousness as such. They differ in that the former achieves this reconciliation in the form of Being-in-itself, the latter in the form of Being-for-itself. As considered, they initially stand apart; in the order of their appearance, consciousness arrives at both the individual moments of its shapes and their unification long before religion gives its object the shape of actual self-consciousness. The unification of both sides has not yet been demonstrated; it is what concludes this series of Spirit’s configurations. For in it, Spirit comes to know itself not merely as it is in-itself according to its absolute content, nor only as it is for itself in its contentless form or from the side of self-consciousness, but as it is in and for itself.
Diese Vereinigung aber ist an sich schon geschehen, zwar auch in der Religion, in der Rückkehr der Vorstellung in das Selbstbewußtsein, aber nicht nach der eigentlichen Form, denn die religiöse Seite ist die Seite des Ansich, welche der Bewegung des Selbstbewußtseins gegenübersteht. Die Vereinigung gehört daher dieser ändern Seite an, die im Gegensatze die Seite der Reflexion in sich, also diejenige ist, die[579] sich selbst und ihr Gegenteil und nicht nur an sich oder auf eine allgemeine Weise, sondern für sich oder entwickelt und unterschieden enthält. Der Inhalt sowie die andere Seite des selbstbewußten Geistes, insofern sie die andere Seite ist, ist in ihrer Vollständigkeit vorhanden und aufgezeigt worden; die Vereinigung, welche noch fehlt, ist die einfache Einheit des Begriffs. Dieser ist an der Seite des Selbstbewußtseins selbst auch schon vorhanden; aber wie er im Vorhergehenden vorgekommen, hat er wie alle übrigen Momente die Form, eine besondere Gestalt des Bewußtseins zu sein. – Er ist also derjenige Teil der Gestalt des seiner selbst gewissen Geistes, der in seinem Begriffe stehenbleibt und die schöne Seele genannt wurde. Sie ist nämlich sein Wissen von sich selbst, in seiner reinen durchsichtigen Einheit, – das Selbstbewußtsein, das dieses reine Wissen von dem reinen Insichsein als den Geist weiß, nicht nur die Anschauung des Göttlichen, sondern die Selbstanschauung desselben. – Indem dieser Begriff sich seiner Realisierung entgegengesetzt festhält, ist er die einseitige Gestalt, deren Verschwinden in leeren Dunst, aber auch ihre positive Entäußerung und Fortbewegung wir sahen. Durch diese Realisierung hebt sich das Aufsichbeharren dieses gegenstandslosen Selbstbewußtseins, die Bestimmtheit des Begriffs gegen seine Erfüllung auf; sein Selbstbewußtsein gewinnt die Form der Allgemeinheit, und was ihm bleibt, ist sein wahrhafter Begriff oder der Begriff, der seine Realisierung gewonnen; es ist er in seiner Wahrheit, nämlich in der Einheit mit seiner Entäußerung, – das Wissen von dem reinen Wissen, nicht als abstraktem Wesen, welches die Pflicht ist, sondern von ihm als Wesen, das dieses Wissen, dieses reine Selbstbewußtsein, das also zugleich wahrhafter Gegenstand ist, denn er ist das fürsichseiende Selbst.
This unification, however, is in-itself already accomplished, indeed also in religion through the return of representation into self-consciousness, but not according to its proper form. For the religious standpoint is the side of the in-itself, which stands opposed to the movement of self-consciousness. The unification thus belongs to this other side, which in opposition is the side of reflection-into-self and therefore the one that [579] contains itself and its opposite not merely in-itself or in a universal manner, but for-itself or in developed and differentiated form. The content as well as the other side of self-conscious spirit, insofar as it is the other side, has been present and demonstrated in its completeness; the unification still lacking is the simple unity of the Concept. This Concept is already present on the side of self-consciousness itself. But as it appeared in the preceding development, it has the form, like all other moments, of being a particular shape of consciousness. — It is thus that part of the shape of the self-certain spirit which remains fixed in its Concept and was called the beautiful soul. For it is its knowledge of itself in the pure transparent unity — the self-consciousness that knows this pure knowledge of pure being-within-itself as Spirit, not merely as the intuition of the divine but as the self-intuition of the divine. — Insofar as this Concept firmly opposes itself to its realization, it is the one-sided shape whose vanishing into empty vapor we have witnessed, but also its positive externalization and progression. Through this realization, the self-persistence of this objectless self-consciousness — the determinacy of the Concept opposed to its fulfillment — is sublated. Its self-consciousness attains the form of universality, and what remains to it is its true Concept or the Concept that has attained its realization. It is the Concept in its truth — namely, in unity with its externalization — the knowledge of pure knowledge not as an abstract essence, which is duty, but as essence that is this knowledge, this pure self-consciousness, which is therefore at the same time a true object, for it is the being-for-itself of the Self.
Seine Erfüllung gab sich dieser Begriff einesteils im handelnden seiner selbst gewissen Geist, andernsteils in der Religion: in der letzteren gewann er den absoluten Inhalt als Inhalt oder in der Form der Vorstellung, des Andersseins für das Bewußtsein; hingegen in jener Gestalt ist die Form das[580] Selbst selber, denn sie enthält den handelnden, seiner selbst gewissen Geist; das Selbst führt das Leben des absoluten Geistes durch. Diese Gestalt ist, wie wir sehen, jener einfache Begriff, der aber sein ewiges Wesen aufgibt, da ist oder handelt. Das Entzweien oder Hervortreten hat er an der Reinheit des Begriffs, denn sie ist die absolute Abstraktion oder Negativität. Ebenso hat er das Element seiner Wirklichkeit oder des Seins in ihm an dem reinen Wissen selbst, denn es ist die einfache Unmittelbarkeit, die ebenso Sein und Dasein als Wesen ist, jenes das negative Denken, dies das positive Denken selbst. Dies Dasein ist endlich ebensosehr das aus ihm – wie als Dasein so als Pflicht – in sich Reflektiert- oder Bösesein. Dies Insichgehen macht den Gegensatz des Begriffs aus und ist damit das Auftreten des nichthandelnden, nichtwirklichen reinen Wissens des Wesens. Dies sein Auftreten in diesem Gegensatze aber ist die Teilnahme daran; das reine Wissen des Wesens hat sich an sich seiner Einfachheit entäußert, denn es ist das Entzweien oder die Negativität, die der Begriff ist; sofern dies Entzweien das Fürsichwerden ist, ist es das Böse; sofern es das Ansich ist, ist es das Gutbleibende. – Was nun zuerst an sich geschieht, ist zugleich für das Bewußtsein und ebenso selbst gedoppelt, sowohl für es, als es sein Fürsichsein oder sein eigenes Tun ist. Dasselbe, was schon an sich gesetzt ist, wiederholt sich also jetzt als Wissen des Bewußtseins von ihm und bewußtes Tun. Jedes läßt für das andere von der Selbständigkeit der Bestimmtheit, in der es gegen es auftritt, ab. Dies Ablassen ist dasselbe Verzichttun auf die Einseitigkeit des Begriffs, das an sich den Anfang ausmachte; aber es ist nunmehr sein Verzichttun, so wie der Begriff, auf welchen es Verzicht tut, der seinige ist. – Jenes Ansich des Anfangs ist als Negativität in Wahrheit ebensosehr das vermittelte; so wie es in Wahrheit ist, setzt es sich also jetzt, und das Negative ist als Bestimmtheit eines jeden für das andere und an sich das sich selbst aufhebende. Der eine der beiden Teile des Gegensatzes ist die Ungleichheit des In-sich-in-seiner-Einzelheit-Seins[581] gegen die Allgemeinheit, – der andere die Ungleichheit seiner abstrakten Allgemeinheit gegen das Selbst; jenes stirbt seinem Fürsichsein ab und entäußert, bekennt sich; dieses entsagt der Härte seiner abstrakten Allgemeinheit und stirbt damit seinem unlebendigen Selbst und seiner unbewegten Allgemeinheit ab; so daß also jenes durch das Moment der Allgemeinheit, die Wesen ist, und dieses durch die Allgemeinheit, die Selbst ist, sich ergänzt hat. Durch diese Bewegung des Handelns ist der Geist – der so erst Geist ist, daß er da ist, sein Dasein in den Gedanken und dadurch in die absolute Entgegensetzung erhebt und aus dieser eben durch sie und in ihr selbst zurückkehrt – als reine Allgemeinheit des Wissens, welches Selbstbewußtsein ist, als Selbstbewußtsein, das einfache Einheit des Wissens ist, hervorgetreten.
This Concept attained its fulfillment on the one hand in the acting self-certain Spirit, and on the other in religion. In the latter, it obtained the absolute content as content or in the form of representation, of otherness for consciousness. By contrast, in the former shape, the form is the [580] Self itself, for it contains the acting self-certain Spirit; the Self actualizes the life of absolute Spirit. This shape, as we saw, is that simple Concept which, however, relinquishes its eternal essence and is-there or acts. The sundering or emergence is present in the purity of the Concept, for this purity is absolute abstraction or negativity. Similarly, it has the element of its actuality or being in pure knowledge itself, for this is simple immediacy — equally being and existence as essence — the former being negative thinking, the latter positive thinking itself. This existence is likewise reflected into itself — whether as existence or as duty — as evil. This inwardization constitutes the opposition of the Concept and is thereby the emergence of non-acting, non-actual pure knowledge of essence. But this emergence into opposition is participation within it. The pure knowledge of essence has in-itself externalized its simplicity, for it is the sundering or negativity that is the Concept. Insofar as this sundering is becoming-for-itself, it is evil; insofar as it is in-itself, it is what remains good. — What first occurs in-itself is at the same time for consciousness and is itself likewise doubled — both for it as its being-for-itself or its own doing. What was already posited in-itself thus repeats itself now as the consciousness’s knowledge of it and as conscious action. Each relinquishes for the other the independence of determinacy in which it confronts it. This relinquishing is the same surrender of the one-sidedness of the Concept that constituted the in-itself of the beginning. But now it is its own surrender, just as the Concept it surrenders is its own. — That initial in-itself, as negativity, is in truth equally the mediated. As it is in truth, it now posits itself, and the negative, as the determinacy of each for the other and in-itself, is self-sublating. One part of the opposition is the inequality of being-in-itself-in-its-singularity [581] against universality — the other is the inequality of its abstract universality against the Self. The former renounces its being-for-itself, externalizes itself, and confesses; the latter renounces the rigidity of its abstract universality and thereby surrenders its lifeless Self and unmoved universality. Thus, the former has supplemented itself through the moment of universality — which is essence — and the latter through universality — which is Self. Through this movement of action, Spirit — which is Spirit proper only when it is-there, raises its existence into thought and thereby into absolute opposition, and returns from this opposition precisely through and within it — has emerged as pure universality of knowledge, which is self-consciousness — as self-consciousness that is the simple unity of knowledge.
Was also in der Religion Inhalt oder Form des Vorstellens eines Anderen war, dasselbe ist hier eigenes Tun des Selbsts; der Begriff verbindet es, daß der Inhalt eigenes Tun des Selbsts ist; denn dieser Begriff ist, wie wir sehen, das Wissen des Tuns des Selbsts in sich als aller Wesenheit und alles Daseins, das Wissen von diesem Subjekte als der Substanz und von der Substanz als diesem Wissen seines Tuns. – Was wir hier hinzugetan, ist allein teils die Versammlung der einzelnen Momente, deren jedes in seinem Prinzipe das Leben des ganzen Geistes darstellt, teils das Festhalten des Begriffes in der Form des Begriffes, dessen Inhalt sich in jenen Momenten und der sich in der Form einer Gestalt des Bewußtseins schon selbst ergeben hätte.
What in religion was the content or the form of representing an Other is here the Self’s own action; the Concept binds it such that the content is the Self’s own action. For this Concept is, as we see, the knowledge of the Self’s action within itself as all essence and all existence — the knowledge of this Subject as Substance and of Substance as this knowledge of its action. What we have added here is, on the one hand, the gathering of individual moments, each of which in its principle presents the life of the whole Spirit, and on the other hand, the retention of the Concept in the form of the Concept, whose content would have already emerged in those moments and in the form of a shape of consciousness.
Diese letzte Gestalt des Geistes, der Geist, der seinem vollständigen und wahren Inhalte zugleich die Form des Selbsts gibt und dadurch seinen Begriff ebenso realisiert, als er in dieser Realisierung in seinem Begriffe bleibt, ist das absolute Wissen; es ist der sich in Geistsgestalt wissende Geist oder das begreifende Wissen. Die Wahrheit ist nicht nur an sich vollkommen der Gewißheit gleich, sondern hat auch die Gestalt der Gewißheit seiner selbst, oder sie ist in ihrem Dasein, d.h. für den wissenden Geist in der Form des Wissens[582] seiner selbst. Die Wahrheit ist der Inhalt, der in der Religion seiner Gewißheit noch ungleich ist. Diese Gleichheit aber ist darin, daß der Inhalt die Gestalt des Selbsts erhalten. Dadurch ist dasjenige zum Elemente des Daseins oder zur Form der Gegenständlichkeit für das Bewußtsein geworden, was das Wesen selbst ist, nämlich der Begriff. Der Geist, in diesem Elemente dem Bewußtsein erscheinend oder, was hier dasselbe ist, darin von ihm hervorgebracht, ist die Wissenschaft.
This final shape of Spirit — the Spirit that simultaneously gives its complete and true content the form of the Self and thereby realizes its Concept even as it remains within its Concept in this realization — is absolute knowledge. It is Spirit knowing itself in the shape of Spirit, or comprehending knowledge. The truth is not only in-itself perfectly equal to certainty, but it also has the shape of self-certainty — it exists in its existence as the form of self-knowledge for the knowing Spirit. The truth is the content that in religion was still unequal to its certainty. But this equality consists in the content having attained the shape of the Self. Thereby, what is the essence itself — namely, the Concept — has become the element of existence or the form of objectivity for consciousness. The Spirit, appearing to consciousness in this element — or, what is here the same, produced by consciousness within it — is Science.
Die Natur, Momente und Bewegung dieses Wissens hat sich also so ergeben, daß es das reine Fürsichsein des Selbstbewußtseins ist; es ist Ich, das dieses und kein anderes Ich und das ebenso unmittelbar vermittelt oder aufgehobenes allgemeines Ich ist. – Es hat einen Inhalt, den es von sich unterscheidet, denn es ist die reine Negativität oder das Sichentzweien; es ist Bewußtsein. Dieser Inhalt ist in seinem Unterschiede selbst das Ich, denn er ist die Bewegung des Sichselbstaufhebens oder dieselbe reine Negativität, die Ich ist. Ich ist in ihm als unterschiedenem in sich reflektiert; der Inhalt ist allein dadurch begriffen, daß Ich in seinem Anderssein bei sich selbst ist. Dieser Inhalt, bestimmter angegeben, ist nichts anderes als die soeben ausgesprochene Bewegung selbst; denn er ist der Geist, der sich selbst und zwar für sich als Geist durchläuft, dadurch, daß er die Gestalt des Begriffes in seiner Gegenständlichkeit hat.
The nature, moments, and movement of this knowledge have thus shown themselves to be the pure being-for-itself of self-consciousness. It is the I that is this and no other I, yet equally immediately mediated or sublated as the universal I. It has a content that it distinguishes from itself, for it is pure negativity or self-diremption; it is consciousness. This content, in its distinction, is itself the I, for it is the movement of self-sublation — the same pure negativity that the I is. The I is reflected into itself within this differentiated content; the content is comprehended solely because the I is at home with itself in its otherness. More precisely, this content is nothing other than the movement just described, for it is Spirit traversing itself as Spirit for itself by having the shape of the Concept in its objectivity.
Was aber das Dasein dieses Begriffs betrifft, so erscheint in der Zeit und Wirklichkeit die Wissenschaft nicht eher, als bis der Geist zu diesem Bewußtsein über sich gekommen ist. Als der Geist, der weiß, was er ist, existiert er früher nicht und sonst nirgends als nach Vollendung der Arbeit, seine unvollkommene Gestaltung zu bezwingen, sich für sein Bewußtsein die Gestalt seines Wesens zu verschaffen und auf diese Weise sein Selbstbewußtsein mit seinem Bewußtsein auszugleichen. – Der an und für sich seiende Geist, in seinen Momenten unterschieden, ist fürsichseiendes Wissen, das Begreifen überhaupt, das als solches die Substanz noch nicht erreicht hat oder nicht an sich selbst absolutes Wissen ist.[583]
Regarding the existence of this Concept, Science does not appear in time and actuality until Spirit has attained this consciousness of itself. As the Spirit that knows what it is, it does not exist earlier or elsewhere than after the completion of its labor to master its imperfect configuration, to procure for its consciousness the shape of its essence, and thereby to reconcile its self-consciousness with its consciousness. The Spirit that is in-and-for-itself, differentiated into its moments, is being-for-itself as knowledge — the comprehending as such — which has not yet reached the Substance or is not yet in itself absolute knowledge.
In der Wirklichkeit ist nun die wissende Substanz früher da als die Form oder Begriffsgestalt derselben. Denn die Substanz ist das noch unentwickelte Ansich oder der Grund und Begriff in seiner noch unbewegten Einfachheit, also die Innerlichkeit oder das Selbst des Geistes, das noch nicht da ist. Was da ist, ist als das noch unentwickelte Einfache und Unmittelbare oder der Gegenstand des vorstellenden Bewußtseins überhaupt. Das Erkennen, weil es das geistige Bewußtsein ist, dem, was an sich ist, nur insofern ist, als es Sein für das Selbst und Sein des Selbsts oder Begriff ist, hat aus diesem Grunde zuerst nur einen armen Gegenstand, gegen welchen die Substanz und deren Bewußtsein reicher ist. Die Offenbarkeit, die sie in diesem hat, ist in der Tat Verborgenheit, denn sie ist das noch selbstlose Sein, und offenbar ist sich nur die Gewißheit seiner selbst. Zuerst gehören dem Selbstbewußtsein daher von der Substanz nur die abstrakten Momente an; aber indem diese als die reinen Bewegungen sich selbst weitertreiben, bereichert es sich, bis es die ganze Substanz dem Bewußtsein entrissen, den ganzen Bau ihrer Wesenheiten in sich gesogen und – indem dieses negative Verhalten zur Gegenständlichkeit ebensosehr positiv, Setzen ist – sie aus sich erzeugt und damit für das Bewußtsein zugleich wiederhergestellt hat. In dem Begriffe, der sich als Begriff weiß, treten hiermit die Momente früher auf als das erfüllte Ganze, dessen Werden die Bewegung jener Momente ist. In dem Bewußtsein dagegen ist das Ganze, aber unbegriffene, früher als die Momente. – Die Zeit ist der Begriff selbst, der da ist und als leere Anschauung sich dem Bewußtsein vorstellt; deswegen erscheint der Geist notwendig in der Zeit, und er erscheint so lange in der Zeit, als er nicht seinen reinen Begriff erfaßt, d.h. nicht die Zeit tilgt. Sie ist das äußere angeschaute, vom Selbst nicht erfaßte reine Selbst, der nur angeschaute Begriff; indem dieser sich selbst erfaßt, hebt er seine Zeitform auf, begreift das Anschauen und ist begriffenes und begreifendes Anschauen. – Die Zeit erscheint daher als das Schicksal und die Notwendigkeit des Geistes,[584] der nicht in sich vollendet ist, – die Notwendigkeit, den Anteil, den das Selbstbewußtsein an dem Bewußtsein hat, zu bereichern, die Unmittelbarkeit des Ansich – die Form, in der die Substanz im Bewußtsein ist – in Bewegung zu setzen oder umgekehrt, das Ansich als das Innerliche genommen, das, was erst innerlich ist, zu realisieren und zu offenbaren, d.h. es der Gewißheit seiner selbst zu vindizieren.
In actuality, the knowing Substance is now present earlier than its Form or conceptual shape. For the Substance is the still undeveloped in-itself or the ground and Concept in its still unmoved simplicity, hence the inwardness or the Self of Spirit that is not yet there. What is there is, as the still undeveloped simple and immediate, or the object of representational consciousness in general. Cognition, being the spiritual consciousness for which what is in-itself exists only insofar as it is Being for the Self and the Being of the Self or Concept, has for this reason initially only a meager object, against which the Substance and its consciousness are richer. The manifestation it has in this object is in truth concealment, for it is still selfless Being, and only the certainty of itself is manifest. At first, therefore, only the abstract moments of Substance belong to self-consciousness; but as these pure movements propel themselves further, self-consciousness enriches itself until it has wrested the entire Substance from consciousness, absorbed the entire structure of its essentialities into itself, and — since this negative relation to objectivity is equally positive, a positing — has generated them from itself and thereby restored them for consciousness. In the Concept that knows itself as Concept, the moments thus emerge prior to the fulfilled whole, whose becoming is the movement of those moments. In consciousness, conversely, the whole, though uncomprehended, precedes the moments. — Time is the Concept itself that is there and presents itself to consciousness as empty intuition; hence Spirit necessarily appears in time, and it appears in time as long as it has not grasped its pure Concept, i.e., has not annulled time. Time is the externally intuited pure Self, not grasped by the Self, the merely intuited Concept; when this Concept grasps itself, it supersedes its temporal form, comprehends intuition, and is comprehended and comprehending intuition. — Time therefore appears as the fate and necessity of Spirit[584] that is not yet complete within itself — the necessity to enrich the share that self-consciousness has in consciousness, to set in motion the immediacy of the in-itself (the form in which Substance is present in consciousness) or, conversely, to realize and reveal what is at first inward (taking the in-itself as the inward), i.e., to vindicate it as the certainty of itself.
Es muß aus diesem Grunde gesagt werden, daß nichts gewußt wird, was nicht in der Erfahrung ist oder, wie dasselbe auch ausgedrückt wird, was nicht als gefühlte Wahrheit, als innerlich geoffenbartes Ewiges, als geglaubtes Heiliges, oder welche Ausdrucke sonst gebraucht werden, vorhanden ist. Denn die Erfahrung ist eben dies, daß der Inhalt – und er ist der Geist – an sich, Substanz und also Gegenstand des Bewußtseins ist. Diese Substanz aber, die der Geist ist, ist das Werden seiner zu dem, was er an sich ist; und erst als dies sich in sich reflektierende Werden ist er an sich in Wahrheit der Geist. Er ist an sich die Bewegung, die das Erkennen ist, – die Verwandlung jenes Ansichs in das Fürsich, der Substanz in das Subjekt, des Gegenstandes des Bewußtseins in Gegenstand des Selbstbewußtseins, d.h. in ebensosehr aufgehobenen Gegenstand oder in den Begriff. Sie ist der in sich zurückgehende Kreis, der seinen Anfang voraussetzt und ihn nur im Ende erreicht. – Insofern der Geist also notwendig dieses Unterscheiden in sich ist, tritt sein Ganzes angeschaut seinem einfachen Selbstbewußtsein gegenüber; und da also jenes das Unterschiedene ist, so ist es unterschieden in seinen reinen Begriff, in die Zeit, und in den Inhalt oder in das Ansich; die Substanz hat, als Subjekt, die erst innere Notwendigkeit an ihr, sich an ihr selbst als das darzustellen, was sie an sich ist, als Geist. Die vollendete gegenständliche Darstellung ist erst zugleich die Reflexion derselben oder das Werden derselben zum Selbst. – Ehe daher der Geist nicht an sich, nicht als Weltgeist sich vollendet, kann er nicht als selbstbewußter Geist seine Vollendung erreichen. Der Inhalt der Religion spricht darum früher in der Zeit als die Wissenschaft[585] es aus, was der Geist ist, aber diese ist allein sein wahres Wissen von ihm selbst.
For this reason, it must be said that nothing is known that is not in experience, or, as the same point is otherwise expressed, that is not present as felt truth, as inwardly revealed Eternal, as believed Holy, or whatever other expressions are used. For experience is precisely this: that the content — which is Spirit — is in-itself, Substance, and thus the object of consciousness. But this Substance, which is Spirit, is the becoming of itself to what it is in-itself; and only as this self-reflective becoming is it in truth Spirit. It is in-itself the movement that is cognition — the transformation of that in-itself into the for-itself, of Substance into Subject, of the object of consciousness into the object of self-consciousness, i.e., into an equally superseded object or into the Concept. This movement is the circle that returns into itself, presupposing its beginning and reaching it only at the end. — Insofar as Spirit is necessarily this self-differentiation, its whole stands intuited over against its simple self-consciousness; and since that whole is the differentiated, it is differentiated into its pure Concept, into time, and into the content or the in-itself. Substance, as Subject, bears within itself the necessity — which is at first inward — to present itself as what it is in-itself, as Spirit. The completed objective exposition is simultaneously its reflection into itself or its becoming-Self. — Until Spirit has completed itself in-itself, as World-Spirit, it cannot attain its completion as self-conscious Spirit. The content of religion therefore expresses earlier in time than Science[585] what Spirit is, but Science alone is its true knowledge of itself.
Die Bewegung, die Form seines Wissens von sich hervorzutreiben, ist die Arbeit, die er als wirkliche Geschichte vollbringt. Die religiöse Gemeine, insofern sie zuerst die Substanz des absoluten Geistes ist, ist das rohe Bewußtsein, das ein um so barbarischeres und härteres Dasein hat, je tiefer sein innerer Geist ist, und sein dumpfes Selbst eine um so härtere Arbeit mit seinem Wesen, dem ihm fremden Inhalte seines Bewußtseins. Erst nachdem es die Hoffnung aufgegeben, auf eine äußerliche, d.h. fremde Weise das Fremdsein aufzuheben, wendet es sich, weil die aufgehobene fremde Weise die Rückkehr ins Selbstbewußtsein ist, an sich selbst, an seine eigene Welt und Gegenwart, entdeckt sie als sein Eigentum und hat somit den ersten Schritt getan, aus der Intellektualwelt herabzusteigen oder vielmehr deren abstraktes Element mit dem wirklichen Selbst zu begeisten. Durch die Beobachtung einerseits findet es das Dasein als Gedanken und begreift dasselbe, und umgekehrt in seinem Denken das Dasein. Indem es so zunächst die unmittelbare Einheit des Denkens und Seins, des abstrakten Wesens und des Selbsts, selbst abstrakt ausgesprochen und das erste Lichtwesen reiner, nämlich als Einheit der Ausdehnung und des Seins – denn Ausdehnung ist die dem reinen Denken gleichere Einfachheit, denn das Licht ist – und hiermit im Gedanken die Substanz des Aufgangs wieder erweckt hat, schaudert der Geist zugleich von dieser abstrakten Einheit, von dieser selbstlosen Substantialität zurück und behauptet die Individualität gegen sie. Erst aber nachdem er diese in der Bildung entäußert, dadurch sie zum Dasein gemacht und in allem Dasein sie durchgesetzt, – zum Gedanken der Nützlichkeit gekommen und in der absoluten Freiheit das Dasein als seinen Willen erfaßt, kehrt er somit den Gedanken seiner Innersten Tiefe heraus und spricht das Wesen als Ich = Ich aus. Dies Ich = Ich ist aber die sich in sich selbst reflektierende Bewegung; denn indem diese Gleichheit als absolute[586] Negativität der absolute Unterschied ist, so steht die Sichselbstgleichheit des Ich diesem reinen Unterschiede gegenüber, der als der reine und zugleich dem sich wissenden Selbst gegenständliche, als die Zeit auszusprechen ist, so daß, wie vorhin das Wesen als Einheit des Denkens und der Ausdehnung ausgesprochen wurde, es als Einheit des Denkens und der Zeit zu fassen wäre; aber der sich selbst überlassene Unterschied, die ruhe- und haltlose Zeit fällt vielmehr in sich selbst zusammen; sie ist die gegenständliche Ruhe der Ausdehnung, diese aber ist die reine Gleichheit mit sich selbst, das Ich. – Oder Ich ist nicht nur das Selbst, sondern es ist die Gleichheit des Selbsts mit sich, diese Gleichheit aber ist die vollkommene und unmittelbare Einheit mit sich selbst, oder dies Subjekt ist ebensosehr die Substanz. Die Substanz für sich allein wäre das inhaltsleere Anschauen oder das Anschauen eines Inhalts, der als bestimmter nur Akzidentalität hätte und ohne Notwendigkeit wäre; die Substanz gälte nur insofern als das Absolute, als sie als die absolute Einheit gedacht oder angeschaut wäre, und aller Inhalt müßte nach seiner Verschiedenheit außer ihr in die Reflexion fallen, die ihr nicht angehört, weil sie nicht Subjekt, nicht das über sich und sich in sich Reflektierende oder nicht als Geist begriffen wäre. Wenn doch von einem Inhalte gesprochen werden sollte, so wäre es teils nur, um ihn in den leeren Abgrund des Absoluten zu werfen, teils aber wäre er äußerlich aus der sinnlichen Wahrnehmung aufgerafft; das Wissen schiene zu Dingen, dem Unterschiede von ihm selbst, und [zu] dem Unterschiede mannigfaltiger Dinge gekommen zu sein, ohne daß man begriffe, wie und woher.
The movement of driving forth the form of its knowledge of itself is the labor that Spirit accomplishes as actual history. The religious community, insofar as it is initially the Substance of absolute Spirit, is the crude consciousness whose existence is all the more barbaric and harsh the deeper its inner Spirit is, and whose dull self must labor all the more intensely with its essence, the alien content of its consciousness. Only after abandoning the hope of sublating this alienness through an external — i.e., foreign — mode does it turn inward, toward its own world and present moment, for the sublated foreign mode is the return into self-consciousness. Discovering these as its own property, it thereby takes the first step in descending from the intellectual world or, rather, in animating the abstract element of that world with the actual self. Through observation, on the one hand, it finds existence as thought and comprehends it; conversely, in its thinking, it discovers existence. Thus, by first abstractly articulating the immediate unity of thinking and being, of abstract essence and the self — by reviving in thought the Substance of the Orient, expressed as the first luminous essence of pure extension (for extension is the simplicity akin to pure thinking, more so than light) — Spirit simultaneously recoils from this abstract unity, from this self-less substantiality, and asserts individuality against it. Yet only after externalizing this individuality through cultural formation, thereby rendering it existence and enforcing it throughout all existence — arriving at the thought of utility and grasping existence as its will in absolute freedom — does Spirit thereby wrench forth the thought of its innermost depth and pronounce essence as I = I. This I = I, however, is the movement of self-reflection; for since this equality, as absolute negativity, is the absolute difference, the self-equality of the I stands opposed to this pure difference. The latter must be articulated as time, so that just as essence was earlier expressed as the unity of thinking and extension, it is now to be grasped as the unity of thinking and time. But time, left to itself as restless and unrestrained difference, collapses inward; it becomes the objective stillness of extension, which is pure self-equality — the I. — The I is not merely the self but the equality of the self with itself; this equality, however, is the perfect and immediate unity with itself, or this Subject is equally the Substance. Substance alone would be the empty intuition or the intuition of a content that, as determinate, would possess mere contingency and lack necessity. Substance would count as the Absolute only insofar as it is thought or intuited as the absolute unity, and all content would have to fall into reflection outside of it according to its diversity — a reflection that does not belong to Substance, since it is not Subject, not that which reflects over itself and into itself, or is comprehended as Spirit. If one were to speak of a content at all, it would be either to cast it into the empty abyss of the Absolute or to gather it externally from sensory perception. Knowledge would thus seem to have arrived at things, at the difference from itself, and [at] the difference of manifold things — yet without comprehending how or whence.
Der Geist aber hat sich uns gezeigt, weder nur das Zurückziehen des Selbstbewußtseins in seine reine Innerlichkeit zu sein noch die bloße Versenkung desselben in die Substanz und das Nichtsein seines Unterschiedes, sondern diese Bewegung des Selbsts, das sich seiner selbst entäußert und sich in seine Substanz versenkt und ebenso als Subjekt aus ihr in sich gegangen ist und sie zum Gegenstande und Inhalte[587] macht, als es diesen Unterschied der Gegenständlichkeit und des Inhalts aufhebt. Jene erste Reflexion aus der Unmittelbarkeit ist das Sichunterscheiden des Subjekts von seiner Substanz oder der sich entzweiende Begriff, das Insichgehen und Werden des reinen Ich. Indem dieser Unterschied das reine Tun des Ich = Ich ist, ist der Begriff die Notwendigkeit und das Aufgehen des Daseins, das die Substanz zu seinem Wesen hat und für sich besteht. Aber das Bestehen des Daseins für sich ist der in der Bestimmtheit gesetzte Begriff und dadurch ebenso seine Bewegung an ihm selbst, nieder in die einfache Substanz zu gehen, welche erst als diese Negativität und Bewegung Subjekt ist. – Weder hat Ich sich in der Form des Selbstbewußtseins gegen die Form der Substantialität und Gegenständlichkeit festzuhalten, als ob es Angst vor seiner Entäußerung hätte – die Kraft des Geistes ist vielmehr, in seiner Entäußerung sich selbst gleich zu bleiben und als das Anundfürsichseiende das Fürsichsein ebensosehr nur als Moment zu setzen wie das Ansichsein –, noch ist es ein Drittes, das die Unterschiede in den Abgrund des Absoluten zurückwirft und ihre Gleichheit in demselben ausspricht, sondern das Wissen besteht vielmehr in dieser scheinbaren Untätigkeit, welche nur betrachtet, wie das Unterschiedene sich an ihm selbst bewegt und in seine Einheit zurückkehrt.
Spirit, however, has shown itself to us as being neither merely the withdrawal of self-consciousness into its pure inwardness nor the mere submersion of self-consciousness into Substance and the non-being of its difference. Rather, it is this movement of the self that externalizes itself, immerses itself in its Substance, and as Subject returns from Substance into itself, making Substance its object and content. At the same time, it sublates this difference of objectivity and content. That first reflection from immediacy is the self-differentiation of the Subject from its Substance — the self-sundering Concept, the inward turn and becoming of the pure I. Since this difference is the pure activity of the I = I, the Concept is the necessity and the emergence of existence, which has Substance as its essence and subsists for itself. But the subsistence of existence for itself is the Concept posited in determinacy and thereby equally its movement within itself to descend into simple Substance, which becomes Subject only as this negativity and movement. — The I need neither rigidly maintain itself in the form of self-consciousness against the form of substantiality and objectivity (as if fearing its externalization) — for the power of Spirit lies precisely in remaining self-equal in its externalization and, as the in-and-for-itself, positing being-for-itself as merely a moment alongside being-in-itself — nor is it a third term that casts differences back into the abyss of the Absolute and pronounces their equality therein. Rather, knowledge consists in this apparent inactivity, which merely observes how the differentiated moves itself and returns into its unity.
In dem Wissen hat also der Geist die Bewegung seines Gestaltens beschlossen, insofern dasselbe mit dem unüberwundenen Unterschiede des Bewußtseins behaftet ist. Er hat das reine Element seines Daseins, den Begriff, gewonnen. Der Inhalt ist nach der Freiheit seines Seins das sich entäußernde Selbst oder die unmittelbare Einheit des Sichselbstwissens. Die reine Bewegung dieser Entäußerung macht, sie am Inhalte betrachtet, die Notwendigkeit desselben aus. Der verschiedene Inhalt ist als bestimmter im Verhältnisse, nicht an sich, und [ist] seine Unruhe, sich selbst aufzuheben, oder die Negativität, also ist die Notwendigkeit oder Verschiedenheit, wie das freie Sein, ebenso das Selbst; und in dieser[588] selbstischen Form, worin das Dasein unmittelbar Gedanke ist, ist der Inhalt Begriff. Indem also der Geist den Begriff gewonnen, entfaltet er das Dasein und Bewegung in diesem Äther seines Lebens und ist Wissenschaft. Die Momente seiner Bewegung stellen sich in ihr nicht mehr als bestimmte Gestalten des Bewußtseins dar, sondern, indem der Unterschied desselben in das Selbst zurückgegangen, als bestimmte Begriffe und als die organische, in sich selbst gegründete Bewegung derselben. Wenn in der Phänomenologie des Geistes jedes Moment der Unterschied des Wissens und der Wahrheit und die Bewegung ist, in welcher er sich aufhebt, so enthält dagegen die Wissenschaft diesen Unterschied und dessen Aufheben nicht, sondern indem das Moment die Form des Begriffs hat, vereinigt es die gegenständliche Form der Wahrheit und des wissenden Selbsts in unmittelbarer Einheit. Das Moment tritt, nicht als diese Bewegung auf, aus dem Bewußtsein oder der Vorstellung in das Selbstbewußtsein und umgekehrt herüber und hinüber zu gehen, sondern seine reine, von seiner Erscheinung im Bewußtsein befreite Gestalt, der reine Begriff und dessen Fortbewegung hängt allein an seiner reinen Bestimmtheit. Umgekehrt entspricht jedem abstrakten Momente der Wissenschaft eine Gestalt des erscheinenden Geistes überhaupt. Wie der daseiende Geist nicht reicher ist als sie, so ist er in seinem Inhalte auch nicht ärmer. Die reinen Begriffe der Wissenschaft in dieser Form von Gestalten des Bewußtseins zu erkennen, macht die Seite ihrer Realität aus, nach welcher ihr Wesen, der Begriff, der in ihr in seiner einfachen Vermittlung als Denken gesetzt ist, die Momente dieser Vermittlung auseinanderschlägt und nach dem inneren Gegensatze sich darstellt.
In knowledge, Spirit has thus concluded the movement of its shaping insofar as it remains burdened with the unresolved difference of consciousness. It has attained the pure element of its existence – the Concept. The content, according to the freedom of its being, is the self-externalizing Self or the immediate unity of self-knowing. The pure movement of this externalization, considered in terms of content, constitutes the necessity of that content. The diverse content, as determinate within a relation – not in itself – [is] its restlessness to sublate itself, or negativity. Thus, necessity or difference, like free being, is equally the Self; and in this self-like form, wherein existence is immediately thought, the content is Concept. Having thus attained the Concept, Spirit unfolds existence and movement in this ether of its life and becomes Science. The moments of its movement no longer present themselves as determinate shapes of consciousness but, since consciousness’s difference has retreated into the Self, as determinate Concepts and as the organic, self-grounded movement of these Concepts. Whereas in the Phenomenology of Spirit each moment is the difference between knowledge and truth and the movement through which this difference sublates itself, Science, by contrast, does not contain this difference and its sublation. Rather, since the moment takes the form of the Concept, it unites the objective form of truth and the knowing Self in immediate unity. The moment does not appear as this movement of oscillating between consciousness or representation and self-consciousness but rather in its pure form – liberated from its appearance in consciousness – as the pure Concept whose progression depends solely on its pure determinacy. Conversely, every abstract moment of Science corresponds to a shape of Spirit as it appears in general. Just as existing Spirit is no richer than these shapes, neither is it poorer in content. To recognize the pure Concepts of Science in this form as shapes of consciousness constitutes the aspect of their reality. Here, their essence – the Concept, which in Science is posited as thinking in its simple mediation – fractures the moments of this mediation and presents itself according to the internal contradiction.
Die Wissenschaft enthält in ihr selbst diese Notwendigkeit, der Form des reinen Begriffs sich zu entäußern, und den Obergang des Begriffs ins Bewußtsein. Denn der sich selbst wissende Geist, eben darum, daß er seinen Begriff erfaßt, ist er die unmittelbare Gleichheit mit sich selbst, welche in ihrem Unterschiede die Gewißheit vom Unmittelbaren ist,[589] oder das sinnliche Bewußtsein, – der Anfang, von dem wir ausgegangen; dieses Entlassen seiner aus der Form seines Selbsts ist die höchste Freiheit und Sicherheit seines Wissens von sich.
Science contains within itself this necessity to externalize the form of the pure Concept and to transition the Concept into consciousness. For Spirit, which knows itself precisely because it has grasped its Concept, is the immediate equality with itself. Within its difference, this equality is the certainty of the immediate or sense-consciousness – the starting point from which we began. This relinquishing of itself from the form of its Self is the highest freedom and assurance of its self-knowledge.
Doch ist diese Entäußerung noch unvollkommen; sie drückt die Beziehung der Gewißheit seiner selbst auf den Gegenstand aus, der eben darin, daß er in der Beziehung ist, seine völlige Freiheit nicht gewonnen hat. Das Wissen kennt nicht nur sich, sondern auch das Negative seiner selbst oder seine Grenze. Seine Grenze wissen heißt, sich aufzuopfern wissen. Diese Aufopferung ist die Entäußerung, in welcher der Geist sein Werden zum Geiste in der Form des freien zufälligen Geschehens darstellt, sein reines Selbst als die Zeit außer ihm und ebenso sein Sein als Raum anschauend. Dieses sein letzteres Werden, die Natur, ist sein lebendiges unmittelbares Werden; sie, der entäußerte Geist, ist in ihrem Dasein nichts als diese ewige Entäußerung ihres Bestehens und die Bewegung, die das Subjekt herstellt.
Yet this externalization remains incomplete; it expresses the relation of self-certainty to the object, which, precisely because it is within this relation, has not attained its complete freedom. Knowledge knows not only itself but also the negative of itself or its limit. To know its limit is to know how to sacrifice itself. This sacrifice is the externalization wherein Spirit presents its becoming-Spirit in the form of free contingent happening, intuiting its pure Self as Time external to it and likewise its being as Space. This latter becoming, Nature, is its living immediate becoming; Nature, the externalized Spirit, in its existence is nothing but this eternal externalization of its subsistence and the movement that restores the Subject.
Die andere Seite aber seines Werdens, die Geschichte, ist das wissende, sich vermittelnde Werden – der an die Zeit entäußerte Geist; aber diese Entäußerung ist ebenso die Entäußerung ihrer selbst; das Negative ist das Negative seiner selbst. Dies Werden stellt eine trage Bewegung und Aufeinanderfolge von Geistern dar, eine Galerie von Bildern, deren jedes, mit dem vollständigen Reichtume des Geistes ausgestattet, eben darum sich so träge bewegt, weil das Selbst diesen ganzen Reichtum seiner Substanz zu durchdringen und zu verdauen hat. Indem seine Vollendung darin besteht, das, was er ist, seine Substanz, vollkommen zu wissen, so ist dies Wissen sein Insichgehen, in welchem er sein Dasein verläßt und seine Gestalt der Erinnerung übergibt. In seinem Insichgehen ist er in der Nacht seines Selbstbewußtseins versunken, sein verschwundenes Dasein aber ist in ihr aufbewahrt; und dies aufgehobene Dasein – das vorige, aber aus dem Wissen neugeborene – ist das neue Dasein, eine neue Welt und Geistesgestalt. In ihr hat er[590] ebenso unbefangen von vorn bei ihrer Unmittelbarkeit anzufangen und sich von ihr auf wieder großzuziehen, als ob alles Vorhergehende für ihn verloren wäre und er aus der Erfahrung der früheren Geister nichts gelernt hätte. Aber die Erinnerung hat sie aufbewahrt und ist das Innere und die in der Tat höhere Form der Substanz. Wenn also dieser Geist seine Bildung, von sich nur auszugehen scheinend, wieder von vorn anfängt, so ist es zugleich auf einer höheren Stufe, daß er anfängt. Das Geisterreich, das auf diese Weise sich in dem Dasein gebildet, macht eine Aufeinanderfolge aus, worin einer den anderen ablöste und jeder das Reich der Welt von dem vorhergehenden übernahm. Ihr Ziel ist die Offenbarung der Tiefe, und diese ist der absolute Begriff, diese Offenbarung ist hiermit das Aufheben seiner Tiefe oder seine Ausdehnung, die Negativität dieses insichseienden Ich, welche seine Entäußerung oder Substanz ist, – und seine Zeit, daß diese Entäußerung sich an ihr selbst entäußert und so in ihrer Ausdehnung ebenso in ihrer Tiefe, dem Selbst ist. Das Ziel, das absolute Wissen, oder der sich als Geist wissende Geist hat zu seinem Wege die Erinnerung der Geister, wie sie an ihnen selbst sind und die Organisation ihres Reichs vollbringen. Ihre Aufbewahrung nach der Seite ihres freien, in der Form der Zufälligkeit erscheinenden Daseins ist die Geschichte, nach der Seite ihrer begriffenen Organisation aber die Wissenschaft des erscheinenden Wissens; beide zusammen, die begriffene Geschichte, bilden die Erinnerung und die Schädelstätte des absoluten Geistes, die Wirklichkeit, Wahrheit und Gewißheit seines Throns, ohne den er das leblose Einsame wäre; nur –
The other side of its becoming, History, is the knowing, self-mediating becoming – Spirit externalized into Time; yet this externalization is equally the externalization of itself; the negative is the negative of itself. This becoming presents a sluggish movement and succession of Spirits, a gallery of images, each endowed with the full wealth of Spirit, and moving so slowly because the Self must penetrate and digest this entire wealth of its substance. Since its consummation consists in fully knowing what it is, its substance, this knowing is its inwardization, wherein it abandons its existence and surrenders its shape to recollection. In its inwardization, it sinks into the night of self-consciousness, but its vanished existence is preserved therein; and this sublated existence – the former, but now reborn from knowledge – is the new existence, a new world and spiritual shape. In this new world, Spirit must[590] begin again with immediacy, raising itself afresh as if all prior development were lost, and as though it had learned nothing from the experience of earlier Spirits. Yet recollection has preserved them and is the inner, and in fact higher, form of substance. Though this Spirit seems to start anew from itself, it begins simultaneously at a higher stage. The realm of Spirits thus formed in existence constitutes a succession wherein one displaces another, each taking over the world-empire from its predecessor. Their goal is the revelation of depth, and this depth is the absolute Concept; this revelation is thereby the sublation of its depth or its extension, the negativity of this self-contained I, which is its externalization or substance – and its Time, so that this externalization externalizes itself and thus in its extension is equally in its depth, the Self. The goal, absolute knowing, or Spirit that knows itself as Spirit, has as its path the recollection of Spirits as they are in themselves and the accomplishment of the organization of their realm. Their preservation, on the side of their free existence appearing in the form of contingency, is History; on the side of their conceptually grasped organization, it is the Science of appearing knowledge; together, comprehended History forms the recollection and Golgotha of absolute Spirit, the actuality, truth, and certainty of his throne, without which he would be lifeless solitude; only –
aus dem Kelche dieses Geisterreiches
from the chalice of this realm of spirits
schäumt ihm seine Unendlichkeit.[591]
foams forth to him its infinity.[591]
Biographie
Biography
1770 | 27. August: Georg Wilhelm Friedrich Hegel wird in Stuttgart als Sohn des Rentkammersekretärs und späteren Expeditionsrates Georg Ludwig Hegel und seiner Frau Maria Magdalena, geb. Fromm, geboren. |
1773 | Der Junge besucht die Deutsche, anschließend die Lateinische Schule in Stuttgart. |
1776 | Er tritt ins Gymnasium »Illustre«, das spätere Eberhard-Ludwigs-Gymnasium, ein. |
1783 | Tod der Mutter. |
1785 | Hegel beginnt ein Tagebuch in deutscher und lateinischer Sprache. |
1788 | Nach dem Abitur immatrikuliert sich Hegel am Tübinger Stift für Theologie und Philosophie. |
1790 | Hegel wird zum Magister der Philosophie promoviert.Hegel, Hölderlin und Schelling bewohnen dasselbe Zimmer im Stift und schließen eine Freundschaft; die Freundschaft zu Hölderlin endet mit dessen Erkrankung, zu Schelling mit der von Hegel in der Vorrede der »Phänomenologie des Geistes« geäußerten Kritik an dessen Identitätsphilosophie. Alle drei Freunde begeistern sich für die Französische Revolution und für die Philosophie Rousseaus. Hegel widmet sich dem Studium der Kantischen Philosophie. |
1792 | Hegel beginnt mit der Niederschrift von »Volksreligion und Christentum«. Dieser Titel wie auch diejenigen der anderen von Hegel nicht selbst publizierten Fragmente und Manuskripte vorwiegend religionskritischen Inhalts aus seiner Tübinger, Berner und Frankfurter Zeit stammen ausnahmslos von ihrem Herausgeber H. Nohl (1907), der sie, in Anlehnung an die Umschreibungen des ersten Hegel-Biographen K. Rosenkranz, mit mehr oder weniger zutreffenden Überschriften versehen hatte. |
1770 | August 27: Georg Wilhelm Friedrich Hegel is born in Stuttgart to Georg Ludwig Hegel, a secretary of the revenue office and later privy councillor, and his wife Maria Magdalena, née Fromm. |
1773 | The boy attends the German School, followed by the Latin School in Stuttgart. |
1776 | He enters the "Illustre" Gymnasium, later renamed the Eberhard-Ludwigs-Gymnasium. |
1783 | Death of his mother. |
1785 | Hegel begins keeping a diary in German and Latin. |
1788 | After graduating, Hegel enrolls at the Tübinger Stift to study theology and philosophy. |
1790 | Hegel is awarded a Master of Philosophy degree.Hegel, Hölderlin, and Schelling share a room at the Stift and form a friendship; the friendship with Hölderlin ends due to the latter’s illness, and with Schelling due to Hegel’s critique of his identity philosophy in the preface to the Phenomenology of Spirit. All three friends ardently support the French Revolution and the philosophy of Rousseau. Hegel devotes himself to studying Kantian philosophy. |
1792 | Hegel begins writing Folk Religion and Christianity. This title, like those of other unpublished fragments and manuscripts from his Tübingen, Bern, and Frankfurt periods—predominantly on religious criticism—were all assigned by their editor H. Nohl (1907), who, following the first Hegel biographer K. Rosenkranz, provided more or less accurate headings. |
1793 | Juni: Hegel verteidigt die theologische Dissertation.20. September: Hegel schließt sein Studium ab. Ab Oktober ist er Hauslehrer der Familie Steiger von Tschugg in Bern. |
1794 | Hegel bricht die Niederschrift von »Volksreligion und Christentum« ab. |
1795 | Im Frühling reist er nach Genf.»Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus« wird zu Papier gebracht.Es handelt sich bei diesem Text um eine fragmentarisch überlieferte Schrift in Hegels Handschrift, die 1917 von F. Rosenzweig veröffentlicht, betitelt und Schelling zugeschrieben worden ist. Nachdem W. Böhm 1926 Hölderlins Autorschaft vertreten hatte, reagierte F. Strauß 1927 mit einem Vermittlungsvorschlag. Erst 1965 trat O. Pöggeler mit der These auf, daß Hegel auch der Autor dieses Fragments sei. Seitdem geht der Streit zwischen der Hegel-, Hölderlin- und Schellingforschung um die adäquate Zuordnung dieses zweiseitig beschriebenen Papiers. Es ist der meistdiskutierte Text philosophischen Inhalts dieses Jahrhunderts.Mai bis Juni: Hegel schreibt »Das Leben Jesu«, das erst posthum veröffentlicht wird.2. November: Er beginnt mit der Niederschrift von »Die Positivität der christlichen Religion«, beendet am 29. 4. 1796, posthum veröffentlicht. |
1796 | 25. Juli: Hegel wandert bis Anfang August durch die Berner Oberalpen und führt dabei ein Tagebuch. Im Herbst verläßt er Bern und fährt zu seinen Eltern nach Stuttgart. |
1797 | Auf Vermittlung Hölderlins nimmt Hegel im Hause des Kaufmanns Gogel in Frankfurt a. Main die Stelle eines Hauslehrers an. |
1793 | June: Hegel defends his theological dissertation.September 20: Hegel completes his studies. In October, he becomes a private tutor for the Steiger von Tschugg family in Bern. |
1794 | Hegel abandons work on Folk Religion and Christianity. |
1795 | In spring, he travels to Geneva.The Oldest System Programme of German Idealism is drafted.This text is a fragmentary manuscript in Hegel’s handwriting, published in 1917 by F. Rosenzweig, who titled it and attributed it to Schelling. After W. Böhm argued for Hölderlin’s authorship in 1926, F. Strauß proposed a compromise in 1927. In 1965, O. Pöggeler advanced the thesis that Hegel authored the fragment. Since then, scholars of Hegel, Hölderlin, and Schelling have debated its proper attribution. It remains the most discussed philosophical text of the century.May to June: Hegel writes The Life of Jesus, published posthumously.November 2: He begins writing The Positivity of the Christian Religion, completed on April 29, 1796, and published posthumously. |
1796 | July 25: Hegel hikes through the Bernese Oberland until early August, keeping a travel diary. In autumn, he leaves Bern and returns to his parents in Stuttgart. |
1797 | Through Hölderlin’s mediation, Hegel becomes a private tutor in the home of the merchant Gogel in Frankfurt am Main. |
1798 | Hegels erste gedruckte Schrift, eine Übersetzung aus dem Französischen, erscheint anonym: »Vertrauliche Briefe über das vormalige Staatsrechtliche Verhältnis des Waadtlandes (Pays de Vaud) zur Stadt Bern«.Seit Herbst arbeitet er an »Der Geist des Christentums und sein Schicksal«, posthum veröffentlicht. |
1799 | 14. Januar: Der Vater stirbt. Hegel erbt ein kleines Vermögen und kann sich auf die akademische Laufbahn vorbereiten.Februar bis März: Hegel schreibt einen Kommentar zur deutschen Ausgabe von J. Steuarts »Untersuchung über die Grundsätze der politischen Ökonomie«.Anschließend setzt er seine Arbeit an »Der Geist des Christentums« fort. |
1800 | 14. September: Hegel beendet die Niederschrift des »Systemfragments«.29. September: Die neue Einführung zu »Die Positivität der christlichen Religion« wird abgeschlossen. |
1801 | Hegel geht nach Jena.Im Frühjahr nimmt er die Arbeit an »Die Verfassung Deutschlands« auf, die posthum erscheint.Juli: Es erscheint »Die Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie«. Mit dieser ersten Schrift philosophischen Inhalts, bei der es sich um eine Kritik am subjektiven Idealismus Fichtes handelt, tritt Hegel erstmals vor das philosophisch gebildete Publikum und nimmt Stellung zugunsten einer Position, in der die bemängelten Einseitigkeiten des subjektiven durch das Gegenstück eines objektiven Idealismus ausgeglichen werden. Damit befindet sich Hegel in sehr großer gedanklicher Nähe zu Schellings 1800 erschienenem »System des transzendentalen Idealismus«. Die Phase ihrer Zusammenarbeit in Jena beginnt.27. August: Hegel habilitiert sich in Jena mit seiner Dissertation »Über die Planetenbahnen«.Die Rezension von F. Bouterweks »Anfangsgründe der spekulativen Philosophie« erscheint in der »Erlanger Literaturzeitung«.21. Oktober: Ein erstes Treffen mit Goethe findet statt. |
1798 | Hegel's first printed work, a translation from French, appears anonymously: Confidential Letters on the Former Constitutional Relation of the Pays de Vaud to the City of Bern. Beginning in autumn, he works on The Spirit of Christianity and Its Fate, published posthumously. |
1799 | 14 January: His father dies. Hegel inherits a modest fortune, enabling him to prepare for an academic career.February–March: Hegel writes a commentary on the German edition of J. Steuart's Inquiry into the Principles of Political Economy. He then resumes work on The Spirit of Christianity. |
1800 | 14 September: Hegel completes the manuscript of the System Fragment.29 September: The new introduction to The Positivity of the Christian Religion is finalized. |
1801 | Hegel moves to Jena.Spring: He begins work on The German Constitution, published posthumously.July: The Difference Between Fichte’s and Schelling’s Systems of Philosophy appears. This first philosophical treatise, critiquing Fichte's subjective idealism, introduces Hegel to the philosophically educated public. He advocates for a position that balances the one-sidedness of subjective idealism with its counterpart, objective idealism, aligning closely with Schelling's 1800 System of Transcendental Idealism. Their collaborative phase in Jena begins.27 August: Hegel earns his habilitation in Jena with the dissertation On the Orbits of the Planets.A review of F. Bouterwek's Elements of Speculative Philosophy appears in the Erlanger Literaturzeitung.21 October: First meeting with Goethe. |
1802 | Zusammen mit Schelling begründet Hegel das »Kritische Journal der Philosophie«. Hegel veröffentlicht darin: »Über das Wesen der philosophischen Kritik überhaupt«; »Wie der gemeine Menschenverstand die Philosophie nehme«; »Verhältnis des Skeptizismus zur Philosophie«; »Glauben und Wissen«; »Über die wisenschaftlichen Behandlungsarten des Naturrechts«. Bei all diesen Arbeiten handelt es sich um Kritiken an der Zeitgeistphilosophie in ihren verschiedenen Vertretern.Darüber hinausarbeitet Hegel an »Die Verfassung Deutschlands« und am »System der Sittlichkeit«, die posthum erscheinen. |
1803 | Die zweite Begegnung mit Goethe findet statt. |
1804 | Hegel wird als Assessor von der Jenaer Mineralogischen Gesellschaft aufgenommen.Er wird ordentliches Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft Westfalens. |
1805 | Mit Unterstützung Goethes wird Hegel zum außerordentlichen Professor der Philosophie mit einer jährlichen Besoldung von 100 Talern berufen.Mai: Erstmals erwähnt er in einem Brief an Voss die Arbeit an der »Phänomenologie des Geistes«. |
1806 | Februar: Die ersten Teile der »Phänomenologie des Geistes« gehen in Druck.Die Schlacht bei Jena wird zum großen Sieg Napoleons.14. Oktober: In der Nacht beendet Hegel die »Phänomenologie des Geistes«. |
1802 | With Schelling, Hegel founds the Critical Journal of Philosophy. His contributions include: On the Essence of Philosophical Criticism in General; How the Ordinary Human Understanding Takes Philosophy; The Relation of Skepticism to Philosophy; Faith and Knowledge; On the Scientific Ways of Treating Natural Law. These works critique contemporary philosophy across its various representatives.Additionally, Hegel works on The German Constitution and System of Ethical Life, both published posthumously. |
1803 | Second encounter with Goethe. |
1804 | Hegel is admitted as an assessor to the Jena Mineralogical Society.He becomes a full member of the Westphalian Society for Natural Research. |
1805 | With Goethe's support, Hegel is appointed Extraordinary Professor of Philosophy with an annual salary of 100 thalers.May: He first mentions working on the Phenomenology of Spirit in a letter to Voss. |
1806 | February: The initial sections of the Phenomenology of Spirit go to press.The Battle of Jena marks Napoleon's decisive victory.14 October: Hegel completes the Phenomenology of Spirit overnight. |
1807 | 1. Januar: Hegel wird Ehrenmitglied der Physikalischen Gesellschaft in Heidelberg.Der Philosoph arbeitet an der Vorrede der »Phänomenologie des Geistes«. Es handelt sich bei diesem »Vom wissenschaftlichen Erkennen« überschriebenen außerordentlich wichtigen Text um die programmatische Einführung ins System der philosophischen Wissenschaft. Darüber hinaus übt Hegel, einmal mehr, Kritik an den unwissenschaftlichen Standpunkten der Zeitgeistphilosophie und erläutert das Verhältnis, in dem die Phänomenologie zur »Wissenschaft der Logik« und zu den realen Teilen des Systems steht. »Wer«, wie Glockner formuliert hat, »die Vorrede zur Phänomenologie des Geistes verstanden hat, hat Hegel verstanden«.5. Februar: Hegels unehelicher Sohn Ludwig wird geboren.Hegel siedelt im Frühjahr nach Bamberg über und übernimmt die Redaktion der »Bamberger Zeitung«.Die »Phänomenologie des Geistes« erscheint. Es handelt sich bei dieser Publikation um das Gesamtsystem philosophischer Wissenschaft in spezifischer Verarbeitung. Die Phänomenologie ist die selbst schon wissenschaftliche Einleitung in dieses System aus der Warte des über sein Tun aufzuklärenden Bewußtseins. Bei den sämtliche Bereiche des Wissens abdeckenden acht Stufen desselben handelt es sich immer schon um solche des Wissens, also darum, daß im Wissen der Gegenstände deren Differenz zum Bewußtsein allenthalben bereits aufgehoben ist, und folglich – umgekehrt – das objektive Wissen dieser Gegenstände selbst vorliegt. Die Phänomenologie weist also die Objektivität des wissenschaftlichen Gedankens selbst schon auf der scheinbar bloß subjektiven Ebene des denkenden Bewußtseins nach. |
1808 | Mit der Hilfe seines lebenslangen Freundes F. I. Niethammer wird Hegel Professor der philosophischen Vorbereitungswissenschaften und Rektor des Ägidiengymnasiums in Nürnberg.In dieser Zeit oder bereits in Bamberg entsteht der kleine Aufsatz »Wer denkt abstrakt?« |
1811 | 15. September: Hegel vermählt sich mit Marie v. Tucher. |
1807 | 1 January: Hegel is elected honorary member of the Heidelberg Physical Society.He works on the Preface to the Phenomenology of Spirit. This text, titled On Scientific Cognition, serves as the programmatic introduction to the system of philosophical science. Hegel again critiques the unscientific stances of contemporary philosophy and clarifies the relation between the Phenomenology, the Science of Logic, and the real parts of the system. As Glockner noted: "Whoever understands the Preface to the Phenomenology of Spirit understands Hegel."5 February: Hegel's illegitimate son Ludwig is born.Spring: Hegel relocates to Bamberg to edit the Bamberg Gazette.Phenomenology of Spirit is published. This work presents the complete system of philosophical science through a specific methodological lens. The Phenomenology functions as the scientific introduction to this system from the standpoint of consciousness being educated about its own activity. Its eight stages, encompassing all domains of knowledge, demonstrate that in the act of knowing objects, their difference from consciousness is already sublated—thus revealing the objective knowledge of these objects itself. The Phenomenology thereby proves the objectivity of scientific thought even at the seemingly subjective level of thinking consciousness. |
1808 | With lifelong friend F. I. Niethammer's assistance, Hegel becomes Professor of Philosophical Propadeutics and Rector of the Ägidiengymnasium in Nuremberg.During this period (or earlier in Bamberg), he writes the essay Who Thinks Abstractly? |
1811 | 15 September: Hegel marries Marie von Tucher. |
1812/13 | Der erste Band der »Wissenschaft der Logik« erscheint. Mit dieser Publikation hat Hegel das System der Wissenschaft als dasjenige der in der Phänomenologie als objektiv bewiesenen Gedanken vorgelegt. Der wissenschaftliche Standpunkt nämlich »setzt«, wie es in der Einleitung der Logik heißt, »die Befreiung von dem Gegensatze des Bewußtseins voraus. Sie enthält den Gedanken, insofern er ebensosehr die Sache an sich selbst ist, oder die Sache an sich selbst, insofern sie ebensosehr der reine Gedanke ist. (...) Dieses objektive Denken ist denn der Inhalt der reinen Wissenschaft.« |
1813 | Der Sohn Karl wird geboren.Hegel wird für eine Referentenstelle des Stadtkommissariats für Schulangelegenheiten von Nürnberg bestimmt. |
1814 | Sohn Immanuel wird geboren. Er trägt den Vornamen des Freundes Niethammer. |
1816 | Der zweite Band der »Wissenschaft der Logik« erscheint.Hegel erhält einen Ruf an die Universität Heidelberg als Professor der Philosophie. |
1817 | In den »Heidelberger Jahrbüchern der Literatur« erscheint ein Artikel Hegels über den dritten Band der Werke Jacobis.Die »Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse« erscheint. Sie ist, in Paragraphenform, das vollständige System der Wissenschaft in seinen verschiedenen Teilen: Logik, Naturphilosophie, subjektiver, objektiver und absoluter Geist als Kunst, Religion und Philosophie.18. Juli: Hegel und Creuzer händigen Jean Paul das Doktordiplom aus.In den »Heidelberger Jahrbüchern« erscheint »Die Beurteilung der im Druck erschienenen Verhandlungen in der Versammlung der Landstände des Königsreiches Württemberg im Jahre 1815 und 1816«.Zum Jahresende erreicht Hegel eine Anfrage des Kultusministers von Altenstein aus Berlin, eine Philosophieprofessur betreffend. |
1812/13 | The first volume of the Science of Logic appears. With this publication, Hegel presents the system of science as that of thoughts whose objectivity was demonstrated in the Phenomenology. For the scientific standpoint, as stated in the Logic's introduction, "presupposes liberation from the opposition of consciousness. It contains thought insofar as it is equally the thing-in-itself, or the thing-in-itself insofar as it is equally pure thought. (...) This objective thinking is the content of pure Science." |
1813 | His son Karl is born. Hegel is appointed to an advisory position on the Nuremberg City Commission for School Affairs. |
1814 | Son Immanuel is born, named after his friend Niethammer. |
1816 | The second volume of the Science of Logic appears. Hegel receives an appointment as Professor of Philosophy at Heidelberg University. |
1817 | Hegel publishes an article in the Heidelberg Annals of Literature on the third volume of Jacobi's works. The Encyclopedia of the Philosophical Sciences in Outline appears. Structured in paragraphs, it presents the complete system of science in its parts: Logic, Philosophy of Nature, and the subjective, objective, and absolute Spirit as Art, Religion, and Philosophy.July 18: Hegel and Creuzer confer an honorary doctorate upon Jean Paul. The Heidelberg Annals publish Hegel's "Assessment of the Printed Proceedings of the Assembly of the Estates of the Kingdom of Württemberg in 1815 and 1816." By year's end, Hegel receives an inquiry from Berlin's Minister of Education von Altenstein regarding a philosophy professorship. |
1818 | Hegel wird als Nachfolger Fichtes Professor der Philosophie an der Berliner Universität.23. September: Hegel ist zu Gast bei Goethe in Weimar.22. Oktober: Er hält seine Antrittsvorlesung in Berlin. |
1820 | Hegel wird Mitglied der Königlich-Wissenschaftli chen Prüfungskommission der Provinz Brandenburg und ist dort bis Dezember 1822 tätig.Es treten Differenzen mit Schleiermacher auf.Die Rechtsphilosophie erscheint unter dem Doppeltitel »Grundlinien der Philosophie des Rechts« und »Naturrecht und Staatswissenschaft im Grundrisse«. In dieser letzten Buchpublikation Hegels liegt in ausführlicher Darstellung der »objektive Teil« der »Philosophie des Geistes«vor. |
1822 | Hegel wird Mitglied des Senats der Universität.Er reist nach Brüssel und in die Niederlande. |
1823 | Hegel reist nach Leipzig.Er erhält das Diplom eines Mitgliedes der Holländischen Gelehrten Gesellschaft »Concordia«. |
1824 | Eine Reise führt ihn über Prag nach Wien. |
1826 | Es erscheint eine Rezension des Schauspiels »Über die Bekehrten« von Raupach. |
1827 | Unter Hegels Leitung erscheinen die »Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik«.Er schreibt eine Rezension zu »Über die unter dem Namen Bhagavad-Gita bekannte Episode des Mahabharata« von Wilhelm von Humboldt.Die zweite Auflage der »Enzyklopädie« erscheint.Hegel unternimmt eine Reise nach Paris. Auf dem Rückweg trifft er mit Goethe in Weimar zusammen. |
1828 | In den Jahrbüchern erscheint Hegels Artikel über »Solgers nachgelassene Schriften und Briefwechsel«.»Hamanns Schriften«.Ludwig Feuerbach schickt Hegel seine Dissertation. |
1818 | Hegel succeeds Fichte as Professor of Philosophy at the University of Berlin.September 23: Hegel visits Goethe in Weimar.October 22: He delivers his inaugural lecture in Berlin. |
1820 | Hegel becomes a member of the Royal Scientific Examination Commission of Brandenburg Province, serving until December 1822. Tensions arise with Schleiermacher. The Philosophy of Right appears under the dual title Elements of the Philosophy of Right and Natural Law and Political Science in Outline. This final book publication provides an extensive exposition of the "objective part" of the Philosophy of Spirit. |
1822 | Hegel joins the university senate. He travels to Brussels and the Netherlands. |
1823 | Hegel travels to Leipzig. He receives membership in the Dutch scholarly society "Concordia." |
1824 | He journeys via Prague to Vienna. |
1826 | A review of Raupach's play The Converts appears. |
1827 | Hegel oversees the launch of the Annals of Scientific Criticism. He writes a review of Wilhelm von Humboldt's On the Episode Known as the Bhagavad-Gita from the Mahabharata. The second edition of the Encyclopedia appears. Hegel travels to Paris and meets Goethe in Weimar on his return. |
1828 | Hegel's article on Solger’s Posthumous Writings and Correspondence appears in the Annals. Publication of Hamann's Writings. Ludwig Feuerbach sends Hegel his dissertation. |
1829 | In den Jahrbüchern erscheinen die Rezensionen Hegels »Über die Hegelsche Lehre oder absolutes Wissen und moderner Pantheismus«, »Über Philosophie überhaupt und Hegels Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften insbesondere«, »Aphorismen über Nichtwissen und absolutes Wissen im Verhältnisse zur christlichen Glaubenserkenntnis. Von Karl Friedrich Göschel«.In Karlsbad kommt es zu einer Begegnung mit Schelling.11. September: Letzte Begegnung mit Goethe.Hegel wird Rektor der Universität. |
1830 | Hegel hält eine Rede anläßlich der 300. Wiederkehr der Übergabe der Augsburger Konfession.Die dritte Auflage der »Enzyklopädie« erscheint. |
1831 | Hegel wird mit dem Orden des Roten Adlers 3. Klasse ausgezeichnet.»Über die englische Reformbill«.In den Jahrbüchern erscheinen die Rezensionen zu »Idealrealismus. Erster Teil. Von A. L. J. Ohlert« und »Über Grundlage, Gliederung und Zeitenfolge der Weltgeschichte. Von J. Görres«.14. November: Hegel stirbt in Berlin. |
1832 | Es erscheinen die »Werke. Vollständige Ausgabe durch einen Verein von Freunden des Verewigten« (bis1845). |
1829 | Hegel's reviews appear in the Annals: "On the Hegelian Doctrine or Absolute Knowledge and Modern Pantheism," "On Philosophy in General and Hegel's Encyclopedia of the Philosophical Sciences in Particular," and "Aphorisms on Ignorance and Absolute Knowledge in Relation to Christian Faith. By Karl Friedrich Göschel." An encounter with Schelling occurs in Karlsbad.September 11: Final meeting with Goethe. Hegel becomes Rector of the University. |
1830 | Hegel delivers a speech commemorating the 300th anniversary of the Augsburg Confession. The third edition of the Encyclopedia is published. |
1831 | Hegel is awarded the Order of the Red Eagle, 3rd Class. "On the English Reform Bill." The Annals publish reviews of "Idealrealism. First Part. By A. L. J. Ohlert" and "On the Foundation, Structure, and Chronology of World History. By J. Görres."November 14: Hegel dies in Berlin. |
1832 | The Works. Complete Edition by a Society of Friends of the Deceased is published (completed in 1845). |
Lektürehinweise
Suggested Readings
K. Rosenkranz, G. W. F. Hegels Leben, Berlin 1844 (Nachdruck Darmstadt 1972 u.ö.).
K. Rosenkranz, G. W. F. Hegel's Life, Berlin 1844 (Reprint Darmstadt 1972 et al.).
W. Dilthey, Die Jugendgeschichte Hegels, aus: Gesammelte Schriften, Bd. 4, hg. von H. Nohl, Göttingen 1921.
W. Dilthey, The Youthful History of Hegel, from: Collected Works, Vol. 4, ed. by H. Nohl, Göttingen 1921.
Dokumente zu Hegels Entwicklung, hg. v. J. Hoffmeister, Stuttgart 1936 u.ö.
Documents on Hegel's Development, ed. by J. Hoffmeister, Stuttgart 1936 et al.
H. Marcuse, Vernunft und Revolution. Hegel und die Entstehung der Gesellschaftstheorie, New York 1941 (englischsprachig), Darmstadt und Neuwied 1962 u. ö. (deutschsprachig).
H. Marcuse, Reason and Revolution: Hegel and the Rise of Social Theory, New York 1941 (English edition), Darmstadt and Neuwied 1962 et al. (German edition).
E. Metzke, Hegels Vorreden. Mit Kommentar zur Einführung in seine Philosophie, Heidelberg 1949.
E. Metzke, Hegel's Prefaces: With Commentary as an Introduction to His Philosophy, Heidelberg 1949.
W. Marx, Hegels Phänomenologie des Geistes. Die Bestimmung ihrer Idee in »Vorrede« und »Einleitung«, Frankfurt a. M. 1971 u.ö.
W. Marx, Hegel's Phenomenology of Spirit: The Determination of Its Idea in the 'Preface' and 'Introduction', Frankfurt a. M. 1971 et al.
H. Röttges, Der Begriff der Methode in der Philosophie Hegels, Meisenhaim am Glan 1976.
H. Röttges, The Concept of Method in Hegel's Philosophy, Meisenheim am Glan 1976.
Chr. Helferich, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Stuttgart 1979.
Chr. Helferich, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Stuttgart 1979.
B. Lakebrink, Kommentar zu Hegels »Logik« in seiner »Enzyklopädie« von 1830, 2 Bde., Freiburg, München 1979, 1985.
B. Lakebrink, Commentary on Hegel's "Logic" in His "Encyclopedia" of 1830, 2 Vols., Freiburg, Munich 1979, 1985.
J. Heinrichs, Die Logik der »Phänomenologie des Geistes«, Bonn 1974 u.ö.
J. Heinrichs, The Logic of the "Phenomenology of Spirit", Bonn 1974 et al.
Ch. Taylor, Hegel, Cambridge University Press 1975 (englischsprachig), Frankfurt a. M. 1983 (deutschsprachig).
Ch. Taylor, Hegel, Cambridge University Press 1975 (English edition), Frankfurt a. M. 1983 (German edition).
Chr. Iber, Metaphysik absoluter Relationalität. Eine Studie zu den beiden ersten Kapiteln von Hegels Wesenslogik, Berlin, New York 1990.
Chr. Iber, Metaphysics of Absolute Relationality: A Study of the First Two Chapters of Hegel's Logic of Essence, Berlin, New York 1990.
F.-P. Hansen, »Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus«. Rezeptionsgeschichte und Interpretation, Berlin, New York 1989.
F.-P. Hansen, "The Oldest System Programme of German Idealism": Reception History and Interpretation, Berlin, New York 1989.
ders., Über einen vermeintlichen Bruch im »Ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus«. Ein Nachtrag, in: Zeitschrift für philosophische Forschung, Bd. 47, H. 1, 1993.
Idem, On a Supposed Rupture in the "Oldest System Programme of German Idealism": A Postscript, in: Zeitschrift für philosophische Forschung, Vol. 47, No. 1, 1993.
ders., Hegels »Phänomenologie des Geistes«. »Erster Teil« des »Systems der Wissenschaft« dargestellt an Hand der »System-Vorrede« von 1807, Würzburg 1994.
Idem, Hegel's "Phenomenology of Spirit": The "First Part" of the "System of Science" as Presented in the "System-Preface" of 1807, Würzburg 1994.
ders., G. W. F. Hegel: »Phänomenologie des Geistes«. Ein einführender Kommentar, Paderborn, München, Wien, Zürich 1994 (UTB 1826).
Idem, G. W. F. Hegel: "Phenomenology of Spirit": An Introductory Commentary, Paderborn, Munich, Vienna, Zurich 1994 (UTB 1826).
ders., G. W. F. Hegel: »Wissenschaft der Logik«. Ein Kommentar, Würzburg 1997.
Ibid., G. W. F. Hegel: »Science of Logic«. A Commentary, Würzburg 1997.
ders., Philosophie und Religion bei G. W. F. Hegel, in: Philosophisches Jahrbuch, Bd. 105/I, 1998.
Ibid., Philosophy and Religion in G. W. F. Hegel, in: Philosophisches Jahrbuch, Vol. 105/I, 1998.
J. Hartnack, Hegels Logik. Eine Einführung, Frankfurt a.M., Berlin, Bern, New York u.s.w. 1995.
J. Hartnack, Hegel’s Logic: An Introduction, Frankfurt a.M., Berlin, Bern, New York et al. 1995.
K. J. Schmidt, G. W. F. Hegel: »Wissenschaft der Logik« – Die Lehre vom Wesen. Ein einführender Kommentar, Paderborn u.a. 1997 (UTB 1997).
K. J. Schmidt, G. W. F. Hegel: »Science of Logic« – The Doctrine of Essence. An Introductory Commentary, Paderborn et al. 1997 (UTB 1997).
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Bibliographische Angaben
Bibliographic Details
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phänomenologie des Geistes
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Phenomenology of Spirit
Vollständiger, durchgesehener Neusatz mit einer Biographie des Autors bearbeitet und eingerichtet von Michael Holzinger.
Complete revised new edition with a biography of the author, edited and prepared by Michael Holzinger.
ISBN 978-3-8430-2092-3
ISBN 978-3-8430-2092-3
Historische Angaben
Historical Notes
Erstdruck: Bamberg und Würzburg (Goebhardt) 1807. Der Text folgt bis S. 35 der von Hegel kurz vor seinem Tod begonnenen Revision.
First edition: Bamberg and Würzburg (Goebhardt) 1807. The text follows the revisions Hegel began shortly before his death up to p. 35.
Textgrundlage
Textual Basis
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Werke. Auf der Grundlage der Werke von 1832-1845 neu edierte Ausgabe. Redaktion Eva Moldenhauer und Karl Markus Michel, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1979 (Theorie-Werkausgabe).
Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Works. New edition based on the works of 1832-1845. Edited by Eva Moldenhauer and Karl Markus Michel, Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1979 (Theory Collected Edition).
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